Sind wir "falsch" oder wertvoll ?
Sind wir "falsch" oder wertvoll ? - # 3

Lebensplanung, Standorte
Momo58
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Re: Sind wir "falsch" oder wertvoll ?

Post 31 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Falsch oder wertvoll hat bei mir nichts mit Äußerlichkeiten oder der Wirkung auf andere zu tun. Falsch oder wertvoll hängt von meiner inneren Reife ab. Mein Leben fühlte sich sehr lange falsch an, aber nur, weil ich mich als Kind, in der Jugend und als junge Erwachsene nicht als transident einordnen konnte. Erst als ich akzeptieren konnte, dass ich transident bin, mein Gehirn nachweislich dem Gehirn einer Frau ähnlich war und ich transident zu leben begann, fühlte ich mich zunehmend wertvoller. Ich war nicht mehr das Aggrohäschen; ich wurde immer ausgeglichener, freundlicher, offener. Klar wirkt dich das positiv auf mein Umfeld aus, aber das ist mir gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist für mich dass ich einen persönlichen Reifungsprozess durchlaufen habe und nun das bin, was ich bin: eine wertvolle Frau.

Liebe Grüße
Manuela
Wir alle sind nur ein unbedeutendes Staubkorn im Universum
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Sind wir "falsch" oder wertvoll ?

Post 32 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Sophia69 hat geschrieben: Sa 4. Nov 2023, 22:09 falls ich es richtig verstanden habe, geht es Vicky Rose hier in diesem Thread darum, wie wir uns selbst sehen, als falsch (also mit irgendwelchen Mängeln behaftet) oder als wertvoll (wir sind gut, wie wir sind).
Richtig. Aber ich möchte noch einen Schritt weiter gehen und die Frage anders stellen, in dem ich den Blick weite und nicht nur die Eigensicht in den Vordergrund stelle, sondern auf den Wert den wir mit unserer besonderen Perspektive für Andere und für die Allgemeinheit haben (können). Wir sehen uns oft als Belastung für Partner/innen oder die Gesellschaft (wir fordern Toleranz und Anerkennung).

Stellen wir nicht auch einen Wert dar, da wir eine ganz spezielle Perspektive haben ? Worin liegt dieser Wert ? Oder sind wir nicht doch nur eine Belastung ?

Ich denke, wenn wir uns diese Fragen positiv beantworten können, wächst auch unser Selbstbewusstsein, mit der wir uns zeigen. Oder ist das falsch gedacht ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Sind wir "falsch" oder wertvoll ?

Post 33 im Thema

Beitrag von Sophia69 »

Hallo Vicky,
hierbei wäre dann aber noch mMn zu berücksichtigen, ob frau bereits vor der Partnerschaft geoutet war oder nicht?

Liebe Grüße
Sophia
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Sind wir "falsch" oder wertvoll ?

Post 34 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo Sophia,

die Frage verstehe ich nicht. Was hat das mit dem Outing zu tun ?

Ein nachträgliches Outing ist immer schwieriger. Da ist u.U. deutlich mehr Gesprächsbedarf im Raum. Aber ist das mehr Selbstbewusstsein nicht vorteilhaft ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Sind wir "falsch" oder wertvoll ?

Post 35 im Thema

Beitrag von Sophia69 »

Hallo Vicky,
ich beziehe es darauf, dass du ja auch im Kontext von wertvoll siehst, dass wir eine Bereicherung für eine Partnerschaft seien. Bei einem Outing im Nachhinein, wie bei mir, kann es erstmal eine Belastung sein, an der natürlich auch Beziehungen zerbrechen können oder wie in meinem Fall weiter reifen mögen.
Habe ich mich jetzt verständlicher ausgedrückt?

Liebe Grüße
Sophia
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Re: Sind wir "falsch" oder wertvoll ?

Post 36 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Sophia69 hat geschrieben: So 5. Nov 2023, 16:18 Bei einem Outing im Nachhinein, wie bei mir, kann es erstmal eine Belastung sein, an der natürlich auch Beziehungen zerbrechen können oder wie in meinem Fall weiter reifen mögen.
Ja klar, danke. Ich denke, dass Reifungen häufig, wenn nicht immer, mit Belastungen, sprich mit der Erkenntnis der Auseinandersetzung mit den eigenen Problemen zusammen hängen. Und wie bei jeder Krise ist das Ergebnis offen. Aber nicht nur die Menschen, auch Beziehungen ändern sich dadurch. Nach einer Krise ist eine Beziehung nicht mehr so wie vorher. Dazu kann man in verschiedenen Büchern von Psychogen und Paarberatern lesen. Aber wie gesagt, sich seines Wertes bewusst zu sein, hilft dabei, die Krise zu überstehen ... ... oder neu anzufangen.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Sind wir "falsch" oder wertvoll ?

Post 37 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Aria hat geschrieben: Fr 3. Nov 2023, 18:21
Wie passt denn die Frage danach überhaupt noch zu dem, worum es dem Ersteller bei diesen Gedankenexperiment geht?
Für mich war es sehr hilfreich um Fragen nach Wertigkeit, richtig/falsch zu beantworten.

Und um mir selber zu zeigen, dass ich mich nicht im jeden Preis verändern muss. Sondern es eigentlich im Leben ums wohlfühlen, bei sich selber ankommen und Selbstliebe gehen sollte.

