Der Weg einer Detransition?
Der Weg einer Detransition? - # 3

Lebensplanung, Standorte
Laila-Sarah
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 31 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Toni Smith hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 15:18
Das sehe ich anders. Ich habe mich entschieden die Transition zu machen und ich kann mich auch entscheiden als Frau oder als Mann zu leben, so wie ich mir das Leben einer Frau oder eines Mannes vorstelle ohne eine geborene Frau oder Mann zu sein. Es geht hier um die soziale Rolle (als X leben, bedeutet die soziale Rolle zu leben). Der Sexus ist was ganz anderes und die Identität ebenfalls.
Hier scheint doch des Pudels Kern zu liegen. Die meisten sagen "sie mussten es tun" und stellen diesen Schritt nicht in Frage weil es eine Notwendigkeit war. Du hingegen "wolltest es tun". Also die Frage zwischen wollen und müssen. Wenn du am verdursten bist, trinkst du das erste was du findest und auch wenn es nicht deine Lieblingsbrause ist und du bereust es auch nicht im nachhinein es getrunken zu haben obwohl es nicht deine Lieblingsbrause ist. Den die Alternative wäre ja verdursten. Die eine Million Euro Frage ist doch, warum du eine Transition gemacht hast ohne es zu müssen. Wenn du es mir nur einleuchtend erklären könntest, denn ich kann dieses Verhalten gar nicht verstehen?
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Anne-Mette
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 32 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag,

das ist sogar ein/der "Knackpunkt"
Laila-Sarah hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 16:10 Die eine Million Euro Frage ist doch, warum du eine Transition gemacht hast ohne es zu müssen.
Ich zitiere mal aus zahlreich veröffentlichten "Standards":

Für die Diagnose der Transsexualität müssen folgende Kriterien erfüllt sein:
- eine tiefgreifende und dauerhafte gegengeschlechtliche Identifikation;
- ein anhaltendes Unbehagen hinsichtlich der biologischen Geschlechtszuge-hörigkeit bzw. ein Gefühl der Inadäquatheit in der entsprechenden Ge-schlechtsrolle;
- ein klinisch relevanter Leidensdruck und/oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionen. Diese Kriterien entsprechen weitestgehend jenen, die in den international gebräuch-lichen Klassifikationssystemen der Krankheiten (DSM-IV, ICD-10) genannt werden.

Das soll nicht bedeuten, dass das meine Einschätzung ist. Allerdings handeln viele BehandlerInnen/BegleiterInnen transsexueller Menschen danach.

Gruß
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 33 im Thema

Beitrag von lexes »

ich ignoriere mal das weiter oben geschriebene und gebe einen Denkansatz von meiner Seite dazu..

Es tut mir fürchterlich leid, wenn ich lese was Du schreibst ...

Es scheint eben nicht nur Mann oder Frau, sondern auch viel dazwischen zu geben.

Und da befindest Du Dich als Mann ( Bio oder nicht ) jetzt tatsächlich in einer halbwegs guten Ausgangslage .. so doof das auch klingen mag.

Grundsätzlich hast Du den Weg von Frau zu Mann ja nicht ohne Grund gemacht und Deine Äußerung "...das Leben gerettet..." lässt ja auch durchblicken das KEIN Handeln sicher noch viel katastrophaler gewesen wäre.

Bis hierher : Du bist aktuell nicht glücklich, wärst aber wahrscheinlich noch schlimmer dran wenn Du es nicht getan hättest.
Dazu kann man wider nur sagen : Es gibt mehr als NUR Mann oder Frau zu sein.

Unterstellen wir mal das Du vorerst auch dabei bleibst "Mann" zu sein.

Dann mach es doch wie so viele hier , die nicht TS sondern CD sind.

Ich bin ein Mann , keine Frage.

Wäre ich damit aber vollkommen ausgelastet ( ich schreibe jetzt nicht "Glücklich" weil ich nicht wirklich unglücklich bin ), dann hätte ich nicht mehr Kleider / Röcke und hohe Schuhe als meine Frau :-)

=> soll sagen : wer soll Dich daran hindern einfach mal Deine Beine zu rasieren.. Dir eine Corsage zu besorgen , einen BH mit irgendwas auszupolstern, Dein Gesicht ratzekahl zu rasieren, irgendwas schickes mit Deinen Haaren anzustellen ( sei es auch eine Perücke ) und ein schickes MakeUp aufzulegen. Und dann geh' einfach ( irgendwo, wo Dich keiner kennt, das Verständnisproblem hast Du ja schon angesprochen ) mal raus .. einfach so ... wieder als Frau ... Und dann wirst Du sehen wie Du Dich fühlst ... und vor allem wie Du Dich fühlst wenn Du die Frau nachher wieder im Koffer verschwinden lässt.

Wenn Du also als Mann nicht zufrieden bist, aber nicht wirklich eine Frau sein kannst / konntest / wolltest : Dann sei testweise einfach ein Mann und gehe zwischendurch mal eine Runde Crossdressen ... den Mittelweg haben schon so viele für sich gewählt. Und als Mann kannst du "gut anbauen"... das meinte ich mit "in einer guten Position"

Brüste , Hüftpoltser , MakeUp .. es gibt so viel tolles Frauenspielzeug ...

Sei eine Frau wenn Du gerade kein Mann sein willst .. und dann schau wie das auf Dich und wie Du auf andere wirkst

Selbst wenn das für Dich nicht die Endlösung ( wie für mich und adere ) ist, so ist es doch sicher eine gute Standortbestimmung .. Und Input zu dem Thema findest Du hier sicher mehr als genug.

