Mein Weg
Mein Weg - # 24

Lebensplanung, Standorte
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Magdalena
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Re: Mein Weg

Post 346 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

langsam nähert sich der Urlaub seinem Ende.

Es ist der letzte gemeinsame Urlaubstag. Und es ging noch einmal nach Österreich. In Altenfelden besuchten wir den Tierpark. Der Wettergott schien zu ahnen, dass es unser letzter gemeinsamer Urlaubstag war, und so schickte er immer wieder Regenschauer. Was uns aber weniger störte. Fanden wir doch immer eine Möglichkeit uns unterzustellen. Es war die Ruhe, welche uns einholte. Entschleunigung, nennt man es. Und wir konnten viele Tiere in natürlicher Umgebung beobachten. Die Tiere waren aber auch an Menschen gewöhnt. Gab es doch an der Kasse des Tierparks auch Tüten mit Futter. Darauf haben die Tiere nur gewartet. Dann kamen wir an einer Vogelvolliere vorbei. Einer der Papageien war sehr sprachbegabt. So wurden wir freundlich mit einem "Hallo!" begrüßt. Fast vier Stunden waren wir auf dem Rundweg unterwegs.
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Nun wollten wir noch etwas einkaufen, für zu Hause. Zwar hatte ich einiges im Frostschrank . Doch es liegt in der Natur, das es erst wieder aufgetaut werden muss. Und auf der anderen Seite möchte ich auch gerne etwas an Köstlichkeiten aus der Urlaubsregion mit nach Hause nehmen. So machten wir an einem großen Markt halt. Es gab viele regionale Produkte. Ein Käse und in Schinken und auch Brot kam dann mit nach Hause. nun musste nur noch mal der Tank aufgefüllt werden. Dan fuhren wir zum Hotel. Im Hotel war gerade Kaffeezeit. Es war das einzige Mal, außer bei der Anreise, dass wir zur Kaffeezeit schon zurück waren. Doch es warte noch eine Aufgabe vor uns. Das lästige Koffer packen wartete auf jede von uns. Ich hatte das Gefühl, mein Koffer muss kleiner geworden sein.
Nun ging es zum letzten Man zum Abendessen. Den Abend beendeten wir bei einem Gläschen Wein.

Viele liebe Grüße von Magdalena
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Lebe jeden Tag.
Magdalena
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Re: Mein Weg

Post 347 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

der Urlaub geht dem Ende entgegen.

Der Tag des Abschieds ist gekommen. Nach dem Duschen die zurechtgelegte Kleidung anziehen. Aus dem Kleiderschrank ist schon alles im Koffer verstaut. So gehen wir dann gemeinsam zum letzten gemeinsamen Frühstück. Bei unseren Gesprächen lassen wir nochmal unsere Erlebnisse Revue passieren. Der Aushang, was es am Abend zu speisen gibt, ist für uns nicht mehr von Interesse. Wir gehen ein letztes Mal in unsere Zimmer. Die restlichen Sachen sind schnell eingepackt. So treffen wir uns an der Rezeption wieder. Mit der Abgabe des Zimmerschlüssels und der Parkkarte, welche wir zu Beginn unseres Aufenthaltes erhalten haben, begleichen wir noch unsere letzte Rechnung. Nun noch unsere Koffer und Taschen im Auto verstauen, dann heißt es Abschied nehmen. Zunächst verabschieden wir uns von unserer Freundin Gina. Sie fährt allein nach Hessen.
Und ich nehme meine Freundin Jessica wieder mit nach Sachsen. Doch vorher haben wir noch eine Einladung. In der Nähe von Bayreuth wohnen Verwandte meiner Freundin. Und da sollen wir zum Kaffee vorbeischauen. Wenn wir direkt hingefahren wären, wären wir zu zeitig. Da könnten wir uns doch noch unterwegs etwas anschauen. Mein Vorschlag war Nürnberg. Dem stimmte Jessica zu.

