Wie kann ich mit meinen zwiespältigen Gefühlen umgehen?
Wie kann ich mit meinen zwiespältigen Gefühlen umgehen? - # 2

Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
Sunflower_68
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Re: Wie kann ich mit meinen zwiespältigen Gefühlen umgehen?

Post 16 im Thema

Beitrag von Sunflower_68 »

Liebe Lori,
du hast glaube ich mit folgender Aussage Recht:
Wenn bei dir, durch den Seheindruck von Xier im Spitzenslip plötzlich etwas ausgelöst wird, dann kann es auch sein dass dein inneres den Eindruck nicht einordnen kann.

Die Psychologie kennt den Effekt als Genderconfusion.
Wenn Karina (die weibliche Seite meines Mannes) in vollem "Ornat" vor mir steht, dann ist das für mich stimmig. Ich habe überhaupt kein Problem mit Perücken, Make-up und Kleidung.
Wenn er jedoch sonst von der äußerene Erscheinung männlich ist und dieses feminine Detail des Spitzenslips vorhanden ist, dann kann mein Gehirn wahrscheinlich nicht mehr die Zuordnung machen.

Ich weiß schon, dass er beides ist. Ich weiß auch, dass sich niemand das auswählt, ob er CD, TS oder was auch immer ist. Und wenn ich auf Michaelas Beitrag antworte, dann kann ich es nicht nur tolerieren, sondern auch verstehen.
Die Welt ist bunt, die Menschen sind bunt und das ist in Ordnung so.

Vielleicht kann ich meine eigene Verunsicherung versuchen zu erklären.

Stellt euch vor, ihr lernt jemanden kennen, in dem Fall eine Frau, die sehr viel Wert auf Mode legt, auf schöne Kleidung, Haare, Nägel, Schmuck, Make-up, etc. und sie hat zudem einen tollen Charakter und ihr fühlt euch total wohl mit ihr, es passt einfach. Ihr werdet ein Paar.
Dann, aus welchen Gründen auch immer, verändert diese Frau erst mal ihr Aussehen. Wird bei der Kleidung lieblos und nachlässig, trägt von mir aus nur noch graue Kittelschürzen und Birkenstockschlappen, kein Make-up mehr, etc. Wohl gemerkt, sie ist hygienisch tadellos, das ist kein Problem. Hier sind wir wieder bei dem Thema, das ist doch nur Kleidung und der Mensch bleibt der gleiche.
Ich bin mir jedoch relativ sicher, dass es den einen oder die andere verunsichern würde. Man hatte die Person anders kennengelernt und man hatte sich in das Gesamtpaket verliebt.
Ich sage auch nicht, dass man sich nicht an die Kittelschürzen und Schlappen gewöhnen kann und dass man/frau deshalb schreiend davonläuft. Aber, am Anfang ist bei fast allen Verunsicherung vorhanden.
Man könnte dieses Beispiel natürlich selbstredend umkehren. Die Kittelschürzendame entwickelt sich zum Modevamp bzw. mutiert zur Barbiepuppe. Das würde genauso Konfusion erschaffen.

Was ich damit ausdrücken will, ist, dass Unbekanntes manchmal verunsichert. Soll jedoch nicht heißen, dass man es unbedingt schlecht findet. Das Gehirn kann es aber wohl noch nicht eindeutig in die Kategorie "gefährlich" oder "ungefährlich" einordnen.

Ich für mich habe die "Konfrontationstherapie" gewählt, ich schau jetzt immer genau hin, wenn mein Mann sich abends auszieht. Und siehe da, die Spitzenslips werden zunehmend harmloser (he)

Liebe Grüße
Sunflower
Sunflower_68
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Re: Wie kann ich mit meinen zwiespältigen Gefühlen umgehen?

Post 17 im Thema

Beitrag von Sunflower_68 »

Hallo miteinander,
ich danke euch alle für eure Worte.
Was lerne ich daraus? Jeder empfindet anders und manches ist bei allen gleich😁

Ich will auch niemanden einschränken, will ich auch nicht für mich. Trotz allem muss es bei mir in einer Partnerschaft Absprachen geben und nicht jeder kann seinen Egotrip fahren. Finde ich zumindest.

Zu den Aussagen mit Toleranz und jeder ist wie er ist und keiner hat sich das ausgesucht: ja, stimmt, und zwar beide Teile einer Partnerschaft.
Auch die Partner*innen haben sich nicht ausgesucht wie sie empfinden und fühlen. Ich fordere auch hierfür Toleranz.

Ich wünsche allen noch einen schönen Tag 🌞

Liebe Grüße
Sunflower
Lorelai74
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Re: Wie kann ich mit meinen zwiespältigen Gefühlen umgehen?

Post 18 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Hi Sunflower,

der Teil deines Gehirns der Sortiert Gefahr oder Sicherheit kann langsam lernen was es für dich ist. Lernen braucht Übung. Durch das achtsam Hinschauen und wahrnehmen wie es sich anfühlt und dann innerlich Worte finden die es eingruppieren kann helfen. Und die Weisheit deines Lebens hat dich das ganz alleine herausfinden lassen.

Ja ich denke auch dass es Toleranz für Die Partner*Innen braucht, dass es auch für sie eine Transformation ist. Aus einer Partnerschaft zu zweit wird jetzt mit „2 1/2“ 😉.
Und dass hast sich keine Partner*In ausgesucht.

Aber sie kann wählen ob sie sich darauf einlässt, was aber viele persönliche Arbeit als auch Partnerschaftsarbeit erfordert.

Die Gefühle die kommen wollen erst gefühlt werden, und dann die Erfahrung, auch die oft vorkommenden Enttäuschungen und Verletzungen durchgearbeitet und integriert sein.
Der Lohn der Mühe: Wachstum für dich und für euch, neue Möglichkeiten und Erfahrungen.

Jede von uns sollte grossen Respekt für eine Partner*in haben die in diesen Prozess einsteigt und sich auf diese Reise begibt.

Ich habe diesen Respekt für dich.
Alles gute auf euren Weg.
VLG
Lori
Männlich / Weiblich: das sind doch bürgerliche Kategorien.
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