Ansprechen von CD in der analytischen Gruppentherapie
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Süßwasserperle
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Ansprechen von CD in der analytischen Gruppentherapie
Hallo ihr Lieben,
zurzeit mache ich eine analytische Gruppentherapie mit begleitenden Einzelsitzungen. In der Gruppe sind Patienten mit ganz unterschiedlichen Problematiken. Gestern hat mich mein Psychologe darauf angesprochen, dass ich mein Crossdressing und die Frage der Geschlechtsidentität nicht nur in Einzelsitzungen, sondern auch in der Gruppensitzung ansprechen sollte. Das macht mir Angst. Ich befürchte, ich stehe dann vereinzelt und bloßgestellt dar.
Ich habe das Thema auch gestern im Forumschat angesprochen. Dabei hat mir eine Frau erzählt, sie habe in den 70ern eine schlechte Erfahrung gemacht. Sie habe den Vorwurf bekommen, sie habe die Sitzung „gekapert“. Andererseits kann man wohl annehmen, dass sich die Gesellschaft seitdem etwas weiter entwickelt hat.
Ich bitte euch, wenn ihr vergleichbare Situationen kennt, mich an euren Erfahrungen teilhaben zu lassen. Habt ihr euch dort geoutet und falls ja, was waren die Reaktionen?
Liebe Grüße
Süßwasserperle
zurzeit mache ich eine analytische Gruppentherapie mit begleitenden Einzelsitzungen. In der Gruppe sind Patienten mit ganz unterschiedlichen Problematiken. Gestern hat mich mein Psychologe darauf angesprochen, dass ich mein Crossdressing und die Frage der Geschlechtsidentität nicht nur in Einzelsitzungen, sondern auch in der Gruppensitzung ansprechen sollte. Das macht mir Angst. Ich befürchte, ich stehe dann vereinzelt und bloßgestellt dar.
Ich habe das Thema auch gestern im Forumschat angesprochen. Dabei hat mir eine Frau erzählt, sie habe in den 70ern eine schlechte Erfahrung gemacht. Sie habe den Vorwurf bekommen, sie habe die Sitzung „gekapert“. Andererseits kann man wohl annehmen, dass sich die Gesellschaft seitdem etwas weiter entwickelt hat.
Ich bitte euch, wenn ihr vergleichbare Situationen kennt, mich an euren Erfahrungen teilhaben zu lassen. Habt ihr euch dort geoutet und falls ja, was waren die Reaktionen?
Liebe Grüße
Süßwasserperle
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Jaddy
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Re: Ansprechen von CD in der analytischen Gruppentherapie
Wenn ich deinen Beitrag vom 22.9. sehe - "Mittlerweile bin ich mehr dafür, es zu genießen, anstatt irgendwelche Schuld bei mir selbst oder anderen zu suchen" - wäre meine erste Frage: Gehört das überhaupt zu deinem "Problemkomplex"? Gibt es einen Leidensdruck? Und welchen Beitrag könnten die anderen in der Gruppe wohl dazu leisten, die mutmasslich (statistisch) eher komplett cis sein dürften, bei denen also Gender eher kein Thema ist, sondern sie eher verwirrt?
Es nicht als Problem / Gruppenthema zu präsentieren, sondern eher als "is so und ist schön für mich" könnte auf der anderen Seite Menschen zu einem gelasseneren Umgang mit Genderthemen anregen. Jedenfalls wenn das für dich auch so entspannt ist.
Es nicht als Problem / Gruppenthema zu präsentieren, sondern eher als "is so und ist schön für mich" könnte auf der anderen Seite Menschen zu einem gelasseneren Umgang mit Genderthemen anregen. Jedenfalls wenn das für dich auch so entspannt ist.
