Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit
Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit - # 9

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Lavendellöwin
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 121 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Mo 28. Jul 2025, 14:17 @Marie: so true. Kleidung ist für die innere Befindlichkeit zu Beginn sicher wichtig, sollte aber nicht die treibende Kraft hinter einer Transition sein. Trotzdem ist Kleidung eines der ersten Signale, die von anderen registriert werden. Und auffällig lädt zu genauerem Hinsehen ein, was die Unstimmigkeiten nicht stärker ins Bewusstsein rückt.
hey..danke für deine Antwort..

du meintest "die Unstimmigkeiten noch stärker.." oder?
Schöne Kleidung in der man sich wohlfühlt, lehne ich ja auch nicht ab, aber das ist kein Event (mehr) für mich.
Deswegen bewerte ich auch keine Fotos hier, oder selten..ich laufe ja auch nicht mit Wertungsschildern durch die Gegend.
Und oft weiss ich einfach nicht, was ich da bewerten sollte..

Puh..

wir waren gestern Abend auf dem Konzert von Lea und ich war einfach nur schlagartig traurig, weil sie so sehr feminin war,
so süss auch angezogen, wie ich es niemals können werde, auch nicht mit sämtlichen OPs der Welt im dem Themenkreis.
Weisst du, wie bedeutungslos da Kleidung oder Makeup sind und werden?
Ich war wochenlang völlig fertig nachdem ich "Die Haut, in der ich wohne" von Almodóvar gesehen hatte...


Sind wir ehrlich, der Geschlechtsdismorphismus ist auch beim Menschen nicht die Kleidung, richtig?

Und Kleidung find ich hier einfach viel zu überbewertet..aber ich bin jetzt raus und befürchte eh, das das nur die
wenigsten nachfühlen..

habt es fein, Marie
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Lina
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 122 im Thema

Beitrag von Lina »

Ich glaube nicht dass die Kleidung ÜBERbewertet ist, sondern nur irgendwie falsch bewertet. Die Kleidung ist wichtig als Aussage, aber anders als manche glauben.
Knäckebrötchen
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 123 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Lavendellöwin hat geschrieben: Mo 28. Jul 2025, 14:51

du meintest "die Unstimmigkeiten noch stärker.." oder?
Schöne Kleidung in der man sich wohlfühlt, lehne ich ja auch nicht ab, aber das ist kein Event (mehr) für mich.

wir waren gestern Abend auf dem Konzert von Lea und ich war einfach nur schlagartig traurig, weil sie so sehr feminin war,
so süss auch angezogen, wie ich es niemals können werde, auch nicht mit sämtlichen OPs der Welt im dem Themenkreis.
Weisst du, wie bedeutungslos da Kleidung oder Makeup sind und werden?
Ich war wochenlang völlig fertig nachdem ich "Die Haut, in der ich wohne" von Almodóvar gesehen hatte...

Sind wir ehrlich, der Geschlechtsdismorphismus ist auch beim Menschen nicht die Kleidung, richtig?

Und Kleidung find ich hier einfach viel zu überbewertet..aber ich bin jetzt raus und befürchte eh, das das nur die
wenigsten nachfühlen..

habt es fein, Marie
Hey, Marie,

ich glaube, du wärst überrascht, wie sehr ich dich fühle.

Was glaubst du, ich liege hier auf Kreta am Strand... Und auch wenn das ein sehr erholsamer Urlaub ist, ist die Zeit hier gleichzeitig die absolute Hölle. Und da muss ich nicht mal nur auf die jungen Frauen schauen, auch die Frauen in meinem Alter... Da gibt es Momente, in denen ich einfach auf mein Zimmer rennen und heulen möchte, weil mir bewusst wird, dass ich dieses Leben, diese Jugend und diese ganze Erfahrung nie haben konnte. Und das alles nur, weil mein Körper von Anfang an nicht der richtige war.

Im Grunde ist es mir relativ egal was ich an hab. Ja, feminine Kleidung hilft dabei, das äußere Bild mit dem inneren stärker in Einklang zu bringen - insofern ist Kleidung nicht ganz irrelevant. Aber sie definiert mich nicht. Sie kann Teil meiner Kommunikation sein, muss aber auch nicht.

