Die Idee einer Fernsehanstalt
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Jasmine
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Die Idee einer Fernsehanstalt

Post 1 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Ich entdeckte gerade diesen Artikel. und war erschrocken über die Ideen dieser Fernsehanstalt.
https://web.de/magazine/unterhaltung/ga ... k-36201604

Zitat aus dem Artikel:
Mit dem Reality-Format "Das Zockerhaus" wollte man beim ZDF einem jungen Thema widmen. Doch der Schuss ging in den Augen von Kritikern nach hinten los: Einige Bestandteile wirken auf sie erschreckend altbacken. Die Sendung würde sexistische und homophobe Klischees aus der Mottenkiste bedienen.

Unglaublich was sich die Macher des ZDF hier erlaubt haben.

Nachdenkliche Grüße Jasmine
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Ulrike-Marisa
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Re: Die Idee einer Fernsehanstalt

Post 2 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

ich habe zwar keine Fernseher, aber was ich in dem Artikel gelesen habe, ist einfach haarsträubend und wird der angesprochenen Jugend aus pädagogischer Sicht auf jeden Fall nicht gerecht; alles zu einseitig. Das erinnert mich fast schon an die Geschichte der "Welle" mit den bekannten (faschistoiden, radikalen) Auswirkungen.

Gruß, Ulrike-Marisa
scheue_Sarah
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Re: Die Idee einer Fernsehanstalt

Post 3 im Thema

Beitrag von scheue_Sarah »

Auch moin,

heran wachsende Jugendliche aus dem Cyberspace in der realen Welt zusammen zu bringen um deren Teamfähigkeit zu testen ist erst einmal eine gute Idee.
Den Verlierern der Aufgaben aber als Strafe "weibliche Attribute" wie Kleider, Schminke, rosa Einhornbettwäsche auf zu erlegen ist das Allerletzte! Die Message dahinter: Mädchen/Frauen sind Loser... Ein Bärendienst für die ach so aufgeklärte Jugend.

Teeren und Federn für den Erfinder der Sendung?
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Re: Die Idee einer Fernsehanstalt

Post 4 im Thema

Beitrag von Michaela Smile »

also ich weis auch nicht.
die Grundidee mag ja eventuell ok gewesen sein. aber die ausführung ist echt klischeehaft und diskriminiert in dieser Form alles feminine.
wenn Kleidung etc unteranderem als "Strafe" gelten soll (?) dann wäre es doch eventuell besser Jungs und Mädchen (und andere?) inss Spiel zu holen, und die Kleider müssen mit einem anderen, der zufällig ausgewählt wird, für einen Tag getauscht werden. dann wäre es vielleicht lustig, denn dann können es ja auch viel zu große oder zu kleine Kleider sein, oder eben auch gender a-typische.

hmm, weis nicht....
Michaela
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Re: Die Idee einer Fernsehanstalt

Post 5 im Thema

Beitrag von Lana »

Hups, in welchem Jahrhundert leben den die Leute, die sich das ausgedacht haben?
Erstmal nur eine reine Jungsgruppe mitmachen lassen und die dann mit total überkommenen Genderklischees behelligen.
Das manche Leute auch heute noch auf sowas verfallen ist das eine, aber wie kann es passieren, dass das tatsächlich gesendet wird? Gibt's da keine Redaktion, die sich die Ideen vor der Produktion nochmal kritisch ansieht?

LGL
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Re: Die Idee einer Fernsehanstalt

Post 6 im Thema

Beitrag von Wally »

Hi,

ich kann da zwar auch nur vom Hörensagen reden (ich gucke schon seit 14 Jahren kein Fernsehen mehr), aber ich verstehe wirklich nicht, warum sich einige Leute so darüber aufregen. Was ist denn so schlimm daran, Elemente einer gegengeschlechtlichen Genderrolle als "Verlierer-Strafe" bei Wettbewerbsspielen zu nutzen? Es funktioniert ja offenbar, weil das von einer bestimmten, männlichen Klientel, die hier als Teilnehmer ausgewählt wurden, auch tatsächlich als demütigend empfunden wird - wenn auch vielleicht mit einem Haut Gout, der für Manche gleichzeitig wiederum einen gewissen Reiz hat... Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass es der eine oder andere Teilnehmer darauf anlegt, das Spiel zu verlieren, um eine dieser "Strafen" auferlegt zu kriegen ;-) Gerade diese Ambivalenz macht die Sache ja auch für die Zuschauer interessant.

