Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
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dunkles_sternchen
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Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
Hallo zusammen,
bezugnehmend auf den letzten Thread, der leider geschlossen wurde, möchte ich nochmal ein spezielles Thema ansprechen, dass mir seit vielen Jahre quer im Magen liegt:
Sicherlich macht jeder während einer Transition andere Erfahrungen und auch während einer Hormontherapie. Grundsätzlich ist es aber so, dass TS von ihrem Umfeld, vor allem auch zu Beginn, viel Verständnis und Toleranz einfordern. Das hat auch meist eine gewisse Selbstverständlichkeit. Ob die jetzt angebracht ist, sei dahin gestellt. Die Empörung ist jedoch meist groß, wenn Partner und Freunde nicht reagieren wie erwartet und sich ggf. querstellen. Und auch diese Empörung erfolgt mit einer gewissen Selbstverständlichkeit. Wie kann man nur so intolerant sein ... wie auch immer.
Man könnte jetzt schlussfolgern, dass TS besonders tolerant und weltoffen sind. Meine Erfahrungen sind leider völlig andere. Im Grunde dreht man nur den Spieß um und fordert insbesondere für die eigenen Interesse Toleranz und setzt sich damit lediglich die Scheuklappen andersrum auf. Warum sage ich das? Ich sage das deshalb, weil ich mich durchaus als Kritiker des verstumpften TSG-Weges sehe, der irgendwie 20 Jahre alt und nicht mehr ansatzweise zeitgemäß ist. Das TSG ist ein netter Versuch, aber gewiss nicht der heilige Gral. Als Opfer dieser stupiden Behandlungsweise möchte ich, dass die Medizin und auch die Gruppen flexibler werden.
Nur schlägt einem da fortwährend kalter Wind ins Gesicht. Es mag ja sein, dass es Menschen gibt, denen eine HRT reicht und dann passt das. Ich finde es aber extrem intolerant zu verlangen, dass das jetzt für jeden zu passen hat. Und genau das ist die Aussage einer Transition im Jahr 2019: Friss oder stirbt. Und Moment mal, das darf man doch doof finden. Das ist es nämlich auch. Die Transition soll kein Wunschkonzert für Schönheits-OPs sein, sondern notwendig Operationen ermöglichen, um bestmöglich Leidensdruck abzubauen. Das passiert aber nicht. Und sorry, wenn jemand eine FFS als Schönheitsoperation bezeichnet, ist das für mich Diskriminierung auf besten Niveau. Dann hat man einfach auch nichts verstanden. Gar nichts.
Ich verstehe auch nicht, warum man sich so vehement dagegen wehren muss einigen Personen mehr Behandlung zuzugestehen, wenn dadurch ihr Leidensdruck deutlich gesenkt würde. Stattdessen verharrt man in einem Status Quo und attestiert diesen Menschen banale Unfähigkeit ihren Körper anzunehmen, wie er ist. Überlegt euch einfach mal, was da genau passiert. Wenn auch nur eine TS fähig wäre den Körper anzunehmen, bräuchte sie auch keine Behandlung. Dann können wir das alles komplett einstellen.
Wir müssen uns da als "Gemeinschaft" auch mal einig werden, wie wir das nach außen hin kommunizieren! Entweder kann man einen Leidensdruck geistig ohne medizinische Behandlung überwinden oder man kann es nicht. Es gibt KEIN dazwischen!
bezugnehmend auf den letzten Thread, der leider geschlossen wurde, möchte ich nochmal ein spezielles Thema ansprechen, dass mir seit vielen Jahre quer im Magen liegt:
Sicherlich macht jeder während einer Transition andere Erfahrungen und auch während einer Hormontherapie. Grundsätzlich ist es aber so, dass TS von ihrem Umfeld, vor allem auch zu Beginn, viel Verständnis und Toleranz einfordern. Das hat auch meist eine gewisse Selbstverständlichkeit. Ob die jetzt angebracht ist, sei dahin gestellt. Die Empörung ist jedoch meist groß, wenn Partner und Freunde nicht reagieren wie erwartet und sich ggf. querstellen. Und auch diese Empörung erfolgt mit einer gewissen Selbstverständlichkeit. Wie kann man nur so intolerant sein ... wie auch immer.
Man könnte jetzt schlussfolgern, dass TS besonders tolerant und weltoffen sind. Meine Erfahrungen sind leider völlig andere. Im Grunde dreht man nur den Spieß um und fordert insbesondere für die eigenen Interesse Toleranz und setzt sich damit lediglich die Scheuklappen andersrum auf. Warum sage ich das? Ich sage das deshalb, weil ich mich durchaus als Kritiker des verstumpften TSG-Weges sehe, der irgendwie 20 Jahre alt und nicht mehr ansatzweise zeitgemäß ist. Das TSG ist ein netter Versuch, aber gewiss nicht der heilige Gral. Als Opfer dieser stupiden Behandlungsweise möchte ich, dass die Medizin und auch die Gruppen flexibler werden.
Nur schlägt einem da fortwährend kalter Wind ins Gesicht. Es mag ja sein, dass es Menschen gibt, denen eine HRT reicht und dann passt das. Ich finde es aber extrem intolerant zu verlangen, dass das jetzt für jeden zu passen hat. Und genau das ist die Aussage einer Transition im Jahr 2019: Friss oder stirbt. Und Moment mal, das darf man doch doof finden. Das ist es nämlich auch. Die Transition soll kein Wunschkonzert für Schönheits-OPs sein, sondern notwendig Operationen ermöglichen, um bestmöglich Leidensdruck abzubauen. Das passiert aber nicht. Und sorry, wenn jemand eine FFS als Schönheitsoperation bezeichnet, ist das für mich Diskriminierung auf besten Niveau. Dann hat man einfach auch nichts verstanden. Gar nichts.
