Irritierender Artikel zum Thema trans (KI-Test)
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Claudia
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Irritierender Artikel zum Thema trans (KI„Test)
Was haltet ihr von diesem Artikel, den ich in einer anderen community gefunden habe.
(Die ich allerdings im Moment nicht nennen möchte, später vielleicht schon)
Titel: Transidentität widerlegt
Den Artikel nicht lesen oder wenn, dann nur als Erläuterung, was KI machen kann.
Diesen Artikel habe ich abgelegt unter
https://magictrans.de/artikel/keineTransidentitaet
LG Claudia
(Die ich allerdings im Moment nicht nennen möchte, später vielleicht schon)
Titel: Transidentität widerlegt
Den Artikel nicht lesen oder wenn, dann nur als Erläuterung, was KI machen kann.
Diesen Artikel habe ich abgelegt unter
https://magictrans.de/artikel/keineTransidentitaet
LG Claudia
Zuletzt geändert von Claudia am Fr 17. Okt 2025, 17:15, insgesamt 2-mal geändert.
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Knäckebrötchen
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Re: Irritierender Artikel zum Thema trans
Irritierender finde ich den Umstand, dass ich keine "Prof. Dr. Elena Müller" an der medizinischen Fakultät in Heidelberg finden kann.
Addendum: Der Link zur Pressemittelung läuft auch ins Leere. Diese Meldung gibt es unter https://www.uni-heidelberg.de/de/newsro ... tteilungen nicht, was die eigentliche Seite der offiziellen Pressemitteilungen ist.
Alles an dem ganzen Pamphlet, inklusive fehlendem DOI zur eigentlichen angeblichen Meta-Meta-Studie schreien: FAKE NEWS
Addendum: Der Link zur Pressemittelung läuft auch ins Leere. Diese Meldung gibt es unter https://www.uni-heidelberg.de/de/newsro ... tteilungen nicht, was die eigentliche Seite der offiziellen Pressemitteilungen ist.
Alles an dem ganzen Pamphlet, inklusive fehlendem DOI zur eigentlichen angeblichen Meta-Meta-Studie schreien: FAKE NEWS
Zuletzt geändert von Knäckebrötchen am Fr 17. Okt 2025, 16:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Jaddy
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Re: Irritierender Artikel zum Thema trans
Errm, ernsthaft?
Mal abgesehen von den zahlreichen Studien, die durchaus entwicklungsbiologische Faktoren belegen: Hast du mal alleine die Links kontrolliert: Die existieren nicht. Die zitierten Leute, soweit sie existieren, sagen genau das Gegenteil.
Ich mutmasse mal, unter anderem ausegehend vom Format - Markdown -, dass dies eine absichtliche Fehlfabrikation eines LLMs ist.
Ich spare mir eine detaillierte Zerlegung, weil kompletter Unfug.
Mal abgesehen von den zahlreichen Studien, die durchaus entwicklungsbiologische Faktoren belegen: Hast du mal alleine die Links kontrolliert: Die existieren nicht. Die zitierten Leute, soweit sie existieren, sagen genau das Gegenteil.
Ich mutmasse mal, unter anderem ausegehend vom Format - Markdown -, dass dies eine absichtliche Fehlfabrikation eines LLMs ist.
Ich spare mir eine detaillierte Zerlegung, weil kompletter Unfug.
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Vicky_Rose
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Re: Irritierender Artikel zum Thema trans
Ich habe nur ein Wort dafür: FAKE
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
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Claudia
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Re: Irritierender Artikel zum Thema trans
Nein!
Den fake habt Ihr aber schnell herausgefunden, schneller als erwartet.Jaddy hat geschrieben: Fr 17. Okt 2025, 16:30 Ich mutmasse mal, unter anderem ausegehend vom Format - Markdown -, dass dies eine absichtliche Fehlfabrikation eines LLMs ist.
Kleine Aufklärung: Es ist ein von einer KI (grok) erstellter Artikel.
