Für mich ist dieser Beitrag nur der Klassiker unter den Sprachtherapeuten.
Viele tun so, als wäre das intensive, langfristige Umtrainieren einer Stimme ein absolutes NoGo, warum auch immer.
Ich habe dem Herrn jetzt einfach einmal folgende Email gesendet, mal schauen ob da was kommt.
Hallo Herr Krüger,
ich habe gerade über ein Transforum den Link zu diesem Beitrag hier bekommen:
https://www.3sat.de/wissen/nano/stimmtr ... r-100.html
Und ich wollte Ihnen nur einmal mitteilen, dass ich einerseits ihre Arbeit und Ihr Engagement zu dieser Thematik ganz wundervoll finde, andererseits aber ihre Grundaussage in dem Beitrag nicht aus der Realität bestätigen kann.
Sie sagen ja da, dass man seine Stimme nicht verstellen solle und fragen ihre Studenten dann wie das klingen würde. Und ja, in ihrem Beispiel klingt das natürlich auch nicht schön. Aber das ist nur ein Teil der Realität. Nämlich der, der den meisten Menschen auffällt.
Die anderen Transfrauen hingegen, welche eine richtig tolle weibliche Stimme antrainiert haben, fallen natürlich niemandem mehr auf. Deshalb scheint es vielleicht so, als gäbe es sie gar nicht.
Ich kann ihnen aus meiner persönlichen Lebenserfahrung aber sagen, dass eine wohl trainierte Transstimme nicht mal im Hauch von anderen weiblichen Stimmen zu unterscheiden ist. Ich selbst habe in privatem Rahmen schon andere ein wenig unterrichtet. Es macht also nach meiner Erfahrung sehr wohl als Transfrau Sinn, seine Stimme tatsächlich intensiv zu verstellen und dabei langsam aber sicher umzutrainieren. Es lohnt sich sooooo sehr für das Leben und den Alltag. Die Stimme macht in meinen Augen mehr als 50% der gesamten Geschlechtereinordnung aus.
Bitte entmutigen Sie ihre Patienten nicht diesen Schritt zu wagen Herr Krüger, mit der pauschalen Aussage, dass das nicht möglich wäre.
Vielen Dank
und ganz liebe Grüße
von der Eisfee
aus München
ps: Ich kann ihnen gerne auch ein überzeugendes Telefoninterview anbieten.
