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Anne-Mette hat geschrieben: Fr 19. Jun 2020, 20:09wer sich das mal anhören will, was Frau Storch gesagt hat, kann das hier tun: [...]Ich befürchte fast, sie hat es ernst gemeint.
Natürlich meint sie das ernst. Genau die die anderen menschenfeindlichen Dinge, die von dieser Partei kommen. Und sie nutzen ja auch die Möglichkeiten als Abgeordnete für "Anfragen", aktuelle Stunden, usw.
Was eigentlich zur demokratischen Kontrolle innerhalb einer zivilisierten Gesellschaft gedacht ist, wird gegen uns, die Zivilgesellschaft genutzt. In verschiedenen Fraktionen und parlamentarischen Büros der Rechten sind nachweislich Leute aus der rechtsextremen Szene von IB, drittem Weg & Co beschäftigt und haben mit Hausausweisen und über die MdB Zugriff auf Parlamentsinfos.
Sowas passiert bei "nur mal ein bisschen Protest wählen" - oder bei "is mir egal, ich geh eh nicht wählen".
Dazu folgendes: Es sollte bitte erstmal geprüft werden, wie oft das denn wirklich passiert.
Gefahren, die theoretisch bestehen, aber dann am Ende ganz selten oder nie auftauchen, finde ich
wenig gefährlich, nicht ganz vernachlässigbar, aber ...
Außerdem: Ja, die Gefahr, dass eine Frau mit einem Penis jmd. vergewaltigen kann (übrigens kann sie auch
Männer vergewaltigen oder Kinder), besteht. Und die Unterscheidung zwischen einer Frau mit einem Penis und
jmd. der einfach iwo reinkommt... naja. Damit muss man leben. Wie gesagt, das darf kein Totschlagargument
werden, um uns aus allen Frauenräumen zu verbannen oder OPs aufzuzwingen.
Abgesehen davon können Frauen mit Muschis auch andere Männer/Frauen/TV/Genderqueere angraben, betatschen,
sexuell nötigen. Und das tun sie auch. Dieser Fall ist viel viel häufiger als der emotional triggernde von den angeblichen
Horden von Menschen mit Penissen, die in Frauenräumen einfallen, um eine echte Vergewaltigung durchzuführen.
Denkt mal drüber nach. Die Panik die geschürt ist, ist unrational. Diese Fälle, hab ihr je mal von einem gehört, wo das
wirklich geschah? Da möchte ich bitte Statistiken zu haben und vorher lasse ich mich da auf nichts ein und mir meine Rechte
nicht nehmen, ich halte meine Schwestern ohne OPs und Zwangstherapien und auch ohne Hormoneinnahme nach wie vor für sauber
und Fälle dreister Straftäter die als Frau verkleidet oder in Männerkleidung Frauenbereich stürmen, um Körperverletzungen zu
begehen, für weiterhin vernachlässigbar. Ausserdem gibts Kameras, die man davor und dahinter an Türen anbringen kann, nicht wahr?
Man muss das Thema nicht emotional aufgeladen angeben, so wie die AfD es wahrscheinlich tut. Ich bin keine Kriminelle und meine
Freundinnen auch nicht, ich möchte Zugang zu Frauenräumen, weil ich eine Frau bin und mich nicht auf Diskriminierungen über geschürte
Ängste als Türöffner für Einschränkungen einlasse.
Abgesehen davon ist es auch die generelle Pflicht von den Hauseigentümern bzw. Veranstaltern, jeweilige Frauenbereiche
safe und begehbar zu halten. Ganz rational: Wenn jemand im Kleid einen Frauenraum betreten kann, um anschließend dann
eine sexuelle Straftat zu begehen, kann er das auch in Männerkleidung. Da beisst die Maus keinen Faden ab.
In der Regel sollten solche Straftaten verhinderbar sein, wenn sensible Räume rundherum vernünftig geschützt sind, man kann
SOS Knöpfe installieren, Kamere davor dahinter, Menschen, die auf die Sicherheit achten und soviele dieser Bereiche gibt es
auch nicht, abgesehen davon, dass solche Straftaten in den letzten Jahren eh ziemlich nachgelassen haben, soweit ich weiß.
Ich möchte mich nicht mehr emotionalen Argumenten aufhalten, die suggerieren, unsere Gleichstellung und das abbauen von
diskrimiminierenden Gesetzen wäre eine Gefahr für Menschen (!!) mit Vaginas.
