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Lebensplanung, Standorte
Valerie Bellegarde
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Post 1 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Mein Körper, meine Gefühle, meine Empfindungen ändern sich, wenn ich mich in die Frauenrolle begebe. Wenn ich sage, "ich begebe mich..." dann ist das im Wortsinn zu verstehen, denn ich begebe mich "in sie hinein", d.h. ich gebe die Rolle des Mannes (zeitweise) auf und begebe mich in die Rolle einer Frau hinein. Der ganze Verhaltens-set ändert sich durch diesen Prozess. Die veränderten Gefühle und Empfindungen folgen dabei der (materiellen) Veränderung des Körpers, konkret geschieht das durch das Tragen meiner Slikonbrüste, dann nochmals gesteigert durch das Tragen hübscher Unterwäsche und Nylons, dann natürlich durch die langen Haare und last not least durch meine Absatzschuhe. Erst sie ermöglichen den weiblichen Gang.

Richtig überlegt, ist es also erst der weibliche Gang, der diese (temporäre) Transformation meines Verhaltens-Sets möglich macht bzw. ihn weiter verstärkt. Flache Schuhe vermögen es nicht, dieses feeling auszulösen, dazu, d.h für das feeling, eine Frau zu sein, brauche ich high heels, von denen ich einige Paar besitze, alle in der Höhe so zwischen etwa 6 cm und 8 oder 9 cm Absatzhöhe. Höher ist gefährlich, weil ich damit nicht mehr umgehen kann und der Gang wird dann schnell stöckelig und unsicher und ähnelt quasi einem Wackelpudding.

Darunter, also bei einer Absatzhöhe zwischen 6 und 8 cm bewege ich mich völlig natürlich und damit entsteht in meinem Kopf dieses "feeling female", das Gefühl, angekommen zu sein. Ich denke, dieses feeling hat auch den Effekt, dass mein Gang im öffentlichen Raum als weiblich gelesen wird. Aus diesem Grund sind mir gut sitzende Schuhe so wichtig, aber wie gesagt, es müssen weiblich konnotierte Schuhe sein, also Absatzschuhe. Ohne funktioniert das Ganze bei mir nicht so richtig.

Lieben Gruß, Valerie.
Zuletzt geändert von Valerie Bellegarde am Mi 24. Mai 2023, 17:03, insgesamt 1-mal geändert.
Valerie Bellegarde
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Re: feeling female

Post 2 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Marina hat geschrieben: Mi 24. Mai 2023, 16:53 Hallo Valerie,
... Ich habe hie vor langer Zeit mal einen Trend aufgemacht über die Laufkontrolle durch dritte.

Wie steht's bei dir mit dem MakeUp?
Seit ich mehrere Male geschminkt draußen war, gehört es bei mir nun auch dazu.

Lg
Marina
Hallo Marina,
Hier im Forum wurde das Thema immer mal wieder angesprochen, und ich habe daraus viel lernen können. Ich meine zu aufrechter Körperhaltung, kleine Schritte zu machen, nicht mit Armen und Schultern zu schaukeln... all das ist mir bekannt und ich bemühe mich ständig darum es einzuhalten. Wenn man es häufig genug einübt, werden es quasi Automatismen, d.h. es gehört dann zu dir, wenn du en femme draußen bist. Entscheidend bei mir war die aus Selbstbeobachtung gewonnene Erkenntnis, daß gut sitzende High heels entscheidend dazu beitragen dass mein Gang draußen in der Öffentlichkeit als weiblich gelesen wird. Und bisher war das eigentlich immer so.

Thema makeup: In meiner Anfangszeit war mir das sehr wichtig und ich habe vieles ausprobiert. Im Lauf der Jahre hat das aber deutlich nachgelassen. Manchmal mache ich mir noch die Augenbrauen mit einem Stift und natürlich besitze ich auch noch ein, zwei Lippenstifte, aber für Alltags brauche ich das nicht mehr. Man sieht über den Tag immer weniger Frauen die makeup tragen. Anders allerdings am Abend, wenn ich ins Kino oder Konzert oder Theater gehe, gebe ich mir dafür mehr Mühe und nehme auch mal einen dunklen Lippenstift oder probiere ein wenig foundation oder Puder aus, aber wie gesagt, kaum noch tagsüber. Ist natürlich auch von der Kleidung abhängig. "Damen" in etwas höheren Alter wie ich müssen sich halt Mühe geben.

