Rat und Erfahrungen bei Scheidung
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Jen
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Rat und Erfahrungen bei Scheidung

Post 1 im Thema

Beitrag von Jen »

Hallöchen Zusammen, (ap)

Sorry, wenn ich hier ein Thema geöffnet habe, welches es vielleicht schon gibt... :oops: Wenn ich aber Scheidung in der Suche eingebe, kommen über 24 Seiten mit Ergebnissen. Nach den ersten paar Seiten hab ich's dann aufgegeben. Aber ich habe festgestellt, dass dies in diesem Forum leider schon viele Durchgemacht haben, bzw. durchmachen mussten. :cry: Daher kann die oder der ein oder andere sicherlich aus dem Nähkästchen plaudern...

Bei mir steht der Beginn der Scheidung gerade an (das erste Mal :wink: ), daher habe ich damit noch keine Erfahrungen, außer dem, was ich mal immer so am Rande mitbekommen habe und ein paar Internetweisheiten...
Wir möchten eine Härtefallscheidung machen, damit wir es so schnell wie möglich hinter uns haben. Noch wohne ich unserem gemeinsamen Haus mit unseren zwei Pubertieren, aber das soll sich spätestens Anfang des Jahres ändern, bevor wir uns noch wegen "Missverständnissen" an den Kragen gehen... :cry:

Da ich gelesen habe, dass Fremdgehen und seine Frau ein Mal schlagen kein Härtefall darstellt, aber ich nun als Transgender mit Dauerprüglern und Kindesmisshandlern auf einer Stufe i.S. Härtefall stehe (ag) , wollte ich Euch mal Fragen, ob es da irgendwelche Probleme gab?
Auch, ob ich da auf irgendwas achten muss, was ich machen muss, bzw. nicht machen soll? Meine Frau und ich wollen uns einen Anwalt teilen. Sie kümmert sich drum :roll: :shock: Die kann mir dann viel zur Unterschrift vorlegen mit irgendwelchen Klauseln, die mich ins totale Aus stoßen.
Mittlerweile ist das Finanzielle natürlich auch ein Thema und bei der Berechnung nach der Düsseldorfer Tabelle kann mir die "Anwältin meiner Frau" natürlich viel erzählen...

Wenn da nicht immer so Worte wären, wie "Du kannst froh sein, wenn wir uns noch so einigen, ansonsten musst Du den vollen Unterhalt zahlen..", "Du bist ja schuld!" usw... würde ich beruhigter schlafen können...
Mittlerweile verdient meine Frau allerdings mehr als ich, da ich ja schon Pensionärin bin...

Ich danke Euch schon vielmals für Eure Mühe (he)

Alles liebe

Jen (ki)
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Michi
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Re: Rat und Erfahrungen bei Scheidung

Post 2 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo Jen,

schwieriges Thema. Ich steige gleich mal voll ein ...

Vorab möchte ich aber noch erklären: IANAL .. auf deutsch .. ich bin kein Anwalt. Das sind letztlich nur meine persönlichen Ansichten und Erfahrungen.


Sich einen Anwalt zu teilen, halte ich für eine ganz schlechte Idee. Das würde ich allenfalls als eine Option ansehen, wenn man sich absolut einig ist, keiner von Beiden irgendwelche Ansprüche an den jeweils Anderen hat, keine Kinder im Spiel sind, und nichts, was zu teilen ist.

Aber das trifft alles auf euch nicht zu.

Du solltest damit rechnen, dass euer Anwalt auch nur ein Mensch ist, und gerade wenn hauptsächlich deine Frau mit ihm kommuniziert, muss man davon ausgehen, dass Parteilichkeit zu Gunsten deiner Frau entsteht. Daher wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit verlieren, und dich machtlos und ausgeliefert fühlen. Möchtest du dir das wirklich antun?

Bei meiner Trennung haben wir uns damals jeder einen Anwalt genommen. Als es zu eskalieren drohte, und die Anwältin meiner Frau anfing, böse Briefe zu schreiben und Anträge zu stellen, stand ich vor der Wahl, mit meinem Anwalt dagegen zu halten. Ich habe mich anders entschieden, wollte die Eskalation nicht mitmachen, und habe ein 8-Augen-Gespräch vorgeschlagen. Mein Anwalt war zunächst skeptisch, aber ich hatte mich gut vorbereitet, und konnte der gegnerischen Anwältin den Wind aus den Segeln nehmen.

