Das Outing - Tipps für Crossdresser
Das Outing - Tipps für Crossdresser

Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Eva
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Das Outing - Tipps für Crossdresser

Post 1 im Thema

Beitrag von Eva »

Hallo ihr Lieben,

ich habe einige PNs bekommen, wie mein Outing abgelaufen ist. Vieles, was dort im Privaten gefachsimpelt wurde, könnte bestimmt einigen helfen, die noch vor dieser Herausforderung stehen und nicht so recht wissen, wie sie es angehen sollen.
Ich berichte natürlich nur aus meiner eigenen Erfahrung. Leider gibt es keine Schablone, die immer klappt, da jeder Mensch und jede zwischenmenschliche Beziehung anders ist. Ihr könnt eure Liebsten am besten einschätzen und überlegen, was die beste Strategie sein könnte. Ich möchte meine Gedanken, die ich mir vorher und hinterher gemacht habe, gern mit allen teilen, die noch auf der Suche nach ein paar Denkanstößen sind :)

Und bestimmt können viele hier noch weitere Tipps und Erfahrungen beitragen :)

Achtung: Ich bin Crossdresserin, keine Transfrau. Sicher gibt es viele Überschneidungen beim Outing, aber auch wichtige Unterschiede.

Was ist ein Outing?

Ich denke, der Begriff ist uns allen klar. Allerdings möchte ich die Bedeutung etwas geraderücken. In der Öffentlichkeit ist allein das Wort schon mit einem großen Schamgefühl aufgeladen. Es schwirrt wie ein Moment großer Peinlichkeit durch unseren Kopf, durch den wir alle früher oder später durchmüssen. Darum fühlen sich viele, als müssten sie ein schlimmes Geständnis machen und gehen mit gesenktem Haupt und rasendem Herz in das Gespräch. Und unser Gegenüber schwingt direkt in dieser merkwürdigen Situation mit und ist verunsichert.

Was das Outing eigentlich sein sollte, ist ein offener Dialog. Wir sprechen einfach nur über etwas, was uns beschäftigt und prägt und möchten uns mit unserem Gegenüber auf Augenhöhe unterhalten. Je kleiner das Spektakel ist, das wir daraus machen, umso leichter kann unser Gegenüber akzeptieren, dass es gar keine so große Sache ist.

Warum outen?

In dieser Frage liegt der größte Unterschied zwischen Crossdress und Transsexualität. Möchten wir unsere Transsexualität ausleben, kommen wir um das Outing nicht drumherum. Schließlich möchten wir von unseren Mitmenschen korrekt behandelt werden. Das neue Geschlecht und der neue Name müssen kommuniziert werden, das kann ja sonst niemand ahnen.

Als Crossdresser hingegen ist ein Outing nicht zwingend notwendig. Man kann abwägen, wie viele Personen man ins Vertrauen ziehen möchte. Die meisten würden es nie mitbekommen. Gerade in einer Partnerschaft wird es aber problematisch, wenn man sich relativ frei bewegen möchte. Und oftmals ist eine lange Heimlichtuerei der schlimmere Schock, wenn die Tarnung plötzlich auffliegt.

Es besteht immer das Risiko, gerade in einer Beziehung, dass sich Dinge für immer ändern. Dass es vielleicht sogar zu einer Trennung kommt. Daher ist das Outing nicht nur eine Frage des Mutes, sondern muss auch mit viel Fingerspitzengefühl und Empathie erfolgen.

Wie gehe ich’s an?

Euer Outing hat mehrere Aufgaben.

1. Informieren
Euer Gegenüber möchte verstehen, was das Crossdressen bedeutet. Mit großem Fokus auf eure persönliche Gefühlswelt. Wer sich nicht mit dem Thema auskennt, denkt vielleicht zuerst an einen Fetisch. Besprecht offen, was es für euch bedeutet.

2. Sorgen nehmen
Die Sorgen und Ängste können vielschichtig sein, und können von eurem Gegenüber vielleicht gar nicht in Worte gefasst werden. Schließlich ist gerade eine große Bombe geplatzt, das muss erst mal verarbeitet werden. Aber ihr könnt vielleicht erahnen, was diese unausgesprochenen Ängste sind.
Manche Partner/innen fürchten vielleicht, dass sie euch verlieren. Dass sich auf einen Schlag alles ändert. Andere schämen sich vielleicht im Voraus, weil sie denken, ihr erscheint wie eine Domina gekleidet beim nächsten Elternbesuch. Seid da nachsichtig und verständnisvoll gegenüber Vorurteilen, schließlich hat euer Gegenüber wahrscheinlich nur eine Hand voll Eindrücke aus den Medien zu diesem Thema griffbereit.