Es könnte auch andersrum funktionieren: per Hauptgewinn als Junge ein Kleid tragen und/oder sich die Fingernägel lackieren zu DÜRFEN. Nur wären dann die Teilnehmer andere: das wären dann eben nicht die typischen, durchschnittlichen Jungs wie in der Fernsehsendung, sondern speziell Leute wie wir. Ob es für einen Jungen eine Strafe oder eine Auszeichnung ist, ein Mädchenkleid tragen zu müssen bzw. zu dürfen, ist doch keine ideologische Frage, sondern eine Frage der individuellen Befindlichkeit!

Aus der Kritik an dieser Fernsehsendung lese ich eine Ablehnung jeglicher, sozialer Genderrollen als angebliche "Klischees". Diese Ablehnung kann ich aber gerade hier im Crossdresser-Forum am allerwenigsten nachvollziehen: wo blieben wir denn als Crossdresser, wenn es Genderrollen und das dazu gehörige, geschlechtsspezifische Outfit gar nicht mehr gäbe? Wie könnte man denn überhaupt crossdressen, wenn's nur noch Unisex-Kleidung gäbe? Unsere Besonderheit beruht doch gerade darauf, dass dasselbe Kleidungsstück für Männer und Frauen nicht dasselbe bedeutet.
Herzliche Grüße
Wally
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Re: Die Idee einer Fernsehanstalt

Post 7 im Thema

Beitrag von Lana »

Wally hat geschrieben: Mi 13. Okt 2021, 13:40 Was ist denn so schlimm daran, Elemente einer gegengeschlechtlichen Genderrolle als "Verlierer-Strafe" bei Wettbewerbsspielen zu nutzen?

Wenn es als Strafe funktionieren soll, dann tut es das nur, weil eine negative Wertung impliziert ist. Das ist problematisch, weil dadurch feminin konnotierte Attribute als etwas dargestellt werden, das nachteilig, minderwertig ist. Dass sowas in gewissen Kreisen "funktioniert", macht das Ganze nicht besser, im Gegenteil...
Ob es für einen Jungen eine Strafe oder eine Auszeichnung ist, ein Mädchenkleid tragen zu müssen bzw. zu dürfen, ist doch keine ideologische Frage, sondern eine Frage der individuellen Befindlichkeit!
Und so sollte es auch sein. Beim Konzept der Fernsehsendung ist die (negative) Zuschreibung aber bereits vorgegeben.

Unsere Besonderheit beruht doch gerade darauf, dass dasselbe Kleidungsstück für Männer und Frauen nicht dasselbe bedeutet.
Selbst wenn es so wäre - die beteiligten Jungs sollten auch die Freiheit haben, das für sich selbst entscheiden zu können. So wie es im Artikel beschrieben ist, werden sie lediglich zur Darstellung einer bestimmten (meiner Meinung nach überholten) Vorstellung von Gender benutzt.

Ansonsten:
Ein Rock ist ein Rock ist ein Rock.
Er mag für alle eine andere Bedeutung haben, aber diese Unterschiede am Gender festmachen zu wollen, halte ich für gewagt.

LGL
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Re: Die Idee einer Fernsehanstalt

Post 8 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! »

Hey...

also das Format ist...ähm ziemlicher Mist, aber...habt ihr mal reingeschaut?

Es gab auch "Strafen" wie Insekten essen, Playback in der Fussgängerzone singen, im Bällebad Kinderfotos machen
(mit Zuckerstange und posten, mhm), die Socken des Gewinnerteams waschen..also schlichtweg Sachen die die
meisten Jungs mit 15 wohl für albern oder ekelig halten.