Ich verstehe auch nicht, warum man sich so vehement dagegen wehren muss einigen Personen mehr Behandlung zuzugestehen, wenn dadurch ihr Leidensdruck deutlich gesenkt würde. Stattdessen verharrt man in einem Status Quo und attestiert diesen Menschen banale Unfähigkeit ihren Körper anzunehmen, wie er ist. Überlegt euch einfach mal, was da genau passiert. Wenn auch nur eine TS fähig wäre den Körper anzunehmen, bräuchte sie auch keine Behandlung. Dann können wir das alles komplett einstellen.
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
Warum ? So lange wir meinen, in Dingen der Kommunikation nach außen eine Meinung haben zu müssen, so lange betreiben wir Nabelschau mit einer verheerenden Wirkung. "Die können sich nicht einigen und wissen nicht, was sie wollen" könnte die Folge sein.dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 02:15 Wir müssen uns da als "Gemeinschaft" auch mal einig werden
Nein, wir sind alle unterschiedlich und haben unterschiedliche Ansichten. Aber wir haben ein gemeinsames Ziel: Respekt für jede/n Einzelne/n.
Das habe ich im Beitrag viewtopic.php?f=69&t=17766&p=233583#p233583 etwas näher ausgeführt.
Meine Meinung
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
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Christiane04
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
Guten Morgen,
Warum? Offensichtlich ist es so, dass Betroffene Ämter u Krankenkassen zum Beispiel ihre Deutungshohheit sehr weit auslegen und sehr gerne ignorieren , was woanders bereits mit Rechtsgrundlage entschieden worden ist. Helfen würde die regelmäßige Kommunikation mit Betroffenen, und da ist es dann leider vorbei....die Institutionen " profitieren" halt in gewisser Weise von dieser Uneinigkeit, bzw. von der nicht hörbaren Stimme der T- Personen. Sehe da keinen Ausweg, der allen hilft. Die Gruppe ist bei aller medialen Präsenz zu klein und wird seltenst ernst genommen.
Meine Meinung Christiane
Ps: in meinem " Traumberuf" ist das genauso, aber das sind 18000 in Deutschland, alle streiten sich gerne intern u die Politik will nicht mal ansatzweise von uns wissen, fachliche Expertise wird konsequent ignoriert !
Warum? Offensichtlich ist es so, dass Betroffene Ämter u Krankenkassen zum Beispiel ihre Deutungshohheit sehr weit auslegen und sehr gerne ignorieren , was woanders bereits mit Rechtsgrundlage entschieden worden ist. Helfen würde die regelmäßige Kommunikation mit Betroffenen, und da ist es dann leider vorbei....die Institutionen " profitieren" halt in gewisser Weise von dieser Uneinigkeit, bzw. von der nicht hörbaren Stimme der T- Personen. Sehe da keinen Ausweg, der allen hilft. Die Gruppe ist bei aller medialen Präsenz zu klein und wird seltenst ernst genommen.
Meine Meinung Christiane
Ps: in meinem " Traumberuf" ist das genauso, aber das sind 18000 in Deutschland, alle streiten sich gerne intern u die Politik will nicht mal ansatzweise von uns wissen, fachliche Expertise wird konsequent ignoriert !
"Ein Mann kann anziehen, was er will, er bleibt doch nur ein Accessoire der Frau. " Coco Chanel
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ExuserIn-2020-07-10
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
Kann deine kritik verstehen. Ich finds auch sehr Schade das "Detransition" gesperrt wurde. Vor allem verstehe ich nicht wie so es auf einmal in Parteipolitik abgetrifftet ist. Bei vielen Threads werden dann die Threads gesplittet, damit dann im eigentlichen Thema weiter diskutiert werden kann. Ich dachte das funktioniert hier sehr gut aber vielleicht ist es auch gewollt das man Genderkrizische Ansätze die ja durchaus mit Detransition verbunden sind sperrt.
Gerade in der Communkty um TS will man diesen Ansatz wohl nicht wahrhaben. Er wirft halt Fragen auf.
Fragen wo es nur einfache Antwoften zu geben scheint, weil das Thema zu komplex ist
Kann deine kritik verstehen. Ich finds auch sehr Schade das "Detransition" gesperrt wurde. Vor allem verstehe ich nicht wie so es auf einmal in Parteipolitik abgetrifftet ist. Bei vielen Threads werden dann die Threads gesplittet, damit dann im eigentlichen Thema weiter diskutiert werden kann. Ich dachte das funktioniert hier sehr gut aber vielleicht ist es auch gewollt das man Genderkrizische Ansätze die ja durchaus mit Detransition verbunden sind sperrt.
Gerade in der Communkty um TS will man diesen Ansatz wohl nicht wahrhaben. Er wirft halt Fragen auf.
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Gerade in der Communkty um TS will man diesen Ansatz wohl nicht wahrhaben. Er wirft halt Fragen auf.
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Gerade in der Communkty um TS will man diesen Ansatz wohl nicht wahrhaben. Er wirft halt Fragen auf.
Fragen wo es nur einfache Antwoften zu geben scheint, weil das Thema zu komplex ist.
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Anne-Mette
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
Guten Tag,
Da einige UserInnen das Forum nicht als "Gastraum" sehen und zudem auch noch zu Boshaftigkeiten neigen, war das Thema "über Nacht" gesperrt.
Ich weiß auch nicht, wie Du ein komplexes Thema mit einer Community in Verbindung bringst.
Gruß
Anne-Mette
Nun mal vorsichtig mit solchen Beurteilungen.Toni Smith hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 07:51 Ich dachte das funktioniert hier sehr gut aber vielleicht ist es auch gewollt das man Genderkrizische Ansätze die ja durchaus mit Detransition verbunden sind sperrt.
Da einige UserInnen das Forum nicht als "Gastraum" sehen und zudem auch noch zu Boshaftigkeiten neigen, war das Thema "über Nacht" gesperrt.
Das zeigt eher von einer "voreingestellten Meinung" deinerseits.Toni Smith hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 07:51 Gerade in der Communkty um TS will man diesen Ansatz wohl nicht wahrhaben. Er wirft halt Fragen auf.
