ich war ja nun zum wiederholten Male en femme im Urlaub auf meinem Boot in den Niederlande. Da stellt sich mir die Frage, was sich in der Zeit in meinem Auftreten, Denken und Handeln verändert hat.
Ganz klar, es hat sich massiv etwas verändert. Ich erinnere mich an meinen ersten Urlaub. Voller Aufregung, was denn passieren könnte und bedacht, niemandem zu nahe zu treten. Die Gedanken in meinem Kopf hat mhr als genug damit zu tun, die Situation zu begreifen. Es kostete mich viel Aufmerksamkeit, so viel, dass mehrere Fehler mit dem Boot machte. Einmal saß ich sogar auf dem Deckwerk, weil ich gepennt hatte. Es nichts gravierendes passiert, aber das war so nicht gedacht. UNd heute ? Ich habe so viel Routine bekommen, dass das Leben en femme ganz normal und alltäglich ist. Ich konnte mir noch so viel ausmalen, das Leben war unspektakulär.
Diesmal habe ich wieder einen weiten Schritt gemacht. Ich bleibe ruhig sitzen, wenn jemand auf dem Steg vorbei geht. Ich unterhalte mich mit Menschen und sie mit mir. Alle sind respektvoll, höflich und manchmal sogar betont freundlich. Das hat mich ziemlich entspannt und mutig auf Neues gemacht. In Lelystad gibt es ein Fashin Outlet und ein Yachthafen ist ca. 10 min entfernt. Nix wie hin und rein in die Shopping welt. Das erste Mal seit über zwei Jahren. Das Aufbrezeln auf dem Boot ist schon etwas aufwendiger und unbequemer. Dezent schminken, die Haare mit einem Lockenstab frisieren (zum ersten Mal) und Nägel lackieren. Das Ergebnis sah ungefähr so aus:
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Sorry für die schlechte Bildqualität, aber ich habe die Handy-Kamera noch nicht im Griff.
ein Teil
Jeans, Pumps, ein simples Top und schon gings los. Das Outlet besteht aus jeder Menge kleiner Geschäfte. Bisher war ich nur größere Geschäfte geohnt, Da ließ man mich in Frieden. In jedem Geschäft wird man freundlich begrüßt und je teurer der Laden, um so mehr AUfmerksamkeit bekommt man als Kundin. So ging ich durch die Läden und probierte aus, wonach mir der Sinn stand. Hier ein paar Highlights:
Gerry Weber: Einer schönsten Highligths. Für mich haben die ganz tolle Klamotten, aber der Überflieger war die Beratung. Hier ging alles von Frau zu Frau. Wir unterhielten uns auf englisch über alles mögliche: Stoffe, Schnitte, etc. Manchmal brachte sie mir auch etwas, von dem sie das Gefühl hatte, es könne mir stehen. Eine richtig gute und ehrliche Beratung, kein Blabla. Hier ein paar Beispiele an Kombinationen:
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Kann man nachvollziehen, dass ich hin und weg war ? Hier hätte ich gerne einiges gekauft, aber ich blieb standhaft. Der Kleiderschrank ist voll und die Geldbörse nur begrenzt. Ich hätte zu viel mitnehmen müssen ...
Dann ging es weiter durch einige Boutiquen. Bei den Teureren kam einmal sogar die Verkäuferin und nahm mir die ausgesuchten Kleidungsstücke ab und trug sie zur Umkleide. Alles war sehr, sehr entspannt.
