Julianes Weg
Julianes Weg - # 2

Lebensplanung, Standorte
Magdalena
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Re: Julianes Weg

Post 16 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Liebe Juliane,

Du siehst richtig schick aus. Das Tuch passend zum Rock, es ist sehr geschmackvoll. Eine Dame vom Scheitel bis zur Sohle.

Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
Juliane
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Re: Julianes Weg

Post 17 im Thema

Beitrag von Juliane »

Moin (moin) zusammen.

Da das Wetter die letzten Tage über alles andere als schön war, bin ich weitergekommen mit meinem Text.
Lest, wenn ihr mögt, wie es weiterging, zwischen Kindheit und Outing.


Rückblick II

Als ich meine spätere Frau dann kennenlernte, war sie weg, die Sehnsucht, oder das Verlangen Frauenkleidung anziehen zu wollen.
Bis auf ein Paar schwarzer Pumps in Übergröße, die mir irgendwie denn doch zu schade zum Wegwerfen waren, landete der kleine
Rest im Müll.
Und es ging gut ohne Frauenkleidung. Sehr gut sogar und das über einige Jahre. Doch dann kamen die Probleme. Zwar klappte es
toll mit dem Liebesleben, doch der anvisierte und von vielen als Hochzeitsgrund angenommene Nachwuchs, blieb aus.
Einige wissen sicher was in so einem Falle dann folgt! Gründlichste Untersuchung aller Beteiligten. Allmorgendliche
Temperaturmessungen über Monate und „Liebe nach Thermometer und Kalender“. Doch es brachte nichts. So kam der für mich
etwas peinliche Punkt, eine Spermaprobe im Labor abgeben zu müssen. Eine frische noch dazu. Und so schlich ich mich eines
Nachmittags, bewaffnet mit einer kleinen Tasche in die Praxis. Darin eine nagelneue Strumpfhose und das oben bereits genannte
Paar Pumps. Beides angezogen und mich damit in Stimmung gebracht, konnte ich erfolgreich die gewünschte Probe in die kleine
Durchreiche stellen.
Es gab dann in der Folge Medikamente und Verhaltensregeln für uns beide, die jedoch allesamt kein brauchbares Ergebnis brachten.
Wochenlange Enthaltsamkeit und anschließend an den wenigen ‚richtigen‘ Tagen häufiger Verkehr. Dazwischen immer wieder die
Abgabe einer Spermaprobe, was auch jedes Mal die Stimulanz durch Damenschuhe und Strumpfhose erforderlich machte. Auch eine
OP, um eine Krampfader am Hoden zu veröden und so die Überwärmung zu beseitigen, brachte nicht den gewünschten Erfolg.

Und noch etwas geschah! Der alte Druck, das Verlangen nach Frauenkleidung erwachte erneut. Und weil Verkehr nach Fahrplan zwar
auf der Straße funktioniert, im Liebesleben jedoch eher abtörnend wirkt, kam was kommen musste, ich wendete mich zwischendurch
wieder dem Handbetrieb zu, um den Samenstau abzuwenden.
Und weil das alte Verlangen nur schlummerte, wurde es so peu a peu wieder mehr und öfter. Ich legte mir ein Kleid zu, weitere
Strumpfhosen und eine billige Perücke. Und ich zog diese Sachen bei Gelegenheit auch an. Nicht nur um mich zu erleichtern, nein auch
um dieses angenehme und für mich irgendwie schöne Gefühl der femininen Kleidung zu genießen.

Viele Jahre lang ging das so. Inzwischen wuchs und gedieh unsere adoptierte Tochter und fuhr gelegentlich mit meiner Frau und der
Oma in den Urlaub. So hatte ich die Gelegenheit mich auch einmal länger und ausgiebiger, etwa ein ganzes Wochenende lang,
vollständig als Frau zu kleiden.
Doch, dass alles war alles andere als richtig und durch den Druck, den ich mir seelisch selbst machte, wurde ich krank. Mein Blutdruck
stieg, ich schlief teilweise schlecht und allgemein nagte das Gefühl, meine Frau irgendwie zu betrügen, tief in mir. So kam es nach
einem gemeinsam gesehenen Film über eine TS-Frau zum Geständnis. Was folgte habt ihr bereits im ersten Teil lesen können.
Mehr dazu und wie wir die Kurve bekommen haben und was sonst noch an Aufregendem passierte, dann wieder an dieser Stelle.

