BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell
BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell - # 5

Aria
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 61 im Thema

Beitrag von Aria »

MichiWell hat geschrieben: Mo 25. Jul 2022, 22:31 Du hast leider nicht verstanden, worauf ich hinaus wollte: Wer nur noch darauf aus ist und alles tut, das "System" zu überwinden, um die gewünschte Diagnose zu bekommen, der wird gewiss nicht mehr zwischen rechtlichem und medizinischen Weg unterscheiden, sondern alle manipulieren, die ihm "im Weg" stehen könnten. Ich hoffe, jetzt ist es klarer.
Nein, ich habe das beim 1. Mal nicht richtig verstanden, weil du es unglücklich ausgedrückt hast. Und ich finde, wir machen uns auch keinen Gefallen damit, diese beiden Wege zu vermischen. Du hast von hohen Hürden des TSG und von der Verbreitung von Tipps gesprochen, was man dem Thera sagen soll um die Diagnose zu bekommen. Also bei der Begutachtung durch die beiden Theras bekommt man keine Diagnose. Das Gericht bekommt ein Begutachtungsergebnis - das wars. Und wenn man einfach ist, wie man ist - so wie Marie das immer wieder sagt - ist das positive Ergebnis eigentlich kein grosses Ding. Kann aber einfacher, unbürokratischer, Thera entlastender, finanziell weniger aufgeblasen und schneller sein - darüber sind wir uns alle einig.

Mir geht es hier - weil es sich um Sabeth dreht (ja, ich komme immer wieder darauf zurück *mirselbstaufdieschulterklopf*) um den med. Weg. Und da wird es schwierig mit der Selbstverantwortung. Da werden die KK leider nicht mitspielen. Was mMn auch ihr gutes Recht ist. Wenn jemand wirklich will und die "hohen Hürden" bei diesem Weg vermeiden möchte, kann das ja auch selbst finanzieren - so wie Sabeth das getan hat. Hier nachzulesen. Dann sollten aber auch alle Folgekosten die durch unglücklich verlaufene OP´s entstanden sind, selbst getragen werden (Arztfehler ausgeschlossen).

Wer das finanziell nicht stemmen kann, der muss leider den Weg der "grossen Hürden" gehen. Der bekommt aber mMn etwas geschenkt: Die Chance zur Selbstfindung. Und das sollte ganz ganz oben auf der Prioritäten-Liste stehen. Als ich beschlossen habe mich nach einer Thera umzuschauen, hatte ich ebenfalls den Wunsch nach mehr Weiblichkeit - wie sooooo viele CD, TS, TV, whatever. Ich plante aber nicht weder den einen noch den anderen Weg einzuschlagen. Ich plante, auf die Suche zu mir selbst zu gehen. Das sollte der einzige Ansatz eines jeden Weg sein. Sabeth hätte das gesagt bekommen sollen, in den queeren Foren/SHG´s in denen sie sich herumgetrieben hat. Leider ist sie auf falsche Freunde herein gefallen und hat mit ihrem Leben gespielt. Das gibt es aber auch in anderen Metiers, wie ich schon mal geschrieben habe. Viele meiner Freunde sind auf falsche Freunde herein gefallen. Einige leben nicht mehr und andere sitzen im Knast. Keine Instanz kann so einen Weg 100 % verhindern. Das Elternhaus trägt aber einen ganz grossen Teil dazu bei, dass es nicht so weit kommt. Da ist ein Grundstein gelegt. So wie es aussieht, hat Sabeth diesen Grundstein auch nicht erhalten. Sie ist gerade dabei das zu ergründen und kann hoffentlich ihren Frieden mit ihrem Lebensweg schliessen. Das wünsche ich ihr wirklich und all den anderen die durch die harte Schule des Lebens gehen mussten, um zu sich selbst zu finden.
¡no lamento nada!
MichiWell
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 62 im Thema

