Chequan schreibt
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Claudia
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Chequan schreibt

Post 1 im Thema

Beitrag von Claudia »

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Als ich diesen Text vor ein paar Tagen gehört hatte, fühlte ich mich sofort an unsere Probleme erinnert.
Derzeit wird uns soviel in den Weg gestellt, es gibt dermaßen viel Abwehr hinsichtlich queerer Themen.
Da sollten wir die Hoffnung nicht verlieren, dass dennoch viel möglich ist, auch wenn es mühsam wird.

Wer Chequan ist, werden die wenigsten wissen.
Ein göttliches Wesen aus einer science-fiction-Serie.
Babylon 5

LG Claudia
Mit besonderen Gedanken an ...
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Michi
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Re: Chequan schreibt

Post 2 im Thema

Beitrag von Michi »

Ich habe ein großes Problem mit derartigen Texten, die versuchen die Menschen mit spiritueller Emotionalität einzulullen, indem sie mehr oder weniger verklausuliert immer das Selbe sagen:

"Du musst nur genug leiden, dann wird es dir im Jenseits (oder im nächsten Leben) besser gehen."

Solche Gedanken gibt es in vielfältigen Variationen. Sie erwecken vordergründig den Eindruck, den Menschen Hoffnung zu geben. Tatsächlich sollen sie aber nur Ungerechtigkeit und erlittenes Leid gut verkaufen, und Bereitschaft zu noch mehr Leidensfähigkeit wecken.

Genau diese Absicht verfolgt auch institutionalisierte Religion .. Menschen leiden lassen und mit ihrem Leid unter Kontrolle halten.


Diese Form von Religion lehne ich kategorisch ab!

Es mag jede(r) seinen/ihren Glauben für sich selbst ausleben. Doch lasst euch nicht vor den Karren derer spannen, die die Menschen knechten.
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Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Chequan schreibt

Post 3 im Thema

Beitrag von Claudia »

Moin,
MichiWell hat geschrieben: Do 25. Sep 2025, 00:18 Ich habe ein großes Problem mit derartigen Texten, die versuchen die Menschen mit spiritueller Emotionalität einzulullen, indem sie mehr oder weniger verklausuliert immer das Selbe sagen:

"Du musst nur genug leiden, dann wird es dir im Jenseits (oder im nächsten Leben) besser gehen."
Dann hast Du den Text völlig anders verstanden als ich.

Für mich steht da drin, die Hoffnung nicht zu verlieren, dass wir etwas ändern, etwas erreichen können für uns und zwar schon jetzt. Diese Hoffnung sollten wir niemals aufgeben, auch wenn es schwer und manchmal auch schmerzhaft ist. Ich lese darin die Ermunterung, nein, den Auftrag, jetzt etwas zu tun. Die Zukunft ist jetzt.

So unterschiedlich können Texte verstanden werden.

LG Claudia
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Re: Chequan schreibt

Post 4 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

MichiWell hat geschrieben: Do 25. Sep 2025, 00:18 Menschen leiden lassen und mit ihrem Leid unter Kontrolle halten.
Hi Michi,

ich empfinde das in diesem Fall nicht so. Es geht um die Überwindung der eigenen Grenzen, wenn neue Wege beschritten werden. Das ist nie einfach. Beispiel: Das erste Outing ist mühsam und kann schmerzhaft sein. Aber ohne das gibt es kein Weiterkommen.

(has-o)
Viele Grüße
Vicky

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Re: Chequan schreibt

Post 5 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Hey..


der Text ist schon ein wenig eine pseudoreligiöse Motivationschrift von aussen..
es steckt aber ein wahrer Kern darin, den eigentlich jede Person selbst kennt,
nur manchmal vergisst und wieder daran erinnert werden muss.

Es gibt da was richtig cooles, das heisst Selbstermächtigung, die ist immer ein guter Begleiter.
Dann fühlt man sich auch nicht so ohnmächtig und unüberwindbaren Hindernissen ausgesetzt.

