Eigene Erwartungshaltung ggü. Reaktionen anderer Menschen
Eigene Erwartungshaltung ggü. Reaktionen anderer Menschen - # 2

allgemeiner Austausch
Julia CD
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Re: Eigene Erwartungshaltung ggü. Reaktionen anderer Menschen

Post 16 im Thema

Beitrag von Julia CD »

Lana hat geschrieben: Sa 3. Jun 2023, 11:33 Aber auch dann würde ich wegen meiner Kleidung auffallen, nicht nur weil ich Röcke und Kleider lieber mag, sondern auch wegen meiner bevorzugten Farben oder Schnitte.
Das Thema Farben hab ich noch garnicht berücksichtigt. Mit Pink und Rosa als Lieblingsfarbe ist man auch nicht gerade dezent unterweg. Hab mir mal ein paar Sachen auch in den Farben bestellt in der Hoffnung das ich sie als akzentfarbe gut einsetzen kann.

LG
Julia
Blossom
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Re: Eigene Erwartungshaltung ggü. Reaktionen anderer Menschen

Post 17 im Thema

Beitrag von Blossom »

War gerade noch im REWE einen vergessenen Artikel für Morgen zu holen und kam dabei an dem dort gelegenen Imbiss vorbei. Vor dessen offenem Eingang stand eine höchstens sechsjährige Blondine mit süßen Zöpfchen in ihrem hellen Sommerkleidchen und schaute mir interessiert entgegen ... Als ich fast auf ihrer Höhe war, sagte sie lächelnd: "Du siehst schick aus." ... Ich musste unwillkürlich auch lächeln und meinte: "Du aber auch ...", deutete auf ihre Zöpfchen, "so schöne Zöpfe hätte ich auch gern." ... Die Kleine lachte und erwiderte: "Dafür bist du zu alt" ... Ich knickste aus Spaß, ob ihrer erfrischenden Ehrlichkeit vor ihr und erwiderte: "Da hast du wohl recht."

Als ich aus dem Geschäft zurückkam, saß sie mit ihrer Mutter auf der Bank vor dem Imbiss und machte sich gerade über ihre Pommes her. Ich ging auf die beiden zu und reichte der Kleinen ein rosa Überraschungsei, worauf mich beide mit großen Augen ansahen. "So ein schönes Kompliment wie deines bekomme ich nicht jeden Tag", bemerkte ich an die Kleine gerichtet, die mich aus ihren blauen Augen anstrahlte, und zur Mutter: "Sie wird es ihnen sicher erklären." Damit ließ ich sie allein und ging gut gelaunt nach Hause.

Weder die Kleine noch ich hatten irgendeine Erwartungshaltung, und es ist völlig egal, was sie in mir gesehen hat ... Aber ihre Reaktion hat mich berührt und umgekehrt dürfte es nach dem "Ei" nicht anders gewesen sein ... Es sind halt oft diese kleinen Dinge im Leben, die einem ans Herz gehen.

Und was hatte Blümchen an? Es trug schwarz, Shirt mit goldenem Aufdruck, Midirock, offenen Blazer, hautfarbene Strumpfhose und schwarze Sneakers mit Goldbesatz.
»Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.«
Billie Jean King (*1943)
Vicky_Rose
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Re: Eigene Erwartungshaltung ggü. Reaktionen anderer Menschen

Post 18 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Mirjam hat geschrieben: Di 30. Mai 2023, 12:42 Ein Grund dafür ist, dass mein Spiegel mir oft "sagt", dass das, was ich gerne anziehen würde, nicht zum "Rest" passt, insbesondere nicht zu meinem Gesicht :(
Im Grunde habe ich das früher auch so gesehen. Das hat sich aber gewandelt. Wenn ich mich als Frau sehen will, sehe ich auch die Frau. Manchmal sehe ich auch unvermittelt die Frau im Spiegel und dann merke ich, dass ich mich unbewusst so sehen will. Ich halte es für wesentlich, wie ich an mich heran gehe. Man sagt ja, dass man die Welt in der Stimmung sieht, in der man sich befindet. Beim Blick in den Spiegel ist das bei mir so. Und mit meiner Stimmung ist das so eine Sache. Teilweise kommt sie einfach so über mich, manchmal kann ich sie auch beeinflussen. Ist meine Sicht auf mich selber weiblicher, dann gebe ich ihr auch nach und dann will ich mich auch so sehen und das tut mir gut. Das ist ein selbst verstärkender Kreislauf. Missachte ich meine Gefühle, geht es mir schlechter und ich werde missmutiger.