Beitrag von MichiWell »

Aria hat geschrieben: Di 26. Jul 2022, 12:07 den med. Weg. Und da wird es schwierig mit der Selbstverantwortung. Da werden die KK leider nicht mitspielen. Was mMn auch ihr gutes Recht ist.
Gut, dass du das noch mal so ausführst, denn ich hatte auch nicht gemeint, dass der medizinsche Weg genau so einfach sein sollte, wie der rechtliche.
Brauchst Du Hilfe und hast niemanden zum quatschen? Dann schick mir ´ne PN!
Helga
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 63 im Thema

Beitrag von Helga »

Eigentlich wollte ich in diesem Thema nichts mehr schreiben, aber hier sind einige Dinge gepostet worden, die ich so nicht stehen lassen möchte:
Heidi_J hat geschrieben: Mo 25. Jul 2022, 21:30 die Diagnose "Transsexualismus" kommt für mich nach der Diagnose von malignem Krebs, aber noch vor der Diagnose von Aids.
Hallo Heidi,
wie Kommt es zu solchen Einschätzungen? Transsexualismus ist keine Krankheit, es ist auch kein Gendefekt wie gelegentlich behauptet wird und seit dem ICD 11 ist es nicht einmal mehr eine psychische Störung.
Es ist lediglich eine geschlechtsspezifische Abweichung auf der identitären Ebene von einem wie auch immer zu definierenden "Normalzustand".
Transsexualismus schleicht sich nicht in wenigen Monaten oder Wochen an wie ein heimtückischer Krebs und wird auch nicht durch Unachtsamkeit eingefangen wie eine Aids- Erkrankung, sondern kündigt sich über Jahre oder Jahrzehnte an. Sollte tatsächlich jemand mit zitternden Knien beim Therapeuten sitzen mit dem Gedanken "Hoffentlich ist es kein Transsexualismus..." dann ist in der Diagnostik irgendwo etwas grundlegend schief gelaufen. Das Gute ist allerdings: Niemand, der nicht einverstanden ist, muss diese Diagnose annehmen.
Mirjam hat geschrieben: Mo 25. Jul 2022, 20:58 wenn beispielsweise versucht wird Transidentität so darzustellen, als könne frau die einfach wegtherapieren.
Hallo Mirjam,
habe ich mich so undeutlich ausgedrückt? Eine Transsexualität oder Transidentität lässt sich nicht wegtherapieren und auch nicht wegoperieren, da sie Bestandteil der Identität ist. Sie wird dir immer erhalten bleiben. Du könntest sie qua Definition abschaffen, wenn du irgengwann das Gefühl hast angekommen zu sein. Eine Frau, die wie eine Frau fühlt und denkt ist halt nicht mehr trans. Die Identität, die dich dort hingebracht hat wird dir aber erhalten bleiben.
Verwechselst du deine Transidentität mit deiner Körperdysphorie? Das ist nicht das selbe. Die Körperdysphorie ist eine Begleiterscheinung, die sicherlich häufig mit Transsexualität einhergeht, aber nicht bei allen Transsexuellen auftritt, oder manchmal auch ohne Transsexualität auftritt.
Körperdysphorie kann therapiert werden und sollte therapiert werden.
Patricia_cgn hat geschrieben: So 24. Jul 2022, 14:14 Du sprichst uns die Transsexualität zum Teil ab, und was ich aber noch schlimmer finde ist, dass deine Aussage in diesem Fall sehr pathologisierend ist. Ja ich weiß, es ist die gängige Lehrmeinung, die du kritisierst, aber die Ärzte sind sich einig, dass Geschlechtsinkongruenz bzw. Transsexualismus KEINE Krankheit ist. Erst der Leidensdruck ist die Grundlage für jegliche Behandlung und nicht die bloße Diagnose der Transsexualität.
