Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?
Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
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Keks-Marie
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Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 1 im Thema

Beitrag von Keks-Marie » So 8. Sep 2019, 10:20

Ich bin auf einen Artikel des Tagesspiegels gestoßen und möchte gerne eure Meinung zu dem Thema wissen.

https://m.tagesspiegel.de/gesellschaft/ ... 70796.html


Liebe Grüße

Marie
Was wäre, wenn ein klein wenig Mut die einzige fehlende Zutat für ein glückliches Leben ist und man es nie herausfindet?

Lisa-Weber
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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 2 im Thema

Beitrag von Lisa-Weber » So 8. Sep 2019, 10:25

Ich persönlich glaube auch das dieses "bunte" Treiben mit Drag-Queens und Lack und Leder Fetish - eher schadet als hilft.
Es transportiert in meinen Augen einen völlig falschen Eindruck.

Lisa
Spätberufene mit Hang zur Konsequenz

Anne-Mette
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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » So 8. Sep 2019, 10:34

Moin,

ja, es geht immer wieder um "Gruppenzugehörigkeiten" und dann um die Fragen im persönlichen Umfeld: "... gehörst Du auch dazu, zu denen, die halbnackt über den Kudamm hüpfen, Toiletten für 655 verschiedene Geschlechter fordern, fordern, dass man seine Waschmaschine heiraten darf...".
(NEIN, ich gehöre nicht dazu!)

Es ist sicherlich nicht so einfach, für sich ein vernünftiges Maß an Gemeinsamkeiten, aber auch eines für Abgrenzungen zu finden.

Gruß
Anne-Mette

!EmmiMarie!
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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 4 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! » So 8. Sep 2019, 10:48

Huhu..

dafür unterbreche ich kurz meine Stille..
Keks-Marie hat geschrieben:
So 8. Sep 2019, 10:20
und möchte gerne eure Meinung zu dem Thema wissen.
ja was ist denn deine Meinung?

Hmm, also, es ist nicht jeden Tag CSD und daher ist es ja nicht immer laut in der Community.
Und Drags sind auch nicht immer als Drags unterwegs..
es gibt überall "Feste" die bunt und laut sind, Holi in Indien zum Beispiel...

ich bin früher mal gerne aufgefallen und habe meine "Auftritte" quasi inszeniert.
Ich war sogar stellenweise beleidigt wenn ich keine Aufmerksamkeit auf mich ziehen konnte..
Da in ich drüber weg und tauche ganz gern im Mainstream unter, weil ich glaube, das ich genug
Blicke auf mich gezogen habe. Es ist auch möglich still und bewusst über ein Thema zu
reden und darauf hinzuweisen-das tu ich allerdings sehr gerne..

Alles Liebe Marie (flo)
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Keks-Marie
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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 5 im Thema

Beitrag von Keks-Marie » So 8. Sep 2019, 10:56

Als Mitglied der queeren Community finde ich es wichtig laut zu sein sich zu zeigen auf einem CSD. Nicht nur um von der Gesellschaft allgemein gesehen zu werden, sondern auch um Betroffenen zu zeigen sie sind nicht alleine.

Transidente Persönlichkeiten unterstützen die LGBTQ-Bewegung seit Anfang an.
Öffentliche Anerkennung für Homosexualität z.B. ist schon weitestgehend gegeben. Und mit Homosexualität lässt sich auch ein "normales" Leben in der Gesellschaft führen, denn man sieht die sexuelle Orientierung nicht sofort einer Person an.

Ich habe die Tage erst auf Twitter feststellen dürfen, dass die Toleranz innerhalb der queeren Community Grenzen kennt.

Transidenten Persönlichkeiten ist es oft nicht möglich ein unauffälliges Leben zu führen. Sie kämpfen also fast täglich mit Diskriminierung und unangenehmen Situationen. Wenn die unaufgeklärte Gesellschaft noch nicht einmal den Unterschied zu einer Drag Queen kennen...

Das Laute, Bunte und Schrille ist nichts Schlechtes für sich betrachtet. Es ist schön, wenn diese Menschen so sind wie sie sein möchten und Spaß daran haben.
Es ist für meine Ziele aber Hinderlich. Und dabei ist es egal ob ich mich in deren Augen der Gesellschaft beuge oder es nur aus mangelndem Selbstvertrauen so leben möchte wie die Gesellschaft es als normal erachtet.

Ich möchte akzeptiert werden!
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Josii
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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 6 im Thema

Beitrag von Josii » So 8. Sep 2019, 11:08

Auch Moin,

leider geht es nicht unauffälliger. Medienmacher interessiert es einen feuchten Kericht wenn Zig-tausende Normalos friedlich für oder gegen was demonstrieren (so geschehen jeden Montag in Stuttgart zu Stgt21). Erst wenn Krawall, Gewalt, Auffälligkeiten passieren, dann wird berichtet.

Auch gestern beim 1. Pride Day in Stuttgart. Beim Sichten der Videos ist mir aufgefallen: Nicht irgendeine Normalo von den Mädels ist interviewt worden, sondern die Dame rechts aus der ersten Reihe mit ihrer Nabelschau.