Liebe Grüße, Valerie
Juliane
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Re: feeling female

Post 3 im Thema

Beitrag von Juliane »

Hallo Valerie.

Deine Beobachtungen decken sich vielfach mit den meinen. Mittlerweile bin ich ja bereits fast 25
Jahre immer einmal wieder als Frau unterwegs.
Auch mir ist dabei wichtig, möglichst authentisch als Frau rüberzukommen, was allerdings bei 1,90m
nicht immer gelingt. Aber feminine Kleidung, die passenden Acessoires, Und Schuhe mit Absatz sind
auch mir sehr wichtig. Das bestätigt auch meine Frau, die mit Kritik nicht spart, wenn ich es übertreibe.

Dabei ist die Höhe der Absätze im Laufe der Jahre doch deutlich niedriger geworden. Inzwischen gehe
ich stark auf die 70 zu und meine Lieblingspumps haben nur noch so um die 4-6 cm Absätze.

Makeup jedoch muss immer sein, wenn Juliane die Stadt unsicher macht. Ohne Abdeckmakeup, im
Bartbereich, geht bei mir leider gar nichts. Und damit der Rest des Gesichts nicht völlig anders aussieht,
verwende ich auch dort ein leichtes Creme-Makeup. Dazu natürlich verschiedene Puder, Rouge und etwas
mehr Farbe um die Augen. Die werden durch die, leider unverzichtbare Brille, ja auch etwas verdeckt. Das
ist natürlich auch im Brauenbereich der Fall, so muss ich die nicht ganz so dünn zupfen.

Meine Lieblingslippenstifte sind inzwischen auch deutlich weniger intensiv. Ein dunkles rot geht immer.
Aber auch die natürliche Lippenfarbe, nur ein wenig aufgefrischt und mit ein bißchen Gloss versehen, sieht,
zumindest für ein Tages-Makeup, in meinen Augen natürlicher und damit besser aus.

Ich hoffe das alles kommt auf dem Foto von Anfang Mai auch zur Geltung.
Schuhwechsel.jpg
Liebe Grüße, Juliane
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Zuletzt geändert von Juliane am Mi 24. Mai 2023, 22:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: feeling female

Post 4 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Bei Frauen geht es nie darum, ob sie etwas tragen darf, sondern nur, ob es ihr steht. Beim Mann wird alles außerhalb traditioneller Kleidung schnell als unpassend abgewürgt.
Und das ist genau die Freiheit, die mir im Frauenmodus nehme. Und ohne Probleme mich auch optisch immer wieder neu zu erfinden. Natürlich gehört für mich auch ein nach meinen Möglichkeiten.

Inzwischen kann ich auch mit Sneakern aus der Hüfte heraus laufen, Pumps und hohe Absätze sieht man kaum noch in Städten mit historisch nachgebautem Pflaster. Und auf der BUGA sowieso nicht, da laufen auch 80jährige mit Sneakern rum.

Die Motorik klappt bei mir sehr gut, habe viel Feedback, dass ich auf den ersten Blick als Frau gesehen werden. Keine ungewöhnliche Blicke oder Bemerkungen, auch nicht von dahingehend sehr sensiblen Kindern („Mama, ist das ein Mann oder eine Frau…“). Aber ohne Makeup läuft gar nichts, und mehr Kontrast tut meinem Gesicht gut. Das bedeutet auch meistens ein intensivroter Lippenstift – außer ggf. zu kunterbunten Kleidern.

Und ab der Perücke wechsle ich automatisch die Motorik.

Und ein wichtiger Punkt: Ich mag den beinbreiten Gang und weitschweifigen Armrundumschlag bei Männern überhaupt nicht, ist für mich einfach unästhetisch. So laufe ich inzwischen grundsätzlich enger, und beim Tanzen in Clubs habe ich als Mann schon Bedenken zu weiblich zu tanzen. Weibliche Bewegungen hatte ich lange Zeit bei der TV-Tanzgruppe intensiv trainiert. Und die mag ich halt. Und eine ausgeprägte Hüfte gehört für mich auch dazu. Die spart dann auch das (Anfänger-)Korsett und gibt eine bessere Taille.

Liebe Grüße Nora
Schönheit ist weiblich, und ich bin auch gerne schön.
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Re: feeling female

Post 5 im Thema

Beitrag von Malvine »

Für mich gehört seit letzter Woche noch ein ganz anderer Aspekt zu "feeling female" dazu....