Fragen wo es nur einfache Antwoften zu geben scheint, weil das Thema zu komplex ist.
Ich weiß auch nicht, wie Du ein komplexes Thema mit einer Community in Verbindung bringst.
Gruß
Anne-Mette
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ExuserIn-2019-12-22
Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
Ich stimme dir überall zu, mit Ausnahme bei deiner letzten Aussage.dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 02:15 Entweder kann man einen Leidensdruck geistig ohne medizinische Behandlung überwinden oder man kann es nicht. Es gibt KEIN dazwischen!
Der Leidensdruck wird von Person zu Person unterschiedlich stark empfunden. Kommt auch darauf an wie stark und wie lange Testosteron im Körper gewütet haben.
Ich habe einige Ergebnisse von FFS (Facial Feminization Surgery) gesehen und bin davon sehr begeistert. Ich denke vielen Transfrauen würde ein solcher Eingriff enorm helfen. Und bei einem Preis von 10.000$ wird das ohne Kostenübernahme für viele ein Traum bleiben, welchen sie sich nie verwirklichen können.
Ich war gerade in den letzten Tagen viel auf YT unterwegs und da jetzt wieder das genaue Video zu finden wird eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen. (Wenn ich es finde, dann reiche ich es nach.)
Aber dort wurde eine Sache angesprochen.
Ich versuche das mal sinngemäß so wiederzugeben:
"Wenn die Krankenkasse doch sieht, dass die Patientin sich in allen in ihrer Macht stehenden Punkten große Mühe gibt und auch Vortschritte macht.
(Zum Beispiel Logopädie)
Dann kann das sehr frustrierend sein, wenn das Gesicht auch ohne ein einzelnes Barthaar zu beherrbergen und mehreren Schichten Make-Up sofort schreit: "Ich bin männlich!"
Die Betroffenen leiden weiterhin sehr darunter. Und am Ende dürfen die Kassen dann die Kosten dafür übernehmen, wenn man wegen starken Depressionen behandelt werden muss."
Auf der anderen Seite gilt gleiches Recht für alle. Man kann nicht sagen bei dieser Gruppe von zehn Betroffenen haben vier das Recht auf eine Kostenübernahme und der Rest nicht. Eine Einigkeit untereinander könnte nach außen hin besser kommuniziert werden, da stimme ich dir zu.
Aber nicht alle sind an dem gleichen Punkt ihrer Transition und nicht alle wissen immer genau was sie möchten und was sie brauchen. Im positiven wie auch im negativen Sinne. Wie soll man bei so vielen individuellen Menschen eine Einigkeit finden mit der alle Bedürfnisse abgedeckt sind?
Was ich noch anfügen möchte: Oft ist es die Ausstrahlung die jemanden weiblich wirken lässt. Und die Ausstrahlung kommt von innen. Da bedarf es keiner Operation.
Liebe Grüße
Zuletzt geändert von ExuserIn-2019-12-22 am Do 21. Feb 2019, 10:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Marlene K.
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
Da hat es wohl versehentlich eine Doppelung gegeben... siehe Unten.... 

Zuletzt geändert von Marlene K. am Do 21. Feb 2019, 10:40, insgesamt 1-mal geändert.
Marlene
Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
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Marlene K.
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
Ich bin mit meinem darauf Bestehen auf politische Demagogie zu antworten wohl Teil davon, dass es zu de Schließung kam. Meine Entschuldigung dafür.dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 02:15 Hallo zusammen,
bezugnehmend auf den letzten Thread, der leider geschlossen wurde, möchte ich nochmal ein spezielles Thema ansprechen, dass mir seit vielen Jahre quer im Magen liegt:
Ich für meinen Teil habe die Haltung, dass es für mich nichts ändert, wie mich andere sehen oder ansprechen. Ich reagiere nur auf Beleidigungen und menschenverachtende Äußerungen. Selbst in Beziehungen gibt es hier im Forum sehr unterschiedliche Umgehensweisen und Lösungen.dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 02:15Sicherlich macht jeder während einer Transition andere Erfahrungen und auch während einer Hormontherapie. Grundsätzlich ist es aber so, dass TS von ihrem Umfeld, vor allem auch zu Beginn, viel Verständnis und Toleranz einfordern. Das hat auch meist eine gewisse Selbstverständlichkeit. Ob die jetzt angebracht ist, sei dahin gestellt. Die Empörung ist jedoch meist groß, wenn Partner und Freunde nicht reagieren wie erwartet und sich ggf. querstellen. Und auch diese Empörung erfolgt mit einer gewissen Selbstverständlichkeit. Wie kann man nur so intolerant sein ... wie auch immer.
Die Einseitige Sicht, die Du hier einer Gruppe, den Transidenten Menschen, zuweist, nimmst Du diesen und damit doch wohl auch Dir selber gegenüber, ein.
Ich gehöre, wie ich ja an verschiedenen Stellen hier schon deutlich gemacht habe, zu den Menschen, die schon in der männlichen Rolle/ Kleidung/ Identität, Männer begehrt haben. Als solcher nehme ich hier bei Einzelnen negative Gefühle und Zuordnungen wahr. Ähnliches erlebe ich in den schwulen Communities in denen ich mich auch noch bewege mit umgekehrten Vorzeichen.dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 02:15Man könnte jetzt schlussfolgern, dass TS besonders tolerant und weltoffen sind. Meine Erfahrungen sind leider völlig andere. Im Grunde dreht man nur den Spieß um und fordert insbesondere für die eigenen Interesse Toleranz und setzt sich damit lediglich die Scheuklappen andersrum auf. Warum sage ich das? Ich sage das deshalb, weil ich mich durchaus als Kritiker des verstumpften TSG-Weges sehe, der irgendwie 20 Jahre alt und nicht mehr ansatzweise zeitgemäß ist. Das TSG ist ein netter Versuch, aber gewiss nicht der heilige Gral. Als Opfer dieser stupiden Behandlungsweise möchte ich, dass die Medizin und auch die Gruppen flexibler werden.
