Warum sich mehr Frauen zu Männern operieren lassen als umgekehrt | NZZ
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Anne-Mette
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Warum sich mehr Frauen zu Männern operieren lassen als umgekehrt | NZZ

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Rund 550 Personen haben letztes Jahr ihr Geschlecht operativ angepasst, deutlich mehr biologische Frauen als biologische Männer. Drei mögliche Gründe.

https://www.nzz.ch/schweiz/transmensche ... ld.1861849
Vesta
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Re: Warum sich mehr Frauen zu Männern operieren lassen als umgekehrt | NZZ

Post 2 im Thema

Beitrag von Vesta »

Früher (vor zehn bis zwanzig Jahren) war das Verhältnis umgekehrt. Da waren Transfrauen deutlich häufiger, und Transmänner waren ziemlich selten.
Inga
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Re: Warum sich mehr Frauen zu Männern operieren lassen als umgekehrt | NZZ

Post 3 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo,

Das waren jetzt die Zahlen aus der Schweiz. Wie ist es mit Zahlen aus der Bundesrepublik? Bestätigen sie die Tendenz der Schweiz?

Liebe Grüße
Inga
Jaddy
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Re: Warum sich mehr Frauen zu Männern operieren lassen als umgekehrt | NZZ

Post 4 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Das ist ein erstaunlich sinnvoller Artikel für die NZZ!

Bei Zahlen zu Operationen im trans Bereich ist aber viel Vorsicht angebracht. Erstens muss genau definiert werden, welche OPs denn alle gemeint sind. Der Artikel führt Mastektomien auf. Die sind mglw nicht in allen Statistiken enthalten, weil die vielleicht nur OPs an Genitalien aufführen. Und dann die Frage, ob Orchiektomien drin sind oder nicht. Und immer die Frage, wie die Leute an die Zahlen kommen, denn bis auf komplette Neovagina und Phalloplastik kommen alle OPs auch aus anderen Gründen vor. D.h. es müssten die zugrunde liegenden Indikationen - aka F64.* - erfasst werden.

Das ist soweit ich weiss in D gar nicht so einfach. die dgti hat einen Artikel dazu: Zahlenspiele.

Cornelia Kost hat auch Zahlen. Ihre Quelle ist ein Eintrag bei Statista: 883 (2012) bis 2600 (2021, 2022) und 3075 (2023).

Problem 1: Die Zahlen basieren auf Anfragen an die Krankenhäuser. Wie korrekt die erfasst, abgefragt, ausgewertet und geantwortet haben und ob alle KH erfasst wurden, ist nicht klar.

Problem 2: Es wurde nach OPS 5-646 gefragt. Das ist der BfArM-offizielle "Operationen- und Prozedurenschlüssel" für "Operationen zur Genitalorganumwandlung", den die Kliniken dann, wenn es richtig gut gelaufen ist, aus ihren Abrechnungssystemen gefischt haben.

Das heisst aber auch: Brust-OPs sind nicht drin. Weder Mastek noch Aufbau. Orchiektomien sind nicht drin. Hysterektomien auch nicht. Wer mit HET zufrieden ist, vielleicht ne Epilation selbst bezahlt oder wo im anderen Fall ein Binder ausreicht, taucht da nie auf.

Ich bin nicht ganz sicher, vermute aber, dass auch genitale Zurichtungen bei inter Kindern mit 5-646 kodiert werden. Da wären dann ggf einige hundert dabei. Mindestens bis 2021. Basis meiner Vemutung: Der wiss. Dienst des Bundestages hat die gleichen Zahlen im "Sachstand Einzelfragen zu geschlechtsangleichenden Operationen" (PDF) von 2022. Darin sind auch insgesamt 3 OPs im Alter bis 5 Jahre, die garantiert nicht F64 auf der Indikation hatten. Einige der 15-25 vermutlich auch nicht.

Der WD weist, anders als Statista, auch darauf hin, dass einzelne Fälle (Personen) mglw mehrfach gezählt werden, weil sie mehrstufige OPs hatten. Also auch wieder Chancen für statistische Fehler.

Cornelia kommt bei den OP-Zahlen oben auf ein Verhältnis trans Frauen zu trans Männern von 2:1 in 2021 (neuere Infos gibt es offenbar nicht). Und da ist auch klar, warum: Weniger trans Männer lassen einen Aufbau machen. Über das tatsächliche Verhältnis sagt das nichts aus.

Für den NZZ Artikel wurden dann offenbar andere Zahlen erfasst, weil das Verhältnis dort genau umgekehrt ist.

Schmankerl zum Schluss, Zitat Cornelia: "5.400 genitalanpassende Operationen, überwiegend aus kosmetischen Gründen, finden in Deutschland pro Jahr nur an Frauen statt (Brigitte, 2019)". Allerdings sagt "Brigitte" das einfach, gibt aber keine Quelle an und meint kosmetische Labien-OPs. Dabei könnten Brustvergößerungen und Verkleinerungen bei cis Frauen genauso als "geschlechtsanpassend" eingestuft werden. Nur eben nicht als trans.

Fazit: Zahlen und Statistiken zu trans Personen sind mit äusserster Vorsicht und genauem Bilck auf die Quellen zu betrachten :)
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