Noch ein Highlight: Etwas wollte ich mir dann doch kaufen. Ich bin schon länger auf der Suche nach einem Bikini. Badeanzüge habe ich genug, aber jetzt werde ich auch noch mutig. Warum auch nicht. Ich gebe bestimmt kein schlechteres Bild ab, als viele andere Frauen in meinem Alter. Also rein bei Brunotti. Ich stand gerade davor. Ein Regal mit den unterschiedlichsten Schnitten für Oberteil und Hose in einem Muster. Da wird doch was dabei sein ? Mit meiner Größe 44/D oben wird es aber etwas schierig. Nach etwas Suchen habe ich ein paar Teile für oben und unten gefunden. Da kam die Verkäuferin auf mich zu und erklärte mir, dass es egal ist, welches Teil man mit welchem kombiniert. Man muss nur den Preis von einem bezahlen. Das wären da 25 € für einen Bikini, passt. Sie zeigte mir die Umkleide und ich begann das Probieren. Aber ich konnte es drehen und wenden, kein BH bedeckte meine Sillis komplett. So ging das nicht. Ich legte die Teile auf den Tisch und wollte schon gehen, da kam die Verkäuferin wieder auf mich zu und fragte, ob es denn nicht passe. Ich bedauerte, erklärte ihr dann doch, dass ich etwas mehr Stoff beim Oberteil benötige, um die Brust ganz abzudecken. Keine Verlegenheit ihrerseits und begann nach anderen Teilen zu suchen und fand auch etwas, Aber auch das war zu klein. Schade, hier hätte ich gerne gekauft.
Dann kam ich bei Triumph vorbei. Ein paar Dessous anschauen und probieren würde ich gerne. Also ging ich hinein. Ein freundliches "middag" klang mir entgegen. Hier gab es auch Bikinis und sogar im Sale. 15 € ein Teil. Super. Ich nahm ein paar Teile heraus und verschwand in der Umkleide. Nach einiger Zeit hatte ich tatsächlich zwei Bikinis gefunden, die exakt meine Bedürfnisse befriedigten. Aber welchen nehmen ? Es war einfach, ich nahm beide. Der Sommer kann kommen.
Total beseelt ging ich aus dem Laden. Die Füße begannen mir weh zu tun. An einer Ecke war dann noch ein Laden von Hunkemöller. Ok, den nehme ich auch noch mit. Drinnen war relativ viel los. Dessous vom Feinsten, kein Wunder, dass da so manche Frau zu finden ist ... Sie haben sogar eine kleine Ecke mit Dessous, die nicht zum täglichen Tragen gedacht sind. DA musste ich natürlich auch etwas anprobieren. Nein, Bilder gbt es keine dazu
Mein linker Fuß machte sich mehr als nur ein bischen bemerkbar. Es reicht auch, Schluss für heute. Nachdem ich zum Boot zurück gekehrt war, sah ich, dass ich mir eine dicke, fette Blase gelaufen habe. So lange und so weit war ich mit den Pumps auch noch nie unterwegs. Das nächste Mal ziehe ich Sneakers an...
Am Folgetag bin ich nach Enkhuizen weiter gesegelt. Da ich mich dort mit einem alten Freud treffen will, der noch nichts von meiner Identität weiß, bin ich wieder in den m-Modus gegangen. Im dortigen Hafen bin ich schon öfters gewesen, doch es gab eine kleine, aber um so erfreulichere Neuerung. Den Grund seht Ihr hier:
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Unschlüssig, ob das so gemeint war, wie ich es mir denke, fragte ich den Hafenmeister nach der Bedeutung. Und es ist tatsächlich so: Transgender sind in den Toilette des gefühlen Geschlechts willkommen. "We are all the same" sagte er. Ich gab ihm ein bewunderndes
Mein Fazit in diesem Urlaub: ICh bin jetzt soweit, dass ich ohne Bedenken und ohne Scheu en femme auftete, nein eine Frau bin, obwohl ich weiß, dass meinen Migrationshintergrund meistens erkennen dürfte. Die Menschen hier machen es mir leicht, mich darauf einzulassen. Ob sie es mögen oder nicht, weiß ich nicht, aber sie geben mir das Gefühl willkommen zu sein, egal wie ich leben will. In meinem Kopf hat wieder einiges "klick" gemacht. Die Sehnsucht nach meiner weiblichen Seele hat eine Erfüllung gefunden, wenn auch nur auf Zeit. Aber ich denke, das wird auch meine Zukunft verändern. Mal sehen, wo es hingeht ...