Änderung der Verordnung beschlossen: Bayern verbietet Gendern an Unis und Schulen
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Anne-Mette
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Änderung der Verordnung beschlossen: Bayern verbietet Gendern an Unis und Schulen
SPIEGEL
Sternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt: Diese Genderzeichen sind in bayerischen Behörden und Bildungseinrichtungen künftig tabu. Die CSU argumentiert unter anderem mit der Verständlichkeit.
https://www.spiegel.de/panorama/gesells ... 55d49ab979
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Anne-Mette
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Re: Änderung der Verordnung beschlossen: Bayern verbietet Gendern an Unis und Schulen
Mir wäre lieber, sie hätten das Södern verboten abgeschafft

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Malvine
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Re: Änderung der Verordnung beschlossen: Bayern verbietet Gendern an Unis und Schulen
Auch wenn mir das Ergebnis nicht gefällt, jetzt gibt es wenigstens eine klare Vorgabe.
Ob Söder bei seinen Reden dann weiterhin auch von Freundinnen und Freunden sprechen wird??? Er gendert da ja auch wie ein Weltmeister....
LG
Malvine
Ob Söder bei seinen Reden dann weiterhin auch von Freundinnen und Freunden sprechen wird??? Er gendert da ja auch wie ein Weltmeister....
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Nicht das schwarze Schaf ist anders, die Weißen sind alle gleich
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Alicia
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Re: Änderung der Verordnung beschlossen: Bayern verbietet Gendern an Unis und Schulen
Obwohl ich an einer bayerischen Schule beschäftigt bin, ist mir die Vorgabe Wurscht. Ich schreibe, wie mir der Schnabel gewachsen ist, und wenn ich es für angemessen halte zu gendern, dann mach ich's einfach. Wo leben wir denn?
Liebe Grüße, Alicia
Liebe Grüße, Alicia
Zuletzt geändert von Alicia am Di 19. Mär 2024, 18:31, insgesamt 1-mal geändert.
Eine Lebensweise zu erfinden ist nichts. Sie zu verinnerlichen, ein Anfang. Sie zu leben ist alles.
(Frei nach Otto Lilienthal)
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Anne-Mette
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Re: Änderung der Verordnung beschlossen: Bayern verbietet Gendern an Unis und Schulen
BR24
Christliche Verbände: "Genderverbot ist ein Rückschritt"
https://www.br.de/nachrichten/bayern/ch ... tt,U7ZJ6lk
Christliche Verbände: "Genderverbot ist ein Rückschritt"
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Nora_7
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Re: Änderung der Verordnung beschlossen: Bayern verbietet Gendern an Unis und Schulen
Ich halte Gendern für falsch.
1. Die Sprache wird noch komplizierter, besonders wenn gesprochen
2. Für mich ist das Gendern übertrieben sexistisch - es stellt das Geschlecht in den Mittelpunkt und nicht den Menschen. Und lenkt somit von den Inhalten ab
3. Die Inhalte werden schwieriger zu kommunizieren, weil man sich auf die gendergerechte Wortwahl konzentrieren muß. Sonst gibt es von den Fanatikerinnen umgehend einen Shitstorm. Ich habe auch schon erlebt, dass sich eine queere Person nicht richtig angesprochen fühlte und begann zu streiten. Klare Regeln machen Sinn, und Gendern sieht mir nicht nach einer besseren Löäsung aus
Nora_7
1. Die Sprache wird noch komplizierter, besonders wenn gesprochen
2. Für mich ist das Gendern übertrieben sexistisch - es stellt das Geschlecht in den Mittelpunkt und nicht den Menschen. Und lenkt somit von den Inhalten ab
3. Die Inhalte werden schwieriger zu kommunizieren, weil man sich auf die gendergerechte Wortwahl konzentrieren muß. Sonst gibt es von den Fanatikerinnen umgehend einen Shitstorm. Ich habe auch schon erlebt, dass sich eine queere Person nicht richtig angesprochen fühlte und begann zu streiten. Klare Regeln machen Sinn, und Gendern sieht mir nicht nach einer besseren Löäsung aus
Nora_7
Schönheit ist weiblich, und ich bin auch gerne schön.
