Partnerinnen und wir
Partnerinnen und wir - # 4

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Partnerinnen und wir

Post 46 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Tira hat geschrieben: Do 22. Aug 2024, 13:55 Die Ängste der Partnerin zu nehmen ist schwer und um so unsicherer wir sind, umso schwerer ist es.
Das ist ein Punkt, den Schnarch (ok Bücherwissen ... ;-) ) wahrschainlich anders sehen würde. Wenn ich ihn verstehe, geht es gerade darum, dass sie ihre Ängste selber bearbeitet. So wie ich meine Ängste bearbeiten muss. Das ist für sie um so leichter, je mehr ich auf meinen eigenen Füßen stehe. Und umgekehrt. Wer anfängt sein Selbstbewusstsein (im Wortsinne) und Selbstakzeptanz zu entwickeln, ist sich selber eine Stütze, die es auch dem/r Anderen ermöglicht, weiter zu kommen. Aber die Bereitschaft und die Energie dazu muss von der Person selber ausgehen. Diese Dynamik ist einer der wichtigsten Punkte, vielleicht sogar der wichtigste Punkt einer Beziehung. Wenn man in der Beziehung Neues erreichen will, muss man das alte loslassen. Das kostet Energie und bedarf Engagement. Diese Veränderung macht aber auch Angst. Deshalb verharren so viele Menschen lieber in einer schlechten Situation, statt Neues zu wagen. Das betrifft viele Lebessituationen, ob das eine Beziehung ist oder ein alkoholsüchtiger Partner . Es firmiert auch unter dem Begriff Koabhängigkeit. Und wieder haben wir den gleichen Effekt, je mehr man auf eigenen Füßen steht, um so leichter kann man sich von einer Situation lösen.

Ich merke beim Schreiben, wie die unterschiedlichen Ideen und Konzepte zusammen passen. Toll und danke für den Austausch ... (flow)
Viele Grüße
Vicky

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Susi T
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Re: Partnerinnen und wir

Post 47 im Thema

Beitrag von Susi T »

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 22. Aug 2024, 15:01
Tira hat geschrieben: Do 22. Aug 2024, 13:55 Die Ängste der Partnerin zu nehmen ist schwer und um so unsicherer wir sind, umso schwerer ist es.
Das ist für sie um so leichter, je mehr ich auf meinen eigenen Füßen stehe. Und umgekehrt.
Ich glaub das ist so ziemlich das gleiche.
Ich wüsste keine andere Möglichkeit wie wir es sonst unserer Partnerin leichter machen können, ausser positiv mit uns(eren Veränderungen) umzugehen.
Manche hier schaffen es ihre Partnerin auf Outingsicheren Gelände auf ihrer Reise mitzunehmen.

Einen fast umgekehrten Fall hab ich auch schon erlebt.
Ein Paar im Supermarkt die beide völlig verängstigt waren, ich stand nur 2 Positionen hinter ihnen an der Kasse und hätte ihnen gerne zugeflüstert das es viel leichter ist wenn sie sich etwas entspannen. Es war scheinbar ihr erster Ausflug bei der sich die eine voll weiblich kleidete, denn als ich sie an gleicher Stelle ein paar Wochen später wieder traf hatte sie ihre eigenen Klamotten im "Hybridstyle" an und war wenigstens etwas entspannter.

Bei uns war es anders, denn die Routine hab ich schon mitgebracht und den Rest konnten wir gemeinsam ausbauen.
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
Alicia
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Re: Partnerinnen und wir

Post 48 im Thema

Beitrag von Alicia »

Liebe Vicky und all die anderen,

jetzt, im Urlaub, habe ich etwas Zeit, um mich an diesem interessanten Thema zu beteiligen. Bisher habe ich nur mitgelesen. Vielleicht ist es auch nur Harmoniesauce, die ich in die Diskussion einschütten kann.

