Ein Mathematiker würde jetzt versuchen, drei Negativerlebnisse an einem Tag mit Wahrscheinlichkeitsrechnung und Warteschlangentheorie zu erklären. Das hilft hier aber nicht weiter.
Meiner Meinung nach ist die Diskussion zu sehr auf Kleidung fixiert. Ich denke, man muss das "Gesamtkunstwerk" (im Wagnerschen Sinne) betrachten:
- Kleidung: Wenn die getragene Kleidung genau Violettas Stil ist, kann das auch sehr authentisch aussehen. Ich war allerdings zu Anfang meiner "Karriere" auch mit Kleidung unterwegs, die nicht mein Stil war. Man braucht einige Zeit, seinen Stil zu finden.
- Körperliche Mängel (im Sinne von Passingmängeln): Was sich nicht ändern lässt, kritisiere ich nicht, und zu medizinischen Maßnahmen möchte ich niemanden drängen, da diese auch Nachteile und irreversible Wirkungen haben.
- Make-Up: Was auf einem Foto super aussieht, kann in natura viel zu viel sein. Oftmals gilt "Weniger ist mehr". Kann ich hier nicht beurteilen.
- Gestik und Bewegungsablauf: Können wir auch nicht beurteilen, wenn wir nicht dabei waren.
- Selbstsicherheit: Wer selbstbewusst seines Weges geht, wirkt viel authentischer als wer unsicher um die Ecken schleicht.
Ich war an dem Tag nicht dabei, aber ich vermute, der letzte Punkt "Selbstsicherheit" war der Entscheidende dafür, dass gleich drei Negativerlebnisse aufeinander trafen. Nach dem ersten Negativerlebnis war Violettas Selbstbewusstsein so weit angeknackst, dass man es ihr ansah und sie für die Pöbler das ideale Opfer war. Gepöbelt wird eher über diejenigen, die Schwäche zeigen. Und, Violetta, was folgt daraus für dich? Negativerlebnis zwei und drei waren direkte Folge des ersten Erlebnisses, und zumindest diese beiden Negativerlebnisse kannst du mMn. besten Gewissens abhaken und vergessen.
Was ich bei solchen Erlebnissen mache, ist, so zu tun, als sei ich nicht angesprochen. Ob das die beste Methode ist, sei dahingestellt.
Einen Tipp habe ich noch, was man präventiv machen kann: Freundlich Grüßen!
Gerade Randgruppen wie Obdachlose oder schlecht integrierte Ausländer freuen sich übern ein paar freundliche Worte,. Das funktioniert aber nur vorbeugend vor einem Erlebnis, eventuell länger vor einer potentiellen Situation, so dass man sich vom sehen her kennt, und es ist auch kein Allheilmittel.