Und tatsächlich gab es sogar beim Schwäbischen Volkssender in Aktuell ein Filmchen mit 30 sec
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wue ... 6-100.html.

Insofern rückt man auch nur in den Fokus, wenn schrille bunte außerordentliche und überhaupt nicht "Normale" (bitte verzeiht mir den dämlichen Ausdruck) durch die Filter der Redakteure rutschen um Papa und Mama Normalverbrauchers sittliches Kopfkino vor der Glotze zu befriedigen und zu befeuern.

Daß wir endlich Anerkennung ohne Psychiatrische Gutachten, Namensänderungen ohne überflüssigen Zeit und Geldaufwand wollen, so sein wollen wie wir uns fühlen und so wir wie sind, interessiert die wenigsten. Von diesem Standpunkt aus bin ich der Meinung, seid bunt, schrill und wer´s mag auch in Lack und Leder.

Wichtig ist: Jeder Tropfen hilft zu höhlen den Stein. Also bitte weitermachen und bunt kommt immer gut in unseren farblosen Städten mit ihren farblosen Menschen.

Nur ein Thema über das nicht geredet wird ist ein totes Thema (na)

Josii
Wir warn geboren um zu leben
für diesen einen Augenblick
....um zu spüren wie wertvoll Leben ist! - Unheilig

Keks-Marie
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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 7 im Thema

Beitrag von Keks-Marie » So 8. Sep 2019, 11:20

Das ist ein interessanter Ansatz Josii.
Was wäre, wenn ein klein wenig Mut die einzige fehlende Zutat für ein glückliches Leben ist und man es nie herausfindet?

Svetlana L
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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 8 im Thema

Beitrag von Svetlana L » So 8. Sep 2019, 11:50

Spontan habe ich für mich die Überschrift umgeschrieben: "Heteronormatives Selbstverständnis - Geht es nicht etwas unauffälliger?" In meinen Gedanken handelt der Artikel dann nicht vom CSD, sondern vom Karneval/Fasching. Meiner Meinung hat alles seine Zeit und seine Berechtigung. Der Großteil des bunten, schrillen "CSD-Volks" wird vermutlich an den restlichen 364 Tagen im Jahr vollkommen normal durch den Alltag stolpern und vollkommen unauffällig sein_ihr Leben führen. Also, so what?
Kürzlich musste ich für meine Chefin eine Rede schreiben für den ökumenischen Gottesdienst, der immer vor dem Lesbsich-Schwulen Stadtfest stattfindet. Darin habe ich sinngemäß geschrieben, dass der CSD laut und schrill (für manche eben zu laut und zu schrill) ist und der Gottesdienst eben mit eher leisen Tönen daherkommt, der inneren Einkehr und Sammlung dient, aber beide zusammen die Vielfalt innerhalb der Community zeigen und daher nur zusammen ein Ganzes ergeben.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

Keks-Marie
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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 9 im Thema

Beitrag von Keks-Marie » So 8. Sep 2019, 11:56

Svetlana L hat geschrieben:
So 8. Sep 2019, 11:50
Der Großteil des bunten, schrillen "CSD-Volks" wird vermutlich an den restlichen 364 Tagen im Jahr vollkommen normal durch den Alltag stolpern und vollkommen unauffällig sein_ihr Leben führen. Also, so what?
Das ist doch genau der Punkt. Wer 364 Tage im Jahr ein unauffälliges Leben führen kann, für die ist es toll einmal aufzufallen.
Für die, die 365 Tage im Jahr auffallen, würden idR auch lieber ein unauffälliges Leben führen können.
Was wäre, wenn ein klein wenig Mut die einzige fehlende Zutat für ein glückliches Leben ist und man es nie herausfindet?

Andrea aus Sachsen
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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 10 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen » So 8. Sep 2019, 12:22

.
Ich habe auch so meine Probleme mit dem schrillen Auftreten zahlreicher CSD-Akteure, was mit der Lebenswirklichkeit der Betroffenen in der Regel nichts zu tun hat. Von einer kurzen Stippvisite in Chemnitz abgesehen, war ich deshalb auch noch nie auf einem CSD, weil ich mich mit der reißerisch bunten Aufmachung nicht identifizieren kann.
Mein Rat an Veranstalter und Betroffene: Tragt meinetwegen auffällig bunte Plakate oder sorgt mit Sprechchören für Aufmerksamkeit, aber zeigt bitte, dass ihr sonst ganz normale Menschen seid!
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen

Die fesche Tina
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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 11 im Thema

Beitrag von Die fesche Tina » So 8. Sep 2019, 13:04

Ich habe mal diesen einen Satz aus dem Artikel kopiert:
"Es gibt auch etliche, die aus ganz unterschiedlichen Gründen damit hadern. Sie stört das Schrille."

Mit Jennifer habe ich mich in den vergangenen Jahren des Öfteren über ihr Crossdressing ausgetauscht. Dabei habe ich über die verschiedenen "Stilichtungen" des queeren erfahren, wobei auch Drag Queens mit dazugehören. Jennifer sagte mir, dass sie sich persönlich nicht mit Drag Queens identifizieren möchte. Sicherlich ist diese Richtung dem Crossdressing zugehörig, aber für sie eine Stufe "over the Top" was den normalen Alltag anbelangen würde. Ansonsten schätzt sie Drag Queens für ihre kreative Ader sehr und im Grunde ist es auch ein Ausdruck, der aber eher künstlerisch gesehen werden sollte.

