Krisen und Notlagen - Fragen von simi
Krisen und Notlagen - Fragen von simi - # 3

Jaddy
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Re: Krisen und Notlagen „ Fragen von simi

Post 31 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Soweit ich das sehe, ist das Leben von meinem Ehewesen und mir deshalb so toll, weil wir auch bei Irritationen und Unstimmigkeiten nicht vom schlimmsten ausgehen, sondern annehmen, dass die Partnerperson grundsätzlich liebevoll und aufrichtig ist und an einer glücklichen Beziehung interessiert, auch wenn sie gerade (noch) nicht in der Lage ist, entprechend zu kommunizieren.

Mit anderen Worten: Wir setzen auch im Konflikt auf Verständnis und Empathie füreinander.

Ich sehe allerdings auch, dass ein nach Deiner Definition "normaler" Mensch durch reflexartig aktivierte Normen und Konventionen das nicht so kann. Ein schönes Beispiel, dass "normal" ganz schön üble Folgen haben kann.

Ich verstehe auch, was Du beschreibst. Das kenne ich aus meiner Vergangenheit und bin froh, es mit meinem Bunny abgelegt zu haben. Ausgehend davon biete ich eine andere Perspektive an, die vielleicht irgendwann das neue "normal" wird und zu glücklicheren Beziehungen führt.
Michi
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Re: Krisen und Notlagen „ Fragen von simi

Post 32 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo Jaddy, Hallo zusammen,

ich wollte mich eigentlich aus diesem Thread heraus halten, aber ich muss dir einfach danke dafür sagen, dass du so geduldig, sachlich und freundlich versuchst, ein Gegengewicht zu Panikmache und Verunsicherung zu schaffen. Ich soll dir auch von meinem Partnerwesen (meine liebste Frieda bestand auf diese Wortwahl) ganz herzlich Danke sagen. (flow)

Wir sollten wohlwollend davon ausgehen, dass Simi sich sicherlich nicht die Mühe mit der Anmeldung hier im Forum gemacht hat, um Munition gegen ihren Partner zu bekommen, sondern um Hilfe beim Verstehen zu finden.

Und was den Partner von Simi betrifft: Ihr möchtet euch bitte daran erinnern, wie schwer sich viele von uns getan haben, sich einem anderen Menschen anzuvertrauen. Die Ablehnung in der Gesellschaft ist sehr verbreitet. Und diese Ablehnung viele Jahre zu erleben, hinterlässt tiefe Spuren auf der Seele, Verletzungen und Narben, die sich nicht einfach so bei Seite schieben lassen.

Ich selbst weiß es noch, als wäre es gestern (und nicht vor 10 Jahren) gewesen, als ich mich bei meiner damaligen neuen Partnerin aktiv outen wollte. Es war das erste Mal, dass ich es damals getan habe, und es hatte mich Jahre gekostet, mich innerlich auf solch eine Situation vorzubereiten. Und dennoch ist mir vor Aufregung und Angst fast das Herz zum Hals heraus gesprungen. Meine Hände haben fürchterlich gezittert, und mir war, als würde ich gleich ohnmächtig zusammen sacken.

Vor knapp 2 Jahren habe ich nun meine Frieda gefunden, und ihr gleich beim ersten Date von meiner weiblichen Seite erzählt. Der Weg bis dahin war für mich harte Arbeit.

Also bitte .. Simi .. gehe wohlwollend davon aus, dass dein Partner wohl noch nicht so weit ist. Aber vielleicht entsteht eine starke Verbindung zwischen euch, wenn du ihm bei dieser Entwicklung helfen kannst. Es wird viel Geduld brauchen, und womöglich keine leichte Aufgabe werden, doch ich denke, dass solltest du versuchen, bevor du daran denkst, die Brocken hinzuschmeißen.
Jaddy hat geschrieben: So 1. Mär 2020, 21:10 Ich sehe allerdings auch, dass ein nach Deiner Definition "normaler" Mensch durch reflexartig aktivierte Normen und Konventionen, das nicht so kann. Ein schönes Beispiel, dass "normal" ganz schön üble Folgen haben kann.
Sehr treffend auf den Punkt gebracht. Ich gebe zu, ich bin manchmal ein wenig neidisch, wenn ich so knackige Formulierungen lese. Aber du weißt ja: Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.


Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Krisen und Notlagen „ Fragen von simi

Post 33 im Thema

Beitrag von Carry »

MichiWell hat geschrieben: So 1. Mär 2020, 22:59 Ich selbst weiß es noch, als wäre es gestern (und nicht vor 10 Jahren) gewesen, als ich mich bei meiner damaligen neuen Partnerin aktiv outen wollte. Es war das erste Mal, dass ich es damals getan habe, und es hatte mich Jahre gekostet, mich innerlich auf solch eine Situation vorzubereiten.
Hallo Michi, und auch Hallo Jaddy,

ich komme wirklich aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus!
Hier eine sehr ernst gemeinte Frage an euch:
Wenn all diese Dinge doch so furchtbar banal sind, dann stellt sich mir allen Ernstes die Frage, wieso es EUCH Jahre kosten darf, sich darauf vorzubereiten, sich zu outen - wieso habt ihr Angst und Scham, wenn das alles doch so lächerlich banal ist? Kann jawohl dann alles nicht so dramatisch sein, also stellt euch doch nicht so an! Dann haut es doch einfach raus!
Euch darf das alles immer Jahre kosten und mit Angst und Leid usw verbunden sein, aber die jeweilge Partnerin hat bitteschön SOFORT, im ersten Moment mal ganz locker zu bleiben, alles ganz easy, überhaupt kein Ding....
Leute Leute ....es sei Euch echt von ganzem Herzen gegönnt, dass ihr so "erleuchtet" seid und in eurer ach so glitzernden "Love-Peace-&-Harmony"-Welt lebt mit euren Ehewesen/Partner*Innen, aber für wahrscheinlich so ungefär 98% der Menschen ist das NICHT die Realität.

Was mich so richtig an der ganzen Sache stört: Ihr seht nur euch selbst und euer Wattebäuschchen-Leben - aber hier meldet sich (mal wieder!) eine Partnerin in der allerersten akuten Situation, beschreibt ihr eigenes Gefühl als "freien Fall" und ihr bittet abermals nur um Verständnis für den Herren der Schöpfung, der sich komplett verweigert, die Situation zu klären. Habt ihr eigentlich auch nur einen Funken einer Vorstellung, wie das bei einer Partnerin, die sich Hilfe suchend an das Forum wendet, rüberkommt? Ich mutmaße mal: NEIN!

Es geht darum, die Partenrin hier zunächst mal aufzufangen, Ängste erst Mal ERNST zu nehmen und dann, wenn der erste akut Schock verdaut ist, eine SANFTE Aufklärung zu beginnen, Hilfestellung zu leisten, bei dem Versuch, zu verstehen und klarzukommen.

Simi zu bitten, doch wohlwollend davon auszugehen, dass ihr Partner noch nicht soweit ist.....der Hammer!!! Aber sie muss "soweit sein", einfach mal ganz locker zu bleiben und das ganze wohlwollend zu betrachten...?!?!?!
Ich habe damals bei mir schon ständig darum gebeten, mir doch mal ein bisschen Zeit zu lassen, überhaupt erstmal mit der Situation gedanklich, emotional, einigermaßen klarzukommen. Und all meine Apelle haben, zumindest bei euch Beiden, definitiv nichts genutzt. Kaum meldet sich eine neue Partnerin, schon bekommt sie die Selben Platitüden zu hören...
Kein Wunder, dass die meisten Partenrinnen sich hier sehr schnell wieder zurückziehen. Traurig ...