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Claudia
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Re: Ansprechen von CD in der analytischen Gruppentherapie
Moin,
Nach einem Jahr Einzelsitzungen meinte meine Psychologin, es wäre gut und hilfreich für mich, meine in mir grummelden Fragen in einer Gruppe zu besprechen, mehr Offenheit zu wagen. Es war eine Gruppe mit Personen, die alle sehr unterschiedliche Probleme hatten. In den ersten Gruppensitzungen, in denen ich dabei war, hatte ich nichts von mir erzählt.
Meine Idee war dann, statt einfach nur zu sagen, was mich so beschäftigt, wäre es besser, das ein wenig konkreter zu machen. So bin ich dann in eine der Sitzungen einfach weiblich gekleidet gegangen. Für mich war das nicht leicht, so als Frau in der Öffentlichkeit war sehr neu und ungewohnt für mich. Das führte dann dazu, dass mein Problem, meine Fragen das einzige Thema dieser Sitzung waren. Es war schon eine spannende Sitzung, aber gegen Ende wurde mir von einem der Teilnehmer vorgeworfen, ich hätte durch mein Auftreten die Sitzung 'gekapert', mein 'Thema' wäre so dominant gewesen, dass die Fragen aller anderen nicht hätten besprochen werden können. Diesen Vorwurf habe ich aber dann zurückgewiesen, denn diese Dominanz entstand ja durch die Gruppe selbst, durch all die Fragen, die an mich gerichtet waren. Es hätte ja jeder ein anderes Thema einbringen können.
An dem üblichen Ausklang des Gruppenabends in einer Kneipe - für die Hamburger, es war 'frank & frei' - habe ich nicht teilgenommen. Mit soviel Öffentlichkeit war ich damals noch überfordert.
LG Claudia
Du kannst hier auch Namen nennen, wir sind ja doch weitgehend unter uns.Süßwasserperle hat geschrieben: Fr 26. Sep 2025, 07:47 Ich habe das Thema auch gestern im Forumschat angesprochen. Dabei hat mir eine Frau erzählt, sie habe in den 70ern eine schlechte Erfahrung gemacht. Sie habe den Vorwurf bekommen, sie habe die Sitzung „gekapert“. Andererseits kann man wohl annehmen, dass sich die Gesellschaft seitdem etwas weiter entwickelt hat.
Nach einem Jahr Einzelsitzungen meinte meine Psychologin, es wäre gut und hilfreich für mich, meine in mir grummelden Fragen in einer Gruppe zu besprechen, mehr Offenheit zu wagen. Es war eine Gruppe mit Personen, die alle sehr unterschiedliche Probleme hatten. In den ersten Gruppensitzungen, in denen ich dabei war, hatte ich nichts von mir erzählt.
Meine Idee war dann, statt einfach nur zu sagen, was mich so beschäftigt, wäre es besser, das ein wenig konkreter zu machen. So bin ich dann in eine der Sitzungen einfach weiblich gekleidet gegangen. Für mich war das nicht leicht, so als Frau in der Öffentlichkeit war sehr neu und ungewohnt für mich. Das führte dann dazu, dass mein Problem, meine Fragen das einzige Thema dieser Sitzung waren. Es war schon eine spannende Sitzung, aber gegen Ende wurde mir von einem der Teilnehmer vorgeworfen, ich hätte durch mein Auftreten die Sitzung 'gekapert', mein 'Thema' wäre so dominant gewesen, dass die Fragen aller anderen nicht hätten besprochen werden können. Diesen Vorwurf habe ich aber dann zurückgewiesen, denn diese Dominanz entstand ja durch die Gruppe selbst, durch all die Fragen, die an mich gerichtet waren. Es hätte ja jeder ein anderes Thema einbringen können.
An dem üblichen Ausklang des Gruppenabends in einer Kneipe - für die Hamburger, es war 'frank & frei' - habe ich nicht teilgenommen. Mit soviel Öffentlichkeit war ich damals noch überfordert.
LG Claudia
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Without excuses & without any masks to cover the truth of who you truly are.
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Lana
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Re: Ansprechen von CD in der analytischen Gruppentherapie
Liebe Claudia,
Bezüge zu dem, was im Chat geschrieben wurde, sollten grundsätzlich anonym bleiben oder ganz unterlassen werden.