Ich kann alles tragen, wenn ich ein Mädchen bin
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Annette
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Re: Änderung der Verordnung beschlossen: Bayern verbietet Gendern an Unis und Schulen
Hallo
Da hast du nicht so ganz unrecht. Ich halte Gendern zwar nicht für falsch oder unangebracht, zumindest jedoch für fragwürdig. Hängt natürlich auch von der jeweiligen Situation ab. Würde es nicht reichen wenn zB. gesagt würde "Arbeiter und Arbeiterinnen", oder geschrieben "Arbeiter(innen)"?
Wie gesagt, übertriebenes Gendern finde ich manchmal etwas fragwürdig, ein Genderverbot jedoch ist völlig daneben! Ein solches Verbot ist nichts weiter als eine linguistische Ausgeburt von konservativ-rechtem Stumpfsinn!
Zudem kommt das Gendern bei politischen Debatten im Bundestag doch sehr kontraproduktiv, wenn nicht sogar lächerlich daher, denn Sternchen, Doppelpunkte oder Unterstriche stehen für die Unfähigkeit der Regierenden. Auf korrektes Gendern wird ungeheuer grossen Wert gelegt, während diese Vollpfosten am Selbstbestimmungsgesetz kläglich scheitern!
Annette
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Jaddy
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Re: Änderung der Verordnung beschlossen: Bayern verbietet Gendern an Unis und Schulen
Punkt eins ist, das es nicht um richtig oder falsch geht, sondern dass medienwirksam Sprache eingeschränkt und damit eine riesige Verunsicherung erzeugt wird. Rein rechtlich hat diese Verordnung einen minimalen Wirkungsbereich. Sie betrifft lediglich den Schriftverkehr von staatlichen Stellen. Mündliche Rede aka Glottisschlag ist nicht geregelt. Alle Menschen in Bayern mündlich auf regelhaftes Deutsch zu verpflichten würde eh zu einer (sehr angenehmen) Stille führen. Auch in Schulen gilt es nicht überall. Zum Beispiel in Materialien. Rundfunk und Fernsehen: Nicht betroffen.
Das absolute Highlight ist Bildungsminister Herrmanns Ansage, das gelte "unabhängig von etwaigen künftigen Entscheidungen des Rates für deutsche Rechtschreibung zu der Frage der Verwendung von Sonderzeichen". Mit anderen Worten: Hier koppelt sich ein Politiker bzw eine Landesregierung offen und bewusst von genau dem Gremium ab, das bisher als Referenz und Strohmann vorgeschoben wurde und zeigt ganz klar, dass sie die einzigen mit einer "Gender-Ideologie" sind. Nämlich eine, die Weiterentwicklung und (schrift)sprachliche Freiheit verbietet. Einen "Gender-Zwang" gab es nämlich nirgendwo.
Aber durch den Klamauk wird suggeriert, es dürfe in Bayern nirgendwo mehr mit Sonderzeichen inklusiv geschrieben werden. Menschen, Firmen, Organisationen der Zivilgesellschaft usw werden in Zukunft ständig darüber nachdenken, welche Konsequenzen ihre (inklusive) Schriftsprache haben wird. Nicht offizielle staatliche Sanktionen, denn wie gesagt kann die Verordnung nichts ausserhalb der eigenen Schrifterzeugnisse regulieren, sondern "inoffizielle" und subtile Benachteiligung. Sprich: Sie werden sich fragen, "was man noch schreiben darf".
Punkt zwei: Abgesehen davon, dass sämtliche gängige Argumente gegen geschlechtergerechte Sprache (auch mit Asterisk) lange widerlegt sind, lenkt dieses Theater von vielen wichtigen Themen ab, bedient rechte Strohpuppen und schürt Hass.
Was Deine drei Punkte angeht, Nora:
1. Gesprochene Sprache ist nie perfekt und muss es auch nicht sein. Solange sie verständlich ist und zugewandtes Bemühen spürbar, funktioniert es. Natürlich gibt es zum Beispiel Diskussionen über Begriffe, die inzwischen als verletzend erkannt wurden. Das ist aber gar nicht das Thema.