So starteten wir von Wegscheid nach Nürnberg. Nur wie schon im ganzen Urlaub ging es nicht ohne Baustellen und Umleitungen. Aber wir erreichten Passau und die Autobahn. Jetzt lief es ganz gut. Und wir erreichten gegen zwölf Uhr Nürnberg. Bei Schwaig fuhren wie von der Autobahn. Gern wäre ich in Schwaig noch bei einer weiteren Freundin vorbeigeschaut. Sie lernte ich vor über neun Jahren in einem hier sicher bekannten Shop kennen. Doch wir fuhren ins Zentrum von Nürnberg. Und es war für mich eine Reise zu den Anfängen von Magdalena. Quasi ist hier Magdalena vor neun Jahren zum Leben erwacht. So wusste ich noch, wo ich in der Altstadt ein Parkhaus finden kann. Und wir gleich am Markt sind. Da wo jedes Jahr der Christkindlesmarkt viele Besucher anlockt. Vom Parkhaus liefen wir zur Heubrücke und so über die Pegnitz. Hier fanden wir ein schönes Lokal, wo wir uns stärkten.
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Dann unternahmen wir einen kleinen Stadtrundgang. Hauptmarkt mir der Frauenkirche, Hans-Sachs-Platz . Auf dem Hauptmarkt steht der Brunnen "Schöner Brunnen". Es kommen bei mir Erinnerungen zurück. Natürlich muss ich mich nochmal an einigen markanten Punkten ins rechte Licht setzen lassen. Meine Freundin hat mich fotografiert. Dann wurde es Zeit Nürnberg wieder zu verlassen.

So erreichten wir, leider wieder ein Baustelle. Und durch die Umleitung verloren wir Zeit. Doch dann kamen wir doch bei den Verwandten meiner Freundin an. Sehr herzlich wurden wir empfangen. Die Verwandten meiner Freundin sind ein älteres Ehepaar und sehr aufgeschlossen. Sie führten uns durch ihr Haus in den Garten. Da war schon eine liebevoll gedeckte Kaffeetafel. Die Dame des Hauses brachte selbst gebackenen Kuchen. Ja und es gab natürlich viel zu erzählen. Und leider mussten wir feststellen, die Uhr dreht sich viel zu schnell. Und dann kam an diesem Tag zum zweiten Mal die Zeremonie der Verabschiedung.

Jetzt gab es für uns nur noch ein Ziel, das hieß Sachsen. Bei Bayreuth kamen wir wieder auf die Autobahn. Und ich sah, was man von der Autobahn schon lange nicht mehr sieht, den Hügel. Also fas Festspielhaus der Wagnerfestspiele. Es war mit einer der ersten Orte, welche ich nach der Maueröffnung besuchte. Wegen des fehlenden nötigen Kleingeldes aber nur von außen.

Zunächst brachte ich jetzt meine Freundin nach Hause. Dann nahm ich die letzten Kilometer von Meißen nach Dresden in Angriff. so erreichte ich gegen zwanzig Uhr meine Wohnung. Viel brauche ich nicht mehr. Nur das Notwendigste noch aus dem Koffer geholt. Stand doch am nächsten Tag ein Treffen mit Kerstin und ihrer Frau an. Ich konnte ihre Gastfreundschaft ein Jahr vorher kennen lernen.
Und nun konnte ich ihnen ein Stück meiner Heimat zeigen. Wir besuchten Meißen und die Porzellanmanufaktur. Wir schlenderten durch die Altstadt hinauf zur Albrechtsburg. Hier gönnten wir uns in einem Garten eines Cafés Kaffee und Eis. Den Blick über Meißen gab es gratis dazu.

Zum Abend ging es dann in ein Fischlokal gleich bei mir um die Ecke. Damit fand auch dieser Tag auch einen schönen Ausklang. Kerstin und Gabi brachte ich dann noch zu ihrer Ferienwohnung, welche gar nicht so weit von mir entfernt ist.


Viele liebe Grüße von Magdalena
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Lebe jeden Tag.
Franziska
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Re: Mein Weg

Post 348 im Thema

Beitrag von Franziska »

Liebe Magdalena,

Nürnberg kann ich aus eigener Erfahrung nur empfehlen, eine sehr schöne Stadt.

Meine Frau hatte vor 12 Jahren mal eine neue berufliche Perspektive bei einer Behörde in Nürnberg und wir haben dann ca. vier Monate dort gelebt.
Wir hatten damals die Stadt aber auch die Region sehr genossen und auch schon nach einer Wohnung Ausschau gehalten.
Aufgrund weiterer Umorganisationen hatte sich aber die neue berufliche Perspektive leider zerschlagen.
Aber die sehr schönen Erinnerungen sind geblieben.