Viel Erfolg , bleib stark

Lexi
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 34 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

dazu passt die Einleitung zu einem kleinen Artikel (Warum ist den meisten Menschen eine eindeutige Geschlechtszugehörigkeit so wichtig?)

Brauchen wir wirklich ein wahres Geschlecht?, fragt Michel Foucault, der Philosoph, und vermerkt eine "Beharrlichkeit, die an Starrsinn grenzt", mit der die Gesellschaften des Abendlands diese Frage bejaht haben.

Mehr Mut zum "Anders-Sein" )))(:

Gruß
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 35 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Anne-Mette hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 17:05 Moin,

dazu passt die Einleitung zu einem kleinen Artikel (Warum ist den meisten Menschen eine eindeutige Geschlechtszugehörigkeit so wichtig?)

Brauchen wir wirklich ein wahres Geschlecht?, fragt Michel Foucault, der Philosoph, und vermerkt eine "Beharrlichkeit, die an Starrsinn grenzt", mit der die Gesellschaften des Abendlands diese Frage bejaht haben.

Mehr Mut zum "Anders-Sein" )))(:

Gruß
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Tja, nichts geht über eine Indoktrination von der Wiege an ;)
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 36 im Thema

Beitrag von Whoopy Highfly »

Liebe Anne-Mette, liebe Laila, liebe Lexes,

Ihr sprecht mir aus der Seele. Der Doc hat mich das heute auch so gefragt. Ok, meine Prämisse ist eine andere. Mein männliches braucht das weibliche. Lasse ich das weibliche nicht zu, werde ich krank. Also "¦.
In der Yoga-Gruppe (ich bin der einzige männliche) kam das gleiche Thema auf. Die Teilnehmerinnen sagten alle, wir benötigen das männliche, sonst werden wir krank.
Wir ich/wir gesund werden, obliegt in unserer Hand. Die Ärzte helfen.

GLG
Bin auf dem Weg. Bitte sucht mich nicht.
Melde mich demnächst wieder.

Bye
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 37 im Thema

Beitrag von Mercyful »

Anne-Mette hat geschrieben: Mo 18. Mär 2019, 16:53 Das "schief angeguckt zu werden" lässt sich vielleicht aushalten. Du sollst selbst zufrieden sein/werden!
Natürlich ist es schön, wenn auch in Begegnungen mit anderen Menschen das "richtige Bild" widergespiegelt wird.
Das ist auch das, was ich letzten Endes möchte ; mit mir selbst im reinen sein. Ich dachte auch, bis vor zwei Jahren, dass ich mein Ziel mit der Transition erreicht hätte, doch als die Merkmale meiner Hormontherapie immer stärker wurden, merkte ich doch, dass ich irgendwie nicht ganz... konform mit der körperlichen Veränderung bin. Das ich damals vielleicht nicht verstanden habe, wie schön es eigentlich ist, Weiblichkeit zu besitzen. Ich könnte natürlich auch jetzt weiterhin weiblich sein, ganz gleich was andere denken, aber ich habe das Gefühl mein Umfeld erwartet stets von mir, dass ich meiner Rolle als Mann zu hundert Prozent gerecht werden muss, ansonsten bin ich nur eine fragwürdige und für andere nicht identifizierbare Gestalt ohne Inhalt - was natürlich nicht stimmt, denn ich glänze durch Facettenreichtum, was mich ( und andere Trans, Crosdresser etc. ) zu etwas besonderem macht. Mir fehlt jedoch der nötige Mut und das Selbstbewusstsein, mich einfach so zu geben, wie ich bin. Da muss das Gesamtbild stimmt. Ich könnte mich nicht schminken und weiblich kleiden aber deutlich männliche Merkmale aufweisen, weil ich weiß, dass anderen das auffallen und sie mich ins Visier nehmen würden. Und unfreiwillig im Mittelpunkt zu stehen... mochte ich noch nie.
dunkles_sternchen hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 00:40 Du bist damit sicher nicht allein. Ich empfinde auch sehr oft Reue und habe das auch klar mit meinen Ärzten so kommuniziert. Wenngleich der Grund ein anderer ist: Nämlich das die Hormontherapie + Operationen einfach für mich keine ausreichende Angleichung erreicht haben und ich heute unglücklich damit bin.
In gewisser Weise kann ich sagen, dass auch bei meiner Therapie vieles in eine Richtung verlief, die ich so nicht erwartet hätte und auch ganz und gar nicht leiden kann. Meine Op lässt sich nicht rückgängig machen, aber das finde ich auch nicht schlimm. Schwanger werden wollte ich ohnehin nicht, da ich eine wundervolle Partnerin habe und der Weg einer biologischen Geburt (abgesehen von Samenspende) ausgeschlossen ist. Und meine Brust war, wie erwähnt, nie wirklich ausgeprägt. Damit konnte ich mich ganz gut arrangieren, könnte ich auch immernoch, selbst nach Abnahme der 'mini Höcker', sollte ich doch wieder zurückwollen.