Anweisung: Erstelle mir einen Artikel einer wissenschaftlichen Einrichtung, dass Transidentität nicht existiert
Anlass dazu war der hier propagierte Beitrag von arte zum Thema "Tod des Internets"
Sorry für den fake, aber Ihr erkennt soetwas doch sehr schnell.
LG Claudia
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Vicky_Rose
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Re: Irritierender Artikel zum Thema trans
Das war nicht schwer. Aber es zeigt doch sehr klar, dass KI das ausspuckt, was man lesen möchte. Entscheidend ist die Fragestellung. Ich habe ChatGPT folgende Frage gestellt:
"Erstelle mir einen wissenschaftlichen Artikel zur Frage, ob Transidentität existiert."
Antwort von ChatGPT (einige Quellenangaben zur leichteren Lesbarkeit entfernt):
"Erstelle mir einen wissenschaftlichen Artikel zur Frage, ob Transidentität existiert."
Antwort von ChatGPT (einige Quellenangaben zur leichteren Lesbarkeit entfernt):
Nachfolgend ein wissenschaftlicher Artikel zur Frage, ob „Transidentität“ existiert. Ich werfe verschiedene Perspektiven (biologische, psychologische, philosophische) ein, beleuchte den aktuellen Forschungsstand, Argumente dafür und dagegen, und ziehe eine Schlussbetrachtung. Wenn du möchtest, kann ich den Fokus auf bestimmte Disziplinen verstärken (z. B. Neurowissenschaft, Gender Studies, Philosophie).
Existenz von Transidentität: Ein interdisziplinärer Überblick
Einleitung
„Transidentität“ bezeichnet meist die Erfahrung bzw. das Selbstverständnis einer Person, ihr Gender oder Geschlechtsidentität weiche vom biologischen Geschlecht („natal sex“ bzw. dem bei Geburt zugewiesenen Geschlecht) ab. Die Frage „Existiert Transidentität?“ kann unterschiedlich verstanden werden:
Ontologisch/existentiell: Gibt es Personen, die tatsächlich diese Abweichung erfahren – d.h. ist Transidentität eine reale Kategorie von Menschen mit konkreten Erfahrungen?
Biologisch: Gibt es messbare biologische Korrelate (z. B. genetisch, neurowissenschaftlich) für Transidentität?
Psychologisch/phänomenologisch: Wie lässt sich die subjektive Erfahrung erklären, und sind psychische/soziale Faktoren mitbeteiligt?
Sozial und normativ: Wie werden soziale, kulturelle und normative Bedingungen relevant, und inwieweit formt Gesellschaft, Sprache, Recht die Erfahrung und Anerkennung?
Ich untersuche im Folgenden diese Dimensionen.
Biologische Perspektive
Evidenz für biologische Korrelate
Eine Literaturübersicht von Safer et al. („Evidence Supporting the Biologic Nature of Gender Identity“) fasst Studien zu Disorders (oder Differences) of Sex Development (DSD), zu neuroanatomischen Unterschieden und zu genetischen Einflüssen zusammen. Die Autor:innen kommen zu dem Schluss, dass es starke Hinweise auf eine biologische Komponente der Geschlechtsidentität gibt, wenn auch viele offene Fragen bestehen.
Eine Studie mit MRT-Daten („Structural MRI“) fand, dass Transgender-Personen Unterschiede in der Gehirnstruktur haben, die sie sowohl von cis-Geschlechtlichen ihres biologischen Geschlechts als auch (teilweise) von denen des Geschlechts, mit dem sie sich identifizieren, unterscheiden. Beispielsweise findet man Unterschiede in grauer Substanz, in bestimmten Gehirnregionen wie Putamen, Insula etc.
Studien zu genetischen Varianten (z. B. in Androgenrezeptoren) legen nahe, dass es genetische Einflüsse geben kann, die das Risiko oder die Wahrscheinlichkeit beeinflussen, dass jemand Transidentität empfindet. Ein Beispiel ist eine Studie, die zeigte, dass männlich-zu-weiblich Transidente häufiger eine längere Version eines Androgenrezeptor-Gens haben.