Liebe Grüße
Franziska
Genieße Deine Zeit, denn du lebst nur jetzt und heute. Morgen kannst Du gestern nicht mehr nachholen.
Und später kommt früher als Du denkst.
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ChristinaF
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Re: Mein Weg

Post 349 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Liebe Magdalena,
vielen Dank für deinen tollen Reisebericht. Ich finde, dass du ein besonderes Talent hast, deine Eindrücke und Erlebnisse so nierderzuschreiben. Einfach Klasse. (super)
LG Christina
Magdalena
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Re: Mein Weg

Post 350 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

Zurück im Alltag

So nun, das war's mit dem Urlaub. Und ich bin wieder im Alltag gelandet. Der Alltag, was ist es jetzt für mich. Bald sind es drei Monate, seit ich mit der HET begonnen habe. Fast genau so lange liegt meine Namens- und Personenstandsänderung zurück. Im Alltag lebe ich jetzt die Frau. Ich gehe meiner Arbeit nach und nehme am öffentlichen Leben teil. Bei mir in meinem Wohnumfeld ist es ganz selbstverständlich, ich bin jetzt Frau Bastian. Und dann passiert es. Mir kommt eine Hausbewohnerin entgegen. Ich habe sie aber nicht bemerkt. Und dann höre ich ein freundliches "Guten Tag , Frau Bastian!" . In so einem Moment kommt ein Glücksgefühl in mir auf.

Dann waren noch einige Arztbesuche zu bewältigen. Während meines Urlaubes ist meine neue, auf Frau Bastian ausgestellte, Krankenkassenkarte eingetroffen. Obwohl ich bei der Vereinbarung der Termine schon darauf hingewiesen habe, es wir bald Frau Bastian erscheinen, taten sich einige PCs schwer damit. Es mussten die Patientendaten zusammengeführt werden. Doch am Ende funktionierte es. Eine positive Nachricht war, dass ich noch nie so einen guten Blutdruck hatte. Ich spürt es eigentlich schon. Beginn der HET bin ich die innere Spannung los. Körper und Selle sind in Harmonie. Kein innerer Kampf mehr. Ich muss niemanden mehr etwas beweisen. Ich muss mich nicht mehr verstellen. Und dies strahl ich auch aus.

Und es wurde mir bestätigt. So besuchte in den zurückliegenden Monaten privat die Porzellanmanufaktur in Meißen. Viele Jahre war ich da beruflich aktiv. Es wussten damals fast alle, was mit mir los ist. Der Buschfunk funktionierte prima. Nur ich wirkte unsicher. Musste ich doch noch in der männlichen Rolle auftreten. Und es fiel mir immer schwerer. Was sagst du? Oft baute ich mitten im Satz meine Worte um. Nur nichts Verkehrtes sagen. Dadurch klang es eben nicht flüssig.

Ja es gab einige, welche ihre Zweifel an mir hatten. Aus Höflichkeit versuchten sie mich nicht direkt anzusprechen. Da war auch auf dieser Seite Unsicherheit zu spüren. Jetzt nach meiner Änderung hin zum weiblichen Geschlecht ist diese Unsicherheit auf beiden Seiten verschwunden. Und es fühlt sich so gut an. Ich kann jetzt ganz offen reden, ohne mir Gedanken zu machen.

Auch eine Einladung zur Mammografie lag schon in meinem Briefkasten. Die Mammografie liegt inzwischen hinter mir. Im Ergebnis wurde nicht auffälliges festgestellt.

Da wo ich jetzt arbeite, bin ich nur noch Magdalena. Der Mailaccount ist eingerichtet. Am Anfang kamen einige Fragen, welche ich gerne beantwortete. Das war es schon. Ich bin also voll und ganz im Alltag angekommen.


Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
Franziska
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Re: Mein Weg

Post 351 im Thema

Beitrag von Franziska »

Liebe Magdalena,

ich habe Deine Reiseberichte mit großem Interesse gelesen und Du hast das immer wieder sehr schön geschildert, Kompliment dazu.
Und nun geht für Dich der Alltag wieder los, oder sollte ich besser sagen, der neue Alltag.