Was hat das mit dem Thema zu tun ? Ich denke eine Menge. Ich strahle in gewissem Umfang das aus, was ich fühle. So fällt es mir auch leichter en femme authentisch zu sein. Ich habe nur selten einmal ein verzogenes Gesicht als Reaktion auf meinen Anblick en femme erlebt. Alles andere war neutral oder positiv. Ist das die Ursache oder die Folge für mein Selbstbewusstsein, wenn ich unterwegs bin ? Ich denke, auch das ist ein sich selber verstärkender Kreislauf, der auf andere wirkt. Dazu kommt, dass ich mich bewusst nicht in Situationen begebe, in denen zu befürchten ist, schlechte Erfahrungen zu machen. Auch das hilft meinem Selbstbewusstsein. Und je mehr Selbstbewusstsein ich habe, um so weniger ist mir die Reaktion anderer egal. Ich achte sogar immer weniger darauf. Es wird "normaler" en femme zu sein und dazu gehört, dass die Antennen viel weniger auf Empfang sind.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Eigene Erwartungshaltung ggü. Reaktionen anderer Menschen

Post 19 im Thema

Beitrag von Lana »

Liebe Vicky,
Vicky_Rose hat geschrieben: So 4. Jun 2023, 11:18Wenn ich mich als Frau sehen will, sehe ich auch die Frau. [...] Ist meine Sicht auf mich selber weiblicher, dann gebe ich ihr auch nach und dann will ich mich auch so sehen und das tut mir gut. Das ist ein selbst verstärkender Kreislauf. Missachte ich meine Gefühle, geht es mir schlechter und ich werde missmutiger.

Der Aspekt der Eigenwahrnehmung ist für mich ganz wesentlich. Danke für deine Ausführungen dazu. Natürlich spiegeln wir das nach außen zurück, wie wir uns im Inneren fühlen. Bei mir läuft das meist eher unbewusst ab und ich merke nur, dass ich mich dann zum Beispiel nicht so richtig wohl fühle.
Und das hat natürlich Auswirkungen auf mein Auftreten, und damit auch auf die Wahl meiner Kleidung.
Vicky_Rose hat geschrieben: So 4. Jun 2023, 11:18Dazu kommt, dass ich mich bewusst nicht in Situationen begebe, in denen zu befürchten ist, schlechte Erfahrungen zu machen.
Mich würde interessieren, wie du das machst?

Meine "Strategie" ist es bisher, mir einfach keine Gedanken zu machen. Das ging auch meistens gut. In den paar wenigen Situationen, in denen es anders war und dumme Sprüche oder gar Beleidigungen gekommen sind, wäre es kaum zu vermeiden gewesen.
Wenn sich das weiter reduzieren ließe, würde ich mich freuen.

LGL
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Re: Eigene Erwartungshaltung ggü. Reaktionen anderer Menschen

Post 20 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Lana hat geschrieben: Di 6. Jun 2023, 11:53 Mich würde interessieren, wie du das machst?
Hallo Lana,

danke, dass Du noch einmal nachhakst.

Für mich fängt das damit an, dass ich möglichen Begegnungen, die für mich unangenehm werden könnten, vermeide. Ich bin z.B. kein Kneipengänger und so fällt es mir nicht schwer, abends nicht auszugehen. Wo viele Menschen sind, ist die Gefahr geringer, dass mir etwas passiert. Im Kaufhaus oder inder Fußgängerzone wird mich niemand anmachen. Zumindest ist die Wahrscheinlichkeit geringer. Auch meide ich Situationen, in denen ich potentiell gefährlichen Menschen begegne. Ich weiche Gruppen von Jugendlichen, wenn ich den Eindruck habe, dass da "Halbstarke" unterwegs sind. Alkoholisierte Menschen sind immer mit Vorsicht zu betrachten.

