Meine wahre Geschichte
Meine wahre Geschichte

Lebensplanung, Standorte
Antworten
Sabine W.
Beiträge: 5
Registriert: Sa 15. Jun 2024, 15:13
Pronomen: er/sie
Wohnort (Name): Schweiz
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Meine wahre Geschichte

Post 1 im Thema

Beitrag von Sabine W. »

Ist Crossdressing vererbbar?
In meiner Vorstellung habe ich ja beschrieben wie es bei mir begann. Damit ihr es nicht suchen müsst, hier eine Kurzfassung:
Meine Grossmutter väterlicherseits war Damenschneiderin als ich sie bat, mir ein Röckchen zu nähen rastete mein Grossvater aus und verbot ihr vehement mir diesen Gefallen zu tun, was ich nicht verstand. Soweit die Vorgeschichte.

In meiner Jugend sprach ich natürlich nie mit meinen Eltern über meine Neigung. Meine Mutter war extrem prüde. Alles was nicht der Norm entsprach war Teufelszeug. Einmal entdeckte ich, das mein Vater ein Nylon-Damenhöschen trug. Ich fragte ihn warum er das tat. Er antwortete mir, er hasse diese Männerunterhosen aus Baumwolle mit Eingriff und das wäre viel bequemer. Ich mass dem aber keine Bedeutung zu, verlangte aber auch nach solcher Unterwäsche. Ich bekam sie auch und war glücklich dabei. Meine Lehrzeit verbrachte ich im selben Betrieb wo mein Vater arbeitete. Im Umkleideraum bemerkte ich, das er im Winter Feinstrumpfhosen trug. Auf meine erneute Frage meinte er, das sei viel bequemer und gebe warm unter dem Überkleid. Wiederum dachte ich mir nichts dabei.

Viele Jahre später, mein Vater war schon eine Weile pensioniert und ich hatte eine Familie, erlitt mein Vater an einem Abend einen Hirnschlag. Meine Mutter erkannte das nicht, oder wollte es nicht erkennen und schickte ihn ins Bett. Ich erfuhr erst am anderen Morgen davon und sorgte dafür, das er sofort ins Krankenhaus kam. Ich besuchte ihn dann zusammen mit meiner Mutter. Auf dem Weg nach Hause erzählte mir meine Mutter unter Tränen was für ein schweres Leben sie mit meinem Vater hatte. Sie dachte wohl er sei dem Tod nahe. Er war Crossdresser mit Leib und Seele und liess sich nicht davon abbringen. Sie musste es tolerieren. Er lebte es alleine aus, indem er sich stundenlang im Schlafzimmer einschloss. In meinem Kopf drehte sich alles, ich brauchte Tage um wieder klar denken zu können.
Mein Vater starb nicht und erholte sich wieder, hatte aber eine schwere Behinderung im Sprach und Seh-Zentrum. Die Verständigung mit ihm war nicht einfach. Trotzdem konnte er mir seine Geschichte erzählen. Ihr erinnert euch, seine Mutter war Damenschneiderin. Mein Vater war zu der Zeit im Teenageralter. Sie benutzte ihn als lebende Schneiderpuppe und es gefiel ihm. Seiner Mutter blieb das nicht unbemerkt und sie begann ihn zu unterstützen. Sie kaufte für ihn edle Unterwäsche und er musste jeweils zur Anprobe einen ausgestopften BH und Slip tragen. Sie ging mit ihm auch in die Stadt um Kleidungsstücke zu kaufen die sie nicht selber herstellen konnte. Wenn sie merkte das sich eine Beule im Slip bildete, schickte sie ihn in sein Zimmer damit er sich erleichtern konnte. Als er das zwanzigste Lebensjahr erreichte suchte sie sogar eine Frau für ihn, der das gefiel. Wie sie das im letzten Jahrhundert fertig brachte ist mir schleierhaft. Jedenfalls hatten sie und diese Frau es Faustdick hinter den Ohren. Warum diese Frau nicht meine Mutter wurde entzieht sich meiner Kenntnis. Möglicherweise hat dies alles mein Grossvater mitbekommen und wollte verhindern, dass sich die Geschichte wiederholt als er meiner Grossmutter verbot mir ein Röckchen zu nähen.
Vor fünf Jahren, im selben Jahr wie meine Frau, starben auch meine Eltern kurz hintereinander. Beim Wohnungsräumen kamen natürlich alle seine Sachen zum Vorschein. Meine Augen wurden immer grösser. Edle Wäsche, seidene Marken Blusen, Kleider und Röcke, Strümpfe, Strumpfhosen und eine Schatulle mit Modeschmuck alles was so im letzten Jahrhundert Mode war.
Ich brauchte Wochen um dies zu verarbeiten. Ich litt mein ganzes Leben unter meiner verborgenen Neigung und dann offenbart sich mir so etwas!