Und ja, ich stimme dir zu, der Geschlechtsdimorphismus ist nicht Kleidung. Die hat und wird sich je nach Zeitgeist verändern. Für mich ist das eine rein körperlich-seelische Dimension. Darum sind mir die Hormone so wichtig, darum ist mir die GaOP so wichtig und alles andere, was ich noch tun kann.

Du bist nicht allein mit deinem Schmerz, Marie. :cry:

Ahso und ja, ich hatte meinen Beitrag an der Stelle aber korrigiert, dachte ich :oops:
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 124 im Thema

Beitrag von HeikeCD »

Lina hat geschrieben: Mo 28. Jul 2025, 16:48 Ich glaube nicht dass die Kleidung ÜBERbewertet ist, sondern nur irgendwie falsch bewertet. Die Kleidung ist wichtig als Aussage, aber anders als manche glauben.
Genau. Und als jemand die "nur" als TzF unterwegs ist, ist Kleidung, Make-up, Gestik usw. aber das Mittel um mein Innerstes nach außen zu tragen. Was anderes bleibt mir ja gar nicht übrig. Die Gefühle/Empfindungen sieht ja niemand. Es sei denn ich trage auch außerhalb ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Ich fühle mich weiblich". :wink: Und weitergehende Maßnahmen möchte ich nun mal nicht...mehr.

LG Heike
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 125 im Thema

Beitrag von Lana »

HeikeCD hat geschrieben: Mo 28. Jul 2025, 18:00 Die Gefühle/Empfindungen sieht ja niemand
Das, liebe Heike, glaube ich nicht. Man sieht Menschen auch von außen an, wie es ihnen geht, wie sie sich fühlen.

Wahrscheinlich könnte ich dir nicht ansehen, wenn du dich "weiblich" fühlst, weil ich nicht weiß, was das sein soll.

Aber ich glaube, dass ich bei einer persönlichen Begegnung spüren kann, ob du mit dir im Reinen bist, in dir ruhst, eine stimmige Gesamterscheinung hast oder ob du nur versuchst, eine Rolle zu spielen, etwas vortäuschen, das du nicht wirklich bist.
Und nein, Kleidung ist dabei nicht entscheidend.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 126 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Lana hat geschrieben: Mo 28. Jul 2025, 19:00 Aber ich glaube, dass ich bei einer persönlichen Begegnung spüren kann, ob du mit dir im Reinen bist, in dir ruhst, eine stimmige Gesamterscheinung hast oder ob du nur versuchst, eine Rolle zu spielen, etwas vortäuschen, das du nicht wirklich bist.
Und nein, Kleidung ist dabei nicht entscheidend.
Richtig, ganz genau..

ich habe in manchen Ecken der Welt Personen erlebt die selbst fast nichts hatten, keine saubere oder gute Kleidung hatten
und mich trotzdem mit Ehrlichkeit und Echtheit in der Begegnung zu einem Tee eingeladen haben.

Dieser ganze schöne non verbale Vibe den jemand haben kann.

Und dann triffst du Leute, super gestylt im Business Kostüm oder Anzug und weisst sofort das du nicht mal ein Tempo bekommen würdest
wenn dir die Nase tropft.
Kleidung hat eine Aussage, aber es ist einfach nicht die entscheidende Aussage, die steckt einfach völlig wo anders..

HeikeCD hat geschrieben: Mo 28. Jul 2025, 18:00 Und als jemand die "nur" als TzF unterwegs ist
Ach Heike, es geht doch nicht um ein "nur", es ist einfach was anderes. Du und andere möchten sich weiblich fühlen durch die Kleidung
oder tragen die Kleidung weil sie sich grade weiblich fühlen. Ich möchte mich gerne weiblich wahrnehmen/sehen auch wenn ich nackt bin,
ohne die Umwege mir irgendwelche Körperteile umzudeuten und vor allem ohne Anbauteile. Das habe ich lange genug versucht und
bin dann irgendwann krachend daran gescheitert-es ging nicht mehr ohne Änderung, so wie du da Veränderungen ausschliesst.
Es ist nichts davon besser oder schlechter, aber die Einstellung dazu differiert..

jetzt aber...schönen Abend, Marie (na)
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 127 im Thema

Beitrag von HeikeCD »

Lana hat geschrieben: Mo 28. Jul 2025, 19:00 Man sieht Menschen auch von außen an, wie es ihnen geht, wie sie sich fühlen.

Wahrscheinlich könnte ich dir nicht ansehen, wenn du dich "weiblich" fühlst, weil ich nicht weiß, was das sein soll.

