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Anne-Mette
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Nicht„binäre Wi­kin­ge­r:in­nen | taz

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Archäologie zu Geschlechteridentitäten: Nicht-binäre Wi-­kin-­ge-­r:in-­nen

Ausgrabungen zeigen, dass es vor Tausenden Jahren Menschen gab, bei denen das biologische und das soziale Geschlecht nicht übereinstimmten.


https://taz.de/Archaeologie-zu-Geschlec ... /!5939854/
Lina
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Re: Nicht„binäre Wi­kin­ge­r:in­nen | taz

Post 2 im Thema

Beitrag von Lina »

Cool. Man hat in England was ähnliches gefunden, Wo 10 bis 15 von 250 Wikingerinnen trans gewesen sind - beide Richtungen
Nicole Fritz
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Re: Nicht„binäre Wi­kin­ge­r:in­nen | taz

Post 3 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Moin,

tja, heute nennt man das trans* oder nicht binär. Damals dürfte wohl niemand großartig darüber geredet haben. Das gab es überall und immer wieder. Nur heute ist das offensichtlich ein Problem. Da braucht es Hormone, OP's, ... - alles, womit man Geld verdienen, und worüber man sich aufregen kann. Hauptsache die Münze klingelt in der Kasse, und man hat etwas zum Frust Ablassen.

Liebe Grüße
Nicole
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Re: Nicht„binäre Wi­kin­ge­r:in­nen | taz

Post 4 im Thema

Beitrag von conny »

Nicole Fritz hat geschrieben: Do 6. Jul 2023, 22:44 Damals dürfte wohl niemand großartig darüber geredet haben.
Woraus schließt Du das?
Blossom
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Re: Nicht„binäre Wi­kin­ge­r:in­nen | taz

Post 5 im Thema

Beitrag von Blossom »

Na, der Artikel dürfte hier passen ... Ich jedenfall habe reichlich geschmunzelt.

https://jungle.world/artikel/2011/41/sc ... eere-elfen
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
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Re: Nicht„binäre Wi­kin­ge­r:in­nen | taz

Post 6 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

conny hat geschrieben: Fr 7. Jul 2023, 22:00
Nicole Fritz hat geschrieben: Do 6. Jul 2023, 22:44 Damals dürfte wohl niemand großartig darüber geredet haben.
Woraus schließt Du das?
Hallo Conny,

ich habe einiges über Naturvölker gelesen. Dabei zeigt sich, dass es bei praktisch allen diesen Völkern unser streng binäres Geschlechter-Bild nicht gab. Bei den Indios gibt es beispielsweise Begriffe für weit mehr als nur zwei Geschlechter.

Ich könnte jetzt mit der Bock-Saga anfangen. Diese betrifft auch die Wikinger. Wer von dieser langen Geschichte das erste Mal etwas erfährt, ist sicherlich schockiert, so abartig erscheint sie teilweise. Sie erzählt aber, wie eine optimale Vermehrung im Hinblick auf die Gesund-Erhaltung der menschlichen Rasse einmal funktioniert haben könnte. Heute funktioniert es trotz unendlich vieler wissenschaftlicher Fakten offensichtlich nicht. Jedenfalls kommt man zu dieser Erkenntnis, wenn man (am Ende als Folge der letzten Bedeutung von 'Krone') mit den Zielen und Vorstellungen unserer Gesellschaft absolut nichts (mehr) anfangen kann.

Hier ein kleiner Einblick in die Bock-Saga (das 1. von 6 Videos):
https://youtu.be/v9Pk53vE-Do

Liebe heidnische Grüße
Nicole
Lina
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Re: Nicht„binäre Wi­kin­ge­r:in­nen | taz

Post 7 im Thema

Beitrag von Lina »

Nicole Fritz hat geschrieben: Sa 8. Jul 2023, 12:50
conny hat geschrieben: Fr 7. Jul 2023, 22:00
Nicole Fritz hat geschrieben: Do 6. Jul 2023, 22:44 Damals dürfte wohl niemand großartig darüber geredet haben.
Woraus schließt Du das?
Hallo Conny,

ich habe einiges über Naturvölker gelesen. Dabei zeigt sich, dass es bei praktisch allen diesen Völkern unser streng binäres Geschlechter-Bild nicht gab. ...

