Wie soll es weitergehen?
Wie soll es weitergehen? - # 3

Lebensplanung, Standorte
Carry
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 31 im Thema

Beitrag von Carry »

Alexandra1985 hat geschrieben: Di 26. Nov 2019, 19:16 Danke für deine offenen und ehrlichen Worte. Du hast vollkommen Recht. Nur die Wahrheit und keinen Lügen oder Geheimnise bringen uns weiter. Leider habe ich schon einiges in der Vergangenheit vernachlässigt und hätte vielleicht schon früher alles sagen sollen. Aber da konnte ich es noch nicht. Da ich mir selbst nicht sicher war, was ich eigentlich bin. Und so habe ich auch etwas an Kredit bei ihr verspielt. Aber ich werde da durch müssen und versuche mit ihr das Gespräch neu an zu fangen. Es ist nur die Frage wie man das am besten sagen und wann?
Liebe Alexandra,

ich finde die Idee (komisch, dass ich nicht selbst drauf gekommen bin ;-) von Lisa sehr gut - einen Brief schreiben! Ist auf jeden Fall eine Möglichkeit, erstmal Deine gefühle, Deine Sicht der Dinge usw. klar zu formulieren, ohne eine direkte Reaktion.
Ich würde ansonsten vorschlagen, Deine Frau um ein ganz bewußtes Gespräch "darüber" zu bitten, dann einen Termin zu wählen, an dem ihr auch wirklich ungestört seid und euch darauf einlassen könnt (die Kinder bei der Oma "parken", falls möglich...usw).
Und dann gebt euch gegenseitig Redezeit, in der der andere erstmal nur zuhört - keine direkten Reaktionen, keine Zwischenfragen und vor Allem, KEINE Vorwürfe. So kann jeder erstmal darlegen, was in ihm vorgeht und der andere hat die Möglichkeit, diese Informationen auch sacken zu lassen.
Dann kommt ihr im optimal-Fall darüber in den Austausch...
Ich habe bei dem ersten Outing-Gespräch mit meinem Liebsten - das ergab sich aber aus einer Situation heraus und war nicht geplant - auch erstmal nur zugehört - ich hätte auch direkt gar nichts fruchtbares sagen können - und nach und nach kamen immer mehr Fragen auf, die ich auch stellen durfte und konnte, die er mir, soweit er selbst schon Antworten hatte, auch beantwortet hat usw.
Mir war ganz wichtig, dass ich ihn immer alles fragen konnte - auch wenn die Fragen für ihn gerade nicht nachvolluziehbar waren - und wie gesagt, das ist jetzt bald 6 Monate her, und wir sind in dieser Zeit auch durch die verschiedensten Phasen gegangen und noch lange nicht "fertig" - weil es ja, wie Sabine auch schon schrieb, durchaus alles ein Prozess ist - ein Prozess in Dir, ein Prozess in Deiner Frau und natürlich ein Prozess in eurer Beziehung.
Mein Liebster hat auch ganz viele Ängste, vorherrschend die Angst, dass mir doch irgendwann einfällt, dass ich damit doch nicht leben kann und ihn verlasse. Und so begegnen wir uns in unserer ganzen Unsicherheit - und das, was uns immer über Wasser hält und uns eine "gemeinsame Konstante" gibt, ist die Liebe, die wir füreinander empfinden.Wir brauchen beide ganz viel "Sicherheit" (die es faktisch natürlich nicht gibt) und brauchen gegenseitig beide ganz viel Bestätigung, dass wir uns aufrichtig lieben und jeden Tag aufs neue entscheiden, dass wir zusammen sein WOLLEN. Das hilft uns sehr, die Stürme zu überstehen....die noch immer aufkommen, weil ja alles im stetigen Wandel ist...