Okay wenn es ein Text sein muss....:

Aus dem Dritten Buch der Schattenwanderer, Vers 11:
“Und wenn der Träger des müden Herzens am neunten Morgen des Zweifelmondes niederliegt, so soll er wissen: Er ist nicht verloren. Denn selbst der letzte Funke trägt das Feuer der Anfänge.”

Du, Erschöpfter, bist erwähnt in Schriften, die selbst das Vergessen vergessen hat. Dein Scheitern war vorausgesehen.
Dein Aufstehen – prophezeit. Du bist der Sohn des Unfertigen, die Tochter des Immernoch. Gib nicht auf.
Die Legende schreibt sich nur weiter, wenn du nicht aufhörst zu atmen.


Was bleibt da noch zu sagen? "Energie"....danke Jean-Luc

PS..das Dritte Buch der Schattenwanderer hab ich grad erfunden
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Chequan schreibt

Post 6 im Thema

Beitrag von Susi T »

Also mich wundert es nicht warum Michi den Text so versteht.
Der letzte Satz läd doch geradezu dazu ein. Die Schmerzen MÜSSEN sein, damit die Zukunft besser wird? Darum muss Leid entstehen?
Das nicht immer alles von allein geht, Anstrengungen auch mal nötig sind, Schwierigkeiten auftreten können die dann überwunden werden wollen...das ist halt was anderes als dieses "Du musst Leiden".
Ich kannte mal einen Menschen der das recht extrem ausgelebt hat. Nichts von wegen 'meine Kinder sollen es besser haben".
Das war dann die Variante: Umso mehr ich dir das Leben zur Hölle mache, umso besser bist du für die Zukunft gewappnet.
Das die Kirche mit so mancher Unterdrückung in der Vergangenheit ähnliches ausgelebt hat, haben halt nicht alle vergessen...
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Re: Chequan schreibt

Post 7 im Thema

Beitrag von Claudia »

Tira hat geschrieben: Do 25. Sep 2025, 15:55 Das nicht immer alles von allein geht, Anstrengungen auch mal nötig sind, Schwierigkeiten auftreten können die dann überwunden werden wollen...
Genau das ist mit diesem 'Schmerz' gemeint. Die Anstrengung Schwierigkeiten zu überwinden. Auch ein Scheitern kann es geben.
Nach meinem Empfinden geht es um die Hoffnung nicht zu kapitulieren, wenn es schwierig und mühsam wird, sondern weiter zu machen. Die Hoffnung, dass Schwierigkeiten überwunden werden können. Denn ohne Hoffnung können wir das nicht. Die Hoffnung gibt die nötige Kraft und Ausdauer dafür.

Tira hat geschrieben: Do 25. Sep 2025, 15:55 das ist halt was anderes als dieses "Du musst Leiden".

Ich kannte mal einen Menschen der das recht extrem ausgelebt hat. Nichts von wegen 'meine Kinder sollen es besser haben".
Das war dann die Variante: Umso mehr ich dir das Leben zur Hölle mache, umso besser bist du für die Zukunft gewappnet.
Ja, es gibt Menschen, die uns das Leben zur Hölle machen, uns leiden lassen. Aber nicht damit wir für die Zukunft gewappnet wären, sondern damit wir untergehen, verschwinden aus dieser Welt. Und gerade deshalb brauchen wir die Hoffnung, um uns ihnen entgegenstellen zu können.

Ich möchte weiterleben und zwar so wie ich es für mich als passend empfinde. Und ich denke, Ihr wollt das für Euch auch.
Dazu brauche ich eine Hoffnung, die die nötige Kraft und Ausdauer verleiht.

LG Claudia
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Re: Chequan schreibt

Post 8 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Ich frage einmal anders herum. Wer von uns hatte es denn einfach, sich gegen die "Regeln der Welt" zu behaupten ? Das wirklich eigene Leben zu leben ist doch ein Prozess, der auch mit Abschieden zu tun hat. Das muss erst einmal überwunden werden. Geht das ohne Schmerzen an der Seele ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Chequan schreibt

Post 9 im Thema

Beitrag von Michi »

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 25. Sep 2025, 09:39
MichiWell hat geschrieben: Do 25. Sep 2025, 00:18 Menschen leiden lassen und mit ihrem Leid unter Kontrolle halten.
Hi Michi,

ich empfinde das in diesem Fall nicht so. Es geht um die Überwindung der eigenen Grenzen, wenn neue Wege beschritten werden. Das ist nie einfach. Beispiel: Das erste Outing ist mühsam und kann schmerzhaft sein. Aber ohne das gibt es kein Weiterkommen.