Liebe heidnische Grüße
Nicole
Was mich wieder zum beliebten Argument, dass die biologiesei eindeutig und es gäbe nur zwei Geschlechter: Wer sagt, dass die Biologie die einzige relevante Wissenschaft wäre, die Gender definieren darf? Die ganzen soziokulturellen Dinge wie Sprachgebrauch, Verhalten und Kleidung sind schon längst das, was überwiegend Gender definieren. Also warum sollte man sich dazu manipulieren, nur die biologische Seite davon zu diskutieren?
Mit min. 99% der Menschen, mit denen man interagiert, wird man eh keinen Sex haben.
Anne-Mette
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Re: Nicht„binäre Wi­kin­ge­r:in­nen | taz

Post 8 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Spektrum

Wo gejagt wird, jagen auch die Frauen
Jäger-und-Sammler-Gemeinschaften wurde lange die klassisch-europäische Geschlechterrollenverteilung unterstellt. Doch dass nur Männer jagen, ist weltweit offenbar die Ausnahme.


https://www.spektrum.de/news/ethnologis ... obal-de-DE
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Re: Nicht„binäre Wi­kin­ge­r:in­nen | taz

Post 9 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Es heißt im Ausgangstext:
Die gelebte Geschlechtsidentität folgt zum Großteil dem biologischen Geschlecht. Es zeigt sich: Die gelebte Geschlechtsidentität folgt zum Großteil dem biologischen Geschlecht. Doch in 10 Prozent der Fälle, bei denen beide Geschlechter identifiziert werden konnten, stimmten diese nicht überein.
Ich sehe hier ein grundlegendes Problem: Es legt im Wesentlichen eine heutige Sicht auf die geschlechtsbezogenen Handlungen zu Grunde. Wenn ich hypothetisch annehme, dass jedem und jeder völlig frei jede Betätigung gleichwertig zugestanden worden wäre, sagt der Befund in den Gräbern doch nur etwas über die tatsächliche Verteilung der Tätigkeiten auf die biologischen Geschlechter aus und das auch nur mit großer Unsicherheit. Es sagt aber nichts darüber aus, ob es in Wikingerzeiten eine Zuordnung gab, die Tätigkeiten als männlich oder weiblich tituliert hätte. Insofern sind die Begriffe "Geschlechtsidentität" oder "übereinstimmen" rein spekulativ.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Nicht„binäre Wi­kin­ge­r:in­nen | taz

Post 10 im Thema

Beitrag von Lina »

@Vicky
Das siehst du vielleicht etwas zu kompliziert. Rein archäologisch bezieht man sich z.B. auf Grabbeigaben. Wenn man da überwiegend Männern oder überwiegend Frauen zugehörigen Utensilien findet, weiss man, in welcher Rolle die Gesellschaft diese Person gesehen hat. Und dann stellt man das physiologische Geschlecht z.B. durch DNA-Test fest.
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Re: Nicht„binäre Wi­kin­ge­r:in­nen | taz

Post 11 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 10. Jul 2023, 07:19Ich sehe hier ein grundlegendes Problem: Es legt im Wesentlichen eine heutige Sicht auf die geschlechtsbezogenen Handlungen zu Grunde.
Exakt. Vor allem auf unsere aktuell alle Alltagsbereiche durchdringende Rollentrennung. Und das ist auch, was das Original-Paper eigentlich herausarbeitet und kritisiert: Wir können aufgrund der Grabbeigaben nicht schliessen, ob es strikte gender roles gab, ob bestimmte Gegenstände mit gender roles verknüpft waren oder was mit jenen ~10% "atypischen" Gräbern ist.

