BERLIN: Straftaten gegen Homosexuelle, Behinderte und Obdachlose
BERLIN: Straftaten gegen Homosexuelle, Behinderte und Obdachlose

Antworten
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27022
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 181 Mal
Danksagung erhalten: 2020 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

BERLIN: Straftaten gegen Homosexuelle, Behinderte und Obdachlose

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

hier nachzulesen:

https://www.berlin.de/aktuelles/branden ... derte.html

Gruß
Anne-Mette
steffiSH
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 874
Registriert: Di 22. Jul 2014, 08:44
Geschlecht: mennchen
Pronomen: wasauchimmer
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 117 Mal
Danksagung erhalten: 43 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: BERLIN: Straftaten gegen Homosexuelle, Behinderte und Obdachlose

Post 2 im Thema

Beitrag von steffiSH »

Anne-Mette hat geschrieben: Do 25. Feb 2021, 09:21 Moin,

hier nachzulesen:

https://www.berlin.de/aktuelles/branden ... derte.html

Gruß
Anne-Mette
man sich kann die Meldung
"Die Polizei in Brandenburg hat im vergangenen Jahr erheblich mehr Straftaten gegen Menschen mit anderer sexueller Orientierung, Behinderte und Obdachlose registriert als 2019." ja mal merken aber nicht mehr, denn es sind ja zur Zeit auch besondere Verhältnisse. Es müssen ja nicht mehr Staftaten sein, sondern es könnten auch einfach mehr angezeigt werden. Wer weiß.
sum sum sum - no Latein
Beatrix
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 535
Registriert: Sa 25. Jul 2015, 16:40
Geschlecht: IS.....>...F
Pronomen: sie/ihr
Wohnort (Name): Bullerbü :-)
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: BERLIN: Straftaten gegen Homosexuelle, Behinderte und Obdachlose

Post 3 im Thema

Beitrag von Beatrix »

steffiSH hat geschrieben: Do 25. Feb 2021, 09:57 Es müssen ja nicht mehr Staftaten sein, sondern es könnten auch einfach mehr angezeigt werden. Wer weiß.
Das war auch mein erster Gedanke.
Nachdem Gott mich geschaffen hatte, sagte er: "Ups, da ist mir doch
ein Fehler passiert. Na egal, den müssen andere wieder ausbügeln. :-)"
Lana
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1697
Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 796 Mal
Danksagung erhalten: 1278 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: BERLIN: Straftaten gegen Homosexuelle, Behinderte und Obdachlose

Post 4 im Thema

Beitrag von Lana »

So arg hoch scheint die Motivation zur Anzeige bei der Polizei nicht zu sein:
Wegen einer vermuteten fehlenden Sensibilität beim Umgang mit den Opfern würden Übergriffe oftmals der Polizei nicht gemeldet. Zwischen den Behörden und Opfern gebe es Berührungsängste und Unsicherheiten.
Laut Innenministerium deckt sich diese Einschätzung mit den Ergebnissen einer Online-Befragung des Sozialministeriums vom Januar 2018 unter Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung, die eine Straftat nicht angezeigt hatten. Danach hatten 92 Prozent geantwortet, eine Strafanzeige habe einen zu hohen Aufwand ohne entsprechenden Nutzen. 91 Prozent hätten bei einer Anzeige nicht mit einem Ergebnis gerechnet, während 83 Prozent befürchteten, sie würden von den Behörden nicht ernst genommen.
Gut, die Zahlen sind 3 Jahre alt. Aber wie kann das sein, dass so wenig Vertrauen in die Behörden da ist? Schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit? Vorurteile?
Ich muss sagen, der Artikel lässt mich ratlos zurück.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Marlene K.
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2146
Registriert: Fr 10. Aug 2018, 17:54
Geschlecht: größtenteils weiblic
Pronomen: sie, ohne Überempfin
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 203 Mal
Danksagung erhalten: 65 Mal
Kontaktdaten:

Re: BERLIN: Straftaten gegen Homosexuelle, Behinderte und Obdachlose

Post 5 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Alle Begründungen stehen doch im Text. Es ist gut, dass mehr angezeigt wird. Es ist ein Anfang. Es muss besser werden.

Marlene
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Svetlana L
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1512
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 06:47
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 49 Mal
Danksagung erhalten: 145 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: BERLIN: Straftaten gegen Homosexuelle, Behinderte und Obdachlose