Der Chat ist flüchtig, die Beiträge im Forum nicht. Die stehen auch nach Jahren noch da und so manche von uns äußert sich im Chat deshalb etwas freier als hier.
Der größere Teil des Forums ist außerdem öffentlich, kann also von Allen gelesen werden, egal ob Mitglied oder nicht.
Nix für ungut, aber es ist wichtig, Aussagen aus dem Chat nicht hier einzustellen ohne dass vorher geklärt wurde, ob das für alle Beteiligten in Ordnung ist. Im Prinzip genau wie bei Bildern. Die können auch nur dann veröffentlicht werden, wenn alle darauf erkennbaren Personen einverstanden sind.
LGL
Gehört zwar nicht zum Thema, aber an diese Stelle:Claudia hat geschrieben: Fr 26. Sep 2025, 11:25 Moin,
Du kannst hier auch Namen nennen, wir sind ja doch weitgehend unter uns.Süßwasserperle hat geschrieben: Fr 26. Sep 2025, 07:47 Ich habe das Thema auch gestern im Forumschat angesprochen. Dabei hat mir eine Frau erzählt...
Bezüge zu dem, was im Chat geschrieben wurde, sollten grundsätzlich anonym bleiben oder ganz unterlassen werden.
Der Chat ist flüchtig, die Beiträge im Forum nicht. Die stehen auch nach Jahren noch da und so manche von uns äußert sich im Chat deshalb etwas freier als hier.
Der größere Teil des Forums ist außerdem öffentlich, kann also von Allen gelesen werden, egal ob Mitglied oder nicht.
Nix für ungut, aber es ist wichtig, Aussagen aus dem Chat nicht hier einzustellen ohne dass vorher geklärt wurde, ob das für alle Beteiligten in Ordnung ist. Im Prinzip genau wie bei Bildern. Die können auch nur dann veröffentlicht werden, wenn alle darauf erkennbaren Personen einverstanden sind.
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Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
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Knäckebrötchen
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Re: Ansprechen von CD in der analytischen Gruppentherapie
Hey,
ich würde das ähnlich sehen wie Jaddy.
Wenn es um die Angst vor einer negativen Erfahrung wie bei Claudia geht, da würde ich das im Vorfeld halt mit dem Therapeuten besprechen - also Kontext, Tiefe und dergleichen. Immerhin ist es a) sein Vorschlag und b) seine Moderation der Gruppe. Das heißt, er hat auch Einfluss darauf, wie sehr "dein" Thema den Abend füllt/füllen soll.
Da wäre auch der Komplex Angst vor Bloßstellung richtig aufgehoben. Dieser Mensch kennt dich, kennt die Gruppe und sollte am ehesten einschätzen können, wie die Reaktionen sein könnten.
Ganz grundsätzlich finde ich Offenheit gut. Aber entweder sollte es zum Gruppenthema passen und relevant sein, oder gar kein Thema sein und einfach deine Art dein Leben zu gestalten. Ergibt das außerhalb meines Kopfes Sinn? Ich weiß grad nicht, ob ich mich verständlich (genug) formuliere. :/
ich würde das ähnlich sehen wie Jaddy.
Wenn es um die Angst vor einer negativen Erfahrung wie bei Claudia geht, da würde ich das im Vorfeld halt mit dem Therapeuten besprechen - also Kontext, Tiefe und dergleichen. Immerhin ist es a) sein Vorschlag und b) seine Moderation der Gruppe. Das heißt, er hat auch Einfluss darauf, wie sehr "dein" Thema den Abend füllt/füllen soll.
Da wäre auch der Komplex Angst vor Bloßstellung richtig aufgehoben. Dieser Mensch kennt dich, kennt die Gruppe und sollte am ehesten einschätzen können, wie die Reaktionen sein könnten.
