Outing am Arbeitsplatz
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Christine75
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Outing am Arbeitsplatz
Hallo ihr lieben.
Zum diesem Thema habe ich ja schon einiges hier gelesen. Allerdings ging es meistens um das Outing im Büro oder IT Branche.
Was mich eher interessieren würde, wäre, wie und ob sich welche von euch in handwerklichen Berufen geoutet habt und wie die Reaktion da war?
Ich selbst bin (noch) als Mann bei einem Sanitätshaus als Rehatechniker im Aussendienst beschäftigt.
Mein Chef ist relativ jung, aber mir scheint das seine Toleranz sehr eingegrenzt ist. Zumal ich mich in diesem Betrieb erst noch beweisen muß, da ich erst seit 8 Monaten dort beschäftigt bin, nachdem ich ein anderes Sanitätshaus nach 4 Jahren verlassen hab.
Ich denke, spätestens, wenn ich die Hormone bekomme und mir Brüste wachsen, muß ich ja die Karten offen auf den Tisch legen.
Die Angst ist gross, das er mich mit irgendwelchen fadenscheinigen Begründungen rausschmeisst, oder mich die Kollegen übelst mobben.
Da ich noch 23 Arbeitsjahre vor mir habe und ich viel darüber gelesen habe, das es sehr schwer bis gar nicht möglich ist, für TG einen Job zu finden, ist natürlich auch die Angst groß, bis zur Rente mit Hartz4 leben zu müssen.
Was habt ihr für Erfahrungen?
Zum diesem Thema habe ich ja schon einiges hier gelesen. Allerdings ging es meistens um das Outing im Büro oder IT Branche.
Was mich eher interessieren würde, wäre, wie und ob sich welche von euch in handwerklichen Berufen geoutet habt und wie die Reaktion da war?
Ich selbst bin (noch) als Mann bei einem Sanitätshaus als Rehatechniker im Aussendienst beschäftigt.
Mein Chef ist relativ jung, aber mir scheint das seine Toleranz sehr eingegrenzt ist. Zumal ich mich in diesem Betrieb erst noch beweisen muß, da ich erst seit 8 Monaten dort beschäftigt bin, nachdem ich ein anderes Sanitätshaus nach 4 Jahren verlassen hab.
Ich denke, spätestens, wenn ich die Hormone bekomme und mir Brüste wachsen, muß ich ja die Karten offen auf den Tisch legen.
Die Angst ist gross, das er mich mit irgendwelchen fadenscheinigen Begründungen rausschmeisst, oder mich die Kollegen übelst mobben.
Da ich noch 23 Arbeitsjahre vor mir habe und ich viel darüber gelesen habe, das es sehr schwer bis gar nicht möglich ist, für TG einen Job zu finden, ist natürlich auch die Angst groß, bis zur Rente mit Hartz4 leben zu müssen.
Was habt ihr für Erfahrungen?
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Michelle_Engelhardt
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Re: Outing am Arbeitsplatz
Aussendienst ist immer ein sehr heikles Thema. Was sollen potentielle oder bestehende Kunden denken? So wird vermutlich argumentiert. Eine Bekannte von mir war auch weltweit im Aussendienst tätig. Der Arbeitgeber heuchelte zunächst Akzeptanz und Unterstützung, später folgte dann eine Versetzung in den Innendienst (Kunden hätten sich beschwert und kein Verständnis, das da plötzlich eine Frau auftauchte) und kurz darauf eine Kündigung mit fadenscheinigen Begründungen. Danach Arbeitsgericht (glücklicherweise mit einer fetten Abfindung), Umschulung und heute fährt sie ICE bei der DB (nicht als Passagier
).
Das alles muss natürlich nicht immer eintreten und vielleicht lesen wir ja auch positive Beispiele.
Liebe Grüße
Michelle
Das alles muss natürlich nicht immer eintreten und vielleicht lesen wir ja auch positive Beispiele.
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Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!
Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
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Céline
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Re: Outing am Arbeitsplatz
Hallo Christine,
Ich bin eine der jenigen bei der fast alles gut läuft.Ich arbeite in einem typischen Männerberuf.Meine Tätigkeit ist gemischt d.H. ich bin im Büro als Meisterunterstützung, betreue aber gleichzeitig im Ausendienst meine eigene Route mit viel Kundenkontakt, Unterstütze Kollegen bei Problemen und mache Kundenbesuche.Im Grunde Mädchen für alles.
Was mir von Anfang an wichtig war nichts zu überstürzen und niemanden zu überfordern.Deshalb gestaltete ich meine Transition sehr langsam und veränderte mich nur schrittweise,informierte aber vorher schon die Meisten über zukünftige Veränderungen und Schritte.Das heißt alle Kollegen,Vorgesetzte,viele Kunden und natürlich mein häusliches Umfeld.Natürlich kommt nicht jeder damit klar, das war mir auch klar.
Was ich immer vermieden habe im Kleidungsstiehl übertrieben feminin zu erscheinen,damit sind sehr viele überfordert.Ich trete wenn ich nicht die Arbeitskleidung meiner Firma trage eigentlich immer sehr androgyn auf.Mit Kleidung haben viele Menschen oftmals Probleme.
Du must auch keine Angst haben das du dich bei Beginn der HRT veränderst, das ist ein schleichender Prozess und nur wenige werden die langsame Veränderungen bemerken.
Ich habe es beispielsweise mit meinen Haaren so gemacht, ich hatte sehr kurze Haare und ließ sie wärend der Transition wachsen so das es für alle alltäglich wurde und ein langsamer Gewöhnungsprozess stattfinden konnte.Es hat lang gedauert bis ich zum Beispiel auf mein Brustwachstum angesprochen wurde..