Dazu wünsche ich Dir alles erdenklich Gute, dass Deine Vorstellungen und Träume von dem neuen Leben sich auch so erfüllen
und Du immer auch liebe Menschen um Dich hast, die an Deiner Seite stehen und Dich unterstützen.

Viele liebe Grüße
Franziska
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Und später kommt früher als Du denkst.
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Ramona B.
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Re: Mein Weg

Post 352 im Thema

Beitrag von Ramona B. »

Magdalena hat geschrieben: So 29. Okt 2023, 17:14 Und dann höre ich ein freundliches "Guten Tag , Frau Bastian!" . In so einem Moment kommt ein Glücksgefühl in mir auf.
Mir ist am letzten Samstag etwas Ähnliches passiert:
Am Abend ging ich noch zum Einkaufen, da kam mir der Sohn einer ehemaligen Nachbarin entgegen, der seit einigen Jahren bereits Rentner ist.
Wir unterhielten uns noch eine Weile, dann verabschiedete er sich mit "Tschüss Ramona" von mir.
In diesem Moment kam auch bei mir das Glücksgefühl auf.

Als ich noch als feminin gekleideter Mann (ohne Silies, nur Perücke) unterwegs war, hatten wir uns mal in einem anderen Supermarkt getroffen, wobei ich über meine Transidentität mit ihm gesprochen hatte, dabei hatte ich ihm auch meinen zukünftigen Wunschnamen genannt.
Ich hätte jetzt nicht damit gerechnet, dass er den Namen noch wusste.
----------------------------------------------------------------------
Eine Frage hätte ich noch zu Deiner Frisur auf den Fotos:
Ist das bereits Dein Naturhaar oder noch die Perücke ?

LG, Ramona
Sei Du selbst!
Lass Dich von niemandem verbiegen, denn es gibt Menschen, die Dich genau so lieben und brauchen wie Du bist.
Magdalena
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Re: Mein Weg

Post 353 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo Ramona,

noch ist es eine Perücke, die von der Krankenkasse bezahlt wird. Mein eigenes Haar muss noch ein wenig wachsen. Doch war ich dieser Tage bei einer Schulfreundin, welche einen eigenen Salon führt.
Sie machte mir Hoffnung, in absehbarer Zeit auf eine Perücke verzichten zu können.

Ach ja, ist es nicht schön so angenommen zu werden, wie Frau sich fühlt.

Viele liebe Grüße von Magdalena
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Re: Mein Weg

Post 354 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

im Alltag angekommen zu sein, kann auch seine Tücken haben. Und da möchte ich doch gleich mal von dieser Woche berichten Die ersten beiden Tage waren noch recht normal. So werde ich es bezeichnen. Noch dazu, dass ich am Dienstag frei hatte. Beim Endokrinologen stand mal wieder eine Blutabnahme an. Der Rest des Tages stand mir frei zur Verfügung. Doch aufgaben gab es noch genug. Bin ich doch gerade dabei meine Zeugnisse auf den neuesten Stand bringen zu lassen. Und ich musste feststellen, so einfach ist es nicht. Gerade was Abschlüsse aus DDR-Zeiten betrifft. Zum einen gibt es den Betrieb und die Bildungseinrichtungen nicht mehr. Wer ist nun der Rechtsnachfolger?

Eine Frage, welche sich nicht so einfach lösen lässt. Einige Behörden, so habe ich erfahren, bewahren nur auf für spätere Generationen. Sie ändern aber keine Dokumente, geschweige denn ,sie stellen neue aus. Da stoße ich immer wieder an verschlossene Türen oder Aktenschränke. Oder soll ich sagen, an vermeintliche Gefangene der deutschen Bürokratie. Wie auch immer ich komme da nicht weiter.
Anders sieht es aus bei Abschlüssen nach dem Mauerfall. Da findet sich noch eine Lösung, gegen Gebühr natürlich. Da sollen in den nächsten Tagen die geänderten Dokumente bei mir eintreffen. Und am Nachmittag besuchte ich noch eine Freundin, mit der ich viele Jahre zusammenarbeitete.