Im Moment scheine ich wirklich, für mich, zu erkennen, dass meine Hormontherapie mir den meisten Kummer bereitet. Weil mein Körper sich mit jeder Spritze weiter in eine Richtung entwickelt, die ich für mich nicht mehr als akzeptabel empfinden kann. Womöglich war mir damals nicht bewusst, wie stark die Veränderung sein kann, wie weit ich von meinem früheren Ich abweichen werde, obwohl es ja auch eigentlich das war, was ich wollte. Nun das Resultat vor Augen zu haben ist manches mal... erschreckend befremdlich und ich versuche mich an mein damaliges Aussehen zu erinnern, die weiblichen Züge, die sanfte Haut, das noch dicklichere Haar - und dann merke ich, wie mich die Traurigkeit zu übermannen droht.

Ich glaube nicht, dass die Schuld hier bei meinen Ärzten liegt. Meine Psychologin hat mich sehr oft vor Risiken gewarnt, insbesondere, was die GaOP angeht, und doch war ich damals so starrköpfig und wollte mein Ding bis zum Ende durchziehen. Glücklicherweise aber hat dann doch mein Verstand eingesetzt und mich davon abgehalten, den schlimmsten Fehler zu begehen. Auch meine Gutachter haben mich stets daran erinnert, dass sich einiges ändern wird und dann vielleicht auch nicht nach meinen Vorstellungen. Das war mir egal, ich war überzeugt, zu wissen, was ich da tat, weil es sich zu der Zeit für mich als absolut richtig und wichtig anfühlte, der einzigste Weg, mein Leben richtig leben zu können. Vielleicht war ich auch noch zu jung ( 20-21 Jahre), zu sehr von Gefühlen gesteuert und habe, als alles vorbei war, zu spät realisiert, dass ich auch als Frau hätte glücklich sein können, nur immer glaubte, dass man mich so nicht akzeptieren kann, weil ich eben 'anders' bin. Ich kann mir gut vorstellen, dass es die ein oder anderen Ärzte gibt, die sich nicht genug mit ihren Patienten auseinandersetzen aber ich persönlich kann sagen, dass ich niemandem außer mir selbst die Schuld hierbei geben kann.
Frieda hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 10:12 In meiner Wahrnehmung zeigst du uns deutlich, wie kritisch du beim Thema Psychologen denkst.
Nur mal eine Idee die ich vorsichtig und höflich an- /aussprechen möchte. Falls ich dich richtig verstanden habe, müsstest du dir evtl einen neuen Psychologen suchen, falls du den Weg zurück gehen möchtest!?
Nicht unbedingt kritisch, eher verängstigt gegenüber der Vorstellung, dass ich mich erneut erklären müsste, dass dieser Weg, von dem ich eigentlich geglaubt hatte, ihn hinter mir zu haben, noch einmal gehen müsste, sprich Therapie über längeren Zeitraum. Der Tag meiner letzten Sitzung in Begleitung meiner Psychologin war einer der schönsten in meinem Leben, weil ich es endlich hinter mir hatte. Eine gewisse Anspannung war immer dagewesen, vielleicht auch, weil ich mit meiner Psycho nie richtig warm geworden bin. Ich würde es zumindest nicht noch einmal machen wollen. Meine Frage ist auch ; eine Indikation ist für Hormonbehandlung des jeweils anderen Geschlechtes notwendig, aber wie ist es, wenn man zum biologischen Ursprung zurückmöchte? Für mich ist die Vorstellung so absurd, eine Indikation zu benötigen, um zum biologischen Geschlecht zurückzukehren, weil das ja schließlich in den Genen liegt, immer da war. Aber es würde wohl zu unseren bürokratischen Richtlinien passen, alles unnötig schwerer zu machen.

Bevor ich mich einer erneuten, psychologischen Begleitung unterziehen würde, würde ich mir erst Rat bei meiner Endo holen. Mir erscheint, dass dies nun der beste, erste Schritt wäre, denn immerhin verwaltet sie meine Hormone, welche bei einer Transition ja gerne das erste sind, das man anstrebt. Was danach kommt... werde ich sehen. Je mehr ich mich mit dem Thema auseinandersetze und meine Möglichkeiten zusammensetze, desto mehr scheine ich an Klarheit zu gewinnen, vielleicht, weil es mich irgendwo erleichtert zu wissen, dass ich eventuell doch zurückgehen kann, wenn ich das MÖCHTE. Nur das gilt es eben noch herauszufinden. Der Gedanke aber scheint mich... glücklich zu machen.
Vincent hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 13:37 Was ich Dir sagen möchte, ist: Werde dir zuerst klar, wer du bist, was du willst, und wie du es erreichst.
Ich bin mir sicher, dass auch dein Umfeld den Weg mitgehen wird, wenn er aus deiner tiefen inneren Überzeugung resultiert.
Genau das möchte ich erreichen. Ich möchte in mich hineinhorchen und meine innere Stimme nicht länger ignorieren, einfach verstehen, was ich eigentlich möchte und was mich endlich glücklich macht, mir das Gefühl gibt, im reinen mit mir selbst zu sein. Ich werde mir die Zeit geben, mir meiner Entscheidung dieses Mal absolut sicher zu sein. Es ist nur manchmal so schwer, hin und hergerissen zu sein. Aber mir scheint, je länger ich mich damit beschäftige, umso klarer könnte mein Bild werden. Ich werde sehen, was kommt. Wie meine Endo auf meine Erklärung reagiert und zu was sie mir raten wird. Vielleicht hilft mir das ebenso, eine Entscheidung für mich zu treffen.