Ich hoffe, ich konnte Dir damit vielleicht den ein- oder anderen Anstoss geben und vielleicht helfen, Dich ein wenig in die Situation Deiner Frau hinein zu versetzen.
Nochmals wünsche ich Dir, wünsche ich Euch Kraft und Mut - denn ich weiß, dass nichts mehr Überwindung kostet, als sich mit nackter Seele, ohne Maske, ohne Rüstung, ohne Netz und doppelten Boden, vor den Partner hinzustellen und offen zu sagen: DAS bin ICH, SO bin ICH wirklich!...und dabei zu hoffen, dass der andere einen genau SO lieben kann!

In diesem Sinne...alles Liebe, Carry
"Wenn Du heute aufgibst, wirst Du nie wissen, ob Du es morgen geschafft hättest!"
Jasmine
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 32 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Carry hat geschrieben: Mi 27. Nov 2019, 09:41 .................. und das, was uns immer über Wasser hält und uns eine "gemeinsame Konstante" gibt, ist die Liebe, die wir füreinander empfinden.Wir brauchen beide ganz viel "Sicherheit" (die es faktisch natürlich nicht gibt) und brauchen gegenseitig beide ganz viel Bestätigung, dass wir uns aufrichtig lieben und jeden Tag aufs neue entscheiden, dass wir zusammen sein WOLLEN. Das hilft uns sehr, die Stürme zu überstehen....die noch immer aufkommen, weil ja alles im stetigen Wandel ist...
...............
Ja die Liebe kann Berge versetzen. Hier mal einen Post den ich machte und an den ich erinnert wurde als ich deine Zeilen las.
Post 22 viewtopic.php?f=3&t=18284&p=243658#p243658
Liebe Grüße Jasmine
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 33 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-21 »

Hallo Alexandra,

Ich möchte kurz die Worte von Carry (da sie meiner Person zumindest ein wenig ähneln) hier zitieren:
Carry hat geschrieben: Di 26. Nov 2019, 14:49 ich bin selbst eine hetero-bio-Frau und Partnerin eines Crossdressers und wir befinden uns derzeit quasi noch in der "Orientierungs -und Findungsphase"....ich kann da gar nicht viel zu sagen, ausser: Ich denke, ihr MÜSST offen und ehrlich miteinander reden
Ich bin Mutter eines Crossdressers und finde das was ich im Zitat fett hervorgehoben habe als sehr wichtig: eine offene und ehrlich Kommunikation sehe ich in deinem/eurem Fall mit Frau und Kindern für sehr wichtig. Mein Sohn hat sich mir vor ein paar Jahren mit seinem Crossdressing anvertraut und ich habe es akzeptiert. Meine Story wird dir wahrscheinlich nicht viel nützen, da deine Frau eine ablehnende Haltung dir gegenüber hat, zumindest lese ich das aus deinen Zeilen heraus.

Ich sehe eure Situation als "festgefahren" an. Du möchtest gerne "Frau" sein, aber deine Frau mag diese Seite an dir nicht, hmmm. Wie soll es also weitergehen? Das geht nur über den Dialog, nehmt euch die Zeit dafür und sprecht in Ruhe darüber. Für mich ist das der einzige Weg auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Jedenfalls hoffe ich für euch, dass daran nicht die Familie zerbricht!
Liebe Grüße, Tina

+++Wissenswertes+++
Ich bin Tina und die Mutter von Jennifer. Ihr kennt sie unter ihrem Forumsnamen "Lady Jennifer"
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 34 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Hallo,

Alexandra ich habe jetzt einiges hier an guten Ratschlägen gelesen und will da auch gar nicht reingrätschen oder diskutieren, ob das eine gut, besser oder schlecht, schlechter ist. Jetzt hast Du schon mal einen bunten Blumenstrauß und kannst schauen, was für Dich passen könnte und was eben nicht.

Ich möchte aber noch zwei Anmerkungen aus meiner persönlichen Perspektive machen, weil es hier andiskutiert wurde ....

