Korrektur nach GaOp
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Vanessa93
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Korrektur nach GaOp

Post 1 im Thema

Beitrag von Vanessa93 »

Hallo liebes Forum,
Ich war jetzt schon eine ganze Weile nicht mehr aktiv. Bei mir ist viel passiert.

Ich hatte seitdem ich meine GaOp im Mai 2017 hatte bereits zwei Korrekturen, aber jedesmal kam es zum selben Problem. Erst bildete sich nach der Op ein Narbenring, dann wurde der in der ersten Korrektur geöffnet. Leider vergeblich, denn nach nur kurzer Zeit kam es trotz regelmäßigem und ausdauerndem Dehnen zur erneuten Vernarbung und zum zusammenziehen der Haut. Dann nach der dritten Op das selbe Spiel. Zuerst alles gut, dann nach kurzer Zeit fängt das ganze wieder an zusammenzuschrumpen. Und defakto ist meine Vagina unbenutzbar. Ich kann zwar mit meinem Finger oder einem dünnem Dilator an den ganzen Narben vorbei, aber nur unter Schmerzen, an Penetration ist gar nicht zu denken. Selbt ohne den Narbenring wäre die Tiefe weit unter 10cm. Denn durch das ganze Narbengewebe hat sich alles stark zusammengezogen.
Ich hatte vor kurzem einen Termin im UKE bei der Frau Dr. Riechardt zwecks zweiter Meinung. Denn noch einen Versuch zum verschlimmbessern will ich dem Pottek nicht geben, er hatte seine Chancen.
Dr. Riechardt sagte mir, dass bei mir eine weitere Op mit Vollhaut oder Spalthaut keine gute Idee wäre. Da ich zu so starker Narbenbildung neige. Sie würde bei mir eine Neuanlage der Vagina mit einem Teilstück Darm machen. Ich finde es an sich eine Gute Idee, denn soweit ich es in Erfahrung bringen konnte ist bei diesre Methode nicht so viel potential für Narbenbildung. Und sowohl die Tiefe, als auch die Penetrierbarkeit sollen wesentlich besser werden als es jetzt bei mir der Fall ist.

Ich habe dazu ein paar Fragen ans Forum.

Hat eine von euch Erfahrungen mit Frau Dr Riechardt allgemein? Und speziell mit dieser Methode?

Hat eine von euch vielleicht Erfahrungen mit dieser Methode wo ein teil des Darms verwendet wird?

Das wars dann erstmal, hab mir die Finger wund geschrieben :lol:
Ich wünsche euch allen einen schönen Tag
Eure Vanessa
Severine
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Re: Korrektur nach GaOp

Post 2 im Thema

Beitrag von Severine »

Hallo Vanessa,

Ich kenne Frau Dr. Riechardt nicht, aber das klingt nach der GaOP - SRS Variante die ich bis vor kurzem (privat finanziert) im Ausland (Thailand) im Auge hatte. Wenn es mich nicht täuscht schlägt sie dir die Sigma Colon vor.

Ich hätte vor kurzem dazu eine Frage auf Facebook beantwortet:

Die Sigma Colon ist eigentlich ein recht altes Verfahren, allerdings sind die Ärzte rar die dieses Verfahren durchführen.

Sie hat in der Vergangenheit diverse Komplikationen verursacht und ist z. B. Asien nichts ungewöhnliches, auch wird diese dort bei namhaften Kliniken wie Kamol, Pai oder Olmec in Thailand / Indien weiterentwickelt und operiert.

In Deutschland / Europa sind mir Dr. Krege in Essen z. B. für die (Korrektur-) Sigma Colon, auch Professor Miroslav Djordjevic in Belgrad/Serbien und für die Erst-Op und Korrektur auf Sigma Colon bekannt.

Es sind so gesehen zwei Operationen und für Menschen mit Darmerkrankungen nicht geeignet. Oftmals entscheiden sich Transfrauen für die Sigma Colon als Korrektur OP nach Wunsch nach mehr Tiefe der Vagina und dem ewigen dilitieren.