Ganz grundsätzlich finde ich Offenheit gut. Aber entweder sollte es zum Gruppenthema passen und relevant sein, oder gar kein Thema sein und einfach deine Art dein Leben zu gestalten. Ergibt das außerhalb meines Kopfes Sinn? Ich weiß grad nicht, ob ich mich verständlich (genug) formuliere. :/
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Süßwasserperle
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Re: Ansprechen von CD in der analytischen Gruppentherapie
Erstmal danke für alle Antworten.
@Claudia und @Lana kurz zum off-topic Thema:
Ich habe ganz bewusst den Namen nicht genannt. Ich sehe den flüchtigen und Mitglieder-Chat auch als privater an, als diesen Teil des Forums.
Zur Frage, ob bei mir ein Leidensdruck vorliegt? Ja, ich denke schon. Ich habe mich lange dafür geschämt, auch wenn es in letzter Zeit deutlich besser geworden ist. Das ich mich in diesem Forum angemeldet habe, ist schon ein Fortschritt. In einigen Beiträgen in diesem Forum komme ich wohl auch gefestigter rüber, als ich mich tatsächlich fühle. Auch fühle ich mich durch das CD als weniger liebenswert im romantischen Wortsinne.
Aktuell tendiere ich dazu, es in der Gruppe auch Mal anzusprechen. Ich brauche dafür jedoch noch etwas „Wappnungszeit“.
Liebe Grüße
Süßwasserperle
@Claudia und @Lana kurz zum off-topic Thema:
Ich habe ganz bewusst den Namen nicht genannt. Ich sehe den flüchtigen und Mitglieder-Chat auch als privater an, als diesen Teil des Forums.
Zur Frage, ob bei mir ein Leidensdruck vorliegt? Ja, ich denke schon. Ich habe mich lange dafür geschämt, auch wenn es in letzter Zeit deutlich besser geworden ist. Das ich mich in diesem Forum angemeldet habe, ist schon ein Fortschritt. In einigen Beiträgen in diesem Forum komme ich wohl auch gefestigter rüber, als ich mich tatsächlich fühle. Auch fühle ich mich durch das CD als weniger liebenswert im romantischen Wortsinne.
Aktuell tendiere ich dazu, es in der Gruppe auch Mal anzusprechen. Ich brauche dafür jedoch noch etwas „Wappnungszeit“.
Liebe Grüße
Süßwasserperle
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Süßwasserperle
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Re: Ansprechen von CD in der analytischen Gruppentherapie
Hallo ihr Lieben,
heute ist „Coming Out Day“. Aus diesem Anlass überlege ich, ob ich mich in der nächsten Gruppensitzung oute. Vor nicht ganz zwei Wochen habe ich mich in einem anderen Forum mit dem folgenden Beitrag geoutet:
Was meint ihr?
Liebe Grüße
Süßwasserperle
heute ist „Coming Out Day“. Aus diesem Anlass überlege ich, ob ich mich in der nächsten Gruppensitzung oute. Vor nicht ganz zwei Wochen habe ich mich in einem anderen Forum mit dem folgenden Beitrag geoutet:
Auf den Text habe ich bisher nur positive Rückmeldungen erhalten und ihn auch schon in einer begleitenden Einzelsitzung mit der Therapeutin besprochen. Meine Idee ist es, ihn nun auch in der Gruppe vorzulesen.Hallo zusammen,
ich bin ja schon etwas länger hier und vor allem im Chat sehr aktiv. Ich will hier etwas über mich und meinem Benutzernamen schreiben.
Ich wollte auf jedem Fall anonym bleiben, da ich Stigmatisierung aufgrund meiner psychotischen Erkrankung fürchte und hier mit Betroffenen offen reden wollte. Auch mein langjähriges Internet Pseudonym, das ich unter anderem auf GitHub und Steam benutze, war mir zu heikel, da es auf meinen richtigen Namen zurückgeführt werden kann. Ich brauchte also einen neuen Namen.
