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Zitat:
"Zu dieser Modernisierung zählt zum Beispiel das Abstammungsrecht. Schwule und lesbische Paare sollen die gleichen Rechte bekommen wie Ehen zwischen Mann und Frau. Das ist vor allem für Adoptionen wichtig. Für Grünen-Politikerin Claudia Roth geht es darum, die Gesetze der "Realität einer bunten, einer queeren, einer vielfältigen Gesellschaft" anzupassen.
Neues Transsexuellengesetz
So sind sich die drei Ampel-Partner auch einig, das Transsexuellengesetz zu überarbeiten. Transpersonen könnten dann einfacher ihren Namen und ihren Geschlechtseintrag ändern lassen. Die bisherigen psychologischen Gutachten empfinden viele als entwürdigend.
Mitglieder des Verhandlungsteams weisen darauf hin, dass es dabei nicht nur um die schätzungsweise bis zu 100.000 Transpersonen in Deutschland geht, sondern um ein Symbol für die Gesellschaft insgesamt."
Die DGTI geht ja auch von 60000-100000 aus, die Anträge bei Gericht(viele lehnen ja dieses ab) deuten auf eine Zahl von 0,35 % als minimum hin, wären also knapp 300000 Menschen in Deutschland.
Die Niederländer (sofern die Meldung von 2014 keine Fake news ist) https://www.uni-muenster.de/Niederlande ... erwet.html
gehen von 390000 Transsexuellen in den Niederlanden aus, hochgerechnet also 1,9 Mio für Deutschland, das ist um den Faktor 20 höher wie es in Deutschland angenommen wird. Hat irgend jemand eine plausible Erklärung für diese Diskrepanz ?
es gibt in Deutschland keine wissenschaftlich durchgeführte Untersuchung zur genauen Anzahl der von Transsexualität betroffenen Personen. Vielleicht will es auch jemand so genau wissen, damit es nicht zum Politikum wird und vielleicht sogar gehandelt werden müsste. Auf jeden Fall sind es wahrscheinlich mehr Menschen, als wir denken oder es uns vorstellen können.
Ich gehe , nach meinen persönlichen Erfahrungen, von weit über 500000 betroffenen aus, es gibt so viele die mich ansprechen aber sich nicht trauen es publik zu machen, die kommen ins Geschäft, laufen da ne Stunde ziellos rum, und wenn kein anderer Mensch ausser mir sichtbar ist kommen die vorsichtigen Fragen, sofern der Mut gefunden wurde, manchmal ist auch nach 2 Worten kein Mut mehr da, oder ein anderer Kunde kommt in die Nähe, dann wird meist die Flucht ergriffen.
Na ja, und auch hier sind die Grenzen wie Ihr wisst ja fließend. Nicht jeder macht eine volle medizinische Anpassung, viele "verkleiden" sich ja nur. Wer wird da alles gezählt? Dazu eine erhebliche Dunkelziffer von Menschen, Die sich gegen ein Outing und weiteres entscheiden.
Nunja, 2 Nachbarländer, das eine sehr liberal, das andere liberal. Aber der Faktor 20 ?
Wenn man die Zahl der Geburten/Jahr uns Verhältnis zu den Personenstandsänderungen setzt, sind wir bei 0,35%, und wir wissen alle das viele dieses Verfahren ablehnen aber trotzdem als Transmensch offen leben, siehe Frau Ganserer, und es eine deutlich höhere Dunkelziffer gibt die sich gar nicht trauen. Die 0,35% hiesse ca 300000 Menschen in Deutschland, plus Dunkelziffer, aber selbst die DGTI schreibt von 60000-100000, es passt einfach nicht
Die Zahlen sind nur dann aussagekräftig, wenn klar ist, was genau da jeweils gezählt wird.
Ich wüsste zum Beispiel nicht mal bei mir selber, ob ich nun dazuzählen würde oder nicht. Wenn man mich fragen würde, würde ich je nach Formulierung mal mit Ja, mal mit Nein antworten. Ja ich bin betroffen, nein ich bin nicht transsexuell, ja ich bin eine Dunkelziffer, nein ich will meinen Personenstand nicht ändern, ja ich bin ziemlich sicher, nein ich weiß nicht so recht.
Die schätzungsweise bis zu 100.000 Transpersonen in Deutschland, von denen da in der Tagesschau die Rede ist, sind vermutlich das, was man eine konservative Schätzung nennt.