In meinem Verhalten bemühe ich mich um Selbstbewusstsein und um die Ausstrahlung von Selbstsicherheit. Ein Mensch, der radarmäßig seine Umgebung checkt, signalisiert Unsicherheit und ist eher Opfer als jemand mit selbstsicherem Auftreten. Ich habe das viel und lange geübt und manchmal brauche ich eine Anlaufphase, aber i.d.R. klappt das schon ganz gut.

Ich denke, viel mehr kann ich nicht tun. Potentiell gibt es immer ein Risiko. Aber ein Risiko besteht für jeden Menschen, meines ist nur etwas höher. Jede Frau geht nachts alleine auf der Straße ein deutlich höheres Risiko ein als am Tag. Ein böses Wort oder schlimmeres habe ich bisher noch nicht gehört, nur ein paar schiefe Blicke. Wenn ich Urlaub auf meinem Boot mache, gab es noch nie Probleme. Ich habe immer Hilfe im Hafen bekommen, die Hafenmeister waren immer korrekt und freundlich. Das liegt vielleicht auch am Revier in den NL und in D. Auch am Steg hatte ich noch nie Probleme, sodern die Begegnungen waren immer freundlich. Auch im Schwimmbad an meinem Heimatort habe ich nach Rücksprache mit der Leitung nie ein Problem gehabt.

Vielleicht habe ich einfach nur Glück gehabt oder mein Alter könnte auch eine Rolle spielen. Wer interessiert sich schon für eine alte Schachtel wie mich ;-) ? Ich habe schon Lust, meinen Aktivitätsbereich noch auszuweiten. Mal sehen, was als nächstes kommt.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Eigene Erwartungshaltung ggü. Reaktionen anderer Menschen

Post 21 im Thema

Beitrag von Lana »

Vicky_Rose hat geschrieben: Di 6. Jun 2023, 12:54Ich bin z.B. kein Kneipengänger und so fällt es mir nicht schwer, abends nicht auszugehen.
Ich bin gerne mal abends unterwegs, in Kneipen, auf Konzerten oder anderen Veranstaltungen. In der Regel ohne Probleme, und am liebsten in Begleitung. Das ist nicht nur unterhaltsamer, ich fühle mich dann auch sicherer.
Schwierig ist eher der Heimweg, wenn es mal später wurde. Bahnhöfe und Haltestellen sind ohnehin kein Wohlfühloasen, zu später Stunde noch viel weniger. Bisher ist da nie was gewesen, auch wenn sich mein Sicherheitsempfinden über die Zeit gewandelt hat - von anfänglicher Unbekümmertheit hin zu mehr Aufmerksamkeit für meine Umgebung. Angst hab ich nicht, auch wenn ich keine besonders beeindruckende physische Präsenz vorweisen kann.
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 6. Jun 2023, 12:54 Ich weiche Gruppen von Jugendlichen, wenn ich den Eindruck habe, dass da "Halbstarke" unterwegs sind. Alkoholisierte Menschen sind immer mit Vorsicht zu betrachten.
Die sind auch mein Sorgenkind, wobei ich das Gefühl habe, die sind oft so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass ich gar nicht bemerkt werde, wenn ich einfach nur vorbeigehe.
Problematischer sind frustrierte, gelangweilte Menschen, entweder allein oder zu zweit unterwegs, die nach "Abwechslung" suchen. Ich möchte nicht zu deren "Zeitvertreib" herhalten.
Nur ist es schwierig im Vorhinein zu wissen, wann und wo man die trifft, finde ich.
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 6. Jun 2023, 12:54 Potentiell gibt es immer ein Risiko. Aber ein Risiko besteht für jeden Menschen, meines ist nur etwas höher. Jede Frau geht nachts alleine auf der Straße ein deutlich höheres Risiko ein als am Tag.
Das ist mir auch erst richtig klar geworden, als ich es selbst gespürt habe. Früher war ich unscheinbar, wurde oft übersehen. Das hatte auch Vorteile, aber das möchte ich nicht mehr. Ich könnte es zwar noch, aber es macht mich unglücklich.
Heute will ich von anderen gesehen werden. Das erhöht leider das Risiko, auch unerwünschte Aufmerksamkeit anzuziehen. Damit muss ich wohl leben.

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Re: Eigene Erwartungshaltung ggü. Reaktionen anderer Menschen

Post 22 im Thema

Beitrag von christine44 »

Ich würde schätzen das die Quote von positiver zu negativer Reaktion bei mehr als 99 zu 1 liegt.

