IM STICH GELASSEN
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Annette
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Post 1 im Thema

Beitrag von Annette »

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Tja, so spielt das Leben. Gerade mache ich eine ziemlich üble Erfahrung. Eine jahrelange und bisher sehr gute Freundin macht jetzt ernst und will nichts mehr mit mir zu tun haben. Meine Freundschaft zu ihr war viel mehr als nur kameradschaftlicher Natur, wir haben sehr viel zusammen unternommen. Wie ich ist auch sie Radfahrerin, wir sind Tausende von km zusammen gefahren, haben in Hotels übernachtet, besuchten Restaurants, Konzerte, Kunstausstellungen, usw. Am wichtigsten jedoch: Von Anfang an ist sie Zeuge meiner Transition gewesen, war immer in alles eingeweiht und da war noch mehr…
Meine Frau sagte immer, da wäre "was am laufen." Und ja, aufgrund ihrer eigenen Neigungen hatte ich große Hoffnungen…
Dann kam meine GaOP. Als ich wieder zuhause war, natürlich wusste sie das, klopfte ich bei ihr an (Whats App). Zwei Wochen keine Antwort. Erneuter Versuch, ich fragte, ob wir uns treffen wollen, sie antwortete ja gerne, aber jetzt keine Zeit, doch in einigen Tagen würde sie sich melden. 6 Wochen Funkstille! Vielleicht ist solch ein Verhalten ja nichts Neues. Vor meiner OP war ich für meine Freundin irgendwie "exotisch" gewesen und ganz "interessant". Nun aber bin ich nur noch eine ganz normale Frau, also nicht mehr so "interessant." Vielleicht möchte sie ihre lesbischen Neigungen ja auch verstecken, möchte deswegen nicht mehr mit mir gesehen werden. Vor zwei oder drei Wochen habe ich sie gefragt (immer via Whatsapp), ob was schief gelaufen sei. Ob es wegen meiner OP sei. Lange keine Antwort, dann nur ein "Nein". Weitere meiner Fragen wurden ignoriert oder mit fadenscheinigen Ausreden abgeschmettert. Heute ein letzter Versuch, nichts, dann meine letzte Nachricht an sie: "Ich habe nun verstanden. Alles Gute."

Ich finde das alles sehr schade, und nicht in Ordnung. Die verlorene Beziehung stört mich nicht mal so sehr, aber der Verlust einer guten und langen Freundschaft schmerzt dafür umso mehr. Ich bin traurig und enttäuscht.

Annette CS
Juliane
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Re: IM STICH GELASSEN

Post 2 im Thema

Beitrag von Juliane »

Liebe Annette.

Nach soviel Anerkennung und so viel Verständnis, schmerzt es jetzt sicher um so mehr, so etwas negatives zu erleben.
Aber das war ja, wenn du ehrlich bist, irgendwann auch zu erwarten. Nicht alle Menschen in unserem Umfeld können
wir mitnehmen auf unserer Reise.
Freue dich, dass deine Familie so mitzieht, dass es, wie du ja an anderer Stelle schreibst, bisher größtenteils so toll
gelaufen ist.

Den Einen oder die Andere müssen wir wohl abschreiben, wenn es auch schmerzt. Das war bisher auch meine Erfahrung
mit der Teilzeitfrau Juliane. Aber die zwei "Freunde" die ich verloren habe, waren scheinbar doch keine. Und dass mein einer
Neffe komisch reagiert, und mir nicht einmal die Chance gibt, mich ihm vorzustellen, kann ich verschmerzen.

Gleichzeitig freue ich mich über das große Interresse und die Zuneigung, die mir beispielsweise von meinen Großnichten
entgegen gebracht wird. Sie fragen schon einmal vorher explizit, ob zu einer Familienfeier nicht lieber ihre "Tante Juliane"
kommen möchte. Aber auch die restliche Familie, die gro0e Sippe und die allermeisten Freunde kommen mit der Teilzeitfrau
gut zurecht. Und das scheint mir doch ein wenig schwierig, denn sie wissen oftmals vorher nicht wer kommt.

