Blätter für dt. und int. Politik: Das feministische Paradox. Der brutale Backlash gegen die Emanzipation
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Mirjam
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Blätter für dt. und int. Politik: Das feministische Paradox. Der brutale Backlash gegen die Emanzipation
Ja, der Artikel ist etwas länger. Und er ist erschreckend zu lesen. Wo bewegen wir uns nur hin?
Das feministische Paradox. Der brutale Backlash gegen die Emanzipation
Nieder mit dem Patriarchat!!!
Mirjam
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Re: Blätter für dt. und int. Politik: Das feministische Paradox. Der brutale Backlash gegen die Emanzipation
Ist der letzte Satz nicht interessant ?
D.h. das Zitat impliziert, dass man sich von seiner Identität lösen kann. Oder überspitzt gesagt: Es ist "heilbar".
Auch nicht gerade der wahre Jakob oder habe ich etwas falsch verstanden ?
Wer von uns ist nicht der Meinung, dass unser Schicksal im Weiblichen unabänderlich ist ? Selbst wenn ich noch so sehr differenziere, in einem bin ich mir sicher, das Prinzip Weiblichkeit in mir ist unabänderlich...Nur durch Differenzierung gelingt es, sich von den gezielten rechten Umdeutungen und Rebiologisierungen abzugrenzen. Nur so lässt sich verhindern, dass wir glauben, Identitäten könnten "echt" und ein unabänderliches Schicksal sein.
D.h. das Zitat impliziert, dass man sich von seiner Identität lösen kann. Oder überspitzt gesagt: Es ist "heilbar".
Auch nicht gerade der wahre Jakob oder habe ich etwas falsch verstanden ?
Viele Grüße
Vicky
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Re: Blätter für dt. und int. Politik: Das feministische Paradox. Der brutale Backlash gegen die Emanzipation
Hmm Vicky, ich würde das eher so interpretieren, dass es in Richtung der vor allem von Rechts vertretenen Auffassung gemeint ist, dass beispielsweise das Geburtsgeschlecht (oder besser gesagt, das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht) unabänderlich sei. Der erste von dir zitierte Satz deutet für mich doch sehr darauf hin.Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 5. Jun 2023, 13:03 Ist der letzte Satz nicht interessant ?
Wer von uns ist nicht der Meinung, dass unser Schicksal im Weiblichen unabänderlich ist ? Selbst wenn ich noch so sehr differenziere, in einem bin ich mir sicher, das Prinzip Weiblichkeit in mir ist unabänderlich...Nur durch Differenzierung gelingt es, sich von den gezielten rechten Umdeutungen und Rebiologisierungen abzugrenzen. Nur so lässt sich verhindern, dass wir glauben, Identitäten könnten "echt" und ein unabänderliches Schicksal sein.
D.h. das Zitat impliziert, dass man sich von seiner Identität lösen kann. Oder überspitzt gesagt: Es ist "heilbar".
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LG
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Re: Blätter für dt. und int. Politik: Das feministische Paradox. Der brutale Backlash gegen die Emanzipation
Der erste Satz ist für mich ganz klar. Er bedeutet, das vereinfachende Pauschalisierungen nur durch Differrenzierungen überwunden werden können. Dem stimme ich ja auch zu. Aber wie kommt dann der zweite Satz mit "Identität" damit in Zusammenhang, zumal dort von "wir" gesprochen wird ?Mirjam hat geschrieben: Mo 5. Jun 2023, 13:20 dass beispielsweise das Geburtsgeschlecht (oder besser gesagt, das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht) unabänderlich sei.
Viele Grüße
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Re: Blätter für dt. und int. Politik: Das feministische Paradox. Der brutale Backlash gegen die Emanzipation
Ich glaub es geht dabei mehr darum wie weiblich oder männlich ausgelebt wird. Ein Mann der eben nicht typisch dominant oder agressiv sein muß und eine Frau die nicht zurück an den Kochtopf muß. Sondern fließend und das wird nur erreicht wenn die Möglichkeiten von Grund auf bereitet werden.