Aber ich glaube, dass ich bei einer persönlichen Begegnung spüren kann, ob du mit dir im Reinen bist, in dir ruhst, eine stimmige Gesamterscheinung hast oder ob du nur versuchst, eine Rolle zu spielen, etwas vortäuschen, das du nicht wirklich bist.
Und nein, Kleidung ist dabei nicht entscheidend.
Heute, im Jetzt, würdest du mir ansehen ob ich fröhlich bin, traurig, oder genervt. Weil ich NUN aus meinem Herzen keine Mördergrube mehr mache/machen muß. Das hab ich jaaahrelang verborgen. Auch verbergen müssen. Es gibt nicht nur Doppelleben, sondern auch Dreifachleben. Das ist aber meine persönliche Sache.
Was das "weiblich fühlen" angeht, daß ist wohl bei jeder unterschiedlich. Dafür gibt es glaub ich kein Schema. Das ist auch denk ich bei geborenen Frauen so unterschiedlich wie ihre Anzahl.
Für mich ist aber Kleidung und Aussehen sehr wohl ein Aspekt der für mich dazugehört. Und sobald ich in diesem Modus bin tätest du mir es doch schon ansehen. Das Innere könntest du ja erst später feststellen.
Bsp.: Käme dir jemand im Anzug entgegen würdest du ihn vielleicht als seriösen Bänker einschätzen. Keine Spur von Sport. Trägt er ein Trikot ist er der bekanntere Fußballer. Und als solcher hat er nur eine Zahl im Kopf, die zu schießenden Tore. Mag jetzt etwas hinken der Vgl., aber ich hoffe du verstehst worauf ich hinaus will.

Nicht auf dich gemünzt nun: Irgendwie beschleicht mich auch so langsam das Gefühl, so allgemein gesagt, daß diejenigen die hier hin und her switchen nicht so ganz ernst genommen werden, nach dem Motto "die schauspielern doch nur Frauen". Das wäre schade. Kann mich aber auch täuschen.

LG Heike
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 128 im Thema

Beitrag von HeikeCD »

Lavendellöwin hat geschrieben: Mo 28. Jul 2025, 19:41 ...
Dann hab ich das falsch interpretiert. Nix für ungut. (flow)

P.S. Die Sache mit den echten Leuten kenne ich auch. Bei einer Rentnerin die selbst nicht viel hatte bekommst du Kaffee und Kuchen + noch Trinkgeld das man das bald nicht annehmen möchte und der nächste Kunde war Zahnarzt der sich gerade mal ein knappes Danke rausdrückte.

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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 129 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

HeikeCD hat geschrieben: Mo 28. Jul 2025, 19:42
Nicht auf dich gemünzt nun: Irgendwie beschleicht mich auch so langsam das Gefühl, so allgemein gesagt, daß diejenigen die hier hin und her switchen nicht so ganz ernst genommen werden, nach dem Motto "die schauspielern doch nur Frauen". Das wäre schade. Kann mich aber auch täuschen.

LG Heike
Hey Heike,

ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber dem ist nicht so. Ich kann das hin und her wechseln nicht gut nachvollziehen, weil ich keine zwei Seiten oder Anteile oder wie ihr das nennen möchtet, habe.

Ich glaube, darin liegt einfach ein sehr großer Unterschied. Für mich gab es im Grunde nie einen Männermodus. Ich wurde männlich wahrgenommen und musste mich größtenteils so verhalten. Aber mein Selbst hat sich nie als Mann verstanden.

Und andere finden, das bestimmte Aspekte eher weiblich sind. Ich persönlich habe da eine etwas andere Sicht drauf, da ich diese Einteilung für sozial konstruiert halte, aber das ist a) nichts was ich in irgendeiner Form werte oder b) hier an dieser Stelle nicht sinnvoll zu diskutieren.

Kommen wir nochmal zum Thema, denn ich denke da gibt es eine Verbindung: ich glaube, das diese Unterstellung schon durchaus mit ein Grund für Anfeindungen und Ausgrenzung ist. Ich meine, man kann sich schon fragen, warum es euch wichtig ist, als Frau wahrgenommen zu werden. Und das heute so und morgen so. Crossdressing kann ja auch heißen, ich ziehe gegengeschlechtliche Kleidung an, ohne mich deswegen weiblich zu fühlen, sondern nur, weil ich die Sachen schick oder bequem finde.

