Ralf-Marlene hat geschrieben: Fr 12. Apr 2019, 09:55
An der Haltung und Verdrängung mancher Mitmenschen und Politiker kann ich schon mal (ver)zweifeln. Da ist Dummheit doch mal strafbar und die Strafe tragen alle, die dann leben.
Liebe Ralf-Marlene:
Nochmals Danke für Deine Klärung, denn es ist äußerst bedenklich IMHO, wenn ausgerechnet Minderheiten wie wir uns jetzt auch dem zeitgeistigen
Whataboutism, also der grassierenden Strategie derer, die mit
Relativismus versuchen, die Welt auf den Kopf zu stellen, alles und jedes als INDIVIDUAL PROBLEM der WAHRNEHMUNG verharmlosen, uns anschließen würden.
Mein leidenschaftlich vertretenes Thema, in der Tat, dass man die schleichende Veränderungen in jeder Gesellschaft zu aller erst an der Verwendung von SPRACHE, Begrifflichkeiten und deren Implikationen ablesen kann.
Und gerade auf dem Feld der VERDRÄNGUNG, der Verharmlosung und Enttabuisierung haben da bspw die Wutbürger, Pegida & Co, die AfD, etc. in den letzten Jahren ganze Arbeit geleistet. Wenn Communities / Gesellschaften NICHT einmal mehr über kontroverse Themen in den selben Begrifflichkeiten kommunizieren könne, eine Seite ständig dich auf DEINE EIGENE AUFGEREGTHEIT reduziert, werden am Ende des Tages gesicherte Fakten zu relativierten Beliebigkeiten. So funktioniert die Spaltung jeder Gemeinschaft, die Polarisierung mit Hilfe psychologisch dynamischer Wirkmechansismen.
Darum geht es hinter dem scheinbar nur oberflächlichen "Wortklauber Streit", wenn jemand sich über die falschen Vokabeln "erregt". Nicht um die persönlichen Empfindlichkeiten! Der Fehler liegt nicht beim INDIVIDUUM, sondern bei der zur Gewohnheit werdenden Akzeptanz, dass jeder sprachliche Ductus der Verständigung über gemeinsame Werte / Begriffe so ausgehöhlt wird.
Wenn es heute unter dieser Prämisse bereits wieder möglich ist, allein durch den Whataboutism selbst die größten Unsäglichkeiten wieder aussprechen zu können, ohne dass sich die MEHRHEIT der Aufrechten darüber empört, dann ist diese Erodierung schon viel zu weit fortgeschritten. Das ist nicht meine Einzelmeinung, das haben Linguisten und Soziologen sehr gut erforscht und belegt.
Wehret den hoch-toxischen Zeiten. Diese Prozesse laufen nicht nur beim KLIMAWANDEL Disput, sondern bei allen großen Themen unserer Zeit. Und sie verändern ganze Gesellschaften zum Schlechteren. Das ist Doch wohl Grund genug zum Aufregen, oder?
LG Ronda
