und es hat "Zoom" gemacht
und es hat "Zoom" gemacht - # 2

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
ExUserIn-2026-04-08
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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 16 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

@all: Ich bin perplex, wie sehr die Sache Resonanz findet. Vielen Dank dafür. Aber es sind nicht die Ereignisse, die von Bedeutung sind. Es ist das, was sich dadurch in uns in Bewegung gerät. Jenina hat Recht, wenn sie sagt, dass es in mir immer wieder ein extremes Hin und Her gibt. Aber dadurch kam etwas in mir durch. Wenn man Sand in ein Sieb kippt, fallen ein paar Körner durch, aber erst wenn man es immer wieder bewegt, kommt richtig viel dabei heraus. Wenn ich noch heute ein paar Sachen im Keller verstecken und Teile meines Lebens heimlich leben würde, wäre ich auch noch immer an diesem Punkt. Für mich ist es richtig, immer wieder an meinem Sieb zu rütteln. Ich kann es nur empfehlen, auch wenn immer wieder Zweifel hoch kommen. Aber hätte ich nicht auch meine Zweifel, wenn ich heimlich leben würde ?
Jenina hat geschrieben: Do 23. Mai 2019, 17:12 Vor einem halben Jahr etwa wolltest Du nicht mehr hierher zurück und Dich zurückziehen.
Hallo Jenina,

ich gebe Dir völlig Recht mit dem Schwanken in den Extremen, aber ich habe nicht gesagt, dass ich nicht mehr hierher wolle. Es ging mir darum, mich wieder etwas zu sammeln, da ich viel zu "hippelig" war.
Jenina hat geschrieben: Do 23. Mai 2019, 17:12 Ich frage mich schon wohin das führen soll.


Das weiß ich auch nicht. Und ich habe auch nie gesagt, dass ich mein Leben als Frau leben möchte, ganz im Gegenteil. Aber meine Gefühle haben mich ziemlich überholt. Mir geht es auch nicht darum, dass ich mit meinem Beitrag den Durchbruch der Frau in mir feiern will. Ich teile einfach nur meine Gefühle, die mit mir des öfteren ziemlich Achterbahn fahren. Aber für mich hat sich ein Wandel im Fühlen Bahn gebrochen, der mir bei aller Aufregung auch etwas Sicherheit gibt oder besser gesagt, Zweifel nimmt.
Jenina hat geschrieben: Do 23. Mai 2019, 17:12 Zum Leben als Frau aber bestimmt nicht...


Wie soll ich den Satz verstehen ? Als Prognose ? Als Diagnose ? Als ... ?

Ich habe aus meinen Zweifeln, meinem Hin und Her kein Geheimnis gemacht. Dieses Ringen um meine originäre Identität ist wesentlicher Teil meiner Persönlichkeit und meines Lebens. Wäre ich meiner sicher, würde ich "mein Ding" machen. Bin ich aber nicht. Und so schreibe ich hier, was mich bewegt. Das bedeutet zum Einen Selbstreflexion und zum Anderen sehe ich an den Reaktionen anderer, dass es ihnen oft auch nicht anders geht. Beides hilft mir.

Vorgestern ist etwas in mir ausgelöst worden, was ich gestern durchlebt habe. Ich war wie vom Boden abgehoben und habe das Tagesgeschehen wie in einer Dunstwolke erlebt. Ich habe mich realer und alles um mich herum wie in einer Trance erlebt. Ich scheue mich trotzdem nach wie vor, mich als "Frau" zu bezeichnen. Dazu bin ich noch viel zu unsicher. Es ist auch nicht mein Ziel "als Frau" zu leben. Das wäre für mich nur eine Charade, ein Mimenspiel. Ich möchte nur das leben, was in mir steckt und ich habe entdeckt, dass es noch Dinge in mir gibt, die ich so noch nicht kannte. Ob das "Frau" ist oder nicht, ist belanglos. Das sind bürgerliche Kategorien ;-) Ich habe einen Kern, der auch eine gehörige Portion weiblich ist. Darauf will und werde ich nicht verzichten, auch wenn ich keine "Frau" im üblichen, auch nicht im transidentitären, Sinn bin. Ich will und werde aber die Möglichkeiten nutzen, die mir die weiblich kodierten Elemente der Gesellschaft bieten. Ob man mich als Frau oder als Tranmensch oder als verkleideter Mann liest, ist mir relativ gleichgültig. Ich möchte nur als das behandelt werden, was ich zeige. Das reicht mir schon.