Und dann kommen so Sachen dazu, da weiß ich auch nicht so richtig, wie ich damit umgehen soll. Wenn ich lese, dass sich jemand einen BH kauft und "dann auch noch gleich das passende Paar Brüste dazu". Das klingt, so aus Sicht einer Frau, schon ein bisschen wie "ich spiele verkleiden". Da schreibe ich dann nichts, weil ich das auf der anderen Seite ja auch irgendwie schön finde, das Menschen da was gutes für sich haben. Und diese Doppelrolle auch respektieren will.
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 130 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Momo58 hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 18:53 Heute versuche ich es mit der Strategie "mach aus einer Tragödie eine Komödie". Ich war oft viel zu verbissen. Ich möchte mich selbst nicht mehr so ernst nehmen. Mal sehen, was das mit mir macht.
Eine klasse Strategie wie ich finde, liebe Manuela. (ap)
Das muß ich mir dringend merken.

beeindruckt
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 131 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Blossom hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 23:50 Einkauf im REWE, ein Kombi fährt auf einen Behindertenparkplatz, der Mann offensichtlich nicht behindert ... Ich gehe weiter, hole meinen Einkaufswagen, schaue zurück, ob ein Ausweis ins Fenster gelegt wird ... gehe dann aber weiter ... In der Gemüseabteilung taucht der Fahrer auf, gehfähig, keine Krücke, äußerlich nichts erkennbar. Ich sage: Sie wissen schon, dass das ein Behindertenparkplatz ist. Sie sehen mir nicht danach aus, dass sie den brauchen" ... Antwort: "Sie sehen ja auch nicht wie eine Frau aus, junger Mann!" ... später schiebe ich den Einkaufswagen nach draußen und bemerke den blauen Ausweis im Fenster ... Ich ärgere mich, über meine vorschnelle Beurteilung, lade meinen Einkauf ein ... Der Mann kommt mit seinem einkauf und ich gehe auf ihn zu. "Ich muss mich entschuldigen. Aber verstehen Sie bitte, dass ich für körperlich und geistig Behinderte arbeite und unslaufend die Parkplätze blockiert werden ..." Er antwortet: "Ich war Polizist und bin im Einsatz schwer verletzt worden, Zig Operationen am Bein. Berentet." Ich erwidere: "Wie gesagt, es tut mir sehr leid!" Er antwortet: "Mir tut es auch leid. Sie haben sich auch nicht ausgesucht zu sein was sie sind. Eine hübsche Frau." Ich habe ihn darauf auf einen Kaffee eingeladen.
Was für eine schöne Geschichte, die Dir da passiert ist, liebes Blümchen. (has-o)
Vielen Dank, dafür ! (ap) (ki)
Wie sich doch Dinge manchmal drehen können, obwohl man am Anfang nur das Schlechte sieht.
Und man sollte niemanden vorschnell auf Grund von Einzelheiten verurteilen, lerne ich wieder daraus.
Blossom hat geschrieben: So 27. Jul 2025, 23:50 Vorgestern kam ich abends gegen 22 Uhr vom Spätdienst nach Hause, parkte meinen Wagen und hörte hinter mir lautes Nazi-Gebrüll ... drei Halbstarke mit Sprüchen, wie: "Diese scheiß Ausländer sollte man alle erschießen. Die KZ waren eine gute Sache ... Oder einfach in einen Flieger setzen und ohne Fallschirm über ihren Heimatländern abwerfen!" Ich schaue, gehe dann aber auf meine Haustür zu. Ehe ich eintreten kann sind die Burschen auf meiner Höhe und der Sprecher sieht zu mir rüber und gröhlt: "Sowas wie dich sollte man vergasen, aber vorher noch mal richtig durchficken!" ... Meine Antwort ein ausgestreckter Mittelfinger verbunden mit: "Eure drei mickrigen Schwänze würden mir da kaum reichen. Wenn will ich ja Spaß haben!" Plötzlich war Stille. Ich habe noch freundlich gelächelt und bin ins Haus ... Später habe ich natürlich nach meinem Wagen gesehen, und was der Sprecher nicht weiß, ich weiß wo er wohnt und kenne flüchtig seine Eltern, die mir gegenüber immer sehr aufgeschlossen reagieren.
(yes) (yes) (super)

Da hätte ich Angst bekommen und wäre wahrscheinlich gerannt.
Das Du diesen Idioten so entschieden entgegen getreten bist, dafür meinen großen Respekt.
Und ich mußte echt lachen 😂😂😉👍, was Du denen geantwortet hast, hihi.