Ich lerne als Hobby Japanisch auf Duolingo. Wenn man dort eine Lektion fehlerfrei abschließt, kommt manchmal der Spruch, „Du bist wie eine makellose Süßwasserperle“. So kam ich ursprünglich auf die Idee.
Süßwasserperlen im Gegensatz zu Salzwasserperlen erzielen niedrige Preise am Markt, da sie weniger „perfekt“ sind, gleichzeitig haben sie gerade durch ihre Individualität Liebhaber. Das finde ich poetisch.
Geschlechtlich wird der Name Süßwasserperle wohl eher als weiblich gelesen. Meine Geschlechtsidentität ist komplizierter. Ich bin „assigned male at birth“. Ich lebe und zeige mich überwiegend als Mann. In meiner Vorstellung sehe ich mich oft als Frau und im privaten trage ich gerne Frauenkleidung. Ich denke auch darüber nach, dauerhaft als Frau zu leben. Ich empfinde das als Bereicherung meiner Persönlichkeit. Wenn ihr von mir in der dritten Person redet, ist es mir egal, ob ihr „er“ oder „sie“ sagt, „es“ empfinde ich jedoch als Beleidigung. Romantisch und sexuell fühle ich mich zu femininen Menschen hingezogen.
Einmal bin ich im Chat gefragt worden, ob ich eine Frau oder ein Kerl sei. Ich empfinde die Frage als suggestiv, da sie ausschließlich zwei Kategorien vorschreibt, wollte jedoch damals nicht diskutieren und habe geschrieben, dass ich eine lesbische Frau sei. Für eventuelle Verwirrungen bitte ich um Entschuldigung.
Liebe Grüße
Süßwasserperle
Was meint ihr?
Liebe Grüße
Süßwasserperle
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triage
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Re: Ansprechen von CD in der analytischen Gruppentherapie
Wenn du dich sicher fühlst, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen. Gut verständlicher Text, ansprechend formuliert.
Insofern - go for it!
Insofern - go for it!
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Olgy
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Re: Ansprechen von CD in der analytischen Gruppentherapie
Hallo Süßwasserperle,
Ich hatte die gleiche Situation erlebt im Mai, als ich in der psychosomatische Klinik war. Das Identität habe ich nicht als Problem geschildert, sondern Problem ist, das ich mich ständig zurückziehen muss und meine Freiheit nicht habe, da die Gesellschaft und die Familie nicht bereit ist.
Erst hat es viel Erklärungsbedarf gebracht weil für die meisten Menschen das ein völlig unbekanntes Thema war, die Reaktionen an sich waren ausschließlich positiv.
Hauptsahe bleib offen umd beantworte alle Fragen, die kommen.
Danach habe ich einige male en feme oder hybrid gewesen. Und auch in der Freizeit konte ich allen meine andere Seite zeigen.
Das größte Gewinn: du kannst danach alle damit verbundenen Themen offen ansprechen.
Ich habe es nicht bereut un wünsche dir Mut den Schritt zu wagen, es kann nur besser werden.
Ich kann mir schwer vorstellen das die Gruppe dich nich so nimmt wie du bist. Und wenn ( was fast unmöglich ist), dann war das keine richtige Gruppe für dich. Aber es wird nicht passieren.
Sei du selbst, dein Identität ist keine Schande, die du verbergen muss.
Gruß
Olgy, die geoutete
Ich hatte die gleiche Situation erlebt im Mai, als ich in der psychosomatische Klinik war. Das Identität habe ich nicht als Problem geschildert, sondern Problem ist, das ich mich ständig zurückziehen muss und meine Freiheit nicht habe, da die Gesellschaft und die Familie nicht bereit ist.
Erst hat es viel Erklärungsbedarf gebracht weil für die meisten Menschen das ein völlig unbekanntes Thema war, die Reaktionen an sich waren ausschließlich positiv.
Hauptsahe bleib offen umd beantworte alle Fragen, die kommen.