Es ist der Aspekt der Angst vor männlichen Personen. Auf der Fahrt zum Watzenhof machte ich an einem Autobahnparkplatz kurz eine Pause und bin dabei etwas essend und trinkend den Gehweg entlang gelaufen. Ein anderes Auto parkte neben mir und ein Mann stieg aus und schaute auf für mich unangenehme Weise mir hinterher. Ich habe die Blicke als belästigen empfunden.
Die Situation wäre mir wohl nicht so hängen geblieben, wenn mich die Person nicht noch die nächsten 30km auf der Autobahn ständig überholt hätte um dann immer wieder vor mir auf einen Parkplatz abzufahren...
Mit dem Wechsel in den female Mode steigt generell auch die Vorsicht und Umsicht wo ich unterwegs bin

Malvine
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Re: feeling female

Post 6 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Malvine hat geschrieben: Mi 24. Mai 2023, 22:17 Mit dem Wechsel in den female Mode steigt generell auch die Vorsicht und Umsicht wo ich unterwegs bin
Daran wirst du dich gewöhnen müssen, wenn du schick & häufig draußen bist. Attraktive und außergewöhnliche Frauen werden immer gemustert (von anderen Frauen) und angestarrt & mehr(von Männer). Ich könnte viel dazu berichten, habe aber alle Anmache bisher "ignorativ" abwehren können. Im Moment habe ich nur einen, dafür extrem hartnäckigen "Verehrer! Muß vielleicht etwas drastischer werden.

Liebe Grüße Nora
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Re: feeling female

Post 7 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Guten Morgen Mädels,

meine Frau hat mir einmal die Frage gestellt, wieso die weibliche Kleidung denn so wichtig sei. Ich habe lange eine Antwort gesucht und bin mir heute noch nicht sicher, ob ich sie gefunden habe. Ich glaube, es sind mehrere Aspekte, die eine Rolle spielen:

- Kleidung ist wichtig, um mir zu zeigen, wie ich mich fühle. Es ist ein Mittel der Kommunikation. Und da Weiblichkeit nur zeitweise von großer Bedeutung ist, Kommt diesem Ausdruck eine große Bedeutung zu.

- Ich lebe aber immer häufiger und intensiver im Frauenmodus und da ist mir eine Tendenz aufgefallen. Es kommt mir immer weniger auf die weiblichen Accessoires an. Die Perücke ist meinen natürlichen Haaren, die ich jetzt lang trage, gewichen. Makeup besteht meistens nur aus etwas Augenmakeup und Mascara und etwas Lippenstift. Kleider und Röcke weichen öfters Damenjeans und die Absätze werden niedriger. Auch Sillies werden unwichtiger. Ich arbeite viel mehr mit meinem natürlichen Körper. Je mehr ich meine Weiblichkeit lebe, um so mehr nähere ich mich einem "gewöhnlichen" Damenstil an. Und der ist nur bedingt auffällig.

- Ich muss mir immer weniger beweisen, dass ich eine Frau bin. Ich bin es einfach und das genügt vielfach. Die Frau, die ich im Spiegel sehe, ist schön.

- Ich habe für mich selber eine Definition für weiblich-männlich gefunden und sie orientiert sich an meinen Gefühlen und nicht an den "Regeln" der Öffentlichkeit. Der männliche Part ist der planende, rationale, schaffende Teil in mir. Da spielt der Ausdruck in meinem Äußeren keine Rolle. Meine Kleidung ist dann gewöhnlich eher nachlässig. Der weibliche Part ist der Teil, der im Augenblick lebt, für den Sinnlichkeit, Emotionen und Empathie die wesentliche Rolle spielen. Auch wenn mir Regeln der Gemeinschaft für die Definition keine wesentliche Rolle spielen, nutze ich diese Regeln, um mein Inneres auszudrücken. Kurz gesagt, ich bin nicht Frau, weil ich spezielle Kleidung trage, sondern ich nutze "weibliche" Accessoires, um meine Weiblichkeit auszudrücken. Damit wird die Kleidung, Makeup etc. nicht zum Zweck, sondern zum Mittel. Ich muss nicht beweisen, dass ich eine Frau bin, sondern ich spüre es in mir, egal was ich trage. Und der Mann in mir ? Den muss ich sowieso nicht beweisen. Der bin ich durch mein Tun. Zu einer vollständigen Person werde ich erst durch beide Teile. Der Widerspruch in mir entsteht dadurch, dass, biologisch betrachtet, es zwei Geschlechter gibt, gebährfähige und zeugende Menschen, in mir emotional aber beide Teile angelegt sind, die zeitlich unterschiedlich wirken und auftreten. Die Versöhnung dieses Widerspruchs liegt für mich darin, dass ich anerkenne, dass man diese strenge Zweiteilung machen kann, aber nicht muss. Gerade die Existenz so vieler unterschiedlicher Formen, in der Geschlecht wirksam werden kann (physisch und psychisch), zeigt mir, dass ich auch eine Facette der möglichen Formen bin. Ich bin, so wie ich bin, real und keine Fiktion. Als ist das, was ich fühle und tue, ebenfalls real. Auf das "feeling female" bezogen heißt das, ich bin nicht davon abhängig, das "feeling" durch Kleidung, Sillies, Makeup etc. auszudrücken.

