Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ... - # 5

Lebensplanung, Standorte
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sbsr
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 61 im Thema

Beitrag von sbsr »

Frieda hat geschrieben: Do 16. Mär 2023, 06:35 Im Grunde habe ich denselben Gedanken wie Vicky, mit den Kolleginnen behutsam drüber zu reden.
Aber was issn mit den Kollegen?
Können wir mit denen jetzt nimmer reden, weil Svenja beginnt aufzublühen?
[...]
Ich finde es sollte hier jeder einbezogen werden, egal ob Männlein oder Weiblein.
In meiner Wahrnehmung könnte sich eine Barriere zwischen Svenja und den Männern auftun, sollte Svenja vorrangig (und im schlimmsten Fall, ausschließlich) die Gespräche zukünftig zu den Frauen suchen.

Hallo Frieda,

ich verstehe nicht, auf was Du in dem Zusammenhang abzielst. Es ging, im hypothetischen Fall, darum mit den Frauen zu sprechen ob sie ein Problem damit hätten, wenn ich als - in ihrer bisherigen Wahrnehmung - Mann in Damenkleidung ihre Toilette benutze. Mir erschließt sich nicht ganz, warum man männliche Kollegen diesbezüglich mit einbinden sollte, die sind nicht betroffen und werden auch keine Notiz davon nehmen.

Der sonstige Umgang miteinander hat ja nichts damit zu tun, welches Klo man benutzt.

Wo Du natürlich Recht hast, es wäre schade, wenn durch die Entwicklung hin zur weiblichen Seite die Kontakte zu männlichen Kollegen abreißen oder wenn man sie in unterwegs verliert. Wobei ich da wiederum auch Vickys Meinung bin, falls es so ist, weil jemand nicht damit zurecht kommt, sollte das kein K.O. Kriterium für die eigene Entwicklung sein. Den Eindruck habe ich aber zumindest selbst nicht, der kleine Plausch mit Kollegen findet immer noch unverändert statt und auch fachlich wäre mir nichts aufgefallen. Nur die Unterhaltungen mit Frauen sind mehr geworden und haben teilweise ein anderes (offeneres) Level.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
MichiWell
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 62 im Thema

Beitrag von MichiWell »

Malvine hat geschrieben: Di 14. Mär 2023, 00:20 Könnt ihr das nicht zusammen ausmachen, was sich dein Junior wünscht, oder was er sich vorstellen kann?
Vicky_Rose hat geschrieben: Di 14. Mär 2023, 06:38 In deine Unsicherheit hinein gefragt: Wie soll denn Dein Sohn Sicherheit im Umgang mit Dir entwickeln, wenn Du ihn nicht die Sicherheit im Umgang mit Dir gibst ?
Vielleicht waren die Infos in meinem vorherigen Beitrag etwas knapp ...

Es ist ja nicht so, dass er nichts davon weiß. Es hat Gespräche und Bilder gegeben. Erst vor einigen Wochen hatte ich wieder mit ihm darüber gesprochen, und er hat mir wie schon zu Anfang versichert, kein Problem damit zu haben. Auf der rationalen Ebene ist schon alles klar. Es ist schwer zu beschreiben und darzulegen, dass und warum immer wieder durch irgendwelche scheinbaren Kleinigkeiten (Blicke, Bemerkungen u.ä.) Gedanken ausgelöst werden, die mich zurückwerfen. Da brauche ich nicht noch Hinweise, die sich auf der Ebene bewegen: "Wie soll sich denn deine Depression bessern, wenn du nicht positiv denkst?"
Brauchst Du Hilfe und hast niemanden zum quatschen? Dann schick mir ´ne PN!
heike65
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 63 im Thema

Beitrag von heike65 »




"wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass".
Ich habe mir mal die letzten Postings durchgelesen, das Zitat oben trifft es recht gut was ich dabei empfinde.

Ihr steht euch selbst im weg, blos keine Risiko, ich könnte ja verletzt werden oder mein Umfeld könnte sich verletzt fühlen.