Du siehst es kann allso auch positiv verlaufen, mann kann viel selbst durch das eigene Auftreten und Verhalten beeinflusst werden, braucht aber auch Geduld.
Und die Angst vor Arbeitslosigkeit habe ich natürlich auch, gehe damit aber selbstbewusst um.
Ich drücke dir die Daumen,Liebe Grüße
Céline
Ich bin eine der jenigen bei der fast alles gut läuft.Ich arbeite in einem typischen Männerberuf.Meine Tätigkeit ist gemischt d.H. ich bin im Büro als Meisterunterstützung, betreue aber gleichzeitig im Ausendienst meine eigene Route mit viel Kundenkontakt, Unterstütze Kollegen bei Problemen und mache Kundenbesuche.Im Grunde Mädchen für alles.
Was mir von Anfang an wichtig war nichts zu überstürzen und niemanden zu überfordern.Deshalb gestaltete ich meine Transition sehr langsam und veränderte mich nur schrittweise,informierte aber vorher schon die Meisten über zukünftige Veränderungen und Schritte.Das heißt alle Kollegen,Vorgesetzte,viele Kunden und natürlich mein häusliches Umfeld.Natürlich kommt nicht jeder damit klar, das war mir auch klar.
Was ich immer vermieden habe im Kleidungsstiehl übertrieben feminin zu erscheinen,damit sind sehr viele überfordert.Ich trete wenn ich nicht die Arbeitskleidung meiner Firma trage eigentlich immer sehr androgyn auf.Mit Kleidung haben viele Menschen oftmals Probleme.
Du must auch keine Angst haben das du dich bei Beginn der HRT veränderst, das ist ein schleichender Prozess und nur wenige werden die langsame Veränderungen bemerken.
Ich habe es beispielsweise mit meinen Haaren so gemacht, ich hatte sehr kurze Haare und ließ sie wärend der Transition wachsen so das es für alle alltäglich wurde und ein langsamer Gewöhnungsprozess stattfinden konnte.Es hat lang gedauert bis ich zum Beispiel auf mein Brustwachstum angesprochen wurde..
Du siehst es kann allso auch positiv verlaufen, mann kann viel selbst durch das eigene Auftreten und Verhalten beeinflusst werden, braucht aber auch Geduld.
Und die Angst vor Arbeitslosigkeit habe ich natürlich auch, gehe damit aber selbstbewusst um.
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"Sprache und Worte können mich nicht verletzten...nur der Mensch und seine Absicht dahinter"
C.B.
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sbsr
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Re: Outing am Arbeitsplatz
Hallo Christine,
leider kann ich nur ein Negativbeispiel beisteuern. Eine Freundin vom Stammtisch hat seit dem Outing, oder besser gesagt seitdem die Transition unübersehbar ist, zunehmend Probleme. Sie arbeitet in der Baubranche, ist also die meiste Zeit auf Baustellen unterwegs. Wo es früher den ein oder anderen kleinen Zwist gab, macht man sie in letzter Zeit für alles verantwortlich, selbst wenn sie vorab auf drohende Problematiken aufmerksam gemacht hat, oder sogar nicht einmal am Geschehen beteiligt war.
Von außen betrachtet sieht das alles ziemlich nach Mobbing aus. Wobei man auch dazu sagen muss, das Arbeitsverhältnis war vorher schon nicht ganz perfekt, es gab wie gesagt hin und wieder kleine Diskussionen. Jemand, der allgemein gut akzeptiert ist, hat es vermutlich wesentlich leichter, als wie wenn man auch in der alten Männerrolle nicht nur Freunde im Betrieb hatte.
leider kann ich nur ein Negativbeispiel beisteuern. Eine Freundin vom Stammtisch hat seit dem Outing, oder besser gesagt seitdem die Transition unübersehbar ist, zunehmend Probleme. Sie arbeitet in der Baubranche, ist also die meiste Zeit auf Baustellen unterwegs. Wo es früher den ein oder anderen kleinen Zwist gab, macht man sie in letzter Zeit für alles verantwortlich, selbst wenn sie vorab auf drohende Problematiken aufmerksam gemacht hat, oder sogar nicht einmal am Geschehen beteiligt war.
Von außen betrachtet sieht das alles ziemlich nach Mobbing aus. Wobei man auch dazu sagen muss, das Arbeitsverhältnis war vorher schon nicht ganz perfekt, es gab wie gesagt hin und wieder kleine Diskussionen. Jemand, der allgemein gut akzeptiert ist, hat es vermutlich wesentlich leichter, als wie wenn man auch in der alten Männerrolle nicht nur Freunde im Betrieb hatte.
LG, Svenja
Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
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Anja
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Re: Outing am Arbeitsplatz
Moinsen
Gerade die Outings, vor denen ich am meinsten Bammel vor hatte, verliefen völlig anders als erwartet.
Z.B. eine Nachbarin, mit der ich früher häufig geschnackt hatte, hat sich ziemlich zurück gezogen und wir grüßen uns jetzt eigentlich nur noch. Hab ich nicht erwartet, weil Frauen ja in der Regel selten Probleme mit uns haben. Bei ihrem Mann, mit aktiver Nazi-Vergangenheit, hab ich viel größere Probleme erwartet. Mit dem jogge ich seit nunmehr über 2 Jahren jeden Sonntag und der akzeptiert mich so. Hätte ich auch nicht erwartet. Selbst bei den Kollegen, die ich zum Teil 15 Jahre kannte, reagierten anders als gedacht...