Post 6 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Lana hat geschrieben: Mo 1. Mär 2021, 23:29 Aber wie kann das sein, dass so wenig Vertrauen in die Behörden da ist? Schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit? Vorurteile?
Ich muss sagen, der Artikel lässt mich ratlos zurück.
Ja klar, viele ältere Schwule haben ja noch den -§ 175 erlebt, da herrscht noch immer vielfach ein Misstrauen gegen "die Obrigkeit" - und wird auch so weitergegeben. Im Artikel geht es übrigens um Brandenburg (falscher Betreff!). Ich denke, in Berlin sind wir da schon etwas weiter. Gerade Anne und Sebastian, die beiden LSBTI-Ansprechpersonen bei der Berliner Polizei, leisten da wirklich ganz wichtige und hervorragende Pionierarbeit. Aber selbst bei uns rechnet man noch mit ca. 80 - 90% Dunkelfeld, wie mag das dann wohl andernorts aussehen? Diese Vorbehalte müssen unbedingt abgebaut werden, damit wir irgendwann mal zu aussagekräftigen Zahlen kommen.
Im "Berliner Monitoring Trans- und homophobe Gewalt" ist zu Anzeigeverhalten und Dunkelfeldproblematik etwas geschrieben.
Hawadehre
Svetlana

As gitt halt nix Bessers wäi wos Guads!
Däi owapfölzer Bärlinerin
Michi
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 5922
Registriert: Mo 19. Dez 2016, 09:45
Pronomen: sie
Forum-Galerie: gallery/album/11
Hat sich bedankt: 667 Mal
Danksagung erhalten: 808 Mal
Kontaktdaten:

Re: BERLIN: Straftaten gegen Homosexuelle, Behinderte und Obdachlose

Post 7 im Thema

Beitrag von Michi »

Lana hat geschrieben: Mo 1. Mär 2021, 23:29 So arg hoch scheint die Motivation zur Anzeige bei der Polizei nicht zu sein:
Wegen einer vermuteten fehlenden Sensibilität beim Umgang mit den Opfern würden Übergriffe oftmals der Polizei nicht gemeldet. Zwischen den Behörden und Opfern gebe es Berührungsängste und Unsicherheiten.
Laut Innenministerium deckt sich diese Einschätzung mit den Ergebnissen einer Online-Befragung des Sozialministeriums vom Januar 2018 unter Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung, die eine Straftat nicht angezeigt hatten. Danach hatten 92 Prozent geantwortet, eine Strafanzeige habe einen zu hohen Aufwand ohne entsprechenden Nutzen. 91 Prozent hätten bei einer Anzeige nicht mit einem Ergebnis gerechnet, während 83 Prozent befürchteten, sie würden von den Behörden nicht ernst genommen.
Gut, die Zahlen sind 3 Jahre alt. Aber wie kann das sein, dass so wenig Vertrauen in die Behörden da ist? Schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit? Vorurteile?
Ich muss sagen, der Artikel lässt mich ratlos zurück.

LGL
Hallo Lana,

zuerst einmal möchte ich Marlene beipflichten. Die Antworten stehen doch in dem von dir zitierten Text.

Und aus meinen eigenen Erfahrungen kann ich da auch noch was beisteuern:

Ich habe Polizisten erlebt, die im privaten Umfeld auf Feierlichkeiten interne Infos über konkrete Personen zum Besten gegeben haben.

Ich musste mir bei einer privaten Party eines Ehepaares (m.W. beide im Strafvollzug tätig), mit dem eine Ex-Freundin von mir befreundetet war, derart widerliche rechtsextreme Äußerungen anhören, dass ich sie nach kurzer Zeit gedrängt habe, einen Vorwand zu finden, damit wir wieder gehen konnten.

Ich habe mich von meiner Frau wegen von ihr ausgehender häuslicher Gewalt getrennt. Und ich bin nur durch einen glücklichen Umstand nicht Opfer eines körperlichen Angriffs geworden, als ich in Leipzig als Frau zurecht gemacht in der Innenstadt unterwegs war.

Was glaubst du wohl, wie groß mein Vertrauen ist, soetwas bei der Polizei anzuzeigen, wenn dabei ein für mich nicht kalkulierbares Risiko besteht, dass ich nicht ernst genommen werde, und auch damit rechnen muss, das irgendwelche Leute davon erfahren?!

Übrigens habe ich vor 2-3 Jahren an einer anonymen Umfrage teilgenommen, die an uns gerichtet war, und vom Land oder Polizei in Sachsen über Selbsthilfegruppen verbreitet wurde. Dort habe ich auch meine Bedenken und Befürchtungen angegeben, und mein Negativ-Erlebnis in Leipzig geschildert.


Beste Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Lana
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1697
Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 796 Mal
Danksagung erhalten: 1278 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: BERLIN: Straftaten gegen Homosexuelle, Behinderte und Obdachlose

Post 8 im Thema

Beitrag von Lana »

Liebe Marlene, liebe Michi,

mit "ratlos" bezog ich mich weniger auf die im Artikel angesprochenen Gründe, nicht zur Polizei zu gehen. Es tut mir auch Leid zu erfahren, dass es sich dabei nicht nur um Vermutungen handelt, wie die Beispiele von Michi zeigen. Vielleicht bin ich in der Hinsicht auch einfach naiv, weil ich (zum Glück!) keine eigenen Erfahrungen damit habe.