Mittlerweile gehen erste Kliniken zur PPV über die die Nachteile der Colon (z. B. Geruchsprobleme, gelegentlicher brauner Ausfluss usw.) nicht hat. Ich habe mich für die PPV trotz mangelnder Langzeitstudien bei Transfrauen entschieden und werde um den 15.02 operiert.

VG Alexandra
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Re: Korrektur nach GaOp

Post 3 im Thema

Beitrag von Franka »

Hallo Vanessa,

ich war im September bei Frau Dr. Riechardt zu ersten OP. Alles sehr gut verlaufen. Kleine Probleme mit dem Narbenring habe ich auch, aber bin inzwischen doch bei Nr. 5 vom Vagiwell Set angekommen. Einziges Problem im UKE ist Termine zu bekommen. Die Kontrolluntersuchung 4-6 Wochen nach der OP ist ausgefallen, wegen Corona. Jetzt versuche ich gerade den Korrekturtermin zu bekommen, gestaltet sich auch etwas schwierig.
Wenn du noch Fragen hast, kannst du mir gerne eine PN schreiben, dann können wir Tel.Nr. tauschen, ich bin relativ schreibfaul :mrgreen:

LG Franka
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.
NikolaAusR
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Re: Korrektur nach GaOp

Post 4 im Thema

Beitrag von NikolaAusR »

Hallo Vanessa,
im geschützten Bereich gibt einen Thread zum Thema.
OP wird im März bei Fr. Prof. Dr. Krege sein.

Alles Gute
Nikola
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NikolaAusR
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Re: Korrektur nach GaOp

Post 5 im Thema

Beitrag von NikolaAusR »

XYZ hat geschrieben: Mi 10. Feb 2021, 06:47
NikolaAusR hat geschrieben: Mi 10. Feb 2021, 00:04 im März bei Fr. Prof. Dr. Krege sein.
wann hast du die OP bei Ihr
Hallo *,
das Thema ist nicht von mir :wink:

Ich hatte meine OP bei Fr. Dr. Morath in München.
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Re: Korrektur nach GaOp

Post 6 im Thema

Beitrag von Vanessa93 »

Hallo alle,
Danke für die Antworten.

@NikolaAusR danke für den Hinweich, aber ich habe leider keinen Zugriff auf den geschützten Bereich.

@Severine danke für die ausführlichen Informationen. Ich hab dazu noch eine Frage: was ist denn die PPV und wo ist der Unterschied zum Sigma Colon?

Viele Grüße
Vanessa
Severine
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Re: Korrektur nach GaOp

Post 7 im Thema

Beitrag von Severine »

Hallo Vanessa,

Ich hoffe du bist fit in Englisch - Ich bin etwas faul das gerade zu übersetzen, zumal ich am Organisieren und Koffer packen bin, denn Freitag geht es los!

Hier zunächst der Link direkt zum Hospital die schon erste gute Informationen zur PPV (SRS-4) geben:
https://www.kamolhospital.com/en/servic ... ssignment/

PPV steht für Penile-Peritoneal Vaginoplasty technique.

Original Text:

This is the most advanced SRS technique for transwomen and Kamol hospital is one of the only hospitals in the world performing it. Peritoneal tissue is tissue that lines the abdomen. It is the most vagina like of all body tissues. It is elastic, it self lubricates in the same way as a cisgender vagina does and without the odour associated with colon vaginoplasty, it doesn"™t demand a lifetime of dilation unlike the other options of penile inversion or using the colon. It is by far the most advanced technique with many advantages over other techniques.

The procedure uses a small amount of penile inversion combined with a peritoneum pull through technique to create the neovaginal canal. Using a peritoneal pull through to create the vaginal canal is not in fact new, it"™s just new for transgender women. This technique has been used in cisgender girls for over 60 years. Known as the Davydov technique it is the only treatment for girls born without a vaginal canal. Known as "MRKH Syndrome" this congenital defect affects a huge one in 4500 girls. Peritoneal tissue is the only tissue used to make a vagina canal to connect the vulva to the womb of girls with MRKH. After 9 month in cis girls this peritoneal tissue is indistinguishable from vaginal tissue under a microscope.