Liebe Grüße, Juliane
Die mich kennen mögen mich. Die mich nicht mögen können mich. Frei nach Konrad Adenauer
Rusza
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Re: Julianes Weg

Post 18 im Thema

Beitrag von Rusza »

Hallo Juliane !
Ich sehe einen Zusammenhang zwischen funktionierender Beziehung und Frau sein wollen.Zumindest habe ich das auch schon von anderen Transfrauen gehört.Ja,und die Kleider hat wohl (fast) jede von uns zwischenzeitlich mal entsorgt.Da haben sich entweder die Kleiderspende oder die Restmülltonne gefreut.Im Nachhinein gesehen ist es aber Unfug sich seiner Sachen zu entledigen.
Viele Grüße von Rusalka
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Re: Julianes Weg

Post 19 im Thema

Beitrag von Juliane »

Ja, Rusalka,

diesen Zusammenhang
Rusza hat geschrieben: Fr 26. Nov 2021, 17:40 ......einen Zusammenhang zwischen funktionierender Beziehung und Frau sein wollen.Zumindest habe ich das auch schon von anderen Transfrauen gehört.
sehe ich auch. Beispielsweise bei uns, denn bei uns hat die Liebe und das Verständnis auch letztlich gesiegt. Zwar war der Weg dahin nicht einfach, aber wer
hat behauptet, dass das Leben einfach ist.
Aber auch die zahlreichen Paare in unserer SHG sind diesen Weg gegangen und bei vielen hat es geklappt die Teilzeitfrau in die Gemeinschaft zu integrieren.

Allerdings nicht immer! Es gab auch Paare die sich trotzdem getrennt haben. Und auch im bösen Streit. Aber der harte Kern bei uns in der Hamburger Gruppe,
kommt zu den monatlichen Treffen als Paar. Als besonderes Paar jedoch, denn die Bio-Frauen begleiten ihre Teilzeitfrauen dorthin.

Einige Monate haben sich die Partnerinnen anfangs getrennt von uns getroffen. Aber abends waren wir stets in großer Runde zum Abendessen zusammen wo
wir auch morgen Abend wieder gern gesehene Gästinnen sind, im Restaurant "Zum Falkenstein".

Liebe Grüße, Juliane
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Alyssa
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Re: Julianes Weg

Post 20 im Thema

Beitrag von Alyssa »

Danke für die Ausführungen. Was ich aber anmerken möchte ist das das Erklärungen sind die auf dich passen das es aber auch noch andere gibt. Unser Welt ist zweigeteilt, männlich und weiblich. Und wenn man sich das in der Kleideraufteilung ansieht ist es so das grundsätzlich feminine Kleidung bunt, verziert, verspielt, körperbetont, sexy, erotisch, ausstrahlend ist. Ja selbst ein normaler winterpullover ist anderes. Oder sowas wie eine Brieftasche erscheint verspielt oder verziert. Bei einem Rückblick in das 17 Jahrhundert sieht man das auch zumindest der männliche Adel sich wie genannt gekleidet hat. Natürlich auch unterschiedlich zur Damenwelt dennoch aber auch ausstrahlend. Das ging fast völlig verloren. Der heutige Look ist dann pragmatisch geworden. Dh aber nicht das nicht zumindest unterschwellig der Wunsch existiert sich sich anpassend an die bunte , verspielte und erotische Damenwelt ähnlich zu kleiden. Nennen wir es einfach mal Neidfaktor. Das ist aber in unsere Gesellschaft weitgehend verpönt. Es existiert diese Abgrenzung deren Überschreitung Kopfschütteln erzeugt. Ich würde nicht alles auf partnerschaftliche Probleme zurückführen. Das ist aus meiner Sicht nur eine Erklärung neben anderen.
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Re: Julianes Weg

Post 21 im Thema

Beitrag von Juliane »

Moin (moin) Alyssa.

Das beschreibst du völlig richtig! Doch hier, in diesem Thread, schildere ich meinen eigenen, bereits seit gut 60 Jahren begangenen Weg.
Und dazu meine Empfindungen und Gefühle. Dazu ein paar Erfahrungen, wie sie so tatsächlich in unserer SHG gelebt wurden und werden.
Bei jedem von uns sind die Wege anders verlaufen, aber gleichzeitig gibt es so viele Paralellen, so viele Ähnlichkeiten in den Lebensläufen.

