Wie viel Krise braucht es denn noch?
Wie viel Krise braucht es denn noch? - # 2

Jasmine
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Re: Wie viel Krise braucht es denn noch?

Post 16 im Thema

Beitrag von Jasmine »

conny hat geschrieben: Sa 25. Mär 2023, 22:18 ....... ändert aber nichts an der Gefahr die vor einer Woche bestand.
Ob die Gefahr schon gebannt ist wage ich zu bezweifeln. Die Krisen sind meiner Meinung nach ziemlich heftig. schon lese ich von einem Lehrermangel in Deutschland und der Ukraine-Krieg soll noch lange dauern. Meiner Meinung nach sind diese hausgemachten Probleme das Ergebnis der Politik. Banken brauchen meiner Meinung nach auf jeden Fall strengere Regeln und wenn Reformen angemahnt sind, sollten diese Reformen auch auf Vollzug kontrolliert werden.
Liebe Grüße Jasmine
heike65
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Re: Wie viel Krise braucht es denn noch?

Post 17 im Thema

Beitrag von heike65 »

conny hat geschrieben: Sa 25. Mär 2023, 09:28
Christiane hat geschrieben: Sa 25. Mär 2023, 08:18 Warum das bei der CS so mal schnell und einfach gegangen ist, ist mir auch schleierhaft (kann gerade KEINE/R hier verstehen). :?: :?: :?:
Weil die Verunsicherung der Finanzmärkte enorm war und eine Pleite der Bank ungeahnte Folgen für die internationale Wirtschaft nach sich gezogen hätte. Nur dieses schnelle Handeln vor dem nächsten Börsentag konnte schlimmeres verhindern.
einfach mal laufen lassen, der Markt sollte es regeln, mit allen Konsequenzen weltweit.
edeka
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Re: Wie viel Krise braucht es denn noch?

Post 18 im Thema

Beitrag von edeka »

Lana hat geschrieben: Sa 25. Mär 2023, 22:57 Das Problem ist, dass diese Diskussion nicht geführt wird. Zumindest nicht wahrnehmbar oder zielführend.
Ähnliche Ereignisse gab es schon 2008. Bankenkrise, die dann flugs zur "Finanzkrise" umfirmiert wurde...

Das ist jetzt fast 15 Jahre her. Passiert ist seitdem nichts, sonst wäre eine Hauruck-Aktion wie die CS-Übernahme nicht nötig gewesen, um das Kartenhaus erneut vor dem Einsturz zu bewahren.

LGL
Da sieht unser Bundeskanzler aber anders. Laut tagesschau:
Bundeskanzler Olaf Scholz sagte nach Angaben eines Regierungssprechers, Gesetzgeber und Bankenaufsicht in Europa hätten aus der Finanzkrise 2008 gelernt und die Bankenregulierung erheblich verschärft. "Das deutsche Bankensystem ist daher gut aufgestellt."
Die Änderungen betreffen 1. das Einlagensicherungsgesetz und 2. die Erhöhung der Eigenkapitalanforderungen an die Banken.

Zu (1) ist allgemein bekannt, daß unsere Geldeinlagen pro Kunde auf jeder Bank mit 100.000 € über den gesetzlichen Einlagensicherungsfonds abgesichert sind.
Weniger bekannt ist, daß die Summe, die sich in diesem Topf befindet , weniger als 0,8 Prozent der gesamten (Spar-)Einlagen der deutschen Banken abdeckt. Das heißt, er würde nur für die Pleite einer einzigen kleinen Bank ausreichen. Aber das reicht ja, die Banken sind auch nicht vernetzt ...

(2) bedeutet, daß nach den Abkommen "Basel III und IV" die Eigenkapitalquote bei von 2 auf 4,5 % (hartes Kernkapital) plus 1,5 % fragwürdiges "weiches" Kernkapital steigt. Das würde sicher die Bankgeschäftsrisiken abdecken ...
Aber viel besser als ich weiss das unser Wirtschaftsminister (das video ist etwa ein Jahr alt):

https://www.youtube.com/watch?v=-XItDbFSYBE

Also macht euch keine Sorgen, die Sache ist bei unserer Regierung in guten Händen !
rika
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Re: Wie viel Krise braucht es denn noch?

Post 19 im Thema

Beitrag von rika »

Es liegt mir fern, die Banken in Schutz zu nehmen, besonders auch vor dem Hintergrund meiner unguten Erfahrungen. Aber sie spiegeln ein häufiges Denken wider, welches ich oft erlebt habe. Da hat ein rechtschaffender Mensch genug Geld gespart und will es gewinnbringend anlegen. Er geht zur Bank seines Vertrauens oder den Offerten der Finanzvermittler folgend zu ihnen.(Letztere sind oft ganz unten in einer Pyramide der Provisionen, müssen mit allen Mitteln Umsaätze erwirtschaften, um zu überleben und sind somit nicht zimperlich.) Klar erwartet er einen hohen Zins mit möglichst keinem Risiko - schließlich soll das Geld mal für ihn arbeiten. Dieses ist aber ein ziemlich fauler Hund und liegt eher wie es so schön heißt auf der Straße.