Hallo Patricia,
warum sollte ich irgendjemandem die Transsexualität absprechen? Das kann und will ich garnicht beurteilen. Mein Thema ist nur der Umgang damit.
Du hast völlig recht, Transsexualität ist keine Krankheit und nicht behandlungsbedürftig, ja nicht einmal behandelbar. Deswegen schreibe ich auch immer "Umgang" und nicht "Behandlung". Der Versuch wäre eine Konversionstherapie, was nachweislich nicht funktioniert und daher verboten ist. Ich kritisiere auch nicht die Einstufung als "nicht"- Krankheit, sondern die Fixierung auf medikamentöse und operative Maßnahmen, die diese Einstufung irgendwie ad Absurdum führt.
Die Transsexualität an sich fügt dem Menschen ja keinen Schaden zu. Der Schaden entsteht durch den Leidensdruck, der durch Begleiterscheinungen von innen und außen ausgelöst wird. Auslöser für den Leidensdruck kann eine Körperdysphorie sein, die je nach Schwere allerdings schon ein behandlungsbedürftiges Leiden darstellt. Warum in diesem Zusammenhang die empfohlene Psychotherapie pathologisch ist, die gewünschte OP nicht, entzieht sich allerdings meinem Verständnis.
De Facto setzt die Pathologisierung der Transsexualität mit der Verschreibung der Hormonpräparate ein. Ab dem Zeitpunkt ist mensch ein Dauerkunde im Gesundheitssystem.
Patricia_cgn hat geschrieben: So 24. Jul 2022, 14:14 Stellenweise habe ich beim Lesen deiner letzten Beiträge das Gefühl bekommen mit Eva Engelken oder Alice Schwarzer oder anderen Transfrauen ablehnenden Radikalfeministinen zu diskutieren.
Mit fehlt die Zeit, mich mit den Lehren von Schwarzer und Co. zu beschäftigen, aber diesen Satz, den ich beim schnellen Surfen fand, kann ich voll unterstützen:
Statt der steigenden Zahl der Neo-Transsexuellen, zunehmend Frauen, zu sagen, dass sie auch ohne Hormone und Opera­tionen aus der Geschlechterrolle ausbrechen können, passt man ihren Körper der gewünschten Rolle an.
(https://www.emma.de/artikel/anpassung-die-rolle-337403) oder andersrum gesagt: Um die Geschlechterrolle zu wechseln, braucht es keine medizinischen Maßnahmen.
Patricia_cgn hat geschrieben: So 24. Jul 2022, 14:14 Du schreibst, die Forschung sei an Crossdressern nicht interessiert, weil es da kein Geld zu verdienen gäbe....Also bist du der Meinung, die Forschung und Medizin beschäftigen sich mit Transsexualismus, weil da das große Geld zu machen sei?
Auch das habe ich nicht geschrieben. Die Forschung beschäftigt sich allgemein mit dem Thema TransX so gut wie garnicht. Deshalb der Verweis auf Lili Elbe.
Das hier nach dem Trial- and Error Prinzip Medikamente verabreicht werden, die für eine andere Personengruppe und für einen anderen Anwendungszweck entwickelt wurden, sehe ich auch als großes Problem an.
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 64 im Thema