Ich möchte bis dahin versuchen, einfach Ich zu sein, auch wenn es manchmal schwer fällt, weil ich nicht aus meinem Schneckenhaus herauskommen kann, nicht den nötigen Mut habe, wie manch andere, die ich deshalb sehr bewundere. Mir fällt auch auf, dass ich vor meiner Transition teilweise MEHR Selbstbewusstsein hatte, als jetzt im Nachhinein. Vielleicht weil ich fürchte, nicht dem Bild des Mannes zu entsprechen, das andere von mir erwarten zu sehen. Aber ich lebe nicht für andere sondern für mich selbst ... und dennoch fühle ich mich in dieser jetzigen Rolle nicht wirklich wohl. Es ist so schwer zu beschreiben, dieses Gefühl, aber es ist definitiv da und lässt mich Nachts nicht schlafen, weil mein Kopf so voll ist.
lexes hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 16:33 Grundsätzlich hast Du den Weg von Frau zu Mann ja nicht ohne Grund gemacht und Deine Äußerung "...das Leben gerettet..." lässt ja auch durchblicken das KEIN Handeln sicher noch viel katastrophaler gewesen wäre.

Bis hierher : Du bist aktuell nicht glücklich, wärst aber wahrscheinlich noch schlimmer dran wenn Du es nicht getan hättest.
Dazu kann man wider nur sagen : Es gibt mehr als NUR Mann oder Frau zu sein.
Ja, das stimmt. Für mich gab es damals keinen anderen Weg. Ich musste es machen, um mich selbst zu retten, aus dem Loch zu ziehen, aus welchem ich nicht mehr herauskam. Das ging auch für einige Zeit gut, besonders, als ich endlich meine Indikation bekam und alles recht schnell seinen Lauf nehmen konnte. Da war alles noch so frisch und neu und ich hatte meine träumerischen Vorstellungen eines männlichen Daseins. Das ich letzten Endes aber nie richtig Mann war und doch mehr feminin geblieben bin, hatte ich nicht kommen sehen. Ich glaube, dass ich teilweise zu forsch war, zu schnell entschieden habe. Ich bereue meine Transition nicht vollkommen, denn sie half mir, neue Aspekte des Lebens kennenzulernen. Allerdings hat sie mich auch nicht zu dem Menschen gemacht, von dem ich glaubte, der in mir stecken könnte. Ich habe ganz klar männliche Seiten und liebe diese auch nach wie vor, aber meine weibliche Seite scheint ausgeprägter... Und all das, was mir meine Transition gebracht hat, oder viel eher die Hormone, war letztendlich etwas, auf das ich doch getrost hätte verzichten können. In dem Sinne wäre ich in meinem biologisch normalen Zustand vielleicht doch glücklich geworden, zwar mit burschikoser Seite, aber das ist okay. Diese Erkenntnis scheint mir aber nun erst nach der Transition zu kommen, weshalb ich fast glaube, dass das Leben mich testen und mir vor Augen führen wollte, was ich eigentlich hatte und nun in gewissem Sinne verlor. So fühlt es sich zumindest an.

Ich möchte sagen, dass ich etwas zwischen Mann und Frau bin, aber wohl definitiv doch mehr Frau... das sagt mir mein Herz.
lexes hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 16:33 Bis hierher : Du bist aktuell nicht glücklich, wärst aber wahrscheinlich noch schlimmer dran wenn Du es nicht getan hättest.
Dazu kann man wider nur sagen : Es gibt mehr als NUR Mann oder Frau zu sein.

Unterstellen wir mal das Du vorerst auch dabei bleibst "Mann" zu sein.

Dann mach es doch wie so viele hier , die nicht TS sondern CD sind.
Darüber habe ich auch nachgedacht, ich kleide mich auch trotz aller Bedenken manches Mal femininer als sonst, sprich enge Leggings, langes Shirt, Stiefel oder figurbetonte Mäntel ; ist zwar nichts allzu aussagendes aber mir reicht es für den Anfang. Ich rasiere mir auch wieder die Beine, habe meine Augenbrauen gezupft, ein wenig Kajal aufgelegt ( was für mich ohnehin nie ein Problem war, da ich ein wenig der Rock/Metal Sparte zugeneigt bin ) und auch sehr sehr gerne Frauenparfum benutze. Allerdings habe ich festgestellt, dass der Gedanke von CD mich auch Dauer nicht glücklich machen würde. Es scheint nicht das zu sein, wonach ich mich sehne. Es würde an meiner Situation nichts ändern.
lexes hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 16:33 Selbst wenn das für Dich nicht die Endlösung ( wie für mich und adere ) ist, so ist es doch sicher eine gute Standortbestimmung .. Und Input zu dem Thema findest Du hier sicher mehr als genug.
Ja, ich schätze das Beste, das ich hätte tun können, ist mir selbst einzugestehen, dass ich ein Problem mit meiner jetzigen Situation habe und doch nicht so glücklich zu sein scheine, wie anfangs geglaubt. Es ist wohl nicht falsch, sich selbst einzugestehen, dass man eventuell einen Fehler begangen hat. Mich schreckte nur dieses starke Unwissen zurück, diese Hilflosigkeit, mit der Sache alleine dazustehen, dass ich womöglich andere Transgender in ein schlechtes Licht rücken könnte, weil ich nun das Musterbeispiel für Widersprüche bin und ein gefundenes Fressen für jene, die sagen 'Transsexualität ist eine Krankheit, nichts weiter', was mich jedes Mal erneut zum Platzen bringen könnte. Menschen, die keine Ahnung von dieser Situation haben, würden wieder meinen 'Ja, ich hab dir ja gesagt, dass das alles nur in deinem Kopf stattfindet und das es einen Grund gibt, warum wir einem festen Geschlecht von Geburt an angehören' und mir einen Strick draus drehen - deswegen bin ich froh, dass es Plattformen wie dieser hier gibt, in der sich die Vielfalt des Menschseins, ganz gleich des Geschlechtes, untereinander austauschen und auch helfen kann. Hier ist einfach jeder gleich und doch besonders auf seine Weise, wird aber nicht nur auf eine Sache reduziert und das finde ich toll. Wäre nur der Rest der Erdbevölkerung auch so offen und tolerant, würden diese Selbstzweifel vielleicht nicht bestehen.
* Who are you to call me abnormal? Who are you to say ugly? If you only knew how much it hurts me, it hurts me. I could ask have you seen yourself in the mirror? I'd rather keep my dignity cause it is my right to feel happy, happy. *
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 38 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-07-10 »