Es wäre schon mal ein Fortschritt, wenn wenigstens diese Zahl nicht dauernd kleiner geredet wird. Wenn es allmählich im kollektiven Bewusstsein ankäme, dass die Größenordnung eben nicht verschwindend klein ist.
Hi,
die Frage ist was zählt man?
Zählt man alle Transidentitären Menschen - für mich ist das der ganze Regenschirm mit Transsexuell, Nichtbinär, Genderfluid, Crossdresser usw. nur Transsexuell? Wenn nur eine Gruppe wie wird die definiert?
Je nach Kriterien kann man da enorme Unterschiede bekommen.
Nach eine Studie in den USA haben bis zu 10% der Männer schonmal Frauenwäsche und Kleidung getragen oder tun es regelmäßig.
Wenn die Niederländer jetzt 20*0,35% =7% nennen, dann ist die Zahl mal davon nicht so weit entfernt.
Schon Winston Churchill soll gesagt haben: Glaube keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast. Und daraus folgt dann: Ergebniszahlen von 2 Statisken lasen sich eigentlich nur dann vergleichen wenn sie genau von gleichen Grundlagen ausgehen.
VG
Lori
Männlich / Weiblich: das sind doch bürgerliche Kategorien.
Du vermischt jetzt ein bisschen was.
Die Niederländer sagen 2 % Transsexuell, das sollte wohl eindeutig sein
Die DGTI und die Regierung gehen von ca 0,1% aus
Wenn man in Deutschland das Verhältnis von Geburten zu jährlichen Personenstandsänderungen als Grundlage sieht, dann 0,35%
Lt. einer (nicht repräsentativen) Umfrage von Civey, an der ca. 60.000 User teilgenommen haben:
48,6 % männlich
45,5 % weiblich
0,6 % trans*
0,8 % enby
0,9% anderes
bei meinem VWL-Studium war Statistik ein wichtiger Teil der Ausbildung und ich habe auch ca. 6 Jahre eine Statistikabteilung geführt. Aus diesem Wissen und meiner Erfahrung ist es meine Einschätzung, dass es außerordentlich schwierig ist, in diesem Bereich verlässliche Zahlen zu bekommen.
Im Grunde bedarf es einer sogenannten Vollerhebung (z.B. Volkszählung oder Auswertung der Einträge der Einwohnermeldeämter). Stichproben, wie bei Umfragen oder beim Mikrozensus (das ist die jährlich stattfindende kleine Volkszählung mit 1 % der Haushalte) ergeben nur dann verlässliche Daten, wenn sie auf Grundlage einer früheren Vollerhebung stattfinden. Da es diese nicht gibt, ist es nicht möglich eine repräsentative Umfrage durchzuführen.
Doch selbst mit einer Vollerhebung wird es schwierig. Es geht bereits damit los, dass für jede Befragte (Achtung: generisches Feminin) die Anonymität gewahrt werden müsste. Ansonsten sind die Zahlen für die Transsexuellen deutlich zu niedrig, weil viele dann nicht oder noch nicht bereit sind zu offenbaren, bzw. zu outen. Das lässt sich auch nicht durch Schätzungen korrigieren. Zum einen gibt es ja auch dafür keine Grundlage, zum anderen findet gerade in der Gesellschaft eine diesbezügliche Veränderung statt und die Relation zwischen geouteten und nicht geouteten verändert sich ständig.
Das nächste Problem sind die Begriffe und die Messskalen. Die Begriffe im Bereich sind sehr unklar und unscharf, allein die Diskussionen, die es hier im Forum bereits gab sind dafür Beleg genug. Und wo fängt transsexuell an und wo hört es auf. Das sind alles Punkte die klar und eindeutig geklärt sein müssen, bevor Daten erhoben werden. Und es muss sichergestellt sein, dass alle die zugrunde gelegten Definitionen auch akzeptieren.
In den meisten Fällen wird bei Umfragen auch mit falschen Messskalen gefragt. Als Beispiel nehme ich die von Nikola zitierte Umfrage von Civey. Dort gibt es folgende Skala:
- weiblich
- männlich
- trans
- enby
- anderes
Diese Skala ist völlig unbrauchbar. Ich selbst bin sowohl trans, als auch weiblich. Daher werden zwei Abfragen benötigt, zum Beispiel:
Geschlecht:
- weiblich
- männlich
- dazwischen
und
Geschlechtskongruenz
- trans
- cis
Nach dem Verständnis vieler hier, könnte die Frage nach dem Geschlecht auch eher auf einer numerischen Skala von 0 bis 100 abgebildet werden. Zum Beispiel
Weiblicher Anteil in Prozent
Männlicher Anteil in Prozent
Das würde die sehr unterschiedlichen Möglichkeiten recht gut ausdrücken, würde aber auch diejenigen irritieren, die sich mit dem Thema gar nicht beschäftigen. Als Alternative wäre dann auch möglich:
- eindeutig weiblich
- vorwiegend weiblich mit männlichen Anteilen
- enby
- vorwiegend männlich mit weiblichen Anteilen
- eindeutig männlich
Nachteil dieser Skala ist jedoch, dass sich einige darin dann wieder nicht wiederfinden.
