ich muss auch mal was zu meinem aktuellen Stand los werden. Ich hab meine Outings mittlerweile alle durch (also die bei den mir super wichtigen Personen) und alles ist gut verlaufen. Verluste 0,0% wenn man so will. Von denen die jetzt noch abspringen ist mir keiner wichtig genug als das ich dort hinterherweinen würde. Wäre einerseits zwar sehr schade aber viel mehr als Saufkumpenen sind es nicht mehr. Man sieht sich eigentlich nur noch auf Partys oder beim Stammtisch. Mit meiner Familie ist alles im Lot, meine besten Freunde akzeptieren meine Entscheidung und mein Arbeitgeber hat mich nicht raus geworfen (ich steh da zwar auf der Abschussliste aber aus anderen Gründen - Personalabbau und so).
Ich nehme jetzt seit 6 Wochen Hormone und die Dinger schlagen bei mir scheinbar bereits an. Mein Bartwuchs ist weicher geworden, Körperhaare muss ich an Armen und Beinen mittlerweile suchen und meine Haut hat sich auch schon verändert. Warum das so schnell geht? Keine Ahnung. Entweder hat mein Körper die ganze Zeit auf ein GO gewartet oder ich hab einen guten Endokrinologen.
Aber was das wichtigste ist: Seit Freitag ist der Krieg den ich seit 30 Jahren gegen mich geführt habe entschieden. Ich hab verloren und gewonnen. Als ich am Freitag vom Termin bei meinem Endokrinologen nach hause kam hab ich erst mal eine Stunde auf dem Sofa gesessen und geheult und gelacht. Ich war (und bin immer noch) total Glücklich. Ein Gefühl das ich gar nicht mehr kannte und das auch erst gar nicht einordnen konnte. Im Zug zurück aus Münster hatte ich bereits die ganze Zeit ein leichtes lächeln im Gesicht - das ich bis jetzt noch nicht wieder losgeworden bin. Es kann von mir aus auch gerne bleiben.
Die Bartepilation ist beantragt und meine Krankenkassen-Sachbearbeiterin gibt mir fleißig Tipps wie ich den ganzen Kram möglichst schnell genehmigt bekomme. Im November steht die erste Schönheits-OP an. Wobei... Schönheits-OP bei meinen Krampfadern nur bedingt zutrifft. Die Teile sind stellenweise so krass dick das die zu einer Gefahr werden könnten. Was natürlich den netten Nebeneffekt hat das die Kasse das zahlt
Gott was hatte ich im letzten Jahr Sorgen und Angst vor den Outings. Diese "soll ich das meinen Eltern wirklich antun" und "was sollen die Leute nur von mir denken" - alles umsonst. Wurde mir zwar zehntausende Male gesagt aber ich wollte es nicht glauben. Die unerwartetste Reaktion zu meine "ich bin transsexuell" kam von meiner Mama. "Ja und? Ist das alles? Ist doch nichts weiter. Musst du dich halt operieren lassen!" und zack - Conny sitzt sprachlos auf dem Sofa. Ein andere Freund, bei dem ich massiv sorgen hatte, sagte mir nach meinem Outing das ein Schulkollege von ihm das vor 10 Jahren auch gemacht hätte und jetzt Sandy heißen würde. Conny wieder sprachlos. Ich war ehrlich gesagt einige male schwerst am überlegen was ich jetzt sagen sollte... Meist kam nur in "Ja. Cool." und dann erst mal nichts.
Soweit erst mal mein Stand der Dinge. Ich musste das einfach los werden - mein Wand hört zwar gut zu aber ich glaube die heuchelt das Interesse nur
Liebe Grüße
Conny
eins noch: Wenn ich dieses Forum und euch nicht gefunden hätte gäb es mich wahrscheinlich jetzt nicht mehr. Danke an alle.