Gott sei Dank (oder wem oder was auch immer) gibt es in diesem Forum Menschen, die Verständnis für Partnerinnen aufbringen - Menschen, wie Anja (he) (aber natürlich auch noch andere!), die genau verstehen, um was es einer hier Hilfe suchenden Partenrin erstmal geht, und die mit Geduld und ganz viel Verständnis für die Situation der Partnerin parat stehen, um jede noch so "dumme" Frage mit Geduld zu beantworten! An dieser Stelle tausend Dank dafür! (flow)

Carry
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Re: Krisen und Notlagen „ Fragen von simi

Post 34 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Morgen,
Carry hat geschrieben: Mo 2. Mär 2020, 09:20 Wenn all diese Dinge doch so furchtbar banal sind, dann stellt sich mir allen Ernstes die Frage, wieso es EUCH Jahre kosten darf, sich darauf vorzubereiten, sich zu outen - wieso habt ihr Angst und Scham, wenn das alles doch so lächerlich banal ist?
Sicherlich AUCH aus dem Grund, dass es ungute Reaktionen gibt und dass Partnerinnen ähnlich reagieren könnten wie Du es in einigen Beiträgen formuliert hast.

In einigen Deiner letzten Antworten ist mir eine gewisse Schärfe aufgefallen.
Ich rechne Dir hoch an, dass Du für die Rechte der Partnerinnen streitest, obwohl Du sehr viel Gegenwind zu spüren bekommen hast, auch von den "Lockeren".
Allerdings möchte ich ALLE bitten, die Auseinandersetzung mit dem gebotenen Respekt - und im besten Fall sogar mit einem freundlichen Blick auf die Belange des geweils Anderen zu betreiben.

Die eigene Beschreibung von Geschlecht, von Familie und Zusammenleben mag für die eigene Person stiimmen, aber längst nicht für alle.

Herzliche Grüße
Anne-Mette
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Re: Krisen und Notlagen „ Fragen von simi

Post 35 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Moin,

ich denke auch, dass in einem Streit kein Nutzen für Simi liegt. Wie wäre es, wenn Ihr aus den unterschiedlichen Positionen eine Synthese bastelt. Ich verstehe darunter:

- die Bewertung des Koffers herunter zu schrauben ist sinnvoll
- der Hinweis, dass wofür wir Transmenschen viele Jahre brauchen, sollte uns zu Geduld mit Partnerinnen mahnen
- die Reaktion von Simi könnte auf Konventionen beruhen, die in ihrem Fall jedoch nicht greifen müssen
- ...

Die einzelnen Punkte sind nur bedenkenswerte Aspekte und keine Vorschriften oder Zwangsläufigkeiten.

Die Liste kann noch fortgesetzt werden. Ich kann mir vorstellen, dass Simi damit deutlich mehr anfangen kann als mit einem Streit, wer denn hier nun Recht hat. Eigene Befindlichkeiten zurückzunehmen sollte m.E. hier geboten sein. Für einen Steit kann man einen eigenen Fred aufmachen.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Krisen und Notlagen „ Fragen von simi

Post 36 im Thema

Beitrag von Carry »

Anne-Mette hat geschrieben: Mo 2. Mär 2020, 09:30 In einigen Deiner letzten Antworten ist mir eine gewisse Schärfe aufgefallen.
Ich rechne Dir hoch an, dass Du für die Rechte der Partnerinnen streitest, obwohl Du sehr viel Gegenwind zu spüren bekommen hast, auch von den "Lockeren".
Allerdings möchte ich ALLE bitten, die Auseinandersetzung mit dem gebotenen Respekt - und im besten Fall sogar mit einem freundlichen Blick auf die Belange des geweils Anderen zu betreiben.
Hallo liebe Anne-Mette,

ja, die Schärfe ist auch durchaus da! Leider habe ich manchmal wirklich das Gefühl, dass es weichgespült einfach mal so gar nicht ankommt.
Danke für die Bitte an ALLE (!!!), einen freundlichen Blick auf die Belange des jeweils anderen zu haben!
In diesem Thread - der von Simi eröffnet wurde - sollte es m.E.n. also in erster Linie um die Belange von Simi gehen!