Danach habe ich einige male en feme oder hybrid gewesen. Und auch in der Freizeit konte ich allen meine andere Seite zeigen.
Das größte Gewinn: du kannst danach alle damit verbundenen Themen offen ansprechen.
Ich habe es nicht bereut un wünsche dir Mut den Schritt zu wagen, es kann nur besser werden.
Ich kann mir schwer vorstellen das die Gruppe dich nich so nimmt wie du bist. Und wenn ( was fast unmöglich ist), dann war das keine richtige Gruppe für dich. Aber es wird nicht passieren.
Sei du selbst, dein Identität ist keine Schande, die du verbergen muss.
Gruß
Olgy, die geoutete
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Claudi a
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Re: Ansprechen von CD in der analytischen Gruppentherapie
Hallo,
es fällt mir nicht ganz leicht über meine Erfahrungen als crossdresser in einer analytischen gruppentherapie zu schreiben. Die Erfahrung war sehr ernüchternd .
Vielleicht war ich auch selber schuld?
Kurz die Rahmenbedingungen: ich war erste seit ein paar Sitzungen in der Gruppe. Eine klassische analytische gruppentherapie also fast keine Moderation durch den Therapeuten. Ich hatte auch aufgrund einer Ermutigung durch den Therapeuten in der Gruppe erzählt dass ich gerne frauenkleidung trage eine Teilnehmerin fragte ob ich dann auch einmal weiblich angezogen in die Gruppe kommen wollte. Ich antwortete eher ausweichend.
Ich fand aber das ist eine gute Gelegenheit.... Und kam zur nächsten gruppensitzung als Frau angezogen. Der Therapeut hat sehr heftig reagiert. Er wurde sehr laut und ärgerlich und meinte eine analytische Therapie sei nicht zum Handeln da sondern zum Reden über Gefühle. Er hatte das Gefühl ich würde die Gruppe missbrauchen eventuell um unterschwelliger sexuelle Fantasien zu befriedigen.
Ich versuchte nüchtern zu bleiben und erklärte dass ich das ja nicht hätte wissen können dass da ein Tabu in der Gruppe existiert ich hätte keine Kleidung zum Wechseln da da müssten wir wohl alle jetzt mit klarkommen. Das Thema wurde in dieser Sitzung drei bis viermal erörtert. Ich fühlte mich sehr ungerecht behandelt und auch persönlich angegriffen. Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen und sprach es deswegen immer wieder an. Er reagierte immer wieder heftig.
Zu Anfang der nächsten Sitzung sprach ich das Thema noch einmal an und forderte eine Entschuldigung von ihm. Die habe ich auch bekommen. Ich bin trotz dieses vorfalles jetzt seit ungefähr zwei Jahren Mitglied der Gruppe.
Der Gruppe ist das Thema relativ egal! Die meisten können einfach nichts damit anfangen. Von daher gab und gibt es wenig rückmeldung zu dem Thema und ich spreche es kaum noch an... Allerdings auch weil ich prinzipiell mit dem crossdressing keine Probleme habe. Die Reaktion des Therapeuten war die negativste Erfahrung die ich bisher als crossdresser gemacht habe.
Das Verhältnis zum Therapeuten ist natürlich beschädigt und immer wieder schwierig..... Es gibt aber auch längere Phasen wo ich mit ihm kein Problem habe.
Es ist halt eine ANALYTISCHE Therapie. Da passiert natürlich auch der ganze Scheiß mit Übertragung gegenübertragung vaterkomplex etc. etc.
Mein frühes Outing in der Gruppe und die unglückliche art wie es passierte hat wahrscheinlich die gruppentherapie für mich schwieriger gemacht als es sonst passiert wäre. Andererseits wächst man/frau an Schwierigkeiten? Es ist häufig ungemütlich aber ich habe reichlich Gelegenheit meine inneren Konflikte zu bearbeiten (hier würde ich eine süß-säuerliches Grinsen einfügen).
Fazit: vorher mit dem Therapeuten absprechen!!