In this technique the outer labia and visible vagina is made using the penis whilst the inner vaginal canal is made using a peritoneal.

The only negative aspect is that there is no long term data on the results for SRS-PPV on trans patients, however the only difference between transgender women and cis girls is that trans women need to have the vulva created and don"™t have a womb. These are however medically inconsequential as making natural looking vulvas is something Dr Kamol has done many thousands of times and has a world leading reputation for. SRS-PPV is less like having a neovagina and more like having a natal vagina. It behaves the same way and no other technique comes close to the function of a biological vagina.

This technique is not only the most advanced method for a realistic, functional vagina but it is also extremely good revision surgery for patients who have previously undergone sex reassignment surgery and who are unhappy with the result or who simply want a more functional realistic, elastic, self lubricating vagina with significant advantages over other methods.


Advantages:

This technique can be used as a primary or secondary neovagina reconstruction.
This technique is beneficial for patients who have previously undergone sex reassignment surgery, penile inversion whose vaginas have developed a loss of depth and are unable to perform sexual intercourse or for those who want an "upgrade" to a more natal functional vagina with less maintenance.
The vagina has a self-natural lubricant.
Less likely to shrink & less chance of vaginal prolapse.
Fewer risks of intestinal dysfunction compare to the sigmoid colon.
Peritoneal tissue is elastic and does not require dilation after a year unlike all other techniques.
Natural lubrication is extremely similar to vaginal lubrication, unlike the colon which has an odour of colon.
Recovery is significantly quicker than both penile inversion and colon vaginoplasty.
No visible scars in the vagina itself (it looks completely natural) and due to laparoscopic (keyhole) technique there are only 2 tiny, virtually undetectable scars from the keyhole surgery- (2 tiny freckle like scars either side of the abdomen)
Significantly less painful than other techniques.
Most similar functionality to a biological vagina.
Peritoneal pull through (davydov technique) has been performed on cisgender girls for over 60 years and is well understood.

Disadvantages and limitations:

The patient may experience dyspepsia / indigestion symptoms 2-3 days after the surgery.
This technique is not suitable for those who are overweight or have fatty abdomens.
In the extremely rare event there is a complicated case, the patient might have the possibility of conversion to open technique or sigmoid colon neovagina reconstruction. This is more or less unheard of.

Dazu habe ich einige Fragen gestellt:

I would give you a brief information of the peritoneal neovaginoplasty as this follows:
1. Full procedure included labia, neoclitoris with hood, vaginal pouch will be created at one stage.
2. The penile skin is used for 3 parts, the clitoral hood, inner labia, and outer part of the vagina canal (pouch).
3. Currently, there are 2 different techniques for peritoneal vaginoplasty;
1# technique, make the peritoneum as a tube and then turn the top to the outside as 270 degrees, to connect the penile skin at the vaginal entrance. This technique is a high possibility of necrosis.
2#, use the peritoneum directly slide downward connected to the penile skin. This technique is more reliable for blood perfusion and no chance of necrosis.
Hence, I use the second one as the first choice.
4. Vaginal dilation is mandatory in the peritoneal SRS, but it's easier and short duration than the penile inversion/colon technique, just the first year after surgery.
5. The vaginal depth of the peritoneum technique is deeper beyond the pelvic floor, the neovaginal pouch is approached the pelvic cavity.
6. There are 2 team surgical teams for the operation; 1# the laparoscopic surgical team created the peritoneal flap, 2# I create the external appearance and neovaginal canal, and control all surgical procedure.
7. The external parts shape and esthetic form depended on penile skin quality included circumcised, normal, or extra size.
8. Scrotal skin is used for labia majora. But in the case of circumcised, it may be used for the outer part of the vagina. So, if you are circumcised, you should have hair removal at the scrotal before surgery.
9. Patient with extra-large penile size, it needed to trim and reduce to fashioned for ideal female genitalia, but sometimes there is a limitation.

