Lana hat geschrieben: Mo 10. Nov 2025, 23:17
Ich fordere lediglich Raum für eine Diskussion darüber, ob das Mittel (diese Kampagne) überhaupt für den postulierten Zweck geeignet ist. Aber anstatt darauf einzugehen wird mir laufend unterstellt, dass ich das eigentliche Problem nicht verstehen oder gar leugnen würde. Das nervt auf Dauer.
Ja, Lana. Das nervt. Weil, ich wiederhole mich, Frauen ihre Perspektive benennen und Männer sagen "das stimmt nicht".
So funktioniert das Spiel aber nicht. Sorry.
Davon abgesehen: ich habe noch keinen einzigen brauchbaren Ansatz gelesen, wie denn nun die eigentlichen Problemmenschen angesprochen werden sollen. Also wenn das Postulat aufgestellt wird: das ist nicht der richtige Ansatz - dann gebt doch mal was konkretes vor, wie die Polizei ihre Plakate umgestalten könnte um die (eurer Meinung nach [Lana, Heike, Verena]) richtige Gruppe an Menschen ganz gezielt und konkret anzusprechen, damit sich auch niemand sonst angegriffen oder unter falschen Verdacht gestellt fühlt.
Sich hinzustellen und zu schmollen "das ist so aber nicht richtig" reicht nicht. So lange es keine bessere Lösung gibt, ist das die beste und einzige Option.
Lana hat geschrieben: Mo 10. Nov 2025, 23:17nur weil Frauen als einziges Kriterium die Formel Mann = potentielle Bedrohung beigebracht wird.
Sorry, Frauen wird das nicht "beigebracht" - es wird erlebt. Am eigenen Leib, in aller Regel. Ein Leben lang.
Lana hat geschrieben: Mo 10. Nov 2025, 23:17
Und ja, vielleicht ist die Kampagne ja gar nicht für Kleinkleckersdorf gedacht und wir sollten einfach anerkennen, dass unsere jeweiligen Lebensrealitäten sich doch erheblich unterscheiden.
Auch hier wieder: warum dann also die Aufregung? Warum muss Heike dann überhaupt was dazu schreiben, wenn es doch in ihrer Lebensrealität keine Bedeutung hat und die Plakate in den Bussen der Region dann offensichtlich gar nicht aufgehängt werden? Ist doch alles prima, wenn Heike findet, dass das alles bei ihr im Ort kein Ding ist und die Damen alle so robust sind.
Alles was ich gerne hätte wäre, dass die prinzipielle Anerkennung und Offenheit dafür entsteht, dass
wenn ein solches Plakat im Bus hängt, es auch ernst genommen wird. Aber genau dieser Eindruck entwickelt sich hier halt leider nicht.
Lana hat geschrieben: Mo 10. Nov 2025, 23:17statt gemeinsam zu überlegen, ob es nicht bessere Möglichkeiten gäbe, das Ziel zu erreichen, dass Frauen mit weniger schlechten Gefühlen da draußen rumlaufen können.
Jaddy hat das nun oft genug aus diesen Plakaten zitiert, keine Ahnung was da noch passieren muss: da ist kein "Du musst", nicht mal ein "Du sollst", sondern nur "hey, denk doch mal darüber nach [das] zu tun anstelle von [das]". Das sind
Vorschläge, Angebote, Denkanstöße. Tut das denn irgendwem weh, sich über das eigene Verhalten Gedanken zu machen und das zu reflektieren?
Ich dachte auch immer, ich mach doch nix verkehrt. Und dann habe ich lernen müssen, dass auch ein vermeintlich unverdächtig "normales" Verhalten von anderen Menschen ganz anders interpretiert werden kann.
Anders: ich habe schon früh Kontakt zu körperbehinderten Menschen gehabt. Und nie gelernt, diesen Menschen abwertend oder dispektierlich zu begegnen. Im gleichen Atemzug war es vollkommen normal, sich unter den Klassenkameraden als "Spasti" zu beleidigen. Vollkommen dissonant, grotesk geradezu. Hat mich einige Jahre gekostet, bis ich diesen Irrsinn hinterfragen konnte und mein Vokabular ausgemistet habe. Ich habe diese Menschen nie als minderwertig oder beleidigendswert betrachtet, das ich aber dazu beitrage, dass es gesellschaftlich akzeptabel ist und bleibt, wenn ich so rede, das hat echt ne Weile gebraucht. Andere sind vielleicht schneller, manche verstehen es nie. Ich bin jedenfalls froh, das mir irgendwann mal aufgefallen ist, was für einen Scheiß ich da eigentlich rede. Und dann habe ich aufgehört damit. Und meine Söhne erziehe ich auch so. Weil: wir müssen unsere Fehler ja nicht auch tradieren, oder?