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Re: Blätter für dt. und int. Politik: Das feministische Paradox. Der brutale Backlash gegen die Emanzipation
Ich denke, das steht im Absatz drüber. Ich versuche es mal in meinen Worten: Bestimmte Identitätsaspekte werden durch gesellschaftliche Strukturen gemacht und mit Erwartungen, Privilegien und Repressionen verknüpft. Zum Beispiel Weiblich, Schwarz, Behindert, "Ausländer". Es gibt aber auch Merkmale, die identitätsbestimmend für eine Person sein können, aber keine (siginfikanten) politischen Folgen haben. Blond zum Beispiel, RettungsdienstMensch, Metal Fan, usw.Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 5. Jun 2023, 13:03 Ist der letzte Satz nicht interessant ?
Wer von uns ist nicht der Meinung, dass unser Schicksal im Weiblichen unabänderlich ist ? Selbst wenn ich noch so sehr differenziere, in einem bin ich mir sicher, das Prinzip Weiblichkeit in mir ist unabänderlich...Nur durch Differenzierung gelingt es, sich von den gezielten rechten Umdeutungen und Rebiologisierungen abzugrenzen. Nur so lässt sich verhindern, dass wir glauben, Identitäten könnten "echt" und ein unabänderliches Schicksal sein.
D.h. das Zitat impliziert, dass man sich von seiner Identität lösen kann. Oder überspitzt gesagt: Es ist "heilbar".
Auch nicht gerade der wahre Jakob oder habe ich etwas falsch verstanden ?
Es ist sinnvoll, sagt der Absatz darüber nach meiner Lesart, die politisch relevanten ID-Aspekte herauszuarbeiten und als verbindendes Element im Kampf gegen die damit verbundenen gesellschaftlichen Nachteile zu verwenden - auch wenn jede Einzelperson noch viele andere Aspekte hat. Und das so lange, bis die Nachteile dieses Merkmals beseitigt sind und zB der Aspekt Weiblich ebensowenig Nachteile bringt wie Blond. Danach wird er nicht mehr gebraucht, kann aber immer noch für Personen wesentliches Merkmal ihres Selbstbildes sein.
Der von Dir zitierte Part wendet sich deshalb ausdrücklich dagegen, zum Beispiel "weiblich" mit Biologie zu verknüpfen, wie rechte Kräfte es tun, aber auch einige essenzialistische Feminist*innen. Darin steckt eine mehrfache Falle: Wenn du diese Art Körper hast, bist du quasi durch Naturzwang auf das eine Rollenbild verpflichtet. In der Regel submissiv, dienend, Kinder/Küche/Kirche, Mutterschaft, spirituell, usw. Du kommst aus dem Rollenbild nicht raus, andere (anderer Körper) nicht rein. Einzelne Eigenschaften dürfen nicht zwischen (biologischen) Geschlechtern vermischt werden. Und wenn dein naturgegebener Körper seine Rolle nicht erfüllen kann gibt es (soziale) Repressionen.
Das "echt" bezieht sich also darauf, aus Chromosomen bzw Körper eine unabänderliche gesellschaftliche Struktur zu konstruieren, insbesondere Machtverhältnisse, also "Du bist als Frau halt biologisch ungeeignet für männliche Eigenschaften" - naja und umgekehrt desgleichen, womit ja auch regelmässig Transgeschlechtlichkeit "wegdefiniert" wird. Das ist dann das verbindende Element von rechtsradikal/rechtsextremen, ultra-religiösen und einigen Alt-Feministinnen. Nennt sich biologischer Essenzialismus.
In einer Gesellschaft, die dies überwunden hat, kann jedes Wesen gemäss seiner inneren Natur leben[1]. Wenn du deine inneren Anteile mit einem Prinzip Weiblichkeit verbindest, wie immer das auch beschrieben sein mag, dann ist das fein, egal welchen Körper du entwickelt hast. "Weiblich" ist dann der Begriff, der dich am besten beschreibt, aber kein Zwang von aussen. Es ist dann nicht mehr nötig, zum Beispiel für das Recht zu kämpfen, deine weiblichen Aspekte leben zu können. Sie sind "echt", weil du sie in die findest und so am leidensärmsten leben kannst, nicht weil irgendwer dir etwas (anderes) aufgrund von Chromosomen oder körperlichen Features zuschreibt.
[1] solange das nicht nicht-konsensuell gewaltvoll gegenüber anderen ist.