Bis zum März diesen Jahres habe ich meine Weiblichkeit im Dunkeln, also geheim und nur in den eigenen vier Wänden ausgelebt, sprich, immer wenn meine Frau nicht daheim war. Unsere (kinderlose) Beziehung lief ganz harmonisch und normal. Jede(r) machte ihr/sein Ding, wir gingen Tanzen und machten auch sonst so einiges zusammen - wie es halt läuft nach fast 30 Jahren.
Dann kam der große Tag, auf den ich mich, wie schon öfters erwähnt, auch mit Hilfe des Forums vorbereitet habe. Der Druck in mir wurde mittlerweile so groß in mir, dass ich alles auf eine Karte gesetzt habe, um ihn abzulassen. Ich wollte nicht mehr weiter mit der Geheimniskrämerei leben, es ging einfach nicht mehr. Ich war auf alles gefasst, vielleicht nicht auf eine schnelle Trannuung, dafür kannte ich meine Frau gut genug. Aber evtl. einige Wochen Kommunikationsstörung, wie jemand auch schon berichtete, waren eingepreist.
Doch ihre Reaktion auf das Outing hat mich dann schon umgehauen. Cis-Frauen haben einen siebten Sinn für unausgesprochene Wahrheiten und auch meine ahnte etwas. Nach einer herzlichen Umarmung meinte sie, dass sie gewusst hat, mit mir stimmte etwas nicht, aber in diese Richtung hat sie nicht gedacht. Eher hatte sie eine verheimlichte Krankheit oder andere Frau in Verdacht. Letzteres war zumindest nicht ganz falsch. :wink:

Kurz und gut, unsere Beziehung hat seitdem ein weiteres Standbein, eine Beziehung zu dritt würde ich es aber nicht nennen. Sie liebt weiterhin den Menschen, den sie auch vorher schon lieb hatte, und der hat sich ja nicht grundlegend verändert. Und ich liebe sie, so wie sie ist und natürlich auch dafür, dass sie die äußere Änderung mitträgt.
Ich kann nun Alicia zu Hause offen ausleben, auch in ihrer Anwesenheit. Sie motiviert mich sogar zwischendurch, etwas neues auszuprobieren. Im Sommer haben wir fast jede Gelegenheit genützt, um eine andere Stadt aufzusuchen, ich natürlich en femme.
Andererseits hat sie volle Hochachtung vor mir, wenn ich auf alles weibliche verzichte, solange Besuch im Haus ist. Ich glaube fast, sie leidet dann schon etwas mit. Bei gemeinsamen Unternehmungen in der näheren Umgebung erscheinen wir optisch in den angestammten Rollen, wobei sie mich immer mehr hin zu einem androgyneren Erscheinungsbild motiviert. Beim Thema "stylisch sicher Einkaufen" ist sie meine beste Beraterin, wobei sie immer wieder erstaunt und manchmal auch begeistert ist über meine spontanen, aber zielgerichteten Griffe in die Kleiderständer oder Schuhregale.

In diesem Urlaub habe ich noch keine Minute lang Männerklamotten getragen. Wir gehen gemeinsam shoppen, ins Cafe und Restaurant, wandern und genießen Kulturveranstaltungen. Entspannter Urlaub halt. Für mich ist es gesteigertes Lebensgefühl, mich in weiblicher Kleidung bewegen zu dürfen und ich genieße es gerade in vollen Zügen. Auf den Campingplätzen lasse ich auf dem Weg zu Dusche/WC auch gerne Oberweite und Kopfbedeckung weg und bin schon von Weitem als Mann in Frauenkleidern erkennbar. Die fragenden Blicke halten sowohl ich als auch meine Liebste aus. Mehr kommt dann eh nicht. Sie schätzt das Zusammenleben mit mir als Mensch, egal wie ich herumlaufe (solange gepflegt und nicht abgerissen).

Beziehungsratgeber haben wir gemeinsam nicht gelesen, obwohl meine Frau mir früher mal das eine oder andere Exemplar ans Herz gelegt hatte. Ich hab's immer wieder abgebügelt, das hat sie dann zähneknirschend akzeptiert. Sie ist mit der neuen Situation auf sich allein gestellt, kommt aber offensichtlich gut mit ihr zurecht. Sie kann sich auch schlecht bei ihren Freundinnen Rat holen, das käme einem indirekten Outing gleich. Also versuchen wir, Alicia gemeinsam weiter zu entwickeln. Wer weiß schon, welche Überraschungen und Wendungen das diesbezügliche Leben noch bereit hält.