Dass es bei euch auf eine Härtefallscheidung hinaus laufen soll, macht dich zum Schuldigen, zum Sündenbock. Bei einer Scheidung sollte es aber nicht um die Suche eines Schuldigen gehen. Gehe ich recht in der Annahme, dass das alles so auf Druck deiner Frau passiert? Die von dir beschriebenen Äußerungen möchte ich gar nicht im Einzelnen kommentieren. Doch sie lassen leider befürchten, dass es noch viel schlimmer werden könnte, wenn es ernst wird. Etwas Zeit bis zur regulären Scheidung vergehen zu lassen, in der ihr etwas zur Ruhe kommen könnt, wäre möglicherweise besser. Ich glaube nicht, dass ihr Geld sparen oder sonst irgendwas gewinnen werdet, wenn ihr es schnell hinter euch bringen wollt.

Das erst mal für den Moment.


Es tut mir so leid für dich, dass das so läuft.


Liebe Grüße
Michi
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Re: Rat und Erfahrungen bei Scheidung

Post 3 im Thema

Beitrag von Jen »

Hallöchen Ihr beiden, (moin)

Erstmal vielen lieben Dank für Eure Antworten. (he)

Wir dachten, dass wir uns aus Kostengründen einen Anwalt teilen. Wir hatten vor uns im Vorfeld zusammenzusetzen, die "Vermögensverhältnisse" gemeinsam klären und im Anschluss dem Anwalt übergeben. Was ich allerdings nicht überprüfen kann sind die Berechnungen, die dann angestellt werden... Meine Frau fühlt sich auch immer gleich über den Tisch gezogen, da sie gewissen Sachen in den falschen Hals bekommt...

Aber das mit den zwei Anwälten leuchtet ein. Kostet dann die Scheidung das Doppelte?
Ich muss gestehen, dass ich auch ein bisschen Angst vor zwei Anwälten habe. Die reden dann viel und stacheln alles noch mehr an?

Wie wurde mir heute wieder seitens meiner Mutter gesagt... Ich sei ein sehr Harmonie bedürftiger Mensch...

Ist das immer noch so, dass der, der die Trennung verursacht, der "Depp" oder in meinem Fall die "Deppin" ist? Sind das nur Gerüchte oder wird da nur nach Zahlen und Fakten geurteilt?

Dankeeeeee (ki) (ki) (ki)

Jen
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Re: Rat und Erfahrungen bei Scheidung

Post 4 im Thema

Beitrag von Michi »

Jen hat geschrieben: Mi 25. Nov 2020, 23:15 Kostet dann die Scheidung das Doppelte?
Hallo Jen,

an den Gerichtskosten ändert sich schon mal nichts, wenn ihr euch einen gemeinsamen Anwalt nehmt. Die Gebühren des Anwaltes berechnen sich zunächst erstmal nach dem Streitwert. Wie der fesgesetzt wird, wenn er euch zusammen betreut, dazu kann ich nichts sagen. Vielleicht zahlt ihr noch zusätzlich, wenn er irgendwelchen Mehraufwand ansetzt, z.B. weil der Aufwand in diesem Falle höher ist, oder sowas in der Art. Ein Anwalt wird wohl kaum freiwillig auf sein Geld verzichten. Aber das sind wie gesagt nur meine Gedanken dazu. Anwaltskosten könnt ihr euch ersparen, in dem ihr so viel wie möglich unter euch klären könnt, und die Anwälte und Gericht nur das bearbeiten lasst, was als absolut notwendig vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist. Dazu gehört z.B. der Rentenausgleich. Kann man sicher auch im Netz recherchieren.

Kleiner Hinweis noch: Wenn ihr euch bei einem Thema einigt, und es dann dem Anwalt übergebt, wird der trotzdem die ihm nach Gebührenordnung zustehenden Gebühren berechnen, und freut sich über weniger Arbeit. Es gilt die Faustregel: Alles, was über seinen Tisch geht, kostet euch Geld.