Beste Voraussetzung um in Depressionen zu enden.
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 64 im Thema

Beitrag von Frieda »

sbsr hat geschrieben: Do 16. Mär 2023, 10:07 Hallo Frieda,

ich verstehe nicht, auf was Du in dem Zusammenhang abzielst.
Ich benutze jetzt mal deine Wortwahl (obwohl ich die zum 🙊 finde)...


Ich hatte darauf abgezielt ...
sbsr hat geschrieben: Mo 13. Mär 2023, 09:32 Die Herren Toiletten auf unserer Etage sind von meinem Büro aus nur durch eine Reihe von Sozialräumen (Umkleiden, Duschen) zu erreichen. Dort in belebten Zeiten durch marschieren empfinde ich mitunter als reichlich unangenehm, vor allem je femininer ich gekleidet bin, stattdessen nehme ich lieber den Umweg über zwei Treppenhäuser und eine andere Etage in Kauf.


Aber es ist egal❣️

🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 65 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Ich habe gerade ein Gedicht gefunden, das mich sehr berührt hat:
Wir lieben die Stille

es stört uns nicht,
wenn die Maus
bei uns spielt,
wenn der Wind im Wald
mit den Blättern raschelt -
wir fürchten uns nicht.

Indianer-Häuptling in der Rede an den Gouverneur von Pennsylvania 1796
Habt Ihr einmal eine Ncht alleine im Wald geschlafen ? Da sind jede Menge Geräusche. Und je nachdem, ob ich mir vorstellen kann, was dort passiert, habe ich Angst oder auch nicht.

Angst macht, was wir nicht kennen. Was macht den im eigenen Leben Angst ? Muss mir mein Frauenleben Angst machen ? Und trotzdem gehe ich manchen Situationen und Begegnungen aus dem Weg. Ich meine nicht Begegnungen in der Nacht mit Betrinkenen, sondern ganz einfache Begegnungen auf der Straße oder im öffentlichen Damen-WC. Dabei will ich ja gerade diese Begegnungen, um als diejenige gesehen zu werden, die ich bin.

Und da läuft mir dieses Gedicht über den Weg und macht mir Mut ...
Viele Grüße
Vicky

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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 66 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Noch'n Satz:
„Die Angst vor einer Zukunft, die wir fürchten, können wir nur überwinden durch Bilder von einer Zukunft, die wir wollen.“

Wilhelm-Ernst Barkhoff
Viele Grüße
Vicky

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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 67 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Ach, wenn ich schon gerade dabei bin:
Zufriedenheit ist das Gefühl der Übereinstimmung unserer einzelnen Subjektivität mit dem Zustande unseres bestimmten, uns gegebenen oder durch uns hervorgebrachten Zustandes.
Quelle: Hegel, Vorlesungen über die Ästhetik, 1835-38 (posthum)
Der Unzufriedene findet Bestätigung auf Schritt und Tritt. Der Zufriedene sucht keinen Grund.
peter e. schumacher (1941 - 2013), Aphorismensammler und Publizist
Wenn wir Zufriedenheit nicht in uns selbst finden, ist es zwecklos, sie anderswo zu suchen.
François de La Rochefoucauld (1613 - 1680), François VI. de La Rochefoucauld, franz. Offizier, Diplomat und Schriftsteller
Wenn man die richtigen Schuhe hat, so vergißt man seine Füße; wenn man den richtigen Gürtel hat, vergißt man die Hüften. Wenn man in seiner Erkenntnis alles Für und Wider vergißt, dann hat man das richtige Herz.
Dschuang Dsi (Zhuangzi) (um 365 - 290 v. Chr.), auch Chuang-tzu, Tschuang-tse oder Zhuāng Zhōu, taoistischer Philosoph
Viele Grüße
Vicky

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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 68 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Vicky_Rose hat geschrieben: So 19. Mär 2023, 12:20
Der Unzufriedene findet Bestätigung auf Schritt und Tritt. Der Zufriedene sucht keinen Grund.
peter e. schumacher (1941 - 2013), Aphorismensammler und Publizist
Wenn wir Zufriedenheit nicht in uns selbst finden, ist es zwecklos, sie anderswo zu suchen.
François de La Rochefoucauld (1613 - 1680), François VI. de La Rochefoucauld, franz. Offizier, Diplomat und Schriftsteller
Wenn man die beiden kombiniert ist doch eigentlich alles zum Thema gesagt.
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 69 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Einen schönen Sonntag Abend,

die Zeitumstellung schon verdaut ?