Weiterhin alles Gute auf deinem Weg,
Juliane
Die mich kennen mögen mich. Die mich nicht mögen können mich. Frei nach Konrad Adenauer
Anne-Mette
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Re: IM STICH GELASSEN

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Abend Annette,

so eine Erfahrung machen wir wohl alle mal - vielleicht sogar mehrmals. Es kann die verschiedensten Ursachen haben; eine Transsexualität muss dabei nicht unbedingt eine Rolle spielen.
Manche Menschen haben auch genug mit sich selbst zu tun und es ist für eine Weile oder dauerhaft für andere keinen Platz.
Ich hatte ein ähnliches Erlebnis - und ich konnte nicht in Erfahrung bringen "an was es gelegen hat".
Natürlich möchte ich Menschen, die mit mir zu tun haben, Luft für ihr eigenes Leben lassen und ich bin bestimmt nicht "Sternzeichen Klette".
Ich baue auch manchmal Mist und manche Menschen können mit meinen vorherrschenden Themen nicht viel anfangen auf Dauer. Dabei bemühe ich mich um Vielfältigkeit und kann zur Not sogar ein wenig über Fußball reden (smili)
Verluste tun weh, ganz gleich aus welchem Grund sie zu beklagen sind.
Ich wünsche dir, dass du gut darüber hinweg kommst (dr)

Herzliche Grüße
Anne-Mette
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Re: IM STICH GELASSEN

Post 4 im Thema

Beitrag von Marit »

Liebe Annette,

jetzt bin ich schon wieder da und muss sagen, dass ich dieses Gefühl leider auch kenne.

Ich hatte neben meiner Lebenspartnerschaft auch noch eine andere Beziehung, vielleicht weil ich zwei Herzkammern habe.
Das hatte nichts mit Untreue zu tun, meine Partnerin wusste Bescheid und hat auch meinen Liebeskummer live erlebt, als das vorbei war.
Ich kannte sogar den Grund, doch das hat es nicht leichter gemacht.

Daher kann ich dir sagen, dass deine Entscheidung, für dich einen Schlussstrich zu ziehen schmerzhaft und doch richtig ist.
Es wird eine Weile weh tun und irgendwann ist es eine wehmütige Erinnerung.
Mein Wahlspruch 'Nichts ist für immer' resultiert genau aus dieser Erfahrung und er hat eine sehr tröstliche Seite: sicher ist unser Glück nie von Dauer, das wissen wir aus Erfahrung. Andererseits ist auch unser Schmerz begrenzt und geht irgendwann vorüber.

In diesem Sinne sei ganz lieb gegrüßt und umarmt.
Marit
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Re: IM STICH GELASSEN

Post 5 im Thema

Beitrag von Céline »

Hallo Annette,
Vielleicht hat Deine Freundin selbst gerade Probleme und braucht Zeit für sich. Ich würde nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Manchmal sehen wir Dinge falsch und interpretieren etwas hinein was vielleicht gar nicht existent ist.
Mir ist das ganze leider selbst passiert. Meine Beste Freundin die ich vor 2 Jahren kennen gelernt habe und ich haben leider auch keinen Kontakt mehr obwohl wir nächtelang zusammen durchgetanzt haben. Leider....
Aber etwas möchte ich noch anmerken obwohl mir bestimmt nicht viele zustimmen werden.
Wir verändern uns selbst oft massiv und merken nicht das sich unser Verhalten nicht immer positiv verändert. Ich habe gelernt auch wenn es schwierig ist auch bei mir Fehler in solchen Situationen zu suchen und mir einzugestehen.
Aber vielleicht ist es bei dir Annette ja letztlich doch ein Missverständnis und alles wird gut.
Ich drücke dir die Daumen.
Liebe Grüße
Céline
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Re: IM STICH GELASSEN

Post 6 im Thema

Beitrag von Bibi-Melina »

Hallo Anette

ja das ganze kenne ich auch sehr gut
ich hatte auch einen guten kumpel gehabt wir waren jahrelang befreudnet sind auf deustch durch dick und dünn
gegangen hat auch zum größtenteils meine transition mit gemacht und nach der op? nix aufeinmal funkstille kam nix mehr
eine bekannte die mal den kumpel getroffen hatte sagte mir das er nicht mehr damit klar kam was ich da gemacht hatte
und damit war es vorbei

schade aber na ja

mit lieben gruß die Bibi-Melina
Glaube an Wunder, Liebe und Glück! Schaue nach vorn und niemals zurück! Tu was du willst, und steh dazu, denn dieses Leben lebst nur du
Annette
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Re: IM STICH GELASSEN

Post 7 im Thema

Beitrag von Annette »

Juliane hat geschrieben: Do 22. Sep 2022, 19:26 Liebe Annette.