Liebe Grüße
Michi
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Re: Rat und Erfahrungen bei Scheidung

Post 5 im Thema

Beitrag von Frieda »

Jen hat geschrieben: Mi 25. Nov 2020, 23:15 ...
Aber das mit den zwei Anwälten leuchtet ein. Kostet dann die Scheidung das Doppelte?
Ich muss gestehen, dass ich auch ein bisschen Angst vor zwei Anwälten habe. Die reden dann viel und stacheln alles noch mehr an?

Wie wurde mir heute wieder seitens meiner Mutter gesagt... Ich sei ein sehr Harmonie bedürftiger Mensch...

Ist das immer noch so, dass der, der die Trennung verursacht, der "Depp" oder in meinem Fall die "Deppin" ist? Sind das nur Gerüchte oder wird da nur nach Zahlen und Fakten geurteilt?
...

Liebe Jen❣️

Meine Erfahrung, es gibt nur Zahlen und Fakten. Und bei meiner Scheidung wurde keiner schuldig gesprochen, sondern das die Scheidung von beiden gewollt wird und mehr nicht.
Ich bin auch stark dafür, dass jede Seite seinen Anwalt nimmt. Ihr trennt euch, also kann es an diesem Punkt auch gleich konsequent beginnen. Dieses endgültige Loslassen ist ein Prozess, er fällt nicht leicht und man kommt nicht drumherum, es wäre nur ein aufschieben. Also kümmere dich um dich, denn keiner kann das besser tun, als du selbst.
Die Anwaltskosten sind blöd ja, jeder zahlt seinen Anwalt, trotzdem würde ich die Kröte fressen und meinen eigenen Anwalt mir wieder nehmen, eben weil du so harmoniebedürftig bist❣️

Die nächste Zeit wird nicht einfach, aber vielleicht kann es dich trösten, dass sie nicht von Dauer sein wird und du danach deine eigene Ruhe und deinen Frieden finden kannst, denn, dass ist, wenn auch heute vielleicht unvorstellbar, trotzdem sehr gut möglich❣️

Namaste 🙏
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•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
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Re: Rat und Erfahrungen bei Scheidung

Post 6 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Dass du mehr Konfrontation befürchtest, wenn da zwei Anwältys im Spiel sind, kann ich gut verstehen. Um da ein langwieriges hin und her und stille Post mit Briefen und Missverständnissen zu vermeiden könntet ihr vielleicht nach Michis Idee regelmässige Vierertreffen machen.
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Re: Rat und Erfahrungen bei Scheidung

Post 7 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Schwere Frage,
ich habe zwei Scheidungen hinter mir.
Einmal mit einem Anwalt - da waren wir uns aber über alles einig - somit null Problem.
Das andere mal Rosenkrieg und das geht nur mit eigenem Anwalt - sonst geht du unter.
Prozesskostenbeihilfe - somit auch Anwaltskosten kannst du ja beantragen wenn dein Einkommen es nicht zulässt.

Fühl dich mal genuddelt du Arme.

Meine Tel. hast du ja

Liebe Grüße

Lisa
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Re: Rat und Erfahrungen bei Scheidung

Post 8 im Thema

Beitrag von Patricia »

Ich habe zwar keine Scheidung hinter mir, aber nach meinem Gefühl, kann ein Anwalt zwei gegnerische Parteien gar nicht objektiv beraten, er wird sich früher oder später, vielleicht auch unbewusst, auf die eine oder andere Seite stellen.
Wenn da nicht immer so Worte wären, wie "Du kannst froh sein, wenn wir uns noch so einigen, ansonsten musst Du den vollen Unterhalt zahlen..", "Du bist ja schuld!" usw... würde ich beruhigter schlafen können...
Eigentlich sagt das doch deutlich genug aus, dass du einen Anwalt benötigst der völlig hinter Dir steht und nicht jemanden der Dir evtl. in den Rücken fällt. Du möchtest Kosten sparen was ich verstehe, aber nicht dass es Dich am Ende wesentlich mehr Geld kostet.