Beitrag von Patricia_cgn »

Hallo Helga, hallo alle,
ich habe jetzt echt lange darüber nachgedacht wie ich diesen Beitrag formulieren soll damit wirklich das rüberkommt was meine Absicht ist.

Ich muss selbst meinen „Tonfall“ in meinem letzten Beitrag kritisieren, denn er gefällt mir nicht. Irgendwie habe ich das Gefühl ich habe mich da etwas vergriffen und es kam was anderes raus, als das, was ich beabsichtigt habe. Ich habe mich auf die Diskussion mit Dir eingelassen, denn ich finde, dass man (ich) mit dir diskutieren kann ohne, dass das Ganze ausartet. Doch diesmal war ich diejenige, die gewisse Grenzen verletzt hat. Dafür möchte ich mich entschuldigen.

Einige Zeit nach dem Absenden meines letzten Beitrages zu diesem Thema ist mir aufgefallen, dass ich eine der wichtigsten Tatsachen ausgelassen habe. Trotz all der Dysphorie die ich empfinde, trotz all der Probleme, die ich damit habe, dass ich trans bin, bin ich weitgehend glücklich damit wer ich heute bin. Ich bin nicht glücklich, dass ich trans bin, ja. Ich bin aber glücklich, dass ich ich selbst bin und mich nicht mehr verstecke. Ich würde auf keinen Fall zurückgehen. Ich bereue nichts.

Ich leide an Geschlechtsdysphorie, aber der Leidensdruck insgesamt ist deutlich geringer geworden. Die Geschlechtsdysphorie/Körperdysphorie hat sich nicht erst durch die Transition entwickelt, sondern wurde von ihr und den begleitenden Maßnahmen, (HET, Epilation) weniger. Dennoch ist die Körperdysphorie da. Sie war in irgendeiner Form immer da, soweit ich mich daran erinnern kann. Ich habe sie oft unterdrückt und manchmal fehlinterpretiert, aber sie war eigentlich immer da.
Ja die Begleittherapie ist ein gutes Mittel um zu lernen mit der Dysphorie umzugehen, sich damit vielleicht abzufinden, oder Strategien dagegen zu entwickeln, aber weniger wird sie dadurch nicht. Zumindest fühlt sich das nicht so an. Es ist ähnlich wie mit Depressionen. Du lernst damit besser umzugehen, aber es heilt dich nicht unbedingt.

Der für mich wichtige Punkt ist, die Therapie lehrt mich mit der Dysphorie umzugehen, heilt sie nicht. Die geschlechtsangleichenden Maßnahmen, ob Hormone oder OP's können aber diese unter Umständen heilen. Deswegen werden diese verschrieben/verordnet.
Ob das zu leichtfertig, zu früh, geschieht kann ich nicht sagen. Ab dem Zeitpunkt wo ich in Transition gegangen bin, bis zur HRT vergingen bei mir sechs Monate. 3 Monate Wartezeit auf die Begleittherapie (hatte Glück) und drei Monate Begleittherapie mit 4 oder 5 Sitzungen. Für die Nadelepilation hatte ich mir noch ein halbes Jahr mehr Zeit gelassen, weil ich keine Kraft hatte mich mit der KK und den Anträgen auseinanderzusetzen. Die Indikation für die OPs könnte ich jederzeit haben, da es bei mir aber derzeit aus diversen Gründen nicht möglich ist, setze ich mich mit dem Thema gar nicht auseinander. Vermeidungsstrategie die mir irgendwann auf die Füße fallen wird, aber es geht derzeit nicht anders.

Zu Sabeth möchte ich noch eine Aussage treffen, nachdem ich den von Aria verlinkten Artikel gelesen habe. Sabeth hat sich, so lese ich es im Artikel, zwei mal bewusst gegen eine therapeutische Begleitung entschieden und einen anderen Weg gewählt, am System vorbei. So jemand hat in meinen Augen nicht das Recht das bestehende System zu kritisieren und zu fordern, dass es schwerer gemacht wird.

LG
Patricia
Heidi_J
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 65 im Thema

Beitrag von Heidi_J »

