Wie wichtig sind euch Pronomen?
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lee
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Wie wichtig sind euch Pronomen?
Ich möchte hier kurz zwei Begebenheiten schildern:
(I) Ich habe neulich gechattet, mit einem Nickname der nicht eindeutig weiblich oder männlich ist. Mein Gegenüber ist davon ausgegangen dass ich weiblich bin und hat natürlich dementsprechend seine Sprache gewählt.
(II) Hier im Forum bin ich schon das eine oder andere Mal als Teilnehmerin oder Frau angeschrieben worden. Meine Gegenüber sind wohl automatisch davon ausgegangen, dass wenn ich hier im Forum bin natürlich als Frau wahrgenommen werden will.
Die interessante Beobachtung an mir selber war: es war mir egal. Wenn ich da z. B. daran denke wie das gewesen wäre wenn mir das mit 20 oder so passiert wäre…unvorstellbar. Das wäre in meiner damaligen Unsicherheit ganz schlimm für mich gewesen. Ich habe dann noch ein bisschen darüber nachgedacht, und es wäre natürlich im ersten Moment ungewohnt, aber ich fände es auch nicht schlimm im Alltag als sie bezeichnet zu werden.
Jetzt wollte ich mal fragen wie es euch damit geht. Ist es euch egal, oder ganz wichtig? Oder braucht es eine neutrale Form?
Ich stelle mir zB vor, dass wenn man sich im falschen Körper fühlt, es sehr wichtig ist mit dem für sich passenden Pronomen angesprochen zu werden. Aber vl ist das auch nur am Anfang so, oder überhaupt nicht…
Bin gespannt auf eure Rückmeldungen
(I) Ich habe neulich gechattet, mit einem Nickname der nicht eindeutig weiblich oder männlich ist. Mein Gegenüber ist davon ausgegangen dass ich weiblich bin und hat natürlich dementsprechend seine Sprache gewählt.
(II) Hier im Forum bin ich schon das eine oder andere Mal als Teilnehmerin oder Frau angeschrieben worden. Meine Gegenüber sind wohl automatisch davon ausgegangen, dass wenn ich hier im Forum bin natürlich als Frau wahrgenommen werden will.
Die interessante Beobachtung an mir selber war: es war mir egal. Wenn ich da z. B. daran denke wie das gewesen wäre wenn mir das mit 20 oder so passiert wäre…unvorstellbar. Das wäre in meiner damaligen Unsicherheit ganz schlimm für mich gewesen. Ich habe dann noch ein bisschen darüber nachgedacht, und es wäre natürlich im ersten Moment ungewohnt, aber ich fände es auch nicht schlimm im Alltag als sie bezeichnet zu werden.
Jetzt wollte ich mal fragen wie es euch damit geht. Ist es euch egal, oder ganz wichtig? Oder braucht es eine neutrale Form?
Ich stelle mir zB vor, dass wenn man sich im falschen Körper fühlt, es sehr wichtig ist mit dem für sich passenden Pronomen angesprochen zu werden. Aber vl ist das auch nur am Anfang so, oder überhaupt nicht…
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Tatjana_59
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Re: Wie wichtig sind euch Pronomen?
Hallo Lee,
Es gab mal eine Zeit da konnte ich aus der Haut fahren wenn ich als Herr angesprochen wurde.
Am schlimmsten war die Zeit nach meiner abgeschlossenen Transition.
Seit einigen Jahren, ziemlich genau seit Corona ist mir egal ob ich falsch angesprochen werde, zumindest von fremden Personen.
Seit Corona schminke ich mich nur noch äußerst selten, kann den männlichen Hintergrund dann nur schwer verbergen.
Wenn mich allerdings bekannte Personen männlich ansprechen trete ich ihnen sinnbildlich in den Hintern.
LG Tatjana
Es gab mal eine Zeit da konnte ich aus der Haut fahren wenn ich als Herr angesprochen wurde.