Ich finde es eine verständliche, aber eher kindlich-unschuldige Erwartung, dass Menschen, die einer Gruppe angehören, die Diskriminierung erfahren selber offen und tolerant allen Gruppen gegenüber stehen.
Wir können der Gesellschaft, in der wir leben und deren Prägung nicht ausweichen. Selbst die Vorurteile gegenüber den diskriminierten Gruppen gegenüber, denen wir selber angehören, bleiben ein Teil dieser Prägung. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen.
Genau diese Erfahrung habe ich mit einzelnen Menschen, leider oft die Gruppen Prägenden und lauten, gemacht. So wurde ich schon fast gezwungen, mir einen weiblich klingenden Namen zu geben. Das habe ich nicht zugelassen. Ich weiß, dass ich meinen eigenen, auch in mir selber widersprüchlichen, Weg finden muss.dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 02:15Nur schlägt einem da fortwährend kalter Wind ins Gesicht. Es mag ja sein, dass es Menschen gibt, denen eine HRT reicht und dann passt das. Ich finde es aber extrem intolerant zu verlangen, dass das jetzt für jeden zu passen hat. Und genau das ist die Aussage einer Transition im Jahr 2019: Friss oder stirbt. Und Moment mal, das darf man doch doof finden. Das ist es nämlich auch. Die Transition soll kein Wunschkonzert für Schönheits-OPs sein, sondern notwendig Operationen ermöglichen, um bestmöglich Leidensdruck abzubauen. Das passiert aber nicht. Und sorry, wenn jemand eine FFS als Schönheitsoperation bezeichnet, ist das für mich Diskriminierung auf besten Niveau. Dann hat man einfach auch nichts verstanden. Gar nichts.
Die Abkürzung FFS ist auch für mich unverständlich und nicht selbsterklärend. Ich habe auch in dem anderen Thread niemanden gelesen, der notwendige Operationen zu Schönheitsoperationen erklärt hat. Die berechtigte Frage ist nur, wie sollen sinnvolle, dem Betroffenen nutzende Operationen von anderen unterschieden werden.
Reicht es, um ein schräges, extremes Beispiel zu konstruieren, wenn eine große, schlanke Frau sagt, sie leidet darunter nicht kurvig zu sein. Muss die Gesellschaft dieser Frau ermöglichen, eine Figur ähnlich der von Marylin Monroe zu erlangen? Ich betone, ich habe nicht die Absicht, mich über Menschen, die sich entstellt sind oder darunter leiden, den gängigen Normen nicht zu genügen lustig zu machen.
Ich frage nur, wie diese Probleme zu lösen sind.
dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 02:15Ich verstehe auch nicht, warum man sich so vehement dagegen wehren muss einigen Personen mehr Behandlung zuzugestehen, wenn dadurch ihr Leidensdruck deutlich gesenkt würde. Stattdessen verharrt man in einem Status Quo und attestiert diesen Menschen banale Unfähigkeit ihren Körper anzunehmen, wie er ist. Überlegt euch einfach mal, was da genau passiert. Wenn auch nur eine TS fähig wäre den Körper anzunehmen, bräuchte sie auch keine Behandlung. Dann können wir das alles komplett einstellen.
Ich nehme an, dass Du Dich hier auf meine letzte Antwort zum Thema im geschlossenen Thread beziehst. Genau das habe ich dort nicht gesagt. Auch wenn ich hier sage, dass es mich nicht ändert, was mir andere zuschreiben und meine Grenzen sehr weit setze, heißt das ja nicht, dass ich keine Anerkennung von außen wünsche oder nicht leide.
Es ist nur mein Unterschied, ob ich mich dafür hasse, dass ich als Mensch mit männlichem Körper geboren wurde oder diese Tatsache zunächst als gegeben hinnehme und dann schaue, wie ich damit umgehe.
Ich bin auch der Überzeugung, dass Menschen, die ihre eigene Geschichte leugnen und verneinen nur sich selber schaden. Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass jeder Trans*idente Mensch nach geschlechtsangleichender Behandlung diese Tatsache vor sich her tragen sollte. Aber zu versuchen, diese Tatsachen und Erfahrungen vor sich selber und geschätzten Menschen zu verdrängen/ verbergen/ leugnen kann nicht funktionieren.
In diesem Sinne muss ich mich und mein Leben zunächst einmal annehmen. Erst dann kann ich sinnvoll meinen Weg erkennen und gehen.
Es gibt auf dieser Welt nirgendwo ein reines Schwarz-Weiß. Ich bleibe dabei, erst muss jede*r die eigenen Grundlagen, die das Leben bereithält, annehmen. Tut Mensch dies nicht, kann diese*r nur an Symptomen arbeiten und kann so letzendlich nicht zum eigenen Glück finden. Dies entspricht meinen Erfahrungen.dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 02:15Wir müssen uns da als "Gemeinschaft" auch mal einig werden, wie wir das nach außen hin kommunizieren! Entweder kann man einen Leidensdruck geistig ohne medizinische Behandlung überwinden oder man kann es nicht. Es gibt KEIN dazwischen!
Einen gemeinsamen, allen gerecht werdenden Weg wird es in dieser Welt nicht geben. Dafür sind die Bedürfnisse und Grundlagen zu verschieden.
Nur wenn wir selber uns bemühen auch mit allen anderen diskriminierten Gruppen solidarisch zu sein und die eigenen Vorurteile zu hinterfragen können wir uns dem Ideal einer freien Gesellschaft annähern.
Auf dieser Grundlage können wir darüber nachdenken, einen möglichst gerechten und sinnvollen Weg zu einer medizinischen Lösung und den Zugang zu Hormonersatztherapie und geschlechtsangleichenden Operationen zu gewährleisten. Dies beinhaltet für mich auch den Schutz vor falschem Selbstbild, also mindestens einer psychologisch/psychiatrischem Untersuchung, bevor unumkehrbare und leider auch manchmal nicht zutreffende Schritte eingeleitet werden.