(sym)

Dankbar
Deine Violetta 💜
Zuletzt geändert von Violetta-TransFlower am Di 29. Jul 2025, 06:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 132 im Thema

Beitrag von Violetta-TransFlower »

Lavendellöwin hat geschrieben: Mo 28. Jul 2025, 12:25 Bei mir haben sich diese Bilder irgendwie verankert.
viewtopic.php?p=407355#p407355
Gerade da habe ich deinen Oberarm als stark empfunden, aber vielleicht wäre das in Natur auch doch wieder anders.
Ahhh, diese Bilder meintest Du. Und Du hast recht, die Aufnahmen zeigen mich in dieser Hinsicht wirklich sehr unvorteilhaft.
Das sind Details, auf die habe ich noch nie geachtet, wieder etwas gelernt, vielen Dank.
Lavendellöwin hat geschrieben: Mo 28. Jul 2025, 12:25 Ich würde ohne zu fragen mein restliches Leben geben nur um eine Stunde zu spüren wie sich ein weiblicher Körper (ohne inter oder trans* Hintergrund) anfühlt.
Was für ein Statement, meine liebe Marie (ki) , dazu braucht es keine Worte mehr.... Ich bin beeindruckt und gerührt.
Lavendellöwin hat geschrieben: Mo 28. Jul 2025, 12:25 Damit musste ich lernen umzugehen, sonst hätte es mich aufgefressen, ich stand nicht ohne Grund mal mit dem Messer in
der Hand in der Küche..
Und noch ein Zitat von Dir, das mich fast sprachlos zurücklässt.
Als ich das gestern Abend gelesen habe, kamen mir wieder die Tränen. Was Du schon Alles durchgemacht hast, unfassbar für mich und meine eigene Vergangenheit.
Lavendellöwin hat geschrieben: Mo 28. Jul 2025, 12:25 Ich hoffe du verstehst jetzt vielleicht wo für mich der Punkt ist und da kann ich nicht mehr drüber, weil es mich
Jahrzehnte einfach extrem zerrissen hat
Ja, ich verstehe Dich jetzt viel besser, nach diesen ganzen Dingen die Du hier geschildert hast.
Vielen Dank für Deine Offenheit, immer wieder. (dr)

Alles Gute für Dich (flo)
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 133 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Mo 28. Jul 2025, 20:04 Für mich gab es im Grunde nie einen Männermodus. Ich wurde männlich wahrgenommen und musste mich größtenteils so verhalten. Aber mein Selbst hat sich nie als Mann verstanden.
Das kann ich auch genau so unterschreiben. Und trotzdem gehe ich einen anderen Weg. Mir ist auch bewusst, dass ich nie das erleben werde, was ich als Bio-Frau erlebt hätte. Wie Marie schreibt, ist das auch ein schmerzliches Empfinden. Und weibliche Kleidung (mit oder ohne Einlagen) macht etwas mit mir. Es ist mehr als nur Ausdruck nach außen. Es ist ein Stück weit eigenes Selbsterleben. Und je tiefer ich mich mit meiner Frage und der Frage der Weiblichkeit beschäftige, um so mehr verstehe ich Frauen, die Menschen, wie ich einer bin, in meinem Empfinden nicht wahr nehmen können. Der Satz "Ich bin eine Frau" ist mir immer schwer gefallen und ich kann das so heute auch nicht sagen. Dazu fehlt einfach zu viel.

Es gibt einen Versuch, in dem ein Mensch so konditioniert wurde, dass er eine Gummihand als die eigene Hand akzeptiert hat. Die damalige Interpretation war, dass wir von uns eine Art Landkarte von unserem Körper haben. Mit Kleidung und Einlagen stimmt meine innere Landkarte mit meinem äußeren viel besser überein. Es ist eine Erleichterung für die Seele. as ist die "Stand alone"-Perspektive. Draußen in der Welt kommt noch die Interaktion hinzu. Hier gibt es Erwartungen, mit denen ich konfrontiert werde. Je nach Reife des Menschen wird sich die Interaktion gestalten. Erfülle ich die Erwartung, werde ich wenig Aufmerksamkeit erregen. Errege ich Aufmerksamkeit, wird sich mein Gegenüber mit mir beschäftigen. Gereifte Menschen kommen damit problemlos zurecht, da sie nicht gemäß ihren Erwartungen sich starr verhalten. Andere reagieren unsicher. Junge Männer werden öfters konfrontativ, junge Mädchen giggeln. Ältere reagieren vielleicht mit geekeltem Ausdruck. Das ist eine Frage der persönlichen Reife.