...... Ich hoffe ich habe dir keine Angst gemacht.... So war halt meine Erfahrung. Ich finde dass es definitiv in der Gruppe bekannt sein sollte. Ob es als Problem besprochen werden sollte oder muss oder wird wird sich dann zeigen.
Liebe Grüße
Claudia
es fällt mir nicht ganz leicht über meine Erfahrungen als crossdresser in einer analytischen gruppentherapie zu schreiben. Die Erfahrung war sehr ernüchternd .
Vielleicht war ich auch selber schuld?
Kurz die Rahmenbedingungen: ich war erste seit ein paar Sitzungen in der Gruppe. Eine klassische analytische gruppentherapie also fast keine Moderation durch den Therapeuten. Ich hatte auch aufgrund einer Ermutigung durch den Therapeuten in der Gruppe erzählt dass ich gerne frauenkleidung trage eine Teilnehmerin fragte ob ich dann auch einmal weiblich angezogen in die Gruppe kommen wollte. Ich antwortete eher ausweichend.
Ich fand aber das ist eine gute Gelegenheit.... Und kam zur nächsten gruppensitzung als Frau angezogen. Der Therapeut hat sehr heftig reagiert. Er wurde sehr laut und ärgerlich und meinte eine analytische Therapie sei nicht zum Handeln da sondern zum Reden über Gefühle. Er hatte das Gefühl ich würde die Gruppe missbrauchen eventuell um unterschwelliger sexuelle Fantasien zu befriedigen.
Ich versuchte nüchtern zu bleiben und erklärte dass ich das ja nicht hätte wissen können dass da ein Tabu in der Gruppe existiert ich hätte keine Kleidung zum Wechseln da da müssten wir wohl alle jetzt mit klarkommen. Das Thema wurde in dieser Sitzung drei bis viermal erörtert. Ich fühlte mich sehr ungerecht behandelt und auch persönlich angegriffen. Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen und sprach es deswegen immer wieder an. Er reagierte immer wieder heftig.
Zu Anfang der nächsten Sitzung sprach ich das Thema noch einmal an und forderte eine Entschuldigung von ihm. Die habe ich auch bekommen. Ich bin trotz dieses vorfalles jetzt seit ungefähr zwei Jahren Mitglied der Gruppe.
Der Gruppe ist das Thema relativ egal! Die meisten können einfach nichts damit anfangen. Von daher gab und gibt es wenig rückmeldung zu dem Thema und ich spreche es kaum noch an... Allerdings auch weil ich prinzipiell mit dem crossdressing keine Probleme habe. Die Reaktion des Therapeuten war die negativste Erfahrung die ich bisher als crossdresser gemacht habe.
Das Verhältnis zum Therapeuten ist natürlich beschädigt und immer wieder schwierig..... Es gibt aber auch längere Phasen wo ich mit ihm kein Problem habe.
Es ist halt eine ANALYTISCHE Therapie. Da passiert natürlich auch der ganze Scheiß mit Übertragung gegenübertragung vaterkomplex etc. etc.
Mein frühes Outing in der Gruppe und die unglückliche art wie es passierte hat wahrscheinlich die gruppentherapie für mich schwieriger gemacht als es sonst passiert wäre. Andererseits wächst man/frau an Schwierigkeiten? Es ist häufig ungemütlich aber ich habe reichlich Gelegenheit meine inneren Konflikte zu bearbeiten (hier würde ich eine süß-säuerliches Grinsen einfügen).
Fazit: vorher mit dem Therapeuten absprechen!!
...... Ich hoffe ich habe dir keine Angst gemacht.... So war halt meine Erfahrung. Ich finde dass es definitiv in der Gruppe bekannt sein sollte. Ob es als Problem besprochen werden sollte oder muss oder wird wird sich dann zeigen.
