taz | Polizei und trans Personen: Aus Angst nicht zur Staatsgewalt
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Anne-Mette
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taz | Polizei und trans Personen: Aus Angst nicht zur Staatsgewalt

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

das ruft nach mehr Aufklärung; denn viele Inititiativen und Bemühungen der Staatsorgane sollten die Angst nehmen.

der taz-Artikel: https://taz.de/Polizei-und-trans-Personen/!5868605/
Patricia
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Re: taz | Polizei und trans Personen: Aus Angst nicht zur Staatsgewalt

Post 2 im Thema

Beitrag von Patricia »

Ich musste letztes Jahr zur Polizei um Kennzeichendiebstahl anzuzeigen. Ich kann bestätigen, dass der dgti-Ausweis der Polizistin (in Köln) nicht bekannt gewesen ist. Nach kurzer Aufklärung meinerseits wurde dieser jedoch akzeptiert und alles Weitere war reine Routine. Die Anzeige wurde auf meinen Wunschnamen gemacht, die "richtigen" Daten wurden nur aus rechtlichen Gründen erfasst.

LG
Patricia
Blossom
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Re: taz | Polizei und trans Personen: Aus Angst nicht zur Staatsgewalt

Post 3 im Thema

Beitrag von Blossom »

Mit Anzeigenerstattung bei der Kripo habe ich fast monatlich und dann gleich mehrfach zu tun. Inzwischen fragt mich der betreffende Hauptkommissar gar nicht mehr nach dem Zusatzausweis. Er kennt mich, lädt mich sogar zum Kaffee ein und erkundigt sich mit einem Schmunzeln, wie viele Anzeigen es dieses Mal werden. Allerdings hatte ich beim ersten Mal schon eine gewisse, zumindest gefühlte Scheu zur Polizei zu gehen.

Jetzt werden sich einige Fragen, warum ich da immer wieder und nahezu regelmäßig aufschlage. Leicht erklärt: Es geht um illegale Downloads meiner E-Books und/oder nicht nachgekommenen Take-Down-Meldungen. Natürlich weiß ich, dass ich hier einer Hydra die Köpfe abzuschlagen versuche, aber mehrfach ist es schon zu Verurteilungen und Schadensersatzzahlungen gekommen.
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
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Cybill
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Re: taz | Polizei und trans Personen: Aus Angst nicht zur Staatsgewalt

Post 4 im Thema

Beitrag von Cybill »

Zum n-ten Mal: Der Ergänzungsausweis im rechtlichen Kontext.

Der Ergänzungsausweis ist ein Hilfsmittel um Menschen, die sich in der Transition befinden und noch keine formalrechtliche Vornamens- und Personenstandsänderung haben, einen Umgang mit dem genutzten Namen und Personenstand zu ermöglichen.

Der Ergänzungsausweis begründet keinen Rechtsanspruch darauf, dass die darin aufgeführten Daten auch durch das Gegenüber genutzt werden!

Für alle formalrechtlichen Vorgänge gelten die rechtmäßigen Personendaten!

Die Ausstellung von Kreditkarten und Kontokarten, aber auch die von Gesundheitskarten aufgrund der Daten des Ergänzungsausweis liegt mindestens in einer rechtlichen Grauzone. Auch die beispielhafte Nutzung durch verschiedene Stellen begründet keinen Rechtsanspruch im aktuellen Fall.

Die Hinterlegung des Ergänzungsausweis im DOKIS dient lediglich dazu, dass eine Information über die Natur des Dokuments bei den Zugriffsberechtigten vorhanden ist. Wie damit umgegangen wird, liegt im Ermessen der zuständigen Behörde bzw. Person.

Um es kurz zu machen:
Rechtmäßige Dokumente stellt immer noch der Staat aus und nicht die dgti!

-Cy
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
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Re: taz | Polizei und trans Personen: Aus Angst nicht zur Staatsgewalt

Post 5 im Thema

Beitrag von Patricia »

Es hat hier doch niemand was anderes behauptet???