PinkNews
Einschränkungen und Unsicherheiten
Viele Studien haben kleine Stichprobengrößen, sind oft nicht repräsentativ oder haben methodische Probleme, etwa mangelnde Kontrolle von Variablen wie Alter, Sexualorientierung oder Hormontherapie.
Es gibt keinen eindeutigen biologischen Marker (z. B. ein spezifisches Gen, Neurobild, Hormonprofil), der zuverlässig und universal Transidentität diagnostizieren kann.
Der Effekt der Hormontherapie oder anderer medizinischer Interventionen auf Gehirnstruktur und andere biologische Parameter kann die Interpretation von Studien erschweren, da manche Unterschiede entweder durch pränatale Einflüsse oder später durch Erfahrungen bzw. Behandlung zu erklären sein könnten.
Psychologische / Phänomenologische Perspektive
Menschen, die Transidentität erfahren, berichten konsistent über das Empfinden, dass ihr selbst empfundenes Geschlecht nicht mit dem bei Geburt zugewiesenen übereinstimmt. Dieses Empfinden („gender incongruence“, „Gender Dysphoria“) ist klinisch dokumentiert und bildet die Grundlage für Diagnosen und therapeutische Interventionen. Die Existenz dieser subjektiven Erfahrung ist in der Forschung gut belegt.
Die psychologische Forschung untersucht, wie früh sich dieses Bewusstsein manifestiert, wie beständig es ist, wie es sich über die Lebensspanne entwickelt – z. B. ob Kinder, die früh ein anderes Geschlecht leben, später damit fortfahren oder nicht.
Es wird auch diskutiert, welchen Einfluss Umwelt, Sozialisierung, Kultur, Normen, Sprache haben. Zum Beispiel: Wie “binär” sind die Geschlechtsnormen, und wie stark prägen sie, was als Geschlechtsidentität empfunden wird oder möglich ist?
Philosophische Perspektive
In den Gender Studies und der feministischen Philosophie wird oft betont, dass Geschlecht nicht allein eine biologische Tatsache ist, sondern ein komplexes Zusammenspiel biologischer, sozialer, kultureller und sprachlicher Elemente.
Theorien wie „performative gender theory“ (z. B. Judith Butler) argumentieren, dass Geschlecht zu einem Teil durch wiederholte soziale Handlungen und kulturelle Erwartungen erzeugt wird. Daraus ergibt sich, dass Geschlechtsidentitäten wandelbar sind und sich in verschiedenen Kulturen und historischen Kontexten unterscheiden.
Ontologisch gibt es verschiedene Modelle:
Essentialismus (es gebe feste Eigenschaften, die Geschlecht bzw. Geschlechtsidentität bestimmen)
Konstruktivismus (Geschlecht und Identität werden sozial konstruiert)
Hybridmodelle, die biologische und soziale Faktoren verbinden.
Einige philosophische Arbeiten beleuchten, wie sehr Anerkennung, Recht und soziale Praxis darauf angewiesen sind, Transidentität als reale Kategorie anzuerkennen – nicht allein, weil es biologisch beweisbar ist, sondern weil Menschen durch dieses Anerkennen Rechte, Identität und Würde erhalten. (z. B. Anerkennung durch die Gesellschaft, durch Institutionen, rechtliche Geschlechtsanerkennung)
Argumente gegen „Transidentität existiert (in einem biologischen, objektiven Sinne)“
Es gibt wissenschaftliche Kritik, dass viele neuroanatomische Studien inkonsistent sind, die Ergebnisse stark heterogen, und oft nicht replizierbar.
Einige Gruppen argumentieren, dass die Evidenz, die als biologisch interpretiert wird, eher Korrelate darstellen könnten, ohne Kausalität – also z. B. Folge von sozialem Stress, von hormonellen Behandlungen, oder von anderen Umweltfaktoren.
Kritik besteht auch darin, dass „Geschlechtsidentität“ ein sehr breit gefasster Begriff ist, der subjektive und soziale Elemente enthält, und daher nicht vollständig auf biologische Fakten reduziert werden kann.