Die erste betrifft die innere Getriebenheit, den inneren Druck, den Menschen niemals nachvollziehen können, die ihn nicht selbst erlebt haben. Diese Zerrissenheit und den tiefen Schmerz, die das verursacht. Wenn auch Dich das betreffen sollte, ist ein Gespräch auf Augenhöhe mit Deiner Frau nur sehr schwer möglich .... hier würde ich tatsächlich empfehlen wollen, einen Mediator einzubeziehen...zum Beispiel bei pro Familia. Die Ebenen auf den Ihr beide Euch im Gespräch bewegen werdet sind anfangs einfach zu unterschiedlich, so dass es Sinn machen könnte, dass eine neutrale Person vermittelt und begleitet.

Mein zweiter Hinweis gilt der Sexualität. Eine der schwierigsten Aufgaben (für beide Seiten) ist es Geschlechtlichkeit und Sexualität voneinander zu trennen.
Sexualität ist sehr viel Kopfsache und leider eben durch heteronormative Gedanken stark eingeschränkt. Natürlich führt das fast automatisch dazu, dass bei einer Geschlechtsidentitätsstörung das Sexualleben leidet. Was mir aber noch viel schlimmer erscheint, ist dass eben auch dann ganz oft Nähe und Körperlichkeit Ansicht abnimmt und verschwindet, Distanz entsteht ... diese sollte doch aber unabhängig von Sex sein, oder?
Für mich ist es ein Kernpunkt, dass es gelingt diese Nähe zueinander zu halten und wieder zu stärken... denn aus Nähe und Vertrauen kann dann auch wieder (mit der Zeit) Sexualität entstehen... nämlich dann, wenn es nicht um einen Akt geht ... sondern um die Lust den anderen einfach zu berühren und zu spüren. Unabhängig von dem Geschlecht, denn das ist zwar für "den Akt" biologisch notwendig aber völlig unwichtig für Sexualität mit dem Partner ..... aber um das zu lernen, muss man altes loslassen können ....
Wenn also jetzt keine Lust auf Sexualität da ist, vergesst nicht Nähe zu halten ... denn das trennt Euch dann wirklich! Und Lust aufeinander kann immer wieder kommen, wenn man es selbst zulassen kann und nichts erzwingt....

Ich wünsche Euch viel Nähe und Geborgenheit miteinander ... (wenn es nicht mehr da sein sollte, versucht das wieder zu beleben). Das ist für mich ein wichtiger Schlüssel ....
Vanessa
ChristinaF
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 35 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Liebe Alexandra,
meinen Vorschreiberinnen kann ich inhaltlich nur voll und ganz zustimmen. Und ich persönlich kann deine Lage sehr gut nachvollziehen; war es bei meiner Frau und mir doch ähnlich. Aber hier weitere Ratschläge zu geben ist, nachdem was schon alles geschrieben wurde, nicht mein Ding.
Meiner Meinung nach solltest du, vielleicht gar gemeinsam mit deiner Frau, sehr bald ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Und dort ganz offen deine, eure Situation schildern. Je eher dies geschieht, desto besser für euch beide.
Liebe Grüße
Christina
Alexandra1985
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 36 im Thema

Beitrag von Alexandra1985 »

Erstmal danke für die vielen Kommentare und Ratschläge. Ich werde heute Abend nochmal alles in Ruhe lesen und dann erstmal sehen wie ich anfange und womit. Aber ich denke, dass ich das aufschreiben muss. Sonst vergesse ich die Hälfte. Und meine Gedanken kreisen jetzt schon hin und her. Aber diesesmal muss ich allen Mut zusammen nehmen und es anpacken.