Klar gibt es auch mal Doofköppe. In der Regel sind die Reaktionen aber positiv. Von Frauen bekommt man öfter Komplimente wie "Das Kleid hab ich auch, steht dir besser". Und mit Kindern ist es immer besonders unkompliziert. Kleines Mädchen 6-7 Jahre kommt und fragt: Bist du Junge oder Mädchen? Anwort: Normalerweise ein Junge, aber heute mal Mädchen. Reaktion: Ach so.

Man macht sich meist zuviele Gedanken.
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Re: Eigene Erwartungshaltung ggü. Reaktionen anderer Menschen

Post 23 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Lana hat geschrieben: Sa 3. Jun 2023, 11:33 Dabei hab ich auch mal eine kleine Idee bekommen, wie schwierig es auch für Cis-Frauen sein könnte, einfach das zu tragen, was sie möchten. Weil die Außenwirkung eben eine große Rolle dabei spielt, welche Reaktionen bei Anderen hervorgerufen werden. Und dann passt man sich vielleicht doch lieber an, wenn man seinen Stadtbummel in Ruhe genießen möchte.

Egal ob cis oder trans.
Ja Lana, da könnte durchaus was dran sein, zumindest habe ich immer wieder diesen Eindruck. Und ja, ich kann das nur zu gut verstehen, wenn frau sich lieber etwas unauffälliger gibt …

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Re: Eigene Erwartungshaltung ggü. Reaktionen anderer Menschen

Post 24 im Thema

Beitrag von Lana »

Mirjam hat geschrieben: Mi 7. Jun 2023, 13:43 Und ja, ich kann das nur zu gut verstehen, wenn frau sich lieber etwas unauffälliger gibt...
Das ist kein gutes Zeichen für eine "offene" Gesellschaft - nach all den Jahren feministischer Kämpfe gibt es immer noch tausend Einschränkungen, manche real, andere nur gefühlt.
Was ist die Freiheit hier wirklich wert, wenn wir nicht sicher sind?
Bin gerade etwas ratlos, sorry...

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Re: Eigene Erwartungshaltung ggü. Reaktionen anderer Menschen

Post 25 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Lana hat geschrieben: Mi 7. Jun 2023, 15:03 Was ist die Freiheit hier wirklich wert, wenn wir nicht sicher sind?
Ich glaube, es geht weniger um Sicherheit als vielmehr darum, ob (Cis-)Frau in der Öffentlichkeit auffällt oder nicht. Eine Frau in "angepasster" Kleidung fällt weniger auf und kann in "Ruhe einkaufen".
Viele Grüße
Vicky

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Re: Eigene Erwartungshaltung ggü. Reaktionen anderer Menschen

Post 26 im Thema

Beitrag von Lana »

Ja, vielleicht. Trotzdem frage ich mich, wo es aufhört, nur ein ungutes Gefühl zu sein, und wo es anfängt, unsicher zu werden. Vielleicht ist es auch nur eine Frage der Definition der Begriffe.

Für mich ist es dann nicht mehr OK, wenn ich verletzt werde. Egal, ob physisch oder psychisch. Beides ist nicht akzeptabel.

Wenn ich die letzten Beiträge nicht falsch verstanden habe, gibt es hier eine Übereinstimmung in dem Punkt, dass das Risiko einer Verletzung mit der Auffälligkeit der Kleidung zunimmt. Im Prinzip nichts anderes die seinerzeit beliebte Schuldumkehr bei Vergewaltigungsopfern: ihr Rock sei zu kurz gewesen.

Sind wir wirklich nicht weiter gekommen seitdem?
Doch, in der Rechtsprechung spielt die Länge des Rocks heute keine Rolle mehr. Frauen haben mehr Freiheiten in ihrer Kleidungswahl als jemals zuvor. Alle anderen auch.

Dennoch diskutieren wir hier darüber, ob es (unausgesprochene) Grenzen gibt und welche Folgen ihr Überschreiten haben kann. Der Klassiker: Mann im Rock.