Am schlimmsten war die Zeit nach meiner abgeschlossenen Transition.
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Jaddy
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Re: Wie wichtig sind euch Pronomen?
Wer mich nicht kennt kommt eh nie auf die richtige Lösung, weil >95% der Leute ausschliesslich binär einordnen und nicht mal auf die Idee kommen, ein nichtbinäres Mitwesen vor sich zu haben. Seit ich nach "B+B"-Kritierien (Bart und Brüste) eher weiblich gedeutet werde (mindestens bis ich was sage...), vermute ich, dass die meisten mich für trans - nicht cis - halten und höflich sein wollen. Finde ich toll, ist immerhin etwas weniger falsch und möchte ich als Default auch unterstützen.
Also geb ich dann eine kurze Aufklärung: "Weder Herr noch Frau {bzw er noch sie} sondern einfach (vorname)". Manchmal mit dem Nachsatz "Ich bin so ein diverses Sternchen". Oder, wenn ich mich irgendwo vorstelle: "Name (vorname), Pronomen (vorname)". Das ist für Unbedarfte verständlicher als "keine Pronomen" oder gar meine Lieblingsneopronomen en/ens.
Meistens reicht das. Klappt nicht immer 100% auf Anhieb, aber ich hab schon ein Gefühl für, ob sich Leute Mühe geben oder eher unwillig oder gar feindlich sind. Bei kleinen Flüchtigkeitfehlern korrigiere ich ab und zu. Wenn sie fühlbar aufmerksam sind gebe ich auch positive Rückmeldung, verbal und nonverbal. Aber wenn ich so gar keine Achtsamkeit bemerke, kann ich auch stufenlos eskalieren.
Der Punkt für mich ist wirklich diese Achtsamkeit. Ich komme nunmal sprachlich nur in Sternchen und Pronomen vor. Das bedeutet für mich Wahrnehmung, so wie für binär-geschlechtliche Menschen auch. Dazu gehört auch, nicht die Stereotypen aufgelastet zu bekommen. Was zum Beispiel ganz drastisch mit "Du als Mann/Frau" passiert oder implizit, wenn mir Geschlechterklischees unterstellt werden. Da mache ich dann schon drauf aufmerksam.
Also geb ich dann eine kurze Aufklärung: "Weder Herr noch Frau {bzw er noch sie} sondern einfach (vorname)". Manchmal mit dem Nachsatz "Ich bin so ein diverses Sternchen". Oder, wenn ich mich irgendwo vorstelle: "Name (vorname), Pronomen (vorname)". Das ist für Unbedarfte verständlicher als "keine Pronomen" oder gar meine Lieblingsneopronomen en/ens.
Meistens reicht das. Klappt nicht immer 100% auf Anhieb, aber ich hab schon ein Gefühl für, ob sich Leute Mühe geben oder eher unwillig oder gar feindlich sind. Bei kleinen Flüchtigkeitfehlern korrigiere ich ab und zu. Wenn sie fühlbar aufmerksam sind gebe ich auch positive Rückmeldung, verbal und nonverbal. Aber wenn ich so gar keine Achtsamkeit bemerke, kann ich auch stufenlos eskalieren.
Der Punkt für mich ist wirklich diese Achtsamkeit. Ich komme nunmal sprachlich nur in Sternchen und Pronomen vor. Das bedeutet für mich Wahrnehmung, so wie für binär-geschlechtliche Menschen auch. Dazu gehört auch, nicht die Stereotypen aufgelastet zu bekommen. Was zum Beispiel ganz drastisch mit "Du als Mann/Frau" passiert oder implizit, wenn mir Geschlechterklischees unterstellt werden. Da mache ich dann schon drauf aufmerksam.
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Claudia
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Re: Wie wichtig sind euch Pronomen?