Es könnte sein, dass die Personen sozial als trans akzeptiert waren, dass sie inter waren, oder aber auch dass gender roles nicht so rigide waren oder es eine andere Arbeitsteilung gab, wobei 10% einfach eine andere Präferenz hatten.

Es ist nicht einmal wirklich sicher, wie viel die Grabbeigaben mit dem Alltagsleben zu tun hatten. Beispiel von heute: Fahrradfahren ist ziemlich unisex, aber wer würde sich mit einem Fahrrad begraben lassen? Nur Menschen, bei denen es einen zentralen Platz im (Freizeit)Leben und der Selbstdefinition einnimmt - und das wären überwiegend Männer.

Das non-binary im Original ist auch irreführend. Gemeint ist nämlich non-cis. Leider haben das quasi alle abgeschrieben, wobei wie gesagt unklar ist, ob so etwas wie cis Identität, also eine Selbsteinordnung in eine binäre Geschlechtsrolle überhaupt existierte, wie ausgreifend die in Alltagsdingen jenseits von direkten Fortpflanzungsfunktionen waren, bzw ob eine Abweichung zum Beispiel beim Thema Jagd überhaupt ein Thema war.

Zudem wurden 70% der erfassten Gräber gar nicht berücksichtigt, weil sie nicht vollständig aufgeklärt waren. Hauptsächlich, weil das "Knochengeschlecht" nicht sicher bestimmt wurde.

Die Original-Veröffentlichung ist aber insofern wertvoll, als dass sie genau diese Fragen stellt und Behauptungen über gender roles in prähistorischen Gesellschaften generell in Frage stellt.

Aus antiken Schriftkulturen und anderen Forschungen ist aber klar, dass es zu allen Zeiten alle möglichen Varianten von körperlicher und sozialer Geschlechterei gegeben hat, also non-cis und_oder inter. Egal wie rigide eine Gesellschaft das geregelt hat. Die 10% könnten zufällig sogar ein guter Daumenwert sein, aber aus Knochen und Grabfunden lässt sich das nicht schliessen.
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Re: Nicht„binäre Wi­kin­ge­r:in­nen | taz

Post 12 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hi Lina,

das ist mir klar. Aber ich spreche von der Interpretation der Ergebnisse. Die Grabbeigangen sagen eher etwas darüber aus, was diese Person in ihrem Leben gemacht hat bzw. was in ihrem Leben im Mittelpunkt stand. Die Rolle in der Gesellschaft hinsichtlich einer geschlechtlichen Sichtweise ist damit nicht definiert. Eine Frau war vielleicht Kriegerin, weil sie es konnte und wollte, aber ob das mit Männlichkeit konnotiert ist, wissen wir nicht aus den vorliegenden Befunden. Sie zeigen nur, dass biologische Frauen auch Kämpferinnen sein konnten.

Oder anders gesagt, die sehr ausgeprägte bipolare Sicht auf Geschlecht ist ein Kulturgut. Sie wird nur durch die heutige Brille verstanden und darf nicht auf frühere Kulturen angewandt werden. Frühere Kulturen waren viel mehr davon abhängig, dass die Gemeinschaft alle ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen nutzen musste. Ich vermute, das Geschlecht hat dabei eine wesentlich geringere Rolle gespielt. Warum sollte man also einer biologischen Frau verwehren, eine Kämpferin zu sein ? Ob sie dabei als Frau oder Mann gesehen wurde, ist aus meinem Verständnis weiterhin unklar.

Viel klarer scheint mir aber zu sein, dass Menschen in früheren Kulturen viel mehr die Dinge tun konnten, für die sie geeignet waren. Das erscheint mir ein sehr interessanter kultureller Ansatz zu sein, den wir nach und nach verfolgen, Stichtwort Gleichberechtigung.