Lg Alexandra
Jasmine
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 37 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Jasmine hat geschrieben: Mi 27. Nov 2019, 11:12 .................
Ja die Liebe kann Berge versetzen. Hier mal einen Post den ich machte und an den ich erinnert wurde als ich deine Zeilen las.
...............
Mir fiel zu dem Thema auch noch ein paar Beiträge meiner Partnerin Menalee ein:
viewtopic.php?f=35&t=17645&hilit=Betrogen&start=15
Post 17
viewtopic.php?f=35&t=17645&hilit=Betrogen&start=75
Post 87
So hat es bei uns zu einer schönen Zukunft geführt.
LG Jasmine
Alex_andra
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 38 im Thema

Beitrag von Alex_andra »

Ich halte den Gang zu einer Transberatungsstelle für unglaublich wichtig und viel wichtiger, als einen Termin bei einem Therapeuten.
In der Transberatung wirst du erst mal als das angenommen, was du bist, bzw. so, wie du dich vorstellst und kannst ganz ohne die Gefahr, pathologisiert zu werden, frei reden.
Das hilft schon mal sehr und du lernst zu unterscheiden, was dir wirklich am Herzen liegt und was Wünsche sind, die nur deshalb entstehen, weil du einen so wesentlichen Teil von dir unterdrückst, du Schamgefühle hast und dich dir selbst und allen anderen gegenüber schuldig fühlst.
Wenn der Druck, der meist durch das Verdrängen entstanden ist, sich etwas mildert, ist es dir ev. möglich, alles aus einer weniger erdrückenden Stimmung heraus zu betrachten. Das wäre sicher hilfreich für die notwendigen Outing Gespräche.
Wie schon geschrieben findest du in Berlin wirklich sehr viel Möglichkeiten für eine Beratung.
Deiner Frau gegenüber hast du ja schon erwähnt dass da etwas ist, dessen Umfang du selbst noch nicht ganz erfassen kannst. Und das musst du auch nicht, denn wie geschrieben wird deine weitere Entwicklung eben auch ein Prozess werden, während dessen du selbst immer wieder über eigene transphobe Empfindungen, die auch du durch dein bisheriges Leben verinnerlicht hast, stolperst. Es kann auf und ab gehen und du wirst es ev. wieder verleugnen oder dir ganz sicher sein. Niemand kann das voraussehen. Was du mit deiner Partnerin besprechen solltest, ist dass das ein Teil von dir ist, der so zu dir gehört wie alle anderen bisher wahrgenommenen Teile eben auch und dass dieser Teil gelebt werden muss. Über das nachhaltige Wie sollte man sich später Gedanken machen.
Ich werde die Tage mal einige Adressen, die ev. für den Berliner Raum wichtig sind zusammensuchen und dir schicken.

Liebe Grüße
Lavendellöwin
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 39 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

sabine_allein hat geschrieben: Mi 27. Nov 2019, 18:08 Ich halte den Gang zu einer Transberatungsstelle für unglaublich wichtig und viel wichtiger, als einen Termin bei einem Therapeuten.
In der Transberatung wirst du erst mal als das angenommen, was du bist, bzw. so, wie du dich vorstellst und kannst ganz ohne die Gefahr, pathologisiert zu werden, frei reden.
Huhu..sicher ist eine Peer-Beratung wichtig und gut und selbstverständlich wird man angenommen wenn
man am gleichen Strang zieht-naja meistens...

aber ich sehe nicht recht, warum Ärzte und Theras immer die "Bösen" sein sollen!?
Bis auf einem Hautarzt bin ich keiner Arztperson begegnet die mich nicht so angenommen hat wie ich bin
und Freiburg ist zwar die südlichste Grossstadt Deutschlands, aber trotzdem ein Dorf und irgendwie
auf dem Land..
Von meinem Hausarzt über meinen Endo bis zu meiner Begleittherapeutin, meiner Logopädin haben mich alle frei reden
lassen und mir Bestätigung und Sicherheit auf meinem Weg gegeben!
Ich wurde weder zu etwas gedrängt oder bewertet, wenn ich was möchte sag ich das offen zu allen und wenn es möglich
und umsetzbar ist sind sie auf meiner Seite...
Dafür bin ich ihnen allen sehr dankbar..