Sowas passiert mir auch heute manchmal am Telefon. Ich melde mich mit vollem Namen und die Leute antworten dann 'ich möchte aber Frau L. sprechen'. Und wenn sie auf mehrfachen Hinweis nicht reagieren, lege ich schlicht und einfach auf. Manchmal mit kurzem, scharfen Kommentar. So haben schon mehrere Versandfirmen ihre Kundin verloren. Pech gehabt!Tatjana_59 hat geschrieben: Fr 11. Apr 2025, 08:59 Es gab mal eine Zeit da konnte ich aus der Haut fahren wenn ich als Herr angesprochen wurde.
Das kommt mir leider irgendwie bekannt vor. Allerdings passierte das zum Glück nur in der allerersten Zeit und das bei Leuten, die mich noch in der alten Rolle kannten. Da dachte ich nicht nur 'macht mal die Augen auf', sondern sagte es ihnen auch. Mal auf die sanfte Tour, mal auch mit etwas Schärfe.Tatjana_59 hat geschrieben: Fr 11. Apr 2025, 08:59 Wenn mich allerdings bekannte Personen männlich ansprechen trete ich ihnen sinnbildlich in den Hintern.
LG Claudia
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Tatjana_59
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Re: Wie wichtig sind euch Pronomen?
Hallo Claudia,
Am Telefon reagiere ich tatsächlich genauso wie du, voller Name, falsches Pronomen, ich stelle es richtig, dann dasselbe.
Auch ich lege dann auf.
LG Tatjana
Am Telefon reagiere ich tatsächlich genauso wie du, voller Name, falsches Pronomen, ich stelle es richtig, dann dasselbe.
Auch ich lege dann auf.
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Re: Wie wichtig sind euch Pronomen?
Also es ist mir schon sehr wichtig. „Er“ zu hören fühlt sich an wie eine Ohrfeige finde ich. Ob ich was sage, hängt vor allem davon ab mit wem ich gerade rede.
Wer das absichtlich falsch macht oder einfach sich gar keine Mühe gibt, muss sich nicht in meinem Umfeld aufhalten. Aber wenn jemand sich einfach mal vertut und kurz sorry sagt dann Schwamm drüber, da bin ich dann nicht böse.
LG
Valerie
Wer das absichtlich falsch macht oder einfach sich gar keine Mühe gibt, muss sich nicht in meinem Umfeld aufhalten. Aber wenn jemand sich einfach mal vertut und kurz sorry sagt dann Schwamm drüber, da bin ich dann nicht böse.
LG
Valerie
Nature has made us intolerant to change but fortunately, we have the capacity to change our nature - Arcane
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Lana
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Re: Wie wichtig sind euch Pronomen?
Kann man so machen. Ob es hilfreich ist, kann ich nicht beurteilen.
In den Fällen, wo ich von der anderen Seite etwas brauche, führt es wohl kaum weiter.
LGL
Zuletzt geändert von Lana am Fr 11. Apr 2025, 15:16, insgesamt 1-mal geändert.
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
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Re: Wie wichtig sind euch Pronomen?
Hallo lee,
von mir noch etwas aus der nicht binären Ecke.
Damit mache ich mich natürlich ein Stück weit über neutrale Pronomen lustig. Zum Thema 'Gendern' kommt dann noch so etwas: Die Getränkeautomat*innen auf den Bahnsteig:innen bei der deutschen Bahn (m / w / d) ... . Man kann wohl alles so übertreiben, dass sich nicht betroffene Leute nur noch darüber aufregen.
Interessant wäre hier vielleicht noch die japanische Sprache: 山田さん (Yamada san) kann sowohl 'Herr Yamada' als auch 'Frau Yamada' bedeuten.
LG Nicole
von mir noch etwas aus der nicht binären Ecke.
