Ablehnung gendergerechter Sprache in Thüringen
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Magdalena
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Ablehnung gendergerechter Sprache in Thüringen

Post 1 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

in Thüringen ist im Landtag der Antrag zu Ablehnung gendergerechter Sprache von der Opposition durchgenommen.



https://www.deutschlandfunk.de/thuering ... t-100.html

Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
Lina
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Re: Ablehnung gendergerechter Sprache in Thüringen

Post 2 im Thema

Beitrag von Lina »

Das passiert wenn man es übertreibt.
Schlechte Tendenz.

Genau wie bei dem ganzen lästigen "Woke" Trend: Man verlangt einfach diktatorisch einen bestimmten Sprachgebrauch, ohne sich jegliche Gedanken über den Kontext zu machen.

So geht was den Bach runter, was eigentlich eine positive Tendenz war.
Michi
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Re: Ablehnung gendergerechter Sprache in Thüringen

Post 3 im Thema

Beitrag von Michi »

Lina hat geschrieben: So 13. Nov 2022, 14:20 Man verlangt einfach diktatorisch einen bestimmten Sprachgebrauch
Diese Behauptungen höre und lese ich immer wieder. Aber: Wer verlangt das denn?
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Olivia
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Re: Ablehnung gendergerechter Sprache in Thüringen

Post 4 im Thema

Beitrag von Olivia »

...und interessant ist doch hier auch, dass CDU und AFD zusammen den Antrag durchgebracht haben...

Nachtigall ich hör dir trapsen...
Lina
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Re: Ablehnung gendergerechter Sprache in Thüringen

Post 5 im Thema

Beitrag von Lina »

MichiWell hat geschrieben: So 13. Nov 2022, 14:58
Lina hat geschrieben: So 13. Nov 2022, 14:20 Man verlangt einfach diktatorisch einen bestimmten Sprachgebrauch
Diese Behauptungen höre und lese ich immer wieder. Aber: Wer verlangt das denn?

Die, die sich als woke betrachten z.B.
Die, die andere in social Media anprangern, weil sie angeblich ein falsches Wort benutzt haben, oder das falsche Kleid oder Frisur getragen, die nicht meinen, dass man im Kindergarten Weihnachten vorfeiern kann, weil zwei der Kinder aus einer muslimischen Familie sind, usw., usw., usw.
Das ist alles Teil derselben Mentalität.

Das kotzt allmählich so viele Leute an, dass sie sich gegen alles in diese Richtung streuen: Vorgeschriebener Sprachgebrauch I'm Unternehmen mit Sternchen, auch da wo es tatsächlich Sinn gemacht hätte.
Es ist ja komplett egal, ob ich "Verkehrsteilnehmer" oder "Verkehrsteilnehmer*innen" schreibe, weil das ist nun Mal das generische Maskulinum. Keiner Frau, keinem Mädchen wird dadurch suggeriert, dass sie nicht am Strassenverkehr Teil nehmen dürfen

Aber der Fokus auf so was wie Ärzt*in oder Pilot*in was sonst einen destruktiven suggestiven Effekt, geht dann allmählich den Bach runter, weil 90% davon einfach nur nervt.
Jaddy
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Re: Ablehnung gendergerechter Sprache in Thüringen

Post 6 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Studium der Quellen ist häufig erhellend. Hier der Originaltext der CDU-Fraktion:
https://parldok.thueringer-landtag.de/P ... prache.pdf

Er beginnt nicht nur mit seltsam populistischen Argumenten(1), sondern auch mit unsinnigen Behauptungen(2) und Forderungen(5), die durch den eigenen Antrag darunter sogar konterkariert werden.

Denn statt sich aus Sprachvorgaben wirklich heraus zu halten - "Sprache wird von Menschen gelebt. Sie entwickelt sich aus dem Leben und verändert sich fortwährend. Gesellschaftlicher Wandel, generationsspezifische Kommunikation, wissenschaftliche, technische und globale Entwicklungen machen diesen ständigen Veränderungsprozess erforderlich." - wird gerade dieser Wandel allen Behörden untersagt.

Es soll sogar verfassungsrechtlich höchst bedenklich auf Hochschulen und öffentlich-rechtlichen Rundfunk eingewirkt und ihre Teilnahme an "dem städigen Veränderungsprozess" verhindert werden. Hier darf der Landtag aber ziemlich sicher gar nichts verbieten (ZDF). Stichworte Freiheit der Presse (Redaktionen), Hochschulen und Wissenschaften.