Vielleicht habe ich auch einfach nur Glück gehabt, war zur richtigen Zeit am richtigen Platz, aber ich fühle mich
hier rundrum gut versorgt und ich helfe auch ihnen uns besser und tiefer zu verstehen.

Alles Liebe Marie (flo)

Liebe Alexandra,

klar kreisen deine Gedanken und daher ist es sehr sinnvoll das alles aufzuschreiben wie Lisa schon gesagt hat.
Dann kannst du dich und deine Gefühlswelt nochmal reflektieren. Oder neu ausrichten.

Gespräche mit neutralen Personen helfen da genauso...die erste die aber in alles eingebunden werden sollte
ist deine Liebste, nur so kann eine gemeinsame Zukunft beleuchtet werden. Und die ist dir wohl sehr wichtig.
Trotz der Sache mit dem Sex-aber tu nur das was du kannst ohne dich vollständig zu verbiegen..
es gibt andere Wege mit Berührungen zusammen zu sein.

Solange ich noch nicht die GaOP hatte wird es keinen Sex mehr geben in der Form, das ich da den "Mann" spiele-ich
bin keiner und kann das nicht mehr.
Das ist seit 2012 so und dadurch wurde unsere Beziehung nicht tiefer erschüttert-eher im Gegenteil.

Dir wünsch ich viel Glück und Kraft für die Zukunft (flow)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Alex_andra
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 40 im Thema

Beitrag von Alex_andra »

Bitte, bitte nicht falsch verstehen. Viele Ärzte und Psychologen sind sehr versiert in der Trans*beratung. Aber eben nicht alle.

Mit den Trans*beratungsstellen meinte ich auch nicht in jedem Fall eine Peer-Beratung, sondern Gesprächen mit Personen, die professionell geschult sind und sich mit dem Thema Trans* gut auskennen. Meine Erfahrungen mit Ärzten und Psychologen haben gezeigt, dass viele sich um die Problematik der Diagnostik und Indikation nicht bewusst sind und sich überfordert fühlen. Viele behandeln dann Symptome und schätzen die Ursache falsch ein. Aber das muss nicht so sein.

Es gibt sehr viele Menschen, deren Profession im medizinischen/psychologischen Bereich liegen und deren Unterstützung sehr hilfreich ist. Diese Hilfe sollte man auch in Anspruch nehmen und im besten Fall sind die zuerst aufgesuchten Personen offen und weitsichtig genug.

Aber warum soll ich denn zu einem Arzt gehen, wenn ich mich nicht krank fühle? Wichtig ist meiner Meinung nach herauszufinden wohin der Weg gehen soll und dann den Weg oder Teile davon mit möglichst wenig Opferbereitschaft einzuschlagen.

Liebe Marie, ich finde dein Statement ganz wichtig und denke, dass es so, wie es in deinem Fall gelaufen ist, für dich genau gepasst hat. Ich wollte überhaupt nicht das Thema psychologische und medizinische Betreuung diskutieren und möchte mich entschuldigen, wenn ich den Eindruck erwähnt haben sollte.

LG
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 41 im Thema

Beitrag von Alexandra1985 »