- Damit verlieren diese Accessoires an Bedeutung. Der "lustbetonte" Aspekt (über die sexuelle Ebene hinaus) spielt sich nicht mehr im Vordergrund statt. Der Blick en femme in den Spiegel zeigt mir, dass ich richtig bin, so wie ich bin, aber ich brauche ihn nicht mehr so intensiv wie früher. diese Veränderung machte mir Angst, da der lustvolle Aspekt natürlich schön ist. Auf der anderen Seite schafft mir dieser "Verlust" die Möglichkeit, meine Weiblichkeit als etwas natürliches in meinem Leben zu akzeptieren, der eben nicht von einer äußeren Darstellung abhängig ist. Das ist für mich ein echter Gewinn.

- Und letztlich steht es mir ja offen, es äußerlich auch kräftig krachen zu lassen, was ich auch tue. Da wird der Rock zum Supermini, das Makeup kommt mit allen Möglichkeiten zum Tragen und meine Oberweite zeige ich dann auch gerne in einem Dekollete. Das nimmt mir ja niemand. In der Öffentlichkeit kann ich mich dann auch äußerlich ganz als Frau wie jede andere Frau präsentieren. Leger oder elegant, je nach Anlass.

Alles in allem habe ich dadurch gewonnen, meine Weiblichkeit von äußeren Accessoires zu lösen. Letzteres wird dadurch zu einem "Spiel" und nicht zu einem notwendigen Ausdrucksmittel, von dem ich abhängig bin. ich habe für diese Perspektivverschiebung viele Jahre gebraucht und so ganz habe ich mich nicht davon frei machen können. Aber es hilft im Gespräch mit anderen Menschen. Für diese ist es häufig einfacher zu verstehen, dass man eine emotional eine Seite hat, die der Andere so nicht erlebt und dass Kleidung etc. nur der Ausdruck dieser Emotionen und kein Selbstzweck ist.

Ich hoffe, Ihr könnt mit meinem emotionalen "Hirnerguss" etwas anfangen. Das ist für mich auch noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber mal sehen, wo es hinführt...
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Mira.
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Re: feeling female

Post 8 im Thema

Beitrag von Mira. »

Liebe Vicky Rose,

Dein Hirnerguss spricht mir zu großen Teilen aus der Seele.

Ich weiß, dass ich ein Mann bin und es bleiben werden. Wie Du schreibst, dass muss man nicht beweisen.

Mira ist dennoch immer ein Teil von mir, die in Gesten, Gesprächen oder auch Entscheidungen zum Vorschein kommt.

Grade auch an stressigen Tagen ist sie mein eigener Zufluchtspunkt und soll so authentisch wie möglich sein.

Für mich ist es dann, wie in eine zweite Haut zu schlüpfen, mich Stimmungen hinzugeben, die ich dann durch meine Erscheinung/ Aussehen ausdrücke. Die Welt wird bunter. Ich kann meiner Stimmung ein Gesicht verleihen und mich entsprechend verhalten.

Als reiner Mann hätte ich dazu keine Möglichkeit.
Weiblichkeit gehört daher immer zu meinem Alltag, auch ohne Perücke, Rock und Pumps.

Das war jetzt mein Hirnerguss .... :-)

Liebe Grüße Mira
Ohne meine Frau wäre ich irgendwas aber nicht das was ich bin oder auch sein kann.
Violetta
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Re: feeling female

Post 9 im Thema

Beitrag von Violetta »

Hallo Malvine !!

Mir fällt der alte Schlager " Im Wagen vor mir fährt ein schönes Mädchen" ein, der Interpret fällt mir nicht mehr ein.