Sorry, aber genau das bedeutet, "diktatorisch einen bestimmten Sprachgebrauch" zu verlangen, bzw zu erwingen, wo vorher keineswegs irgendeine Soll-Vorgabe existierte.

Ja, wirklich: Weder existierte eine Verpflichtung zur Verwendung von Sternchen o.ä., noch sollte sie eingeführt werden. Alle Behörden sollen bei ihrer Kommunikation eh die aktuellen Vorgaben des Rats für deutsche Rechtschreibung beachten.

Tatsächlich haben CDU mit Unterstützung der Faschisten(*) mit Pomp verfestigt, was eh galt, nichts abgewendet, was irgendwie gedroht hätte, darüber hinaus aber sinnlose, weil rechtswidrige Forderungen erhoben UND genau das getan, was sie anderen fälschlicherweise unterstellen, nämlich Sprache von oben herab zu regulieren. Populistischer Theaterdonner, leider mit dem fatalen Signal, sich Unterstützung von Faschisten zu holen. Und der Effekt ist altbekannt: Wenn sich bürgerliche Parteien mit Faschisten gemein machen, verlieren sie letztlich Stimmen an die Faschisten.


(*) doch, Höcke und seine Fraktion dürfen gerichtlich bestätigt Faschisten genannt werden.
Lina
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Re: Ablehnung gendergerechter Sprache in Thüringen

Post 7 im Thema

Beitrag von Lina »

Das mit dem Populismus ist ein wichtiger Punkt.

Es kommt immer wieder zu Situationen, selbst die ganz Moderaten auf einzelne Punkte mit Populisten einig sind. Wenn es zu oft passiert, ist es immer ein Zeichen, dass von irgend einer Seite etwas falsch gemacht wurde oder wird.
Plisseedreher70
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Re: Ablehnung gendergerechter Sprache in Thüringen

Post 8 im Thema

Beitrag von Plisseedreher70 »

Ich bin voll für die Gendersprache, da es abends nach einem Bier noch zusätzlich ein
Bier'innen gibt.
Spaß beiseite: die Gendersprache ist ein Schwachsinn ohnegleichen, die fast niemand will.
Das sagt sogar meine Schwester, die Deutschlehrerin war!
Bin Mann, bleibe Mann, aber festliche Glanzkleider überziehen ist für mich berauschend!
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Re: Ablehnung gendergerechter Sprache in Thüringen

Post 9 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Plisseedreher70 hat geschrieben: Mo 14. Nov 2022, 15:31 die fast niemand will.
Das ist sicherlich eine "unbelegte Meinung".
conny
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Re: Ablehnung gendergerechter Sprache in Thüringen

Post 10 im Thema

Beitrag von conny »

Karla
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Re: Ablehnung gendergerechter Sprache in Thüringen

Post 11 im Thema

Beitrag von Karla »

Lieber Plissi,
Du hast Dein Berufsleben wohl hinter Dir, Deine Schwester ja auch:
Frauen, die aktuell von Gender-Pay-Gap und beruflicher Diskriminierung betroffen sind, sehen das tendenziell anders als alte, weiße Männer!

Bei mir, selbst auch von beidem nicht mehr betroffen, sorgt das Gerechtigkeitsempfinden und Solidarität mit den anderen Frauen dafür, daß ich das Wort "man"... inzwischen zu vermeiden versuche.
Plisseedreher70 hat geschrieben: Mo 14. Nov 2022, 15:31 Ich bin voll für die Gendersprache, da es abends nach einem Bier noch zusätzlich ein
Bier'innen gibt.
Spaß beiseite: die Gendersprache ist ein Schwachsinn ohnegleichen, die fast niemand will.
Das sagt sogar meine Schwester, die Deutschlehrerin war!
@conny: Umfrage im Auftrag der BILD...

Mittelhochdeutsch (so um 1250 - 1300 rum) spricht und versteht heute kaum ein Mensch mehr...
...und daß die Erde eine Scheibe ist, mußte mensch mal unter Strafandrohung glauben...
ÄrztINNEN durfte es vor 150 Jahren nicht geben
99 Ärtztinnen + 1 Arzt (männlich) sind 100 Ärzte!!!
...ich hör hier auf...