Was den Alltag betrifft gebe ich Jennifer recht und ich denke auch, dass die wenigsten so schrill gekleidet in der Öffentlichkeit unterwegs sein werden. Ich finde aber den Einfallsreichtum der Männer genial+++ schrille Kostüme, kunterbuntes Makeup das übertrifft doch jede Vorstellungskraft. (flo) Wenn Männer dabei aufblühen und sich wohl in ihrer Haut finden, so what??? Die Welt ist so und so viel zu ernst, da ist es doch wunderschön wenn es bunt zur Sache geht+++

Tina
Liebe Grüße, Tina

+++Wissenswertes+++
Ich bin Tina und die Mutter von Jennifer. Ihr kennt sie unter ihrem Forumsnamen "Lady Jennifer"

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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 12 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! » So 8. Sep 2019, 13:06

Andrea aus Sachsen hat geschrieben:
So 8. Sep 2019, 12:22
aber zeigt bitte, dass ihr sonst ganz normale Menschen seid!
ja, das ist für mich der Punkt. Bis auf einen kleinen Unterschied bin ich eine ganz normale Frau,
ein ganz normaler Mensch..

aber vielleicht brauchen manche auch das Gefühl "besonders" zu sein, damit nicht alles so
langweilig ist. Und letztendlich spricht auch nicht das Äussere Bände sondern das was drin steckt.
Ich für mich hake jemand in einem Karnevalskostüm genauso schnell ab, wie den typischen
Anzugträger..liegt aber auch daran das ich in einer faschingsverrückten Familie aufgewachsen bin.

Wir fragen uns zuhause grade schon eine Weile ist es langweilig "normal" zu sein?
Ähm nein, ist es nicht, weil es total viel zu erleben und zu erfahren gibt.

Alles Liebe Marie (flo)
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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 13 im Thema

Beitrag von Inga » So 8. Sep 2019, 13:46

Hi,

in dem Artikel wird eine Erfahrung aus dem Alltag eines Mannes wiedergegeben:
.... „Umso größer war dann die Überraschung, als ich mit einer Glitzertasche ins Büro kam“, erinnert er sich. Das habe für Belustigung gesorgt, denn „über einen vermeintlich heterosexuellen Mann mit Glitzer darf man doch lachen, oder nicht?!“ ... .

Tja, wenn solche Kleinigkeiten wie Glitzertaschen schon außerhalb der Norm wahrgenommen und abgewertet werden, dann ist das Regelwerk mancher vermeintlich Normalen doch verdammt eng. Da wird meines Erachtens auch das Schrille von CSD-Paraden instrumentalisiert, um andere Menschen, die von der vermeintlichen Norm abweichen, abzuwerten.

So nicht. Mir persönlich sind die CSD-Paraden oft auch zu schrill und und das Auftreten mancher Queeries zudem auch zu alkoholhaltig. (Welcher Journalist thematisiiert denn das mal? Was hat Sekt schon mit Queer Sein zu tun?) Da suche ich schon eher die Nähe anderer Gruppen und Personen. Etwa bei Info-Ständen und so.

Beim politischen Karneval wird auch mit üppigen bunten Auftreten auf Missstände hingewiesen. Warum also nicht auch bei den Botschaften unserer Anliegen bei CSD-Paraden?

Anbei: Persönlich mag ich auch in der Alttagskleidung etwas mehr Farbe und Vielfalt. Aber schrilles Auftreten, wie es Drag Queens pflegen, ist meine Sache nicht.

Liebe Grüße
Inga

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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 14 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » So 8. Sep 2019, 14:49

Hallo,

zum Thema Sichtbarkeit habe ich gerade hier etwas geschrieben:
viewtopic.php?f=52&t=18750#p251876

vielleicht hätte es hier besser hin gepasst. Ich denke, selbst wenn ich mich schrill-übersteigert als Drag-Queen präsentieren würde, wäre die Reaktion der Öffentlichkeit kaum anders als im Link beschrieben. Da gibt es ein Klischee für einen "Mann in Frauenkleidern", und irgend etwas anderes kennen viele nicht. Die Alternative ist dann eben möglichst so perfekt eine Frau darzustellen, dass es keinem auffällt. Das gelingt mir aber nur dort, wo mich keiner kennt.

Bleibt also nur das Gespräch zu suchen und dabei über das Thema Crossdressing oder non-binär aufzuklären.

LG Nicole
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 15 im Thema

Beitrag von SylviaM » So 8. Sep 2019, 15:16

... und alle Kölner sind Jecken, tragen rote Papnasen, schmeissen mit Süßigkeiten um sich und begrüßen sich mit Alaaf ...

Die CSDS sind doch auch nichts anderes. Darauf auf das Verhalten der LGBT zu schließen, halte ich für ziemlich bomiert ..

Viele Grüße
Syl

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