Ich möchte heute einen Textauszug von Arno Grün, "Der Verrat am Selbst, Die Angst vor Autonomie bei Mann und Frau", dtv, 1986 bringen. Das Buch ist äußerst lesenswert, zeigt es doch Mechanismen auf, die die Verleugnung des eigenen Ichs vor dem Hintergrund u.a. der Anpassung an "normalen" Regeln und Grundsätze steuern. Kern dabei ist dass abgespaltene Autonomie, verstanden als "Möglichkeit des ungehinderten Erlebens der eigenen Wahrnehmungen, Gefühle und Bedürfnissen", zu einem Verlust des eigenen Ichs führt und die Ausrichtung des eigenen Lebens an aussenliegende "Mächte" führt.
Das Bedenkliche an unserer Anpassung ist nicht nur, daß wir allebis zu einem gewissen Grad unfreiwillig nach dem Willen anderer leben. Das Gefährliche ist vielmehr, daß wir in dem Moment, in dem wir sozusagen außerhalb unser Körperlichkeit leben, anfangen, die Freiheit zu fürchten, die durch den Durchbruch unserer ursprünglichen Selbstgefühleplötzlich erwacht ist. Wir sehnen uns zwar alle nach Freiheit, sind aber gleichzeitig auf vielfältige Art an die Macht gebunden, von der wir Anerlennung und Lob verlangen. Das verurteilt uns zur ewigen Suchenach Bestätigung ausgerechnet bei denjenigen, die unsere wirklichen Bedürfnisse verneinen.

Wir haben, wie schon erwähnt, in frühester Kindheit gelernt, den Forderungen jener Menschen nachzugeben, von deren "Liebe" wir abhängig waren. Ohne darüber nachzudenken zu können, haben wir gelernt, Freiheit mit Ungehorsam gleichzusetzen. So empfinden wir Freiheit ... mit Angst und Furcht.
Mich spricht der Text an. Oder warum sind so viele von uns nicht in der Lage, ihr Leben nach den eigenen Bedürfnissen im Sinne der Autonomie zu leben ? Führen nicht genau die äußeren Mächte, z.B. in Form von "Umständen" oder "Rücksichtnahme" zu einer Verkrüppelung der eigenen Seele ? Ist es nicht unsere Furcht vor der Freiheit, die uns duckmäusern lässt ?
Viele Grüße
Vicky

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EmmiMarie
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 70 im Thema

Beitrag von EmmiMarie »

Hey Vicky


mich sprechen solche Texte wie der hier von Philipp Dittberner an, weil so sie aus dem Leben gegriffen sind

Da draußen tobt doch alles weiter
Auch wenn ich heute nicht mehr wär'
Die Leute kaufen teure Dinge
Das Leben ist und bleibt unfair

Wir trinken Wein an meinem Fenster
Im Rausch schauen wir dem Ganzen zu
Und müssen beide wieder lachen
Irgendwie gehören wir doch dazu

Das ist dein Leben
Das ist wie du lebst
Warum du liebst und lachst
Und dich selbst nicht so verstehst
Warum du dir wieder so fremd bist
In einer doch so hellen Zeit
Warum du den wieder vermisst
Der dich sicher nicht befreit

Ja genau das ist dein Leben
Das ist wie du lebst
Warum wir manchmal fliegen nicht mal wissen wie es geht
Und wir immer wieder aufstehen und anfangen zu gehen
Ja genau das ist dein Leben
Und du wirst es nie verstehen

Dein Lächeln passt zu meinem Fenster
Mit neuem Schein und alt bekannt
Du sagst, wir haben uns nie verlaufen
Wir haben uns ab und zu verrannt

Und die Sache wird schon laufen
Wenn man sich hier nicht verliert
Und bei all den kleinen Chancen
Wird's immer wieder neu riskiert

Das ist dein Leben
Das ist wie du lebst
Warum du liebst und lachst
Und dich selbst nicht so verstehst
Warum du dir wieder so fremd bist
In einer doch so hellen Zeit
Warum du den wieder vermisst
Der dich sicher nicht befreit