Ich weiss, das liest sich jetzt wie ein schlechter drei Groschen Roman. Aber es entspricht der Wahrheit und musste jetzt mal aus mir raus. Bis jetzt habe ich mit niemanden darüber gesprochen.
Live is a cabaret. Liza Minelli
Momo58
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1688
Registriert: Do 13. Dez 2012, 15:13
Geschlecht: transident
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Hinter dem Mond gleich links
Hat sich bedankt: 340 Mal
Danksagung erhalten: 411 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine wahre Geschichte

Post 2 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Hej Sabine,
ist Crossdressing vererbbar
Crossdressing gilt als psychische Störung und ist noch weitgehend unerforscht.
Die Frage ist, ob hier eventuell ein fließender Übergang zur Transsexualität besteht. Transsexualität entsteht bereits im Mutterleib und ist vererbbar. Ein eindeutiger Nachweis wäre ein Gehirnscreening, denn transsexuelle Menschen haben ein Gehirn, welches dem anderen Geschlecht ähnlicher ist. Ich halte eine Transsexualität zumindest für möglich, weil du bereits im Kindesalter einen Hang zum weiblichen hattest und dein Vater ebenfalls betroffen war. Bei mir waren es die selben Symptome wie bei deinem Vater.
Ich selbst hatte mich viele Jahre für einen Crossdresser gehalten, aber mit den Jahren wurde immer deutlicher, dass ich transsexuell bin.
Diese Erkenntnis war wie ein Befreiungsschlag. Der ganze Druck, das Verheimlichen, alles war plötzlich weg. Ich begann eine Hormontherapie und wollte eine geschlechtsangleichende OP die aber aufgrund von Vorerkrankungen nicht möglich war.

Liebe Grüße
Manuela
Wir alle sind nur ein unbedeutendes Staubkorn im Universum
Liv
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 305
Registriert: Sa 24. Okt 2020, 16:02
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Hannover
Hat sich bedankt: 67 Mal
Danksagung erhalten: 429 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine wahre Geschichte

Post 3 im Thema

Beitrag von Liv »

Sabine W. hat geschrieben: Di 2. Jul 2024, 14:47 Ich weiss, das liest sich jetzt wie ein schlechter drei Groschen Roman. Aber es entspricht der Wahrheit und musste jetzt mal aus mir raus. Bis jetzt habe ich mit niemanden darüber gesprochen.
Hallo Sabine,
dann erstmak vielen Dank für deine Geschichte, sie ist wirklich unglaublich! Aber die besten Geschichten schreibt nunmal das Leben.
Ich nehme mir daraus mit: Seien wir aufrichtig zu unseren Kindern.
Momo58 hat geschrieben: Di 2. Jul 2024, 16:41 Crossdressing gilt als psychische Störung und ist noch weitgehend unerforscht.
Die Frage ist, ob hier eventuell ein fließender Übergang zur Transsexualität besteht. Transsexualität entsteht bereits im Mutterleib und ist vererbbar. Ein eindeutiger Nachweis wäre ein Gehirnscreening, denn transsexuelle Menschen haben ein Gehirn, welches dem anderen Geschlecht ähnlicher ist. Ich halte eine Transsexualität zumindest für möglich, weil du bereits im Kindesalter einen Hang zum weiblichen hattest und dein Vater ebenfalls betroffen war. Bei mir waren es die selben Symptome wie bei deinem Vater.
Sorry, das kann ich so nicht stehen lassen. Ich will jetzt hier keinen Grabenkrieg anfangen, aber
  • Crossdressing ist ein Spiel mit dem Geschlechtsausdruck. Das kann vielfältige Ursachen haben: Modische Aspekte, Spaß am Verkleiden, aufkeimende Transidentität, sexuelle Stimulation, künstlerisches Spiel, politische Aussage und vieles mehr, und meist parallel - aber es ist per se erstmal keine psychische Störung.
  • Insofern ist Crossdressing auch nicht vererbbar. Es ist eine Aktivität.
  • Transgeschlechtlichkeit beginnt i.d.R. immer mit Crossdressing. Mir ist zumindest keine Transfrau bekannt, die nicht irgendwann ein Kleid angezogen hat und sich gut fühlte.
  • Umgekehrt, von Crossdressing auf Transgeschlechtlichkeit zu schließen ist Quark. Als Ferndiagnose verbietet es sich, zumal wenn die Userin erst einen Artikel geschrieben hat.
  • Es gibt keinen physischen Nachweis von Transgeschlechtlichkeit. Es gibt Gehirnscreenings, bei denen Transpersonen Merkmale des Zielgeschlechts aufwiesen. Aber als Diagnose eignen sie sich nicht, schön wär's. Wir haben nur die Selbsterkenntnis.
  • Die Ursache von Transgeschlechtlichkeit ist unklar. Es ist vermutlich eine Kombination aus genetischer Disposition, pränataler Entwicklung und frühkindlicher Prägung.
  • Folglich ist auch auch eine Vererbarkeit von Transgeschlechtlichkeit spekulativ, wenngleich eine verwandschaftliche Häufung denkbar ist. IMHO gibt es darüber keine belastbaren wissenschaftlichen Aussagen.
  • Von sich auf andere zu schliessen ist menschlich, aber selten zielführend.
LG
Liv
Franziska
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 370
Registriert: Di 8. Aug 2023, 22:08
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen:
Wohnort (Name): Raum Bonn
Hat sich bedankt: 232 Mal
Danksagung erhalten: 144 Mal
Kontaktdaten:

Re: Meine wahre Geschichte

Post 4 im Thema

Beitrag von Franziska »

Liebe Sabine,

vielen Dank für Deine sehr persönlichen, aber auch sehr bewegenden Schilderungen. Und es ist alles andere als ein Groschen-Roman. Aber wenn Du es einmal rauslassen kannst, dann hilft Dir das sehr viel weiter. Und Du hast hier im Forum sehr viele Gleichgesinnte, die Dir mit Rat zur Seite stehen können.

Ob Crossdressing vererbbar ist, ich glaube zwar nicht, aber weiß es auch nicht, bin aber eher bei den Anmerkungen von Liv.

Deine Anmerkung zum Wohnungsräumen war auch immer eine meiner großen Sorgen. Ich habe das Crossdressing vor ca. 10 Jahren erst spät für mich entdeckt, auch mit Unterstützung meiner inzwischen verstorbenen Frau. Vorher war es mehr Kopfkino. Und ich hatte immer die Sorge, wenn mein Sohn und Schwiegertochter einmal meine Wohnung ausräumen müssten und dann auf reichlich Damenkleidung treffen. Und ich habe jetzt endlich "die Kurve bekommen" und mich quasi geoutet. Sie haben es sehr gut aufgenommen und akzeptiert und es ist für mich eine große Erleichterung.

Liebe Grüße
Franziska
Genieße Deine Zeit, denn du lebst nur jetzt und heute. Morgen kannst Du gestern nicht mehr nachholen.
Und später kommt früher als Du denkst.
Albert Einstein
josicd
Beiträge: 50
Registriert: Di 29. Dez 2009, 21:31
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen:
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Meine wahre Geschichte

Post 5 im Thema

Beitrag von josicd »

Hallo Sabine,
vielen Dank für den interessanten Bericht. Über die Vererbbarkeit von Crossdressing habe ich mir schon immer Gedanken gemacht. Eigentlich ist es ein Glücksfall, dass du das so hautnah erleben und zuordnen konntest. In den meisten Familien wird und wurde es einfach totgeschwiegen, da ein offener Umgang damit gesellschaftlich nicht möglich war.
Somit stößt jede Ahnenforschung schnell an ihre Grenzen.
Dennoch glaube ich, dass Crossdressing in gewisser Weise genetisch bedingt ist. Andere Faktoren, wie z.B. ein natürlicher niedriger Testosteronwert usw. spielen da natürlich auch mit.
Die Tatsache, dass man diese Neigung eigentlich durch keine Therapie maßgeblich beeinflussen kann, spricht auch für einen genetischen Hintergrund.
Dies wissenschaftlich nachzuweisen ist bestimmt sehr schwierig.
So bleibt uns Betroffenen nichts anderes übrig, mit dieser Neigung sein Leben so gut wie möglich darauf auszurichten und gesellschaftlich, so weit es jedem möglich ist, zu integrieren.
Auch wenn es manchmal schwierig ist, so ist Crossdressing eine nicht unerhebliche Bereicherung des Lebens.
Genauso wird es Deinem Vater auch gegangen sein....

