Hessenschau | Selbstbestimmungsgesetz Transfrauen: Weiblich genug für den Frauenbereich?

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Anne-Mette
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Hessenschau | Selbstbestimmungsgesetz Transfrauen: Weiblich genug für den Frauenbereich?

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Zum Beitrag: https://www.hessenschau.de/gesellschaft ... n-100.html

Die Aussagen im Artikel decken sich zu einem großen Teil mit Antworten, die ich zu den Fragestellungen erhalten habe.
Jasmine
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Re: Hessenschau | Selbstbestimmungsgesetz Transfrauen: Weiblich genug für den Frauenbereich?

Post 2 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Über vieles wird gesprochen, da möchte ich mal ein Beispiel aus meinem Leben geben. Eine Freundin von mir hat eine eigene Sauna im Haus. Da saßen wir bereits mit 5 Frauen drin. Keine meiner Freundinnen hatte bisher ein Problem mit mir. Nur zwei der Partner hatten sich anfangs ein wenig mokiert. Dies wurde aber in einer vernünftigen Diskussion aus der Welt geschaffen. Wenn wir die Sauna nutzen dürfen keine Partner (Männer) rein. Dies gilt dann auch für den kleinen Whirlpool. Auf der anderen Seite dürfen wir nicht rein wenn die Männer Sauna/Whirlpool nutzen.
Das ist die Akzeptanz die meine besten Freundinnen und besten Freunde mir entgegenbringen.
Natürlich würden das nicht alle meiner Freundinnen machen aber das ist für mich in Ordnung. Jeder Mensch setzt irgendwo Grenzen für sich selbst. Die Frage bist doch wie bin ich akzeptiert. Natürlich würde ich nie in eine öffentliche Sauna gehen. Nach der Gaop natürlich schon.
Liebe Grüße Jasmine
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Karla
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Re: Hessenschau | Selbstbestimmungsgesetz Transfrauen: Weiblich genug für den Frauenbereich?

Post 3 im Thema

Beitrag von Karla »

Mir hat das Verfassungsgerichtsurteil zum Thema Inter einen gewaltigen Auftrieb gegeben:
Nicht alle Menschen müssen ins binäre Raster passen und sich da hineinpressen lassen!
...und dies nehme ich seitdem auch für mich in Anspruch:
Ich habe z.Zt. keinen Körper, der ins binäre Raster paßt.
Dies ist für mich kein Grund mehr, auf einen Schwimmbadbesuch zu verzichten.
Seit die HET Wirkung zeigt, ist die Herrendusche für mich tabu, ganz zu Anfang war ich dort, obwohl bereits auf Badeanzug umgestiegen.
Gemischte Sauna erfordert natürlich etwas Mut, beim Schwimmen bin ich bereits aus dem überfüllten Textilbereich in die FKK-Zone ausgewichen.

LG Karla
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Martina-NB
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Re: Hessenschau | Selbstbestimmungsgesetz Transfrauen: Weiblich genug für den Frauenbereich?

Post 4 im Thema

Beitrag von Martina-NB »

Zitat aus dem Artikel:
" Einige Frauen nähmen Frauenbereiche und -zeiten gerade in Anspruch, um nicht mit dem Anblick männlicher Geschlechtsteile konfrontiert zu werden"

Verständlich.
Genauso gibt es aber trans Frauen (auch nicht-operierte), die den "Anblick männlicher Geschlechtsteile" vermeiden wollen.
Ein letztlich kaum lösbares Problem.
Und trans Personen eben eine kleine Minderheit darstellen, werden sie ggf. halt (weiterhin) auf einiges verzichten müssen.
heike65
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Re: Hessenschau | Selbstbestimmungsgesetz Transfrauen: Weiblich genug für den Frauenbereich?

Post 5 im Thema

Beitrag von heike65 »

Als Transfrau, sei es mit männlichem Genital, oder auch nicht, geht man in den Damenbereich, sei es Wc,Dusche,Umkleide oder Sauna.
Lara Celine
schau
 

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Re: Hessenschau | Selbstbestimmungsgesetz Transfrauen: Weiblich genug für den Frauenbereich?

Post 6 im Thema

Beitrag von Lara Celine »

heike65 hat geschrieben: Mi 3. Aug 2022, 10:12 Als Transfrau, sei es mit männlichem Genital, oder auch nicht, geht man in den Damenbereich, sei es Wc,Dusche,Umkleide oder Sauna.
Das würde ich(!) nicht pauschal unterschreiben wollen.