Liebe Grüße
Claudia
"Ich könnte nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde" Nietzsche
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Re: Ansprechen von CD in der analytischen Gruppentherapie
Hallo Claudia, es tut mir weh so was zu lesen. Ich würde diesen Therapeuten als inkompetent einstufen. Ich habe auch vor Outing mit der Therapeutin darüber gesprochen, sie meinte es steht jedem frei, welche Kleidung er/sie trägt und wer damit ein Problem hat, muss es annehmen und damit klar kommen.
Wärend der Klinik Aufenthalt habe ich insgesamt mit 5 TherapeutInen darüber gesprochen, teilweise auch überraschend en feme, niemand hat irgendwelche Bedenken geäußert und immer motivierenden gehandelt.
Ich hatte wahrscheinlich großes Glück.
Gruß
Olgy
Wärend der Klinik Aufenthalt habe ich insgesamt mit 5 TherapeutInen darüber gesprochen, teilweise auch überraschend en feme, niemand hat irgendwelche Bedenken geäußert und immer motivierenden gehandelt.
Ich hatte wahrscheinlich großes Glück.
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Re: Ansprechen von CD in der analytischen Gruppentherapie
Hallo Süßwasserperle,
Ich bin gespannt ob du dich in der Gruppe geoutet hast und wenn ja, wie es verlaufen ist.
Gruß
Olgy
Ich bin gespannt ob du dich in der Gruppe geoutet hast und wenn ja, wie es verlaufen ist.
Gruß
Olgy
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Re: Ansprechen von CD in der analytischen Gruppentherapie
@Claudi a: Es tut mir leid, dass du in einem Umfeld, das eigentlich ein Sicherheitsraum sein sollte, eine solche Verletzung erlitten hast.
Ich habe mich heute getraut, das CD in der Gruppentherapie anzusprechen. Anstatt den obigen Text vorzulesen, habe ich in freier Rede geredet. Interessanter Weise hat sich schnell eine Mitpatientin, deren Mann auch ein CD ist, eingeschaltet. Nicht so schön fand ich eine andere Mitpatientin, die wiederholt von „verkleiden“ geredet hat, was für mich nicht stimmig ist, da musste ich sie mit Unterstützung der Therapeutin korrigieren. Ansonsten gab es nur positive Rückmeldungen, inklusive Dank für den Mut und einen verspäteten Teilnehmer, der herein kam und sagte „Was für ein cooles Thema!“.
Insgesamt bin ich erleichtert, dass dieser Anteil von mir in der Gruppe nicht länger versteckt sein muss und positiv aufgenommen wurde.
Liebe Grüße
Süßwasserperle
Ich habe mich heute getraut, das CD in der Gruppentherapie anzusprechen. Anstatt den obigen Text vorzulesen, habe ich in freier Rede geredet. Interessanter Weise hat sich schnell eine Mitpatientin, deren Mann auch ein CD ist, eingeschaltet. Nicht so schön fand ich eine andere Mitpatientin, die wiederholt von „verkleiden“ geredet hat, was für mich nicht stimmig ist, da musste ich sie mit Unterstützung der Therapeutin korrigieren. Ansonsten gab es nur positive Rückmeldungen, inklusive Dank für den Mut und einen verspäteten Teilnehmer, der herein kam und sagte „Was für ein cooles Thema!“.
Insgesamt bin ich erleichtert, dass dieser Anteil von mir in der Gruppe nicht länger versteckt sein muss und positiv aufgenommen wurde.
Liebe Grüße
Süßwasserperle
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Re: Ansprechen von CD in der analytischen Gruppentherapie
Hallo Süßwasserperle,
das ist sehr gut und ein Grund zu feiern!
Ein Stückchen mehr Offenheit und Wahrhaftigkeit dir selbst gegenüber.
Deinen Text aus dem Chat finde ich übrigens prima.
Liebe Grüße
Franzi
das ist sehr gut und ein Grund zu feiern!
Ein Stückchen mehr Offenheit und Wahrhaftigkeit dir selbst gegenüber.
Deinen Text aus dem Chat finde ich übrigens prima.
Liebe Grüße
Franzi