Es ging essentiell nicht darum homophobe Klischees zu bedienen, da finde ich den Artikel definitiv überzogen.
Es ist pubertärer Jungskram..
Mädchen würden es wohl albern finden, sich einen Schnurrbart anzukleben, oder?
Und Schnurrbärte gehen gar nicht :roll:

Und es gab schon Mädchenformate mit ähnlichem Inhalt, wobei die Mädchen WG ein klein wenig erwachsener ist.
Wally hat geschrieben: Mi 13. Okt 2021, 13:40 per Hauptgewinn als Junge ein Kleid tragen und/oder sich die Fingernägel lackieren zu DÜRFEN.

Jungs dürfen das nicht? Und warum?
Wally hat geschrieben: Mi 13. Okt 2021, 13:40 Aus der Kritik an dieser Fernsehsendung lese ich eine Ablehnung jeglicher, sozialer Genderrollen als angebliche "Klischees". Diese Ablehnung kann ich aber gerade hier im Crossdresser-Forum am allerwenigsten nachvollziehen: wo blieben wir denn als Crossdresser, wenn es Genderrollen und das dazu gehörige, geschlechtsspezifische Outfit gar nicht mehr gäbe? Wie könnte man denn überhaupt crossdressen, wenn's nur noch Unisex-Kleidung gäbe? Unsere Besonderheit beruht doch gerade darauf, dass dasselbe Kleidungsstück für Männer und Frauen nicht dasselbe bedeutet.
Und ewig grüsst das Murmeltier...
die sind ganz goldig-wir haben welche auf dem Monte Baldo gesehen...

Crossdressen oder trans sein ist keine Besonderheit. Was ich nicht verstehe ist, das das nicht endlich mal als völlig normal betrachtet wird,
sonst kommt das nie als normal in der Mitte der Gesellschaft an. Ich bin nichts Besonderes und will ich auch nicht sein, für was denn?
Ich spiele auch keine Rolle, ich bin ich..
und wie Lana schon schrieb, ein Rock ist ein Rock ist ein Rock...für Männer und für Frauen und alle dazwischen.

Alles Liebe Marie (leicht genervt) (flo)
I´ve known the wind so cold, i´ve seen the darkest days, but now the winds i feel are only winds of change

Always be yourself, unless you can be a unicorn, then always be a unicorn

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Re: Die Idee einer Fernsehanstalt

Post 9 im Thema

Beitrag von Wally »

Lana hat geschrieben: Mi 13. Okt 2021, 14:40
Wenn es als Strafe funktionieren soll, dann tut es das nur, weil eine negative Wertung impliziert ist. Das ist problematisch, weil dadurch feminin konnotierte Attribute als etwas dargestellt werden, das nachteilig, minderwertig ist.
Nachteilig und minderwertig FÜR EINEN MANN, weil es sein Geschlecht konterkariert.
Ein Schnurrbart ist doch auch nicht gleich generell minderwertig und diskriminierend, bloß weil es für eine Frau (!) entwürdigend ist, sich einen anzukleben.
Ein Rock ist ein Rock ist ein Rock.
Er mag für alle eine andere Bedeutung haben, aber diese Unterschiede am Gender festmachen zu wollen, halte ich für gewagt.
Warum, zum Teufel, haben denn dann die meisten von uns solche Probleme damit, in der Öffentlichkeit einen Rock (+ Nylons, + Pumps usw.) zu tragen? Und worin liegt der Reiz, es trotzdem zu tun - wenn das alles doch so gaaarnix mit Gender zu tun hat??
Herzliche Grüße
Wally
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Re: Die Idee einer Fernsehanstalt

Post 10 im Thema

Beitrag von Elizabeth »

In Folge 1 hab ich mal reingeschaut (teils vorgespult):
Bei der Einhorn-Bettwäsche (sind Mädchen mit 15 darüber nicht längst weg?) haben die Jungs mit dem Gender-Klischee gespielt und sich nen Jux draus gemacht!
Vielleicht führt die Sendung ja sogar dazu, daß die Kids (auch die Zuschauer) darüber nachdenken...
...manchmal ist auch Blödsinn zu etwas gut!
@Lana: Mädels haben sich die Hose längst erkämpft, bei den Jungs ist bzgl. Überwindung von Homophobie,... wohl mehr Nachholbedarf!

LG Elly
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
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