Ist für jede anders.

LG
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Re: Sind wir "falsch" oder wertvoll ?

Post 38 im Thema

Beitrag von Aria »

Vicky_Rose hat geschrieben: Sa 4. Nov 2023, 14:14 Gegenfrage: Warum reagierst Du denn auf meine Posts, wenn da kein Mehrwert für Dich drinsteckt ?
Naja, weil ich ungern eine falsche Behauptung mir gegenüber unkommentiert lassen möchte.

Auf die weiteren Passagen aus deinem Beitrag bin ich nicht mehr eingegangen, weil mir solche Diskussionen, die sich in immer weitere Nebenthemen aufspalten, einfach zu viel werden. Mir ist einfach ein Rätsel, was das Thema Kleidung mit dem Ursprungsthema zu tun hat. Btw kann es das auch ruhig bleiben, ich brauche keine philosophische Erklärung dazu. Ich bin ein Mensch von klaren Worten und ich brauche klare Ansagen, ansonsten schalte ich ab. Das wird mir dann schnell zu viel und langweilt mich - zumal nie einbrauchbares Ergebnis dabei heraus kommen mag.

Aber, um nochmal auf das eigentlich Thema zurück zu kommen, erzähle ich dir mal eine Anekdote aus meinem Leben - ohne viel was wäre wenn und könnte vielleicht eventuell.

Wenn ich mir damals - bevor ich beschlossen habe mir Hilfe zu holen - gesagt hätte, dass ich gut bin, so wie ich bin und, dass ich ja schon jetzt für mich die perfekte Frau bin, die ich jemals werden kann, so hätte das nicht funktioniert. Es wäre einfach nicht gegangen, hätte ich mir noch so sehr vorgestellt auf welcher einsamen Welt ich mit Roboter, Tieren und Pflanzen ich lebe. Im Gegenteil, ich habe 35 Jahre einen Kampf gegen mich selbst geführt. War in meiner Jugend und als junger Erwachsener ein Mensch, der dich hier im Viertel so richtig abgezogen hätte, wie man bei uns so schön sagt. Ich habe noch dem Motto gelebt: höher, schneller. weiter und breiter - vor allem letzteres. Mir waren Leute um mich herum total egal und ich mir, im Nachhinein betrachtet, auch.

Die Geburt meiner Tochter hat mich vor 20 Jahren davor bewahrt noch viel schlimmeres zu machen und mir geholfen wieder auf die Spur zu kommen. Dennoch habe ich gegen mich weiter gekämpft. Auch zu der Zeit hätte es nichts gebracht, mir zu sagen, dass ich wertvoll bin. In mir drin wusste ich, das irgendwas falsch läuft, konnte es aber einfach nicht benennen. Vom einen Extrem fiel ich ins andere. Ich fing an, den Körper, den ich 20 Jahre lang mit allen möglichen Mitteln missbraucht hatte, zu trainieren. Das lenkte ab, aber nicht auf Dauer. Die Dämonen kamen immer wieder zurück und ich begann mich wieder zu betäuben. Meine Ausflüge in die weiblich Welt brachten mir anfangs immer paar schöne Stunden aber je länger mein CD-Dasein dauerte, desto weniger fand ich Erfüllung.

Niemals hatte ich dabei den Wunsch eine "perfekte" Frau abzugeben - sondern nur Eine. Das gelang mir aber einfach nicht, denn beim dressen empfand ich immer mehr einfach nur Leere. Daher stellte sich mehr und mehr die Erkenntnis bei mir ein, dass ich einfach nicht richtig bin, so wie ich bin und, dass da wohl mehr dahinter stecken muss. Ich bin froh, dass ich mich damals das erste Mal so wirklich um mich selbst gekümmert habe, sonst wäre ich heute wohl nicht mehr hier. Und wenn ich nun auf mein vergangenes Leben zurück schaue, kann ich nicht fassen, was für eine 180-° oder sagen wir besser 360-° Drehung ich hinter mich gebracht habe. Wenn du von so genannten "falschen" oder "wahren" TS sprichst - ich weiss, diese Begriffe sind dir in Diskussionen mir mir hängen geblieben, dann muss ich sagen, dass ich diese Begriffe unterstütze, aber anders als du sie für dich liest.

Für mich ist trans* das ganze Spektrum, jedoch sind nicht alle dermaßen davon betroffen, dass es für sie keinen anderen Ausweg gibt, als ihr komplettes Leben umzukrempeln - mit allem was dazu gehört. Das sage völlig wertefrei, weil es für mich dabei keine Wertung gibt. Im Leben muss jeder seinen Platz für sich finden und wenn du, Helga und all die anderen hier, die den Weg nicht begangen haben, gefunden haben, ist das total toll. Ich konnte das nicht, weil ich einfach nicht gut mit mir wahr und das an so vielen Stellen nach aussen getragen habe. Wenn ich Bekannten von damals erzählt hätte, dass ich auch wertvoll und nicht falsch bin, hätten die mir unter vorgehaltener Hand gesagt: Ganz ehrlich....du bist ein Ar*****ch! Hat keiner, doch gedacht haben es sehr viele. Und wenn man die gleichen Leute heute fragt, dann.....ach was, braucht man gar nicht fragen, die suchen und möchten einfach Kontakt zu mir. Ich muss dafür nix mehr machen - einfach Ich sein.
¡no lamento nada!
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