Hallo Jenina,Jenina hat geschrieben: Do 23. Mai 2019, 17:12 Vor einem halben Jahr etwa wolltest Du nicht mehr hierher zurück und Dich zurückziehen.
ich gebe Dir völlig Recht mit dem Schwanken in den Extremen, aber ich habe nicht gesagt, dass ich nicht mehr hierher wolle. Es ging mir darum, mich wieder etwas zu sammeln, da ich viel zu "hippelig" war.
Das weiß ich auch nicht. Und ich habe auch nie gesagt, dass ich mein Leben als Frau leben möchte, ganz im Gegenteil. Aber meine Gefühle haben mich ziemlich überholt. Mir geht es auch nicht darum, dass ich mit meinem Beitrag den Durchbruch der Frau in mir feiern will. Ich teile einfach nur meine Gefühle, die mit mir des öfteren ziemlich Achterbahn fahren. Aber für mich hat sich ein Wandel im Fühlen Bahn gebrochen, der mir bei aller Aufregung auch etwas Sicherheit gibt oder besser gesagt, Zweifel nimmt.
Wie soll ich den Satz verstehen ? Als Prognose ? Als Diagnose ? Als ... ?
Ich habe aus meinen Zweifeln, meinem Hin und Her kein Geheimnis gemacht. Dieses Ringen um meine originäre Identität ist wesentlicher Teil meiner Persönlichkeit und meines Lebens. Wäre ich meiner sicher, würde ich "mein Ding" machen. Bin ich aber nicht. Und so schreibe ich hier, was mich bewegt. Das bedeutet zum Einen Selbstreflexion und zum Anderen sehe ich an den Reaktionen anderer, dass es ihnen oft auch nicht anders geht. Beides hilft mir.
Vorgestern ist etwas in mir ausgelöst worden, was ich gestern durchlebt habe. Ich war wie vom Boden abgehoben und habe das Tagesgeschehen wie in einer Dunstwolke erlebt. Ich habe mich realer und alles um mich herum wie in einer Trance erlebt. Ich scheue mich trotzdem nach wie vor, mich als "Frau" zu bezeichnen. Dazu bin ich noch viel zu unsicher. Es ist auch nicht mein Ziel "als Frau" zu leben. Das wäre für mich nur eine Charade, ein Mimenspiel. Ich möchte nur das leben, was in mir steckt und ich habe entdeckt, dass es noch Dinge in mir gibt, die ich so noch nicht kannte. Ob das "Frau" ist oder nicht, ist belanglos. Das sind bürgerliche Kategorien
Vielleicht ist es das, was ich in den letzten Jahren erfahren habe und vorgestern einen Höhepunkt erfuhr, was mich jetzt so stark emotional berührt. Ich zeige etwas von mir und werde auch so anerkannt. Ob ich wie gestern im Baumarkt en femme einkaufen gehe und mir die Bedienung beim Aufladen von Konstrutionsholz hilft oder ein Stück Kuchen kaufen gehe und ich bin so akzeptiert, wie ich auftrete, ist für mich wunderschön.
Es ist eigentlich ganz einfach, wenn ich mir nicht selber im Wege stehe. Wieso muss ich dann das Leben "als Frau" zum Ziel nehmen ? Ich mache einfach nur das, was mir wichtig ist und erfahre Gutes. Was will ich sonst noch ?