Helga hat geschrieben: Sa 30. Jul 2022, 23:09 Eigentlich wollte ich in diesem Thema nichts mehr schreiben, aber hier sind einige Dinge gepostet worden, die ich so nicht stehen lassen möchte:
Heidi_J hat geschrieben: Mo 25. Jul 2022, 21:30 die Diagnose "Transsexualismus" kommt für mich nach der Diagnose von malignem Krebs, aber noch vor der Diagnose von Aids.
Hallo Heidi,
wie Kommt es zu solchen Einschätzungen? Transsexualismus ist keine Krankheit, es ist auch kein Gendefekt wie gelegentlich behauptet wird und seit dem ICD 11 ist es nicht einmal mehr eine psychische Störung.
Es ist lediglich eine geschlechtsspezifische Abweichung auf der identitären Ebene von einem wie auch immer zu definierenden "Normalzustand".
Transsexualismus schleicht sich nicht in wenigen Monaten oder Wochen an wie ein heimtückischer Krebs und wird auch nicht durch Unachtsamkeit eingefangen wie eine Aids- Erkrankung, sondern kündigt sich über Jahre oder Jahrzehnte an. Sollte tatsächlich jemand mit zitternden Knien beim Therapeuten sitzen mit dem Gedanken "Hoffentlich ist es kein Transsexualismus..." dann ist in der Diagnostik irgendwo etwas grundlegend schief gelaufen. Das Gute ist allerdings: Niemand, der nicht einverstanden ist, muss diese Diagnose annehmen.
Hallo Helga,
was Du schreibst ist natürlich vollkommen richtig. Aber ich habe nicht Transsexualismus als Krankheit darstellen wollen, sondern war erstaunt, dass man dem von Dir Geschriebenen zufolge Menschen mit Transsexualismus "locken" könne. Und da habe ich die Auswirkungen von Transsexualismus auf Betroffene mit den Auswirkungen von Krebs oder Aids verglichen. Niemand, der bei klarem Verstand ist, möchte Aids bekommen. Und ich meinte eben, dass niemand, der bei klarem Verstand ist, sich durch Transsexualismus "locken" lässt.
Liebe Grüße,
Heidi
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Re: BILD | Sabeth (29) dachte, sie sei Transsexuell

Post 66 im Thema

Beitrag von Helga »

Heidi_J hat geschrieben: Di 2. Aug 2022, 17:27 Und ich meinte eben, dass niemand, der bei klarem Verstand ist, sich durch Transsexualismus "locken" lässt.
Hallo Heidi,
ich muss dieses vermalledeite "Locken" auch noch einmal gerade rücken. Hier ging es mir eigentlich darum, dass medizinische Maßnahmen und insbesondere deren Ergebnisse gelegentlich zu "Verlockend" dargestellt werden. Diesen Klumpen möchte ich jetzt aber garnicht wieder aufrühren.
Mir ging es bei der Klarstellung oben insbesondere um folgendes: Wir sind hier ein relativ offenes Forum. Bei den meisten Themen können Gäste ohne Anmeldung mitlesen, was viele von uns über eine mehr oder weniger lange Zeit auch getan haben. Dies sind häufig Menschen, die beginnen sich mit ihrer ambivalenten Gefühlswelt auseinander zu setzen und keinerlei Idee haben wo dies hinführen könnte. Diese Menschen sollten wir nicht mit der Einschätzung konfrontieren, dass Transsexualität, oder TransX allgemein irgendwo zwischen Krebs und Aids angesiedelt ist. Das hilft nicht bei der Selbsterkenntnis, sondern schreckt nur ab.
Wer sich mit zitternden Finger das erste mal Lippenstift aufgemalt hat oder mit klopfendem Herzen in ein Kleid geschlüpft ist, kann sich im Kosmos von Crossdressern, Transsexuellen, Non- Binären, etc. noch lange nicht verorten. Über seine Gefühle, ob und wie diese zu verorten sind und wohin dies möglicherweise führen kann, muss sich jeder Mensch selbst Gedanken machen, wir können bestenfalls im eingeschränkten Rahmen Hilfestellungen geben. Wir können aber eine klare Botschaft absenden: Du bist nicht krank, du bist nicht gestört, du bist nicht pervers. Deine Gefühlswelt weicht etwas von der Mehrheitsgesellschaft ab, dies ist aber kein Grund deine Gefühle zu unterdrücken und dich zu schämen!
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
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