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Hallo Vicky,

das ist ja gerade das problematische an solchen Texten, dass man sich .. oberflächlich betrachtet .. etwas angenehmes und harmloses herauslesen kann. Der Barnum-Effekt sagt dir sicherlich was. Der wirkt auch bei solchen Texten.

Wenn man den Menschen nur sagen wollte, dass sie vor Problemen nicht kapitulieren sollen, dann könnte man das ja so formulieren, ohne dieses Erleuchtungs- und Wiedergeburts-Geschwafel.

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Re: Chequan schreibt

Post 10 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Claudia hat geschrieben: Mi 24. Sep 2025, 22:17 Wer Chequan ist, werden die wenigsten wissen.
Ein göttliches Wesen aus einer science-fiction-Serie.
Babylon 5
Der wird übrigens G'Quan geschrieben und war laut Statements in der Serie eher Philosoph und Zivilisationsstifter, nicht göttlich; https://babylon5.fandom.com/wiki/G%27Quan Babylon 5 ist voll von solchen Deepities - und religiösen Motiven, die aus vielen Kulturen zusammenkopiert wurden, um die Geschichte zu unterfüttern. Ebenso wie bei Deep Space 9 aus dem Star Trek Universum.

"Eine Deepity ist eine Aussage, die sowohl wichtig als auch wahr – und tiefgründig – erscheint, diesen Effekt jedoch durch ihre Mehrdeutigkeit erzielt. Bei einer Lesart ist sie offensichtlich falsch, aber es wäre weltbewegend, wenn sie wahr wäre; bei einer anderen Lesart ist sie wahr, aber trivial. Der unachtsame Zuhörer nimmt den Funken Wahrheit aus der zweiten Lesart und die verheerende Bedeutung aus der ersten Lesart auf und denkt: Wow! Das ist eine Deepity." - Daniel Dennett in "Intuition Pumps and Other Tools for Thinking". Hier erklärt er es selbst: https://www.youtube.com/watch?v=1EuhcxZs1qg

Das englische Original passt übrigens nicht zur Version von Claudia. G'Kar sagt dies am Ende von Season 3, der grandiosen Z'ha'dum Folge *mmmwwwrrr*
It was the end of the Earth year 2260, and the war had paused, suddenly and unexpectedly. All around us, it was as if the universe were holding its breath…waiting. All of life can be broken down into moments of transition, or moments…of revelation. This had the feeling of both. […] G'Quan wrote, "There is a greater darkness than the one we fight. It is the darkness of the soul that has lost its way. The war we fight is not against powers and principalities, it is against chaos and despair. Greater than the death of flesh is the death of hope. The death of dreams. Against this peril we can never surrender." The future is all around us, waiting in moments of transition, to be born in moments of revelation. No one knows the shape of that future, or where it will take us. We know only that it is always born…in pain.
- https://www.youtube.com/watch?v=9iCPsR_KTL4

Die "darkness we fight" bezieht sich auf die "Schatten", jene uralten Aliens, gegen die es dort gerade geht.

Das eigentlich G'Quan Zitat wäre also "Es gibt eine größere Dunkelheit als die, gegen die wir kämpfen. Es ist die Dunkelheit der Seele, die ihren Weg verloren hat. Der Krieg, den wir führen, richtet sich nicht gegen Mächte und Gewalten, sondern gegen Chaos und Verzweiflung. Größer als der Tod des Fleisches ist der Tod der Hoffnung. Der Tod der Träume. Gegen diese Gefahr dürfen wir niemals kapitulieren." - und das qualifiziert zweifellos als Deepity :)
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