Grüße
die Anja
Also, das Einzige, was ich dir mit Sicherheit sagen kann, ist, das man die Reaktion auf ein Outing in keinster Weise vorhersehen kann. Dabei ist es egal, ob es sich um Familie, Kollegen oder den Freundeskreis handelt.Christine75 hat geschrieben: So 24. Mär 2019, 08:30 Mein Chef ist relativ jung, aber mir scheint das seine Toleranz sehr eingegrenzt ist.
Gerade die Outings, vor denen ich am meinsten Bammel vor hatte, verliefen völlig anders als erwartet.
Z.B. eine Nachbarin, mit der ich früher häufig geschnackt hatte, hat sich ziemlich zurück gezogen und wir grüßen uns jetzt eigentlich nur noch. Hab ich nicht erwartet, weil Frauen ja in der Regel selten Probleme mit uns haben. Bei ihrem Mann, mit aktiver Nazi-Vergangenheit, hab ich viel größere Probleme erwartet. Mit dem jogge ich seit nunmehr über 2 Jahren jeden Sonntag und der akzeptiert mich so. Hätte ich auch nicht erwartet. Selbst bei den Kollegen, die ich zum Teil 15 Jahre kannte, reagierten anders als gedacht...
Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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Jasmin_35
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Re: Outing am Arbeitsplatz
Hallo ihr lieben,
heute darf ich auch mal was zu einem Thema beisteuern, was ich bereits hinter mir habe.
Als ich mir meiner immer klarer wurde (hat immerhin 35 Jahre gedauert), bin ich dann Schritte gegangen. Das Outing ist wohl wirklich das schwerste, vor dem ich am meisten Angst hatte. Da mein Beruf jetzt auch auf handwerkliche Fähigkeiten beruht und mein Chef auch nicht mehr lange zur Rente hat und ich weiß, wie teilweise sehr konservativ er ist, war es schon ein großer Schritt.
Ich habe aber mir aber gesagt, da es zu dem Zeitpunkt noch keine Änderungen gab, sag ich gleich was, bevor sich leute fragen, was mit mir los ist. Dies habe ich auch bewusst in Einzelgesprächen gemacht, da man so besser mit Kollegen ins Gespräch kommt und die ungeteilte Aufmerksamkeit hat.
Man darf da aber auch kein "riesen Ding" draus machen, sondern einfach erklären was los ist und wie man sich fühlt.
Meine Strategie war dabei, so früh wie möglich und so spät wie nötig alle aufzuklären. Vor der ersten Laserbehandlung bin ich dann mit der Sprache rausgekommen, das ist nun fast 6 Monate her. Von allen habe ich zugesprochen bekommen, das sie großen Respekt vor dem Schritt haben und alle finden, das das großen Mut erfordert. Mein Chef hat gesagt, das ihm das mehr oder minder egal ist, hauptsache ist, die Arbeit wird erledigt (was ich persönlich sehr gut finde).
Naja seit 6 Monaten gewöhnen sich nun alle an meine länger werdenden Haare und das ist ein so schleichender Prozess, das es gar nicht auffällt. Von Zeit zu Zeit habe ich dann immer mehr verändert, also dann die Augenbrauen in Form gebracht, anschließend einen sehr hellen "nude"-farbenen Nagellack verwendet, der inzwischen einem pinken Nagellack gewichen ist, aber alles hat Wochen gedauert, das niemand direkt überfordert wird.
Bei der Kleidung habe ich direkt darauf geachtet, das ich meine Arbeitskleidung (Engelbert-Strauss) in der weiblichen Form (was wirklich nur ein weiblicher Schnitt ist) bestelle und wenn man es nicht weiß, würde man es nichtmal merken, naja ich merke es und das hilft.
Ich denke, auch mit Nachbarn, Familie und anderen ist das soweit eine gute Strategie, da man Menschen nicht überfordern, bzw überrumpeln sollte. Behandele andere, wie du auch selber behandelt werden willst und ich wäre auch überfordert.
Das Problem mit Arbeit ist halt immer, wenn man jemanden loswerden will, warten einige nur auf so eine gelegenheit, andererseits ist es dann auch nicht der richtige Arbeitsplatz. Ich mach mir auch keine großen Sorgen um Arbeitslosigkeit und auch wenn es mal zwischenzeitlich schwer werden könnte: IRGENDWAS findet man, zumindestens übergangsweise immer. Ich habe gelernt, das die Welt eine andere geworden und leute doch toleranter sind, als man erstmal denkt.
Ich habe einen mehr oder minder klassischen Männerberuf als staatl. geprüf. Techniker Elektrotechnik und arbeite mit Meister und Techniker aus dem Maschinenbau zusammen, Frauenquote in meiner Abteilung: <5%.
Positiv und offen mit sachen umzugehen hilft oft weiter und das Gespräch suchen, auch wenn es eine Menge Überwindung kostet und es immer das Risiko besteht, das es nicht wie erwartet verläuft, weil leute Vorstellungen und Vorurteile haben.
Meine Hormontherapie beginnt, wenn nichts medizinisches dagegen spricht, wohl auch bald und das wird die Toleranz von einigen sicher auch auf eine neue Probe stellen, der Vorteil ist, das das alles schleichende Prozesse sind und man nichts überstürzen darf und vorallem sollte man authentisch bleiben, nicht nur für andere, sondern besonders für sich selbst.