Vielleicht ist es das, was ich in den letzten Jahren erfahren habe und vorgestern einen Höhepunkt erfuhr, was mich jetzt so stark emotional berührt. Ich zeige etwas von mir und werde auch so anerkannt. Ob ich wie gestern im Baumarkt en femme einkaufen gehe und mir die Bedienung beim Aufladen von Konstrutionsholz hilft oder ein Stück Kuchen kaufen gehe und ich bin so akzeptiert, wie ich auftrete, ist für mich wunderschön.

Es ist eigentlich ganz einfach, wenn ich mir nicht selber im Wege stehe. Wieso muss ich dann das Leben "als Frau" zum Ziel nehmen ? Ich mache einfach nur das, was mir wichtig ist und erfahre Gutes. Was will ich sonst noch ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 17 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 24. Mai 2019, 07:03 ...
Jenina hat geschrieben: Do 23. Mai 2019, 17:12 Zum Leben als Frau aber bestimmt nicht...


Wie soll ich den Satz verstehen ? Als Prognose ? Als Diagnose ? Als ... ?
...

Es ist eigentlich ganz einfach, wenn ich mir nicht selber im Wege stehe. Wieso muss ich dann das Leben "als Frau" zum Ziel nehmen ? Ich mache einfach nur das, was mir wichtig ist und erfahre Gutes. Was will ich sonst noch ?
Liebe Vicky,
danke für Deine klaren Worte.
Ich finde es sehr schön, dass Du gegenüber Jenina so wertschätzend geblieben bist. Das würde mir sehr schwer fallen.

Fühl Dich (in aller Unschuld und gänzlich unbekannt) gedrückt. )))(:
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 18 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Ralf-Marlene hat geschrieben: Fr 24. Mai 2019, 08:19 dass Du gegenüber Jenina so wertschätzend geblieben bist.
Das ist ganz einfach: Ich schätze Jenina. Wir sind nicht immer einer Meinung, aber ich finde gerade das als Bereicherung. Wir kennen uns seit Jahren und haben uns auch persönlich kennen gelernt. Für mich sind die Auseinandersetzungen nicht so angreifend, wie sie vielleicht für Dich klingen. Das heißt nicht, dass ich mich nicht um eine Klarstellung bemühe.
Viele Grüße
Vicky

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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 19 im Thema

Beitrag von Cybill »

Liebe Vicky,
(Hier zu deinem Eröffnungsbeitrag)
deine Gefühle, so wie Du sie schilderst, sind mir nicht ganz unbekannt. Nachdem ich jetzt mit der ganzen Outing-Geschichte durch bin, habe ich feststellen müssen, dass die einzige Person, die zwischen mir und meinem passenden Sein stand, ich selbst war.

Es ist gut, wenn Du deine Erlebnisse hier mit uns teilst und reflektierst. Ich danke dir dafür.
Nach meiner Erfahrung wird es von mal zu mal "normaler".

Gruß Cybill
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 20 im Thema

Beitrag von Stefanie1963 »

Liebe Vicky,

auch von mir erstmal ein herzlicher Dank für deine Worte, die erkennbar aus deinem Innersten kommen.
Dieses Gefühlschaos und die damit verbundene Unsicherheit überkommt auch mich phasenweise. Ich habe dann das Gefühl, ich bin nicht Fleisch noch Fisch und weiß überhaupt nicht, ob es der richtige Weg ist oder ob es überhaupt ein Weg ist.

Das Wohlfühlen in beiden Welten scheint zur Zeit für mich das Richtige zu sein. Je nach Stimmung als Stefanie oder nicht. Es gibt Phasen, da erscheint es mir nicht als dringend, meinen weiblichen Anteil zu leben, obwohl Er (oder Sie) wohl immer dabei ist.
Unbestreitbar fühle ich mich aber auch gut, wenn ich mich richtig zurecht mache und en femme rausgehe.

Es ist für mich nicht "besser", ein vollständiges Leben als Frau anzustreben oder mir selbst vorzuwerfen (oder vorwerfen zu lassen), diesen Weg nicht konsequenter zu gehen. Es ist, jedenfalls zur Zeit, nicht mein Weg.
Vielen Dank auch für das Bild des gerüttelten Siebes, das ich sehr passend finde.