Ausserdem kann gesprochene Sprache gar nicht staatlich geregelt werden. Auch in Bayern dürfen alle Menschen reden wie sie wollen. Mit oder ohne Glottisschlag, Doppelnennung, y-Endung oder rein maskulin. Was ihre Umgebung dazu sagt steht auf einem anderen Blatt.
Inzwischen "gendern" eigentlich alle Politiker*innen indem sie Doppelnennungen vernuscheln. "Bürger"™nen'N'Bürger". Im Geiste höre ich dahinter immer "d"™rDeutsch'nDem"™krat"™schen"™Reb"™blik" mit der Stimmer von Erich Honecker. Das wäre mit Sternchen bzw Glottisschlag viel kürzer, einfacher, inklusiver. Fertig.
2. Die deutsche Sprache ist zweigegendert. So wie die ganze Alltagswelt. Überall Zweiteilungen. Sprachlich wird in jedem Satz über eine Person mit Anreden, Pronomen und Artikeln genau geschlechtlich differenziert.
Der Sexismus entsteht im Nachgang. Zum einen, wenn zum Beispiel 52% der Menschheit sprachlich nicht eingeschlossen werden. Dass dies im Hirn regelmässig zu einseitigen Bildern führt, ist wirklich hinlänglich bewiesen.
Zum anderen tatsächlich, wenn das (binäre) Geschlecht einer Person oder Gruppe sprachlich markiert wird. Herr, Frau, er, sie, der, die. Gerade wenn klar ist, dass es sich um eine Frau oder Frauen handelt. Sehr viele wiederholte Experimente haben zum Beispiel gezeigt, dass die exakt gleiche Bewerbung mit "weiblichem" Vornamen schlechter bewertet wird, als mit einem "männlichen". Fachliche Aussagen werden als nicht so verlässlich oder kompetent bewertet, wenn sie schienbar von einer Frau kommen.
Es ist also genau anders herum: Wenn genau ein Geschlecht herausgestellt wird, führt das zu Sexismus. Ind er Regel zu Lasten von nicht-männlichen Menschen. Bleibt das Geschlecht sprachlich neutral oder inklusiv, entfällt (ein Teil) dieses Sexismus.
3. Sprache ist Übungssache. Verständliche Sprache noch mehr. Das Beispiel mit den Stromerträgen hatten wir schon. Es wäre tatsächlich viel gewonnen, wenn verständliche, strukturierte Sprache geübt würde. Überflüssige Geschlechtlichkeiten weg zu lassen ist dagegen eine vergleichsweise kleine Aufgabe. Wie gesagt stört sich auch kaum eins an Flüchtigkeitsfehlern.
Wenn allerdings in einer nicht rein männlichen Gruppe nur von "Kollegen" und "den Herren" geredet würde - "die Damen sind selbstverständlich mitgemeint" -, gäbe es zurecht einen Shitstorm. Tatsächlich besteht kein Unterschied zum Ausschluss nichtbinärer Menschen. Insbesondere wenn Doppelnennung verwendet wird und wir damit explizit nicht eingeschlossen sind.
Fazit: Geschlechtlich neutral oder inklusiv zu kommunizieren hilft mindestens 52% der Menschheit. Die Faktenlage ist sehr klar. Es ist weniger schwierig als viele denken. Flüchtigkeitsfehler bzw Gewöhnungszeit sind okay, solange das Bemühen spürbar ist. Reden können eh alle, wie sie wollen, kriegen nur möglicherweise Kontra. Und der Versuch, mittels Verordnungen Weiterentwicklungen zu verhindern, Sprache einzuschränken und ganz real friedliche und respektvolle Teilhabe zu unterbinden, ist einfach nur armselig reaktionär.
Das absolute Highlight ist Bildungsminister Herrmanns Ansage, das gelte "unabhängig von etwaigen künftigen Entscheidungen des Rates für deutsche Rechtschreibung zu der Frage der Verwendung von Sonderzeichen". Mit anderen Worten: Hier koppelt sich ein Politiker bzw eine Landesregierung offen und bewusst von genau dem Gremium ab, das bisher als Referenz und Strohmann vorgeschoben wurde und zeigt ganz klar, dass sie die einzigen mit einer "Gender-Ideologie" sind. Nämlich eine, die Weiterentwicklung und (schrift)sprachliche Freiheit verbietet. Einen "Gender-Zwang" gab es nämlich nirgendwo.