Ich drück die Daumen, das alles gut verlaufen wird, nichts zu sagen wird den Leidensdruck auf kurz oder lang nur erhöhen. Firmen, Menschen und Meinungen sind heutzutage viel toleranter geworden, als noch vor Jahren, die meisten können sich auch nicht mehr leisten intolerant zu sein und wie gesagt, man muss sich dann im Zweifel auch fragen, ob man bei so einer Firma dann überhaupt arbeiten will, wenn man nicht so akzeptiert wird, wie man ist, selbes gilt für Freunde, Bekannte und Nachbarn.
heute darf ich auch mal was zu einem Thema beisteuern, was ich bereits hinter mir habe.
Als ich mir meiner immer klarer wurde (hat immerhin 35 Jahre gedauert), bin ich dann Schritte gegangen. Das Outing ist wohl wirklich das schwerste, vor dem ich am meisten Angst hatte. Da mein Beruf jetzt auch auf handwerkliche Fähigkeiten beruht und mein Chef auch nicht mehr lange zur Rente hat und ich weiß, wie teilweise sehr konservativ er ist, war es schon ein großer Schritt.
Ich habe aber mir aber gesagt, da es zu dem Zeitpunkt noch keine Änderungen gab, sag ich gleich was, bevor sich leute fragen, was mit mir los ist. Dies habe ich auch bewusst in Einzelgesprächen gemacht, da man so besser mit Kollegen ins Gespräch kommt und die ungeteilte Aufmerksamkeit hat.
Man darf da aber auch kein "riesen Ding" draus machen, sondern einfach erklären was los ist und wie man sich fühlt.
Meine Strategie war dabei, so früh wie möglich und so spät wie nötig alle aufzuklären. Vor der ersten Laserbehandlung bin ich dann mit der Sprache rausgekommen, das ist nun fast 6 Monate her. Von allen habe ich zugesprochen bekommen, das sie großen Respekt vor dem Schritt haben und alle finden, das das großen Mut erfordert. Mein Chef hat gesagt, das ihm das mehr oder minder egal ist, hauptsache ist, die Arbeit wird erledigt (was ich persönlich sehr gut finde).
Naja seit 6 Monaten gewöhnen sich nun alle an meine länger werdenden Haare und das ist ein so schleichender Prozess, das es gar nicht auffällt. Von Zeit zu Zeit habe ich dann immer mehr verändert, also dann die Augenbrauen in Form gebracht, anschließend einen sehr hellen "nude"-farbenen Nagellack verwendet, der inzwischen einem pinken Nagellack gewichen ist, aber alles hat Wochen gedauert, das niemand direkt überfordert wird.
Bei der Kleidung habe ich direkt darauf geachtet, das ich meine Arbeitskleidung (Engelbert-Strauss) in der weiblichen Form (was wirklich nur ein weiblicher Schnitt ist) bestelle und wenn man es nicht weiß, würde man es nichtmal merken, naja ich merke es und das hilft.
Ich denke, auch mit Nachbarn, Familie und anderen ist das soweit eine gute Strategie, da man Menschen nicht überfordern, bzw überrumpeln sollte. Behandele andere, wie du auch selber behandelt werden willst und ich wäre auch überfordert.
Das Problem mit Arbeit ist halt immer, wenn man jemanden loswerden will, warten einige nur auf so eine gelegenheit, andererseits ist es dann auch nicht der richtige Arbeitsplatz. Ich mach mir auch keine großen Sorgen um Arbeitslosigkeit und auch wenn es mal zwischenzeitlich schwer werden könnte: IRGENDWAS findet man, zumindestens übergangsweise immer. Ich habe gelernt, das die Welt eine andere geworden und leute doch toleranter sind, als man erstmal denkt.
Ich habe einen mehr oder minder klassischen Männerberuf als staatl. geprüf. Techniker Elektrotechnik und arbeite mit Meister und Techniker aus dem Maschinenbau zusammen, Frauenquote in meiner Abteilung: <5%.
Positiv und offen mit sachen umzugehen hilft oft weiter und das Gespräch suchen, auch wenn es eine Menge Überwindung kostet und es immer das Risiko besteht, das es nicht wie erwartet verläuft, weil leute Vorstellungen und Vorurteile haben.
Meine Hormontherapie beginnt, wenn nichts medizinisches dagegen spricht, wohl auch bald und das wird die Toleranz von einigen sicher auch auf eine neue Probe stellen, der Vorteil ist, das das alles schleichende Prozesse sind und man nichts überstürzen darf und vorallem sollte man authentisch bleiben, nicht nur für andere, sondern besonders für sich selbst.
Ich drück die Daumen, das alles gut verlaufen wird, nichts zu sagen wird den Leidensdruck auf kurz oder lang nur erhöhen. Firmen, Menschen und Meinungen sind heutzutage viel toleranter geworden, als noch vor Jahren, die meisten können sich auch nicht mehr leisten intolerant zu sein und wie gesagt, man muss sich dann im Zweifel auch fragen, ob man bei so einer Firma dann überhaupt arbeiten will, wenn man nicht so akzeptiert wird, wie man ist, selbes gilt für Freunde, Bekannte und Nachbarn.
Liebe Grüße Jasmin
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Michi
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Re: Outing am Arbeitsplatz
Hallo Anja,Anja hat geschrieben: Mo 25. Mär 2019, 11:07 Z.B. eine Nachbarin, mit der ich früher häufig geschnackt hatte, hat sich ziemlich zurück gezogen und wir grüßen uns jetzt eigentlich nur noch. Hab ich nicht erwartet, weil Frauen ja in der Regel selten Probleme mit uns haben. Bei ihrem Mann, mit aktiver Nazi-Vergangenheit, hab ich viel größere Probleme erwartet. Mit dem jogge ich seit nunmehr über 2 Jahren jeden Sonntag und der akzeptiert mich so.
dass deine Nachbarin kaum noch mit dir redet, wundert mich nicht so sehr, wenn du regelmäßig mit ihrem Mann unterwegs bist.
Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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heike65
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Re: Outing am Arbeitsplatz
Also ich bin ja nicht im Handwerk beschäftigt und zudem bei meiner Frau angestellt.
Von daher falle ich da wohl aus dem Raster.
Hingegen leite ich einen kleinen "Baumarkt" und habe somit sehr viel mit Handwerkern zu tun, ich kann Mina da nur zustimmen, ist alles halb so wild, meine Kunden sind auch nicht weggerannt, und ich bin da doch (nach einer allerdings recht langen androgynen Zeit) herangegangen, Pumps, Kleid, manchmal auch knallroter Lippenstift (wie die Nägel) und manchmal auch Nahtstrümpfe und High Heels sind durchaus angesagt, man sollte es aber nicht überstürzen und den Menschen ausreichend Zeit lassen sich daran zu gewöhnen, aber dann geht nahezu alles, selbst Overknees al la Pretty Woman hab ich im Geschäft schon getragen (das würde ich als angestellte Handwerkerin vermutlich sein lassen). Aber generell war das ganze problemlos, für die Kunden bin ich Heike und gut.
Von daher falle ich da wohl aus dem Raster.
Hingegen leite ich einen kleinen "Baumarkt" und habe somit sehr viel mit Handwerkern zu tun, ich kann Mina da nur zustimmen, ist alles halb so wild, meine Kunden sind auch nicht weggerannt, und ich bin da doch (nach einer allerdings recht langen androgynen Zeit) herangegangen, Pumps, Kleid, manchmal auch knallroter Lippenstift (wie die Nägel) und manchmal auch Nahtstrümpfe und High Heels sind durchaus angesagt, man sollte es aber nicht überstürzen und den Menschen ausreichend Zeit lassen sich daran zu gewöhnen, aber dann geht nahezu alles, selbst Overknees al la Pretty Woman hab ich im Geschäft schon getragen (das würde ich als angestellte Handwerkerin vermutlich sein lassen). Aber generell war das ganze problemlos, für die Kunden bin ich Heike und gut.
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lilijana
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Re: Outing am Arbeitsplatz
Ich verfahre da auch im Moment nach dem Motto, "Nur nichts überstürzen". Ich gebe meinen Arbeitskollegen die Zeit sich daran zu gewöhnen, einige könnte es doch überfordern. Im Moment bin ich laut Aussagen meiner Kolleginnen sehr feminin gekleidet.
Ganz am Anfang trug ich nur Damenunterwäsche, dann kam die Damenjeans dazu. Später die Damenjacke und darauf folgte eine Unisex Schultertasche und der rosa Geldbeutel (eher eine Clutch). Die Haare lies ich zwischenzeitlich lang wachsen. Danach kamen Ohrstecker auf die dann die Perlenohrstecker folgten. Zum Schluß kamen dann noch Damen Keilsneaker (3cm Absatz) und die Hemdbluse (da dachte ich, wird niemand auffallen, da nur die Knopfleiste auf der anderen Seite ist, den Kolleginnen fiel es auf).
Jetzt trage ich auch Mal schon eine sehr feminene Bluse. Auf meinem Tisch steht die Tube Handcreme und einige Pflanzen umgeben mich jetzt (hatte ich früher irgendwie nicht nötig).
Ich hatte immer mit großem Abstand ein Stück hinzugefügt und jeder konnte sich dran gewöhnen. Jedesmal kamen von meinen Kolleginnen immer Komplimente, "Schöne Schuhe, tolle Farbe der Bluse, die Perlenohrstecker stehen dir, etc ...".
Was mir so aufgefallen ist, ich habe neue Kolleginnen dazu gewonnen, viele Männer heben mir die Türen auf oder lassen mir den Vortritt. Es grüßen auch viel mehr als vorher. Doch einige scheint es mir, haben sich von mir abgewendet. Aber die, die mir freundlich gegenüber sind, sind in der viel größeren Überzahl.
Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, das ich mir keine Gedanken um meinen Job mache, die mache ich mir auch. Jedoch habe ich nicht die Befürchtung in Hartz IV abzurutschen. Irgendeinen Job wird es immer geben. Ganz offiziell geoutet bin ich noch nicht.
Grüße
Lilijana
Ganz am Anfang trug ich nur Damenunterwäsche, dann kam die Damenjeans dazu. Später die Damenjacke und darauf folgte eine Unisex Schultertasche und der rosa Geldbeutel (eher eine Clutch). Die Haare lies ich zwischenzeitlich lang wachsen. Danach kamen Ohrstecker auf die dann die Perlenohrstecker folgten. Zum Schluß kamen dann noch Damen Keilsneaker (3cm Absatz) und die Hemdbluse (da dachte ich, wird niemand auffallen, da nur die Knopfleiste auf der anderen Seite ist, den Kolleginnen fiel es auf).
Jetzt trage ich auch Mal schon eine sehr feminene Bluse. Auf meinem Tisch steht die Tube Handcreme und einige Pflanzen umgeben mich jetzt (hatte ich früher irgendwie nicht nötig).
Ich hatte immer mit großem Abstand ein Stück hinzugefügt und jeder konnte sich dran gewöhnen. Jedesmal kamen von meinen Kolleginnen immer Komplimente, "Schöne Schuhe, tolle Farbe der Bluse, die Perlenohrstecker stehen dir, etc ...".
Was mir so aufgefallen ist, ich habe neue Kolleginnen dazu gewonnen, viele Männer heben mir die Türen auf oder lassen mir den Vortritt. Es grüßen auch viel mehr als vorher. Doch einige scheint es mir, haben sich von mir abgewendet. Aber die, die mir freundlich gegenüber sind, sind in der viel größeren Überzahl.
Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, das ich mir keine Gedanken um meinen Job mache, die mache ich mir auch. Jedoch habe ich nicht die Befürchtung in Hartz IV abzurutschen. Irgendeinen Job wird es immer geben. Ganz offiziell geoutet bin ich noch nicht.
Grüße
Lilijana
Manche Menschen brauchen lange, bis sie geboren wurden.
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Ulrike-Marisa
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Re: Outing am Arbeitsplatz
Moin,
das Thema hatten wir schon an anderer Stelle und auch die gleichen Fragen im Prinzip aufgeworfen. Ich arbeite ja in der großen Verkehrsbehörde Wasser und Schiff und bei uns gab es mit Outing kein offen erkennbares Problem für mich. Alle wissen es und ich bin auch als Personalrätin hin bis zur Personalversammlung und auf allen Dienstreisen als Ulrike unterwegs. Bei uns gibt es ein Diskriminierungsverbot und das greift ganz gut. Sicher nicht alle reden mich korrekt an, aber da bin ich großzügig, zumal ich keine rechtliche Namensänderung bisher durchgeführt habe; also habe ich auch keinen Anspruch darauf. Wir kommen miteinander klar. auch auf Baustellen, wo ich in Sachen Vermessung unterwegs bin; kurze Vorstellung und die Sache läuft...
Beste Grüße, Ulrike-Marisa
das Thema hatten wir schon an anderer Stelle und auch die gleichen Fragen im Prinzip aufgeworfen. Ich arbeite ja in der großen Verkehrsbehörde Wasser und Schiff und bei uns gab es mit Outing kein offen erkennbares Problem für mich. Alle wissen es und ich bin auch als Personalrätin hin bis zur Personalversammlung und auf allen Dienstreisen als Ulrike unterwegs. Bei uns gibt es ein Diskriminierungsverbot und das greift ganz gut. Sicher nicht alle reden mich korrekt an, aber da bin ich großzügig, zumal ich keine rechtliche Namensänderung bisher durchgeführt habe; also habe ich auch keinen Anspruch darauf. Wir kommen miteinander klar. auch auf Baustellen, wo ich in Sachen Vermessung unterwegs bin; kurze Vorstellung und die Sache läuft...
Beste Grüße, Ulrike-Marisa
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Cybill
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Re: Outing am Arbeitsplatz
Ich hatte schon überlegt, ob ich als (doppelte) Staatsdienerin überhaupt was aus meiner Komfortzone zum Besten gebe.
Bei der (Berliner) Polizei gehört die "Inklusion" von LGBTI-Personen ganz einfach zum "Programm". Keinen interessiert es, wenn ich zum Dienst (in der Männerstube) im Kleid aufschlage. Auch nicht, wenn ich mich zum Dienstschluss aufbrezle. Wobei ich vermute, dass die Sache anders liegen würde, wenn ich nicht eine so gute Teamplayerin wäre.
Lediglich zu unserem Teamfindungsausflug vom vergangenen Wochenende hatte ich (zu ersten Mal) Probleme; wie sich mittlerweile heruasstellte, war ich zum Opfer der Stutenbissigkeit einer einzelnen (lesbischen) Kollegin geworden. Ganz offensichtlich fürchtete sie um ihre Stellung als Stubenälteste. Aber ich habe mit ihr schon seit Jahren so meine Spielchen, da sie zu meiner Gruppe gehört und ich ihr immer wieder gerne ihre Faulheit unter die Nase reibe. Da war es die Gelegenheit, sich an mir zu rächen. Dumm nur, dass das Ganze nun auf sie zurück gefallen ist.
Was meine freiberufliche Tätigkeit beim Sozialpsychiatrischen Dienst betrifft, da war die einzige Reaktion: "Soll ich sie jetzt als Psychologin führen?"
Ja, ich habe es in dieser Hinsicht gut, aber das war nicht immer so und ich kann es sehr gut nachvollziehen, wenn Transmenschen Angst vor dem Outing auf der Arbeit haben.
Gruß
Cybill
Bei der (Berliner) Polizei gehört die "Inklusion" von LGBTI-Personen ganz einfach zum "Programm". Keinen interessiert es, wenn ich zum Dienst (in der Männerstube) im Kleid aufschlage. Auch nicht, wenn ich mich zum Dienstschluss aufbrezle. Wobei ich vermute, dass die Sache anders liegen würde, wenn ich nicht eine so gute Teamplayerin wäre.
Lediglich zu unserem Teamfindungsausflug vom vergangenen Wochenende hatte ich (zu ersten Mal) Probleme; wie sich mittlerweile heruasstellte, war ich zum Opfer der Stutenbissigkeit einer einzelnen (lesbischen) Kollegin geworden. Ganz offensichtlich fürchtete sie um ihre Stellung als Stubenälteste. Aber ich habe mit ihr schon seit Jahren so meine Spielchen, da sie zu meiner Gruppe gehört und ich ihr immer wieder gerne ihre Faulheit unter die Nase reibe. Da war es die Gelegenheit, sich an mir zu rächen. Dumm nur, dass das Ganze nun auf sie zurück gefallen ist.
Was meine freiberufliche Tätigkeit beim Sozialpsychiatrischen Dienst betrifft, da war die einzige Reaktion: "Soll ich sie jetzt als Psychologin führen?"
Ja, ich habe es in dieser Hinsicht gut, aber das war nicht immer so und ich kann es sehr gut nachvollziehen, wenn Transmenschen Angst vor dem Outing auf der Arbeit haben.