Can vaginal canal collapse happen, if after 1 year I NEVER EVER dilate again?
The PPV is the most current technique in SRS, there is no long term (>5 years) study for this technique.
The PPV in genetic female has been started more than 20 years and no recommended for vaginal dilation.
I recommend regular vaginal dilation at least 1 year, after that if you have no active sexual intercourse,
You may regularly check every 1-2 weeks, and do dilation if the vaginal diameter is narrow.

Why couldn`t this happen? - What is so different to colon?
The colon vagina has autonomic muscle contraction, so the dilation is harder.
The colonic mucosa is more sensitive than the peritoneum, sometimes has inflamation, bleeding.
(Cause colon is still tube in original - and the ppv surgery?)
By surgical technique, the peritoneum is cut and then make as a tube, the connect to the perinile skin.

Kurze Zusammenfassung:

- Natürliche Feuchtigkeit ohne möglichen Geruch durch die Darmauskleidung, kein möglicher gelegentlicher brauner Scheidenausfluss
- Dilitieren ist leichter als bei der Colon, ab einem Jahr entfällt das dilitieren (zu vernachlässigen bei Sex = sonst 1-2x "Check" 1-2x die Woche.
- Eine Operation, nicht zwei (bei Erst OP) da der Darm in Ruhe gelassen wird, dadurch schneller Erholung - keine spezielle Ernährung anfangs erforderlich
- Kein Risiko bzgl. Komplikationen am Darm / Krankheiten bzgl. Darm, bleibt intakt bei der ppv (Schlimmstenfalls droht bei der Colon ein künstlicher Darmausgang wie "man mir sagte" (ohne Verifizierung!)
- Kommt dem cis-original am nächsten
- Hohe Erfahrungswerte bei cis-Frauen (aber (!) keine Langzeitstudien über 5 Jahre bei Transfrauen)
- Tiefe um 6 inch (15-15,5cm)
NikolaAusR
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Re: Korrektur nach GaOp

Post 8 im Thema

Beitrag von NikolaAusR »

XYZ hat geschrieben: Mi 10. Feb 2021, 10:16 und wer hat das Thema
Da die Autorin den geschützen Bereich gewählt hat, gibt's hier auch keinen Namen...

Der Fred heißt 'Sigmascheide'

Falls Du keinen Zugang hast: bei Anne-Mette per PN anfragen

Liebe Grüße
Nikola
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Re: Korrektur nach GaOp

Post 9 im Thema

Beitrag von Vanessa93 »

@Severine vielen lieben Dank für die Info, ich hab gar nicht gewusst dass es diese Methode überhaupt gibt.

Viele Grüße
Vanessa
Vesta
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Re: Korrektur nach GaOp

Post 10 im Thema

Beitrag von Vesta »

Von PPV habe ich noch nie etwas gehört, aber es klingt ja erst einmal interessant, gerade unter dem Gesichtspunkt einer selbstbefeuchtenden Vagina und Hoffnung auf weniger Pflegeaufwand.
Severine hat geschrieben: Mi 10. Feb 2021, 14:34 PPV steht für Penile-Peritoneal Vaginoplasty technique.
[...]it"™s just new for transgender women. This technique has been used in cisgender girls for over 60 years. [...] it is the only treatment for girls born without a vaginal canal.
Was ich aus Laiensicht an Bedenken habe:
- Der Unterschied zwischen Transfrauen (vor der OP) und Cisfrauen ist, dass Transfrauen einen Penis und damit das Material haben, Cisfrauen aber nicht.
- Bei Transfrauen wird der Penis als Materialquelle für die Vagina benutzt.
- Bei Cisfrauen wird das Bauchfell verwendet.

Da Letzteres bei Transfrauen auch möglich wäre, aber nicht gemacht wird, schließe ich, dass die Verwendung der Penishaut die bessere Methode ist, und man zum Bauchfell nur greift, wenn keine Penishaut zur Verfügung steht.

Was sind also die Nachteile von PPV :?:

Gibt es in D überhaupt Ärzte, die das machen?
Und hat irgendwer Erfahrung mit PPV?
Lavendellöwin
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Re: Korrektur nach GaOp

Post 11 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Vesta hat geschrieben: Sa 23. Mär 2024, 21:28 Da Letzteres bei Transfrauen auch möglich wäre, aber nicht gemacht wird, schließe ich, dass die Verwendung der Penishaut die bessere Methode ist, und man zum Bauchfell nur greift, wenn keine Penishaut zur Verfügung steht.