Carry hat geschrieben: Mi 27. Nov 2019, 09:15
Ginger_Rogers hat geschrieben: Di 26. Nov 2019, 16:54 Intimität und Sexualität sind in einer Beziehung sehr wichtig, finde ich persönlich. Wenn du gar kein Verlangen mehr auf deine Frau hast, dann ist es für deine Frau wahrscheinlich sehr enttäuschend. Als Frau wünscht man sich eine lebendige Beziehung. Es soll keine Zweckgemeinschaft sein.
Ich sehe das ebenso, wie Ginger! Für mich sind Intimität und Sexualität auch ganz zentrale Aspekte einer Beziehung - das ist natürlich auch jedem Menschen unterschiedlich wichtig. Vielleicht ist es wichtig, Dir, liebe Alexandra, auch dazu einen Blick aus Sicht der Partnerin zu geben....
Ich kann Dir nicht sagen, warum das so ist - zumindest noch nicht - aber ich für meinen Teil und ich denke, das geht den meisten anderen Partnerinnen ähnlich - hatte (und habe teilweise noch) ein riesen Problem mit Selbstzweifeln. Ich habe die ganze Sache erstmal voll auf mich bezogen, Fragen wie "liegt es an mir?" "Bin ich nicht schän/sexy/Frau genug?" "Was mache ich falsch?" usw. sind erstmal am Anfang sehr vorherrschend, weil ich einfach anfangs noch überhaupt gar keine Ahnung hatte, was da mit meinem Liebsten überhaupt passiert. Diese Selbstzweifel und der komplette Umsturz des Selbstbildes wirken erstmal verheerend. Wir Bio-Frauen sind ja in vielen Fällen sowieso, gerade was den Körper und auch die Sexualität angeht, sehr von mangelndem Selbstbewusstsein und Selbstzweifeln geprägt. Wenn nun mein Liebster keinen Sex mehr will, "froh" ist, dass das Sexleben fast zum erliegen kommt und es sich für ihn "Falsch" anfühlt, dann ist das für mich als Partnerin natürlich erstmal der absolute Supergau.
Ich persönlich kenne die Situation, Gott sei Dank, so nicht. Mein Liebster hat super gerne als Mann Sex mit mir als Frau und die ganze Geschichte hat unser Sexleben sogar sehr bereichert und viel freier und intensiver gemacht - aber er hat auch eine andere Ausgangssituation, als Du. Soll aber ja gar nicht um mich gehen, sondern nur darum, Dich dafür zu sensibilisieren, was wahrscheinlich in Deiner Frau für Kämpfe toben. Natürlich sieht sie so die Beziehung in Gefahr, und wird sich bestimmt fragen, ob es an ihr liegt. Und auch da kannst Du nur gegensteuern, in dem ihr offene Gespräche darüber führt - wenn nötig immer und immer wieder - denn das einzige, was uns Partnerinnen helfen kann und euch gemeinsam weiterbringen kann, ist nach und nach "zu verstehen", was für Bedürfnisse der andere hat und warum....
Danke Carry für deine Ansichten. Ich verstehe das es als Partnerin eine Welt zusammen bricht wenn der Ehemann kein Mann mehr sein kann und will. Auch über die Auswirkungen haben ich mir schon oft Gedanken gemacht. Den da spielt die Angst mit das alles zusammen bricht was man Jahrelang aufgebaut hat. Doch ich bin gerade an einem Punkt wo ich nicht mehr kann. Das habe ich nach unserem letzten sex gemerkt. Es war einfach nicht schön für mich und eine Qual. Das hat sie auch gemerkt. Aber ich habe nichts gesagt. Was ich sehr bereue. Vor diesem Tag hatten wir bestimmt seit einem halben Jahr kaum Zärtlichkeiten ausgetauscht. Ich habe alles runter geschluckt und habe den Alltag abgespult. Ich denke das wie ihr alle schon sagt habt, das alles auf den Tisch muss. Das ist mir sehr bewusst und macht mir auch sehr viel Angst. Den bis jetzt war ich in unseren Gesprächen immer etwas passiv und zurückhaltend. Darum kommt mir das als Brief zu schreiben sehr gelegen. Aber trotzdem weiß ich aus anderen Gesprächen mit Ihr das sie schnell emotional wird und schnell blockt. Auch ist sie einfach aufgestanden und hat das Haus verlassen. Ich hoffe einfach das sie diesmal etwas anderes reagiert. Den sie weiß ja auch das etwas nicht stimmt. Das hat sie schon angedeutet. Aber richtig darüber haben wir noch nicht gesprochen.
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 42 im Thema