An dieser Stelle eine Bitte / ein Vorschlag!
Ich habe bis heute keinen Zugang zu dem geschützten Partenrinnen-Bereich bekommen, warum auch immer...?!
Vielleicht wäre es für alle Beteiligten sinnvoll, wenn dieser Zugang den Partnerinnen schneller (oder überhaupt) gewährt wird - gerade in der ersten Akutphase?! Dies nur als Anregung...
Ans "Eingemachte" geht es ja eh meist in PN's, denn es traut sich ja hier kaum eine Partnerin, öffentlich ihre Belange zu schildern ...was eigentlich sehr traurig ist ...aber nicht jeder hat meine "Pferdenatur" und stellt sich den ganzen Anfeindungen, denen man hier als Cis-hetero-Partnerin leider allzu oft ausgesetzt ist.
Aber eigentlich ist das hier OT ...also überlege ich mal, ob ich für diese "Diskussion" nicht mal einen eigenen Thread aufmache?!
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Re: Krisen und Notlagen „ Fragen von simi

Post 37 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Wenn wir uns einigen können, dass diese Sache zwar für den "normalen" Partner*in sehr gewöhnungsbedürftig und Ängste auslösend jedoch im nachhinein (also wenn die Gewöhnung eintritt und die Ängste nachlassen) nichts schlimmes oder verwerfliches ist. Eventl. die Beziehung aber dann keinen Sinn mehr macht. Dann könnte man sich ja darauf einigen, das eine gut und ernst gemeinte Hilfestellung sich darauf belaufen muss eben nicht diese Ängste zu befeuern sondern gerade darauf hinzuweisen, das es im nachhinein nichts schlimmes sein wird. Ob die Beziehung dann für dieses Paar dann noch Sinn ergibt, kann ja das Paar für sich herausfinden.

Analoges Beispiel: Irgend etwas läuft mit meinem Rechner nicht und ich rufe die Hotline an. Was würde besser helfen?

a) Alles Ok ... wir kriegen es gemeinsam in nullkommanix hin

oder

b) OMG! Sie haben ja so Recht. Das ist extrem schlimm. Ich würde jetzt nicht tauschen wollen

?

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Re: Krisen und Notlagen „ Fragen von simi

Post 38 im Thema

Beitrag von Carry »

Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 2. Mär 2020, 09:54 Wenn wir uns einigen können, dass diese Sache zwar für den "normalen" Partner*in sehr gewöhnungsbedürftig und Ängste auslösend jedoch im nachhinein (also wenn die Gewöhnung eintritt und die Ängste nachlassen) nichts schlimmes oder verwerfliches ist.
Grundsätzlich stimme ich Dir da absolut zu ....ABER ....in dem vorliegenden Fall ist ja das Problem, dass Simi noch gar nicht weiß, was letztlich "die Sache" mit dem Koffer bedeutet, weil er sich in Schweigen hüllt!
Wenn es das ist, was wir wahrscheinlich alle hier so denken (behaupte ich jetzt mal...), dann hast Du natürlich Recht - aber momentan stehen wir an der Stelle, dass Simi nicht weiß, was es mit den Sachen auf sich hat und sich ihr Kopfkino, auf Grund dieser mangelden Aufklärung seitens ihres Partners, natürlich und für mich absolut nachvollziehbarer Weise, erstmal in Schallgeschwindigkeit dreht und die Gedankenspiralen keinerlei Ruhe finden können...

Wenn sich jemand im " freien Fall" befindet, finde ich es wesentlich hilfreicher, aufgefangen zu werden - da nutzt es mir nichts, wenn mir jemand sagt: "Hey, sieh das doch mal so - fliegen kann doch auch voll schön sein und wenn Du Dich locker machst, dann ist der Fall doch gar nicht so schlimm..."