Liebe Grüße
Patricia
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Re: Rat und Erfahrungen bei Scheidung

Post 9 im Thema

Beitrag von Karla »

Bei der Scheidung gilt inzwischen das Zerrüttungsprinzip - eine "Schuldfrage" stellt sich da in den allermeisten Fällen gar nicht!
Selbst Transsexualität bis hin zur GaOP zieht nicht mehr automatisch eine Scheidung nach sich -dem BVG sei Dank!
Wenn Deine Frau inzwischen mehr verdient als Du, dann kannst DU Dir mit dem Scheidungsantrag Zeit lassen: Sie erwirbt ggf. noch weitere, dann ausgleichspflichtige Rentenansprüche, Du jedoch nicht! (Mich hat der Versorgungsausgleich damals richtig Geld gekostet, da ich während der Ehe mehr verdiente und meine Ex auch nach der Trennung länger nicht gearbeitet hat, obwohl unsere nur eine, gemeinsame Tochter da bereits aufs Gymnasium ging)
Über die Immobilie wie auch den gesamten Zugewinnausgleich kann frau sich auch ohne Anwalt und Gericht einigen.
Ich hab 2 üble Scheidungen hinter mir, wenn Du magst, dann schick mir Deine Kontaktdaten (handy z.B)
Bei meiner 2. Scheidung hat zum Schluß sogar unsere gemeinsame Tochter, damals 14-16, zwischen uns beiden vermittelt.
Die Vermögensauseinandersetzung war allerdings auch derart komplex, daß wir sie erst 7 Jahre nach der Trennung (und damit 2 Jahre nach der Scheidung) zum Abschluß gebracht haben - zum Schluß ohne Anwalt, Einigung über die Immobilie beim Notar beurkundet - wenigstens diese Kosten hielten sich in Grenzen.

wichtig: Getrenntleben geht selbst in einer Wohnung - auch wenn das ganz arg Nerven kostet! In einem Haus ist es evtl. leichter zu lösen. Zieh keinesfalls aus, bevor Du alle Belege über Dein Anfangs- und Euer gemeinsames Endvermögen gesichert hast!

Unterhalt mußt Du vermutlich nur für Deine Kinder zahlen, wenn Deine Frau mehr verdient als Du.

LG Elly
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
Jen
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Re: Rat und Erfahrungen bei Scheidung

Post 10 im Thema

Beitrag von Jen »

Guten Morgen liebe Mädels, (ki)

Vielen lieben Dank für Eure Antworten. (he)
Wahrscheinlich liegt ihr richtig, dass ich mir einen eigenen Anwalt nehmen sollte. Ich mag das aber irgendwie nicht glauben, dass es Streit wegen Sachwerten geben könnte. Ich schreibe bewusst könnte, da es zwischendurch auch gute Zeiten gibt. Trotzdem habe ich ein ganz schlechtes Gefühl bei der Sache. Meine Frau wirkt eigentlich sehr abgeklärt und versucht auch immer die Kinder ins Spiel zu bringen, wenn es z.B. um das Haus geht. Z.B. in Bezug auf Auszahlung "Du wirst doch den Kindern nicht das Haus wegnehmen wollen..." usw. Natürlich möchte ich das nicht und irgendwie kann man da auch was drehen. Ich möchte es aber sauber machen und dann nicht in ein paar Jahren, wenn ich vielleicht weiß, wo die Reise hingeht und ich Geld brauche dem Geld hinterherrenne. Besonders, da ich nicht weiß, ob dann bei ihr ein neuer Mann im Spiel ist, welcher sie dann beeinflusst.
Ach Mädels, ich weiß im Augenblick gar nicht wo mir der Kopf steht. Obwohl ich erst nächsten Monat mit der HRT beginne, habe ich jetzt schon Gefühlsschwankungen vom allerfeinsten :shock: :lol: :lol: :lol:
Ich bin gerade dabei die monatlichen Belastungen, Kredite usw. aufzuarbeiten. Ist das übel. Nach 18 Jahren Ehe geht alles den Bach runter... Aber wem erzähl ich das. Ihr alle wisst, wie es ist, wenn man sich dauernd verstellen musste und fast explodiert wäre, weil die Frau raus wollte.
Sorry, bin vom Thema abgeschweift :oops:

Übrigens: Da dieses Thema ja leider nicht nur mich betrifft, können auch andere hier Fragen stellen.