Marlene
Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon
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Anja
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
Moinsen
Ich frage mich immer, was die ganzen geborenen Frauen machen. Die gehen auch mit ihren Schönheitsmakeln durchs Leben. Viele die ich kenne, haben keine besonders großen Brüste, und sind da sogar froh drum! Wenn jetzt jede Frau, die mit ihrem "zu männlichen" Gesicht zum MDK läuft, steigen die Kosten der Kassen immer weiter (die dann auf alle Mitglieder verteilt werden).
Wo soll das enden? Stimmband-OP? Ja bitte! Arsch-Aufbau, weil der doch ach zu flach ist? Oh ja gerne!
Die Beine noch etwas kürzer, weil man größer ist als die Durchschnittsfrau?
Ach Mist, die Hände und das Kreuz, viel zu groß für eine Frau...
Wo wir schon dabei sind, mein Bierbauch passt nun garnicht zu einer Frau, den müsste man natürlich absaugen lassen.
Man kann natürlich nicht verlangen, das jeder mit seinem Körper zufrieden ist. Bei den Frauen sind es vermutlich 99% die unzufrieden sind - aber trotzdem nicht gleich eine OP bezahlt haben wollen.
Die Leistungen der KK sind begrenzet und das aus gutem Grund.
Es werden die (sekundären und primären) Geschlechtsmerkmale dem gefühlten Geschlecht angeglichen. Die Bartenfernung wird auch übernommen. Logpädie auch. Es ist eine Geschlechtsangleichung und keine Ganzkörperangleichung.
Das Ziel der Angleichung ist nicht, das du zufrieden bist, sondern Leid zu mindern. Egal wie oft man sich operieren lässt, man wird nie zufrieden sein. Man wird nämlich nie eine geborene Frau sein können.
Das muss man einfach akzeptieren.
Und wenn man das nicht kann, wird man immer unzufrieden sein. Egal, was man sich alles operieren lässt. Grund zum jammern findet man trotzdem.
Als Berufspendler sehe ich täglich viele tausende Leute und ich vergleiche mich natürlich auch mit (geborenen) Frauen, die mir dabei so auffallen. Und ich sehe häufiger Frauen, mit denen ich nicht tauschen wollte. Mal die Nase, mal die Haare, die Stimme! Übergewicht...
Alles was ich aufzählen könnte, was mich stört, habe ich bei geborenen Frauen schon in "schlimmerer" Form gesehen. Da hätte ich nicht tauschen wollen.
Sie leben mit ihren Makeln.
Ich bin eine die nichts verstanden hat! Gar nichts! Aber ich akzeptiere mich wie ich bin und lebe ein glückliches Leben als Frau! Mit meinen Makeln ebenso wie mit meinen Vorzügen.
Grüße
die Anja
In unserem schönen Land ist es nun so, das man die Angleichung der primären Geschlechtsorgane bezahlt bekommt. Genauso bekommt man, wenn man keine entpsrechende Größe erreicht, die sekundären Geschlechtsmerkmale (Brüste) aufgebaut. Ebenso werden die Kosten für die HT übernommen. Nun kommst du, und möchtest eine FFS zur Kassenleistung machen? Mit welcher Begründung? Mein Gesicht gefällt mir nicht? Meine Nase schon garnicht? Achja, ist der Haaransatz da schon mit drin oder muss ich den extra ankreuzen?dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 02:15 Und sorry, wenn jemand eine FFS als Schönheitsoperation bezeichnet, ist das für mich Diskriminierung auf besten Niveau. Dann hat man einfach auch nichts verstanden. Gar nichts.
Ich frage mich immer, was die ganzen geborenen Frauen machen. Die gehen auch mit ihren Schönheitsmakeln durchs Leben. Viele die ich kenne, haben keine besonders großen Brüste, und sind da sogar froh drum! Wenn jetzt jede Frau, die mit ihrem "zu männlichen" Gesicht zum MDK läuft, steigen die Kosten der Kassen immer weiter (die dann auf alle Mitglieder verteilt werden).
Wo soll das enden? Stimmband-OP? Ja bitte! Arsch-Aufbau, weil der doch ach zu flach ist? Oh ja gerne!
Die Beine noch etwas kürzer, weil man größer ist als die Durchschnittsfrau?
Ach Mist, die Hände und das Kreuz, viel zu groß für eine Frau...
Wo wir schon dabei sind, mein Bierbauch passt nun garnicht zu einer Frau, den müsste man natürlich absaugen lassen.
Man kann natürlich nicht verlangen, das jeder mit seinem Körper zufrieden ist. Bei den Frauen sind es vermutlich 99% die unzufrieden sind - aber trotzdem nicht gleich eine OP bezahlt haben wollen.
Die Leistungen der KK sind begrenzet und das aus gutem Grund.
Es werden die (sekundären und primären) Geschlechtsmerkmale dem gefühlten Geschlecht angeglichen. Die Bartenfernung wird auch übernommen. Logpädie auch. Es ist eine Geschlechtsangleichung und keine Ganzkörperangleichung.
Das Ziel der Angleichung ist nicht, das du zufrieden bist, sondern Leid zu mindern. Egal wie oft man sich operieren lässt, man wird nie zufrieden sein. Man wird nämlich nie eine geborene Frau sein können.
Das muss man einfach akzeptieren.
Und wenn man das nicht kann, wird man immer unzufrieden sein. Egal, was man sich alles operieren lässt. Grund zum jammern findet man trotzdem.
Als Berufspendler sehe ich täglich viele tausende Leute und ich vergleiche mich natürlich auch mit (geborenen) Frauen, die mir dabei so auffallen. Und ich sehe häufiger Frauen, mit denen ich nicht tauschen wollte. Mal die Nase, mal die Haare, die Stimme! Übergewicht...
Alles was ich aufzählen könnte, was mich stört, habe ich bei geborenen Frauen schon in "schlimmerer" Form gesehen. Da hätte ich nicht tauschen wollen.