Laila-Sarah hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 16:10
Toni Smith hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 15:18
Das sehe ich anders. Ich habe mich entschieden die Transition zu machen und ich kann mich auch entscheiden als Frau oder als Mann zu leben, so wie ich mir das Leben einer Frau oder eines Mannes vorstelle ohne eine geborene Frau oder Mann zu sein. Es geht hier um die soziale Rolle (als X leben, bedeutet die soziale Rolle zu leben). Der Sexus ist was ganz anderes und die Identität ebenfalls.
Hier scheint doch des Pudels Kern zu liegen. Die meisten sagen "sie mussten es tun" und stellen diesen Schritt nicht in Frage weil es eine Notwendigkeit war. Du hingegen "wolltest es tun". Also die Frage zwischen wollen und müssen. Wenn du am verdursten bist, trinkst du das erste was du findest und auch wenn es nicht deine Lieblingsbrause ist und du bereust es auch nicht im nachhinein es getrunken zu haben obwohl es nicht deine Lieblingsbrause ist. Den die Alternative wäre ja verdursten. Die eine Million Euro Frage ist doch, warum du eine Transition gemacht hast ohne es zu müssen. Wenn du es mir nur einleuchtend erklären könntest, denn ich kann dieses Verhalten gar nicht verstehen?
Warum ich eine Transition gemacht habe?
Weil ich seit ich 17 bin mit dem Gedanken mehr oder weniger gespielt habe. 2015 habe ich dann bei von mir verfolgten Youtube-Kanälen gesehen, dass eine Person plötzlich nach einem Jahr Pause wieder ein Video hochgeladen hatte. Diese Person stellte sich plötzlich als Frau vor und hatte in dem Jahr eine HRT begonnen.
Da hab ich mir gesagt, naja wenn die das machen (es wurden ja auch gefühlt immer mehr auf Youtube) dann kann ich das ja mal auch versuchen.

Zweitens: Ich wollte mir im hohen Alter nicht sagen müssen, "ach hätte ich es doch nur mal versucht" .

Drittens: Ich hatte bis zum 29 Lebensjahr noch keine Beziehung und hab mich gefragt was mit mir los ist und daraufhin habe ich mich in einer Selbsthilfegruppe für Trans angemeldet um dort mal die Leute und ihre Geschichte kennenzulernen. Ich habe da sehr viele Parallelen zu mir selbst gefunden.

Viertens: Ich dachte, dass leben als Frau ist besser. (Körperlich fand ich mich auch toll aber sozial waren es mir zu viele Veränderungen.)
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 39 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Mercyful hat geschrieben: Di 19. Mär 2019, 18:30
Im Moment scheine ich wirklich, für mich, zu erkennen, dass meine Hormontherapie mir den meisten Kummer bereitet. Weil mein Körper sich mit jeder Spritze weiter in eine Richtung entwickelt, die ich für mich nicht mehr als akzeptabel empfinden kann. Womöglich war mir damals nicht bewusst, wie stark die Veränderung sein kann, wie weit ich von meinem früheren Ich abweichen werde, obwohl es ja auch eigentlich das war, was ich wollte. Nun das Resultat vor Augen zu haben ist manches mal... erschreckend befremdlich und ich versuche mich an mein damaliges Aussehen zu erinnern, die weiblichen Züge, die sanfte Haut, das noch dicklichere Haar - und dann merke ich, wie mich die Traurigkeit zu übermannen droht.
Ja, das ist doch aber mein Reden. Die Therapie Frau-zu-Mann unter Wirkung des Testosterons läuft prima. Das Zeug wirkt, aber richtig und spürbar. Östrogen bei Mann-zu-Frau kann man dagegen total in die Tonne kloppen. Da passiert schlichtweg nichts oder oft nur im estoterisch-gefühlten Bereich. Östrogene besitzen halt nicht ansatzweise das Potenzial, das Testosteron mitbringt.