Liebe Grüße, Alicia, derzeit tiefenentspannt. (ki)
Eine Lebensweise zu erfinden ist nichts. Sie zu verinnerlichen, ein Anfang. Sie zu leben ist alles.
(Frei nach Otto Lilienthal)
ChristinaF
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Re: Partnerinnen und wir

Post 49 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Liebe Alicia,
deine Zeilen gehen wie Balsam runter. So schön und harmonisch kann es also sein, wenn zwei Partnerinnen zusammen leben. Weiter alles Gute und viele, viele glückliche Jahre.
LG Christina
spacecy
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Re: Partnerinnen und wir

Post 50 im Thema

Beitrag von spacecy »

Alicia hat geschrieben: Do 22. Aug 2024, 23:14 Liebe Grüße, Alicia, derzeit tiefenentspannt.
Liebe Alicia,

herzlichen Glückwunsch zu dieser Partnerin. So ist es doch echt nicht oft. Ich habe das Glück nicht in dem Maß wie Du.
Ich wünsche Euch weiterhin ein glückliches und harmonisches Zusammenleben.
Liebe Grüße
Spacecy
Glücklich ist, wer vergißt was nicht zu ändern ist (aus "Die Fledermaus")
Jade
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Re: Partnerinnen und wir

Post 51 im Thema

Beitrag von Jade »

Hallo zusammen 😃

Einige von euch kennen mich schon allen anderen "Hallo!"
Ich bin Partnerin eines CD und ich möchte mich kurz (😂😂) zu euren Texten äußern.

Wenn ich hier lese, wie sehr ihr euch mit Partnerschaft und Zusammenleben auseinander setzt dann ist das sehr bewundernswert, sehr reflektiert. Nur wie viele von den Gedanken dort ihr mit euren PartnerInnen teilt konnte ich nicht so wirklich aus den Posts heraus lesen...
Es nützt nämlich leider nichts wenn man sich über seine Situation im klaren ist und sich beliest aber der Mensch an dessen Seite man lebt im Dunkeln tappt.

Vicky schrieb im ersten Text:
........Übertragen auf unsere Situation folgt für mich daraus, dass wir unser Partnerinnen mit unserem "Inneren" konfrontieren müssen, damit sich die Beziehung und die einzelnen Personen weiter entwickeln können. Wenn wir diesen Aspekt vor der Partnerin geheim halten oder sie nicht damit konfrontieren, nehmen wir ihr die Möglichkeit, das Potential der Beziehung zu leben. Dabei müssen wir sie selber frei entscheiden lassen, ob und wie sie dabei mitgeht. Das kann für alle ein schmerzhafter Prozess sein, aber genau das führt zu einer tieferen Intimität zweier selbstbestimmter Menschen......

Genau. Bitte macht es so.
Ich kann nur für mich und meine Situation sprechen aber tatsächlich ist die Geheimniskrämerei hier ein großes Problem.
Ja, mir tut es manchmal sehr weh wenn ich mich mit den Veränderungen auseinander setzen muß. Ja, dann sitze ich irgendwo, heule mir fast die Augen aus dem Kopf und habe das Gefühl es übersteigt meine inneren Kräfte und mein Verständnis.
Aber: wenn das Thema auf dem Tisch liegt dann können wir REDEN!
Letztendlich ist es so, dass nach solchen Gespräch das gegenseitige Verständnis zu nimmt. Wir müssen ja beide lernen. Mein Mann lernt, offener mit mir zu sprechen, er lernt meine Grenzen kennen, wobei die durchaus variabel und nicht in Stein gemeißelt sind, ich lerne seine feminine Seite besser kennen. Entdecke mit ihm neue Aspekte in unserer Beziehung.