Einige werden es sicherlich mitbekommen habe, eine Infektionswelle kommt gerade über Deutschland. Noch bin ich verschont geblieben. Und dennoch spüre ich diese Woche die Auswirkungen. Mein Dienstplan änderte ich ab Mitte der Woche mehrmals. Besonders hart war dann der Donnerstag in mehrfacher Hinsicht. So kurz vor vier Uhr aufgestanden, da ich ein an einer anderen Stelle eingewiesen werden soll, um eine erkrankte Kollegin zu vertreten. Dann der Anruf, Abbruch der Einweisung. Eine weitere Kollegin meldete sich krank. Und ich soll deren Spätschicht übernehmen. Bingo! So bin ich kurz nach Hause, mich noch ein wenig aufs Ohr legen. Viel gebracht hatte es nicht.

So bin ich dann mit meinem Auto zum Dienst gefahren. Das Auto musste ich in einer Seitenstraße abstellen. In den letzten Stunden sehnte ich mich nach meinem Feierabend. Nur noch schnell nach Hause und ins Bett. Doch daraus wurde nix. Als ich mein Auto in meine Garage stellte, fiel mir etwas auf. Man hat mir das hintere Kennzeichen an meinem Auto abgebaut. Auch das noch Nachts gegen null Uhr. Doch mir standen in dem Moment die Helfer in Uniform ganz nah. Der Grund, vor einer Schule in meiner unmittelbaren Nähe war ein Polizeieisatz. Mir gelang es zwei Beamten mein Anliegen vorzubringen. Und sie nahmen meine Anzeige auf.

Irgendwann schaffte ich es doch noch ins Bett. Aber richtig schlafen konnte ich nicht. Da ich am Freitag wieder zum Spätdienst musste, fuhr ich gleich früh zur Zulassungsstelle. Mit dem Protokoll der Polizei brauchte ich keinen Termin bei der Zulassungsstelle. Seit Corona hat es sich ergeben, nur noch vorher einen Termin zu beantragen, um sein Anliegen zu lösen. Nach einer Stunde war ich Besitzerin eines Wunschkennzeichens an meine Auto und hundert Euro leichter. Der Riemen meiner Handtasche hing jetzt lockerer. Auf dem Weg zum meinem Arbeitsort ein kurzer Stopp bei der Versicherung. Auch hier muss ich ja noch das Geschehene melden. Und mal wieder Glück, eigentlich kann Frau am Freitag nur nach Vereinbarung vorsprechen. Doch da ich dieses Jahr auf Grund meiner Veränderungen einen guten Draht zu der Dame von der Versicherung habe, bearbeite sie noch schnell mein Anliegen. Und heute nun war Ruhe angesagt, und lange geschlafen. Nach und nach bringe ich nach der Aufregung meine Unterlagen in die gewohnte Ordnung.

Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
Anne-Mette
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Re: Mein Weg

Post 355 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Liebe Magdalena,

da hast du einiges erlebt - eine "bunte Tüte" von Ereignissen )))(:

Ich hoffe, November und Dezember zeigen sich ab nun von einer besseren Seite.

Herzliche Grüße
Anne-Mette
Magdalena
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Re: Mein Weg

Post 356 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

passend zum heuigen Tag.

Es ist November. Die Trauerwoche beginnt heute mit dem Volkstrauertag. Vermehrt sehe ich die Menschen auf den Friedhof gehen und die Gräber der Angehörigen Winterfest machen. Auch ich war heute bei meinen Eltern am Grab. Aber ich brauchte nichts mehr am Grab machen. Inzwischen bieten Gartenmärkte bei Zeiten Pflanzen und Grabschmuck für den nahenden Winter an. So konnte ich die Arbeiten erledigen, wo mir das Wetter angenehm erschien.
An der Elbe.jpg
Und zumindest bei mir in Dresden schien die Sonne. Also nichts von wegen trüber grauer November. Die Gelegenheit im Anschluss noch einen Spaziergang an der Elbe zu unternehmen. In der Sonne war es angenehm warm. Viele Bäume tragen noch ihr Laub. In der Sonne spielen die Blätter der Bäume mit den Farben des Herbstes.
Alter Baum.jpg
Nur ein alter Baum trägt keine Blätter mehr. Er steht nah am Ufer. Seine Äste sind mal abgebrochen mal von den Einflüssen der Natur wirr gebildet. Doch im nächsten Jahr wird er wieder Blätter hervorbringen. Auch wenn er nicht mehr mit den jüngeren Bäumen mithalten kann. Dieser Spaziergang gibt mir Kraft auch mit meiner persönlichen Trauer umzugehen. Gerade in der Trauerwoche ist mir wieder bewusst geworden, die bevorstehende Adventszeit zum zweiten Mal ohne meine Eltern zu erleben.