Woher kommt bei manchen Menschen eigentlich dieser bissartige Reflex das jedesmal gebetsmühlenartig zu wiederholen, wenn jemand was zum Ergänzungsausweis schreibt?

Es ging doch lediglich darum, dass der Ausweis der Polizei im Allgemeinem nicht sehr bekannt ist.

Es ist ein Dokument, welches auf Kulanz anerkannt wird, oder auch nicht. Aber es ist ein hilfreiches Dokument, insbesondere in Fällen in denen die Väpä nicht so einfach ist, wie bei mir.

Und nebenbei bemerkt, mir glaubt man eher wer ich bin, wenn ich den dgti-Ausweis zeige als wenn ich meinen Pass zeige.

LG
Patricia
Karla
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Re: taz | Polizei und trans Personen: Aus Angst nicht zur Staatsgewalt

Post 6 im Thema

Beitrag von Karla »

Velspol,.., haben den dgti-Ergänzungsausweis glücklicherweise ziemlich bekannt gemacht:
Auch ohne Ergänzungsausweis und ohne mitgeführten Führerschein - mit einem nicht auf mich zugelassenen Fahrzeug - habe ich eine nächtliche Kontrolle im Corona-Lockdown gut überstanden:
Die Beamtin hat mich sofort nach meinem Hinweis auf trans nur noch korrekt als Frau angesprochen.
(hat halt ca. 10 min gedauert, bis die Berechtigung meines "Zwillingsbruders" zum Fahren auf Gültigkeit überprüft war)
Cybill hat geschrieben: Mi 3. Aug 2022, 09:08 Um es kurz zu machen:
Rechtmäßige Dokumente stellt immer noch der Staat aus und nicht die dgti!

-Cy
..meine Bankcard lautet auf "Karla", Corona-App: Zertifikate für Zwillingsbruder und mich sind gespeichert - je 4-fach geimpft.
Bahnhofsmission München: Perso des Zwillingsbruders verursachte zunächst Probleme - dabei gibt es seit über 10 Jahren "staatlich geprüfte Frauen mit Penis" - Hinweis auf gelebte Rolle - incl. Oberweite und erlebtem cat-calling - haben mir dann doch einen Schlafplatz in einem nachts ungenutzten Büro gebracht - Hose hatte ich nicht dabei!
(das angedrohte "Blankziehen oben" war dann doch nicht erforderlich)

sonst: 2 Migrantinnen aus Syrien bzw. Irak haben mich inzwischen "als Schwester eingestuft".
Die Tochter der einen hab ich in Mathe und Englisch durch den Realschulabschluß gecoacht, die andere hat mit ihren Einkäufen in der Gluthitze den Weg zurück zur Unterkunft nicht mehr allein geschafft: hab die schwere Tasche halt auf mein Fahrrad gepackt...
...weibliche Solidarität - die auch ich als "trans-Mädel" schon öfters erfahren habe!


LG Karla
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Re: taz | Polizei und trans Personen: Aus Angst nicht zur Staatsgewalt

Post 7 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Karla hat geschrieben: Do 4. Aug 2022, 20:54"Karla"

Guten Abend,

ich habe das mal farblich gekennzeichnet, was ich eigentlich löschen wollte/sollte; denn es gehört hier nicht hin und zum Thema und ist wieder so ein "Beiwerk", das ich schon oft moniert habe.
Aber ich habe heute meinen "milden Tag".
ABER
So langsam denke ich, es ist Absicht von dir, immer wieder auf diese Art zu schreiben zurückzukommen.
Um es mal ganz deutlich zu sagen: es nervt mich!

Gruß
Anne-Mette
Cybill
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Re: taz | Polizei und trans Personen: Aus Angst nicht zur Staatsgewalt

Post 8 im Thema

Beitrag von Cybill »

Ich wiederhole es "gebetsmühlenartig" weil ich als Vorsitzende der dgti Berlin Brandenburg mindestens einmal pro Woche mit gefühlten Missachtungen des EA konfrontiert werde.