Sie leben mit ihren Makeln.
Ich bin eine die nichts verstanden hat! Gar nichts! Aber ich akzeptiere mich wie ich bin und lebe ein glückliches Leben als Frau! Mit meinen Makeln ebenso wie mit meinen Vorzügen.
Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 02:15
Wir müssen uns da als "Gemeinschaft" auch mal einig werden,
Da hast du wohl was missverstanden, wir sind keine Gemeinschaft, dazu sind die Ausrichtung zu divers und vielschichtig. Und dieses Forum bezieht sich nicht nur auf TS.
LG Gerda Joanna
Mein weibliches Ich ist ein Teil von mir und lässt sich nicht mehr unterdrücken. Ungenützte Zeit lässt sich nie mehr zurückholen.
Lebe Dein Leben.
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
Hallo,
Ehrlich gesagt, kann und möchte ich nur für mich sprechen. Und ich habe mir irgendwann die Frage gestellt, welche Maßnahmen während der Transition für mich wichtig sind und ich auch haben möchte und welche eben nicht. Aus meiner Sicht ist das eine sehr individuelle Entscheidung und die trifft jede auch für sich selbst.
Eine ganz andere Frage ist dagegen, was die Krankenkassen und damit die Allgemeinheit generell an Kosten übernehmen soll. Das ist eine überaus spannende Diskussion und hat mit der Entscheidung der einzelnen nur wenig zu tun. Bei den Themen HRT, GAOP oder VÄPÄ bin ich der Meinung, dass das klar von den Krankenkassen getragen werden soll. Bei anderen Themen wie Brustaufbau, Epilation oder Gesichtschirurgie finde ich das schwieriger. Beim Brustaufbau vertrete ich die Ansicht, dass da die gleichen Regeln gelten sollen, wie bei Cis-Frauen.
Jetzt möchte ich hier nicht jedes einzelne Thema deklinieren. Mir geht es darum deutlich zu machen, dass die persönlich Entscheidung und die Finanzierung durch die Krankenkassen zwei paar Schuhe sind. Im Ausgangspost wird mir nicht klar, was gemeint ist, die persönliche Entscheidung oder die Finanzierung.
Im übrigen ist die Transition nicht ausschließlich durch medizinische Maßnahmen bestimmt. Für mich war es die intensive Auseinandersetzung mit mir selbst. Da gilt es unter anderem auch Dinge anzunehmen, die einem nicht so gefallen. Mit 1,80 bin ich vermutlich nicht die größte Transfrau, aber als Frau liege ich damit deutlich über dem Durchschnitt. Ändern lässt sich das eben nicht (auch wenn ich mir das wünschen würde), daher habe ich für mich einen Weg gesucht, das bestmöglich zu akzeptieren. Und natürlich gibt es da eine ganze Reihe von Themen: die schmale Hüften, die großen Hände, die breitere Schultern, die Stimme, etc.
Und letztendlich definiert sich Frau, egal ob cis oder trans, nicht durch Äußerlichkeiten und OP's. Statt dessen ist die Persönlichkeit und die eigene Ausstrahlung die es macht. Und genau darin sehe ich auch die wichtigste Aufgabe in der Transition: zur Frau (gilt natürlich umgekehrt auch für Transmänner) zu reifen und die eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Das bedeutet nicht, dass die medizinischen Maßnahmen unwichtig wären, für mich dienen sie primär dazu, die Entwicklung meiner Persönlichkeit zu unterstützen und abzurunden.
Zum Themenkreis Toleranz und Akzeptanz möchte ich sagen, dass es selbstverständlich sein sollte jeder Person unabhängig von Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Religion, Cis- oder trans, etc. mit Respekt zu begegnen und ihre jeweilige Einzigartigkeit zu akzeptieren. Daher erwarte ich auch genau das als Transfrau.
Dass Ehegatten oder Kinder mit einer veränderten Situation nach einem Coming Out Schwierigkeiten haben, ist dagegen etwas völlig anderes. Und ich kann auch nachvollziehen, dass ein Partner sich deshalb entscheidet, einen anderen Weg zu gehen.
Liebe Grüße
Anke
dein Posting regt Widerspruch an. Ich fange mal mit der Gemeinschaft an. Wen meinst Du damit?dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 02:15 Wir müssen uns da als "Gemeinschaft" auch mal einig werden, wie wir das nach außen hin kommunizieren! Entweder kann man einen Leidensdruck geistig ohne medizinische Behandlung überwinden oder man kann es nicht. Es gibt KEIN dazwischen!
Ehrlich gesagt, kann und möchte ich nur für mich sprechen. Und ich habe mir irgendwann die Frage gestellt, welche Maßnahmen während der Transition für mich wichtig sind und ich auch haben möchte und welche eben nicht. Aus meiner Sicht ist das eine sehr individuelle Entscheidung und die trifft jede auch für sich selbst.
Eine ganz andere Frage ist dagegen, was die Krankenkassen und damit die Allgemeinheit generell an Kosten übernehmen soll. Das ist eine überaus spannende Diskussion und hat mit der Entscheidung der einzelnen nur wenig zu tun. Bei den Themen HRT, GAOP oder VÄPÄ bin ich der Meinung, dass das klar von den Krankenkassen getragen werden soll. Bei anderen Themen wie Brustaufbau, Epilation oder Gesichtschirurgie finde ich das schwieriger. Beim Brustaufbau vertrete ich die Ansicht, dass da die gleichen Regeln gelten sollen, wie bei Cis-Frauen.
Jetzt möchte ich hier nicht jedes einzelne Thema deklinieren. Mir geht es darum deutlich zu machen, dass die persönlich Entscheidung und die Finanzierung durch die Krankenkassen zwei paar Schuhe sind. Im Ausgangspost wird mir nicht klar, was gemeint ist, die persönliche Entscheidung oder die Finanzierung.