Hm, hoffentlich habe ich jetzt nicht das Thema verfehlt 😂
Aber dieser eine Absatz, der hat mich während des Lesens der anderen Texte nicht losgelassen, darum musste da von meiner Seite eine Reaktion kommen.

Liebe Grüße
Jade
Julia Lacourt
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Re: Partnerinnen und wir

Post 52 im Thema

Beitrag von Julia Lacourt »

Guten Morgen Jade,
deine Hinweise sind wertvoll für mich, weil es die Position der Partnerin wiedergibt. Die wird hier selten unmittelbar dargestellt.
Dann versuche ich einmal das zu konkretisieren. Wenn meine Gedanken und Gefühle noch völlig diffus sind, spreche ich nicht darüber. Sobald ich mehr Klarheit habe, kommunizieren wir darüber. Die Vorgehensweise nutze ich auch für Fragen meiner Frau. Mittlerweile spreche ich aber auch aus, das ich auf einzelne Fragen (noch) keine Antwort habe. Auch die weitere Entwicklung besprechen wir mittlerweile offen (anfangs die weibliche Kleidung, mittlerweile das Gefühl auch einen "falschen" Körper zu haben). Wir sprechen auch darüber, dass sich dadurch meine Gefühle gegenüber meiner Frau nicht verändert haben und mein Wesen auch nicht, sondern wie ich es nach Außen darstelle. Letzteres erfordert viel Geduld, weil meine Frau natürlich einen Mann geheiratet hat, den gibt es äußerlich und in dieser Form nicht mehr. Die Fragen von Vicky haben mir sehr geholfen, weil sie es für mich auf den Punkt bringen, um den ich länger gekreist bin. Und deine Blickwinkel, dafür schätze ich dieses Forum sehr. Du darfst gerne weiterfragen.
LG
Julia
Jade
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Re: Partnerinnen und wir

Post 53 im Thema

Beitrag von Jade »

Julia Lacourt hat geschrieben: Mo 26. Aug 2024, 09:31 Guten Morgen Jade,
deine Hinweise sind wertvoll für mich, weil es die Position der Partnerin wiedergibt. ..... Du darfst gerne weiterfragen.
LG
Julia

Hallo Julia 😀
Vielen Dank für deine nette Rückmeldung. Da ich etwas unsicher bin ob und zu welchem Thema ich mich in die Diskussion hier einbringen soll habe ich mich sehr darüber gefreut.

Diesen Satz in deiner Nachricht fand ich sehr wichtig:
....Letzteres erfordert viel Geduld, weil meine Frau natürlich einen Mann geheiratet hat, den gibt es äußerlich und in dieser Form nicht mehr gibt. ....

Das ist es.

Es hat wahrscheinlich Jahre gedauert hat bis du soweit warst zu akzeptieren und zu verstehen wer du bist bzw. welche Person du gerne sein möchtest. Eine Partnerin dagegen bekommt das Endprodukt so einer langen Denkarbeit sehr geballt "serviert". Entweder als böse Überraschung weil sie etwas findet, was sie nicht finden soll (?) oder als Outing im Gespräch.
Beide Situationen ziehen einem den Boden unter den Füßen weg. Die erste, weil sie furchtbar Angst macht. Was ist da los? Warum finde ich Kleidung die weder mir noch einer anderen Frau gehört? Warum macht er das? Will er mich nicht mehr? 10000 Fragen die sich auftun und gleichzeitig die Angst den Partner damit zu konfrontieren, denn es könnte ja sein das dadurch die Büchse der Pandora geöffnet wird. Obwohl ich wusste, das mein Mann gerne mal Strumpfhosen und Damenwäsche trägt war es bei uns irgendwann so.

Ich glaube nicht, das ein Outing im Gespräch weniger dramatisch für die Partnerin ist aber ehrlicher und respektvoller.