Anders die Bewertungen, sie sind eine Kulturfrage. Wie bewerten wir Menschen, die "anders" sind ? Wie bewerten WIR Menschen, die uns anpöbeln ? Pöbeln wir zurück ? Begeben wir uns damit nicht auf ihr Niveau ? Oder können wir sie nicht auf einer Ebene packen, in denen sie Entwicklungsbedarf haben, ihre Reife ?

Ich wünsche Euch einen schönen Tag.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 134 im Thema

Beitrag von Martina-NB »

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 29. Jul 2025, 08:36 .... dass ich nie das erleben werde, was ich als Bio-Frau erlebt hätte. ..... ist das auch ein schmerzliches Empfinden. Und weibliche Kleidung (mit oder ohne Einlagen) macht etwas mit mir. Es ist mehr als nur Ausdruck nach außen. Es ist ein Stück weit eigenes Selbsterleben.
Der Satz "Ich bin eine Frau" ist mir immer schwer gefallen und ich kann das so heute auch nicht sagen.
Da stimme ich mit Dir zu 100% überein.


In dem Zusammenhang ein lustiges (?) Erlebnis neulich. Dazu muss ich sagen, dass meine Vorstellung von weiblicher Kleidung, oder eher meine Präferenzen, etwas anders sind als bei den meisten hier, egal...
Jedenfalls hatte ich zu Hause (!) so eine schwarz-glänzende Radlerhose an, wie sie 1990 von den meisten Mädels getragen wurde. (Diese Hosen habe ich mein Leben lang im Sommer gerne zu Hause getragen - und nicht nur dort - weil einfach bequem und so.) Dazu ein blaues lässig geschnittenes Sport-Shirt.
Und wie ich mich so ansehe, kommt mir (warum auch immer) die Assoziation an einen männlichen (!) Radfahrer. Das war quasi nicht auszuhalten. Hab dann zu einer grauen Baumwoll-Radlerhose gewechselt, dann war es wieder gut.

Das zum Thema "Kleidung macht etwas mit mir."
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Re: Umgang mit negativen Erlebnissen in der Öffentlichkeit

Post 135 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Je nach Reife des Menschen wird sich die Interaktion gestalten. Erfülle ich die Erwartung, werde ich wenig Aufmerksamkeit erregen. Errege ich Aufmerksamkeit, wird sich mein Gegenüber mit mir beschäftigen. Gereifte Menschen kommen damit problemlos zurecht, da sie nicht gemäß ihren Erwartungen sich starr verhalten. Andere reagieren unsicher. Junge Männer werden öfters konfrontativ, junge Mädchen giggeln. Ältere reagieren vielleicht mit geekeltem Ausdruck. Das ist eine Frage der persönlichen Reife.
Achso. Brauchen wir also demnächst eine "Reifeprüfung"? Ab wann ist ein Mensch denn "reif genug"?, wenn schon alt werden alleine nicht ausreicht? Und wer entscheidet das?

Und wenn jemand nicht reifen will, dann erhält dieser Mensch ein bisschen Intensivunterricht in einem Ferienlager?

Damit wir sie
Oder können wir sie nicht auf einer Ebene packen, in denen sie Entwicklungsbedarf haben, ihre Reife ?
da in ihrem "Entwicklungsbedarf" unterstützen können?

Sorry, aber bei sowas klingeln bei mir wirklich alle Alarmglocken!

Ihr redet andauernd von der individuellen Freiheit, nehmt euch dann aber das Recht heraus, andere als "unreif" abzuwerten? Nein, entweder ihr lehnt Konvention und gesellschaftlichen Konsens ab, das funktioniert so lala, wie z.b. in den USA - oder ihr akzeptiert, das es Regeln gibt, die sich diese Gruppe von Menschen gibt, auch wenn dadurch individuelle Freiheiten ein Stück weit eingeschränkt werden. Aber für sich die absolute Freiheit einfordern, sie anderen aber nicht zugestehen und von mangelnder Reife zu sprechen...
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