Geld arbeitet nicht, sondern lässt arbeiten und je weniger die Arbeiter verdienen, desto höher ist der Profit für das Geld. Und wenn Lieschen Müller und Herbert Schmidt einen Zins von 3 % erwarten, kommen all die Provisionen usw. obendrauf und es wird schnell zweistellig. Und so säuselten uns in der Vergangenheit "Finanzexperten" Insidertipps und was auch immer in die Ohren. Risiko? Ach was, alles bombensicher!

Nur hat das Ganze einen Haken: Wenn ich mein Geld für eine längere Zeit anlege und will es vorher haben, muss die Bank zahlen. Die hat aber Jeniges selbst angelegt, um alle Erwartungen zu erfüllen und im Tresor liegen nur Versprechen.

Die ersten bekommen noch ihr Geld zurück, die nächsten werden nervös und laufen zu ihrer Bank. Der "Run" beginnt und endet mit Staatshilfe.

Keine Frage: In den Hochhäusern der Banken (ich wohne nicht weit von Frankfurt) gab und gibt es gierige Menschen, die mit anderer Leute Geld ihr eigenes gestalten. Aber der naive Wunsch, möglichst viel ohne Risiko zu verdienen, fängt bei Lieschen Müller und Herbert Schmidt an. Wenn sie ihr Geld nicht wiedersehen würden, wären sie in ihrer ganz eigenen und erheblich selbst verursachten Krise.

Ich habe in der Vergangenheit viele in meinem Bekanntenkreis erlebt, die mit den hohen Renditen ihrer "Investments" prahlten und mit Begriffen aus der Finanzwelt um sich warfen. Mitleid kommt in mir nicht auf, wenn sie jetzt von einer Krise reden, aber Ablehnung, wenn sie nach dem Staat rufen.

rika
Martina-NB
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Re: Wie viel Krise braucht es denn noch?

Post 20 im Thema

Beitrag von Martina-NB »

ascona hat geschrieben: So 26. Mär 2023, 16:20 Weniger bekannt ist, daß die Summe, die sich in diesem Topf befindet , weniger als 0,8 Prozent der gesamten (Spar-)Einlagen der deutschen Banken abdeckt.
Quelle?

Und was ist in diesem Sinne mit "(Spar-)Einlagen" genau gemeint?
Der allergrößte Teil der Einlagen sind Einlagen von nicht-privaten Bankkunden. Und die sind sowieso nicht geschützt.
edeka
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Re: Wie viel Krise braucht es denn noch?

Post 21 im Thema

Beitrag von edeka »

Martina-NB hat geschrieben: So 26. Mär 2023, 19:19
ascona hat geschrieben: So 26. Mär 2023, 16:20 Weniger bekannt ist, daß die Summe, die sich in diesem Topf befindet , weniger als 0,8 Prozent der gesamten (Spar-)Einlagen der deutschen Banken abdeckt.
Quelle?

Und was ist in diesem Sinne mit"(Spar-)Einlagen" genau gemeint?
Der allergrößte Teil der Einlagen sind Einlagen von nicht-privaten Bankkunden. Und die sind sowieso nicht geschützt.
Quelle: wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Einlagensicherungsgesetz
Die Einlagensicherungssysteme müssen dafür sorgen, dass ihre verfügbaren Finanzmittel bis zum Ablauf des 3. Juli 2024 mindestens eine Zielausstattung von 0,8 Prozent der gedeckten Einlagen der ihnen angehörenden Kreditinstitute betragen (-§ 17 EinSiG).
über die aktuelle Höhe ist schwer zu recherchieren, aber in Berichten habe ich gehört, daß sie zur Zeit noch unter der gesetzlichen Zielvorgabe ist.
Die webseite der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken selbst ( https://edb-banken.de/ ) schreibt dazu:
Wie groß ist das Vermögen der Einlagensicherung?
Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir dazu keine genauen Angaben machen können. Die gesetzlich vorgeschriebene Zielausstattung für die EdB liegt jedoch bei 0,8% der gedeckten Einlagen und muss bis 2024 erreicht sein.
Das betrifft die gesetzliche Einlagensicherung.
Ausserdem haben die meisten (nicht alle) in D tätigen Banken noch eine eigene Einlagensicherung, auf diese hat man aber keinen Rechtsanspruch, und sie ist abhängig vom Eigenkapital der Banken. Genaue Info liefert dir das jährliche Informationsschreiben deiner Bank.

mit "(Spar-)Einlagen" ist gemeint, das was nach Definition des Einlagensicherungsgesetz von der Einlagensicherung abgedeckt ist.
Das sind Einlagen auf Giro- und Tagesgeldkonten, Festgelder, Sparguthaben sowie auf den Namen lautende Sparbriefe.
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