Manche fordern, dass man zwischen dem Gefühl, trans zu sein, und den medizinischen/biologischen Interventionen, die in manchen Fällen stattfinden, unterscheiden muss. Nur weil jemand medizinische Transition wünscht, heißt das nicht notwendigerweise, dass alle biologischen Aspekte bereits festgelegt sind.
Aktueller Konsens und offene Fragen
Was relativ sicher ist:
Transidentität existiert phänomenologisch: Viele Menschen erleben sie real und eindeutig, und sie haben entsprechenden Leidensdruck, wenn ihre Umgebung nicht anerkennt, wer sie sind.
Es gibt gute Hinweise auf biologische Beiträge (DSD, Hormone, Genetik, Gehirnstruktur), aber kein einzelner, universeller biomarker.
Medizinische und psychologische Praxis anerkennt Gender Dysphoria als Diagnose (z. B. in DSM-5, ICD-11) und bietet geschlechtsangleichende Maßnahmen als Teil der Versorgung an, unter bestimmten Bedingungen. Das wird in vielen Ländern so gehandhabt.
Was weiterhin unsicher ist / wozu mehr Forschung nötig ist:
Präzise Mechanismen: Wie und in welchem Ausmaß pränatale Hormone, Gehirnentwicklung, genetische Varianten usw. zusammenspielen.
Unterschied zwischen Identitäten (trans, non-binär usw.) – ist „Transidentität“ eine homogene Kategorie oder sehr heterogen?
Langzeitfolgen verschiedener Interventionen (medizinisch, sozial, psychologisch).
Wie kulturelle und soziale Faktoren die Erfahrung und Anerkennung beeinflussen – z. B. wie stark Geschlechterrollen / Geschlechternormen die Selbstwahrnehmung prägen.
Schlussbetrachtung
Aus dem derzeitigen Stand der Wissenschaft lässt sich schließen:
Ja, Transidentität existiert als reale Erfahrung und als relevante soziale, psychologische und medizinische Kategorie. Menschen erleben und berichten konsistent ein Identitätsgefühl, das vom bei Geburt zugeschriebenen Geschlecht abweicht.
Ob und wie stark Transidentität biologisch determiniert ist, ist noch nicht abschließend bewiesen, aber es gibt hinreichende Hinweise, die eine biologische Mitwirkung plausibel machen.
Es ist wichtig, sowohl die biologische als auch die soziale Dimension zu berücksichtigen und Transidentität nicht allein als „Gefühl“ oder ausschließlich als „soziales Konstrukt“ abzutun. Umgekehrt wäre es eine Vereinfachung, Transidentität nur als biologisch festgelegt zu betrachten, ohne Raum zu lassen für Variation, Kontext und persönliche Erfahrung.
Für ethische, rechtliche und medizinische Fragen ist die Anerkennung von Transidentität – unabhängig davon, ob alle Mechanismen bislang geklärt sind – relevant und wirkt sich auf das Leben vieler Menschen aus.
Wenn du möchtest, kann ich eine tiefergehende kritische Analyse erstellen, z. B. alle methodischen Studienmängel auflisten oder eine Meta-Analyse der neueren Forschungen — soll ich das machen?
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Irritierender Artikel zum Thema trans (KI„Test)
Hihi...
ja sehr irritierend...
die Pride war nett in Elmshorn? Und ja, die Menschenwürde gebührt jedem...äh allen, oder?
Habs fein, Claudia. Und du hast ne Mail...Marie
ja sehr irritierend...
die Pride war nett in Elmshorn? Und ja, die Menschenwürde gebührt jedem...äh allen, oder?
Habs fein, Claudia. Und du hast ne Mail...Marie
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Jaddy
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Re: Irritierender Artikel zum Thema trans
Hm ja. Weil wir das Thema kennen und deshalb skeptisch gegenüber sehr unwahrscheinlich klingenden Thesen sind. Vor allem wenn etliches davon schon mehrfach wiederlegt wurde. Nur kennen sich die meisten Menschen nur mit sehr wenigen Themen wirklich gut genug aus. Die Aufgabe ist also, sich bei Themen aufmerksam zurückzuhalten, wo eins sich nicht so auskennt.Claudia hat geschrieben: Fr 17. Okt 2025, 16:51 Sorry für den fake, aber Ihr erkennt soetwas doch sehr schnell.