Aber durch den Klamauk wird suggeriert, es dürfe in Bayern nirgendwo mehr mit Sonderzeichen inklusiv geschrieben werden. Menschen, Firmen, Organisationen der Zivilgesellschaft usw werden in Zukunft ständig darüber nachdenken, welche Konsequenzen ihre (inklusive) Schriftsprache haben wird. Nicht offizielle staatliche Sanktionen, denn wie gesagt kann die Verordnung nichts ausserhalb der eigenen Schrifterzeugnisse regulieren, sondern "inoffizielle" und subtile Benachteiligung. Sprich: Sie werden sich fragen, "was man noch schreiben darf".
Punkt zwei: Abgesehen davon, dass sämtliche gängige Argumente gegen geschlechtergerechte Sprache (auch mit Asterisk) lange widerlegt sind, lenkt dieses Theater von vielen wichtigen Themen ab, bedient rechte Strohpuppen und schürt Hass.
Was Deine drei Punkte angeht, Nora:
1. Gesprochene Sprache ist nie perfekt und muss es auch nicht sein. Solange sie verständlich ist und zugewandtes Bemühen spürbar, funktioniert es. Natürlich gibt es zum Beispiel Diskussionen über Begriffe, die inzwischen als verletzend erkannt wurden. Das ist aber gar nicht das Thema.
Ausserdem kann gesprochene Sprache gar nicht staatlich geregelt werden. Auch in Bayern dürfen alle Menschen reden wie sie wollen. Mit oder ohne Glottisschlag, Doppelnennung, y-Endung oder rein maskulin. Was ihre Umgebung dazu sagt steht auf einem anderen Blatt.
Inzwischen "gendern" eigentlich alle Politiker*innen indem sie Doppelnennungen vernuscheln. "Bürger"™nen'N'Bürger". Im Geiste höre ich dahinter immer "d"™rDeutsch'nDem"™krat"™schen"™Reb"™blik" mit der Stimmer von Erich Honecker. Das wäre mit Sternchen bzw Glottisschlag viel kürzer, einfacher, inklusiver. Fertig.
2. Die deutsche Sprache ist zweigegendert. So wie die ganze Alltagswelt. Überall Zweiteilungen. Sprachlich wird in jedem Satz über eine Person mit Anreden, Pronomen und Artikeln genau geschlechtlich differenziert.
Der Sexismus entsteht im Nachgang. Zum einen, wenn zum Beispiel 52% der Menschheit sprachlich nicht eingeschlossen werden. Dass dies im Hirn regelmässig zu einseitigen Bildern führt, ist wirklich hinlänglich bewiesen.
Zum anderen tatsächlich, wenn das (binäre) Geschlecht einer Person oder Gruppe sprachlich markiert wird. Herr, Frau, er, sie, der, die. Gerade wenn klar ist, dass es sich um eine Frau oder Frauen handelt. Sehr viele wiederholte Experimente haben zum Beispiel gezeigt, dass die exakt gleiche Bewerbung mit "weiblichem" Vornamen schlechter bewertet wird, als mit einem "männlichen". Fachliche Aussagen werden als nicht so verlässlich oder kompetent bewertet, wenn sie schienbar von einer Frau kommen.
Es ist also genau anders herum: Wenn genau ein Geschlecht herausgestellt wird, führt das zu Sexismus. Ind er Regel zu Lasten von nicht-männlichen Menschen. Bleibt das Geschlecht sprachlich neutral oder inklusiv, entfällt (ein Teil) dieses Sexismus.
3. Sprache ist Übungssache. Verständliche Sprache noch mehr. Das Beispiel mit den Stromerträgen hatten wir schon. Es wäre tatsächlich viel gewonnen, wenn verständliche, strukturierte Sprache geübt würde. Überflüssige Geschlechtlichkeiten weg zu lassen ist dagegen eine vergleichsweise kleine Aufgabe. Wie gesagt stört sich auch kaum eins an Flüchtigkeitsfehlern.