Gruß
Cybill
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!
Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
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Bibi Melina
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Re: Outing am Arbeitsplatz
Hallo ihr lieben
Nu darf ich auch was beisteuern zu dem Thema ich hoffe ich lehne mich dabei nicht zu sehr aus dem Fenster
Als ich im Jahre 2004 in der gross wäscherei angefangen habe noch im mann Modus kam ich und das muss ich hinzufügen als erster wfbler nach 3 Monaten an die Maschinen ran dort arbeitete ich auch ne zeitlang vor 8 Jahren bevor ich Men outing gab habe ich angefangen mich weiblich zu kleiden das war anno 2009 erst die Nägel gemacht dann immer femininer gekleidet zwar ist das den Kolleginnen und Kollegen erstmal sauer aufgestoßen aber dennoch wurde ich akzeptiert was ich toll fand einziges man war je weiblicher ich auftrat desto weniger gern sah man mich an den Maschinen arbeiten je männlicher ich war desto mehr war es den kollegen/innen egal als ich dann wie gesagt 8 Jahre später meln outing hingelegt hatte in der Firma hat man es teils teils aufgenommen klar gab es hier und da mal nen fiesen Spruch aber dennoch hat man es recht gut aufgefasst das einzige proplem war als ich mich geoute hatte war natürlich Schluss mit der Maschinen Arbeit da man nur sagte ich bin jetzt Frau und eine Frau hat an den Maschinen nix verloren natürlich wehrte ich mich dagegen aber auch die Obrigkeit meinte es hätte Umstrukturierungen gegeben und der Job wie ich ihn früher gemacht habe würde so nicht mehr angeboten worden was auch quatsch war denn ein anderer Kollege mit dem ich die Maschinen teilte der durfte jederzeit dran ich aber nicht mehr bis ich mich dazu entschieden hatten Betrieb zu wechseln erst mal 2 Wochen Praktikum war klar aber da habe ich was erfahren was ich in dem alten Betrieb nicht so erfahren durfte aktzeptanz dazu gehörigkeit menschliches klar war dann das ich den Betrieb wechseln wollte da ich auch dort wieder die MaschinenVerantwortung wieder inne hatte und jetzt seit Anfang dieses jahres habe ich dahin gewechselt und arbeite da ohne propleme ( grins ok ein paar Reibereien gibt es immer hat aber nix mit meiner Person zu tun) ja das war mein Bericht und sicht wie es bei mir zugetragen hat
LG eure Hexemelina
Nu darf ich auch was beisteuern zu dem Thema ich hoffe ich lehne mich dabei nicht zu sehr aus dem Fenster
Als ich im Jahre 2004 in der gross wäscherei angefangen habe noch im mann Modus kam ich und das muss ich hinzufügen als erster wfbler nach 3 Monaten an die Maschinen ran dort arbeitete ich auch ne zeitlang vor 8 Jahren bevor ich Men outing gab habe ich angefangen mich weiblich zu kleiden das war anno 2009 erst die Nägel gemacht dann immer femininer gekleidet zwar ist das den Kolleginnen und Kollegen erstmal sauer aufgestoßen aber dennoch wurde ich akzeptiert was ich toll fand einziges man war je weiblicher ich auftrat desto weniger gern sah man mich an den Maschinen arbeiten je männlicher ich war desto mehr war es den kollegen/innen egal als ich dann wie gesagt 8 Jahre später meln outing hingelegt hatte in der Firma hat man es teils teils aufgenommen klar gab es hier und da mal nen fiesen Spruch aber dennoch hat man es recht gut aufgefasst das einzige proplem war als ich mich geoute hatte war natürlich Schluss mit der Maschinen Arbeit da man nur sagte ich bin jetzt Frau und eine Frau hat an den Maschinen nix verloren natürlich wehrte ich mich dagegen aber auch die Obrigkeit meinte es hätte Umstrukturierungen gegeben und der Job wie ich ihn früher gemacht habe würde so nicht mehr angeboten worden was auch quatsch war denn ein anderer Kollege mit dem ich die Maschinen teilte der durfte jederzeit dran ich aber nicht mehr bis ich mich dazu entschieden hatten Betrieb zu wechseln erst mal 2 Wochen Praktikum war klar aber da habe ich was erfahren was ich in dem alten Betrieb nicht so erfahren durfte aktzeptanz dazu gehörigkeit menschliches klar war dann das ich den Betrieb wechseln wollte da ich auch dort wieder die MaschinenVerantwortung wieder inne hatte und jetzt seit Anfang dieses jahres habe ich dahin gewechselt und arbeite da ohne propleme ( grins ok ein paar Reibereien gibt es immer hat aber nix mit meiner Person zu tun) ja das war mein Bericht und sicht wie es bei mir zugetragen hat
LG eure Hexemelina
Glaube an Wunder, Liebe und Glück! Schaue nach vorn und niemals zurück! Tu was du willst, und steh dazu, denn dieses Leben lebst nur du
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Phi
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Re: Outing am Arbeitsplatz
Hallo!
Ich arbeite in einem großen Krankenhaus in der Patientenversorgung und eng kooperierend mit anderen Fachabteilungen.