Den Vergleich mit dem Problem am Rechner finde ich jetzt unpassend - das kann man wohl kaum mit einem emotionalen Ausnahmezustand vergleichen.
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Re: Krisen und Notlagen „ Fragen von simi

Post 39 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Carry hat geschrieben: Mo 2. Mär 2020, 09:53 zu dem geschützten Partenrinnen-Bereich bekommen, warum auch immer...?!
Vielleicht hast Du noch nicht gefragt, oder gleich nach der Registrierung gefragt???

PN ist unterwegs
Gruß
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Re: Krisen und Notlagen „ Fragen von simi

Post 40 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Hallo,
Carry hat geschrieben: Mo 2. Mär 2020, 10:03 Wenn sich jemand im " freien Fall" befindet, finde ich es wesentlich hilfreicher, aufgefangen zu werden - da nutzt es mir nichts, wenn mir jemand sagt: "Hey, sieh das doch mal so - fliegen kann doch auch voll schön sein und wenn Du Dich locker machst, dann ist der Fall doch gar nicht so schlimm..."
Ich muss zugeben: Mit deiner Logik habe ich öfters Probleme. Konkret, sehe ich öfters den Zusammenhang zwischen deiner Argumentation und deinem Handeln nicht. Und bin damit überfordert. Ich weis nicht wie viele Jahrhunderte die Redewendung (der "ganz normalen" Menschen) "Angst ist ein schlechter Ratgeber" existiert. Wie willst du jemandem Helfen indem du die emotionalen Ängste nährst? Wen fängt dies wie auf? Was macht es besser? Was ist daran so verkehrt "Hey ist halb so schlimm zu sagen" wenn es am Endeffekt ja nichts schlimmes ist?

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Re: Krisen und Notlagen „ Fragen von simi

Post 41 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)

Ich weiß gerade nicht, ob ich das eher lustig oder eher zum Heulen finden soll? Ich kann mich dem Kopfschütteln von Carry nur anschließen.
Sagt mal, ihr wisst schon noch, worum es hier eigentlich geht?
Jaddy hat geschrieben: So 1. Mär 2020, 21:10 Ein schönes Beispiel, dass "normal" ganz schön üble Folgen haben kann.
[...]
Ausgehend davon biete ich eine andere Perspektive an, die vielleicht irgendwann das neue "normal" wird und zu glücklicheren Beziehungen führt.
Was hat das mit dem akuten Problem von Simi zu tun? Das deine Welt eine völlig andere ist, als die der meisten "Normalen", haben wir ja nun schon festgestellt. Wir "rasseln" ja quasi ständig aneinander.
Vor allem, weil du nun deine Lebensweise so schön moralisch von oben herab wunschgemäß als das neue Normal proklamierst :lol: Alter...
Da fällt mir echt nix mehr zu ein...
Egal um welches Thema es in einem Thread auch geht, du findest einen Weg, dein Weltbild (als das bessere) unterzubringen.
Das muss auch nix mit Thread oder dem Problem der Erstellerin zu tun haben.
MichiWell hat geschrieben: So 1. Mär 2020, 22:59 Und was den Partner von Simi betrifft: Ihr möchtet euch bitte daran erinnern, wie schwer sich viele von uns getan haben, sich einem anderen Menschen anzuvertrauen. Die Ablehnung in der Gesellschaft ist sehr verbreitet. Und diese Ablehnung viele Jahre zu erleben, hinterlässt tiefe Spuren auf der Seele, Verletzungen und Narben, die sich nicht einfach so bei Seite schieben lassen.
Es betrifft aber nicht den Partner von Simi sondern Simi... :roll: Das ist genau die andere Seite, die gesehen bzw. gehört werden möchte.
MichiWell hat geschrieben: So 1. Mär 2020, 22:59 Ich selbst weiß es noch, als wäre es gestern (und nicht vor 10 Jahren) gewesen, als ich mich bei meiner damaligen neuen Partnerin aktiv outen wollte. Es war das erste Mal, dass ich es damals getan habe, und es hatte mich Jahre gekostet, mich innerlich auf solch eine Situation vorzubereiten. Und dennoch ist mir vor Aufregung und Angst fast das Herz zum Hals heraus gesprungen. Meine Hände haben fürchterlich gezittert, und mir war, als würde ich gleich ohnmächtig zusammen sacken.