Ich danke Euch vielmals (ki)

Liebe Grüße

Jen (ki)
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Re: Rat und Erfahrungen bei Scheidung

Post 11 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo Jen,

so langsam kommen die Erinnerungen bei mir wieder ..

Zum Thema Unterhalt wäre zu sagen, dass es nicht mehr so wie früher ist, dass er zwangsläufig und lebenslänglich zu zahlen ist. Unterhalt ist vor allem dann zu zahlen, wenn die Kinder noch so klein sind, dass sie noch nicht bzw. später nur ein paar Stundenarbeiten arbeiten gehen kann. Und es ist auch nicht mehr so, dass nur der Mann der Frau unterhaltspflichtig ist. D.h. wenn sie mehr verdient als du, ist sie dir gegenüber in der Pflicht. Wenn ich das mal mit meinen Worten so sage, hast du da im Prinzip sogar eine Art Verhandlungsmasse, und musst nicht ohne Zugeständnisse ihrerseits darauf verzichten, nur weil sie deine Frau ist. Was sie übrigens, soweit ich das noch weiß, nicht machen darf ist, ihre Arbeit ohne wichtige Gründe reduzieren oder aufgeben, um weniger Einkommen zu haben, um sich iher möglichen Unterhaltspflicht zu entziehen oder gar dich in die Pflicht zu bringen. Sinngemäß heißt es wohl, dass beide Partner die finanzielle Situation nicht mutwillig verschlechtern dürfen, um den jeweils anderen Partner zu schädigen.

Noch kurz zu den Kindern. Bei uns war es damals so, dass wir unser Kind im Wechselmodell (50/50) betreut haben. Trotzdem war meine Ex der Meinung, dass ihr als Mutter Kindesunterhalt zustünde, und hat erst mal die ganze Maschinerie in Gang gesetzt. Ebenso wollte sie das Kindergeld, dass ja immer nur an einen Elternteil ausgezahlt wird, für sich allein beanspruchen. Den Zahn musste ihr dann ihre Anwältin in meinem Beisein ziehen.

Ein paar Jahre später, als unser Kind sich durchgesetzt hat, und ganz bei mir gelebt hat, habe ich dann auf den Kindesunterhalt von ihr verzichtet, um eine erneute Auseinandersetzung und erneutes Leid für unser Kind zu vermeiden, da sie es bei der Trennung emotional unter Druck gesetzt und erpresst hat, weil es eigentlich von Anfang an ganz bei mir bleiben wollte.

Genaueres zu den ganzen Aspekten rund um die Trennung wird dir auf jeden Fall ein Anwalt sagen können. Und du siehst vielleicht langsam, wie komplex das Thema ist, und dass es um so wichtiger ist, dass du einen eigenen hast.

Eine eindringliche Bitte habe ich noch zum Schluss an dich:

Gehe nicht mit den ganzen Infos, die du hier von uns bekommst, direkt zu deiner Fau, um ihr zu sagen, wie die Sache aussieht.


Das sorgt nur für Eskalation, und das ist nicht das, was ich und ganz gewiss auch alle anderen beabsichtigt haben. Ich möchte dir nur ein wenig die Augen öffnen, dass du dich nicht aus Unwissenheit vollkommen unterbuttern lässt, und am Ende massive Schäden für deine seelische Gesundheit davon trägst, wenn es dir klar wird.


Liebe Grüße
Michi
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Re: Rat und Erfahrungen bei Scheidung

Post 12 im Thema

Beitrag von Aria »

Nur ganz kurz. Wenn man sich in allem - insbesondere was das finanzielle und das Umgangsrecht angeht - einig ist, reicht ein Anwalt vollkommen aus. Das erspart viel Geld und Ärger. Denn es ist in jedem Fall so, dass Anwälte den Fall aufbauschen, da die natürlich nur an einem interessiert sind - eurem Geld.