Gruß
Violetta
Julia76
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Re: feeling female

Post 10 im Thema

Beitrag von Julia76 »

Violetta hat geschrieben: Do 25. Mai 2023, 19:02 Hallo Malvine !!

Mir fällt der alte Schlager " Im Wagen vor mir fährt ein schönes Mädchen" ein, der Interpret fällt mir nicht mehr ein.

Gruß
Violetta
Hallo Violetta

Der Song "im Wagen vor mir" wird /wurde seit 1977 vom Hans Blum under dem Pseudonym Henry Valentino gesungen.

Gruß Julia
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Re: feeling female

Post 11 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Julia76 hat geschrieben: Do 25. Mai 2023, 19:13
Violetta hat geschrieben: Do 25. Mai 2023, 19:02 Hallo Malvine !!

Mir fällt der alte Schlager " Im Wagen vor mir fährt ein schönes Mädchen" ein, der Interpret fällt mir nicht mehr ein.

Gruß
Violetta
Hallo Violetta

Der Song "im Wagen vor mir" wird /wurde seit 1977 vom Hans Blum under dem Pseudonym Henry Valentino gesungen.

Gruß Julia
Hallo ihr beiden,
und dazu gibt es auch noch den franzöischen Originaltext, gesungen von Serge Gainsbourg zusammen mit Jane Birkin, wenn ich mich nicht total irre. Siebziger Jahre, eine tolle Zeit.

L. G. Valerie
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Re: feeling female

Post 12 im Thema

Beitrag von NB-Sabine »

Ich weiß zwischenzeitlich durch Gespräche über das Thema, dass ich äußerlich bzw. von anderen auf unterschiedlichste Weise als männlich wahrgenommen werde. Das ist die Fremdwahrnehmung, die mit meiner Biologie übereinstimmt.

Das ändert aber letztlich nichts daran, dass ich mich selbst eher den Frauen zugehörig fühle. Ich finde mich eher in der Gedanken- und Gefühlswelt der Frauen zurecht, als in der der Männer. Das ist meine Selbstwahrnehmung. Ich fühle mich also eigentlich immer female, mal mehr, mal weniger.

Weibliche Kleidung ist für mich zuerst mal einfach eine Bereicherung um mich meinen Gefühlen und Empfindungen bzw. dem Anlass entsprechend zu kleiden und zu präsentieren. Am Anfang steht für mich immer der Wunsch, egal ob damals nach Ohrringen, später nach Schminke und Nagellack oder jetzt nach Röcke tragen. Ich mache es also, weil es mir (auch an mir selbst) gefällt. Dass ich dadurch von anderen als feminin wahrgenommen werden oder auf andere femininer wirken könnte, ist dabei eher ein Nebeneffekt, den ich aber durchaus auch gerne habe.

Bis vor kurzem hatte ich dabei das Gefühl, dass zum Rock neben Strumpfhose und passenden Schuhen auch "zwingend" Schmuck und Schminke gehören. Ich ergänze meine weiblichen Kleidungsstücke zwar nach wie vor gerne durch weibliche Accessoires und Schminke, aber ich weiß inzwischen, dass meine Outfits mit Rock auch OHNE Schmuck und Schminke "funktionieren" bzw. von anderen als gut/gelungen angesehen bzw. stimmig/authentisch (nicht verkleidet) wahrgenommen werden.

Oder, frei nach Frank Sinatra: "I do it my way"... ;)
Jede(r) ist anders bzw. einzigartig... ;)
Kerstin
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Re: feeling female

Post 13 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 25. Mai 2023, 07:45 Guten Morgen Mädels,
........
Ein ganz dickes Dankeschön für deinen Beitrag Vicky_Rose👍👍🌺
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
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Re: feeling female

Post 14 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo,

Kleidung aus der Damenabteilung muss schon sein. Schuhe ebenfalls, am liebsten mit etwas Absatz. Etwas Schminke ist mir wichtig zum Überspielen der Barthaare. Lippenstift ist über die Jahre eher dezenter geworden. Nagellack, eine zeitklang so ein wichtiges Attribut zum Ausdrücken der Weiblichkeit, ist längst eingetrocknet.

Für mich kommt dies Gefühl, sich weiblich und stimmig zu fühlen, meist in dem Moment, wenn ich noch einmal mit dem Kamm durch die gerade aufgesetzten Haare (Perücke) gehe.