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Blätter für dt. und int. Politik: Das feministische Paradox. Der brutale Backlash gegen die Emanzipation
Danke Jaddy,
das Ziel ist ja sehr ehrenwert und der Weg dahin spannend. Aber es gibt auch Sätze wie:
Aber ich verstehe die Autorin, wenn sie schreibt, dass Kategorien aufgeladen sind mit Definitionen, die aus irgendeiner (politischen) Ecke stammen und damit Deutungshoheit verbinden. Aber Kategorien abzuschaffen ist mMn keine Lösung. Dann wird man Neues erfinden, um der Machtfrage, die hinter der Fremdbestimmung von Kategorien oder allgemein Begriffen steht, wieder zu altem "Glanz" zu verhelfen. Identität hat zunächst damit gar nichts zu tun, denn Identität ist Teil meines Selbst und es stellt sich nicht die Frage, ob diese Identität angeboren ist. Ich finde die oben stehende Behauptung verletzend, wenn ich sie auf mein Transwesen übertrage.
Das Problem liegt doch ganz woanders. So wie Autorin es beschreibt, ist die Verankerung von Biologie in der Identität das Thema. Die Autorin macht mMn denFehler, unter Biologie die morphologische Ausprägung eines Körpers zu verstehen. Das ist die Sichtweise ihrer Gegner/innen. Aber meine Identität hat neben gesellschaftlichen Prägungen sicherlich auch mit biologischen Gegebenheiten zu tun, die sich außerhalb der Morphologie befinden. Jedenfalls kann ich sie nicht ausschließen. Unter dieser Prämisse liest sich der Satz eben ganz anders, nämlich verletzend, was vermutlich nicht die Intention der Autorin war. Hier wäre von ihrer Seite die geforderte Dfferenzierung hilfreich.
das Ziel ist ja sehr ehrenwert und der Weg dahin spannend. Aber es gibt auch Sätze wie:
Ob Schwulsein angeboren ist oder nicht, mag keine wesentliche Rolle sein, aber es gört zur Identität eines Menschen. Das Problem ist mMn nicht die Kategorisierung, sondern die Wertung von Kategorien. Die Abschaffung von Kategorien ist aus meiner Sicht weder erreichbar noch wünschenswert. Die Kategorie ist zugegeben eine vereinfachende Beschreibung, die tatsächlich einer Differenzierung bedarf, wenn es darum geht, sich präziser auszudrücken. Für einen ersten Schritt ist sie aber durchaus brauchbar, vor allem wenn es darum geht, sich zu beschreiben wohin man nicht gehört. Eine Frau/Schwuler/Transfrau erfährt Nachteile, weil sie das ist. Eine Befreiung der Kategorie von Wertungen erlaubt die Nutzung einer Kategorie zur Selbstbeschreibung ohne Nachteile. Das ist mMn das eigentliche Problem.Ein Merkmal wie Schwulsein wird für wesenhaft, für "echt" gehalten, man kann es irgendwie belegen, ja man muss es sogar. So wie man früher dachte, es wäre angeboren, als biologische Eigenschaft, unabänderlich. Auf diese Weise wird Identität zementiert.
Aber ich verstehe die Autorin, wenn sie schreibt, dass Kategorien aufgeladen sind mit Definitionen, die aus irgendeiner (politischen) Ecke stammen und damit Deutungshoheit verbinden. Aber Kategorien abzuschaffen ist mMn keine Lösung. Dann wird man Neues erfinden, um der Machtfrage, die hinter der Fremdbestimmung von Kategorien oder allgemein Begriffen steht, wieder zu altem "Glanz" zu verhelfen. Identität hat zunächst damit gar nichts zu tun, denn Identität ist Teil meines Selbst und es stellt sich nicht die Frage, ob diese Identität angeboren ist. Ich finde die oben stehende Behauptung verletzend, wenn ich sie auf mein Transwesen übertrage.
Das Problem liegt doch ganz woanders. So wie Autorin es beschreibt, ist die Verankerung von Biologie in der Identität das Thema. Die Autorin macht mMn denFehler, unter Biologie die morphologische Ausprägung eines Körpers zu verstehen. Das ist die Sichtweise ihrer Gegner/innen. Aber meine Identität hat neben gesellschaftlichen Prägungen sicherlich auch mit biologischen Gegebenheiten zu tun, die sich außerhalb der Morphologie befinden. Jedenfalls kann ich sie nicht ausschließen. Unter dieser Prämisse liest sich der Satz eben ganz anders, nämlich verletzend, was vermutlich nicht die Intention der Autorin war. Hier wäre von ihrer Seite die geforderte Dfferenzierung hilfreich.
Viele Grüße
Vicky
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