Liebe Grüße, Juliane
Die mich kennen mögen mich. Die mich nicht mögen können mich. Frei nach Konrad Adenauer
Alyssa
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Re: Julianes Weg

Post 22 im Thema

Beitrag von Alyssa »

Weiß ich und wollte ich auch nicht in Frage stellen sondern anmerken, dass es viele Erklärungen gibt. Parallelen gibts natürlich.
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Re: Julianes Weg

Post 23 im Thema

Beitrag von Juliane »

Moin (moin) zusammen.

Julianes weiterer Weg war lang, aufregend und teilweise steinig. Aber besser der Reihe nach.
Nach dem gemeinsamen Spaziergang durch die abendliche Bahnhofstrasse, verabredete ich mich mit jemandem aus der SHG
zu einem Bummel durch die Hamburger Innenstadt. Er wollte mich, gleich nach der Arbeit, treffen und als männliche Begleitung
mitgehen. Das würde zumindest für Außenstehende etwa ähnlich wirken wie ein Paar.

Damit könnte ich, mit ein wenig Glück, dann aus dem Suchraster vieler Männer herausfallen und einer genaueren Betrachtung
von vornherein entgehen. Denn bekanntlich haben viele ja einen Filter eingebaut und demnach gibt’s zwei Sorten von Frauen,
…… besetzt, oder beschissen.
Ich hoffte, mit einem großgewachsenen Mann an meiner Seite, auf die -besetzt Seite- wechseln zu können. Trotzdem war es,
als wir uns am Parkhaus trafen, zunächst ein sehr ungewöhnliches Gefühl für mich, mich bei einem Mann unterzuhaken, als er mir
seinen Arm zum Geleit bot. Er hatte nach eigenen Angaben dieses Gefühl überhaupt nicht. Für ihn war der Mensch an seiner Seite,
zumindest optisch, ganz eindeutig Frau.

Und so habe ich dann im Nachhinein, zwei schöne, aber auch sehr aufregende Stunden erlebt. Schön, weil es doch sehr viel einfacher
war, so als zumindest -optisches Paar-, nicht allzu viel Aufmerksamkeit zu erwecken. Aufregend, weil ich nicht nur Makeup Artikel
kaufte, sondern erstmals auch, im Schuhgeschäft für Übergrößen, ein Paar Pumps auch im Laden anprobieren konnte. Außerdem war
es ungeheuer aufregend erstmals bei C&A als Frau gekleidet, völlig selbstverständlich alles mögliche auch in einer Kabine auch
anzuprobieren Und schön, weil sich, trotz Novembergrau, offensichtlich kaum jemand für die großgewachsene Erscheinung in
Damenjacke, Nylons, Rock und Pumps interessierte.
Auch die Verkäuferinnen in den vielen Geschäften waren entweder total cool, oder so einen Anblick wie mich, wirklich schon gewöhnt.
Oder sie haben es überhaupt nicht für wichtig gehalten. Die Hauptsache ist doch die Kasse klingelt und die Kunden sind zufrieden.

Abends glücklich wieder Zuhause wollte meine Frau dann gleich sehen was ich so gekauft hatte. Der schmal geschnittene, dunkelblaue
Rock in italienischer Länge von C&A fand vollste Zustimmung. Die Bluse, mit dem großformatigen hellblauen Muster, war nicht ganz so
ihr Fall. Doch sie saß hervorragend und passte gut zum Rock. Und auch die schlichten, dunkelblauen Pumps mit den 7cm Absätzen, so
war ihre Einschätzung, würden meine damals noch kleine Garderobe auf sinnvolle Weise ergänzen. Eine Erkenntnis die völlig richtig
war. Dieses Paar trage ich sogar heute immer noch wieder einmal gerne, weil es so völlig unspektakulär feminin wirkt.

Modenschau 03.JPG


Trotzdem hatte meine Frau auch weiterhin zunächst so ihre Probleme mit ihrer neuen Freundin. So verschwand sie anfangs stets
für ein paar Stunden, wenn ich mich für die SHG Treffen zurecht machte. Es dauerte Monate, bis sie mich auch in der jeweiligen
Übergangsphase ertragen konnte und sogar begann, mir beim ankleiden zu helfen.