Es wäre schön, wenn die Partnerinnen ähnlich viel Zeit hätten wie ihr, um sich mit den Veränderungen durch das Crossdressing oder das Trans sein vertraut zu machen. Das funktioniert natürlich nicht - ich denke, wer sich darüber im klaren ist wer, wie und was er / sie ist möchte das dann auch Leben. Möglichst jetzt und nicht erst in 20 Jahren, wenn die Partnerin die Veränderung verstanden hat. Das macht es nicht einfacher und darum finde ich den zitierten Satz von dir so besonders wichtig.

Generell ist Kommunikation das a und o.
Natürlich muss nicht jeder halb ausgegorene Gedanke diskutiert werden, aber wenn sich etwas festigt, dann fühle ich mich viel mehr als vollwertige Partnerin wenn ich "beteiligt" werde.
Vielleicht einfach dadurch, daß mir gesagt wird: So ist die Situation für mich, dieses oder das möchte ich gerne für mein Leben umsetzen - wie können wir beide dafür sorgen daß es ein guter Weg wird bis dahin.
Bei dir, liebe Julia, scheint das zu klappen - Respekt!
Wir sind auf dem Weg dorthin und schaffen das bestimmt auch 😉

Ich wünsche dir und allen Mitleserinnen einen schönen Abend!

Liebe Grüße
Jade
laura_naomi
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Re: Partnerinnen und wir

Post 54 im Thema

Beitrag von laura_naomi »

Liebe Jade,
du sprichst an, was meine Frau und ich gerade durchmachen.
In vielerlei Hinsicht ist es bei uns sehr ähnlich.
Sie versucht mein Crossdressing zu verstehen und zu akzeptieren.
Sie will aber auch ihren Mann behalten als Ehemann, Liebhaber und Vater ihrer Kinder. Ich versuche ihr alles zu geben und trotzdem das Frausein zu leben.
Da suchen wir noch nach einem gemeinsamen Weg. Ich hoffe, er findet sich.
Liebe Grüße von Laura Naomi
Jade
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Re: Partnerinnen und wir

Post 55 im Thema

Beitrag von Jade »

laura_naomi hat geschrieben: Mo 26. Aug 2024, 18:39 Liebe Jade,
du sprichst an, was meine Frau und ich gerade durchmachen.
In vielerlei Hinsicht ist es bei uns sehr ähnlich.
Sie versucht mein Crossdressing zu verstehen und zu akzeptieren.
Sie will aber auch ihren Mann behalten als Ehemann, Liebhaber und Vater ihrer Kinder. Ich versuche ihr alles zu geben und trotzdem das Frausein zu leben.
Da suchen wir noch nach einem gemeinsamen Weg. Ich hoffe, er findet sich.
Liebe Grüße von Laura Naomi

Hallo Laura Naomi,

wir suchen auch 😀
Und wenn ich meinem Mann jetzt deine Nachricht vorlesen würde dann würde er sagen: ich will ja gar keine Frau sein. Aber er möchte Damenwäsche tragen und Röcke. Und ich möchte - wie deine Frau - meinen Mann und Liebhaber behalten. Wir werden sehen wohin unsere Reise noch geht. Es liegen bestimmt noch Unmengen von Gesprächen vor uns.
Liebe Grüße

Jade
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Re: Partnerinnen und wir

Post 56 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Jade hat geschrieben: Mo 26. Aug 2024, 19:11 Es liegen bestimmt noch Unmengen von Gesprächen vor uns.
Ich sage es provokativ: Genießt es.

Warum ?

Weil Ihr Euch selber und Eurer/m Partner/in näher kommt.

Und weil die Angstüberwindung (und das was Ihr zu hören bekommt) weh tut, nehmt den Humor als Pflaster.

Warum schreibe ich das ?

Weil ich selber bis unter das Dach mit Angst gefüllt bin. Nicht nur die Partnerinnen haben Ängste, sondern auch die Männer bzw. Transfrauen, die in irgend einer Form ihre Weiblichkeit leben wollen und glauben, sich verstecken.zu müssen.