Nach soviel Anerkennung und so viel Verständnis, schmerzt es jetzt sicher um so mehr, so etwas negatives zu erleben.
Aber das war ja, wenn du ehrlich bist, irgendwann auch zu erwarten. Nicht alle Menschen in unserem Umfeld können wir mitnehmen auf unserer Reise.
Liebe Juliane,

danke für deine Antwort. Normalerweise kann ich solche Reaktionen einfach wegstecken, denn solche Leute sind es eben nicht wert. Doch hierbei handelt es sich um den Verlust einer guten Freundschaft (das andere, meine Zuneigung lasse ich mal), und solch einen Verlust schmerzt. Aber ich wäre nicht Annette, wenn ich nun deswegen den Kopf hängen liesse, im Kopf hab ich mich bereits damit abgefunden, und das Herz wird bald nachziehen.

Danke auch für dass du deine Erlebnisse hier teils, das freut mich sehr.

Liebe Grüsse,
Annette CS
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Re: IM STICH GELASSEN

Post 8 im Thema

Beitrag von Annette »

Anne-Mette hat geschrieben: Do 22. Sep 2022, 19:28 Guten Abend Annette,

so eine Erfahrung machen wir wohl alle mal - vielleicht sogar mehrmals. Es kann die verschiedensten Ursachen haben; eine Transsexualität muss dabei nicht unbedingt eine Rolle spielen.
Manche Menschen haben auch genug mit sich selbst zu tun...
Liebe Anne-Mette,

dessen bin ich mir bewusst, solche Erfahrungen gehören zum Leben, und gelegentliches, enttäuschendes Verhalten scheint in der Natur des Menschen zu liegen. Ich bin weit davon entfernt, deswegen jetzt Trübsal zu blasen, aber halt traurig, im Moment. Aber es wird wieder! Es wird, denn ich habe während meiner gesamten Transition Unglaubliches erlebt, in punkto Toleranz und Unterstützung. Tolle Erfahrungen mit vielen Leuten, Erinnerungen die ich nicht vergessen werde, und da will ich mich von einer einzelnen persönlichen Enttäuschung nicht umhauen lassen. Und die Option einer anderen Ursache, oder gar eines Missverständnisses besteht weiterhin. Für einen klärenden Dialog werde ich immer offen sein. So weit alles klar, aber einige Tränen fliessen trotzdem.

Und vielen lieben Dank, dass du auch etwas von deinen Erfahrungen hier berichtest, das hat mich aufrichtig gefreut. Danke für den Trost!

Gruss aus Luxemburg,
Annette CS
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Re: IM STICH GELASSEN

Post 9 im Thema

Beitrag von Annette »

Marit hat geschrieben: Do 22. Sep 2022, 22:03 Liebe Annette,

jetzt bin ich schon wieder da und muss sagen, dass ich dieses Gefühl leider auch kenne.

Ich hatte neben meiner Lebenspartnerschaft auch noch eine andere Beziehung, vielleicht weil ich zwei Herzkammern habe.
Das hatte nichts mit Untreue zu tun, meine Partnerin wusste Bescheid und hat auch meinen Liebeskummer live erlebt, als das vorbei war.

In diesem Sinne sei ganz lieb gegrüßt und umarmt.
Marit
Liebe Marit,

wie es ausschaut, bin ich ja alles andere als allein, was dieses Thema betrifft. Ich sollte mich nicht zu sehr beschweren, aber grossen Dank für die Anteilnahme.

Desweiteren kann ich als eingefleischte Eisenbahnerin nur bestätigen: es kann sehr vorteilhaft sein, "zweigleisig" zu fahren, auch im Beziehungsleben. Meine eigene Mitbewohnerin (Noch-Frau) erlebt das alles ja auch gerade mit, und sie versteht mich.

Ganz liebe Grüsse und Umarmung zurück!
Danke dass du an mich dachtest!