Das lässt sich noch eine ganze Weile fortsetzen. Ich hoffe es ist klar geworden, warum es keine validen Daten gibt.
Dagegen halte ich es für möglich Minimalzahlen zu ermitteln. Grundlage könnte die Zahl der veränderten Geschlechtseinträge ein. Selbst wenn da ein paar dabei sind, die sich auf den Transweg verirrt haben, wird deren Zahl sicherlich durch die Zahl derjenigen überkompensiert, die sich nicht outen. Weitere Grundlage könnten die Zahlen von Verbänden wie der DGTI oder dem Bundesverband sein. Dabei gibt es jedoch das Problem, dass das auch Interessenverbände sind und dann häufig unterstellt wird, dass die genannten Zahlen zu hoch sind. Außerdem gehe ich davon aus, dass es weder bei der DGTI noch beim Bundesverband eine qualifizierte Statistikerin gibt, was der Qualität der Daten nicht zuträglich ist.
Daher ist der Versuch der Ermittlung selbst einer ungefähren Zahl der Transsexuellen ein Stochern im Nebel.
Liebe Grüße
Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
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In meiner Heimatstadt (ca. 16000 Einwohner) bin ich offensichtlich die einzige Trans*-Person. Diese Aussage stützt sich darauf, dass ich überall, wo ich mich geoutet habe, sei es bei Ämtern, Ärzten, Banken und anderen Einrichtungen mit Publikumsverkehr, stets der erste derartige "Fall" war. Eine von 16000, das sind aufgerundet etwa 0,01%. Diese Quote halte ich für realistisch. Wohlgemerkt, ich meine damit diejenigen, die ihre Transsexualität offen und ständig ausleben im Vergleich zur Gesamtbevölkerung.
Wenn ich dagegen von Zahlen bis in den ganzzahligen Prozentbereich höre, komme ich regelmäßig ins Grübeln. Da müsste es in meiner Heimatstadt über 100 Leute von dieser "Sorte" geben. Keine Ahnung, wo die sich versteckt haben?!
Sind das all diejenigen, bei denen Trans* nur hinter verschlossenen Türen oder gar nur im Kopf stattfindet?
Also in unserer Kleinstadt 8000 sind es so ca 20 von denen ich weiss (80 halte ich für realistisch), und Transmänner sind eh recht schnell stealth, die im Rathaus kannten auch alle das Prozedere, nur das Standesamt war mit der Eheurkunde überfordert
@Andrea:
Ich habe Transidentitär als überbegriff /Schirmbegriff benutzt für alle Menschen in dem Spektrum- von Damenwäscheträger, Crossdresser, Transvestit, envy, Genderfluid, Transsexuell. Ungenutzt oder geoutet, Stealhmode oder nicht.
Die Frage ist ja auch:
Wann ist denn jemand das eine oder das andere?
Wieviele von uns hier haben sich am Anfang als Damenwäscheträger bezeichnet, oder als Tranvestit, und erkennen nach ein paar Jahren, in dem sie dem Raum geben und sich erforschen, sie waren schon immer eine Frau in einem Männerkörper?
Aber wenn dass nur eine Erkenntnis ist, dann waren sie auch früher schon Trans, oder nicht?
Viele Grüße
Lori
Männlich / Weiblich: das sind doch bürgerliche Kategorien.
Ich nehme mal an,das es deutlich mehr Transgender gibt,da viele sich nie und nimmer outen werden.Wegen der Leute und wegen dem Stand in der Gesellschaft.Wer wird auch zugeben,das er heimlich ab und an die Kleidung seiner Frau anprobiert ? Die meisten werden wohl innerlich Männer sein und auch bleiben.Und die meisten transidenten Frauen,welche wie Männer sein wollen kann man gar nicht mehr als solche erkennen.Wen stört schon noch eine Frau im Hosenanzug ?
Viele Grüße,Rusalka