Es ist schön für jede Person, wenn im Einzelfall mehr als die Funktion als Hilfsdokument möglich ist. Das heißt aber nicht, dass dies immer und überall gilt.

Schönes Wochenende!

-Cy
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Re: taz | Polizei und trans Personen: Aus Angst nicht zur Staatsgewalt

Post 9 im Thema

Beitrag von Annette »

Guten Morgen

Der Titel "Aus Angst nicht zur Staatsgewalt" scheint mir etwas zu reißerisch. Klingt ja so, als benähmen sich die Beamten nur unfreundlich, diskriminierend, wenn nicht sogar gewaltbereit gegenüber ihren "Opfern".

Tatsächlich aber erweisen sich die Gesetzeshüter allesamt, einige wenige Querulanten ausgenommen, als sehr freundlich, verständnisvoll und zuvorkommend. Und zwar in allen west- und mitteleuropäischen Ländern. Zum Beispiel auch hier in Luxemburg, die meisten Polizisten sind ziemlich aufgeschlossen, gerade was den Kontakt zu Transpersonen angeht. War natürlich nicht immer so, ich erinnere mich an längst vergangene Tage, da gab's immer mal wieder Ärger, und solche Sprüche wie "A.C.A.B." sind damals an der Tagesordnung gewesen. Aber all das hat sich ja zum besseren gewendet, dank der Aufgeklärtheit und Aufgeschlossenheit der Gesellschaft. Treffe ich heute einen Polizeibeamten, so sehe ich nicht mehr das niederträchtige "Bullenschw"¦", sondern eine zumeist sehr freundliche Person, die meinen Respekt verdient. Was auch auf Gegenseitigkeit beruht.

Liebe Grüsse,
Annette
Karla
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Re: taz | Polizei und trans Personen: Aus Angst nicht zur Staatsgewalt

Post 10 im Thema

Beitrag von Karla »

Liebe Anne-Mette,
danke für den Hinweis: ich habe ein bißchen weit ausgeholt!
andererseits: Übergeordnetes Thema: Trans-Frau im Umgang mit Polizei, öffentlichen Institutionen und Migrantinnen...
...und Cybill hatte von Bankkarte,... angefangen!
Anne-Mette hat geschrieben: Do 4. Aug 2022, 21:22 ich habe das mal farblich gekennzeichnet, was ich eigentlich löschen wollte/sollte
Polizei:
https://www.netzwerk-lsbttiq.net/files/ ... AgL_BW.pdf Zitat:
2014 hatte die Polizei in Baden-Württemberg begonnen, Beamt_innen als feste Ansprechpersonen zu benennen. Zunächst nur zuständig als Kontakt für LSBT-Beschäftigte innerhalb der Polizei, stehen diese jetzt auch für Anfragen Betroffener ausserhalb der Polizei zur Verfügung. In allen Polizeipräsidien des Landes können die AgL Auskünfte und Hilfestellung geben. Kontakt zu den AgL sind hier zu finden.
Das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg dankt VelsPolBW für die wichtige Initiative und langjähriges Engagement!
Zitat Ende

Beim CSD hier in Stuttgart hat die Polizei vorbildlich auf uns aufgepaßt:
mit Schutzweste und Maschinenpistolen, aber ohne Helm: Gefahr wurde als wenn, dann von außen kommend gesehen
Auch die Kfz-Sperre vor dem Schloßplatz war aktiv und wurde von der Security nur kurzfristig für durchfahrende Busse deaktiviert:
DANKE!
Lkw-Attacken wie Breitscheidplatz oder Nizza wären nicht möglich gewesen!
(auch ein Pkw wär da nicht durchgekommen - hatten wir ja leider auch schon)
(AgL war mal: Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen, inzwischen Ansprechpartner für ALLE LGBTI*)

LG Karla
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