Annette CS
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Re: IM STICH GELASSEN

Post 10 im Thema

Beitrag von Annette »

Céline hat geschrieben: Do 22. Sep 2022, 22:29 Hallo Annette,
Vielleicht hat Deine Freundin selbst gerade Probleme und braucht Zeit für sich. Ich würde nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Manchmal sehen wir Dinge falsch und interpretieren etwas hinein was vielleicht gar nicht existent ist.
Hi Céline

Keine Sorge, Flinte hab ich keine und Korn kommt mir nicht in die Tüte, bin ja keine von der "Loden-Mafia", hihi.
Aber ja, die Möglichkeit eines Missverständnisses besteht immer und meine letzte Nachricht an sie lässt Raum für diese Option. Wenn es eine Fehlinterpretation meinerseits sein sollte, so wird sie sich melden. Aber bis dahin versuche ich keine weiteren Gedanken darüber zu verschwenden. Es ist nämlich so: Ich mache mir keine Illusionen mehr und nehme das wie's kommt.

Viele liebe Grüsse und
"bis ans Ende der Nacht"

Annette CS
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Re: IM STICH GELASSEN

Post 11 im Thema

Beitrag von Aria »

Huhu Annette, das ist natürlich keine schöne Art und Weise, jemanden einfach so ohne Erklärung gehen zu lassen - neudeutsch: ghosting.
Wenn ich ehrlich bin, habe ich das auch schon gemacht und hatte schon ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Aber manchmal geht es einfach nicht anders, zB dann, wenn man keine Lust sich zu erklären hat. Und ich denke das hatte deine Freundin bestimmt auch. Weisst du, Leute kommen und gehen im Leben und je eher man das akzeptiert, desto einfacher fällt auch das 'gehen lassen'. Es muss sich nicht immer alles erklären, wieso, weshalb und warum. Das macht es denen, die immer alles gelöst haben wollen vllt. einfacher, ändert aber an der Tatsache nicht, dass es so ist, wie es ist. Verstehst du was ich dir damit sagen möchte?
Ich möchte dieses Verhalten nicht entschuldigen aber wenigstens um etwas Verständnis bitten. Nicht jeder hat es drauf, sich zu allem zu erklären und sich den evt. anfallenden Diskussionen auszusetzen. Jemanden diese Freiräume zu geben, kann evt. sogar dazu führen, dass es zu einem späteren Zeitpunkt wieder was mit der Beziehung werden kann. Ein klammern und auf einer Aussprache zu drängen, bedeutet eher das Gegenteil. Denn dann entsteht in demjenigen der ghostet einen Art von Erfüllungspflicht und die macht es am Ende nur noch leichter zu gehen. Wenn es so sein soll, werdet ihr euch wieder sehen. Wenn nicht, dann nicht und dann ist das auch besser so.
¡no lamento nada!
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Re: IM STICH GELASSEN

Post 12 im Thema

Beitrag von Annette »

Bibi-Melina hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 08:19 Hallo Annette

ja das ganze kenne ich auch sehr gut...

eine bekannte die mal den kumpel getroffen hatte sagte mir das er nicht mehr damit klar kam...
mit lieben gruß die Bibi-Melina
Morgen Bibi

zum einen finde ich es schön zu wissen, dass ich mit solchen Erfahrungen nicht alleine bin, was aber keineswegs bedeutet, dass ich nun deswegen eure eigenen, negativen Erfahrungen gutheissen würde. Auch bei dir, und den anderen tut mir all das sehr leid.

Das Beispiel mit deinem Kumpel,... wenn das bei meiner Freundin auch so sein sollte, und alle Zeichen deuten darauf hin, so kann ich dieses Ignoriertwerden und diese abrupte Kontaktverschlossenheit irgendwie verstehen. Der- oder diejenige, die ein Problem mit einer Transperson hat, möchte das natürlich auf keinen Fall zugeben, denn damit würde dieser Mensch sich ja selbst nicht gerade mit Ruhm bekleckern. Indirekt wäre es ein Geständnis der eigenen Intoleranz. Dazu noch das schlechte Gewissen, jemand anders vorsätzlich verletzen zu wollen. Nein, da wird die sich abwendende Person lieber passiv im Hintergrund und in Stillschweigen verharren. Bei einem eventuellen, späteren Dialog bestünde dann immer die Option, sich da herauszuwinden. Ich finde das zwar nicht ganz astrein, aber nachvollziehbar. Zum anderen aber finde ich es absolut nicht nachvollziehbar, eine(n) langjährige(n) Freund(in) einfach mal so fallen zu lassen. Damit ist klar, die ganze Freundschaft ist nicht mehr als ein Kartenhaus gewesen, das beim ersten lauen Lüftchen in sich zusammengestürzt ist. Schade darum!