Alles weitere in den nächsten Folgen, Eure Juliane
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Re: Julianes Weg

Post 24 im Thema

Beitrag von Juliane »

Von meiner SHG, meiner Selbsthilfegruppe in Hamburg hatte ich bereits kurz geschrieben. Dorthin ging ich die ersten Male
noch als Mann gekleidet, mit ziemlich gemischten Gefühlen.
Es war beim ersten Mal, im Frühjahr 2000, eine merkwürdige Atmosphäre seinerzeit. Da saßen fünf Männer im Stuhlkreis,
schauten versonnen auf ihre Schuhspitzen und murmelten leise, sie würden gelegentlich Frauenkleidung anziehen. Erst nach
einigen Treffen erschient dort eine, wie wir anfangs annahmen ältere, gut gekleidete Dame. Doch es war in Wirklichkeit ein
ransvestit, ein Crossdresser.
Das wurde aber erst klar als diese „Dame“ zu sprechen begann. Die tiefe Stimme passte nicht so ganz zu der zierlichen Statur,
der sehr gepflegten und femininen Erscheinung. Im cremefarbenem, gutsitzenden Kostüm, mit perfektem Makeup, einer
kunstvollen Frisur mit kleinem Hut, schlanken bestrumpften Beinen und hochhackigen, zum Kostüm passenden hellen Pumps
eine echte Dame! Uns allen ist da schlagartig klar geworden, wie ein Crossdresser auch aussehen kann.

Leider ist sie niemals wieder bei uns aufgetaucht. Aber für mich war das so etwas wie die Initialzündung! So gekleidet wollte
ch auch unterwegs sein, auch wenn da allein körperlich Welten dazwischen lagen. Doch die Richtung stand fest und ich habe
mich in den folgenden Wochen und Monaten daran gemacht meine Garderobe in dieser Richtung zu vervollständigen.

Irgendwann, ein paar Monate später, bin ich dann, komplett aufgerüscht, mit erstmals wirklich gutem Makeup, meiner neuen
Perücke, in Rock, Bluse, Pumps und Damenjacke total aufgeregt zur Gruppe gefahren. Leider hatte ich den falschen Tag
erwischt.
Die Hamburger Gruppe trifft sich immer am 4. Samstag im Monat. Und nachdem ich eine gute Viertelstunde draußen vor
der Tür gewartet hatte, dämmerte mir ganz langsam, dass an diesem Tage der letzte Samstag war. Und ein schneller Blick
auf den Kalender bestätigte, dass es der 5. Samstag war. Solche Monate sind selten, kommen aber vor.

Was nun tun? Unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren? Oder irgendwo noch die Zeit nutzen und zumindest ein wenig
spazieren gehen? Ich entschied mich für den Botanischen Garten, dem späteren Loki Schmidt Garten in Flottbek. Dort ist es
nicht so voll. Man trifft zwar Leute, aber nicht so dicht und beinahe schon hautnah wie in der Innenstadt. Einzig der Weg
vom Parkplatz hin zum Eingang erwies sich fast schon als Spießrutenlauf, so viele Leute kamen mir entgegen. Im Park dann,
genoss ich es, knapp zwei Stunden als Frau gekleidet unbehelligt unterwegs zu sein.

Einen großen Schritt in meiner Entwicklung gab es dann, als meine Frau vorschlug Juliane in den Urlaub, nach Dänemark
mitzunehmen.
Eine Auswahl an Outfits, Schuhe und Wäsche füllte schnell einen eigenen Koffer. Dazu dann meine Perücke, ein wenig Schmuck
und Accessoires. Und ich habe mich dann am zweiten Nachmittag fertig gemacht und bin in der Dämmerung, als Frau gekleidet
auch zur Telefonzelle gegangen. Zwei Abende später waren wir an der Steilküste am Leuchtturm um den Sonnenuntergang zu
fotografieren. Dort entstand dann das folgende Foto.

Julie am Auto Trans DK.jpg

Mutiger und sicherer geworden, haben wir in der zweiten Woche sogar eine Kunstausstellung besucht. Dort sind wir zwei Ladys
unter den zahlreichen teilweise ziemlich aufgetakelten Damen wenig aufgefallen. Aber auch eine Töpferei, Kunstgewerbeläden
und ein kleines Cafe haben wir besucht.
Die Erkenntnis? Auch als Dame kann man(n) fast überall hingehen und das habe ich dann auch immer öfter auch hier in Hamburg
ausprobiert und gemacht.

