Studie: "Sprache beeinflusst die Massenmeinung zu Gender- und LGBT Gleichstellung"
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Jaddy
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Studie: "Sprache beeinflusst die Massenmeinung zu Gender„ und LGBT Gleichstellung"

Post 1 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Englischer Titel: "Language influences mass opinion toward genderand LGBT equality" (PDF bei PNAS)

Hier das ganze noch mal in einem Artikel in Business Insider, "Sweden recently introduced a gender-neutral pronoun. Psychologists say it's already changing the way people think".

Beides ist bereits von 2019. Sieben Jahre, nachdem Schweden hen als geschlechtsneutrales Pronomen 2012 offiziell in den Sprachumfang aufgenommen wurde.

Das Fazit: Es wird benutzt und führt offenbar dazu, dass generell weniger "traditionell" gegendert gesprochen und gedacht wird. Also genau so, wie vorhergesagt und beabsichtigt. Allerdings liefern die Studien - das Papier basiert auf vieren - eigentlich nur Korrelation. Ob die stärkere Verwendung von hen aus sich selbst heraus etwas verändert hat, oder vielleicht die gesellschaftlichen Prozesse, die u.a. auch zur offiziellen Einführung führten, generell etwas in de Köpfen verändert haben, ist nicht klar. Geschadet hat es auf jeden Fall nicht, und wer will hat seitdem eine etablierte Möglichkeit, über Personen ohne Markierung des Geschlechts zu reden.

Beim englischen they/them scheint die effektive Wirkung im Hirn nicht so entgendernd zu sein. Es dominiert das maskuline Stereotyp.
missy
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Re: Studie: "Sprache beeinflusst die Massenmeinung zu Gender„ und LGBT Gleichstellung"

Post 2 im Thema

Beitrag von missy »

Jaddy hat geschrieben: Mi 17. Apr 2024, 14:31 Psychologists say it's already changing the way people think.
Wundert mich ehrlich gesagt nicht. Wenn das neue Wort "hen" im alltäglichen Sprachgebrauch Verwendung findet, wird ein Thema aufgegriffen, das sonst nicht täglich auf der Tagesordnung steht. Es gibt einfach mehr als er, sie, sein, ihr, ... - Die geschlechtsneutrale Ausdrucksweise regt zur gedanklichen Auseinandersetzung an, sie bringt Menschen zum Nachdenken. Und so verändert sich - nicht zuletzt durch den ständigen Gebrauch - das Denken der Menschen.

"Beim englischen they/them scheint die effektive Wirkung im Hirn nicht so entgendernd zu sein. Es dominiert das maskuline Stereotyp." "They" und "them" sind vertraut. Also werden auch nicht großartig Gedanken darauf verwendet. Folglich assoziiert frau/man das, was bisher meist geklappt hat: männlich. Schade.
Toleranz ist lernbar, zu viel Toleranz ist heilbar.
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