Ja genau das ist dein Leben
Das ist wie du lebst
Warum wir manchmal fliegen nicht mal wissen wie es geht
Und wir immer wieder aufstehen und anfangen zu gehen
Ja genau das ist dein Leben
Und du wirst es nie verstehen

Vielleicht überschwänglich groß
Oder doch zu klein geträumt
Hab ich bei all den andren Zweifeln
Mein Happy End doch glatt versäumt

Es ist egal wer da noch kommt
Oder schon gegangen ist
Es ist okay
Dass du halt bist, wie du halt bist

Denn das ist dein Leben
Das ist wie du lebst
Warum du liebst und lachst
Und dich selbst nicht so verstehst
Warum du dir wieder so fremd bist
Deiner doch so hellen Zeit
Warum du den wieder vermisst
Der dich sicher nicht befreit

Ja genau das ist dein Leben
Das ist wie du lebst
Warum wir manchmal fliegen nicht mal wissen wie es geht
Und wir immer wieder aufstehen und anfangen zu gehen
Ja genau das ist dein Leben
Und du wirst es nie verstehen


Alles Liebe Marie (flo)
Always be a unicorn

Das was du erschaffst ist deine Realität
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 71 im Thema

Beitrag von heike65 »

Frieda hat geschrieben: Do 16. Mär 2023, 06:51 Zusatz ...

Und mir geht noch etwas anderes durch den Kopf!
Ich habe mir früher, wenn ich ins Büro gegangen bin, keine Gedanken gemacht was ich anziehe, damit ich bei niemanden anecke.
Klar ich konnte mich schlecht im Schlafanzug hinter den Schreibtisch setzen, da hätte mein Chef sicherlich rebelliert.
Aber wünschen wir uns nicht die Veränderung? Und befinden wir uns mittlerweile nicht in der Veränderung? Falls nicht, dann stehen wir unmittelbar davor❣️ Und dann sehe ich Euch hier als Türöffner für die nächste, neue Generation❣️🌈
Haben andere ein Problem damit, weil wir Bluse oder Hemd tragen, ist es nicht unser Problem. Es wird zu unseren Problem, wenn wir im Schlafanzug auf Arbeit erscheinen.

Und Michi ist da für mich ein sehr gutes Beispiel. Weil ihre Gedanken bzgl unseres Jüngsten, zeigen klar das diese hausgemacht von Michi sind. Michi weiß ganz genau wie ich mit meinen Kindern rede und was ich ihnen vorlebe, und trotzdem setzen sich diese Zweifel in ihr fest.
Ich denke es hat nicht nur mit unserem Gegenüber zu tun, sondern auch mit dem Umfeld in dem wir aufgewachsen sind❣️

🙏
gefühlte 80 bis 90 % ziehen hier ihren Kick aus genau dieser "Tabuverletzung" wie dein Pijama im Büro
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 72 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

heike65 hat geschrieben: So 26. Mär 2023, 20:09 ziehen hier ihren Kick
Ist der Kick nicht vielleicht nichts anderes als ein Aufbegehren, ein Rebellieren gegen die "Ordnung" ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 73 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Moin,

Ausgehend von meinem letzten Kurzbeitrag habe ich in der vergangenen Woche ein paar Gedanken gehabt, die ich hier gerne zur Diskussion stellen würde. Aber nicht die Rebellion steht dabei im Vordergrund, sondern die Lebendigkeit. Mir ist bewusst geworden, dass ich mich en femme immer in besonderer Weise lebendig fühle. Ich kam darauf, als ich das Buch von Arno Gruen "Der Verrat am Selbst, Die Angst vor Autonomie bei Mann und Frau" (dtv 35000, sehr lesenswert) wieder gelesen habe. U.a. schreibt er dort über "Außenseiter", deren Leben oftmals im Ringen zwischen der eigenen "Ganzheitlichkeit" und dem "Druck der offiziellen Vorstellungen" verläuft. Sich selbst diesem Druck zu unterwerfen läuft auf einen Verlust der Ganzheitlichkeit hinaus und führt zu einem Verlust der Lebendigkeit. Erst die Bemühungen um die eigene Ganzheitlichkeit führen zu einer Autonomie, die der Quell der Lebendigkeit ist.