"Angst essen Seele auf". Wollen wir das ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Partnerinnen und wir

Post 57 im Thema

Beitrag von Paula »

Jade hat geschrieben: Mo 26. Aug 2024, 19:11 dann würde er sagen: ich will ja gar keine Frau sein. Aber er möchte Damenwäsche tragen und Röcke.
Genau das trifft auf mich auch zu. Nur kann ich das selber noch nicht so ganz verstehen und in Worte fassen, sodass ich Probleme habe, außenstehenden genau zu erklären, WAS mich genau dazu antreibt. Wie gesagt, ich kann es für mich selbst im Moment nur so zusammenfassen: "weil es halt schön ist und sich gut anfühlt". (Und warum gibt es diese "Regel", dass Frauen quasi alles anziehen dürfen, aber gleichzeitig den Männern verbieten können, das gleiche Recht in Anspruch zu nehmen.)
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Re: Partnerinnen und wir

Post 58 im Thema

Beitrag von Daniela04 »

Vielen Dank Paula
Mir geht es auch genauso wie Du, ich fühle mich einfach wohl in Frauenkleidern und Wäsche und kann es auch nicht erklären, geniesse es momentan einfach und lass es auf mich zukommen, es ist alkes auch noch sehr neu.
Lueber Gruss
Daniela
Ich will einfach der sein, der ich wirklich bin: ein Mann, der seine mittlerweile erkannte sehr bedeutende Weiblichkeit vertieft kennenlernen möchte.
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Re: Partnerinnen und wir

Post 59 im Thema

Beitrag von Joo »

Hallo Paula,
ich wüste nicht, daß mir irgendeine Frau verbietet Frauenkeider zu tragen, meine eigene Frau schon gar nicht. Das Verbot, die Scham und die Angst ist bei mir im Kopf. Es ist das Unwissen und die Angst die uns dazu bringt vor unseren Patnerinnen unehrlich zu sein. Das ganze Gebäude von Täuschung und Lüge, mit dem wir uns umgeben, ist das Resultat unserer Angst vor uns selbst und vor unseren Mitmenschen. Um das zu erkennen habe ich fast 70 Jahre gebraucht.
Darum glaube ich auch, daß ein offener und ehlicher Umgang mit den Partnerinnen der einzig gangbare Weg ist. Das wird in vielen Fällen nicht immer gut enden, aber es ist der einzig faire Weg in eine gleichberechtigte Partnerschaft. Der Traum vom Glück ist aber jedem unbenommen.

Liebe Grüße
Joo
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Die Toleranz der Anderen ist meine Freiheit.
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Re: Partnerinnen und wir

Post 60 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Paula hat geschrieben: Di 27. Aug 2024, 12:08 Und warum gibt es diese "Regel", dass Frauen quasi alles anziehen dürfen, aber gleichzeitig den Männern verbieten können, das gleiche Recht in Anspruch zu nehmen.
Du erinnerst Dich vielleicht, dass vor 100 bis 150 Jahren Frauen verboten wurde, Hosen zu tragen ? Und das in den 1960ern der Minirock angeeckt wurde. Nicht zu sprechen von Bikinis etc. DAfür waren Korsetts verpflichtend. Die meisten Frauen habe sich ihr Recht genommen. Warum solltest Du das nicht tun können ?

Die "Regel" ist schon ziemlich aufgeweicht und verbieten kann Dir keine Frau das, wenn Du es nicht willst. Ich vergleiche das Verhalten gerne mit Elefantenbabys, die man im Zirkus an eine Eisenstange gebunden hat, Es lernt, sich nicht loslösen zu können. Sie lernen das so intensiv, dass auch die erwachsenen Tiere sich an diese "Regel" halten, obwohl sie stark genug sind, sich zu befreien. So ist das mit uns auch. Wir müssen uns von solchen einengenden Regeln emanzipieren, egal ob wir weiblich konnotierte Kleidung aus Wohlbefinden, Lust oder als Ausdruck unseren Selbst verwenden.

Die Vorstellung, dass uns das zusteht, ist eine Befreiung. Diese" Regel" kann nur in unserem Kopf existieren, wenn wir uns durch unsere Außenwelt einengen lassen. Das ist kein Egoismus, das ist Selbstbestimmung, die uns zusteht.
Viele Grüße
Vicky

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