Vlg Stefanie
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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 21 im Thema

Beitrag von Jenina »

Ralf-Marlene hat geschrieben: Fr 24. Mai 2019, 08:19 ... Jenina so wertschätzend geblieben bist. Das würde mir sehr schwer fallen.
...
Ralf-Marlene,

es liegt tatsächlich daran, dass wir uns schon mal persönlich begegnet sind und auch sonst sporadisch in Kontakt sind. Daher sagen wir uns Dinge, die ich einer fremden Person niemals sagen würde.

Dazu gehört eben das ewig währende Schwanken zwischen Extremen, über das ich mich immerzu "aufrege". Das hat etwas von einem Streit bei einem alten Ehepaar, wo man sich das immer gleiche vorwirft, obwohl man doch gerade an das so gewöhnt ist. Also alles gut!

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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 22 im Thema

Beitrag von Jenina »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 24. Mai 2019, 07:03 ..
Wie soll ich den Satz verstehen ? Als Prognose ? Als Diagnose ? Als ... ?
...
Ach Vicky, nimm es einfach als Feststellung von Tatsachen.
Prognosen sind ohnehin schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.
Und Diagnosen kann ich nicht stellen, weil ich noch nicht mal von mir eine schlüssige Diagnose habe.

Ich habe nur mehr Ruhe gefunden und würde Dir das auch gerne wünschen. Das ständige auf und ab kann ja auch auf Dauer nicht so gut sein. Pass auf Dich auf.

Jenina
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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 23 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Stefanie1963 hat geschrieben: Fr 24. Mai 2019, 10:29 Es gibt Phasen, da erscheint es mir nicht als dringend, meinen weiblichen Anteil zu leben, obwohl Er (oder Sie) wohl immer dabei ist.
Ich denke auch, auf das eigene Innere zu hören, ist der sinnvolle Weg. Und wie Cybill schreibt, wird das jedes Mal "normaler". Aber es wird nicht nur normaler, sondern jedes Mal verändert sich etwas in mir. Irgendwann ist es dann soweit, dass alle Dämme brechen und man auf ein anderes "Bewußtseinsniveau" kommt. Ich denke, das ist bei mir gerade passiert.

Heute bin ich wieder "geerdeter". Eine Normalisierung meines Trans-Daseins ist aber unzweifelhaft eingetreten, vielleicht ist es aber auch nur eine Verlagerung. Gestern habe ich mit großer Selbstverständlichkeit im Baumarkt Material für Garten und Terrasse eingekauft. Dabei standen die Einkäufe und nicht das en-femme-sein im Vordergrund.

@Jenina: Danke für Deine Worte. Ich passe schon auf mich auf. Sonst wäre ich ja nicht so rührig ... ;) Die innere Ruhe muss schon zu mir kommen. Die Zeit wird zeigen, inwieweit das eingetreten ist.

Hast Du Dich schon einmal gefragt, warum Du Dich über mein "ständiges Auf und Ab", ich würde es eher Hin und Her nennen, aufregst ? Du kannst es offensichtlich nicht ruhig beobachten. Kann es sein, dass Du Dich einfach nur in Deiner Situation bequem eingerichtet hast, aber tatsächlich noch offene Fragen hast, Stichwort: keine schlüssige Selbstdiagnose ? (ki)

Ich habe aufgehört, die Selbstdiagnosen zu erstellen. Vieles scheint mir heute plausibler, aber im Kern weiß ich wenig bis nichts. Ich lasse es heute verstärkt zu ohne zu wissen warum. Die Frage nach dem Warum ist interessant und spannend, aber eigentlich habe ich sie nur zu Rechtfertigung versucht zu beantworten. So nach dem Motto, ich kann ja nichts dafür, weil ... Damit nutzte ich mich in der Tat ab. Ich habe hier an anderer Stelle Rilke zitiert und mache es noch einmal:
Über die Geduld
(von Rainer Maria Rilke)

Man muss den Dingen
die eigene, stille
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann,
alles ist austragen — und
dann gebären...

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.

Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit
vor ihnen läge,
so sorglos, still und weit...