Wir erwarten von der Gesellschaft Akzeptanz und Toleranz.
Wir möchten als das Geschlecht angesehen werden als das wir uns empfinden.
Wenn wir aber, mit Schnippel, in die Damenumkleide, Damensauna oder Damendusche gehen, müssen wir damit rechnen das es Frauen geben wird, welche nicht voller Freude in die Hände klatschen wenn sie einen Schnippen zwischen unseren Beinen sehen.

Und dann sollte man auch die Toleranz zeigen diese dann zu verlassen.

Um dieser unangenehmen Situation und der Ablehnung zu entgehen, würde ich(!) in solchen Fällen nur dann entsprechende umkleiden nutzen wenn ich dort allein bin.
Ich möchte damit keineswegs sagen, das Transfrauen mit Schnippel nicht in die Damenbereiche dürfen oder sollten, sondern eher dafür sensibilisieren, dass nicht nur wir unsere präferierten Bereiche nutzen wollen, sondern auch daran denken das es ebendiese Trennung zwischen Mann und Frau nicht grundlos betrieben wurde und wird.
Natürlich möchte ich genauso frei leben wie eine Cis- Frau, aber ich BIN KEINE Cis- Frau. Und auch mit einer GAOP werde ich keine Cis- Frau. Aber dann komme ich einer sehr nahe. Deutlich näher als mit Schnippel.
Ich(!) möchte keiner Frau ungefragt meinen Schnippel präsentieren. Und auch sonst keinem Menschen.
Am liebsten würde ich ihn sofort los werden, aber darum geht es hier nicht.

Es geht darum was unser Recht ist und wann es sinnvoll ist dieses Recht einzufordern und wann nicht.
Und ich bin halt der Meinung das Menschen die Akzeptanz und Toleranz fordern, ebendiese dann auch als erstes zuteil werden zu lassen.

Herzlichst
Eure Johanna
Karla
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Re: Hessenschau | Selbstbestimmungsgesetz Transfrauen: Weiblich genug für den Frauenbereich?

Post 7 im Thema

Beitrag von Karla »

Das kann - m.E. sollte - frau vermeiden, indem sie das Höschen anbehält.
Wenn möglich, lasse ich einer cis-weiblichen Begleitung beim Betreten der Dusche den Vortritt.
Wenn vorhanden, nutze ich die Duschkabine, sonst halte ich möglichst viel Abstand.
Lara Celine hat geschrieben: Mi 3. Aug 2022, 10:45 Ich(!) möchte keiner Frau ungefragt meinen Schnippel präsentieren. Und auch sonst keinem Menschen.
LG Karla
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Re: Hessenschau | Selbstbestimmungsgesetz Transfrauen: Weiblich genug für den Frauenbereich?

Post 8 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Lara Celine hat geschrieben: Mi 3. Aug 2022, 10:45 Wenn wir aber, mit Schnippel, in die Damenumkleide, Damensauna oder Damendusche gehen, müssen wir damit rechnen das es Frauen geben wird, welche nicht voller Freude in die Hände klatschen wenn sie einen Schnippen zwischen unseren Beinen sehen.
Das genannte Teil muss ja nicht "präsentiert werden", sondern kann zurückhaltend verwaltet und verantwortlich beaufsichtigt werden.

Außerdem stellt sich für mich die Frage, wie weit meine Ansprüche gehen können, wenn ich "Gemeinschaftsräume" aufsuche.
Da ist so manche Begegnung möglich, die mir vielleicht nicht gefällt; aber ich bin dort eben nicht zuhause; da muss ich mich wohl damit abfinden, dass ich an diesen Orten auch Menschen begegne, auf die ich gerne verzichten würde.

Es gibt nun mal Varianten der Geschlechtsentwicklung und ich schaue auch nicht anderen Frauen zwischen die Beine, um zu sehen, welcher der vielen Varianten eines weiblichen Geschlechts sie angehören und nehme das zum Anlass, mich über Form, Aussehen und Größe zu wundern oder gar zu beschweren.

Gruß
Anne-Mette
Jasmine
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Re: Hessenschau | Selbstbestimmungsgesetz Transfrauen: Weiblich genug für den Frauenbereich?

Post 9 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Man muß hier kein Problem schaffen wo keines ist. Aus meiner Lebensrealität kann ich nur sagen, das ich diese Probleme bislang nicht hatte. In meinem Umfeld oder wenn ich unterwegs bin, hat sich durch mich bislang noch keine biologische Frau bedroht gefühlt.
Liebe Grüße Jasmine
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Re: Hessenschau | Selbstbestimmungsgesetz Transfrauen: Weiblich genug für den Frauenbereich?