3. Gemeinsam Wünsche und Grenzen definieren
Das muss nicht sofort geschehen, sollte aber der nächste Schritt sein. Findet heraus, wie ihr euch gegenseitig unterstützen könnt und respektiert, wenn es irgendwo Grenzen gibt. Gegenseitige Rücksichtnahme ist sehr schön und sollte für beide spürbar sein.

Meine Tipps

Nun kommen einige Tipps zur besagten Strategie :)
Ich gehe in erster Linie vom Beziehungskontext aus, da das sicher für die meisten das wichtigste Outing ist. Bei Eltern und Freunden gibt es andere Prioritäten, die sich aber ableiten lassen.

Der richtige Moment
Wie gesagt, betrachtet das Outing nicht als großes Geständnis. Ihr seid nicht vor Gericht, ihr habt nichts verbrochen. Mit einer auswendig gelernten Rede und einem „Ich muss dir heute Abend was erzählen“ oder „Setz dich mal, wir müssen reden“, ladet ihr einen immensen Druck auf die Situation. Die Situation sollte so normal wie möglich sein, berichtet davon wie ihr von jeder anderen Sache berichten würdet, die euch Freude bereitet.
Der Unterschied ist lediglich, dass ihr Rücksicht auf die Gefühle des/der Partner/in nehmen solltet. Für ihn/sie ist das Thema meist nämlich allen voran unerwartet und nahezu unmöglich einzuordnen und zu verstehen.

Sexueller Kontext
Ich persönlich würde darauf verzichten, z.B. das Sexleben und Rollenspiele als Aufhänger zu nehmen. Selbst, wenn euer/e Lebenspartner/in das gut findet und mitmacht, heißt das nicht, dass er/sie auch im Alltag dafür Verständnis hätte.
Im Gegenteil, eure weibliche Seite könnte generell als Fetisch missverstanden werden, als ginge es nur um einen sexuellen Kick auf offener Straße.

Das ist natürlich etwas anderes, wenn das Crossdressen tatsächlich sexuellen Kontext hat, und als Fetisch eine Rolle spielt.

Fasching & Karneval
Anlässe, die lustige Verkleidungen zulassen, sind eine gute Gelegenheit, Kleider zu tragen, ohne dafür verurteilt zu werden. Ein Mann im Kleid ist ein großer Partyspaß und die meisten finden den Anblick im positiven Sinne lustig.
Hier steckt aber auch die Falle des Kontexts. Nur weil der/die Partner/in euch so gesehen hat und es sehr lustig fand, ist das abseits der Feierlichkeiten möglicherweise trotzdem ein No-Go.

Ich persönlich lehne zudem entschieden ab, dass jemand Eva für eine Verkleidung halten könnte. Wenn ich zu einem solchen Anlass ein für Frauen gedachtes Kostüm trage, dann möchte ich als eine Frau in Verkleidung wahrgenommen werden. Das hat natürlich viel damit zu tun, wie viel Wert man auf die eigene Identität legt, und wie respektvoll man mit dieser umgeht.

Trotzdem liegt hier eine Chance, abzuklopfen, wie der/die Partner/in generell reagiert und ob vielleicht eine harmlose Verkleidung schon ein Problem darstellt.

Fotos
Habt Fotos von euch griffbereit. Die meisten werden sich euch nicht im anderen Geschlecht vorstellen können und das Kopfkino malt sich das Schlimmste aus.
Setzt dabei am besten auf dezente und alltagstaugliche Fotos. Der erste Eindruck sollte nicht sein, wie ihr euch im Latex-Minirock auf dem Bett räkelt.

Manche haben vielleicht noch keine Fotos, da sie aufgrund des fehlenden Outings noch nie komplett en femme gestylet waren. Daher …

Probiert das Crossdressen zunächst aus
Bevor ihr euch outet, solltet ihr unbedingt eine Möglichkeit finden, euch komplett zu stylen und in den Spiegel zu sehen.

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es weniger an meiner Gefühlswelt tut als ich vorher dachte. Ich fühle mich sehr wohl und schön und genieße jede Sekunde. Aber ich dachte vorher, ich wäre ein ganz anderer Mensch. Aber das ist bei mir nicht der Fall. Für mich ist das etwas Positives. Ich war halt vorher auch schon ein bisschen Eva :)

Findet für euch heraus, ob das Gefühl das ist, was ihr sucht. Und ob es überhaupt ein Outing rechtfertigt. Eine super Lösung sind dafür Crossdressing-Services, die euch von oben bis unten komplett verwandeln. Dann habt ihr Gewissheit, dass ihr gut gestylet seid. Meist kann man auch direkt ein Shooting dazubuchen.
Auch eine normale Visagistin kann mit einem Make-up Wunder wirken, wenn ihr bei der Kleidung keine Unterstützung braucht.