Man muss Geduld haben

Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.
Ja, ich habe heute mit mir, bei aller Rührigkeit, mehr Geduld. Vielleicht muss ich auch noch lernen, mit Hingabe zu leben. Hingabe an das, was in mir steckt ...
Viele Grüße
Vicky

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Ulrike-Marisa
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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 24 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

...Geduld gehört natürlich auch dazu, den eigenen Weg zu erfahren und zu begleiten. Mir fällt dazu noch ein, dass ich sicher die Ulrike seit diesem Zoomerlebnis für mich in meinem Leben zugelassen habe, aber doch täglich irgendwie irgendwann damit beschäftigt bin, gerade weil ich noch auf dem Weg bin und auch sicher wegen der geschlossenen Lebenskompromisse mit der Familie, wo eben doch nicht alles geht, was ich mir wünschen könnte. Bei aller Normalität meines Frausein im täglichen Leben, immer mit den bekannten Einschränkungen zu sehen, ist das halt so auf unabsehbare Zeit. Wenn ich einkaufe, dann geht es um das Produkt, was ich erwerben will und weniger, wie ich bin oder mich kleide, so wie ich auch im Sommer mit rock und Sicherheitsschuhen auf Baustellen unterwegs bin. Für mich als Vermessungstechnikerin geht das so.

Grüße, Ulrike-Marisa :wink:
Michi
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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 25 im Thema

Beitrag von Michi »

Ralf-Marlene hat geschrieben: Fr 24. Mai 2019, 08:19 Ich finde es sehr schön, dass Du gegenüber Jenina so wertschätzend geblieben bist. Das würde mir sehr schwer fallen.
Hallo Ralf-Marlene,

ich finde diesen Seitenhieb gegen Jenia völlig überflüssig. Ich bitte dich zu bedenken, wie empfindlich du selbst bereits reagierst, wenn du nur Kritik gegen deine Person witterst, die tatsächlich gar nicht geäußert wurde.

BTW kennen sich die beiden sich schon lange .. auch persönlich. Da versteht man sich um einiges besser, und weiß auch, was man sich sagen kann und dass es wohl verstanden wird.


Beste Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 26 im Thema

Beitrag von Michi »

Liebe Vicky,

obgleich ich wie Jenina auch immer wieder ob deiner starken Schwankungen irritiert bin, und dir das in der Vergangenheit auch schon oft genug angetragen habe, sehe ich dennoch inzwischen eine ich möchte sagen stetige Entwicklung bei dir. Du weißt, wie ich dich ausgefragt .. ja fast schon genervt habe, warum du aus meiner Perspektive so starke Schwankungen hast, die immer wieder dazu geführt haben, dass du gerade zu den halbjährlichen Trans-Wochenend-Treffen unserer Runde auf "Abstinenz" warst, und es mir im Gegensatz zu Jenina deshalb bisher verwehrt blieb, dich auch persönlich kennenzulernen. Die Berichte zu deiner Entwicklung verfolge ich immer interessiert. Auch wenn ich in der Vergangenheit in deinen starken Trans-Phasen gefolgt von längerer "Abstinenz" eine Überkompensation vermutet habe, so ist es doch dein Weg, das Thema für dich zu bearbeiten. Mir persönlich wäre das auf Dauer eine zu starke Belastung, ich habe eine eher Regelmäßigkeit für mich als wohltuender erlebt. Aber jede muss eben ihren ganz eigenen Weg finden. Inzwischen habe ich den Eindruck, dass es sich bei dir doch weiter in Richtung Frau verschoben hat, und du es unbewusst auch auf ein Outing anlegst. So zumindest sehe uch die Geschichte, die dir gerade im Büro passiert ist. Realistisch betrachtet war es doch nur eine Frage der Zeit, dass mal ein Kollege früher als erwartet im Büro auftaucht.

