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Lady Jennifer
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Beitrag von Lady Jennifer »

Arbeiten in der "Dienstleistungsbranche"
Als Ex-Prostituierte maß ich mir einfach mal an, daß auch ich in der Dienstleistungsbranche gejobbt habe, was umgangssprachlich bedeutet, daß ich im ständig-täglichen Kontakt mit fremden Menschen stand. Ist man auf der Kundenseite, erwartet man von seinem Gegenüber immer eine höfliche und zuvorkommende Behandlung, jedoch hat auch das Personal mal schlechte Tage - bei mir war das nicht anders. Kamen solche "schlechten" Tage mal vor, schlug das natürlich auch auf die Libido, was in diesem Business ziemlich fatal ist. Im Grunde liebte ich die Tätigkeit jeden Tag mit immer neuen Menschen/Männern in Kontakt zu kommen und alles für sie zu sein, was sie sich in ihrer Fantasie ausmalten. Meine Aufgabe war es sie zu betören, auf eine sinnliche, hingebungsvolle und verführerische Art. Das war ein "Einbahnjob", denn diese Gefühle bekam ich eigentlich fast nie auf die gleiche Weise zu spüren. Aber kann man das auch von Freiern erwarten? Nein, der aktive Part (auf Gefühlsbene) geht immer von den Pros. aus, denn dafür zahlen die Kunden und wollen entsprechend verwöhnt werden.


...da gibt es diese drei "ungeschriebenen" Gefühlskiller
In diesem Business hat man als TV-Nutte vor drei Faktoren besondere Panik und hofft, daß sie niemals eintreten:

Faktor 1: man kommt zu früh

Faktor 2: man bekommt keinen hoch

Faktor 3: Lustlosigkeit packt einen und hat keine Lust seinen Job auszuüben

Jeden Punkt hatte ich damals irgendwann einmal durchmachen müssen, wobei Punkt 1 und 2 selbstredend die oberpeinlichsten sind. Aber wo lagen dafür die Gründe? Ich möchte es nicht schönreden und gebe es offen zu, daß auch mir der Fauxpas des "zu-früh-Kommens" passiert ist. Diesem Maß an Übererregung gebe ich die Schuld meiner anfänglichen Unerfahrenheit und mein Wille es meinen Freiern unbedingt auf die richtige Weise zu besorgen. Zum Faktor 1 kommt noch eine gewisse Dosis Aufregung gepaart mit Nervosität hinzu, was meiner Empfängnis an sexueller Stimulanz meine damalige Grenze aufzeigte - zum Glück hatte ich diesen Lapsus schnell in den Griff bekommen!

Auslöser für Faktor 2 lag in vielen Fällen einfach am fordernden Tagespensum. An manchen Tagen 5 oder gar 6 Freier (aktiv) zu bedienen war teils ermüdend, bzw. körperlich anstrengend. Wenn sich so jeder Tag gestaltet, fehlt irgendwann die sexuelle Motivation und der Kopf sagt einfach "...Stopp - jetzt nicht". Sich auf diese Weise "impotent" zeigen zu müssen, war für jeden Freier ein totaler Lustkiller und meine Schamesgrenze weit überschritten. Körperlich spürte ich natürlich, wenn ich an Tagen eine Erektionsschwäche hatte, da war ich froh, wenn der Freier der aktive Part sein wollte...Bevor jetzt Fragen nach Einnahme der kleine blauen Wunderpille kommen, kann ich euch sagen, daß ich dies nie in Betracht zog - in meinen Zwanzigern wäre das auch höchst seltsam.

Seine Arbeit mit Desinteresse auszuüben ist nie ein gutes Zeichen, allerdings kam dies auch bei mir vor, weshalb ich es unter Faktor 3 aufgeführt habe. Die Ursachen lagen damals vor allem in persönlichen Dingen - entweder es gab Stress mit dem Management, privaten Problemen oder eigenen "Sinnesungereimtheiten". All das war aber noch nichts, denn an manchen dunklen Tagen hinterfragt man sein Tun und ergründet was man eigentlich in diesem Rotlicht-Business zu suchen hat. Das begründet sich darauf, daß man sich praktisch Tag für Tag jedem Freier anbot und nach einigen Monaten unvermittelt der Antrieb dafür fehlte. Aus so einem Tiefpunkt kam ich meist mit Hilfe der anderen Pros. heraus die mir halfen meinen Job wieder zu lieben und ihn mit Leidenschaft auszuüben. In so eine Antriebslosigkeit zu fallen ist nicht nur mir als Prostituierte widerfahren, sondern es traf auch einige andere Pros. - wahrscheinlich konnten wir uns gegenseitig so gut aus diesem Loch holen, weil die Anderen es auch durchgemacht haben, so konnten wir uns kollegial auf emotionaler Ebenen quasi neu entfalten.
Die Bezeichnung "Lustlosigkeit" trifft besonders gut auf Freier, die man lieber nicht an sich heranlassen würde (aus den unterschiedlichsten Gründen...), was die ganze Nummer einfach erschwert und mich durchaus auch anekelte - da wünschte ich nur, daß die Sache so schnell wie möglich vorbei ist. Dabei ist es schwer die nötige Motivation für sich selbst zu finden, um den Job mit der notwendigen Hingebung zu erfüllen.