Gegenderte Bereiche find ich generell doof. In Berlin gibt es bereits vielerorts Toiletten, Umkleiden und andere Räume, wo einfach
alle sich umziehen (z.B. auch i.d. Sauna), von Vergewaltigungen hab ich da noch nie gehört, mich dort immer wohlgefühlt und noch mal
sexuell NÖTIGEN kann jeder und jede und jedes und das tun sie auch, die Behauptung, dass nur Menschen mit Penis und Testosteronpegel
andere sexuell nötigen würden, ist ein Mythos.
Man sollte sich auch mal vergegenwärtigen, dass z.B. sexuelle Belästigungen durch Menschen mit Vaginas einfach seltener zur Anzeige gebracht
werden, ich habe schon sehr sehr oft von Frauen mit Penissen gehört, die von Frauen mit Vaginas belästigt, übergriffig behandel und begrabscht
wurden. Das kommt vor. Und egal wo man sich wie umzieht. Da ist es völlig egal, was jmd. unten hat und welches gender, von daher geht es beim
Toiletten und Frauenbereichstreit lediglich um Vergewaltigungen ink. Penetration, muss man halt mal so sagen.
Und dazu: Welche von uns, gerade die auch, die noch neu dabei sind, aus Frauenbereichen auszuschließen, bedeutet konkret, sie zu zwingen, in Männerbereichen
zu sein, allein, ungeschützt und v.a. völlig unwissend, wie man in der weiblichen Rolle überhaupt mit Übergriffen und männlicher Sexualität umgeht.
Ich denke, niemand ist gefährdeter, sexuelle Gewalt zu erleiden, als eine Frau/Transperson in einem Männerbereich, die sich ihrer Rolle/Stellung noch nicht
so sicher ist.
Und darum finde ich es auch wichtiger, genau diese Menschen zu schützen, auch wichtiger als die sehr unwahrscheinliche Möglichkeit einer penetrativen Vergewaltigung
in einem Frauenbereich zu verhindern (die kommen einfach nicht soooooo oft vor, wie dass Männer eine sehr unsichere, als statusmäßig weit unten wahrgenommene Frau
als Beute/Sexobjekt betrachten)
Neue Aktionsgruppe gegen das Transsexuellengesetz - https://t.me/NoTSG030
es zeigt schon Wirkung, was die Abgeordnete Storch und einige andere Menschen zu einem vorrangigen Thema machen wollen.
Dabei: es geht sicherlich nicht in erster Linie um potenzielle Vergewaltigungen, auch wenn sie immer wieder genannt werden.
In vielen öffentlichen Räumen haben Frauen Schutzräume, so z.B in Schwimmbädern und Sauna-Einrichtungen. Hier in Flensburg wurde noch vor ein oder zwei Jahren ein Extra-Frauentag eingerichtet, weil er als notwendig erachtet wurde.
Die Argumente für Schutzräume oder besondere Zeiten für besondere Gruppen haben sich über Jahrzehnte oder noch länger in vielen Kulturkreisen gehalten und werden als "selbstverständlich" erachtet.
Die Vorteile von Toiletten und Umkleideräumen für alle Geschlechter wurden auch hier im Forum immer wieder genannt und Forderungen, solche Räume einzurichten, fanden und finden die Unterstützung vieler UserInnen.
Allerdings werden sich nicht sofort alle dieser Räumlichkeiten verwirklichen lassen, sodass wir uns sicherlich sogar noch längere Zeit mit dem Problem herumschlagen müssen, dass es im Schwimmbad und beim Sport Einrichtungen für Frauen, für Männer, für "Behinderte" - und in manchen Fällen Einzel-WCs und Umkleidekabinen gibt.
Die Einrichtungen für Frauen und für "Behinderte" werden im Allgemeinen als Schutzräume für den Personenkreis angesehen, der sich als berechtigt ansieht, sie zu nutzen. Diese Rechte werden teilweise vehement und mit den verschiedensten Argumenten verteidigt. Ob es sich um "richtige Frauen" handelt, die z.B eine Frauendusche aufsuchen, wird in den meisten Fällen durch eine "visuelle Kontrolle" durch die anderen Frauen erfolgen. Um so größer ist dann ein möglicher Aufschrei, wenn "unpassende Menschen" in den Raum kommen.
Es ist wichtig, für mehr Offenheit zu werben und sich nicht nur auf das Vergewaltigungsthema einzulassen; denn es ist nicht vorrangig.
So lange es Räume gibt, die nur einer bestimmten Gruppe zur Verfügung stehen, wäre es gut, sich mit dieser Gruppe zu verständigen - und auch im Allgemeinen viel mehr Informationen über Transsexualität und Intersexualität zu verbreiten; denn es gibt immer noch sehr viele Menschen, die zu wenig oder nichts über unsre Themen wissen.