Was ich auch noch raten kann, ist sich immer mal wieder zusammen zu setzen und unklare Fragen zusammen klären. Getroffen, Laptop auf und geschaut was das Netz hergibt. So kommt sich keiner benachteiligt vor. Und was den Kindesunterhalt angeht, das ist wirklich kein Hexenwerk. Komplizierter wir es, wenn der Unterhaltspflichtige das gemeinsame Eigenheim bewohnt. Aber auch dafür gibt es im Netz ganz gute Rechner und Fallbeispiele. Mach dich auf jeden Fall schon mal auf eine teure Zeit gefasst und behalte immer ein Blick für die Kinder, denn die sind die einzigen Leid tragenden an dem ganzen.
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Re: Rat und Erfahrungen bei Scheidung

Post 13 im Thema

Beitrag von Jen »

Vielen lieben Dank Mädels, (ki)

Ihr seid echt klasse (he) Die Infos werde ich natürlich "vertraulich" behandeln. Es geht mir nur darum ein bisschen Hintergrundwissen zu bekommen. Ansonsten kann man mir Dummchen ja viel erzählen.
Meine Frau hat am 03.12. bereits einen gemeinsamen Termin bei einem Anwalt gemacht. Dann bin ich mal gespannt...
Sie meinte, dass wir das finanzielle im Vorfeld klären und das dann dem Anwalt übergeben.
Wenn mir da dann bzgl. Unterhalt oder so irgendwas komisch vorkommt, dann nehme ich mir sofort einen eigenen.

Ich vertraue mal auf meine Frau, dass sie auch nur einen Termin ausgemacht hat und nicht schon was besprochen hat. Bitte nichts sagen, ich bin halt ein kleines Dummchen, Blödchen und Naivchen...

Ich halte Euch auf dem laufendem und Danke Euch alle für die tollen Ratschläge (ki)

Lasst Euch alle Herzen (ki)

Jen
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Re: Rat und Erfahrungen bei Scheidung

Post 14 im Thema

Beitrag von Karla »

Hör Dir das ganze beim Anwalt mal an, aber mach in dem Termin auf keinen Fall irgendwelche Zusagen!!!
Nur über Nutzen und Lasten der Immobilie solltet Ihr Euch einig werden: Wer wohnt drin, wer zahlt ggf. die Raten, Grundsteuer, Müll, Strom,..
Bei mir war es etwas komplex: 3 Kinder aus 2 verschiedenen Ehen, da muß frau (Stichwort Erbrecht) zu klaren Verhältnissen kommen!
Wenn ihr kein derartiges Patchwork-Problem habt und Euch einig seid, daß Eure gemeinsamen Kinder die Bude mal erben sollen, dann könnt ihr die ganze (teure!!!) Vermögensauseinandersetzung aus dem Scheidungsverfahren raushalten und Euch unter 4 Augen einigen - nur für die Übertragung von Immobilien bzw. den Eigentumsanteilen daran braucht es einen Notar. Das ganze muß die Anwälte nix angehen, es sei denn, einer der Partner zieht die Sache ins Verfahren mit rein.
Der Anspruch auf Zugewinnausgleich verjährt erst 3 Jahre nach Beendigung des Güterstandes - nicht ewig warten, muß aber nicht im Scheidungsverfahren erledigt werden!
Wenn Ihr Euch einig seid, dann muß nur die Scheidung selbst und der Versorgungsausgleich übers Gericht laufen!
Unterhalt für die Kinder kann kostenfrei übers Jugendamt tituliert werden - wenn die Kiddies 18 sind, werden die Karten sowieso neu gemischt!
Kinder in der Pubertät: Sollten die z.B. mal studieren wollen, dürfen sie kein zu großes Vermögen haben, falls sie BaföG bekommen wollen! Vermögen der Eltern bleibt außen vor, lediglich das Einkommen wird ggf. berücksichtigt.

LG Elly - abwehrkampferfahren!
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Re: Rat und Erfahrungen bei Scheidung

Post 15 im Thema

Beitrag von Karla »

Hab hier noch einen guten Link gefunden, der auf einige Eventualitäten hinweist:

https://www.familienrecht.de/zugewinnau ... ausgleich/

LG Elly
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