Wenn allerdings in einer nicht rein männlichen Gruppe nur von "Kollegen" und "den Herren" geredet würde - "die Damen sind selbstverständlich mitgemeint" -, gäbe es zurecht einen Shitstorm. Tatsächlich besteht kein Unterschied zum Ausschluss nichtbinärer Menschen. Insbesondere wenn Doppelnennung verwendet wird und wir damit explizit nicht eingeschlossen sind.
Fazit: Geschlechtlich neutral oder inklusiv zu kommunizieren hilft mindestens 52% der Menschheit. Die Faktenlage ist sehr klar. Es ist weniger schwierig als viele denken. Flüchtigkeitsfehler bzw Gewöhnungszeit sind okay, solange das Bemühen spürbar ist. Reden können eh alle, wie sie wollen, kriegen nur möglicherweise Kontra. Und der Versuch, mittels Verordnungen Weiterentwicklungen zu verhindern, Sprache einzuschränken und ganz real friedliche und respektvolle Teilhabe zu unterbinden, ist einfach nur armselig reaktionär.
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Jaddy
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Re: Änderung der Verordnung beschlossen: Bayern verbietet Gendern an Unis und Schulen
Nein. Die geschlechtliche Doppelnennung lässt nichtbinäre Menschen sogar ausdrücklich aus. Das ist für Menschen wie mich unangenehm, genauso wie eine Einzelnennung für ca eine Hälfte der Menschen unangenehm wäre. Egal ob nur "Arbeiter" oder "Arbeiterinnen" genannt würden. Wer aussen vor gelassen wird, fühlt sich zurückgesetzt.Annette hat geschrieben: Do 21. Mär 2024, 11:26Würde es nicht reichen wenn zB. gesagt würde "Arbeiter und Arbeiterinnen", oder geschrieben "Arbeiter(innen)"?
Zum Vergleich: Was wäre, wenn in Zukunft "Liebe Blonden und Brunetten" gesagt würde? Oder "Meine lieben blau- und braunäugigen"? Das ist einfach eine unnötig spezifische Ansage, die andere ohne Not ausschliesst.
Die Formen mit Klammern oder Schrägstrichen werden schon seit langem sowohl feministisch als auch linguistisch abgelehnt, weil sie die feminine Form als Anhängsel markieren, also nicht gleichwertig.
Genau deshalb wurden Sternchen und Unterstrich eingeführt. Sie stellen die Bandbreite dar (_) bzw weisen beim Sternchen in alle Richtungen und erinnern an das Joker/Wildcard-Zeichen bei Suchfunktionen. "... und alle dazwischen und ausserhalb".
Klammern sind darüber hinaus bei Screenreadern hinderlich. "ArbeiterKlammerAufInnenKlammerZu" im Unterschied zu "Arbeiter Innen".
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sbsr
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Re: Änderung der Verordnung beschlossen: Bayern verbietet Gendern an Unis und Schulen
vs.Malvine hat geschrieben: Di 19. Mär 2024, 17:36 weiterhin auch von Freundinnen und Freunden sprechen
https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/bayern-verbietet-gendern-an-unis-und-schulen-a-ad79b24d-55af-44cc-b796-5455d49ab979 hat geschrieben: Schreibweisen durch Wortbinnenzeichen wie Gendergap, Genderstern, Doppelpunkt oder Mediopunkt
LG, Svenja
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Nora_7
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Re: Änderung der Verordnung beschlossen: Bayern verbietet Gendern an Unis und Schulen
Aaaaalso, ich weigere mich, auf N unterschiedliche gefühlte, mir teilweise nicht erkennbare, geschlechtliche Identitäten einzugehen. Und damit stehe ich sicher nicht allein. Meistens sage ich "liebe alle". Wie soll ich wissen, wie eine oder mehrere mir fremde Person angesprochen werden wollen? Die Mehrzahl der Frauen hat kein Problem mit dem männlichen Generikum. Und der Duden ist zumindest für die deutschen Medien irrelevant, denn sie haben in ihrer woken Einstellung einfach mit Gendern begonnen, ohne Kompromisse, dafür nicht allumfassend. Ohne Duden.
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Jaddy
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Re: Änderung der Verordnung beschlossen: Bayern verbietet Gendern an Unis und Schulen
In allgemeiner Rede oder im Einzelgespräch?Nora_7 hat geschrieben: Do 21. Mär 2024, 20:20 Aaaaalso, ich weigere mich, auf N unterschiedliche gefühlte, mir teilweise nicht erkennbare, geschlechtliche Identitäten einzugehen.