Post 10 im Thema

Beitrag von Karla »

Die Kombination Pre-Op und Damen-Sauna ist vermutlich heikel! ...zumindest unbegleitet!
Ein Paar: cis- und trans-Frau - kommen wahrscheinlich durch: Die sind "versorgt" und eher nicht "auf Suche"!
Schwimmbad: Wenn ich es ohne Eklat ins Becken geschafft habe (ggf. mit "Schützenhilfe" einer cis-Frau), konnten ALLE die trans-Frau im Badeanzug wahrnehmen: Damen-Dusche, -WC: keine Frage mehr! - NEIN! - zu den Jungs pass ich nich mehr ab Cup AA!
Jasmine hat geschrieben: Mi 3. Aug 2022, 22:04 Man muß hier kein Problem schaffen wo keines ist. Aus meiner Lebensrealität kann ich nur sagen, das ich diese Probleme bislang nicht hatte. In meinem Umfeld oder wenn ich unterwegs bin, hat sich durch mich bislang noch keine biologische Frau bedroht gefühlt.
Liebe Grüße Jasmine
...ob bedroht oder unwohl gefühlt: inzwischen gibt es m/w/d!
...und seit über 40 Jahren bleibt trans-Frauen eigentlich nur der "Sprung ins kalte Wasser": Halte ich den Druck/die Durststrecke aus?
...bis mir ein Therapeut "die Frau" glaubt!
...wenn ich das geschafft habe, erst dann gibt es Hormone auf legalem Weg!!! (bzw. auf Kassen-Rezept)
...und bis dahin muß ich - im Kopf Frau, "äußerlich" Mann - irgendwie überleben!!!

insbes. cis-frauen mit Mißbrauchserfahrungen haben u.U. Probleme mit uns: dies sollte konstruktiv gelöst werden!!!
...Baderegeln? ... z.B.: Pre-Op bleibt das Höschen an!
Bessere Vorschläge: jederzeit gerne!


LG Karla
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Re: Hessenschau | Selbstbestimmungsgesetz Transfrauen: Weiblich genug für den Frauenbereich?

Post 11 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Morgen,

für mich es keine Frage: zwischen geschlechtlichen Handlungen und sozialen Handlungen muss unterschieden werden.
Ein Besuch im Schwimmbad und ähnlichen Einrichtungen ist doch wohl eindeutig eine "soziale Handlung" und keine "biologische Handlung".
Bis auf eine verschwindend geringe Anzahl von "biologischen Handlungen" in "Frauenbereichen", in denen laut Lehrbuch der Biologen Samen gegeben und genommen und danach ausgebrütet wird,
gilt doch für die angesprochenen Bereiche das "soziale Geschlecht" (nein, ein Fragezeichen möchte ich nicht einmal in Klammern setzen).
Die näheren Regeln "sozialer Handlungen" ergeben sich in den meisten Fällen aus dem Hausrecht der Betreiberinnen und Betreiber.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Hessenschau | Selbstbestimmungsgesetz Transfrauen: Weiblich genug für den Frauenbereich?

Post 12 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Das Hausrecht und auch die lokalen Möglichkeiten werden individuell behandelt. Das wird aus meine Erfahrungen bestätigt. Für meinen Besuch im Schwimmbad in Ettlingen ergab ein Vorgespräch (bereits vor Jahren) eine Offenheit in dem Thema. Aber man müsse auch Rücksichten für den Rest des Publikums nehmen. Fazit: Bei den Umkleiden ist es egal, da sie individuell und neutral sind. bei der Benutzung der Duschen steht mir der Bereich der Personen mit Handicap als Individualdusche zur Verfügung. In der Zwischenzeit hat sich aber auch die Nutzung des Damenbereichs etabliert, da dort eine Dusche mit Trennwänden zur Verfügung steht. Das WC ist kein Problem. Ich bin im Schwimmbad immer sehr respektvoll behandelt worden.

Jedoch wurde mir im Vorgespräch auch von einem Fall in Stuttgart berichtet, in dem die Situation eskaliert ist. Hier wurde die Transperson des Bades verwiesen. Die näheren Umstände sind mir nicht bekannt.

Mein Fazit: wir sollten sensibel im Umgang mit der Frage sein. Ein neues Selbstbestimmungsrecht wird mMn zu deutlich mehr Kontakten zwischen Frauen und Frauen mt Migrationshintergrund führen. Ich würde es begrüßen, wenn wir der sensiblem Frage entsprechend umgehen, d.h. für mich auch wenn ich es mir für meine Anerkennung noch so sehr wünschen würde, ein Besuch in der öffentlichen Damensauna bleibt für mich tabu, da ich körperliche Anpassungen für mich nicht in Erwägung ziehe.

Ich sehe aber auch die besondere Problematik für Menschen in der Transition. Schwimmbäder, Saunen etc. sind aufgefordert, sich hier stärker zu positionieren und einzubringen.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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