Mir geht es da recht ähnlich. Nur so, wie ich seit Corona herum laufe, Sieht man ungeschminkt und nicht sorgfältig rasiert eher einen Mann in Frauenkleidern. In diesem Sinne sind mir die Pronomen inzwischen gleichgültig. Nur wenn ich mich aufrege, kommt so etwas: Ich bin ein Biotop! DAS Biotop, also nicht DER Klaus, auch nicht DIE Nicole, sondern DAS Nikolauseum!Tatjana_59 hat geschrieben: Fr 11. Apr 2025, 08:59 Es gab mal eine Zeit da konnte ich aus der Haut fahren wenn ich als Herr angesprochen wurde.
Am schlimmsten war die Zeit nach meiner abgeschlossenen Transition.
Seit einigen Jahren, ziemlich genau seit Corona ist mir egal ob ich falsch angesprochen werde, zumindest von fremden Personen.
Seit Corona schminke ich mich nur noch äußerst selten, kann den männlichen Hintergrund dann nur schwer verbergen.
Wenn mich allerdings bekannte Personen männlich ansprechen trete ich ihnen sinnbildlich in den Hintern.
Damit mache ich mich natürlich ein Stück weit über neutrale Pronomen lustig. Zum Thema 'Gendern' kommt dann noch so etwas: Die Getränkeautomat*innen auf den Bahnsteig:innen bei der deutschen Bahn (m / w / d) ... . Man kann wohl alles so übertreiben, dass sich nicht betroffene Leute nur noch darüber aufregen.
Interessant wäre hier vielleicht noch die japanische Sprache: 山田さん (Yamada san) kann sowohl 'Herr Yamada' als auch 'Frau Yamada' bedeuten.
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Tatjana_59
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Re: Wie wichtig sind euch Pronomen?
In diesem Fall finde ich ziemlich scharfe Worte.Lana hat geschrieben: Fr 11. Apr 2025, 15:16Kann man so machen. Ob es hilfreich ist, kann ich nicht beurteilen.
In den Fällen, wo ich von der anderen Seite etwas brauche, führt es wohl kaum weiter.
LGL
Wenn das auch nicht hilft, hilft zumeist eine kurze Mail nach dem auflegen.
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Knäckebrötchen
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Re: Wie wichtig sind euch Pronomen?
Also ich weiß ja nicht, auf was für renitente Zeitgenoss*innen ihr da so stoßt, ich hatte solche Begegnungen am Telefon noch nicht. Das meine Stimme "falsch" zusortiert wird, es manchmal zu leichter Irritation kommt, wenn der Schriftverkehr mit einer Frau X dann eine eher männliche Stimme am anderen Ende hat, ja das ist schon vorgekommen. Ich sage dann einfach ganz freundlich, dass meine Stimme der Namensänderung noch etwas hinterher hinkt und damit kommen die meisten echt gut klar. Dann gibt es in kurzes "ah ok, na dann Frau..." und der Drops ist gelutscht.Tatjana_59 hat geschrieben: Fr 11. Apr 2025, 19:20In diesem Fall finde ich ziemlich scharfe Worte.Lana hat geschrieben: Fr 11. Apr 2025, 15:16Kann man so machen. Ob es hilfreich ist, kann ich nicht beurteilen.
In den Fällen, wo ich von der anderen Seite etwas brauche, führt es wohl kaum weiter.
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Wenn das auch nicht hilft, hilft zumeist eine kurze Mail nach dem auflegen.
LG Tatjana
Aber wie gesagt, ich hatte in solchen Settings noch nie jemanden, der sich dieser Korrektur widersetzt hat.
Ansonsten, zum Thema: ja, Pronomen sind mir schon wichtig. Ich deklariere nach außen, wie ich wahrgenommen und angesprochen werden möchte, gleichzeitig spiegelt mir ein Pronomen aber auch die Wahrnehmung der anderen, wenn ich mich nicht explizit geäußert habe. Wenn mich Fremde als "die Frau" bezeichnen (oder feminine Pronomen nutzen), dann ist das für mich schon relevant. Denn das ist ja am Ende mein Ziel: als weiblich/Frau gelesen zu werden. Aber das gilt halt für mich, die ich mich als binäre trans* Frau verstehe.