Wenn Dir eine Person sagt, dass für sie er/sie/es, der/die/das bzw Frau/Herr nicht okay ist, beharrst Du dann auf Deinem "optischen Eindruck" oder bemühst Du Dich, dies zu respektieren?
Anders bei allgemeiner Rede, gesprochen oder geschrieben, die alle inkludieren sollen.
Darum geht es nämlich. Gerade nicht alles und alle einzeln aufzuzählen, sondern neutrale oder inklusive Formen zu verwenden. Das ist kürzer und eliminiert das Thema einfach.
"Liebe alle" ist schon super. Schwierig und strittig sind "Bürger*innen", etc.
Ach ja, das angeblich generische Maskulinum(1). Es ist nicht generisch, sondern historisch generalisierend, weil aus Zeiten, in denen alle wesentlichen Funktionen Männern zugeordnet waren. Für weiblich zugeordnete gab es eigene Wörter. Das ist aber reine Grammatik, die die psychologische und soziologische Wirkung insbesondere im politischen Spannungsfeld der Emanzipation ignoriert. Es ist wirklich von der Mehrheit der Forschenden nachgewiesen, dass rein maskuline Formen die alten, sexistischen Bilder im Kopf aktivieren. Das ist also wissenschaftlich so unstrittig wie die Erderwärmung.Nora_7 hat geschrieben: Do 21. Mär 2024, 20:20Die Mehrzahl der Frauen hat kein Problem mit dem männlichen Generikum. Und der Duden ist zumindest für die deutschen Medien irrelevant, denn sie haben in ihrer woken Einstellung einfach mit Gendern begonnen, ohne Kompromisse, dafür nicht allumfassend. Ohne Duden.
"Der Duden" ist längst auch bei geschlechtergerechter Sprache angekommen, weil er nämlich nicht normativ sondern beobachtend arbeitet. Im Sprachwissen gibt es 15 Artikel zum Thema. Ein guter Einstieg ist "Geschlechter-gerechter Sprach-gebrauch":
Übrigens hat Duden mindestens drei Bücher zum Thema im Angebot, die auch in den Artikeln verlinkt werden:Bei Bezeichnungen wie die Antragsteller; alle Schüler; Kollegen ist sprachlich nicht eindeutig, ob nur auf Männer referiert wird oder ob auch andere -Personen gemeint sind. Das Deutsche bietet eine Fülle an Möglichkeiten, geschlechtergerecht zu formulieren. Es gibt dafür allerdings keine Norm. Im aktuellen Rechtschreibduden geben wir einen Überblick über verschiedene Optionen.
...
Die Doppelnennung femininer und maskuliner Formen ist besonders in der Anrede üblich.
...
Ein Nachteil der Doppelnennung und ihrer Kurzformen ist, dass sie keine "dritte Option" enthalten, wie sie 2018 für das Geburtenregister in der Bundesrepublik Deutschland für zulässig erklärt wurde.
Vom amtlichen Regelwerk nicht abgedeckt sind Schreibweisen wie die folgenden:
* mit Genderstern (Asterisk): Schüler*innen
* mit Binnen-I (wortinterne Großschreibung): SchülerInnen
* mit Gender-Gap (Unterstrich; Doppelpunkt): Schüler_innen; Schüler:innen
* mit Schrägstrich ohne Ergänzungsstrich: Schüler/innen
Es ist zu beobachten, dass sich die Variante mit Genderstern in der Schreibpraxis immer mehr durchsetzt. Zu finden ist sie besonders in Kontexten, in denen Geschlecht nicht mehr nur als weiblich oder männlich verstanden wird und die Möglichkeit weiterer Kategorien angezeigt werden soll.
Handbuch geschlechtergerechte Sprache
Genderleicht und
Einfach können - Gendern.
Ausserdem sind feminine Formen wie Gästin längst (wieder) im Wortschatz. "Der Duden" ist inzwischen viel weiter, als manche sprachreaktante Menschen glauben.