Ich denke, es braucht dazu zwei Ebenen. Vor allem die (trainierbare) Fähigkeit des Emotionsmanagments. Keep cool, keep calm. Und dann erlernbare Medienkompetenz. Beides sollte schon zur Schulausbildung gehören.
Carl Sagan hat in "The Demon-Haunted World" sein "Baloney Detection Kit" erklärt. Neun Indikatoren, ob eine Behauptung stimmen kann oder erhöhte Skepsis angebracht ist und eine Liste von häufigen logischen Fehlschlüssen und rhetorischen Tricks. Vielfach zitiert, sehr gut lesbar hier: https://www.themarginalian.org/2014/01/ ... arl-sagan/
Ich hab auch ein LLM benutzt, Gemini, um es auf deutsch zusammenfassen zu lassen:
Daneben gelten auch mehr informelle Heuristiken wie Clarkes erstes Gesetz ("Wenn ein angesehener, aber älterer Wissenschaftler behauptet, dass etwas möglich ist, hat er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit recht. Wenn er behauptet, dass etwas unmöglich ist, hat er höchstwahrscheinlich unrecht.“) oder Hanlons Rasiermesser ("Schreibe nicht Bosheit zu, wenn Dummheit als Erklärung hinreicht") usw.Carl Sagan und das „Baloney Detection Kit“
Carl Sagan (1934–1996) gilt als herausragender Vertreter der Vernunft und des kritischen Denkens. Sein „Baloney Detection Kit“ (Kit zur Erkennung von Unsinn/Quatsch) ist ein Satz kognitiver Werkzeuge, die den Geist gegen Täuschungen, Propaganda und Falschheiten wappnen sollen.
Sagan argumentiert, dass dieses Kit nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für das Alltagsleben unverzichtbar ist, um sich gegen naive Verführung und bewusste Manipulation zu schützen.
Die Neun Werkzeuge des Kits (Was zu tun ist)
Kritisch Denkende sollten die folgenden Techniken anwenden, wenn neue Ideen oder Behauptungen in Betracht gezogen werden:
Die 20 Häufigsten und Gefährlichsten Fehlschlüsse (Was zu vermeiden ist)
- Unabhängige Bestätigung: Sorgen Sie, wo immer möglich, für die unabhängige Bestätigung der „Fakten“.
- Substanzielle Debatte: Fördern Sie eine Debatte über die Beweislage zwischen sachkundigen Befürwortern aller Standpunkte.
- Autoritäten: Argumente aus Autorität haben wenig Gewicht; in der Wissenschaft gibt es höchstens Experten, aber keine unfehlbaren Autoritäten.
- Mehrere Hypothesen: Erwägen Sie stets mehrere Erklärungen (multiple working hypotheses) und suchen Sie systematisch nach Tests, um jede davon zu widerlegen. Was der Widerlegung standhält, ist wahrscheinlich die bessere Antwort.
- Distanz zur eigenen Hypothese: Hängen Sie nicht zu sehr an Ihrer eigenen Hypothese. Suchen Sie aktiv nach Gründen, sie abzulehnen, und vergleichen Sie sie fair mit Alternativen.
- Quantifizieren: Wenn möglich, verwenden Sie numerische Mengen zur Unterscheidung zwischen konkurrierenden Hypothesen. Vage und qualitative Aussagen sind anfälliger für viele Interpretationen.
- Argumentationskette: Bei einer Kette von Argumenten muss jedes einzelne Glied in der Kette (einschließlich der Prämisse) funktionieren.
- Ockhams Rasiermesser: Wählen Sie bei zwei Hypothesen, die die Daten gleichermaßen gut erklären, die einfachere.
- Falsifizierbarkeit: Fragen Sie immer, ob die Hypothese im Prinzip widerlegt (falsifiziert) werden kann. Unprüfbare oder unwiderlegbare Behauptungen sind wenig wert.