Liebe Grüße, Juliane
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Re: Julianes Weg

Post 25 im Thema

Beitrag von manchmal_melissa »

Juliane hat geschrieben: Di 7. Dez 2021, 17:22 Leider ist sie niemals wieder bei uns aufgetaucht. Aber für mich war das so etwas wie die Initialzündung! So gekleidet wollte ich auch unterwegs sein, auch wenn da allein körperlich Welten dazwischen lagen.
Hallo Juliane,

das kann ich sehr gut nachvollziehen! Wir brauchen doch alle irgendwie Vorbilder. Ich konnte das Crossdressing lange nicht ausleben, weil ich mich nicht traute, mich vor meiner Freundin zu outen. Ich habe mich dann oft damit vertröstet, dass das eh alles Hirngespinste sind, ich nie wie eine Frau aussehen kann, ich mich damit nur lächerlich machen würde. Bis ich auf Reddit ein paar Crossdresser mit nahezu perfektem Passing gesehen habe. Da wusste ich: Das will ich auch! Und vielleicht noch viel wichtiger: Wenn ich alles gebe, kann ich das auch. Vielleicht wäre ich nie eine Teilzeitfrau geworden, hätte ich nicht diese tollen Vorbilder gehabt. Ein großes Danke auch an alle Kandidatinnen hier, die auch auf den zweiten Blick als Frau durchgehen und mich so motivieren weiterzumachen und den Schritt nach draußen zu wagen.

Liebe Grüße,
Melissa
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Re: Julianes Weg

Post 26 im Thema

Beitrag von Mary »

Hallo Juliane,
Das klingt so schön,auch was deine Initialzündung betrifft. Genauso Stelle ich mir das auch für meinem Mann vor und ich hoffe, wir finden da auch gemeinsam den passenden Weg! Wie Melissa grade sagte, fantastisch ist es, wenn ihr auch auf den zweiten Blick als Frau durchgeht. :)
Schade, dass ich noch keine Fotos gucken darf, ich hätte sehr gern einen Eindruck gewonnen.
Liebe Grüße
Mary
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Re: Julianes Weg

Post 27 im Thema

Beitrag von Eva »

Mary hat geschrieben: Di 7. Dez 2021, 17:52 Schade, dass ich noch keine Fotos gucken darf, ich hätte sehr gern einen Eindruck gewonnen.
Ja, so geht's mir auch 😄
Viele tolle Berichte sind ohne die zugehörigen Bilder nicht ganz komplett. Aber so bleibt es spannend.

Ich finde die Geschichte der Initialzündung auch sehr schön und freue mich, dass dieser Moment so viel lostreten konnte. Manchmal muss erst jemand mit der nötigen Inspiration vorbeikommen, damit man erkennt, was doch eigentlich so offensichtlich scheint.
Hast du dann beim nächsten Treffen der SHG deinen großen Auftritt nachgeholt?

Liebe Grüße
Eva
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Re: Julianes Weg

Post 28 im Thema

Beitrag von Juliane »

Hallo ihr Lieben.

Das mit dem Fotos ansehen geht schneller als gedacht. Und Vorfreude ist doch, so sagt man zumindest, die schöneste Freude.
Danke für eure positiven Rückmeldungen und danke, dass ihr meine Entwicklung mitverfolgt. So einiges dürft ihr auch noch erwarten.

Liebe Grüße, Juliane
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Re: Julianes Weg

Post 29 im Thema

Beitrag von Juliane »

Eva hat geschrieben: Di 7. Dez 2021, 18:43
Mary hat geschrieben: Di 7. Dez 2021, 17:52 Schade, dass ich noch keine Fotos gucken darf, ich hätte sehr gern einen Eindruck gewonnen.

Hast du dann beim nächsten Treffen der SHG deinen großen Auftritt nachgeholt?

Liebe Grüße
Eva
Liebe Eva, liebe Mary, ja, vier Wochen später habe ich mich komplett gestylt dann erneut nach Altona gewagt und viel
Zustimmung zu meinem Outfit bekommen.
Von da an wurde es jedesmal ein bißchen einfacher mit dem Makeup und Styling. Übung macht auch hier die Meisterin. Da
waren wir dann zu zweit auch einmal zu einem eintägigen Schminkkurs, bei der VHS. Aber davon dann an dieser Stelle etwas
ausführlicher.

Liebe Grüße, Juliane
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