Das "amtliche Regelwerk" ist jener Apparat vom Rat für deutsche Rechtschreibung, der aber keine allgemeine Gesetzeskraft hat, sondern nur gilt, wo Verordnungen existieren und gelten. Sprich: Ministerien und Behörde, dort wo dies bestimmt ist.
"Den Duden" interessiert das nicht und es ist auch für alle Menschen ohne Belang, die nicht im Namen einer Institution Schreiben verfassen, wo ein sprachliches Regelwerk von der Leitung vorgeschrieben ist. Ich erinnere noch mal daran, dass einige Zeitungsredaktionen die (revidierte) neue deutsche Rechtschreibung immer noch nicht vollständig nachvollzogen haben. Oder dass die Schweiz, die sich ebenfalls an den Rat für deutsche Rechtschreibung angehängt hat, das "ß" nicht hat.
Auch wenn es für regelbedürftige Wesen vielleicht erschreckend ist: Eine einzig korrekte (Schrift)Sprache für alle gibt es nicht. Es kommt immer auf Kontext und Situation an. Und auf die Menschen, die kommunizieren und wie sich sich zueinander verhalten (wollen).
(1) (nicht Generikum, aber als Wortspiel durchaus witzig)
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Marlen
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Re: Änderung der Verordnung beschlossen: Bayern verbietet Gendern an Unis und Schulen
Es trifft zu, daß es nur um einen kleinen Bereich im staatlichen Schrift verkehr geht.
Für den Herrn Söder ging es darum, eine möglichst öffentlichkeitswirksame Entscheidung zu verkünden: "Wir verbieten das Gendern! Basta!" Damit ist es in der Welt. Und siehe Bayern/ Deutschland: Söder, der es in Passau oder sonstwo öffentlich versprochen hatte, hält Wort! (Wichtig für das Image - auch als potentieller Kanzlerkandidat)
Das Kleingedruckte der Verordnung ließt sowieso kein Mensch.
Zur Anschauung:
https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZ ... AxNzQ4MkEw
Ab Minute 40:46
Liebe Grüße
Marlen
Für den Herrn Söder ging es darum, eine möglichst öffentlichkeitswirksame Entscheidung zu verkünden: "Wir verbieten das Gendern! Basta!" Damit ist es in der Welt. Und siehe Bayern/ Deutschland: Söder, der es in Passau oder sonstwo öffentlich versprochen hatte, hält Wort! (Wichtig für das Image - auch als potentieller Kanzlerkandidat)
Das Kleingedruckte der Verordnung ließt sowieso kein Mensch.
Zur Anschauung:
https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZ ... AxNzQ4MkEw
Ab Minute 40:46
Liebe Grüße
Marlen
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Re: Änderung der Verordnung beschlossen: Bayern verbietet Gendern an Unis und Schulen
Berliner Morgenpoast
Lehrerin über Gender-Verbot: "Ich empfinde es als Frechheit"
https://www.morgenpost.de/politik/artic ... hheit.html
Aus dem Text:
Die Staatsregierung kündigte Konsequenzen für Lehrkräfte an, die sich nicht an die neue Regelung halten. Wie genau diese aussehen könnten, ist noch unklar.
Lehrerin über Gender-Verbot: "Ich empfinde es als Frechheit"
https://www.morgenpost.de/politik/artic ... hheit.html
Aus dem Text:
Die Staatsregierung kündigte Konsequenzen für Lehrkräfte an, die sich nicht an die neue Regelung halten. Wie genau diese aussehen könnten, ist noch unklar.
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Kerstin
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Re: Änderung der Verordnung beschlossen: Bayern verbietet Gendern an Unis und Schulen
Ich glaube da haben einige noch nicht begriffen was ihr Job als Lehrer/in ist.
Dann braucht sich aber auch niemand mehr über fehlende Fachkräfte beschweren.
Und was bitte soll der Unfug. Entweder wir haben eine Rechtschreibung die für all auch verbindlich ist oder wir lassen es gleich ganz."Jede Lehrkraft hat das so gemacht, wie sie das für richtig gehalten hat. Einige haben gegendert, andere nicht und das war auch vollkommen okay so."
Dann braucht sich aber auch niemand mehr über fehlende Fachkräfte beschweren.
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.