Eigene Probleme mussten außen vor bleiben
Hatte man an manchen Tagen mit eben solchen Probleme zu kämpfen, durfte man sich diese nicht ansehen lassen, sondern immer hübsch lächelnd und entgegenkommend sich seinen Freiern annehmen. Ich hoffe ihr könnt euch vorstellen wie schwer mir das gefallen ist! Einerseits muß man Hingabe und Leidenschaft "vorspielen", auf der anderen Seite seine wahren Gefühle und Probleme verbergen. Allerdings muß ich auch erwähnen, daß man in diesem Business so fokussiert seine Kunden bedient, daß fast kein Raum zum Nachdenken über die eigenen Gefühle bleibt - bzw. bleiben darf! Es ist einfach wichtig damit umzugehen zu wissen, denn die Freier wollen auch ihren Alltag vergessen, eine befriedigende Zeit erfahren und sich vielleicht auch mal eine Auszeit von ihren eigenen Sorgen gönnen, da wollen sie kein Geld für eine lustlose TV-Prostituierte ausgeben. Über die Wochen, Monate und Jahre bekommt man das besser in den Griff, jedoch muss lernen außerhalb seiner Schicht mit den eigenen Angelegenheiten klar zu kommen.



Mit diesem Bericht wollte ich euch einfach mal zeigen, daß auch ich während meiner Pros.-Zeit mit einigen Problemen (einige peinlicher als andere...) zu kämpfen hatte. Daß sich so mancher Freier auch mehr zu getraut hat, als es ihm letztendlich gelang, steht auf einen anderem Blatt. Jedoch wie sie in solchen Fällen damit umgingen war unterschiedlich: traf Faktor 2 ein, gaben die meisten mir die Schuld (mit teils sehr erregtem Gemüt...), während nur die Wenigsten in Schamesröte ein "Tut mir Leid" herausbrachten. Peinlicher war es einigen Freiern, wenn bei ihnen unverhofft Faktor 1 eintraf - dann lag es an mir, ob ich damit die Nummer beendete oder ihnen einen "2. Anlauf" gewährte. Das musste man abwägen können, wie man unter diesen Umständen mit dem Freier umgeht.
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Re: >>> Lady Jennifer aka "Sissylia" - Als TV-Prostituierte hat man auch mal schlechte Tage <<<

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Beitrag von Olivia »

Hallo Jennifer,

danke für diesen Einblick in Deine Exwelt!

ich hätte eine Frage zum "Faktor 3 und der Lustlosigkeit, den Job auszuüben":

Hat dabei (bei der Überwindung der Lustlosigkeit) ggf. Alkohol oder Drogen eine Rolle gespielt oder war das evtl. sogar verpönt?

Danke schon im Voraus für die Antwort von

Olivia
Lady Jennifer
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Re: >>> Lady Jennifer aka "Sissylia" - Als TV-Prostituierte hat man auch mal schlechte Tage <<<

Post 3 im Thema

Beitrag von Lady Jennifer »

Olivia hat geschrieben: Sa 19. Nov 2022, 15:46 ich hätte eine Frage zum "Faktor 3 und der Lustlosigkeit, den Job auszuüben":

Hat dabei (bei der Überwindung der Lustlosigkeit) ggf. Alkohol oder Drogen eine Rolle gespielt oder war das evtl. sogar verpönt?
Hallo Olivia,

also was mich in diesen Dingen betrifft kann ich sagen, daß ich niemals ("harten") Alkohol getrunken habe - Sekt oder Martini/Wermut war meine Grenze und Drogen habe ich nie genommen.

Waren meine Freier high? Ich hatte nie den Eindruck. Alkohol aber definitiv - manche kamen schon "angeschickert" zu mir aufs Zimmer, mit anderen habe ich in der Lounge erst was getrunken bevor es nach oben ging. Für mich war das schon ein wenig ein Abtörner, weil einige da schon nicht mehr ganz "Herr ihrer Sinne" waren, was sich auch auf deren Libido auswirkte... :shock:

War das die Antwort, auf deine Frage oder habe ich sie falsch verstanden?