Im übrigen ist die Transition nicht ausschließlich durch medizinische Maßnahmen bestimmt. Für mich war es die intensive Auseinandersetzung mit mir selbst. Da gilt es unter anderem auch Dinge anzunehmen, die einem nicht so gefallen. Mit 1,80 bin ich vermutlich nicht die größte Transfrau, aber als Frau liege ich damit deutlich über dem Durchschnitt. Ändern lässt sich das eben nicht (auch wenn ich mir das wünschen würde), daher habe ich für mich einen Weg gesucht, das bestmöglich zu akzeptieren. Und natürlich gibt es da eine ganze Reihe von Themen: die schmale Hüften, die großen Hände, die breitere Schultern, die Stimme, etc.
Und letztendlich definiert sich Frau, egal ob cis oder trans, nicht durch Äußerlichkeiten und OP's. Statt dessen ist die Persönlichkeit und die eigene Ausstrahlung die es macht. Und genau darin sehe ich auch die wichtigste Aufgabe in der Transition: zur Frau (gilt natürlich umgekehrt auch für Transmänner) zu reifen und die eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Das bedeutet nicht, dass die medizinischen Maßnahmen unwichtig wären, für mich dienen sie primär dazu, die Entwicklung meiner Persönlichkeit zu unterstützen und abzurunden.
Zum Themenkreis Toleranz und Akzeptanz möchte ich sagen, dass es selbstverständlich sein sollte jeder Person unabhängig von Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Religion, Cis- oder trans, etc. mit Respekt zu begegnen und ihre jeweilige Einzigartigkeit zu akzeptieren. Daher erwarte ich auch genau das als Transfrau.
Dass Ehegatten oder Kinder mit einer veränderten Situation nach einem Coming Out Schwierigkeiten haben, ist dagegen etwas völlig anderes. Und ich kann auch nachvollziehen, dass ein Partner sich deshalb entscheidet, einen anderen Weg zu gehen.
Liebe Grüße
Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
Nur ist es eine sehr egoistische Haltung. Du banalisierst mit deinem Post die Probleme anderer Menschen. Ein Brustaufbau zählt auch als Schönheits-OP. Warum wird das denn bezahlt? Weil eine Frau eine Brust haben muss? Es gibt auch Frauen ohne Brüste oder AA. Ist doch Unsinn. Toleranz und Empathie heißt für mich insbesondere auch, dass man die Probleme wahr- und ernst nimmt, die einen nicht selbst betreffen. Und wenn du mit dir klar kommst, ist das sehr schön. Dennoch hast du kein Recht anderen ihren Leidensdruck abzusprechen und kleinzureden!Anja hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 09:50 Moinsen
Ich bin eine die nichts verstanden hat! Gar nichts! Aber ich akzeptiere mich wie ich bin und lebe ein glückliches Leben als Frau! Mit meinen Makeln ebenso wie mit meinen Vorzügen.dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 02:15 Und sorry, wenn jemand eine FFS als Schönheitsoperation bezeichnet, ist das für mich Diskriminierung auf besten Niveau. Dann hat man einfach auch nichts verstanden. Gar nichts.
Grüße
die Anja
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
Warst schon mal auf Facebook oder Instagram, Youtube ... das ist ein Wunschgedanke. Vor allem auch im beruflichen Umfeld oder halt so im Alltag nehmen die Menschen primär dein Äußeres wahr und ordnen dich in Schubladen ein. Ich kenne ein Mädel, dass ist richtig, richtig hübsch, aber eben auch nicht besonders schlau oder als Person interessant. Die Kerle laufen der aber nach. Wie das eben so läuft ... ich kenne das doch alles seit Jahren.Anke hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 13:17 Hallo,
Und letztendlich definiert sich Frau, egal ob cis oder trans, nicht durch Äußerlichkeiten und OP's. Statt dessen ist die Persönlichkeit und die eigene Ausstrahlung die es macht.dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 02:15 Wir müssen uns da als "Gemeinschaft" auch mal einig werden, wie wir das nach außen hin kommunizieren! Entweder kann man einen Leidensdruck geistig ohne medizinische Behandlung überwinden oder man kann es nicht. Es gibt KEIN dazwischen!
Ich möchte aber gar nicht hübsch sein, sondern einfach nur mal in eine Klamotte aussem Laden passen. Ne Jacke, ne Jeans, nen Kleid - irgendwas, das halt mal gescheit aussieht, anstatt nur eine Funktion zu erfüllen. Oder mal nen Bikini anziehen, ohne gleich wie ein Alien zu wirken. Mich kriegt niemand in so ein Ding. Nur über meine Leiche! Sorry, das belastet mich extrem. Manchmal zerfrisst mich der Neid auf völlig banale, weibliche Durchschnittlichkeit, die ich aber nicht bieten kann. Ich entdecke an mir nichts weibliches, außer dieses scheiß Ausweis. Solche Cis-Frauen gibt es einfach nicht. Punkt. Oder sie haben ernsthaften medizinische Probleme und genetische Fehler.
Aber klar. Man kann natürlich auch über Jahre eine psychologische Behandlung bezahlen. Die war jedenfalls bisher das teuerste an allem. Dann gehste zu deinem Psychologen und erzählst das und der sagte dann: sie sind nicht krank, sondern leiden einfach nur. Ich kann nichts für sie tun, außer ihnen zuzuhören. Die Sitzung kostet 105 EUR und ich zähle sie auch nicht mehr.
Jetzt könnte ich sagen: Finde den Fehler!
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
Liebe Anke,Anke hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 13:17 Beim Brustaufbau vertrete ich die Ansicht, dass da die gleichen Regeln gelten sollen, wie bei Cis-Frauen.
(...)
Und letztendlich definiert sich Frau, egal ob cis oder trans, nicht durch Äußerlichkeiten und OP's. Statt dessen ist die Persönlichkeit und die eigene Ausstrahlung die es macht. Und genau darin sehe ich auch die wichtigste Aufgabe in der Transition: zur Frau (gilt natürlich umgekehrt auch für Transmänner) zu reifen und die eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Das bedeutet nicht, dass die medizinischen Maßnahmen unwichtig wären, für mich dienen sie primär dazu, die Entwicklung meiner Persönlichkeit zu unterstützen und abzurunden.