Nicht mit der Tür ins Haus fallen!
Ich würde empfehlen, behutsam vorzugehen. Wenn ihr z.B. eine Schocktherapie plant und den/die Partner/in zu Hause ohne Vorwarnung en femme begrüßt, kann das schnell nach hinten losgehen.

Fotos haben eine gewisse Distanz, man kann wegschauen, wenn es zu viel wird. Aber wenn ihr komplett gestylet diese Diskussion führen müsst, kann das sehr wehtun, wenn der/die Partner/in mit dem Anblick nicht gut umgehen kann.

Die erste Begegnung en femme sollte einige Tage oder Wochen später erfolgen, nachdem alles Zeit zum Sacken hatte, oder der/die Partner/in von selbst gern sehen möchte, wie ihr ausseht.

Die gemeinsam-ausprobieren-Taktik
Gerade, wenn ihr noch nicht viel Erfahrung im Crossdressen habt, ist es vielleicht eine Möglichkeit, das einfach zum Spaß mal gemeinsam auszuprobieren. Ganz ohne über Identitäten und Neigungen zu sprechen, sondern nur über die Verwandlung an sich.

Viele Frauen haben einen großen Spaß dabei, Männer als Frauen zu stylen. Es gibt eine gewisse Hemmschwelle, wenn es um den eigenen Partner geht. Und, wenn die Partnerin bei einem solch harmlosen Experiment schon vehement abblockt, habt ihr eine Vorwarnung.

Sollte es gelingen, involviert sie gern emotional. Überlegt euch gemeinsam einen Namen, lasst sie ggf. entscheiden, sprecht darüber, was euch an eurem Anblick gefällt, usw. Und, dass ihr das ja mal wieder machen könntet. Von da an könnt ihr aufbauen. So hat eure Partnerin beim richtigen Outing viel mehr Kontext, denn sie war bei eurer (ersten) Verwandlung live dabei und hat vielleiht auch gemerkt, wie wohl ihr euch fühltet.

Zeit zum Nachdenken lassen
Auch nach einem positiven Ausgang des Gesprächs ist euer/e Partner/in möglicherweise noch sehr durcheinander. Ihr solltet also vielleicht nicht am gleichen Abend schon durch das Wohnzimmer stöckeln. Lasst Zeit zum Nachdenken und seid bereit, wenn neue Fragen auftauchen.
Ich bin sicher, dass ihr möchtet, dass das Crossdressen innerhalb der Beziehung ein normaler Bestandteil ist. Dann sollte sich auch wirklich nicht von einem Tag auf den anderen alles ändern. Entwickelt euch (gemeinsam) langsam und behutsam und schaut immer links und rechts, wie es dem/der Partner/in dabei geht. Tretet lieber zu oft als zu selten auf die Bremse und redet miteinander :)


Schlusswort

Das sind meine Gedanken. Ich selbst hatte viel Glück, ein offenes Umfeld zu haben, das positiv und mit viel Unterstützung reagiert hat. Das ist nicht selbstverständlich. Allerdings kann man mit der richtigen Herangehensweise viele Sorgen nehmen und eine gemeinsame Lösung finden. Versucht, herauszufinden, welche Sorgen eure Liebsten haben könnten und denkt daran, dass es im Moment eures Outings nicht nur um euch geht, sondern dass euer Gegenüber sehr viele Gefühle auf einen Schlag durchleben wird. Mit der richtigen Herangehensweise klappt’s aber bestimmt :)

Liebe Grüße
Eva
kathrin84
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Re: Das Outing - Tipps für Crossdresser

Post 2 im Thema

Beitrag von kathrin84 »

Hallo Eva,

Vielen Dank für den tollen Post. (flow) (flow) (flow)
Damit und mit den PN hast du mir sehr weiter geholfen.

(super)

Liebe Grüße
Kathrin
--make it shine--
Friederike
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Re: Das Outing - Tipps für Crossdresser

Post 3 im Thema

Beitrag von Friederike »

Hallo Eva,
Vielen Dank für die Hinweise. Ich bin zwar bei meiner Familie schon durch wie man so schön sagt aber noch nicht bei Freunden und Bekannten.

LG
Friederike
Der steilste Weg ist irgendwann zu Ende.
Katja S.
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Re: Das Outing - Tipps für Crossdresser

Post 4 im Thema

Beitrag von Katja S. »

Hallo Eva,

da hast du viele Aspekte sehr gut dargestellt!

Danke.

Katja
Sarah_78
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Re: Das Outing - Tipps für Crossdresser

Post 5 im Thema

Beitrag von Sarah_78 »

Hallo Eva,
das ist ein klasse Beitrag.
Werd mir glaub ich einiges zu Herzen nehmen.

