»Heidenspaß-Partys« an Karfreitag
»Heidenspaß-Partys« an Karfreitag - # 5

conny
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 61 im Thema

Beitrag von conny »

ascona hat geschrieben: Mo 1. Apr 2024, 13:21 Leute, in dieser Sache bin ich ganz bei Jaddy, hat doch jetzt schon x mal geduldig erklärt, daß es um gegenseitigen Respekt und Gleichberechtigung geht , bei andern scheint mir das Wort 'Respekt' nur noch eine Worthülse, das man einfach so mal schnell raus haut, weil es gut klingt.
Jaddy hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 12:03 Aus nichtreligiöser Sicht beruhen alle religiösen Feiertage auf unbelegten Mythen und einem völlig willkürlichen, von jeglicher realer Grundlage freien Weltbild. Es ist nichts anderes als Feiertage für Frau Holle, Sol Invictus, Manitou oder Meister Yoda. Es ist schon erstaunlich genug und aus meiner Sicht nicht legitim, auf den Märchen von einigen aufbauend Gesetze für alle zu machen, aber "besonders" ist der Karfreitag nur im Kopf der Gläubigen.
@ascona
Unter "Respekt" ggü. gläubigen Christen verstehe ich etwas anderes.
ascona
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 62 im Thema

Beitrag von ascona »

Hallo Conny,
das ist ein guter Punkt ! Ich will gerne dazu erklären, wie ich es mit Respekt gegenüber religiösen Menschen halte:

Von der Sache her sehe ich Religion vereinfacht gesagt genauso wie Jaddy es mit "Märchen" beschreibt.
Aber das heißt ja nicht, daß ich das im Umgang mit religiösen Menschen denen das so auf die Nase binde ! Ich habe im Alltag öfter mit alten - auch religiösen - Menschen zu tun. Da halte ich mich vollkommen raus, wenn sie irgendwas religiöses äussern. Es kommt sogar mal vor, daß ich im gleichen Raum bin und plötzlich wird gebetet. Da ist man einfach still, hört auf zu essen oder trinken, und gut ist. Ich glaube, da kann ich andersdenkende sehr gut respektieren.

Etwas ganz anderes ist es, wenn jemand über Religion diskutieren will - selber fange ich nicht damit an. Da sag ich meine Meinung, die ist sachlich, aufklärerisch - so will ich das mal nennen :wink: , auch das ist im Umgang mit normal religiösen Menschen kein Problem, höchstens mit fundamentalistischen können die Standpunkte auch mal hart aufeinander treffen.
Jaddy
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 63 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Genau was ascona sagt. Ich respektiere anderer Leute Glauben und versuche ihnen dabei nicht ins Gehege zu kommen. Heisst: Ich freue mich für sie, wenn sie daraus was ziehen, passe mich auf ihrem Turf ihren Regeln an und versuche in gemeinsamen Räumen Platz zu lassen und auch was zu lernen. Gleiches erwarte ich auch mir gegenüber.

Gleiches Thema bei Geschlecht/Gender, sexueller Orientierung usw. Überall "feste (persönliche) Überzeugungen"(tm), die super okay sind, solange anderen die ihren gelassen werden, mit anerkennender, gegenseitiger Rücksicht.

Ich finde Vielfalt generell faszinierend, weil Unterschiedlichkeit in Gemeinschaft sich gegenseitig befruchtet und voran bringt. Das geht aber nur zusammen mit einem weiteren, für ein respektvolles Zusammenleben notwendigen Aspekt: Die eigenen Glaubenssätzen in Perspektive zu setzen, von aussen zu sehen und sich in die Lebenswelt anderer zu versetzen, die diese nicht teilen. D.h. sich bewusst zu sein, dass die eigene Religion, Identität, Sexualität nicht "besser", "besonderer" oder "wahrer" ist, als eine andere, mal abgesehen von einer sowohl rationalen als auch humanistischen kleinsten gemeinsamen Wirklichkeit. Der Glaube der einen ist das Märchen der anderen und umgekehrt und das ist okay so. Genau das wollte ich mit der Passage klar machen.

Deshalb und aus Respekt für die Freiheit der anderen, die wir ja selbst auch geniessen wollen, haben wir kein Recht, uns über sie zu erheben "weil wir's können" oder uns als "die besonderen" wähnen(1). Das gemeinsame Ziel sollte doch mindestens eine friedliche, faire Koexistenz sein.