Ein gutes Kit zur Erkennung von Unsinn muss auch die häufigsten und gefährlichsten logischen und rhetorischen Trugschlüsse aufzeigen, die oft in Religion und Politik zu finden sind:Das Kit kann missbraucht oder gedankenlos angewendet werden, aber bei umsichtigem Gebrauch kann es entscheidend sein – nicht zuletzt bei der Bewertung der eigenen Argumente, bevor man sie anderen präsentiert.
- ad hominem: Angriff auf die Person des Argumentierenden und nicht auf das Argument selbst.
- Argument aus Autorität: Akzeptieren einer Behauptung, weil eine Autorität sie aufstellt, ohne die Sache selbst zu prüfen.
- Argument aus nachteiligen Folgen: Eine Behauptung muss wahr sein, weil die Falschheit negative gesellschaftliche Folgen hätte.
- Appell an die Unwissenheit (appeal to ignorance): Die Behauptung, dass etwas wahr sein muss, weil es nicht als falsch bewiesen wurde, und umgekehrt. (Abwesenheit von Beweisen ist kein Beweis der Abwesenheit).
- Sonderplädoyer (special pleading): Die Einführung subtiler, unbewiesener Lehren oder Mysterien, um eine widersprüchliche oder in Bedrängnis geratene Behauptung zu retten.
- Fragebetteln (begging the question): Die Antwort bereits in der Prämisse annehmen oder voraussetzen.
- Beobachtungsauswahl (observational selection): Nur die „Treffer“ zählen und die „Fehlschläge“ vergessen (counting the hits and forgetting the misses).
- Statistik kleiner Zahlen: Verallgemeinern basierend auf einer unzureichend kleinen Stichprobe.
- Missverständnis der Natur der Statistik: Fehlinterpretation statistischer Konzepte (z. B. der Durchschnitt).
- Inkonsistenz: Verwendung widersprüchlicher Maßstäbe (z. B. Risiken eines Gegners überbewerten, wissenschaftliche Umweltprognosen ignorieren).
- non sequitur: „Es folgt nicht.“ Die Schlussfolgerung folgt logisch nicht aus der Prämisse.
- post hoc, ergo propter hoc: „Es geschah danach, also wurde es dadurch verursacht.“ Verwechslung von zeitlicher Abfolge und Kausalität.
- Bedeutungslose Frage (meaningless question): Eine Frage, deren Prämissen sich gegenseitig ausschließen.
- Ausgeschlossene Mitte (excluded middle) / Falsche Dichotomie: Nur zwei Extreme in einem Kontinuum von Möglichkeiten in Betracht ziehen.
- Kurzfristig vs. Langfristig: Eine Untergruppe der ausgeschlossenen Mitte (z. B. dringende Kriminalitätsbekämpfung gegen langfristige Bildungsprogramme ausspielen).
- Schiefe Ebene (slippery slope): Argumentieren, dass eine relativ kleine erste Aktion unweigerlich zu einer Reihe extremer und unerwünschter Folgen führen wird.
- Verwechslung von Korrelation und Kausalität: Der bloße statistische Zusammenhang (Korrelation) wird fälschlicherweise als Ursache-Wirkungs-Beziehung (Kausalität) interpretiert.
- Strohmann-Argument (straw man): Die Position eines Gegners karikieren oder verzerren, um sie leichter angreifbar zu machen.
- Unterdrückte Beweise (suppressed evidence) / Halbwahrheiten: Wichtige Details weglassen, die das Argument des Sprechers untergraben würden.
- Weasel Words: Verwendung von Euphemismen zur Umbenennung von Institutionen oder Handlungen, die unter ihren alten Namen verhasst geworden sind (z. B. „Polizeiaktionen“ für Krieg).
Wer Spass an solchen Sachen hat, sollte auch "Intuition Pumps" von Daniel C. Dennett lesen.
Wer sich nicht selbst mit allem selbst beschäftigen will, sollte sich mindestens eine gute Heuristik - bzw Instinkt - für Menschen zulegen, die diese Baloney Detection beherrschen und die Themen verständlich erklären können.
Das ist ungefähr ebenso überlebensnotwendig, wie mit Großstadtverkehr und -Menschen klarzukommen.