Hallo liebe Aubergine,Aubergine hat geschrieben: So 3. Feb 2019, 15:05 .........
Ich höre so oft den Einwand, "ich bin doch immer noch die gleiche Person"
Ja und Nein. Was bleibt ist der Charakter, alles andere ändert sich, sogar die Gewohnheiten ändern sich.
Unabhängig vom Sexualleben, das sich im laufe der Jahre ja auch verändert, ändert sich das Geschlecht des Menschen, mit dem ich zusammen bin. Für den ich mich vor Jahren entschieden habe und dem ich alles gegeben habe, wozu ich als Frau in der Lage bin.
Jetzt soll die heterosexuelle Frau plötzlich in einer Homosexuellen Beziehung leben, obwohl sie dafür überhaupt nicht gemacht ist.
Ja ich kenne die Einwände von euch Mädels, aber bitte sagt mir doch mal, warum der Großteil von euch weiterhin auf Frauen steht? Weil ihr hetero seid und euer Empfinden sich nicht verändert, auch wenn ihr Frau seid nicht.
Von eurer Frau aber erhofft ihr eine Wendung um 180-° und bitte sei ab sofort lesbisch.
Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist folgende:
Ihr habt euch für euren Lebensweg entschieden. Und das ist gut so.
Ihr seid erleichtert, habt weniger bis keine Depressionen mehr.
Ihr mach eurer Frau klar, dass ihr nicht mehr anders könnt, dass ihr das schon viel früher hättet tun sollen und dass der Weg für euch richtig ist.
Wer hat jetzt den schwarzen Peter? Wer bekommt jetzt die Depressionen? Welche Wahl hat Frau?
Sie fühlt sich um ihr Glück betrogen, natürlich belogen, und das bisher gelebte Leben aus und vorbei.
Entweder sie gibt sich und ihre Wünsche auf und folgt euch auf eurem Weg, der dann gemeinsam durchaus glücklich sein kann.
Die traurige Wahrheit aber ist, dass dabei nun meist Frau auf der Strecke bleibt. Denn alles, was sich nun ändert ist nicht ihr Wille und Wunsch, sondern eurer.
Ihr habt die Rollen getauscht. Jahrelang habt ihr versucht euch anzupassen, jetzt versucht das die Frau. Und so wenig, wie ihr euch für immer verstecken konntet, gelingt es vielen Frauen nicht, sich anzupassen.
Ich glaube, je älter das Paar, je größer die Wahrscheinlichkeit dass es gut gehen kann, aber ansonsten glaube ich, dass es nur funktionieren kann, wenn ihr von Anfang an einen Partner habt, der mit der Situation vertraut ist und sich darauf einlassen kann.
Das Ausnahmen die Regel bestätigen ist klar.
Daher halte ich es immer noch für sehr wichtig, sich der Frau zu outen, auch auf die Gefahr hin, alles zu verlieren was einem bis dato vertraut war. Doch den Frauen geht es genau so.
LG Aubergine
danke, dass auch du dich hier einbringst und viele Gedankengänge (auch meine) hier super auf den Punkt bringst.
Ich habe es noch nicht aufgegeben, meinen Weg in deine Richtung zu finden.
Stimmt, auch wenn ich die Transition mitgegangen bin und nun mit einer Frau lebe und sie liebe - es ist keine Selbstverständlichkeit und nicht einfach nur eine Frage der Liebe.
Denies verändert sich immer noch und kämpft nun mit der Vergangenheit, nicht nur dass sie nicht als Frau früher leben konnte, sondern, dass sie fast 56 werden musste, um endlich einen Menschen zu treffen, dem sie vertrauen konnte und aufhören, sich zu verstellen.
Ich habe teilweise einen ganz anderen Menschen vor mir.
Es ist für mich okay, dass Außenstehende mich als lesbisch sehen - weil es ihre Meinung ist - nicht meine.
Doch ich fühle mich nicht lesbisch. Um lesbisch zu sein, müssten Frauen mich generell anmachen - doch dem ist nicht so.
Meiner Liebsten habe ich auch gesagt, ich bin nicht lesbisch, aber ich liebe dich wie du bist als der Mensch der du bist.
Es hat eine Weile gedauert bis sie das nachvollziehen und verstehen, bzw. annehmen konnte und die Erwartungshaltung mir gegenüber aufzugeben.
Den schwarzen Peter haben beide - keine(r) allein.
Es ist auch nicht schlimm, wenn die Partnerin sagt, dass sie diesen Weg nicht mitgehen kann, weil sie sich nicht auf den Menschen als Frau einlassen kann.
Es ist eine Frage, wie Partner miteinander umgehen.
Zu Denies sagte ich, das schlimmste, was uns passieren könnte, wäre eine Trennung.
In dieser Trennung würden wir uns wohlwollend und freundlich gegenüber stehen, einander für den weiteren Weg Glück wünschen und hoffen, dass wir es schaffen zu einem späteren Zeitpunkt Freundinnen sein zu können.
Es kann nicht sein, dass sich eine Partnerin nun anpassen soll oder muss.
Das ist nicht der Sinn des Lebens.
Wenn nun eine Beziehung "das Trans" "braucht", damit das Deckeln, unter den Teppich kehren aufhören soll - dann wäre die Überlegung es wert, ob man sich in dieser Situation offen und ehrlich, verletzlich begegnet und die Chance in die Hand nimmt, dass jede für sich das annimmt, was es zu ver- oder zu bearbeiten gibt.
Es würde allen Beziehungen auf der Welt sehr viel helfen, wären alle von vornherein ehrlich und offen zueinander.
Danke für dein Engagement.
Liebe Grüße,
Ulla