Vor knapp 2 Jahren habe ich nun meine Frieda gefunden, und ihr gleich beim ersten Date von meiner weiblichen Seite erzählt. Der Weg bis dahin war für mich harte Arbeit.
Schön, und was hat das nun mit Simi und ihrem Problem zu tun? :roll:
MichiWell hat geschrieben: So 1. Mär 2020, 22:59 Also bitte .. Simi .. gehe wohlwollend davon aus, dass dein Partner wohl noch nicht so weit ist. Aber vielleicht entsteht eine starke Verbindung zwischen euch, wenn du ihm bei dieser Entwicklung helfen kannst. Es wird viel Geduld brauchen, und womöglich keine leichte Aufgabe werden, doch ich denke, dass solltest du versuchen, bevor du daran denkst, die Brocken hinzuschmeißen.
Jo, geil, Simi soll sich doch bitte erstmal beruhigen... Und schon gehts weiter: "Wenn du ihm bei dieser Entwicklung helfen kannst...?" Es geht um Simi und nicht um den Partner... :roll:

Wieso fällt es den meisten hier so schwer, sich mal in die Partnerin hineinzuversetzen?
Oder, wenn ich das nicht kann, vielleicht einfach dann nix schreiben, anstatt andauernd von der "falschen" Seite...

Da wunderts mich dann auch nicht, das Carry bei solchen Beiträgen an "Schärfe" zulegt.
Ich hatte wirklich gehofft, das neue (und verzweifelte) Partnerinnen inzwischen verständnisvoller aufgenommen werdem, aber leider hat sich kaum etwas verändert. Und Carry war ja vor nicht allzu langer Zeit selbst davon betroffen. Wen wunderts das sie jetzt dagegen hält? Finde ich klasse! (he)

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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Re: Krisen und Notlagen „ Fragen von simi

Post 42 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Hey Laila,

puh...ich versuche mal aus meiner Sicht zu erklären was du Carry gefragt hast...
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 2. Mär 2020, 11:23 Was ist daran so verkehrt "Hey ist halb so schlimm zu sagen" wenn es am Endeffekt ja nichts schlimmes ist?
Schau, du kannst das zwar sagen, aber für den anderen stimmt es subjektiv einfach nicht, weil es in dem
Moment schlimm ist. Ich denke du warst auch schon mal in einer Situation die nicht schön für dich war
und jemand sagte "ach jetzt komm, das macht doch nichts". Für die Person die das sagt stimmt das auch schon...
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 2. Mär 2020, 11:23 "Angst ist ein schlechter Ratgeber" existiert. Wie willst du jemandem Helfen indem du die emotionalen Ängste nährst?
Es ist ziemlich egal, wie lange es dieses Sprichwort schon gibt...denn, Angst ist etwas was in unserer Gesellschaft
auch nicht wirklich anerkannt ist. Das wird viel zu oft unter den Teppich gekehrt-dabei ist es ein fast alltägliches
Gefühl, das auch gelebt werden will und muss und ich weiss es selbst, ganz ganz schlimm werden kann,
so schlimm, das es so weit kommt, das man paralysiert in der Ecke sitzt, körperliche Probleme bekommt und
was weiss ich nicht noch alles.
Das ist real existent und dann kommt wer und sagt "och, ist doch nicht schlimm!", nein entschuldige, das löst die Angst nicht..
Für mich macht es Sinn, der Angst Raum zu geben, damit ich sie anschauen und verstehen/verinnerlichen kann um dann
der Angst ihre Kraft zu nehmen...aber..
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 2. Mär 2020, 11:23 Wen fängt dies wie auf? Was macht es besser?
du lässt die Angst zu, dann jemand an er Seite zu haben, der dich hält, auffängt, dir eine Schulter zum anlehnen gibt und
mit offenen Armen auf dich zugeht, sagt ja, ich versteh dich, das hilft doch, nicht ein Spruch der vor 100 Jahren schon so falsch
war wie heute immer noch.
Ein Indianer kennt dann keinen Schmerz, wenn er weiss er ist gut aufgehoben..ist er das nicht ist da ein Problem.


Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Krisen und Notlagen „ Fragen von simi

Post 43 im Thema

Beitrag von Carry »

Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 2. Mär 2020, 11:23 Ich muss zugeben: Mit deiner Logik habe ich öfters Probleme. Konkret, sehe ich öfters den Zusammenhang zwischen deiner Argumentation und deinem Handeln nicht. Und bin damit überfordert. Ich weis nicht wie viele Jahrhunderte die Redewendung (der "ganz normalen" Menschen) "Angst ist ein schlechter Ratgeber" existiert. Wie willst du jemandem Helfen indem du die emotionalen Ängste nährst? Wen fängt dies wie auf? Was macht es besser? Was ist daran so verkehrt "Hey ist halb so schlimm zu sagen" wenn es am Endeffekt ja nichts schlimmes ist?
Zunächst: ich bin eine Frau! Ich habe es nicht so sehr mit Logik! :wink:
Und wenn es um Emotionen geht, kommt man mit Logik sowieso meist nicht allzu weit.

Angst ist ein menschliches Gefühl, welches unser Überleben in Jahrtausenden gesichert hat, und dieses "Angst ist ein schlechter Ratgeber" ,mag in manchen Situationen ja durchaus richtig sein, aber eben nicht in allen!
Für mich also ist es erstmal ein Gefühl, eine Emotion - die - berechtigt oder auch nicht - in manchen Situationen erstmal da ist!
Es geht nicht darum, Angst zu nähren - keineswegs.
Aber ich glaube, dass man Gefühle annehmen muss, wenn man sie VERarbeiten will.
Sich gegen ein Gefühl zu wehren, gibt diesem nur noch mehr Macht!
Beispiel: Ein Kind hat Angst (wovor ist jetzt für das Beispiel wumpe) und äußert dies gegenüber der Mama. Was wird die Mama in den allermeisten Fällen antworten: "Aber Du musst doch keine Angst haben!" - diese Antwort ist aus der Sicht des Kindes völliger Blödsinn, denn es HAT ja bereits Angst - das Gefühl ist bereits da. Indem die Mutter nun sagt, dass es doch keine Angst haben muss/soll, denkt das Kind: mein Gefühl ist nicht richtig - ich fühle falsch.
Würde die Mutter antworten: "Hey, wo sitzt denn die Angst? Ist sie in Deinem Bauch? Oder sitzt sie in Deinem Hals?" sowas in der Art, würde das Kind sich Ernst genommen und angenommen fühlen - könnte mit der Mutter über die Angst reden.....und dann passiert etwas faszinierendes: die Angst kann sich auflösen!
Mit einem herkömmlichen "Du musst doch keine Angst haben!" unterdrückt das Kind das Gefühl, und bei nächster Gelegenheit ist die Angst sogar potenziert wieder da, weil das Kind nun ja auch noch gelernt hat, dass es nicht okay, nicht richtig ist, Angst zu haben.

Also wenn Menschen akute Emotionen haben, sei es Angst oder was auch immer, dann macht es nichts besser, mal eben ein "Pflaster drauf zu kleben". Davon geht die Angst nicht weg und der Mensch fühlt sich nicht gesehen, nicht angenommen mit seinen Emotionen.
Wenn ich aber zu dem Menschen sage: "Hey, es ist voll okay, dass Du Angst hast - erzähl' mir davon - wie fühlt sie sich an, wo steckt sie, wo kommt sie her usw..."dann kann dieser Mensch sich mit seinen Emotionen ernst- und angenommen fühlen und kann sich öffnen, um dann zu verarbeiten und dann im optimalsten Fall zu lernen, dass diese Angst in diesem Fall unbegründet war - DANN hat man wirklich helfen können.