Ich kenne das sehr gut, wenn ich versuche, gegen mein gefühltes Wesen zu leben, werde ich grantelig und unzufrieden. Auch der immer wiederkehrende Wunsch nach meiner Weiblichkeit ist letztlich Ausdruck meiner Autonomie im Sinne von Gruen.

Ich denke, es geht vielen ebenso, wenn sie versuchen, dem eigenen Wesen Zügel anzulegen. Es folgt der Verlust der Lebendigkeit, die sich massiv wert. Die Folgen reichen im Extremfall bis zur Depression und/oder Selbstmord. Für mich ändert sich dadurch der Blick auf die Notwendigkeit, der eigenen Autonomie Raum zu geben. Das steht, wie oben beschrieben in (teilweisen) Gegensatz zu offiziellen Vorstellungen.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...

Post 74 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

So, jetzt gibt es Neues aus dem Selbstbeschau ... ;-)

Nachdem ich Voß'ens "Wider die Natürlichkeit" verschlungen habe, bin ich bei Simone de Beauvoir und ihrem "Das andere Geschlecht" (von rororo, Ausgabe 1986) gelandet und bin fasziniert. Besonders haben mich bisher zwei Stellen berührt, die ich hier zitieren will:

S.50f
Die Frau ist in dem Maße Frau, wie sie sich als solches fühlt. Es gibt wesentliche biologische Gegebenheiten, die nicht zu ihrer gelebten Situation gehören: die Struktur des Ovulum zum Beispiel hat in dieser keinen Reflex, während ein Organ ohne besondere Bedeutung wie die Klitoris darin eine höchst wichtige Rolle spiel. Nicht die Natur bestimmt die Frau: sie bestimmt sich selbst, indem sie die Natur ihrerseits in ihre Bezüglichkeit einbezieht.
Eine exakte Beschreibung, wie ich sie für mich geltend machen würde, wobei "Natur" die Gegebenheiten sind, in denen ich mich befinde. Dazu gehören nicht nur physiologische Gegebenheiten, sondern auch die Vorstellungen, die der Physis teilweise entgegen zu stehen scheint. Das eine annehmen, ohne das Andere zu verleugnen.

S.60f
... wir sehen die Frau in einer Welt von Werten und gestehen ihren Verhaltensweisen die Dimension der Freiheit zu. Wir sind der Meinung, daß sie zwischen der Bestätigung ihrer Transzendenz oder ihrer Entfremdung im Objekt zu wählen hat; sie ist nicht der Spielballwiderstreitender Triebe; sie erfindet Lösungen, unter denen eine moralische Hierachie besteht. Indem die Psychoanalyse den Wert durch Autorität, die Wahl durch den Trieb ersetzt, liefert sie einen Ersatz für die Moral: die Idee der Normalität
Hier sehe ich genau das, was mir viele Schwierigkeiten bereitet. Nicht Autorität (u.a. verinnerlichte Prägungen) und Trieb (u.a. zwanghaftes Dressen?) sollten die Triebkräfte in mir sein, sondern der Wert meines Wesens in der Transzendenz und die Wahl des eigenen Lebens sind maßgebend für das gelebte Leben in meinem Frausein. Ich lebe mein Frausein und wähle die Mittel dazu. Dann bekommt alles einen Glanz.

Übrigens habe ich bei Satre noch einen interessanten Satz gefunden, als ich auf der Suche nach der Erklärung für Transzendenz war:
Sartre zeigt in seiner Transzendenz des Ego, dass das Bewusstsein sich nicht reflexiv erfassen kann, ohne sich selbst in ein Objekt zu transformieren, weil es immer „vor sich selbst geworfen wird“.
Quelle:https://www.philomag.de/lexikon/transzendenz

Einfach ausgedrückt: Das Nachdenken über sich selbst kann nicht zum Ziel und der Selbsterkenntnis führen, da auf diesem Wege wesentliche Teile des eigenen Selbst unberücksichtigt bleiben.
Viele Grüße
Vicky

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Ich fühle mich nicht länger, als Marionette ...