Liebe Grüße
Josi
Nora_7
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2071
Registriert: Do 16. Feb 2012, 12:23
Pronomen:
Wohnort (Name): Pfalz
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Re: Meine wahre Geschichte

Post 6 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Eine genetische Begründung ist reine Spekulation. Fakt ist, dass sich die Verteilungskurven typischer männlicher und typischer weiblicher Verhaltensweisen überlappen, und die Peaks nahe beieinander sind. Auch beim Vergleich mehrerer Kinder innerhalb einer Familie findet man große Verhaltensunterschiede. Was soll genetisch sein, wenn ein Junge ohne explizite binäre kulturelle Vorbelastung ein Kleid toll findet? I.d.R. kommt die kulturelle Belastung dann durch die Unterdrückung der Eltern.

Ich verweise hier auf das Buch von Leon Kaplan "Das Mona-Lisa-Syndrom". Es geht dabei primär um die Entstehung von Homosexualität, es werden aber auch Vergleiche zu CD und TS gezeigt. Fazit: Dass der Hormonstatus der Mutter zu den Zeiten wichtiger Entwicklungsphasen des Fötus u.a. das Sexualverhalten beeinflußt. Ein Ansatzpunkt, aber ob allein verantwortlich??????

Nora_7
Schönheit ist weiblich, und ich bin auch gerne schön.
Ich kann alles tragen, wenn ich ein Mädchen bin
Sabrinaxxx
Beiträge: 37
Registriert: Do 18. Apr 2024, 14:00
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Bayern
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine wahre Geschichte

Post 7 im Thema

Beitrag von Sabrinaxxx »

Hallo Sabine,

vielen Dank für Deinen Bericht, welcher vordergründig, wie Du schreibst "..sich jetzt wie ein schlechter drei Groschen Roman..." liest, aber die Hintergründe doch recht gut darlegt. Nach dem Lesen vieler Erfahrungsberichte und auch meiner eigenen Erfahrung, ergibt sich für mich das Bild, dass es meist mit dem Tragen der gegengeschlechtlichen Kleidung anfängt. Die tieferliegenden Gründe jedoch sind, wahrscheinlich auch aufgrund der geringen Fallzahlen, nicht erforscht und vielleicht auch gar nicht so wichtig. Mittlerweile denke ich, dass es wichtiger ist, damit umzugehen. Daher stimme ich dem von Liv angemerkten zu.

Ich wünsche Dir, dass Du einen Weg findest, diese Neigung, wie Du sie nennst, in Dein Leben so zu integrieren, dass das Leiden in Freude umschlägt.

Liebe Grüße
Sabrina
Sophia69
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 376
Registriert: Sa 17. Feb 2018, 19:12
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Essen
Hat sich bedankt: 434 Mal
Danksagung erhalten: 76 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine wahre Geschichte

Post 8 im Thema

Beitrag von Sophia69 »

Momo58 hat geschrieben: Di 2. Jul 2024, 16:41 Crossdressing gilt als psychische Störung und ist noch weitgehend unerforscht.
Wie gut, dass ich über das Stadium des Crossdressing hinausgekommen bin und trans*Frau bin und somit keiner psychischen Störung unterliege :mrgreen:
Nicole Fritz
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2998
Registriert: Mo 20. Mär 2017, 17:38
Geschlecht: Enby
Pronomen:
Forum-Galerie: gallery/album/567
Hat sich bedankt: 126 Mal
Danksagung erhalten: 235 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine wahre Geschichte

Post 9 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Sabine W. hat geschrieben: Di 2. Jul 2024, 14:47 Ist Crossdressing vererbbar?
Hallo Sabine,

wenn man mal über den Tellerrand unserer überheblich-eingebildeten Wissenschaft hinaus schaut (Wenn-Definition: Wissenschaft ist, wenn einen das Wissen schafft), ist völlig klar, was da vererbt wurde. Da gibt es einen großen Teil im Erbgut, der bisher noch nicht entschlüsselt wurde. Man nannte es mal überheblich "Müll-DNA" https://de.wikipedia.org/wiki/Nichtcodi ... kleinsäure. Angeblich ist es der Rest von irgendwelchen alten, lange nicht mehr benutzten, Codierungen, die nun ungenutzt das Erbgut "zu müllen".