Vielen Dank, liebe Melina, für deine Anteilnahme
und Gruss aus Luxemburg.

Annette CS
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Re: IM STICH GELASSEN

Post 13 im Thema

Beitrag von Bibi-Melina »

Annette hat geschrieben: Sa 24. Sep 2022, 09:29 er- oder diejenige, die ein Problem mit einer Transperson hat, möchte das natürlich auf keinen Fall zugeben, denn damit würde dieser Mensch sich ja selbst nicht gerade mit Ruhm bekleckern. Indirekt wäre es ein Geständnis der eigenen Intoleranz. Dazu noch das schlechte Gewissen, jemand anders vorsätzlich verletzen zu wollen. Nein, da wird die sich abwendende Person lieber passiv im Hintergrund und in Stillschweigen verharren. Bei einem eventuellen, späteren Dialog bestünde dann immer die Option, sich da herauszuwinden. Ich finde das zwar nicht ganz astrein, aber nachvollziehbar. Zum anderen aber finde ich es absolut nicht nachvollziehbar, eine(n) langjährige(n) Freund(in) einfach mal so fallen zu lassen. Damit ist klar, die ganze Freundschaft ist nicht mehr als ein Kartenhaus gewesen, das beim ersten lauen Lüftchen in sich zusammengestürzt ist. Schade darum!
hallo annette
das komsiche an der sache ist die nä/pä und hrt war alles kein proplem nur als ich die op gemacht hatte da war es vorbei wieso auch immer aber das andere war für die person kein thema gewesen na ja was solls ändern kann man auch nix mehr

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Re: IM STICH GELASSEN

Post 14 im Thema

Beitrag von Tira »

Hallo,
Es ist immer schwer zu sagen, was sich wie Auswirkt. Aber bei solch deutlichen Änderungen ist ja vielleicht manchmal der Freund/Freundin von Veränderungen persönlich betroffen, die garnicht absehbar war. Wir Beschäftigen uns jahrelang, ja vielleicht ein Leben lang mit unserer Sexualität und unsere Gegenüber werden durch solche Veränderungen vielleicht plötzlich persönlich betroffen. Ein Freund*in den man schon immer so gemocht hat, das man zusammen durch dick und dünn gegangen ist...Nun eine Freundin, die man immernoch mag und die Frage nach der eigenen Sexualität aufwerfen kann? Sowas kann viel Zeit und häufig leider auch Abstand benötigen. Ist nur so ein Gedanke, muß nicht zutreffen, könnte aber durchaus mit reinspielen.
Liebe Grüße Tira (flo)
Veränderungen können schön sein, wenn Frau sie nur zulässt.
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Re: IM STICH GELASSEN

Post 15 im Thema

Beitrag von Lana »

Menschen stoßen manchmal unvermittelt an die Grenzen ihrer eigenen Toleranz und Weltoffenheit. Oft sind Veränderungen im persönlichen Umfeld ein Auslöser. Nicht alle sind souverän genug, damit offen umzugehen.

Seit meinem Coming-Out ist das z. B. Thema bei einem sehr guten Freund von mir, der sich bis dahin sicher war, dass er Offenheit und Toleranz anderen gegenüber wirklich lebt (und was ich bestätigen würde). Dieses Selbstverständnis wird nun auf eine unerwartete Probe gestellt, weil sich tief in ihm ein Unwohlsein äußert, dass seine Toleranz untergräbt.
Da wir uns schon sehr lange und sehr gut kennen, haben wir gelernt, über alles offen zu sprechen. So kann er sein Unbehagen mit meinem neuen Äußeren thematisieren und ich kann reflektieren, was das in mir auslöst. Das wirkt dann wiederum auf ihn zurück und so nähern wir uns langsam einem tieferen Verständnis unseres Gegenübers.

Wenn auch nur einer der Beteiligten das Gefühl hat, dass dieser offene Austausch nicht funktionieren könnte, ist der Rückzug aus der Beziehung leider eine naheliegende Konsequenz. Schließlich möchte man dem Freund nicht unnötig Schmerzen zufügen, indem man sein eigenes Unbehagen (oder gar Ablehnung) offen äußert, noch möchte man sich unehrlich verhalten und eine heile Welt vorgaukeln.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
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