Was sind also die Nachteile von PPV

Hmmm...

rein von der Logik her würde ich sagen, das man quasi 2 invasive OPs in eine Sitzung packen muss.
2 Eingriffe die ja auch in Folge ausheilen müssen-anscheinend regeneriert sich das Bauchfell auch tatsächlich wieder von selbst.
Trotzdem 2 Stellen die Komplikationen haben könnten.

Zudem wird es in D der Kostenfaktor sein und das die Behandlungsmethode erst einmal gelehrt und zugelassen werden müsste.

Ob jetzt die Penishaut die bessere Methode ist, nun ja, aber das Material ist schon mal da wo es sein soll und bleibt quasi an
Ort und Stelle, nur in veränderter Form.

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Severine
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Re: Korrektur nach GaOp

Post 12 im Thema

Beitrag von Severine »

Hallo erneut (888)

Ich hatte diesen Beitrag schon vergessen ... wie die Zeit vergeht. :shock:

Wo fange ich an ... Meine OP zu der PPV Technik schien im ersten Moment erfolgreich gewesen zu sein. Ich habe eine gute Tiefe um ca. 6.1 inch (ca. 15,4 cm) und habe mich sehr penibel
an die Instruktionen fürs "dilitieren" (bougieren" gehalten, sprich 12 Monate lang, 2 mal täglich. Ich habe mich mit dem von der Klinik erhaltenen Set recht zügig zu größeren Größen hoch
gearbeitet. Da die "größte Größe" nur 3 cm im Umfang hatte, bekam ich von der Klinik später noch größere (3.5 / 4 und 4,5 cm) nachgeliefert. Ich war zufrieden, sowohl von der Feuchtigkeit
und der Tiefe. Der Sex funktionierte gut und schmerzfrei.

Nach 13 Monaten plante ich eine neue Operation, die meine Figur verweiblichen würde. Es handelte sich um eine Lipo 360 Grad mit Brazilian But Lift (BBL) zur Schaffung einer sanduhrförmigen
Figur und der "Aufpolsterung" des Gesäßes. Ein Nachteil ist es, dass man nach der OP 3-6 Woche nicht sitzen sollte, ganz zu schweigen von auf dem Rücken liegen / schlafen. Dafür gibt es dann
spezielle "Oberschenkelsitzkissen" und ein "BBL-Bett". Das das "dilitieren" (bougieren) dann nicht vorgenommen werden kann leuchtet ein. Also fragte ich in der Klinik nach, da ich nun ja alle
Bedingungen "erfüllt" hätte an die Nachsorge. Ich bekam das schriftliche Okay meiner dortigen Kontaktperson und buchte die Operation - was sollte schon schief gehen?!

6 Wochen später wollte ich dann wieder "dilitieren" (bougieren) und hatte nur noch eine Tiefe von 3,9 inch (knapp 10 cm). Ich hatte Schmerzen und es blutete bei Ausübung von Druck durch die
Stäbe gegen das hintere Gewebe. Nach Rücksprache mit der Klinik began ich mit viel Gleitmittel und dem kleinsten Stab (fast wie ein Bleistift) von vorn. Drei Monate hatte ich es erfolglos
probiert und konnte es nur um ganze 0,2 inch (ca. 50 cm) weiten. Mein Frauenarzt konnte nichts erkennen bei der Kontrolle, da ich dachte, es könnte bei der BBL der Vaginalkanal durch die
Absaugkanüle(n) etwas beschädigt worden sein. Sehr frustiert schrieb ich andere internationale Ärzte an, die die PPV operieren.

Aus Belgrad, Serbien von Professor Miroslav Djordjevic erhielt ich diese vernichtende Antwort:

I read your email and need to tell you what happened. The vagina closed because you did not dilate. It was not damaged by the surgery you had in Turkey, it just shrank because you stopped
dilating. Unfortunately the peritoneum acts similar to the skin vagina, if you do not dilate it shrink. It is different with sigmoid vaginoplasty, you need to dilate the anastomosis between the
bowel and the skin, and after that period when having regular sexual intercourse it does not happen. In your case, only possibility for the repair is to perform the sigmoid vaginoplasty.