Spannende Frage am Rande: was passiert mit dem Begriff "Gender", wenn wir ihn vor dem Hintergrund vergangener Kulturen sehen ? Auch er hat, trotz persönlicher Empfindungen, viel mit Kultur zu tun. Und deshalb ist er nicht so eindeutig, wie er genutzt wird.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Nicht„binäre Wi­kin­ge­r:in­nen | taz

Post 13 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Der Guardian aktuell: "Isles of Scilly remains are iron age female warrior, scientists say. DNA analysis of tooth enamel solves puzzle of 2,000-year-old grave on Bryher also containing sword and mirror"
Übersetzt: "Überreste auf den Scilly-Inseln sind laut Wissenschaftlern eine weibliche Kriegerin aus der Eisenzeit. DNA-Analyse von Zahnschmelz löst Rätsel um 2000 Jahre altes Grab auf Bryher, das auch Schwert und Spiegel enthält"
https://www.theguardian.com/science/202 ... ord-mirror

Auch ohne Skelett, nur aus einem Zahn, konnte wenigstens das chromosomale Geschlecht ermittelt werden. Wir wissen ja, dass das nicht unbedingt mit anderen Merkmalen übereinstimmen muss. Es wird auch etwas vorsichtig eingeschränkt
Dr. Sarah Stark, Biologin für menschliche Skelette bei Historic England, sagte, dass die Funde "Beweise für die führende Rolle einer Frau in der Kriegsführung auf den eisenzeitlichen Scilly" lieferten.

"Obwohl wir die Symbolik von Gegenständen, die in Gräbern gefunden wurden, nie vollständig verstehen können, deutet die Kombination aus Schwert und Spiegel darauf hin, dass diese Frau einen hohen Status innerhalb ihrer Gemeinschaft hatte und möglicherweise eine führende Rolle in der lokalen Kriegsführung spielte, indem sie Überfälle auf rivalisierende Gruppen organisierte oder anführte".

Stark fügte hinzu: "Dies könnte darauf hindeuten, dass die Beteiligung von Frauen an Raubzügen und anderen Arten von Gewalt in der eisenzeitlichen Gesellschaft verbreiteter war, als wir bisher angenommen haben, und es könnte die Grundlage dafür gelegt haben, dass sich später Anführerinnen wie Boudicca herausbilden konnten."
Jaddy
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Re: Nicht„binäre Wi­kin­ge­r:in­nen | taz

Post 14 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Ein interessanter Beitrag "von Dr. Elisabeth Magin. Sie forscht an der Universität Oslo u.a. zum Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Namen in mittelalterlichen Runeninschriften und zur Schriftkenntnis und -nutzung unterschiedlicher Gruppen in der mittelalterlichen Gesellschaft. Ihre Forschung erstreckt sich über die Bereiche Archäologie, Philologie und Digitale Humaniora und stützt sich zu großen Teilen auf die durch archäologische Ausgrabungen gewonnenen Daten zur mittelalterlichen Stadtentwicklung in Norwegen."

Das Patriarchat — wie lange gibt es das schon?

Es ist ein äusserst fachkundiger deep dive zum Thema, was eigentlich wirklich nachweisbar ist und was nicht.
Nora_7
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Re: Nicht„binäre Wi­kin­ge­r:in­nen | taz

Post 15 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Jaddy hat geschrieben: Mo 10. Jul 2023, 08:52 Aus antiken Schriftkulturen und anderen Forschungen ist aber klar, dass es zu allen Zeiten alle möglichen Varianten von körperlicher und sozialer Geschlechterei gegeben hat, also non-cis und_oder inter. Egal wie rigide eine Gesellschaft das geregelt hat.
Sicher pragmatischer als heute, denn sie kannten kein Altes Testament und Milliarden Menschen, die (fast) wörtlich daran glauben.

Liebe Grüße Nora
Schönheit ist weiblich, und ich bin auch gerne schön.
Ich kann alles tragen, wenn ich ein Mädchen bin
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