Darüber hinaus gehend ist mein Verständnis von Respekt am besten beschrieben durch die I.D.I.C. Idee. Unendliche Vielfalt in unendlichen Kombinationen. Majel Barrett(2), erklärt es in der ersten Hälfte ihrer Dankesrede anlässlich der Verleihung des Humanist Arts Award der American Humanist Association 1995. Es ist interessant, wen sie als gedanklichen Urheber zitiert.
If there is one idea which characterizes "Star Trek" and its successors, it is that differences among people are not merely to be tolerated; they are to be embraced and celebrated.

In one of the earliest episodes of "Star Trek," Captain Kirk sternly told a crew member: "Leave any bigotry in your quarters, mister - there's no room for it on the bridge." ...

Gene's vision has been called many things - innovative, progressive, idealistic. But, at its core, his outlook was always humanistic. For Gene, life was fascinating in its endless diversity. That some people's beliefs, customs, color, size, or shape would prevent them from attaining the respect of others or from living the fullest life possible was unthinkable to him.

Gene was a man who loved humanity unconditionally, fearlessly - from rabbis to agnostics, from university professors to the functionally illiterate . . . and, if he had a chance, from earth person to alien. Humanity - and beyond humanity, people.

Our episodes deal with issues such as war, drugs, prejudice, religion, power, trust, envy, love . . . and other endless dilemmas. ...

The message is, of course, that we are all alien in one way or another. And those seemingly overwhelming problems are simply conditions which exist in order to draw us together. And draw together we must, for that is the only way to the future.

Moses Maimonides, who lived nearly 900 years ago, wrote a book called The Guide for the Perplexed. In it, he said: "The human race contains such a variety of individuals that we cannot discover two persons exactly alike in any moral quality or external appearance. This great variety and necessity of social life are essential elements in man's nature." These are the same principles, the same philosophies, which are inherent in "Star Trek."
...
"Star Trek," the legend, is very different: it embraces peace and love and unity, and it says that civilization will reach maturity on the day it learns to value diversity in life and ideas. As Gene once put it:

To be different is not necessarily to be ugly; to have a different idea is not necessarily to be wrong. The worst thing that could happen is for everyone to look and think and act alike. For if we cannot learn to appreciate the small variations between our own kind here on earth, then God help us when we get out into space and meet the variations that are almost certainly out there.

Think about these words of Gene's. And also:

What a terrible, boring world it would be if everyone agreed with everyone else. And if there weren't different shapes and colors and ideas. . . . My test for a wise human is when they [sic] take a positive delight when someone says, "I disagree with you because. . . ."

What an opportunity this opens!
🖖

(1) Das bedeutet allerdings nicht, Repression, Gewalt oder Unfreiheit etc gegen irgendwen zu tolerieren. Auch nicht in internen Ritualen. Die Freiheit, eine Gemeinschaft zu verlassen, ist Teil gegenseitigen Respekts. Ebenso können Kulturen, Religionen, etc auch respektvoll kritisiert werden.
(2) Verheiratet mit Gene Roddenberry, dem Erschaffer von Star Trek. Spielte die Nummer Eins im Pilotfilm, Nurse Chapel in TOS, Lwaxana Troi in TNG und DS9, etc.
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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Post 64 im Thema

Beitrag von Dolores59 »

Christiane hat geschrieben: Di 2. Apr 2024, 17:17 Wie schon gesagt - dann keine Feiertage - fertig. Alle gleich behandelt.
Mehr und andere wird es nicht geben. Das dürfte Dir auch klar sein, oder?
Denn selbst der 3.10. ist kein zusätzlicher - dafür wurde der 17.Juni gestrichen.

LG
Christiane
Keinerlei Feiertage hat auch wirtschaftliche Auswirkungen:

Zum einen fallen sämtliche Feiertagszuschläge für Leute weg, die an Feiertagen arbeiten. Das ist günstig für Teile der Wirtschaft, weil Kosten eingespart werden.

Zum anderen fallen sämtliche Einnahmen weg, die im Zusammenhang mit Feiertagen stehen, z.B. in Gastronomie, Beherbergungsbetrieben und anderen Tourismusbetrieben. Das ist ungünstig für andere Teile der Wirtschaft.

Und durch den Wegfall von Feiertagen braucht es keine Brückentage mehr.

Übrigens, der Buß- und Bettag als gesetzlicher Feiertag ist ab 1995 für die Pflegeversicherung geopfert worden (außer in Sachsen). Damit die Beiträge günstiger sind. Was nicht wirklich etwas gebracht hat.
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)
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