Daraufhin setzte ich mich mit der Klinik in Verbindung. Man stritt das ab, ich solle weiter dilitieren ... wenige Tage später wurde mir die Revision zur Sigma Colon gegen 50% Preisnachlass
angeboten, was immer noch eine untere fünfstellige Summe war. Leider heizte sich die Stimmung auf und gegen die unterschriebenen Haftungsausschlüsse von einst hätte ich vermutlich
einen sehr langen Atem mit einem thailändischen Rechtsanwalt haben müssen. Abgesehen davon wollte ich mich nicht mehr da operieren lassen. Ich fühlte mich belogen und betrogen um
die besagte Technik und um den Umgang mit den Patienten bei Problemen.

Mittlerweile muss es genügend Beschwerden gegeben haben, denn die PPV Technik wird auf der Homepage mit mehr Risiken, Verpflichtungen und Ausschlüssen angboten:
https://www.kamolhospital.com/blog/367/ ... plasty-ppv

Fazit / Das Ende vom Lied:

Ich habe dann im November 2022 eine Revision zur Sigma Colon bei Professor Miroslav Djordjevic in Belgrad, Serbien gemacht. Meine darmgerechte Ernährungsumstellung war nur für
drei Monate erforderlich. Ich "dilitierte" die ersten sechs Monate 2x täglich, dann weitere 6 Monate 1x täglich. Nach Ablauf des Jahres "dilitiere" ich nur noch 1x täglich alle 3 Tage. Es
ist derzeit ausreichend. Eine Operation die ich im Dezember 2023 hatte, hinderte mich eine Woche lang zu dilitieren - auch ohne Vorkommnisse. Es passierte nichts. Die Weite und Tiefe
des transplantierten Darmgewebes blieb erhalten. Generell kein "brauner" Scheidenausfluss, kein Geruch ... sieben Monate nach der OP hatte ich bereits Sex ohne jegliche Komplikationen.
Ich habe eine Tiefe von 8,2 inch (ca. 21 cm), wovon ca. 7 inch (17,7 cm) effektiv nutzbar ist (Knochen-/Beckenstruktur).

Leider wurde in Thailand noch zwei andere Dinge im Intimbereich "falsch" gemacht, weswegen ich noch zwei weitere Male nach Belgrad musse. Das hat aber nichts mehr mit der
Technik der GaOP (SRS) zu tun. Ich kann und mag die PPV derzeit nicht ruhigen Gewissens empfehlen. Wäre die BBL OP nicht gewesen, hätte ich es vermutlich nie gewusst das meine
Vagina doch kollabieren kann. Vielleicht wäre es dann z. B. erst im Krankenhaus bei einem Unfall passiert wenn man längere Zeit bettlägrig geworden wäre. So gesehen bin ich froh,
dass ich noch in einem Alter war, in dem eine Revision zur Sigma Colon möglich war.

Wer sich belesen möchte:
https://genitalsurgerybelgrade.com/vagi ... inoplasty/

Die PPV wird meines Wissens nach (Stand 2021) nicht in Deutschland angeboten und war zu dem Zeitpunkt auch nicht als Kassenleistung erhaltbar.
Die Sigmoid (Sigma) Colon hingegen, soll es z. B. bei Frau Doktor Krege (https://kem-med.com/) geben. Ob als Kassenleistung verfügbar kann ich nicht beantworten.
Vesta
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Re: Korrektur nach GaOp

Post 13 im Thema

Beitrag von Vesta »

Hallo Severine,

vielen herzlichen Dank für deinen langen Bericht. Gerade Berichte, wenn mal was nicht gut geht, sind wichtig, aber die findet man selten. Klar, da schreibt man nicht so gerne drüber.

Das klingt für mich so, als sei die PPV nicht die bessere Alternative. Dann werde ich die OP-Technik wohl nicht in Betracht ziehen. Eine BBL werde ich mit Sicherheit nicht machen - am Hintern habe ich genug Speck - aber diese Komplikationen könnten auch woanders auftreten.

