Vielleicht haben einige den Wortwechsel in dem Beitrag: "Wie sage ich es meinem Kind? Und wann?" verfolgt. Eine "ex-userin", hat Ihre Sichtweise zu Ihrem Exmann (Transfrau) dargelegt. Nach anfänglichen Hasstiraden hat sich aber Ihr Kernproblem letztendlich, meiner Meinung nach, klar abgezeichnet. Der Typ (Ihr Exmann) hat seine Frau durch das Verheimlichen seiner Transidentität belogen, betrogen und hintergangen - ich hoffe ich habe diese Meinung so gut und deutlich herausgearbeitet, ohne etwas zu manipulieren. Vielleicht kann Betty, die ja ähnlich empfindet, das bestätigen, korrigieren oder ergänzen.
Ich fand von Anfang an, dass die geschrieben Beiträge eigentlich nicht viel mit dem Ursprungsthema zu tun haben und hatte mir gewünscht, dass dies in einem anderen Bereich diskutiert werden kann. Daher greife ich das Thema jetzt selbst (nicht ganz im ursprünglichen Sinne vielleicht) hier wieder auf.
Ich habe gestern und heute länger mit meiner Frau (wir leben getrennt) darüber gesprochen, denn tatsächlich hat auch sie so empfunden und mir genau diesen Wortsinn an den Kopf geworfen ... .Sie konnte es, wie viel andere Ehefrauen/Partnerinnen vermutlich auch, lange nicht verzeihen, dass ich etwas so Wichtiges vor Ihr verheimlicht hatte. Meine und Ihre Sichtweisen waren da in vielen Gesprächen weit auseinander, da wir uns auf unterschiedlichen Ebenen befunden haben und die Sache auch aus ganz anderen Perspektiven gesehen haben, letztendlich auch sehen mussten.
Heute kann ich sie verstehen und nachvollziehen, was sie gemeint hat und welche tiefe Wunde ich gerissen habe, ohne aber im Grunde anders gekonnt zu haben.
Ich habe allerdings das Glück, dass meine Frau sich mit der Thematik aktiv auseinandersetzt und gesetzt hat. So ist wohl aus der inneren Verletztheit kein Hass oder Streit entstanden und wir können gut miteinander umgehen. Aber darum geht es mir nur am Rande ....
Viel mehr hat mich beschäftigt, was ich aus den Wortwechseln mitnehme .... also was kann man etwas daraus "lernen"?
Ich denke ja ... und hier treffen wir auf ein anderes Thema, das immer wieder auf dem Tisch ist:
Ich denke, wir haben hier ein ganz gutes Beispiel, was passieren kann, wenn man nicht den Mut findet, mit seiner Partnerin / seinem Partner darüber zu sprechen. Je später man den Mut findet, zu sich zu stehen, desto schlimmer kann es am Ende eskalieren (das gilt übrigens wohl nicht nur für das Transthema). Und Hand aufs Herz, das will keiner."Soll ich mich outen oder nicht?"
Eben nur blöd, dass Mann/Frau das meistens am Anfang gar nicht so weiß ....
Liebe Grüße
Vanessa