Ich bin vielmehr ratlos, was die offiziell verkündeten Zahlen unter diesen Umständen überhaupt aussagen? Letztlich wissen wir doch nicht sehr viel über das wirklich Ausmaß von Gewalt gegen die angesprochenen Gruppen.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Marlene K.
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2146
Registriert: Fr 10. Aug 2018, 17:54
Geschlecht: größtenteils weiblic
Pronomen: sie, ohne Überempfin
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 203 Mal
Danksagung erhalten: 65 Mal
Kontaktdaten:

Re: BERLIN: Straftaten gegen Homosexuelle, Behinderte und Obdachlose

Post 9 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Lana hat geschrieben: Mi 3. Mär 2021, 00:31 Liebe Marlene, liebe Michi,

mit "ratlos" bezog ich mich weniger auf die im Artikel angesprochenen Gründe, nicht zur Polizei zu gehen. Es tut mir auch Leid zu erfahren, dass es sich dabei nicht nur um Vermutungen handelt, wie die Beispiele von Michi zeigen. Vielleicht bin ich in der Hinsicht auch einfach naiv, weil ich (zum Glück!) keine eigenen Erfahrungen damit habe.

Ich bin vielmehr ratlos, was die offiziell verkündeten Zahlen unter diesen Umständen überhaupt aussagen? Letztlich wissen wir doch nicht sehr viel über das wirklich Ausmaß von Gewalt gegen die angesprochenen Gruppen.

LGL
Liebe Lana,
hierzu arbeiten Organisationen wie Maneo und ähnliche in Berlin, ebenso Wissenschaftler aller Art. Zu sagen, wir können nichts Aussagen, wie es die Sicherheitsbehörden machen, die sich weigern, die Zahlen von häuslicher Gewalt oder antiqueerer Gewalt als solche zu erfassen und so zu unterdrücken passt hier in meinen Augen nicht.

Das ist so ähnlich, wie die Haltung vieler Sicherheitsbehörden, die Fälle nur als rechtsextrem einstufen wollen, wenn ein Täter mit "He.. Hit.." Rufen direkt bei dem Legen des Brandes oder dem Zünden der Bombe von einem Polizisten oder Staatsanwalt gesehen wurde und dieser nicht links der CDU wählt, sonst wäre er ja als antifaschistisch befangen...

Entschuldige die ziemlich ironische Antwort, die nur zuspitzen und nicht verletzen soll...

Marlene
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Lana
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1697
Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 796 Mal
Danksagung erhalten: 1278 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: BERLIN: Straftaten gegen Homosexuelle, Behinderte und Obdachlose

Post 10 im Thema

Beitrag von Lana »

Liebe Marlene,

dass es dazu auch andere Zahlen geben mag, stelle ich doch gar nicht in Abrede, insbesondere in Berlin. Der Artikel handelt von Brandenburg, ich habe keine Ahnung, welche anderen Erkenntnisse außer den im Artikel dargestellten dort vorliegen.

Eigentlich sind wir nicht weit auseinander, denn genau auf den Umstand bezieht sich meine Ratlosigkeit:
Immer mal wieder tauchen offizielle Zahlen auf, andere werden nicht erwähnt. Für Menschen, die nicht so tief in dem Thema stecken wie etwa du, bleibt eine Informationslücke,die es im Grunde unmöglich macht, die Bedeutung dieser offiziell verkündeten Zahlen einzuschätzen.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Marlene K.
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2146
Registriert: Fr 10. Aug 2018, 17:54
Geschlecht: größtenteils weiblic
Pronomen: sie, ohne Überempfin
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 203 Mal
Danksagung erhalten: 65 Mal
Kontaktdaten:

Re: BERLIN: Straftaten gegen Homosexuelle, Behinderte und Obdachlose

Post 11 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Lana hat geschrieben: Mi 3. Mär 2021, 12:47 Liebe Marlene,
...
Immer mal wieder tauchen offizielle Zahlen auf, andere werden nicht erwähnt. Für Menschen, die nicht so tief in dem Thema stecken wie etwa du, bleibt eine Informationslücke,die es im Grunde unmöglich macht, die Bedeutung dieser offiziell verkündeten Zahlen einzuschätzen.

LGL
Liebe Lana,
das sehe ich ja durchaus, dass wir nicht weit auseinander sind. Aber wir können hier leider keinen anderen verantwortlich machen für unsere Informationen. Die müssen wir uns selber erarbeiten. Es kann und darf keine staatliche Stelle geben, die uns "offizielle" Zahlen verordenen dürfen. Jede veröffentlichte Zahl ist unbewusst oder bewusst interessengeleitet.

Daraufhin müssen wir jede Veröffentlichung, ob offiziell oder nichtsataatlich, lesen, auch wenn das anstrengend ist.

Es grüßt Dich

Marlene, der genau das genaue Hinschauen auch manchmal zu anstrengend ist
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Antworten

Zurück zu „Missbrauch/sexualisierte Gewalt/Hassverbrechen“