Dem Sigma Colon stehe ich kritisch gegenüber, da dort brauner übel ausriechender Ausfluss austreten kann - den du jetzt zum Glück nicht hast, aber das wäre für mich irgendwie eine funktionale Einschränkung. Außerdem weiß ich nicht, wie gerne der Darm das mag, wenn man ein Stück entnimmt.

Bleiben kombinierte Methode und reine penile Inversion. Erstere wäre derzeit mein Favorit. Mal sehen. Bin gerne bereit, darüber noch mal nachzudenken.

Viele Grüße
Severine
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Re: Korrektur nach GaOp

Post 14 im Thema

Beitrag von Severine »

Hallo Vesta,

Ich denke, dass die PPV Technik bei Transfrauen bzw. Frauen mit Trans* Hintergrund noch ein wenig "Entwicklung" und "Forschung" bedarf.

Die kombinierte Methode und die rein penile Inversion werden höchstwahrscheinlich das gleiche "Schicksal" erleiden, was Patient*innen mit PPV Technik
haben, wenn längere Zeit nicht dilitiert wird. Sei es durch mein Beispiel z. B. länger bettlägerig im Krankenhaus zu sein oder vielleicht in einem Pflege-/
Altenheim später zu sein, wo jetzt schon das überforderte Personal keine ausreichende Zeit haben wird für die Bedürfnisse älterer Transmenschen.
(Okay; hier mag es etwas hinken, dass man vermutlich in der Situation keinen Sex mehr haben wird da es dann vermutlich eh egal sein wird was
mit des sich langsam kollabierenden Vaginalkanals geschieht.)

Der zweite Punkt der mich weitesgehend stört ist das in den meisten 1 - 2x tägliche dilitieren (bougieren). Je nach Technik ist sowohl eine gründliche
Vor- und Nachbereitung erforderlich. Rechne ich zwei Mal täglich bei einer durchschnittlichen Zeit vom 1:30 Std = 3 Stunden und habe einen Vollzeitjob,
sportlichen Interessen, Hobbys, Familie und Freunde - so wird es eine stressig(ere) Angelegenheit und dass, so lange ich Sex haben möchte.
Zur Durchführung benötigt man für die o. g. Techniken Gleitmittel, da die Schmierung in den meisten (!) Fällen nicht ausreichend ist.

Ja, auch bei der Sigma verwende ich etwas Gleitmittel - für Sex brauche ich es nicht. Schmierung habe ich dann genug, wie CIS Frauen. :D
Meine Sigma nimmt es mir nicht krumm, wenn ich eine Woche nichts mache (Rückmeldungen anderer Frauen mit gleicher Technik bestätigen mir es).
Fürs Gefühl tue ich es 1 x alle 3 Tage und vor dem Sex um alles zu entspannen. Anders als bei den anderen Techniken kollabiert das Darmtransplantat
nicht da es seit Geburt in anderer seiner ursprünglichen Funktion die unterschiedlichen Zustände kennt. Die Schwachstelle ich hier der Übergang zwischen
Scheideneingang und Darmtransplantat als Vagina. Dieser (salopp gesagt) Narbenring, kann sich zusammenziehen - aber nur sehr langsam.

Da ich durch die PPV im Kopf "gehemmt" bin es mal länger als eine Woche nicht auszuprobieren, kann ich persönlich nichts dazu sagen, wie schnell
dieser "Narbenring" sich zusammenzieht. Lt. Professor Miroslav Djordjevic lässt es sich, so lang der kleine Stab eingeführt werden kann, wieder
mit Geduld "beheben". Wenn es geschlossen ist, muss der "Narbenring" operativ geöffnet werden. Eine Revision oder Wiederholung der Sigma Colon
sei nicht erforderlich.