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Re: >>> Lady Jennifer aka "Sissylia" - Als TV-Prostituierte hat man auch mal schlechte Tage <<<

Post 4 im Thema

Beitrag von Malvine »

Lady Jennifer hat geschrieben: Sa 19. Nov 2022, 13:38 ... Aus so einem Tiefpunkt kam ich meist mit Hilfe der anderen Pros. heraus die mir halfen meinen Job wieder zu lieben und ihn mit Leidenschaft auszuüben. In so eine Antriebslosigkeit zu fallen ist nicht nur mir als Prostituierte widerfahren, sondern es traf auch einige andere Pros. - wahrscheinlich konnten wir uns gegenseitig so gut aus diesem Loch holen, weil die Anderen es auch durchgemacht haben, so konnten wir uns kollegial auf emotionaler Ebenen quasi neu entfalten...
Was für Gesprächsthemen muß ich mir denn da vorstellen - ein einfaches "Kopf hoch, das wird schon wieder" wird es wohl nicht gewesen sein?

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Re: >>> Lady Jennifer aka "Sissylia" - Als TV-Prostituierte hat man auch mal schlechte Tage <<<

Post 5 im Thema

Beitrag von Olivia »

Hallo Jennifer,

ja, vielen Dank für die Antwort - nur noch eine kleine Nachfrage: Wie war das bei Deinen Kolleginnen - landläufig meint man/frau ja, das Rotlichtmilieu ist untrennbar mit Alkohol und Drogen geradezu untrennbar verbunden.
Danke nochmals und liebe Grüße zu Dir von

Olivia
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Re: >>> Lady Jennifer aka "Sissylia" - Als TV-Prostituierte hat man auch mal schlechte Tage <<<

Post 6 im Thema

Beitrag von Lady Jennifer »

Malvine hat geschrieben: Di 22. Nov 2022, 13:12 Was für Gesprächsthemen muß ich mir denn da vorstellen - ein einfaches "Kopf hoch, das wird schon wieder" wird es wohl nicht gewesen sein?
Im Grunde eigentlich ja, da ich in meinen Fällen auf die Erfahrungen meiner CIS-Pros. zurückgreifen konnte, die dann auch mir geholfen haben. Kam eben immer darauf an, warum ich mich mies fühlte - ein paar Tipps oder schon ein Gespräch war hilfreich und baute mich auf.

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Re: >>> Lady Jennifer aka "Sissylia" - Als TV-Prostituierte hat man auch mal schlechte Tage <<<

Post 7 im Thema

Beitrag von Lady Jennifer »

Olivia hat geschrieben: Di 22. Nov 2022, 19:37 nur noch eine kleine Nachfrage: Wie war das bei Deinen Kolleginnen - landläufig meint man/frau ja, das Rotlichtmilieu ist untrennbar mit Alkohol und Drogen geradezu untrennbar verbunden.
Hallo Olivia,

statt "Kolleginnen" kannst du ruhig CIS-Pros. benutzen - das passt sehr gut.

Zu deiner Frage: so wie ich, hielten sich auch die Mädels mit Alkohol zurück - mir ist nicht bekannt, daß jemals eine CIS-Pros. betrunken gewesen wäre. Im "bechern" waren meist die Freier ganz gut, glaube allerdings nicht, daß die sich erst Mut antrinken mussten, sondern eben "typisch" männl. dem Alkohol nicht abgeneigt waren. Aber auch hier betraf das nur einen Teil unseres Klientels.
Was Drogen betraf, gab es vom Management eine klare Vorgabe - allen Pros. war die Einnahme von Drogen verboten! Von 2 Mädels weiß ich aber, daß sie welche genommen haben, aber nie erwischt wurden. Allerdings kann ich nicht sagen, wie sie da rangekommen sind - das hat mich nie interessiert, weil ich damit nie etwas zu tun haben wollte.

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Re: >>> Lady Jennifer aka "Sissylia" - Als TV-Prostituierte hat man auch mal schlechte Tage <<<

Post 8 im Thema

Beitrag von Olivia »

Hallo Jennifer,

nochmals vielen Dank für Deine Offenheit und für das geduldige Beantworten aller Fragen!!

)))(:

Liebe Grüße von

Olivia
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Re: >>> Lady Jennifer aka "Sissylia" - Als TV-Prostituierte hat man auch mal schlechte Tage <<<

Post 9 im Thema

Beitrag von Lady Jennifer »

Olivia hat geschrieben: Do 24. Nov 2022, 16:23 ...und für das geduldige Beantworten aller Fragen!!
Also bitte, dafür ich der Thread und das ganze Unterforum doch da. Ich habe keine Probleme mit Fragen - kann sogar sein, daß ich einige Infos in meinen Eingangsberichten vergesse zu schreiben und erst über eure Fragen darauf komme, daß diese Informationen fehlen.

Demnächst geht es im Unterforum mit neuen Themen auch weiter...

Jennifer
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