Viele liebe Grüße von Magdalena
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Re: Mein Weg

Post 357 im Thema

Beitrag von Franziska »

Liebe Magdalena,

das sind zwei sehr schöne Bilder, die den grauen Monat November ein wenig aufhellen lassen.
Aber gerade in diesen dunklen Zeiten werden dann immer wieder die Erinnerungen wach an die lieben Menschen,
die nicht mehr bei uns sind. Bei mir ist jetzt das dritte Jahr, an dem meine Frau nicht mehr an meiner Seite ist.
Schließlich war sie es, die mein "Frau sein" zum Vorschein brachte.

In diesen dunklen Zeiten muss man sich aber immer wieder an die vielen schönen Erlebnisse erinnern,
die letztlich ein Leben lang bleiben und die uns dann auch wieder Kraft geben.

Ich wünsche Dir noch einen schönen Rest-Sonntag, vor allem aber alles Gute auf Deinem Weg.

Liebe Grüße
Franziska
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Re: Mein Weg

Post 358 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

heute ist erster Advent. Damit beginnt die Weihnachtszeit mit all ihren Wundern und Geheimnissen. Die erste Kerze wird heute angezündet. So ist es auch in diesem Jahr bei mir. Noch vergangenes Jahr war ich dazu nicht in der Lage. Viel ist in dieser Zeit bei mir passiert. Alles ist hier schon geschrieben worden. So möchte ich es jetzt nicht noch einmal wiederholen.

Uns so freue ich mich auf das Weihnachtsfest. Die Stube ist festlich geschmückt. Die "Männel" aus dem Erzgebirge haben wieder ihren Platz in der guten Stube bekommen. Beim Bäcker um die Ecke ist der Christstollen schon gekauft. Er muss noch ein wenig reifen, durchziehen, damit er an Heilig Abend das richtige Aroma hat. Zwei Stollen sind auf große Reise zu zwei lieben Freundinnen unterwegs. So sind es nur noch wenige Besorgungen, welche ich für das Fest erledigen muss
20231202_164709.jpg
So kann ich mir auch Zeit nehmen mich meine Seele auf Weinachten einzustimmen. Der Anfang dazu war gestern. Mit einer lieben Freundin besuchte ich den Striezelmarkt. Und es waren viele Besucher auf dem Striezelmarkt. Ein buntes Sprachengewirr lang an mein Ohr. Gäste auch aus den benachbarten Ländern ließen sich von der Stimmung des Marktes anstecken. Sicher half dabei auch der angebotene Glühwein. Der Friede der Weihnachtszeit machte sich breit. Eine Botschaft, welche in alle Herzen getragen werden soll.
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Viele liebe Grüße von Magdalena
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Re: Mein Weg

Post 359 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

eigentlich wollte ich heute hier im Forum auf einige Beiträge antworten. Und auch hier wollte ich etwas schreiben. Doch mein Kopf ist gerade leer. Am Nachmittag erhielt ich einen Anruf von eine lieben Freundin. Heute zum Adventssonntag! Da ist sonst bei ihrem Mann, der im Krankenhaus liegt. Nun aber liegt er nicht mehr im Krankenhaus. Der Mann meiner Freundin hat seine letzte Reise angetreten. Darum kam der Anruf heute.
Seit dem bin ich leer im Kopf. Ich muss meiner Freundin beistehen. Es ist nicht einfach. Gerade jetzt, da sich alle auf das bevorstehende Fest freuen.


Mit traurigen Grüßen Magdalena
Lebe jeden Tag.
Anne-Mette
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Re: Mein Weg

Post 360 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Abend Magdalena,

das Schicksal nimmt keine Rücksicht auf Feiertage.
Ich hoffe, du kannst deiner Freundin beistehen und ihr etwas Trost geben. Es ist zu "jeder Zeit" gut, so eine Freundin wie dich zu haben.

Alles Liebe und Gute
Anne-Mette
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