---

Zum Geruch und Ausfluss ... ja, dieses Argument habe ich auch in einschlägigen internationalen Facebook Gruppen und Foren immer wieder gelesen.
Bei konkreter Nachfrage, wem es passiert sei und ob man mit besagten Personen telefonieren, chatten oder schreiben könnte, konnte man mir nie
jemanden benennen. Es war immer nur ein "Ich habe das irgendwo gehört, gelesen..." - Bei mir hat sich jedenfalls bisher kein Mann oder keine Frau
beschwert *zwinker*

So lang der Darm gesund ist und du keinerlei Vorerkrankungen hast, ist die "Ernte" eines Stückes relativ sicher. Professor Miroslav Djordjevic arbeitet
mit einem "automatischen Stapler", der Undichtigkeiten zwischen den wiederverbundenen Darmstücken verhindern soll. Ja, ein Restrisiko besteht immer,
allerdings kann man das bei jeder Operation sagen. Jede Operation die nicht vorgenommen geschweige notwendig ist, ist eine gute Operation. In meinem
Fall wurde vor der "Ernte" eines Teilstückes alles gründlich von seinen Kollegen untersucht. Es gibt mehrere Verfizierungsprozesse wie mir erklärt wurde
und so lang man sich an die darmgerechte Ernährung danach hält (Ich bekam einen Ernährungsplan mit wöchentlicher Steigerung mit) kann man selbst
auch etwas für sich tun um den Darm in Ruhe eine zeit lang heilen zu lassen bevor man ihn wieder mit allem belasten kann und darf.

Anders als eine "Schlauchmagen" Operation (hatte ich nicht), die viele sehr adipöse Personen als letzte Maßnahme vornehmen lassen, kannst du nach
einer Weile wieder alles verzehren und trinken was du möchtest.

Fazit ... Ja, die Sigma Colon ist nicht ohne Risiko. Sie bietet hinsichtlich des weiteren Lebens (Alltags) für mich einige sehr gewichtige Vorteile, aber
auch die Nachteile mag ich nicht verschweigen oder schön reden. Hier würde ich nur einen Doktor oder Professor herran lassen, der möglichst über längere
Zeit diese Technik operiert. Des weiteren gehört auch für mich, vor der Operation, auch ein offener und ehrlicher Umgang dazu. So lege ich z. B. wert,
mich offen mit früheren Patienten der letzten Jahre austauschen zu dürfen (die dem zugestimmt haben). Glücklicherweise ist man im Ausland oftmals
damit "offener", in Deutschland bekommt man leider oft zu hören, dass die Benennung früherer Patienten aus Datenschutzgründen nicht möglich sei.
Susi T
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Re: Korrektur nach GaOp

Post 15 im Thema

Beitrag von Susi T »

Hallo,
Wollte nur anmerken das bei der kombinierten Methode, wie sie z.b in Planegg von Dr. Liedel u.a durchgeführt wird, ein solcher Aufwand mit dem bougieren nicht betrieben werden muß. Grob gesagt im ersten Jahr zwar täglich, aber da reichen 15 Minuten. Ich selber war zwar noch nicht dran, aber hab begleitet bei Vorgespräch (Dr.Witzak/Planegg und in Bogenhausen) und hab mehrere Ergebnisse gesehen und den weiteren Weg. Anstatt Gleitcreme wird zu Beginn häufig Östrogencreme(verringert die Narbenbildung) genommen und die Eigenfeuchte kann für späteren Verkehr oder meist auch fürs Bougieren oft ausreichen. Nach 1 Jahr wird 1mal pro Woche empfohlen. Von Vorbereitungszeiten/Nachbereitungszeiten hab ich noch nie was gehört, weder in Planegg noch Bogenhausen, es sei denn man rechnet die Vaginaldusche dazu, aber das dauert ja auch nur ganz kurz.
Allgemein werden aber überall unterschiedliche Zeiten fürs bougieren empfohlen, je nach Klinik und Operateur, sowohl in Dauer, Beginn ect.
Ist wie mit der Korrektur, die mittlerweile nurnoch in der Hälfte der Fälle durchgeführt wird, je nach zufriedenheit der Patienten und auftretenden Komplikationen. Auch hat jeder Arzt/Klinik seine "Tricks" bei der Op, so das nicht alle gleich sind.
Alles liebe, Tira (flo)
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
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