Liebe Grüße
Michi
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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 27 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

MichiWell hat geschrieben: So 26. Mai 2019, 17:58 ja fast schon genervt habe,
Hi Michi,

da muss ich protestieren, Du hast mich nie, nie, nie genervt. Ich habe in Deinen Worten immer die ehrliche Auseinandersetzung gespürt und das war für mich richtig. Ich brauche gelegentlich auch ein Korrektiv in Form einer Rückmeldung. (flow)

Es stimmt, ich erlebe starke Schwankungen, aber für mich ist eine Grundtendenz erkennbar. Ich denke, die starken Schwankungen habe viel damit zu tun, dass ich mich massiv dagegen gewehrt habe, mich innerlich zu meinem Transwesen zu bekennen. ich habe es einfach nicht akzeptiert. Die Schwankungen sind aber viel kleiner geworden. Irgendwann habe ich aufgehört, meine Frauengarderobe zu entsorgen, weil mir klar wurde, es würde wieder eine Welle geben. Irgendwann habe ich beschlossen, wenn ich eine neue Partnerin kennen lernen würde, würde ich gleich reinen Wein einschenken, irgendwann gab es einen eigenen Kleiderschrank für meine Garderobe und so komme ich Schritt für Schritt auf meinem Weg vorwärts.

Du hast Recht, mein Weg war in Teilen ziemlich belastend, in Teilen hatte ich meine Höhenflüge. Ich brauche meine Zeit um Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann. Wie hat das einmal jemand ausgedrückt: Wir sind auf der Welt, um uns zu verschleißen. Ich gebe mir alle Mühe ;-)
MichiWell hat geschrieben: So 26. Mai 2019, 17:58 dass es sich bei dir doch weiter in Richtung Frau verschoben hat,
Das glaube ich nicht. Was sich verändert hat, ist die Bereitschaft, das zu akzeptieren und mich darauf einzulassen. Wenn ich en femme unterwegs bin, spüre ich sehr deutlich einen Unterschied, ob ich mich bei jedem Schritt gedanklich damit beschäftige als Frau unterwegs zu sein oder ob ich mir einmal klar mache, dass ich eine Frau bin. Letzteres führt dann dazu, dass ich im Äußeren selbstverständlicher auftrete. Ich kann dann sogar ein Stück weit vergessen, dass ich en femme unterwegs bin, weil ich es bin. (Tante Edit meint, ich solle lieber "weil ich "ich" bin schreiben. Ich denke, es passt beides ;-) )
MichiWell hat geschrieben: So 26. Mai 2019, 17:58 und du es unbewusst auch auf ein Outing anlegst
Das ist richtig. Mir ist natürlich klar, dass irgendwann jemand früher ins Büro kommt. Ich habe Scheu, hier den Weg als Transmensch offensiv zu gehen. Zum einen wünsche ich mir, dass ich en femme akzeptiert würde, zum anderen möchte ich den Schritt zur Frau nicht ganz gehen, da ich nicht weiß, ob das der richtige ist. Hier wehre ich mich noch. Und ein hin und her im Büro würde mich auch ganz schön stressen. Deshalb überlege ich, den Weg zur Gleichstellungsbeauftragen zu suchen. Aber das macht nur Sinn, wenn ich wirklich en femme im Büro arbeiten möchte. Ein erzwungenes Outing durch eine Entdeckung würde mich zwingen zu handeln und erspare mir eine Entscheidung. Es ist eine widersprüchliche Situation, die eine gewisse Inkonsequenz beherbergt. Mal sehen, wie ich damit umgehen werde. Du kannst aber sicher sein, von mir zu hören ... ;-)
Viele Grüße
Vicky

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Re: und es hat "Zoom" gemacht

Post 28 im Thema

Beitrag von Anabelle »

Hallo,
Irgendwann habe ich beschlossen, wenn ich eine neue Partnerin kennen lernen würde, würde ich gleich reinen Wein einschenken, irgendwann gab es einen eigenen Kleiderschrank für meine Garderobe und so komme ich Schritt für Schritt auf meinem Weg vorwärts.
Ich habe mir auch fest vorgenommen, bei der nächsten Beziehung gleich von vorneherein meine Besonderheit anzusprechen.
Und auch nur noch weiterzugehn, wenn sie das auch voll akzeptieren kann. Mal sehen ... ob ich das umsetzen kann.

Aber da ich zur Zeit überhaupt nicht weiß wo ich stehe, möchte ich mir damit noch viel Zeit lassen.
GLG, Anabelle :woman:
Aus dem Herzsutra: Gate, gate, paragate, parasamgate, bodhi, svaha !
(Gegangen, gegangen, hinübergegangen, vollends hinübergegangen, sein wahres Wesen verwirklicht !
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