Lucky70 hat geschrieben: Mo 31. Mai 2021, 20:23
... Könnte es nicht so sein, dass wir - ich meine jetzt die Teilzeitfrauen, nicht die Transgender - nicht irgendwie einem Idealbild von Frauen anhängen und dieses erreichen wollen? Vielleicht ist dann dieses Idealbild auch von den Frauen übernommen worden - sei es um Männer zu gefallen, sei es weil sie das als weiblich und erstrebenswert erachten - aber in der Summe ein gesellschaftlich/kulturelle Prägung und keine biologisch / genetische Anlage ist? Damit wäre das alles irgendwie antrainiert und angeeignet - und abhängig vom aktuellen Rollenbild. Dass sich ja immer Änderungen unterworfen ist - wie hier schon richtig beobachtet wurde.
Nur ein Gedanke.
Lucy
Gefällt mir gut, dein Gedanke, liebe Lucy. Ich denke, das ist genau meine Motivation, weshalb ich crossdressing ausübe. Und ja, natürlich orientiere ich mich dann an weiblichen Idealbildern. Die ich natürlich irgendwann mal gelernt habe, also kann man sagen, meine Vorbilder seien kulturell oder gesellschaftlich geprägt. Dabei ist es mir aber völlig gleich, ob manche mir manche vorwerfen, meine Ideale stammten aus einer anderen Zeit oder aus der Mottenkiste, und Frauen seien heutzutage anders, klüger, emanzipierter. Ich will nämlich eine "weibliche" Frau sein, gerade als crossdresser.
Im Englischen gibt es den Begriff des "female impersonator". Genau das mache ich, ich schlüpfe (auf Zeit) in eine weibliche Person hinein, ich personifiziere diese Frau Das gelingt mir umso mehr, je besser ich die weibliche Körpersprache und Gestik beherrsche. Jetzt sind wir wieder beim Thema.
Ich bin seit mehreren Jahren aktiv in diesem Forum und habe hier nicht wenige Menschen getroffen, die unglücklich mit ihrer Situation sind, oft nur deswegen, weil sie sich nicht richtig trauen, offen zu dem zu stehen, was nun einmal Realität ist, und unsere Motivation, Frauenkleider anzuziehen, ist nun einmal Realität. Stattdessen bleiben sie irgendwo in diesem Zwiespalt hängen und stoßen auf Ablehnung. Mir ging es anfangs ähnlich, bis ich draufkam, ja, ich bin so wie ich bin und das ist auch gut so.
Nichts anderes war der Grund, warum ich mich mit weiblicher Motorik, Mimik, Gestik und Körpersprache beschäftigt habe, und das Thema finde ich nach wie vor faszinierend, Dabei geht es mir primär nicht darum, das Phänomen vom Grund her zu verstehen, also kein "woher es kommt" und "warum es das überhaupt gibt", sondern ganz einfach darum aufzuzeigen und zu beschreiben, was es alles gibt. Also nicht das Warum und Woher, sondern primär das WAS. Ich mache hier keine Lebenshilfe, aber ich habe an mir selbst gemerkt: Wenn ich en femme gestylt bin und so gekleidet, dann sollte ich mich auch wie eine solche bewegen und verhalten können. Andersfalls klappt's nicht so ganz mit der Akzeptanz da draußen.
L.G. Valerie