LG Karla
Zuletzt geändert von Karla am Mo 14. Nov 2022, 16:23, insgesamt 2-mal geändert.
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
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Re: Ablehnung gendergerechter Sprache in Thüringen

Post 12 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Ich will nicht "Erbsen zählen"; aber mit 26,4% der Wählerstimmen kannst du heute schon einen Bundeskanzler stellen (Wahl 2021) und gefeiert haben sie bestimmt "ganz viele Stimmen" (smili)
conny
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Re: Ablehnung gendergerechter Sprache in Thüringen

Post 13 im Thema

Beitrag von conny »

@Anne-Mette,
ja, aber für die Wahl dazu brauchte es noch" ein paar" andere Unterstützer. (moin)
Karla hat geschrieben: Mo 14. Nov 2022, 16:03 @conny: Umfrage im Auftrag der BILD..
Andere Umfragen kommen zu ähnlichen Ergebnissen, ältere lagen bei rd 65%
Jaddy
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Re: Ablehnung gendergerechter Sprache in Thüringen

Post 14 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Drei Punkte möchte ich noch mal herausheben, weil sich hier offenbar einige hämisch die Hände reiben und meinen, zukünftig alle sprachliche Gleichstellung ignorieren zu dürfen. Dem ist mitnichten so.

Erstens ist der Effekt des generischen Maskulin inzwischen psycholinguistisch ausreichend belegt. Beispiel? "Treffen sich zwei Piloten. Sagt ein Pilot: Hätten Sie auch nicht gedacht, dass dies zwei Frauen sind, oder?". Heisst: Ob wir wollen oder nicht, unsere Hirne konstruieren in der Regel aus maskulinem Genus (<-Grammatik) maskuline Vorstellungen. Das hat gesellschaftliche Folgen im "Mitdenken" und "Zutrauen". Das kann sich eins anders wünschen - "ich möchte als Pilot angesprochen werden, um eben nicht herausgehoben zu werden" - aber die Realität und die Folgen sehen anders aus.

Zweitens ist der Antragstext bei allem Populismus geschickt genug formuliert, um nicht offensichtlich verfassungsmässig garantierte Gleichstellungsrechte zu verletzen. Es geht im Text nämlich lediglich um Sternchen und andere Zeichen. Aber "alle Menschen sollen sensibel entsprechend ihrem Geschlecht angesprochen werden. Hierbei handelt es sich um eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht durch verordnete und in der Bevölkerung nicht akzeptierte Abweichungen von orthographischen Regeln erzwungen werden kann." (Punkt 5)

Daraus ergibt sich drittens, dass der Anspruch aller Menschen auf respektvolle sprachliche Repräsentation und Gleichstellung aller Gender natürlich weiter bestehen bleibt, weil durch Grundgesetz garantiert und durch AGG präzisiert. Der Titel des DLF-Beitrags ist deshalb irreführend: Staatliche Stellen sind nach wie vor verpflichtet, geschlechtergerechte Sprache zu verwenden. Nur ohne Sternchen -¯\_(ツ)_/-¯ Im CDU-Text ist bspw von "Sprechenden" die Rede, was mich sehr hat schmunzeln lassen.

Denn, liebe binäre Menschen, egal wie viele Prozente dafür oder dagegen sind: Grundrechte gelten für alle. Wenn ihr ohne Sternchen schreiben bzw ohne Glottisschlag sprechen wollte, dann formuliert eben um. Aber so, dass Menschen wie ich, die quasi nur im Sternchen vorkommen, sprachlich mit enthalten sind. Darauf haben wir nämlich bei offizieller Kommunikation von Behörden und Firmen einen Anspruch. Generisches Maskulinum alleine und Zweinennung wie "Damen und Herren", bzw "Bürgerinnen und Bürger" sind eben auch gesetzlich nicht (mehr) hinreichend.

Ich persönlich finde ja kürzere Formen praktischer, also mit Sternchen oder -y :) Aber da seien allen selbst die Findung alternativer Formulierungen überlassen.
Magdalena
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Re: Ablehnung gendergerechter Sprache in Thüringen

Post 15 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

bei allem geht es um die richtige Ansprache von unterschiedlichen Menschen, also Frauen, Männern und Menschen, welche sich nicht in dieser Kategorie sehen.
Gleichzeitig soll es auch verständlich sein. Ähnlich, wie es schon auf einigen Webseiten möglich ist, "Leichte Sprache" auszuwählen. Texte, ob geschrieben oder gesprochen, müssen im Inhalt verstanden werden. Gendergerechte Sprache ist mit Augenmaß möglich. Da kommt es auf die Formulierung an.


Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
Gesperrt

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