Und um auf den konkreten Fall zurück zu kommen: Hier zu sagen "Hey, ist halb so schlimm!" bedeutet doch nur, dass man, wie ein Erwachsener dem Kind gegenüber, quasi von oben herab sagt: "ICH weiß schon, dass das alles halb so schlimm ist - also nimm das jetzt einfach hin und stell Dich nicht so an!" Das "Kind" (in diesem Fall die Partnerin, für die das alles Neuland ist) fühlt sich damit nicht ernstgenommen, sondern denkt gleich, dass an den eigenen Gefühlen zu der Sache etwas nicht stimmt - und das macht die Situation nur noch schlimmer.

Ich hoffe, das war jetzt einigermaßen nachvollziehbar geschildert?! (smili)
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Re: Krisen und Notlagen „ Fragen von simi

Post 44 im Thema

Beitrag von Carry »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Mo 2. Mär 2020, 11:53 puh...ich versuche mal aus meiner Sicht zu erklären was du Carry gefragt hast...
Das hast Du super erklärt, liebe Emmi! (he)
Schön zu sehen, dass es auch Menschen gibt, die diese Sichtweise verstehen! (dr)
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Re: Krisen und Notlagen „ Fragen von simi

Post 45 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-10-20 »

In erster Linie geht es um Simi, das wurde in einigen Beiträgen stark außer acht gelassen. Ich kann Simi auch keinen Rat geben, was sie nun tun soll/sollte, dazu kenne ich die ganze Situation in der sie sich befindet auch nicht. Aber aus dem was sie schreibt ist zu entnehmen, das sie ihr eigenes Wohl nicht außer acht lassen sollte. Schließlich ist es eine Wiederaufnahme einer Beziehung, die darauf abzielt Bestand zu haben. Das geht aber nur über Kommunikation der Beiden untereinander.
Die Beschreibung des Kofferinhaltes, dient lediglich der Beschreibung der Gründe für ihre Gefühlslage, sich also am Inhalt des Koffers zu verbeißen, ist ein sinnloses Unterfangen. Simis Partner wird Gründe haben sich nicht zu dem Inhalt des Koffers zu äußern. Welche Beweggründe das auch immer sein mögen, ob gut oder schlecht sei dahingestellt. Diese Situation muß man von zwei Seiten aus betrachten. Simi hat Angst, weil sie nicht weiß auf was sie sich nun einläßt. Ihr Partner hat offensichtlich Angst sich zu dem Inhalt des Koffers zu bekennen, warum auch immer. Wir können weder Simi, noch ihrem Partner die Angst nehmen. Das ganze Drama läßt sich nur mittels Gesprächen der Beiden untereinander auflösen. Also absolut nicht unsere Baustelle. Was wir aber tun können ist unsere Wesensart zu beschreiben, die Betonung liegt auf unsere Wesensart. Es gibt kein allgemein gültiges Rezept, wie man mit uns um zu gehen hat, nach dem Motto dann klappt das schon. Solche Beschreibungen könnten für Simi vielleicht hilfreich sein, die richtigen Fragen an ihren Partner zu stellen, um das Eis zu brechen. Sollte sie selbst Fragen an uns haben, die sie bewegen, dann wird sie sie stellen, schließlich hat sie den Mut gefunden sich in diesem Forum anzumelden. Das müssen wir honorieren, denn da ist endlich mal jemand der sich auf positive Art und Weise mit uns auseinandersetzt, genauso wie Carry das tut. Das ist nicht so selbstverständlich, wie mancher glaubt oder per Gesetz verordnet sehen möchte.

LG
Petra Sofie
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