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Re: Eigene Erwartungshaltung ggü. Reaktionen anderer Menschen

Post 27 im Thema

Beitrag von Shoshana »

Hallo Lana,

Mann im Rock geht, zumindest in Mitteleuropa, auch und zwar ziemlich komplikationslos. Gerade heute wieder ausprobiert (smili)

Was die Kleidungswahl angeht, sehe ich das inzwischen so: Solange sich jemand in seiner Kleidung wohl fühlt, registriert das die Umgebung und es ist gut. Ist jemand unsicher, wird das aber auch bemerkt und die Wahrscheinlkichkeit negativer Reaktionen steigt deutlich.

LG, Shoshana
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Re: Eigene Erwartungshaltung ggü. Reaktionen anderer Menschen

Post 28 im Thema

Beitrag von andrea8847 »

Hallo ihr Lieben, ich falle aufgrund meiner Statur schon auf und mit Perücke und Makeup kann ich meine männliche Note nicht ganz verstecken. Ich bin mittlerweile mutiger geworden und gehe für Beautytermine auch in belebte Öffentlichkeit. Meine Erfahrung ist positiv, wenn ich mich positiv verhalten. War ich uu Beginn eher im Fluchtmodus und habe versucht, ohne erkannt zu werden, mein Ziel zu erreichen, gehe ich jetzt selbstsicher meinen Weg. Ich werde wie gesagt schon beachtet und sicher erkennen die Menschen mein Ur Geschlecht. Da ich dann aber freundlich lächeln und mich zuwende, bekomme ich auch immer ein Lächeln zurück. Bei Anwendungen frage ich immer, ob trans Menschen auch Kundinnen sind und wurde nur einmal fadenscheinigen abgewiesen. Die behandelnden Damen sind immer sehr freundlich und hilfreich, so dass ich meinen Weg jedes Mal etwas leichter und weiter gehen kann. Bisher kann ich sagen, wie es in den Wald hineinschallt....
Ich denke sein Leben in allen Facetten zu leben lohnt das Risiko...
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Re: Eigene Erwartungshaltung ggü. Reaktionen anderer Menschen

Post 29 im Thema

Beitrag von Petticoat »

Mit dem Tragen von Rock und High Heels in der Öffentlichkeit fehlt mir tatsächlich noch die Erfahrung. Nicht zuletzt meiner Frau zuliebe, da sie diesbezüglich doch etwas "schüchtern" ist🤷.
Allerdings trage ich seit Jahren offen Feinstrumpfhosen und meine Erfahrungen sind im Grunde durchweg positiv.
Klar kassiere ich dann und wann mal einen irritieren Blick, aber meistens achten die Menschen garnicht auf meine hautfarben Strumpfhosen.
Wenn dann doch mal die Frage kommt, ob ich den Strumpfhosen trage, beantworte ich dies in der Regel mit einen kurzen und knappen "Ja". Wenn dann, was noch seltener vorkommt ein "Warum" hinterhergeschoben wird, antworte ich wahrheitsgemäß "weil es mir Spaß macht".
Bis heute war damit das Thema durch. 🤷
Ich habe für mich festgestellt, je lockerer ich mit dem Thema umgehe, um so entspannter sieht dies auch mein Umfeld.
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Re: Eigene Erwartungshaltung ggü. Reaktionen anderer Menschen

Post 30 im Thema

Beitrag von Annette »

Petticoat hat geschrieben: Di 11. Jul 2023, 18:23 Ich habe für mich festgestellt, je lockerer ich mit dem Thema umgehe, um so entspannter sieht dies auch mein Umfeld.
Halli Hallo

Genau das sag ich auch immer. Dieser Satz wurde eigentlich ganz schnell zur persönlichen Maxime meiner Transition. Ich bin trans Frau, mit allem durch, und seit dem Moment meines Outings habe ich mich nie versteckt (ich meine, nie wieder, denn davor habe ich mich ja vor allen anderen und auch vor mir selbst versteckt).

Ob es um einen lackierten Fingernagel ging, eine Strumpfhose, Hormontherapie, oder eben um meine GaOP vor einem Jahr, ich bin mit allem immer sehr offen umgegangen. Mein Umfeld hat diese Einstellung nahezu ausnahmslos mit Toleranz und Wohlwollen quittiert, diese Erfahrung mache ich ja immer noch. Und das freut mich.

Liebe Grüsse aus Luxemburg
Annette
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