Das sehe ich etwas anders. Zur Hintergrund-Info: ich bin MzF-TS und habe mir - vor 21 Jahren, nach jahrelanger Psychotherapie zur Selbstfindung - schließlich die Brust chirurgisch aufbauen lassen. Unten blieb ich "männlich", und auch öffentlich blieb ich in der männlichen Rolle.
Der Brustaufbau wurde damals nach einigem Hin und Her mit Rechtsanwaltshilfe von der Krankenkasse (privat, DKV) bezahlt. Mit Recht: denn diese Operation war auch wirklich mit weitem Abstand diejenige Maßnahme, die mein Leben am deutlichsten und effektivsten zum Besseren gewandt hat. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt NUR unglückliche bis katastrophale Beziehungen gehabt, darunter eine erste Ehe, die mir die schlimmsten 5 Jahre meines Lebens beschert hat. Ab dem Zeitpunkt der Operation hatte ich erstmals überhaupt wirklich gute, funktionierende Partnerschaften (und keine einzige, wirklich schlechte mehr), und seit nun 12 Jahren bin ich mit meiner zweiten Ehefrau glücklich verheiratet und genieße mit ihr jeden Tag dieses gemeinsame Lebensglück, das uns auf unsere alten Tage doch noch vergönnt ist.
Ausstrahlung? Persönlichkeitsentwicklung? Sicher: das war AUCH eine Voraussetzung für diese glückliche Wende. Ich würde es allerdings eher "authentisch sein" nennen: in der Psychotherapie habe ich gelernt, Masken abzulegen, mich unverstellt zu zeigen, offen zu mir zu stehen. Aber in meinem Fall genügte das nicht: mein "männlicher" Körper stand der Entstehung einer funktionierenden Partnerschaft weiterhin im Weg, da konnte ich im Umgang noch so offen und authentisch sein. Mein Körper signalisierte "Mann" und zog damit ausschließlich Frauen an, die eben den MANN als Partner wollten und brauchten, der ich zwischen den Ohren nun mal NICHT war.
Erst die Brust-OP hat diese unfreiwillige Mimikry durchbrochen. Damit war diese unselige Fixierung auf den geschlechtlichen Körper endlich weg, meine Brüste haben mich seitdem vor den falschen Partnerinnen geschützt und mir bei den richtigen erst die Chance gegeben, mit meiner authentischen, psychischen Ausstrahlung gegen die Dominanz des eigenen Körpers anzukommen.
Die Brust-Op hatte damit für mich eine völlig andere, viel gravierendere Bedeutung als für eine Cis-Frau, bei der eine Brustvergrößerung mit der geschlechtlichen Identifikation in aller Regel gar nix zu tun hat. Bei mir war sie im Wortsinn Not-wendig und deshalb auch sehr zu Recht Kassenleistung.
Ein paar Jahre später habe ich mir die Implantate dann nochmal gegen erheblich größere austauschen lassen; das war nicht mehr notwendig, sondern - wie in den meisten Fällen bei cis-Frauen auch - nur noch eine kosmetische Optimierung. Diese zweite Operation habe ich dann auch selber bezahlt und gar nicht erst versucht, die KK in Anspruch zu nehmen.
Herzlichen Gruß
Wally
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
Das reduziert diese Maßnahme aber lediglich darauf, wie einen andere Menschen wahrnehmen. Ich finde es äußerst bedenklich solche Dinge immer nur am gesellschaftlichen Maßstab zu messen. Und ich glaube auch, dass die Transition nach dem allgemeinen Verständnis dies grundsätzlich gleich setzt - sprich - wenn man äußerlich von anderen irgendwie als Frau wahrgenommen wird, muss das so passen. So wird zumindest nach meinem Geschmack sehr oft diskutiert.Wally hat geschrieben: Fr 22. Feb 2019, 02:42Die Brust-Op hatte damit für mich eine völlig andere, viel gravierendere Bedeutung als für eine Cis-Frau, bei der eine Brustvergrößerung mit der geschlechtlichen Identifikation in aller Regel gar nix zu tun hat. Bei mir war sie im Wortsinn Not-wendig und deshalb auch sehr zu Recht Kassenleistung.Anke hat geschrieben: Do 21. Feb 2019, 13:17 Beim Brustaufbau vertrete ich die Ansicht, dass da die gleichen Regeln gelten sollen, wie bei Cis-Frauen.
(...)
Und letztendlich definiert sich Frau, egal ob cis oder trans, nicht durch Äußerlichkeiten und OP's. Statt dessen ist die Persönlichkeit und die eigene Ausstrahlung die es macht. Und genau darin sehe ich auch die wichtigste Aufgabe in der Transition: zur Frau (gilt natürlich umgekehrt auch für Transmänner) zu reifen und die eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Das bedeutet nicht, dass die medizinischen Maßnahmen unwichtig wären, für mich dienen sie primär dazu, die Entwicklung meiner Persönlichkeit zu unterstützen und abzurunden.
Äußerst selten spielt dabei das Gefühlserleben des Betroffenen eine Rolle. Mir ist doch völlig Wurst, was andere über mich denken. Primär muss doch mein Gefühl für mich stimmen. Und während mich andere lange fraglos als Frau einstufen, behandeln, usw. - ist mein Verhältnis zu mir gestörter wie nie. Gestörter deshalb, weil man irgendwie jahrelange (körperliche) Leiden auf sich genommen hat, ohne maßgeblich einen Durchbruch zu erzielen. Für mich persönlich ist das noch schlimmer, als zu leiden weil man nichts unternommen hat. Der Preis war wirklich verdammt hoch. Und wenn ich mir das Resultat so anschaue, ist das nix. Das ist und war es definitiv nicht Wert!