Um so schlimmer, wenn sie, weil sie uns nicht wahrnehmen, die Argumente von Storch & Co als schlüssig einstufen.
Sonnenuhr hat geschrieben: Sa 20. Jun 2020, 16:06Mal was anderes, wann wird denn wieder getagt zur Änderung des TSG?
Ich werd nicht richtig schlau aus der Seite von Bundestag.
Die beiden Entwürfe sind jetzt im Innenausschuss. Da werden sie irgendwann beraten und kommen ggf geändert ins Parlament. Die Termine des Innenausschuss habe ich auch nicht gefunden. Die Sitzungen sind aber quasi immer nicht-öffentlich. Ab und zu gibt es öffentliche Anhörungen mit Expert"¢innen, aber ansonsten braucht 1 Infos aus dem inneren Kreis, was da läuft / lief.
Meine persönliche Einschätzung:
Der wahrscheinliche Ausgang ist, dass beide Entwürfe wegen "not invented here" (= GroKo sagt "is nich von uns, stimmen wir aus Prinzip nich zu") versickern oder abgelehnt werden. Bekannteste Ausnahmen waren die "Ehe für (fast) alle" und die Gesetze bzgl ("Werbung" für) Abtreibung und Organspende, wo ausdrücklich persönliche Gewissensentscheidung statt Fraktionsdiszplin angesagt war.
Im besten Fall kommt der - bisher unbekannte - GroKo-Entwurf von BMJV und BMI noch zu den beiden jetzigen Vorlagen dazu, dann wird im Ausschuss verhandelt und umgetextet und das Kompromissergebnis, hoffentlich mit vielen Teilen von Grün und FDP geht zur Abstimmung ins Parlament.
Die Timeline würde ich in Monaten messen. Erst mal ist bald Sommerpause. Dann viel aktuelle Corona-Nachbereitung und ab Beginn 2021 Wahlkampf. TSG hat da absolut keine Prio und wird meines Erachtens von der Basis bei CxU, SPD, FDP auch eher als giftig für Wahlergebnisse betrachtet. Terminlich günstigstenfalls rutscht eine mittelgute Lösung mit einer CxU-gefärbten Idee von "beweisbarem Geschlecht" (M.Henrichmann) noch durch den BT, bevor ab März oder so der Wahlkampf beginnt. Nach der Wahl wäre jedenfalls auch erst mal 6 Monate Pause, egal wer die Regierung stellt.
Und ich erwarte mir auch keinen schnelles Ergebnis es geht ja schließlich nur um unsere Menschenrechte, wenn das über die Wahl vertüddelt wird dann könnte es sein dass die AFD dieses Thema im Wahlkampf verteufelt und Menschen wie mich brandmarkt. Hier wäre die Politik gefordert kürzester Zeit etwas zu tun und ein Zeichen in Europa zu setzen und auch ein klares Zeichen Richtung Amerika. Wenn man sich anschaut wie in der Corona Zeit komplexere Gesetze abgearbeitet werden und das TSG Gesetz seit Jahrzehnten überfällig ist, dann sollte die Politik sich mal ein wenig bewegen. Niemand kann voraussehen wie viel Prozente die AFD bekommt und davor sowie den Auswirkungen wenn die AFD gegen Menschen wie mich wettert, habe ich ein klein wenig Angst.
Viele liebe Grüße Jasmine
Es kommt doch nicht darauf an, was Frau von Storch Hässliches sagt. Wenn sich danach die anderen Fraktionen im Gesetzgebungsverfahren richten, verärgern wiederum viele Betroffene und Sympathisanten und holen sie sich früher oder später die nächste Klatsche aus Karlsruhe. Das Thema bleibt erhalten und wird alle wiederum einige Jahre länger beschäftigen. Wollen die das wirklich?!
Es kommt doch vielmehr darauf an, dass die anderen Franktionen zusammen mit der Bundesregierung jetzt im Gesetzgebungsverfahren schnell ein vernünftiges Gesetz zusammenzimmern und verabschieden. Dann ist das Thema noch vom dem Bundestagswahlkampf vom Tisch. Vorlagen und Anregungen aus unseren Kreisen gibt es genug.
Jaddy hat scho geschrieben, wie so ein Gesetzes verfahren jetzt weiterlaufen kann. Natürlich kann es dauern. Doch habe ich die Hoffnung auf pragmatische Vernunft noch nicht völlig aufgegeben.