Einen Mann kann man immer "draus machen", eine Frau keineswegs. Und "Hauptgewinn", wie das hier angesprochen wurde, hieße für mich, dass absolut niemand die Vergangenheit bemerkt. Auch kein Arzt. Insofern dürfte "Hauptgewinn" sehr, sehr relativ sein. Jemandem, dem ich mehr oder weniger sofort anmerke "ah, okay Trans", hat für mich eine Niete gezogen, keinen Hauptgewinn.
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 40 im Thema

Beitrag von Whoopy Highfly »

Ich kann leider nicht viel zur Wirkung der Geschlechtshormonen betragen.
Durch meine Krankheit weiß ich mittlerweile, das eine wriksamse Änderung der Krankheit nach frühestens 6-8Wochen eingetreten ist. Nach weiteren 2Jahren wurde mein gesamter Hormonhaushalt (Aussage Endokrinologe) auf den Kopf gestellt. Deswegen wird mir einiges immer klarer.
Also Leute, habt Geduld mit eurem Körper und seit ehrlich zu euch und Ärzten. Nur der Wunsch zu sein, den man sein möchte, genügt nicht.
Ob mein Weg der richtige ist, kann keine(r) mir sagen. Nur ich alleine kann es. Ich kann mir Meinungen anhören und Ratschläge geben lassen. Durch Euch hier im Forum sehe ich für mich klarer, allerdings noch nicht klar genug, um für mich ein Urteil zu bilden.
Mein Rat an dich / euch, lasst dir/euch Zeit mit eurem Weg. Versucht Klarheit in dein/euer Leben zu bringen.

LG
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 41 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

dunkles_sternchen hat geschrieben: Mi 20. Mär 2019, 01:27 Ja, das ist doch aber mein Reden. Die Therapie Frau-zu-Mann unter Wirkung des Testosterons läuft prima. Das Zeug wirkt, aber richtig und spürbar. Östrogen bei Mann-zu-Frau kann man dagegen total in die Tonne kloppen. Da passiert schlichtweg nichts oder oft nur im estoterisch-gefühlten Bereich. Östrogene besitzen halt nicht ansatzweise das Potenzial, das Testosteron mitbringt.

Einen Mann kann man immer "draus machen", eine Frau keineswegs. Und "Hauptgewinn", wie das hier angesprochen wurde, hieße für mich, dass absolut niemand die Vergangenheit bemerkt. Auch kein Arzt. Insofern dürfte "Hauptgewinn" sehr, sehr relativ sein. Jemandem, dem ich mehr oder weniger sofort anmerke "ah, okay Trans", hat für mich eine Niete gezogen, keinen Hauptgewinn.
Hi sternchen,

du weisst selbst, das es nicht ganz stimmt, das die Wirkung von E2 in die Tonne gekloppt werden kann.
Ich möchte auch nicht zum 100x vertiefen, das die Wirkung (ich denk auch bei Testo) individuell ist
und durchaus abhängig von dem, was uns unsere Eltern mit auf den Weg gegeben haben.

Wie hat es meine Mutter mal bauernschlau formuliert? "Daran ist dein Vater schuld, er hat den falschen Samen reingetan"
Nee, nee sie ist auch "mit Schuld"...

Ich stecke auch grad in einer Phase, oder rutsche ich gerade rein?, wo ich meinen Körper noch schlechter als
sonst annehmen kann, obwohl ich mit der Wirkung von E2 total zufrieden bin. Vergleiche ich Bilder von jetzt und
vor 1 oder 1,5 Jahren ist die Veränderung deutlich. Aber ich bin oft ungeduldig, auch an anderer Stelle.
Vielleicht blockiere ich mich selbst wenn ich "mehr will", vielleicht auch nicht.
Fakt ist ich bin tierisch launisch und gehe damit meinen Liebsten auf den Geist, was ich gar nicht möchte.

Einen Hauptgewinn wird es nicht geben, aber die 2te Klasse ist auch schon nicht übel.

Was wollte ich jetzt im Grunde sagen?

Warte, irgendwo hatte ich ein Handout das heisst "Anleitung zum glücklich sein"...

alles Liebe Marie (flo)
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 42 im Thema

Beitrag von Wally »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Mi 20. Mär 2019, 11:19 Ich möchte auch nicht zum 100x vertiefen, das die Wirkung (ich denk auch bei Testo) individuell ist
und durchaus abhängig von dem, was uns unsere Eltern mit auf den Weg gegeben haben.
Vor allem macht auch gar nicht die Hormonwirkung selber, sondern unsere (vermutlich angeborene) Geschlechts-Unterscheidung den großen Unterschied. Testosteron ändert nämlich tatsächlich auch nur ziemlich wenig: Stimmbruch, Bartwuchs, vielleicht noch ein Zuwachs an Libido - das war's dann auch schon. Auch bloß sekundäre Geschlechtsmerkmale...

Dass Testosteron das Passing so viel prompter und wirksamer verbessert als umgekehrt das Östrogen, liegt an der grundsätzlichen Art, wie wir das Geschlecht anderer Menschen wahrnehmen: nämlich höchst unsymmetrisch anhand des Vorhandenseins bzw. Fehlens männlicher Geschlechtsmerkmale. Spezifisch weibliche Merkmale wie Brüste und runde Hüften spielen bei unserer Geschlechtswahrnehmung nur eine sehr untergeordnete Rolle; wer Bart und Bariton hat, der kann ansonsten einen noch so weiblichen Körper haben und sogar offen zeigen - "er" wird trotzdem zuverlässig als "Mann mit unpassendem Körper" identifiziert, und eben nicht als "Frau mit unpassendem Kopf".