Post 75 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Zum neuen Jahr gibt es wieder eine Nabelschau ...

... zunächst wünsche ich Euch allen ein gutes und erfolgreiches neues Jahr. Die "Marionette" beginnt ihre Fädern durchzuschneiden und mehr denn je in die eigenen Hände zu nehmen. Doch der Reihe nach ...

Zu Weihnachten habe ich ein Workbook zum Thema Gefühle von Leon Windscheidt geschenkt bekommen. Das Hörbuch dazu habe ich mir parallel dazu auch schon angehört. Wenn ich auf die Fragen ernsthaft antworte, komme ich ganz schön ins Schwitzen, denn intensiv über meine Gefühle nachzudenken, bringt mich ganz schön weiter. Zum Jahreswechsel gab es noch den "YearCompass" in dem die Reflexion über das alte Jahr und die Ziele im neuen Jahr im Fokus stehen. Den Fragebogen kann man herunter laden (https://yearcompass.com/de/).

Da ich sowiesso viel nachdenke und gerade in den letzten Wochen für mich viel vorgenommen habe, war das die Gelegenheit, all das einmal aufzuschreiben. Ein paar Ziele für das nächste Jahr:

- Ich werde keine Angst und Scham mehr für meine weiblichen Gefühle haben.
- Ich werde, wann immer es mir wichtig ist, meine Weiblichkeit leben, auch wenn es die Beziehung belastet.
- Ich werde in Zukunft über meine Gefühle offen reden.
- Ich habe ein Recht auf meine Gefühle.

Meine Frau weiß von Anfang an, dass ich mit dem Thema hadere, aber sie hat es bisher noch nicht so richtig ernst genommen und ich habe weitestgehend vermieden, mich en femme zu zeigen. Aber ich will und werde mich nicht mehr verstecken. Und so lebe ich seit dem 30.12. en femme und es fühlt sich für mich so richtig gut an. Darüber hinaus habe wir das Thema intensiver in unseren Gesprächen behandet. Sie kann aus ihrer Position nicht verstehen, dass Weiblichkeit ein Teil meines Ichs ist. Nicht meine Kleidung macht die Frau, sondern ich als Frau trage die Kleider, die zu mir passen. Deshalb sind wir derzeit in einer distanzierten Situation und die nächsten Gespräche werden zeigen, wohin der Zug fährt ...

Ich lebe jetzt seit ca. 5 Tagen komplett als Frau, einfach ganz normal als Frau ohne besonderen Schnickschnack und ich bin überrascht, dass ich das ohne jede Angst und Scham tue und mich gleichzeitig so unglaublich wohl dabei fühle. Das ist für mich eine völlig neue Ebene der Empfindungen. Da ichfür meine Reha, die ich in ca. 3 Wochen wegen Hörsturz antrete, noch ein paar Dinge benötige, war ich heute Morgen kurz in der Drogerie und habe einen kurzen Abstecher in einer Boutique gemacht. Shoppen war ich ja schon häufiger, aber in meinem Umfeld bin ich nicht geoutet. Auch dabei bin ich völlig gelassen. Interessanterweise hat die Intensität meines Tinnitus auch nachgelassen. Für mich fühlt sich gerade alles 100%ig richtig an. Deshalb erwäge ich, auch meine Reha komplett en femme zu leben. Da ich dabei intensiv Kontakt mit anderen Menschen habe, wird das eine weitere Steigerung. Mit jedem Schritt den ich gehe, fühle ich mich sicherer.

Ich fühle so viel Mut in mir, dass ich mein ganzes Umfels inklusive Freunde und Arbeit einbeziehen könnte. Das war mir bisher nicht wichtig, da die Freunde weit weg wohnen und auf der Arbeit ich bisher nicht in Erwägung gezogen habe en femme aufzutreten. Das könnte sich ändern ...

Aber ich will nichts überstürzen. Zunächst ist das Thema zuhause zu klären. Der unsichere Zustand verlangt nach einigen Gesprächen. Da muss ich nichts überstürzen. So, das war's für's erste.
Viele Grüße
Vicky

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