Bevor ich es vergesse, vielen Dank für eure Beiträge hier, die mir zeigen wie unterschiedlich wir in den Empfundungen sind.

Liebe Grüße
Inga
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Re: feeling female

Post 15 im Thema

Beitrag von Lana »

Ein Aspekt sind die Unterschiede zwischen Selbst - und Fremdwahrnehmung. Letztere wird sehr stark durch das Aussehen geprägt, und dieses wiederum durch die Kleidung. Für den Beobachter liegt der Schluss nahe, dass die Wahl der äußeren Ausdrucksmittel einen Zweck verfolgt. Schließlich ist es ihm vertraut von der eigenen Wahl der Kleidung zu bestimmten Anlässen. Kleidung hat in diesem Sinne einen Zweck, nämlich den der angemessenen Repräsentation der eigenen Person.

Dass Kleidung auch ein Mittel sein kann, um innere Befindlichkeiten auszudrücken (z.B. schwarz während Trauerzeiten), ist zwar geläufig, hat aber in der heutigen Zeit an Bedeutung verloren. Ich habe den Eindruck, dass für die meisten Menschen der Aspekt der Präsentation im Vordergrund steht.

Das beschreibt mein Dilemma:
Ähnlich wie Vicky-Rose ist Kleidung für mich ein Ausdrucksmittel meiner Befindlichkeiten, zumindest so lange nicht ganz klar der Zweck (Arbeit, Sport) die Art der Kleidung vorgibt. Und selbst da kann ich noch Akzente setzen.
Das verursacht gerne Missverständnisse im Umfeld. Am augenfälligsten wird das beispielsweise durch Bemerkungen zur Höhe von Absätzen und deren mangelnder Bequemlichkeit oder ähnlichem. Der Ausgangspunkt dabei ist der (vermeintliche) Zweck von Schuhen: sich damit möglichst unbeschwert fortbewegen zu können.
Entgegne ich dann, dass dies für mich in diesem Moment nicht an erster Stelle steht und verweise darauf, dass ich die hohen Absätze als Ausdrucksmittel nutze, ernte ich häufig verständnislose Blicke. Aus Höflichkeit wird es in der Regel zwar hingenommen, aber dass mein Gegenüber tatsächlich erkennt, um was es mir in dem Moment geht, ist eher selten.

Die Diskrepanz zwischen meinem Fühlen und der aufs zweckdienliche gerichteten Außenwahrnehmung bleibt. Je nach Tagesform stört mich das mal mehr, mal weniger.

Natürlich könnte ich auf hohe Absätze verzichten, um bei diesem Beispiel zu bleiben. Sehr oft tue ich das auch. Fehlt mir dann etwas bei meiner Selbstwahrnehmung, bei meinem feeling female?

Auch das hängt von der Tagesform ab. Manchmal, eher selten, macht es mich sehr unglücklich, meine Befindlichkeit nicht in dieser Weise ausdrücken zu können, unabhängig von den Gründen, warum das in dem Moment nicht geht. Ich fühle mich dann als nicht-gesehen, und das auch über den rein optischen Aspekt hinaus: nicht sichtbar als die Person, die ich doch eigentlich bin, aber nur ich weiß es, nur ich kann es erkennen. Alle anderen sehen etwas ganz anderes, das ich nicht bin, und auch nicht sein möchte, irgend etwas, das sie in die Schublade für Männer packen und dementsprechend behandeln.

Ein anderes Mal ist es mir gleichgültig, ich bin auch ohne hohe Hacken mit mir im reinen und fühle mich gut und richtig. Weil ich dann in mir selbst zu Hause bin, mit mir im reinen bin, und die Krücke der weiblichen Kleidung nicht brauche. Dann schaffe ich es, ohne Hilfsmittel aufrecht und sicher zu gehen. Und ich bilde mir ein, dass mein Umfeld darauf reagiert und das spürt. Ich habe nicht das Gefühl, als eine Person gesehen zu werden, die ich nicht bin, und nicht so behandelt zu werden, wie ich es nicht mag.

Liegt das nur an mir, an meiner Wahrnehmung? Ist es vielleicht nur (erfolgreiche) Autosuggestion, also Einbildung? Oder ändert sich das Verhalten der Menschen um mich herum tatsächlich?

Auch wenn ich es interessant finde, im Endeffekt ist es nicht wichtig. Mir geht es dann gut, und ich befinde mich wohl in einem Zustand, der dem Titel des Themas entspricht.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
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