Wenn ich jetzt, und das ist schon eine Weile her, im öffentlichen Bereich als "er" angesprochen werde, dann ist das schon unangenehm. Vorallem, weil es mir deutlich macht, wo ich noch nicht "passe" - und es vielleicht auch nie werde. Wenn ich aber so zurück denke, dann passiert mir das eigentlich nur noch in Kontexten, wo mich Menschen schon wirklich laaaaaaaange kennen und wir uns nicht oft sehen, wo das "er" einfach zu tief verankert ist. Da ist es aber nie Absicht und wird meistens auch direkt korrigiert und dann folgt eine Entschuldigung. Bleibt es unbemerkt, dann bleibt es unkommentiert. Ich reagiere darauf nicht.
Oder - und das habe ich leider auch - es gibt Menschen, die mir wichtig sind, die aber mit meiner Transition gar nicht klar kommen. Die das sogar ablehnen. Die mich weiterhin ganz bewußt mit meinem alten Namen ansprechen. Ja, das ist mega respektlos und verletzend. Da ich aber diese Menschen nicht so ohne Weiteres in den Wind schießen kann, eine Konfrontation aber auch nur maximal eskaliert (hatte ich schon, sehr unschön), bin ich aktuell auf der Suche nach guten Optionen.
Und @Lee: was Chats und Unisex-Nicks angeht: ich habe diese Erfahrung auch gemacht, allerdings quasi umgekehrt. In Online-Rollenspielen, die tendenziell eher von jungen Männern bevölkert waren (damals, hach war ich noch jung) wurde ich oft gefragt, ob ich weiblich sei. Oder andere sind einfach davon ausgegangen. Das liegt dann oft an Sprache und Wortwahl, was auch ein echtes Minenfeld sein kann, wenn es um "Passing" geht. Ich fand das immer cool, aber ich habe damit ja auch ein wenig die Seele offenbaren können, die wirklich in mir steckte. Andersrum würde es mich heute vermutlich irritieren, aber aufregen eher nicht.
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sbsr
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Re: Wie wichtig sind euch Pronomen?
Weitestgehend sind mir Pronomen und Wortformen ziemlich egal. Ich kam als Mann zur Welt und sehe leider auch so aus, daran können sämtliche Kleider nichts ändern, ich habe meinen Frieden damit gefunden.
Nur bei einer Person finde ich es schade und bin ein wenig enttäuscht, nämlich meine Lieblings Arbeitskollegin. Wir sitzen schon einige Jahre zusammen im Büro, haben gemeinsam so manches durchgestanden, sie ist eigentlich auch total aufgeschlossen und ich kann mich mit ihr über alle möglichen Frauenthemen unterhalten. Sie war die erste, die ich darum gebeten habe weibliche Formen zu nutzen, etwas später habe ich diese Bitte wiederholt und danach noch zweimal im lockeren Bürogespräch eindeutige Hinweise platziert. Leider kriegt sie das bis heute nicht hin und ich weiß nicht warum, will sie das nicht oder ist der männliche Kollege einfach schon zu lange in der Denke verankert. Darum betteln werde ich bestimmt nicht und ich will unser Verhältnis zueinander auch nicht durch so eine Belanglosigkeit strapazieren.
Nur bei einer Person finde ich es schade und bin ein wenig enttäuscht, nämlich meine Lieblings Arbeitskollegin. Wir sitzen schon einige Jahre zusammen im Büro, haben gemeinsam so manches durchgestanden, sie ist eigentlich auch total aufgeschlossen und ich kann mich mit ihr über alle möglichen Frauenthemen unterhalten. Sie war die erste, die ich darum gebeten habe weibliche Formen zu nutzen, etwas später habe ich diese Bitte wiederholt und danach noch zweimal im lockeren Bürogespräch eindeutige Hinweise platziert. Leider kriegt sie das bis heute nicht hin und ich weiß nicht warum, will sie das nicht oder ist der männliche Kollege einfach schon zu lange in der Denke verankert. Darum betteln werde ich bestimmt nicht und ich will unser Verhältnis zueinander auch nicht durch so eine Belanglosigkeit strapazieren.