Herzliche Grüße
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 43 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Hallo Gnadenvoll...
Das folgende ist mir besonders aufgefallen:
Mercyful hat geschrieben: So 17. Mär 2019, 20:04 Ich war so überzeugt davon, ein vollkommener Mann werden zu können und das Frau-sein hinter mir zu lassen, doch realisiere nun, dass meine Seele irgendwo immernoch 'Frau' ist und diese Umwandlung nicht das gebracht hat, was ich wollte.
Du sprichst da von "werden können" und "Umwandlung". Weiter sprichst du davon, jedenfalls habe ich es so verstanden, das du deinen Platz in der Gesellschaft suchst und dementsprechend dein Geschlecht leben möchtest.
Ich bin überzeugt davon das keine Maßnahme, weder Hormontherapie, noch Operationen, aus einer Frau einen Mann machen können. Oder umgekehrt. Das muss schon in einem stecken und ich bin der Meinung es ist die Aufgabe des Therapeuten dir zu helfen das heraus zu finden. Allerdings müssen Therapeut und Patient zusammen passen. Ein Mensch ist keine Maschine. Man kann nicht den Schädel aufschrauben und nachschauen welches Teil repariert werden muss damit alles wieder funktioniert. Es gibt auch keine Software, die man einfach umschreiben kann. Dein Therapeut hat nichts falsch gemacht oder so, es hat nur nicht wirklich gepasst. Du warst zu sehr überzeugt von dir und dein Therapeut hat dir geglaubt.
Das Problem ist in meinen Augen der falsche Ansatz.
Du hast dir gesagt "ich will nicht mehr Frau sein, sondern Mann, also, Therapeut, hilf mir Mann zu sein damit ich glücklich werde".
Ich denke besser wäre gewesen zu fragen "wie will ich denn wirklich leben?" und danach dann zu überlegen "welchem Geschlecht ordne ich mich dann zu?".
Lebe wie es wirklich zu dir passt, trage Kleidung und Farben, die dich glücklich machen und wenn du fühlst das du angekommen bist kannst du dir überlegen welchem Geschlecht du ich zuordnen möchtest. Das wäre der Idealfall.
Lässt du dich aber in eine Rolle drängen und versuchst dich anzupassen und diese Rolle gut zu spielen wirst du zeitlebens Probleme haben.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 44 im Thema

Beitrag von Whoopy Highfly »

Oh Eure durchlaucht "¦"¦, (smili) (smili)
Joe95 hat geschrieben: Mi 20. Mär 2019, 14:19 Lässt du dich aber in eine Rolle drängen und versuchst dich anzupassen und diese Rolle gut zu spielen wirst du zeitlebens Probleme haben.
Sind wir nicht zu 75% schuld, uns in eine Rolle drängen zu lassen? (mich eingeschlossen).

Spielen wir eine Rolle, die uns missfällt, werden wir krank. Wollen wir das? Ich will das nicht mehr.
Und wie sieht der Rollenwechsel aus? Das kann nur ich selbst entscheiden. Die Fachleute helfen.

LG
Bin auf dem Weg. Bitte sucht mich nicht.
Melde mich demnächst wieder.

Bye
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Re: Der Weg einer Detransition?

Post 45 im Thema

Beitrag von Mercyful »

dunkles_sternchen hat geschrieben: Mi 20. Mär 2019, 01:27 Ja, das ist doch aber mein Reden. Die Therapie Frau-zu-Mann unter Wirkung des Testosterons läuft prima. Das Zeug wirkt, aber richtig und spürbar. Östrogen bei Mann-zu-Frau kann man dagegen total in die Tonne kloppen. Da passiert schlichtweg nichts oder oft nur im estoterisch-gefühlten Bereich. Östrogene besitzen halt nicht ansatzweise das Potenzial, das Testosteron mitbringt.
Hm, ich denke das ist sehr verzwickt mit den Hormonen. Und wohl auch sehr typabhängig. Während dem Beginn meiner Transition war ich ebenfalls in einem Forum unterwegs, dem F-t-M Portal, welches mir ebenfalls sehr auf meinem Weg geholfen hatte (sprich richtige Psychologen finden, wie man das Gericht am besten anschreibt etc etc.) Dort wollte ich selbstverständlich auch von meinen Veränderungen erzählen, als ich endlich mit der Hormonbehandlung beginnen konnte. Das erste, das sich bei mir zeigte, schon nach zwei Wochen, waren ansätze eines Stimmbruches. Natürlich nicht so, dass ich plötzlich mit Bariton Stimme wahrgenommen wurde aber sie begonn zu wackeln, und das bermekten auch meine Freunde, mein Umfeld. Als ich das berichtete, wurde ich prompt von einem Mit-Trans, der den gleichen Weg ging, 'angegriffen' und mir wurde vorgeworfen, ich würde mich selbst belügen und das es nicht sein kann, dass ich schon nach zwei Wochen den Stimmbruch hab. Ich sagte ihm, dass das sehr wohl sein kann, denn was hätte ich davon, mich in solch einem Falle selbst zu belügen? Kennt er meinen Körper und meine Veranlagungen etwa besser als ich? Später fand ich dann heraus, dass bei ihm der Bartwuchs sehr früh einsetzte, wohingegen meiner gut zwei Jahre auf sich warten ließ, sehr sehr schleichend kam. Sprich, ich bekam das eine sehr schnell, dafür ließ das andere auf sich warten. Zu Beginn hatte ich auch sehr lange Zeit noch sehr weibliche, weiche Züge, die ich mit einer passenden Frisur versucht habe, zu kaschieren (eine ich sag mal 'Surfer-Boy' Frisur, denn die ist nicht zu kurz und kann die Stirnpartie verdecken). Somit stand auch mein Gesicht auch nicht so im Vordergrund.