Gruß Sarah
Liebe Grüße Sarah
lillilycra
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Re: Das Outing - Tipps für Crossdresser

Post 6 im Thema

Beitrag von lillilycra »

Hallo Eva,

Du hast mir sehr geholfen mit Deinem Thread 🤩 hab Ihn jetzt erst entdeckt.
(fwe3)
Deine Beschreibungen und Ideen
bestärken mich weiter zu gehen, nicht mit der Tür ins Haus fallen und „einfach“ immer mit der Möglichkeit sich zurück zu ziehen offen lassen.
))):s
Ich hab oft überlegt wie ich meine Wünsche meiner Liebsten irgendwie näher bringen kann. Ein professionelles Shooting und Styling ist glaube ich ein perfekter guter Weg.

Ich hatte bisher einige Kontakte und möchte das auf gar keinen Fall heimlich tun.
Der richtige Moment muss kommen und dann wird sie hoffentlich Verständnis von ihrer Seite zeigen und besser verstehen wie ich ticke. Ich möchte Sie auf gar keinen Fall verlieren.

Viele liebe Grüße
Lilli
„Ein Tag ohne das Gefühl der schönen Wäsche auf der Haut ist ein verlorener“
Lina
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Re: Das Outing - Tipps für Crossdresser

Post 7 im Thema

Beitrag von Lina »

Das mit den Fotos kann ich absolut unterschreiben. Die Akzeptanz ist natürlich viel höher, wenn sie etwas optisch Ansprechendes sehen.
Es gibt auch eine weitere kleine "hinterhältige" Sache dazu: Es wird ja vom "Outing" - blödes Wort - also dem Comint-Out gesprochen. Man muss ja nicht alle über alles simultan informieren. Es gibt Leute, die vernünftig mit einer Information umgehen können, und es gibt welche, die es nicht können. Angenommen ich habe einen Kreis von Kollegen, die vielleicht - vielleicht auch nicht - davon erfahren oder erfahren sollen, dass ich mich als non-binary sehe und ich genauso oft in der Frauenrolle anzutreffen bin als in der Männerrolle. Von einigen weiß ich schon, dass sie dumm kommen werden, LGBT-phob usw., bei anderen bin habe ich eher Vertrauen.

Die Letztgenannten werden die Wahrheit Stück für Stück für Stück serviert bekommen - u.a. mit den Fotos. Die anderen werden erst komplett im Dunkeln gehalten. Wenn die es dann erst irgendwann mit bekommen, werden die eher positiv Gestimmten eher reagieren mit, "häh, wusstest du das nich mal", und die Negativ gestimmten haben keine wirkliche Chance die mit zu reißen.

Man soll ohnehin niemanden mehr über sich berichten, was dieser mit umgehen kann.
Tanja Stöckel
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Re: Das Outing - Tipps für Crossdresser

Post 8 im Thema

Beitrag von Tanja Stöckel »

Eva hat geschrieben: So 5. Dez 2021, 16:59 Der richtige Moment
Wie gesagt, betrachtet das Outing nicht als großes Geständnis. Ihr seid nicht vor Gericht, ihr habt nichts verbrochen.
... ja, das ist wohl richtig, aber trotzdem fühlt man sich so. Irgendwie ist es ja so was wie "fremd gehen". Beide Partner haben sich in ihrer Beziehung versprochen, immer vertrauensvoll und offen zu sein. Das klappt auch eigentlich immer, nur halt hier nicht. Dieses "Hintergehen", das ist eine Problem für die Partnerin, das Andere, dass sie nicht weiß, wie sie damit umgehen soll, dass ihr Mann plötzlich ihre Freundin sein soll und alles, was für sie normal ist, jetzt plötzlich auf den Kopf gestellt wird, weil der Typ meint, er müsste jetzt im Fummel rumlaufen und sich lächerlich machen. So oder ähnlich wird es sicherlich in den Köpfen unserer Partnerinnen vorgehen, wenn wir ihnen von unserem zweiten Ich erzählen.

Trotzdem danke für die guten Ideen, Tanja (has-o)
Ich war schon immer eine Frau, nur niemand konnte mich wirklich sehen.
Jetzt wird es Zeit, dass alle die Frau sehen, damit ich mich erkennen kann und so sein kann wie ich bin.
Gina1605
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Re: Das Outing - Tipps für Crossdresser

Post 9 im Thema

Beitrag von Gina1605 »

Hallo Eva..
Gratulation zu deinem phantastischen Beitrag.. Ich denke mal du hast alles angesprochen und perfekt erläutert.. Kann wirklich sehr hilfreich für viele sein, die diesen Schritt wagen wollen..
Ich habe diesen Schritt ja schon hinter mir.. War allerdings kein freiwilliges Outing.. Aber das steht ja nicht zur Debatte.. Aber ohne deinen Beitrag vorher gekannt zu haben.. Erkenne ich in deinem Beitrag sehr viele Ähnlichkeiten zu meinem Outing und der darauf folgenden Zeit..
Hast du wirklich sehr toll geschrieben

Lg Gina
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