Untersuchungen der Struktur der Basen-Folge dieser DNA-Abschnitte zeigen die Struktur eine Sprache. Und ich bin mir sehr sicher, das dies eine Sprache ist. Nur wer bezahlt jemandem Geld, der versucht mühsam heraus zu finden, wie Laute oder Buchstaben mit den vier Basen der DNA im Gegensatz zu einem Bauplan für organische Moleküle kodiert sein könnten? So einfach wie bei den ägyptischen Hieroglyphen ist es hier nicht. Bei denen gibt es einen Stein, in den ein Text zweisprachig hinein gemeißelt wurde (Hieroglyphen und Griechisch).

Wenn das also richtig ist, hast Du die ganze Geschichte Deines Vaters bereits in Deinem Erbgut. Und die Körperzellen, von denen Gefühle und Neigungen ausgehen, haben diese Geschichte gelesen, verstanden und verinnerlicht. Nur sie reden mit uns nicht in einer Sprache. Wenn wir also nicht wissen, was verschiedene Gefühle bedeuten, verstehen wir sie nicht. Dann deuten wir das vielleicht als Krankheit, und gehen zum Arzt. Der verschreibt uns dann etwas, damit diese Gefühle verschwinden ... .

Liebe Grüße
Nicole
Sabine W.
Beiträge: 5
Registriert: Sa 15. Jun 2024, 15:13
Pronomen: er/sie
Wohnort (Name): Schweiz
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Meine wahre Geschichte

Post 10 im Thema

Beitrag von Sabine W. »

Nicole Fritz hat geschrieben: Do 4. Jul 2024, 13:47
Sabine W. hat geschrieben: Di 2. Jul 2024, 14:47 Ist Crossdressing vererbbar?
Wenn das also richtig ist, hast Du die ganze Geschichte Deines Vaters bereits in Deinem Erbgut.
So wird es sein, ich sehe nämlich auch genau so aus wie er. Mein Sohn auch.

Liebe Grüsse Sabine
Live is a cabaret. Liza Minelli
Nicole Fritz
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2998
Registriert: Mo 20. Mär 2017, 17:38
Geschlecht: Enby
Pronomen:
Forum-Galerie: gallery/album/567
Hat sich bedankt: 126 Mal
Danksagung erhalten: 235 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Meine wahre Geschichte

Post 11 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo Sabine,

Ich denke, dieses ganze Verkleiden-Wollen hat mit völlig absurden Klischees zu tun, die mit unserem Geschlecht in Verbindung gebracht werden. Bei einer Recherche zum Thema "elbische Astrophysik" bin ich auf ein Gemälde von 1671 gestoßen, das den Astronomen, Mathematiker und Physiker Chistiaan Huygens zeigt. Mit seiner Kleidung und Haarpracht gibt der doch eine recht hübsche Frau ab. Damals hat sich aber wohl noch niemand daran gestört.

Liebe Grüße
Nicole


Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... nting.jpeg
Vesta
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 257
Registriert: Sa 24. Feb 2024, 22:51
Geschlecht: w
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 59 Mal
Danksagung erhalten: 118 Mal
Kontaktdaten:

Re: Meine wahre Geschichte

Post 12 im Thema

Beitrag von Vesta »

Sabine W. hat geschrieben: Di 2. Jul 2024, 14:47 Ist Crossdressing vererbbar?
Keine Ahnung. Aber eine Geschichte dazu:

Der Sohn, etwa etwa sechzehn Jahre alt, probiert im elterlichen Schlafzimmer heimlich Unterwäsche seiner Mutter an. Der Vater kommt überraschend rein, ertappt ihn dabei und sagt "Komm mal mit, Sohn". Dann geht er mit ihm ins Nachbarzimmer und schließt einen Schrank auf - alles voller "Transvestitenfummel".

Ich kenne die beiden nicht und kann nicht für die Wahrheit bürgen. Aber die Geschichte scheint mit authentisch.

Es kommt wohl gelegentlich vor, dass Vater und Sohn dieselbe Neigung haben. Wissenschaftlich untersucht ist da aber nichts.
Liv hat geschrieben: Di 2. Jul 2024, 19:46 Transgeschlechtlichkeit beginnt i.d.R. immer mit Crossdressing. Mir ist zumindest keine Transfrau bekannt, die nicht irgendwann ein Kleid angezogen hat und sich gut fühlte.
Gibt es aber, wenn auch selten.
Ansonsten bin ich bei allen Punkten mit die einer Meinung.
Antworten

Zurück zu „Körper - Gefühle - Empfindungen“