Was ich damit sagen will ist ; Hormone wirken sich immer anders auf den Menschen aus. Bei dem einen ist das eine mehr ausgeprägt als bei dem anderen und man kann solche Wirkungen wohl nie klar voraussagen. Darauf wurde ich von meinen Ärzten hingewiesen, das sollte auch so geschehen, denn andernfalls bekommen TS falsche Hoffnungen und Erwartungen. Ich habe mich in dem Falle von meinen eigenen Vorstellungen blenden lassen, wohl auch von der festgefahrenen Vorstellung, dann jemand zu werden, von dem ich fest überzeugt war, in meinem Herzen zu sein. Das ist aber letzten Endes doch nicht so gewesen und das erkenne ich nun. Ich denke ich war damals sehr überzeugend mit meinen Aussagen gegenüber meiner Ärzte, deswegen wurde ich nach gut einem Jahr der Therapie auch für Hormone durchgewunken. Man darf keine übernatürlich großen Erwartungen haben, denn zu 100% wird nichts so, wie man es sich vorstellt. Das weiß ich jetzt auch. Das ist ernüchternd aber für viele Trans sind auch sagen wir mal knapp der Durchschnitt aller möglichen Veränderungen ausreichend. Ich für meinen Teil hätte auch vollkommen auf meinen Bartwuchs verzichten können. Dafür, dass er so schleppend und langsam kam, wurde er dafür umso intensiver. ^^'
Joe95 hat geschrieben: Mi 20. Mär 2019, 14:19 Du hast dir gesagt "ich will nicht mehr Frau sein, sondern Mann, also, Therapeut, hilf mir Mann zu sein damit ich glücklich werde".
Ich denke besser wäre gewesen zu fragen "wie will ich denn wirklich leben?" und danach dann zu überlegen "welchem Geschlecht ordne ich mich dann zu?".
Lebe wie es wirklich zu dir passt, trage Kleidung und Farben, die dich glücklich machen und wenn du fühlst das du angekommen bist kannst du dir überlegen welchem Geschlecht du ich zuordnen möchtest. Das wäre der Idealfall.
Das ist wohl tatsächlich mein Problem gewesen. Ich wollte, wollte, wollte und das am besten so schnell wie möglich, weil ich mich auf meiner Entscheidung so festgefahren habe und nichts anderes mehr an mich ranließ. Jeder andere Gedanke wurde verworfen. Ich war stur, verbissen, man könnte meinen, ich war felsenfest entschlossen, das bis zum bitteren Ende durchzuziehen. Vielleicht war ich tatsächlich zu jung, hab mich von meinen Emotionen steuern lassen. Mein Herz hat mir zwar deutlich gesagt 'Mach das, das brauchst du, um glücklich zu sein' aber letzten Endes war es doch nicht das, was ich zum Glücklichsein gebraucht hätte. Ich hatte womöglich ein rein emotionales Problem, glaube aber dennoch, dass die Transition mir in diesem Sinne geholfen hat, über meine langwierige Depression hinwegzukommen. Sie hat mich zumindest für eine Weile stärker werden lassen - nur dann kam irgendwann die Realisierung, dass ich eventuell doch einen Fehler gemacht und nicht das angestrebt habe, was mich endlich erfüllt. Wenn ich dem ganzen jetzt noch etwas positives abgewinnen müsste, dann würde ich sagen, dass es mir geholfen hat zu erkennen, wie wichtig mir meine Weiblichkeit eigentlich ist und das ich das so damals nicht wahrnehmen konnte/wollte, aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht hatte ich einen Selbstfindungstrip ... und meine Reise scheint hier nicht vorbei zu sein.

Ich versuche mich bereits anders zu kleiden, trage mehr feminine Kleidung. Vielleicht nicht unbedingt Röcke oder Kleider, oder arg weite Ausschnitte aber ich shoppe definitiv mehr in der Frauenabteilung als bei den Männern. Auch, weil ich nach wie vor ein kleines, leicht zierliches Persönchen bin, welches in Männergrößen aussieht, wie ein Kartoffelsack. Das mag ich gar nicht. Ich trage figurbetonte, verspielte Sachen, auch gerne mal mit Blumenmuster oder knalligen Farben. Da gebe ich mir nichts. Dumme Sprüche darf ich mir deswegen desöfteren mal anhören, auch die Blicke entgehen mir nicht aber sie sind noch eher dezent. Würde ich allerdings wirklich provokativ feminin nach draußen gehen, würde ich mich in meiner jetzigen Lage sehr unwohl fühlen. Nicht, weil ich es nicht will. Ich vermisse es Röcke und hübsche Kleider zu tragen, mich generell hübsch zu machen - aber ich würde mit der Reaktion der Außenwelt nicht klarkommen und mich automatisch selbst nicht leiden können.

Vielleicht würde sich das ändern, würde ich meine Hormonbehandlung umstellen und mein Haar wieder anders wachsen lassen. Vielleicht sogar ganz sicher. Ich bin zwar nervös aber irgendwie freue ich mich darauf, mit meinem Endo darüber zu sprechen, in der Hoffnung, dass mir dann klar wird, was ich möchte und inwiefern was möglich ist.
* Who are you to call me abnormal? Who are you to say ugly? If you only knew how much it hurts me, it hurts me. I could ask have you seen yourself in the mirror? I'd rather keep my dignity cause it is my right to feel happy, happy. *
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