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Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
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SometimesSophie
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Re: Wie wichtig sind euch Pronomen?
Meine Pronomen sind mir einerlei, es ist normal, das da mal was durcheinander geht. Mein Passing ist aber auch nicht so, dass ich mehr erwarten würde, eben meine Baustelle.
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Rusza
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Re: Wie wichtig sind euch Pronomen?
Mir gafällt es nicht,wenn man mich in der dritten Person anspricht.Zum Beispiel "Kann sie mal herkommen " oder " Was will er denn ".Noch dümmer sind Leute welche eine einzelne Person mit IHR anreden. " Ihr seid aber heute zeitig da ".Man könnte denken das der andere zwei Personen sieht.Oder es zeugt von seiner Unsicherheit mir gegenüber ? Manche Leute lieben ja auch das unpersönliche und wollen dem anderen ihre Ablehnung damit zeigen.Am ungehobeltsten sind aber Leute,welche das Pronomen ganz weglassen.Sie sagen beispielsweise " Mitkommen " oder " Los,hinsetzten ".Das ganze klingt ein bischen merkwürdig,ich habe das aber alles,wenn auch selten, schon erlebt.Mit Herr hat mich allerdings noch niemand angesprochen,
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HeikeCD
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Re: Wie wichtig sind euch Pronomen?
Das ist Unsicherheit weil derjenige nicht weiß ob 'Du' oder 'Sie' gesagt werden kann. Waldi Lehnertz von "Bares für Rares" macht das andauernd, genauso wie übrigens jede Frau die reinkommt als "Engelchen" zu bezeichnen. Scheußlich.Rusza hat geschrieben: So 4. Mai 2025, 10:56 Noch dümmer sind Leute welche eine einzelne Person mit IHR anreden. " Ihr seid aber heute zeitig da ".Man könnte denken das der andere zwei Personen sieht.Oder es zeugt von seiner Unsicherheit mir gegenüber ?
Früher bei der Bw gab's einen Feldwebel der im U-Raum beim Unterricht immer "Dann kommt er mal nach vorne" oder "Was sagt er denn dazu?" zu jemanden sagte den er meinte. Da er nicht wesentlich älter war als wir war er wohl mit der Antede unsicher.
"Es ist nicht die Zeit in deinem Leben, es ist das Leben in deiner Zeit." Bruce Springsteen
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Knäckebrötchen
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Re: Wie wichtig sind euch Pronomen?
Kann aber auch ein Spleen der Person sein, oder regional, aus dem Dialekt entstammen. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, kommt in manchen Regionen "es" für Kinder und junge Frauen (?) zum Einsatz.HeikeCD hat geschrieben: So 4. Mai 2025, 11:45Das ist Unsicherheit weil derjenige nicht weiß ob 'Du' oder 'Sie' gesagt werden kann. Waldi Lehnertz von "Bares für Rares" macht das andauernd, genauso wie übrigens jede Frau die reinkommt als "Engelchen" zu bezeichnen. Scheußlich.Rusza hat geschrieben: So 4. Mai 2025, 10:56 Noch dümmer sind Leute welche eine einzelne Person mit IHR anreden. " Ihr seid aber heute zeitig da ".Man könnte denken das der andere zwei Personen sieht.Oder es zeugt von seiner Unsicherheit mir gegenüber ?
Früher bei der Bw gab's einen Feldwebel der im U-Raum beim Unterricht immer "Dann kommt er mal nach vorne" oder "Was sagt er denn dazu?" zu jemanden sagte den er meinte. Da er nicht wesentlich älter war als wir war er wohl mit der Antede unsicher.
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