Beitrag von Alexandra1985 »

Nun bin ich ein wenig verwirrt. Peer Beratung, Psychologen, Paarberatung, Transberatung, Hausarzt, Onlineberatung? Wo soll ich da anfangen, wusste gar nicht das man soviel Hilfe bekommen kann. Die Frage ist. Was ist das richtige für den Einstieg für mich. Aber trotzdem danke für alle Tipps und auch Adressen. Da muss ich mich mal durch arbeiten. Am besten wäre jemand in der Nähe. Also Berlin oder Potsdam. Aber für Hilfe ist mir kein Weg zu weit.
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 43 im Thema

Beitrag von heike65 »

Wo wer wie für euch richtig ist, das geht nur mit persönlichem Kontakt
Sorry wenn ich jetzt mal provoziere: Du bist immer noch derselbe Mensch/dieselbe Person, wo ist das Problem?
Du schreibst deiner Frau kein Verbot von XYZ Klamotten vor, soweit zum Thema CD
Deine Äusserungen deuten auf bezüglich deinem empfinden eher TS hin, das gibt dann viele Fragen, mag deine Frau lesbischen Sex ?
Ich persönlich denke das war es, aber ich würde mich sehr sehr freuen wenn ihr die Kurve bekommt, und die Familie erhalten bleibt, vorstellen kann içh mir das nicht.

Ich wünsche euch von ganzen Herzen das ihr einen guten Therapeuten findet der euch ďie gangbaren Wege aufzeigt

Viel Erfolg
Heike
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 44 im Thema

Beitrag von Alexandra1985 »

heike65 hat geschrieben: Mi 27. Nov 2019, 21:30 Wo wer wie für euch richtig ist, das geht nur mit persönlichem Kontakt
Sorry wenn ich jetzt mal provoziere: Du bist immer noch derselbe Mensch/dieselbe Person, wo ist das Problem?
Du schreibst deiner Frau kein Verbot von XYZ Klamotten vor, soweit zum Thema CD
Deine Äusserungen deuten auf bezüglich deinem empfinden eher TS hin, das gibt dann viele Fragen, mag deine Frau lesbischen Sex ?
Ich persönlich denke das war es, aber ich würde mich sehr sehr freuen wenn ihr die Kurve bekommt, und die Familie erhalten bleibt, vorstellen kann içh mir das nicht.

Ich wünsche euch von ganzen Herzen das ihr einen guten Therapeuten findet der euch ďie gangbaren Wege aufzeigt

Viel Erfolg
Heike
Hallo Heike, natürlich bin ich noch die selbe Person. Aber trotzdem verändert man sich im laufe der Zeit. Und ich hoffe das wir das zusammen irgendwie meistern. Aber auch bin ich auch realistisch und kann sagen das Sie nicht auf lesbischen Sex steht. Sie ist sehr konservativ was aber zum Anfang unserer Beziehung noch nicht so überwogen hat.

Lg Alexandra
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Re: Wie soll es weitergehen?

Post 45 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Alexandra1985 hat geschrieben: Mi 27. Nov 2019, 21:03 Nun bin ich ein wenig verwirrt. Peer Beratung, Psychologen, Paarberatung, Transberatung, Hausarzt, Onlineberatung? Wo soll ich da anfangen, wusste gar nicht das man soviel Hilfe bekommen kann. Die Frage ist. Was ist das richtige für den Einstieg für mich. Aber trotzdem danke für alle Tipps und auch Adressen. Da muss ich mich mal durch arbeiten. Am besten wäre jemand in der Nähe. Also Berlin oder Potsdam. Aber für Hilfe ist mir kein Weg zu weit.
Völlig egal, alles ist gut, fang einfach irgendwo an ... der Rest ergibt sich ...

Alles Liebe
Vanessa
Antworten

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