Vor ein paar Jahren habe ich zur Arbeit einfach einen weißen Rock und weiße Leggings angezogen (statt weißer Hose). Meine Oberärztin hat sich später nach der Frühbesprechung kurz erkundigt, ob es ein Kleid sei (unterm Kittel nicht eindeutig zu erkennen) und meinte, das sähe schick aus. Mein Chef hat überhaupt nichts gesagt und mich genauso positiv behandelt, wie immer. Irgendwann habe ich ihn jedoch gefragt, ob das denn so OK sei (wegen Außenwirkung, was auch immer). Er sagte, ihm sei das ganz gleich, alles in Ordnung so. Insgesamt hat das Kollegium meinen raschen Kleiderwandel (inklusive Schminken etc.) ohne größere Erschütterungen verkraftet. Es gab nur wenig Verwirrung, überwiegend war die Resonanz positiv. Auch unsere Patientinnen und Patienten zeigen entweder positive oder mir gegenüber keine wesentliche Reaktionen in Bezug auf mein Erscheinungsbild. Viele sind aber trotzdem neugierig und fragen zum Beispiel beim Termine machen (wenn ich nicht mehr dabei) nach und finden das meist sehr interessant.
Insgesamt ist meine Situation am Arbeitsplatz sehr positiv.
Liebe Grüße
Phi
Ich arbeite in einem großen Krankenhaus in der Patientenversorgung und eng kooperierend mit anderen Fachabteilungen.
Vor ein paar Jahren habe ich zur Arbeit einfach einen weißen Rock und weiße Leggings angezogen (statt weißer Hose). Meine Oberärztin hat sich später nach der Frühbesprechung kurz erkundigt, ob es ein Kleid sei (unterm Kittel nicht eindeutig zu erkennen) und meinte, das sähe schick aus. Mein Chef hat überhaupt nichts gesagt und mich genauso positiv behandelt, wie immer. Irgendwann habe ich ihn jedoch gefragt, ob das denn so OK sei (wegen Außenwirkung, was auch immer). Er sagte, ihm sei das ganz gleich, alles in Ordnung so. Insgesamt hat das Kollegium meinen raschen Kleiderwandel (inklusive Schminken etc.) ohne größere Erschütterungen verkraftet. Es gab nur wenig Verwirrung, überwiegend war die Resonanz positiv. Auch unsere Patientinnen und Patienten zeigen entweder positive oder mir gegenüber keine wesentliche Reaktionen in Bezug auf mein Erscheinungsbild. Viele sind aber trotzdem neugierig und fragen zum Beispiel beim Termine machen (wenn ich nicht mehr dabei) nach und finden das meist sehr interessant.
Insgesamt ist meine Situation am Arbeitsplatz sehr positiv.
Liebe Grüße
Phi
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sbsr
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Re: Outing am Arbeitsplatz
Wir haben viel mit mit dem Ausland zu tun, in letzter Zeit verstärkt mit dem Asiatischen Raum, und da gibt es regelmäßig Interpretationsschwierigkeiten, was nun Vor- und was Nachname ist, und welche Anrede wohl die passende ist. Daraus ergab sich gestern in unserem Büro eine kleine Diskussion über Vornamen, angefangen von meiner Kollegin, die ihren nicht mag, weil er zwar im Deutschen mehr oder weniger spezifisch weiblich ist, international aber durchaus neutral verwendet wird.
Im Laufe der Diskussion fragte sich mich, wie ich denn gerne heißen würde, nach etwas Zögern antwortete ich "Svenja". Ich muss dazu sagen, sie weiß über mich Bescheid und geht sehr offen mit dem Thema um. Trotzdem war ein wenig Überwindung notwendig, es war das erste mal, dass ich jemandem außerhalb des Stammtischs meinen Mädchennamen gesagt habe.
Inzwischen trauen sich immer mehr Kolleginnen etwas sagen, so bekam ich erst Anfang der Woche ein Kompliment für die schöne Farbe eines lachsfarbenen Feinstrickpulli (aus der Herrenabteilung) mit dem Hinweis, dass Rosa bei Männern sehr gut aussehen kann und mehr sowas tragen sollten. Ein Kollege im Raum fragte, ob ich dann auch die passenden Schuhe dazu anhabe, und ja, hatte ich in Form meiner rosa/beige Satin Sneaker. Worauf er meinte, ein wenig komisch laufe ich manchmal schon rum, aber ihm ist das egal.
Ich glaube, so langsam hat sich mein direktes Arbeitsumfeld an das Halb Mädchen gewöhnt. Es wundert jedenfalls niemanden mehr, wenn ich mich fachkundig an Diskussionen über Damenmode, Frisuren und Makeup beteilige.
Im Laufe der Diskussion fragte sich mich, wie ich denn gerne heißen würde, nach etwas Zögern antwortete ich "Svenja". Ich muss dazu sagen, sie weiß über mich Bescheid und geht sehr offen mit dem Thema um. Trotzdem war ein wenig Überwindung notwendig, es war das erste mal, dass ich jemandem außerhalb des Stammtischs meinen Mädchennamen gesagt habe.
Inzwischen trauen sich immer mehr Kolleginnen etwas sagen, so bekam ich erst Anfang der Woche ein Kompliment für die schöne Farbe eines lachsfarbenen Feinstrickpulli (aus der Herrenabteilung) mit dem Hinweis, dass Rosa bei Männern sehr gut aussehen kann und mehr sowas tragen sollten. Ein Kollege im Raum fragte, ob ich dann auch die passenden Schuhe dazu anhabe, und ja, hatte ich in Form meiner rosa/beige Satin Sneaker. Worauf er meinte, ein wenig komisch laufe ich manchmal schon rum, aber ihm ist das egal.
Ich glaube, so langsam hat sich mein direktes Arbeitsumfeld an das Halb Mädchen gewöhnt. Es wundert jedenfalls niemanden mehr, wenn ich mich fachkundig an Diskussionen über Damenmode, Frisuren und Makeup beteilige.
LG, Svenja
Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.